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Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Themen im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an G"tt

Moderator: Thelonious

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Meta » Mi 26. Feb 2014, 19:10

Etwas an dieser "Diskussion" finde ich merkwürdig. Kein einziger Christ hier hat begriffen, wie SunFox und Jeshu "denken".
Ihr redet und schreibt über Antisemitismus, und habt keine Ahnung davon !!
Ihr habt auch keine Ahnung, wie verbreitet dieses Übel im Christentum immer noch ist !!

http://input.blogsport.de/images/input_reader.pdf

Auszug:
Trotzdem muss man davon ausgehen, dass um die 20% der Bevölkerung eine negative Einstellung gegenüber Jüdinnen und Juden haben, in einzelnen
Punkten liegen die Werte sehr viel höher. 39% sind der Meinung, die Jüdinnen und Juden durch Bereicherung an Wiedergutmachungsleistungen Antisemitismus verursachen, 55% glauben, dass die Juden aus der Vergangenheit Vorteile ziehen wollen und 70% ärgern sich, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Jüdinnen und Juden vorgehalten werden.

hier könnt Ihr Euch Informieren !!!
Römer 8,2 Denn die Tora der lebenschaffenden Geistkraft hat dich im Messias Jesus vom Gesetz der Sündenmacht und des Todes befreit.
8,7 Deshalb ist eine begrenzte menschliche Denkweise Gott gegenüber feindlich, weil sie sich nicht der Tora Gottes unterstellt und auch gar nicht in der Lage dazu ist
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 26. Feb 2014, 20:05

Meta hat geschrieben:Etwas an dieser "Diskussion" finde ich merkwürdig. Kein einziger Christ hier hat begriffen, wie SunFox und Jeshu "denken".
Ihr redet und schreibt über Antisemitismus, und habt keine Ahnung davon !!
Ihr habt auch keine Ahnung, wie verbreitet dieses Übel im Christentum immer noch ist !!

Ich verbitte mir diese globalen Anschuldigungen und jegliche Verunglimpflichung aller Art! Das ist eine Frechheit! :x
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon SunFox » Mi 26. Feb 2014, 20:40

Meta hat geschrieben:Etwas an dieser "Diskussion" finde ich merkwürdig. Kein einziger Christ hier hat begriffen, wie SunFox und Jeshu "denken".


Liebe Meta, wer hier bezüglich meiner Ausführungen im Unverstand hängt bist du, geschweige das du mein Denken kennst! ;)

Meta hat geschrieben:Ihr redet und schreibt über Antisemitismus, und habt keine Ahnung davon !!


Informiere dich erst einmal über die Vorsilbe Anti! Im Zusammenhang mit Semitismus geht dieses direkt gegen das jüdische Volk! Und habe ich mich mit meinen Äußerungen oder Feststellungen dagegen gestellt?

Siehst du, genau das habe ich nicht! ;)

Der Vorwurf des Antisemitismus ist doch nichts weiteres als ein Totschlagargument, wenn man israelische Politik in Frage stellt! Man will damit einfach nur mundtot machen und ist nicht in der Lage sich der Diskussion zu stellen!

Meta hat geschrieben:Ihr habt auch keine Ahnung, wie verbreitet dieses Übel im Christentum immer noch ist !!


Wenn man mit der israelischen Politik in diesem oder jenem Punkt nicht übereinstimmt, also nicht ja dazu sagen kann, dann ist man noch lange keine Antisemit (Judenfeindlich eingestellt)!

Manche Übel werden auch nur großgeredet um sie am Leben zu erhalten! Soetwas nenne ich Stimmungsmache!

Und die meisten Christen müßten eigentlich Proisraelitisch eingestellt sein, was aber nicht gleich bedeutet, das die Politiker Israels als Heilige anzusehen sind und sie Unfehlbarkeit besitzen!

Und bezüglich der Palästinenser wird halt meiner Meinung nach viel falsch gemacht und Unrecht ausgeübt!

Und bin ich nun wegen so einer Meinung ein Antisemit?

Wer das behauptet ist einfach nur dumm!

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 26. Feb 2014, 22:30

Juden verlassen die Ukraine
Eine wachsende Zahl von Juden verlässt die Ukraine. Die Unruhen der vergangenen Monate hätten Abwanderungsbewegungen verstärkt, sagte der Rabbiner der Millionenstadt Charkiw, Mosche Moskowitz, dem israelischen Sender Arutz Scheva (Montag). Zwar habe die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko in der Vergangenheit sehr gute Beziehungen zur jüdischen Gemeinde unterhalten. Allerdings gebe es unter ihren Anhängern zahlreiche Antisemiten.
Zuvor hatte am Wochenende der Kiewer Rabbiner Mosche Reuven Azman seine Gemeindemitglieder aufgerufen, die Hauptstadt und das Land nach Möglichkeit zu verlassen. Eine entsprechende Empfehlung gebe es seitens der israelischen Botschaft, sagte Azman laut einer israelischen Zeitung. Die Schulen der jüdischen Gemeinde wurden den Angaben zufolge geschlossen.
Die israelische Einwanderungsorganisation Jewish Agency for Israel sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Jewish Telegraphic Agency" vom Sonntag ukrainischen Juden Unterstützung zu und bot den Schutz jüdischer Einrichtungen an. - In der Ukraine leben nach Angaben der Jewish Agency rund 200.000 Juden, die meisten von ihnen in Kiew. (KNA)
Quelle: http://www.katholisch.de/de/katholisch/ ... p?id=28647
(Hervorhebung durch lionne)
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Mi 26. Feb 2014, 23:45

Meta hat geschrieben:
Etwas an dieser "Diskussion" finde ich merkwürdig. Kein einziger Christ hier hat begriffen, wie SunFox und Jeshu "denken"...
Deine Aussagen hier sind übelst Antisemitisch..
Auch Du bist Christ und Antisemit.
Ich, an Deiner Stelle würde vor Scham den Nick ändern!!
Du beleidigst den Juden Jesus und das jüdische Volk bis heute !!


Meta, DU bist es, die nicht begreift, was ich eigentlich schreibe so scharf bist Du drauf, Jemanden als „antisemitisch“ zu entlarven. Der letzte Kommentar oben war echt der Hammer.
Mit dem Absatz auf den sich das bezieht, habe ich Israel nicht angegriffen, sondern eigentlich verteidigt, und auch sonst hast Du nichts von irgendwas begriffen, um was es mir hier geht. Aber wenn man alles so liest wie es einem in den eigenen Kram passt, dann klappt das natürlich auch nicht.

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon bigbird » Do 27. Feb 2014, 09:54

Nanana! :warn:
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 27. Feb 2014, 12:22

Jeshu hat geschrieben:
Aber es gibt sehr wohl SCHLECHTE MENSCHEN
Und zwar ÜBERALL - EGAL WO...



Du verkennst hier m.E., was Rassismus ist. Rassismus ist nicht das Böse, das aus Frust einen Sündenbock braucht und sich nun gegen Juden, Roma, .... wendet - sondern Rassismus hat mit einem Hass, Abneigung, etc zu tun gegen Juden, Roma, ... wegen eines Grundes, weil es eben Juden, Roma, ... sind.

Das ist eine ganz eigene Dimension des Hasses, die Verallgemeinerung dieser Art von Schlechtigkeit auf das individuelle Schlechte allein, verharmlost eben den Rassismus und damit hier im Zusammenhang auch den Antisemitismus.


Grüsse Columba
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Do 27. Feb 2014, 17:14

Columba hat geschrieben:
Du verkennst hier m.E., was Rassismus ist. Rassismus ist nicht das Böse, das aus Frust einen Sündenbock braucht und sich nun gegen Juden, Roma, .... wendet - sondern Rassismus hat mit einem Hass, Abneigung, etc zu tun gegen Juden, Roma, ... wegen eines Grundes, weil es eben Juden, Roma, ... sind.

Das ist eine ganz eigene Dimension des Hasses, die Verallgemeinerung dieser Art von Schlechtigkeit auf das individuelle Schlechte allein, verharmlost eben den Rassismus und damit hier im Zusammenhang auch den Antisemitismus.


Vielleicht reden wir auch ein wenig aneinander vorbei, weil Juden für mich nach wie vor keine "Rasse" sind, sondern eine Glaubensgemeinschaft, deswegen ist es für mich kein herkömmlicher "Rassismus".

Also der Hass, der sich auf Juden bezieht, einfach aus dem Grund, weil es Juden sind, ist für mich hauptsächlich anerzogen. Komischerweise brauchen die Menschen immer ein Feindbild, sei es noch so vage und diffus. Notfalls erfinden sie auch eines. Warum dieses Feindbild ausgerechnet die Juden an den verschiedensten Orten trifft, habe ich mich schon oft gefragt.
Vielleicht haben sie allgemein zuviel Erfolg im Leben, sind eben "besser" als andere. Sowas schürt immer Neid und Hass. Und es gibt eben unglaublich reiche Juden in Amerika, das macht vielleicht zusätzlich Angst und dann gehen irgendwelche Verschwörungsphantasien in den Köpfen durch.
Eine andere Begründung, außer eigentliche Angst vor ihnen, gepaart mit komplizierten komplexen geschichtlichen Entwicklungen, ist mir noch nie eingefallen.

Hass aus ursprünglicher Angst heraus entgegenzuwirken ist schwer.
Man kann eigentlich nur versuchen, dass sich der Hass wenigstens nicht in Gewaltbereitschaft äußert, ihn aus den Köpfen der Menschen zu bekommen ist m.E. leider fast nicht möglich.
Ich weiß genauso wenig, wie der Hass der Juden auf Deutsche jemals gebrochen werden könnte.

LG
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Do 27. Feb 2014, 19:08

So, auf die Gefahr hin, dass ich wieder als Antisemit gelte...
ich drehe jetzt den „Auszug“ von Meta oben einfach von der Reihenfolge her um, denn dann kann man besser nachvollziehen, dass solche Zahlen nicht nur ein Beweis für Antisemitismus sind, sondern – bitte jetzt wenn möglich völlig objektiv bleiben - auch irgendwie logisch nachzuvollziehen sind:

70% ärgern sich, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Jüdinnen und Juden vorgehalten werden.
Hat diese Aussage wirklich mit Antisemitismus zu tun oder ist sie nicht auch irgendwo verständlich?
Mindestens 70% der gesamten Bevölkerung kann nicht mehr direkt am damaligen Holocaust vor 70 Jahren beteiligt gewesen sein, eine echte „persönliche Schuld“ eines Deutschen oder anderen Nazis ist also tatsächlich so gut wie ausgeschlossen und kann nur durch aktuellen echten Antisemitismus wieder „aktiviert“ werden.
Was leider auch teilweise überall passiert, schönreden will ich jetzt hier nichts.

D.h. die Schuldzuweisung der Juden kann deshalb natürlich nicht aufhören, bloß auf diese Weise bleiben z.B. Deutsche Nazis, aber leider dann alle Deutschen, nicht nur ein realistisch gesehen nur sehr geringer Teil.
Da können die Deutschen nun soviel Gelder zahlen wie sie wollen, es ist nie genug. Natürlich nicht, wie soll man so ein abartiges "Geschehen" überhaupt mit Geld ausgleichen können? Es nützt auch nichts, Israel zu unterstützen, oder den Palästinensern unter die Arme zu greifen, Deutsche können der ganzen Welt helfen, als Erste an irgendwelchen Krisengebieten auftauchen, retten, machen, tun, nur: ES NÜTZT NICHTS. Deutsche sind Nazis. Und so soll es in den Köpfen aller auch bleiben, damit dieses Geschehen niemals vergessen wird.
Soll es natürlich auch nicht, aber es gibt auf diese Weise für Deutsche kaum die Möglichkeit, jemals wieder schuldlos zu werden, obwohl die jetzige Bevölkerung zum großen Teil tatsächlich ohne Schuld ist.
Deutsche können nun eigentlich tun, was sie wollen – sie bleiben dennoch schuldig.
Das ist auch frustrierend.

Also, was passiert? Nachdem sich der Großteil der Deutschen nicht mehr persönlich für etwas schuldig fühlen kann, weil sie mit dem Holocaust nie etwas zu tun hatten (auch nicht mit aktuellen Neonazis), fragt man sich irgendwann, warum diese Erinnerung an ihre Schuld dann trotzdem vehement stattfindet. Also sucht man nach Gründen - hier sind sie schon, denn sie passen (leider) perfekt ins Bild:

55% glauben, dass die Juden aus der Vergangenheit Vorteile ziehen wollen
wie auch noch scheinbar "logisch" folgt:
39% sind der Meinung, dass die Jüdinnen und Juden durch Bereicherung an Wiedergutmachungsleistungen Antisemitismus verursachen

Diese zwei brandgefährlichen einfach „abgeleiteten“ Einschätzungen, um einen Grund für die als mittlerweilen ungerecht empfundene Schuldzuweisung zu finden (gepaart mit der nicht besonders überzeugenden Politik Israels) ist natürlich insgesamt ein explosives Gemisch, also vermute ich, kommt deswegen dieses Endergebnis dabei raus:
20% der Bevölkerung haben eine negative Einstellung gegenüber Jüdinnen und Juden

Nein, damit will ich jetzt nicht wiederum den Juden die Schuld an allem in die Schuhe schieben, sondern nur aufzeigen wie eventuell eine Meinung im Volk entsteht!
Sei sie am Ende falsch, und das ist das Problem. Und dann dreht sich die ganze Sache nämlich im Kreis, denn einer gibt einfach immer dem anderen die Schuld, obwohl in Wirklichkeit die wenigsten Beteiligten derzeit real Schuld haben.
Weder Deutsche noch Juden.
Das ist doch sinnlos?

Tatsache ist jedenfalls nach wie vor: Den Holocaust kann man nicht mehr verhindern, aber schlimme Geschehnisse in Israel schon noch!
DAS ist doch der ausschlaggebende Hauptunterschied zu damals. Deswegen wird doch die Vergangenheit nicht verharmlost, sondern herangezogen, nämlich um genau eine Wiederholung von Verfolgungen und sinnlosem Krieg zu vermeiden.
Der Hinweis, dass den Palästinensern Gewalt zugefügt wird, ist doch nicht einfach nur „Entlastungsantisemitismus“ oder "Kritik", sondern nur die Aufforderung hier mit offenen Augen möglichst nicht das gleiche Entsetzliche entstehen zu lassen wie damals, denn die Situation in Israel ist nach wie vor kaum abzuschätzen.
Wird es noch schlimmer, bleibt es nun so oder wird es allmählich besser
für ALLE in Israel? Man schaut allerseits ratlos dabei zu.
Ich lebe auf jeden Fall im jetzt und nur im jetzt kann ich noch etwas positives bewirken, niemand kann etwas ungeschehen machen.

Und ich will durch Aufzeigen von Selbstläufern und Kritik auch an dem Verhalten von Juden eine Zunahme von Antisemitismus verhindern und nicht verstärken!
Es ist in meinen Augen auf jeden Fall keine gute Idee, anderen Menschen in allen möglichen Äußerungen und Reaktionen Antisemitismus zu unterstellen, wenn es tatsächlich nicht der Fall ist.
Denn wenn ein Vorwurf gar nicht stimmt, dann wird er als "Angriff" gewertet.
Da hilft es nichts trotzig zu behaupten, der Vorwurf stimme trotzdem, denn es wäre alles nur verdeckter Antisemitismus.
Permanente sich auf diese Weise hochschaukelnde Missverständnisse können alle zusammen in Teufels Küche bringen. Auf jeden Fall werden weder Verharmlosung auf der einen, noch Hysterie auf der anderen Seite Antisemitismus wirksam bekämpfen.
Irgendwie müssen wir diesen absoluten „Balanceakt“ - nämlich für alle Seiten klar zu erkennen, was ist echter Antisemitismus und was nicht - unbedingt schaffen.
Nur dann kann auch für alle verständlich und übereinstimmend dagegen vorgegangen werden.
Denn wie sollen wir jemals anders eine Lösung finden als "konstruktiv" ehrlich zueinander zu sein?

LG
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Fr 28. Feb 2014, 08:15

Jeshu hat geschrieben:Vielleicht reden wir auch ein wenig aneinander vorbei, weil Juden für mich nach wie vor keine "Rasse" sind, sondern eine Glaubensgemeinschaft, deswegen ist es für mich kein herkömmlicher "Rassismus".

Der Begriff Rasse gibt es in der Wissenschaft in Bezug auf Menschen gar nicht mehr. Aber es besteht praktisch Übereinstimmung, dass unter Rassismus Diskriminierungen wegen Hautfarbe, Religion, nationale Ursprünge, Volkstum, etc fallen. Siehe dazu auch die "Erklärung über "Rassen" und rassistische Vorurteile" der deutschen Unesco Kommission. Den Antisemitismus (oder im theologisch-christlichen Bereich Antijudaismus) kann nicht einfach von den allgemeinen Problemen des Rassismus abgetrennt werden. Die grundlegenden Ausdrucksformen des Rassismus ist gleich, ob jetzt Juden oder Schwarze ganz allgemein diskriminiert wurden. Dazu siehe nur die Vorkommnisse bei den olymp. Sommerspiele 1936.

In einem Beitrag vom Jahre 2010 habe ich ein Beispiel gegeben viewtopic.php?f=20&t=19249&p=703314&hilit=judengasse#p703314
Nachzutragen ist noch, dass ich mir unterdessen auch fast sicher bin, dass es in diesem kleinen Dorfe nie eine jüdische Gemeinde in der Neuzeit gab. Trotzdem wurde nur schon durch Erwähnung des Wortes Jude ein "Reflexreaktion" ausgelöst



Grüsse Columba
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Fr 28. Feb 2014, 15:22

Hier noch eine jährliche Zusammenstellung von rassistischen Vorfällen in der Schweiz

http://chronologie.gra.ch/index.php?p=4&y=2013

Man sieht auch die weitgestreuten Beispielen, wie durchwoben immer wieder auch der Antisemitismus durchscheint.


Grüße Columba



PS
Hier noch ein Homepage mit einem bekannten Test, welche auch Rassismus zum Thema hat. https://implicit.harvard.edu/implicit/g ... tatest.jsp
Hintergründe über diese Tests gibts hier http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 02193.html
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Tulbi » Fr 28. Feb 2014, 18:20

Hallo Columba,

Ich nehme mir das Recht dir eine Frage zu stellen, welche vielleicht missverstanden werden könnte;

Du schreibst hier im Forum vorallem in diesem Thread; warum bist du so aktiv, im Aufzeigen dieser Vergehen?

Ich sehe zBsp. sofort ein, dass Antisemitismus immernoch ein Problem ist, sehe aber tausende von Probleme in der Welt welche mir wichtiger erscheinen.

Hast du dir das Problem Antisemitismus zum Herzen genommen, `weil es halt auch jemand besprechen muss`, welcher die Situation von oder weil du darin wirklich das wichtigste (oder eines der wichtigsten) Problem siehst? (Oder vielleicht aus einem ganz anderen Grund?)

Liebe Grüsse,
Tulbi
Der Herr sei mit dem, welcher nicht mit einem Herrn ist.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Fr 28. Feb 2014, 19:00

Columba hat geschrieben:
Trotzdem wurde nur schon durch Erwähnung des Wortes Jude ein "Reflexreaktion" ausgelöst


Ich denke, dass diese Reaktion bei vielen Menschen stattfindet, denn jede weitere Äußerung "danach" steht ab sofort wie auf einem "Prüfstand".
Natürlich aus den unterschiedlichsten Gründen, aber man versucht automatisch möglichst schnell herauszufinden wie der andere Gesprächspartner diesbezüglich denkt, weil das Thema immer noch ein heißes Eisen ist - und wirkt erst einmal unsicher oder angespannt.
Ein Nazi will nicht sofort als Nazi rüberkommen, ein Nicht-Nazi will auf keinen Fall als Nazi rüberkommen.
Ein Nicht-Jude als Jude vorsichtshalber auch nicht. Schon crass.

LG
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Fr 28. Feb 2014, 21:36

Es gibt auch im Jüdischen übrigens ein für mich sehr ausschlaggebendes Wort:
KINEHORA
Es wird verwendet zur "Abwehr des bösen Blicks", evtl. sogar des Fluchs.
Des frühen Satans Erkennen... ?

LG
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon POW » Sa 1. Mär 2014, 10:47

Columba hat geschrieben:
Jeshu hat geschrieben:Vielleicht reden wir auch ein wenig aneinander vorbei, weil Juden für mich nach wie vor keine "Rasse" sind, sondern eine Glaubensgemeinschaft, deswegen ist es für mich kein herkömmlicher "Rassismus".

Der Begriff Rasse gibt es in der Wissenschaft in Bezug auf Menschen gar nicht mehr. Aber es besteht praktisch Übereinstimmung, dass unter Rassismus Diskriminierungen wegen Hautfarbe, Religion, nationale Ursprünge, Volkstum, etc fallen. Siehe dazu auch die "Erklärung über "Rassen" und rassistische Vorurteile" der deutschen Unesco Kommission. Den Antisemitismus (oder im theologisch-christlichen Bereich Antijudaismus) kann nicht einfach von den allgemeinen Problemen des Rassismus abgetrennt werden. Die grundlegenden Ausdrucksformen des Rassismus ist gleich, ob jetzt Juden oder Schwarze ganz allgemein diskriminiert wurden. Dazu siehe nur die Vorkommnisse bei den olymp. Sommerspiele 1936.



Das ist ja alles gut und richtig, Columba.
Aber die Ursachen, die wahren Wurzeln eines schon weltumspannenden und anhaltenden Antijudaismus, wo sind sie zu suchen?
Liegen diese Wurzeln nicht zuerst im Christentum selbst? Gab es nicht schon lange vor dem Holocaust, im Mittelalter zum Beispiel, die elendigsten Ghettos für die Juden, gab es nicht auch damals schon eine "besondere" Kennzeichnungspflicht, für die Juden?
Und der unsagbare Hass, der auf das jüdische Volk hernieder ging, hier sei an erster Stelle der schon pathologische Judenhass eines Luther genannt, ist dieser Judenhass und die sich durch fast zweitausend Jahre hinziehende Judenverfolgung und auch Vernichtung nicht auch und zuerst im Christentum begründet und immer wieder auch durch das Christentum legitimiert worden?

Das, was fast zweitausend Jahre gut und richtig war, aus christlicher Sicht und im Bezug auf die Unterdrückung, Ausgrenzung, Verfolgung, die nie endenen Pogrome und oft genug auch die Ermordung ungezählter jüdischer Menschen aus einem sonderlich christlichem "Verständnis" heraus, hier sind doch die eigentlichen Wurzeln des Antijudaismus zu finden.

Der Antisemitismus, im wörtlichen Sinne und immer wieder auch im Sinne der Untat, dieser ist doch auf dem Boden des Christentum erwachsen, ist aus dem Christentum hervorgegangen und bis zur grausamsten "Perfektion" durch Jahrtausende verwirklicht worden.
Der Antisemitismus ist und bleibt eine Frucht des Christentums.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Mär 2014, 10:52

POW hat geschrieben:Der Antisemitismus ist und bleibt eine Frucht des Christentums.


Ja und nein. Es stimmt, dass das Christentum eine starke Wurzel des Antisemitismus in der Neuzeit gewesen ist. Aber der Antisemitismus gabs schon zur Römerzeit. ...und wenn Du das Alte Testament durchliest, dann siehst Du, dass die Israeliten immer schon ein Volk waren, das man verachtete und verfolgte. Die Geschichte des alten Israels ist ein Geschichte eines Volkes, das ständig "verhauen" wurde. Dass es dieses Volk überhaupt noch gibt, ist eine erstaunliche Tatsache.


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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Mär 2014, 14:17

Tulbi hat geschrieben:Hallo Columba,

Ich nehme mir das Recht dir eine Frage zu stellen, welche vielleicht missverstanden werden könnte;

Du schreibst hier im Forum vorallem in diesem Thread; warum bist du so aktiv, im Aufzeigen dieser Vergehen?


Ich schreibe schon über 11 Jahren hier im Forum, früher unter dem Nicknamen Taube, dann hat man vieles schon gesehen und konzentriert sich auf einzelne Threads. Jetzt halt gerade mal auf dieses Thread, aber es ist nicht das Spezialthema von mir. Vermutlich gibts später wieder einmal andere Schwerpunkte. In der Vergangenheit waren es ja meist auch ganz andere Themen, in die ich mich kniete.

Aber interessant ist es, aus verschiedenen Gründen:

1. Auf Twitter sehe ich zur Zeit immer wieder, dass Rassismus oft ganz unverfroren offen geäussert wird. Diese Tendenzen geben mir schon zu denken.
2. Vor über 30 Jahren besuchte ich in der Ausbildung ein Seminar und eine Vorlesung über den Fremden. Diese frühen Ideen begleiten mich noch immer. Ein Grundlagentext damals war http://de.wikipedia.org/wiki/Exkurs_%C3 ... en_Fremden
3. Vor 10 Jahren lernte ich den Friedenaktivisten Gideon Spiro, den ich oben schon erwähnte, kennen und hatte 10 Tage lang Zeit seine Ideen kennen zu lernen.
4. Ich hatte das Glück die Entstehung dieses Buches http://www.peterlang.com/download/datas ... _48901.pdf‎ erleben zu dürfen und hatte viele Diskussionen mit dem Autor. Da war auch ein Thema des Antisemitismus in der Kunst.
5. Mein Vater war einfacher Soldat, der in der Schweiz die Grenzbesetzung mitmachte während des 2. Weltkrieges. Er erzählte mir, wie man in der Schweiz um die Judenverfolgung wusste, aber es nicht wahrhaben wollte. Die einzelnen "Judenhelfer" wurden ja auch verfolgt hier.
6. Natürlich habe ich mich auch immer mit der christlichen Theologie befasst, in der das Thema immer wieder aktuell wird.

Das sind einfach einzelne Erlebnisse, ganz verschieden, die mich immer wieder zu den Themen Fremdenangst, Antisemitismus, Rassismus geführt haben. Das hat sich jetzt gerade wieder einmal kristallisiert in diesem Thread.


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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon POW » Sa 1. Mär 2014, 17:22

Columba hat geschrieben:
POW hat geschrieben:Der Antisemitismus ist und bleibt eine Frucht des Christentums.


Dass es dieses Volk überhaupt noch gibt, ist eine erstaunliche Tatsache.



Sicherlich, und ein immer wieder sehr nachdenklich stimmender, geschichtlicher Schicksalsgang.

und wenn Du das Alte Testament durchliest, dann siehst Du, dass die Israeliten immer schon ein Volk waren, das man verachtete und verfolgte. Die Geschichte des alten Israels ist ein Geschichte eines Volkes, das ständig "verhauen"


Wobei hier, fairerweise, gesagt werden sollte, das die Juden mit anderen Völkern und Nationen auch nicht gerade zimperlich umgingen. Aber so ist diese Welt und es wird sich da auch nicht viel ändern.

Wobei ich dir hier nun nicht zustimmen kann:

Es stimmt, dass das Christentum eine starke Wurzel des Antisemitismus in der Neuzeit gewesen ist.


Warum nur in der Neuzeit?
Wir müssen jetzt ja nicht nur das Mittelalter bemühen, denn die Verfolgung, die Ausgrenzung, das gezielte und geplante Abschlachten der jüdischen Bevölkerung ist ja nun bestimmt kein Merkmal der Neuzeit. Nehmen wir nur einen kleinen Ausschnitt der Judenverfolgung der letzten tausend Jahre:

1096 Erster Kreuzzug: blutige Verfolgung der Juden. In den Städten am Rhein werden 12 000 Juden ermordet. Juden und Moslems werden als "Feinde des Christentums" gebrandmarkt.
1121 Juden fliehen aus Flandern. Nur wer bereut, "Jesus getötet" zu haben, darf zurückkommen.
1146 Zweiter Kreuzzug: erneute Verfolgung der Juden in Deutschland, der franziskanische Mönch Rudolf ruft zur Vernichtung der Juden auf.
1181 Vertreibung der Juden durch den französischen König Philip, ihr Land und ihre Häuser nimmt er in Besitz.
1189 Während der Krönung von Richard Löwenherz in England werden tausende Juden als "Hochzeitsgabe" hingemetzelt und die meisten Londoner jüdischen Hauser verbrannt.
1216 IV. Lateran Konzil: die römische Kirche erläßt viele Einschränkungen gegen die Juden.
1244 Auf Befehl des Papstes wird der Talmud und später jede jüdische Literatur verbrannt.
1283 In der Pfalz werden die Juden zur Taufe gezwungen. Wer sich weigert, wird sofort getötet.
1285 In München werden alle Juden in den Synagogen eingesperrt und verbrannt.
1290 Unter Eduard I von England müssen 16 000 Juden das Land verlassen. Louis IX von Frankreich befiehlt, daß alle Juden in seinem Reich ein gelbes Erkennungszeichen tragen müssen.
1298 In Franken, Bayern und Österreich werden 140 jüdische Gemeinschaften zerstört, 100 000 Juden werden ermordet
1306 Vertreibung von 100 000 Juden aus Spanien durch König Philip den Schönen
1320-21 In Frankreich werden 120 jüdische Gemeinschaften zerstört ("Hirtenkreuzzug"). Nach Behauptung, die Juden Frankreichs hätten Wasserquellen vergiftet, werden 5000 Juden am Pfahl verbrannt.
1348 In Europa werden die Juden für die Pest verantwortlich gemacht. In Mainz werden 6000 Juden verbrannt, in Erfurt 3000 ermordet.
1370 In Flandern werden Juden, die beschuldigt wurden, Gasthäuser "befleckt" zu haben, verbrannt. Alle Juden werden verbannt. Dies wurde als Fest bis zum Jahre 1820 gefeiert.
1391 In Spanien werden in 70 jüdischen Gemeinschaften Juden niedergemetzelt.
1394 Zweite Verbannung der Juden aus Frankreich
1453 Den Juden Polens werden alle Bürgerrechte genommen.
1478-92 Inquisition in Spanien. 300 000 verlassen das Land, ohne Geld.
1493 Auch aus Portugal werden 20 000 Juden vertrieben. Viele werden zu Sklaven erklärt.
1516 In Venedig entsteht das erste Ghetto.
1540 Vertreibung der Juden aus Neapel, Genua und Venedig, 1593 aus dem Vatikanstaat. 1540 Luthers Schrift "Von den Juden und ihren Lügen".
1605 Zwangstaufen der Juden von Lissabon, danach Konfiszierung ihrer Güter.
1727 Alle Juden werden aus der Ukraine vertrieben.
1731 Auf päpstlichen Befehl werden alle in hebräisch verfaßten Bücher verbrannt.
1744 Maria Theresia erläßt ein Dekret, daß fortan kein Jude mehr in Böhmen geduldet sei.
1794 Einschränkung der Rechte der Juden Rußlands. Die Männer müssen 25 Jahre Militärdienst leisten. Hunderttausende verlassen Rußland.
1862 General Grant befiehlt die Ausweisung aller Juden aus dem Staat Tennesse, USA.
1903 Pogrome in Rußland.
1935 Nürnberger Rassengesetze
Juli 1938 In Evain-les Bains nahe Genf fand auf Initatiave der USA eine Konferenz mit Delegierten aus 32 Ländern statt. Fazit der Delegierten: "Macht mit den Juden, was ihr wollt, wir wollen sie nicht!"
9.11.1938 Reichskristallnacht, Verbrennung der Synagogen Deutschlands. Beginn der systematischen Ermordung der Juden
17.05.1939 (nach der Reichskristallnacht!) England senkt die Einwanderungsquote nach Palästina auf jährlich 15 000.
1941 Erlaß des Schweizer Polizeiministers: "Alle Juden sind zurückzuweisen und ihre Pässe mit einem "J" zu kennzeichnen.
1942 Wannsee-Konferenz in Berlin zur "Endlösung der Judenfrage"
1942-44 Kanada verweigert Hunderten von jüdischen Waisenkindern wegen Unterernährung die Einreise. Sie sterben in den Gaskammern der Nazis.
1938-45 6 Millionen Juden, ein Drittel des Weltjudentums, ermordet.
1946 Der Internationale Untersuchungsausschluß bestätigt 1946: "Niemand will die aus den KZs entkommenen Juden aufnehmen." England läßt die aus deutschen Lagern nach Israel fahrenden Juden in Lager Zyperns einsperren.
1949 Die erste Synagoge seit der Judenvertreibung aus Spanien 1492 wird öffentlich in Madrid eingeweiht.

wie gesagt, nur ein kleiner Ausschnitt aus diesem wahnvollen Kaleidoskop unvorstellbaren Leides der Juden.

Und wer Luthers antijüdische Hasstiraden liest, der weiß unbedingt, das dieser grenzenlose Hass doch eigentlich die Normalität, im christlichen "Geist" gegenüber den Juden, sehr trefflich darstellt und aufzeigt.

Nun gut, vielleicht bedrückt dich die Geschichte dieses einzigartigen Volkes genauso wie mich, vielleicht suchst auch du Erklärungen für eine Dimension des Grauens und des Leides, die sich unserem Verstehen eigentlich entzieht, denn es bleibt für mich (vielleicht auch für dich) immer wieder das Unfassbare, das in seinem Grauen nicht zu Erfassende, das mich (und vielleicht auch dich), immer wieder ratlos zurück lässte.

Und da dieses Grauen seine Wurzeln im Christentum hat, so eröffnet sich dann wieder eine ganz andere Dimension einer immer wieder zu hinterfragenden Moral des Christentums selbst.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Mär 2014, 18:48

Du hast recht mit Deinem Hinweis auf die Geschichte des Antisemitismus in Antike und Mittelalter.

Ich erwähnte aus folgenden Gründen die Neuzeit:
1. Mit Luther auf protestantischer Seite und der Inquisition auf katholischer Seite wurde eine ganz neue Dichte des Antisemitismus erreicht.
2. Der Buchdruck brachte es auch mit sich, dass die antisemistische Tendenzen via Bücher sehr schnell und fast automatisch verbreitet wurde.
3. Die Entdeckungen und Eroberung fremder Kontinente führte den Antisemitismus schnell über die ganze neue Welt. Sogar in Amerika während des Bürgerkrieges fand sich der Antisemitismus im Vorwurf beider Seiten an die Juden, dass sie, die Juden, die Gegenseite unterstütze.

Diese weltweite Ausbreitung des Antisemitismus baute v.a. auf der christlichen Kultur auf. Deshalb erwähnte ich die Neuzeit, weil meines Erachtens der Antisemitismus eine ganz neue lobale Qualität erreichte: Der Antisemitismus in der christlichen Kultur entstand also nicht erst mit der Neuzeit, er war, wie Du richtig erkannt hast, auch vorher sehr präsent. Vorher ging es mehr um Vertreibungen und ums Bestrafen wegen Nichtbekehrung - erst in der Neuzeit mit Hitler kam die Idee auf, die Juden weltweit und endgültig zu vernichten.


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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Hanspeter » Sa 1. Mär 2014, 19:23

Ist es nicht einfach eine zutiefst menschliche Eigenart, "die Andern" auszugrenzen, zu verachten, zu vernichten, auszurotten, einfach, weil sie "anders" sind? Wie Columba sagt, war dies bereits vor der christlichen Zeitrechnung so. Es zieht sich dies durch die ganze Menschheitsgeschichte, in allen Kulturen, auf allen Kontinenten, und leider ist die Geschichte der christlichen Welt davon nicht ausgenommen. Und wie POM sagt, sind auch die Juden (damals nannte man sie Israeliten) mit ihren Nachbarn nicht zimperlich umgegangen. Der Mensch ist die Bestie, nicht die einzelnen Nationen, oder Rassen, oder Religionen. Der "Andere" macht Angst, deshalb muss man ihn bekämpfen.

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Sa 1. Mär 2014, 19:51

Hanspeter hat geschrieben:
Ist es nicht einfach eine zutiefst menschliche Eigenart, "die Andern" auszugrenzen, zu verachten, zu vernichten, auszurotten, einfach, weil sie "anders" sind?
Wie Columba sagt, war dies bereits vor der christlichen Zeitrechnung so. Es zieht sich dies durch die ganze Menschheitsgeschichte, in allen Kulturen, auf allen Kontinenten, und leider ist die Geschichte der christlichen Welt davon nicht ausgenommen. Und wie POM sagt, sind auch die Juden (damals nannte man sie Israeliten) mit ihren Nachbarn nicht zimperlich umgegangen.
Der Mensch ist die Bestie, nicht die einzelnen Nationen, oder Rassen, oder Religionen. Der "Andere" macht Angst, deshalb muss man ihn bekämpfen.


Sehr treffend erfasst.
Jesus ist Gottes Sohn und war damit auch "ein Anderer".
Damit ist auch keiner "zimperlich umgegangen", Er ist deshalb auf grausamste Weise getötet worden, aber niemand von einer speziellen Rasse der Menschen hat Schuld daran. Auch nicht die Juden.
Jesus war Jude.
Aber der Mensch kann somit nicht Abbild Gottes laut Bibel sein, sonst hätte er Ihn erkannt.

LG
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Schoham » So 2. Mär 2014, 11:25

Hanspeter hat geschrieben: Der "Andere" macht Angst, deshalb muss man ihn bekämpfen.


Ist es nicht die eigene Angst - die einem den Andern, bekämpfen lässt? Kann der Andere mir Angst machen, wo ich in der Liebe bin?
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » So 2. Mär 2014, 11:33

...aber bist Du immer in der so starken Liebe für den anderen, die nötig ist, dass der "Andere" Dich nicht ängstigen kann?


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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 5. Mär 2014, 10:20

Hallo Tulbi

Du hast eine persönliche Frage an mich gestellt bezüglich dieser Thematik, die ich dann auch ausführlich beantwortet habe. So finde ich es ziemlich befremdend, dass darauf überhaupt keine Reaktion erfolgt.

Grüsse Columba
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Tulbi » Mi 5. Mär 2014, 21:58

Columba hat geschrieben:Du hast eine persönliche Frage an mich gestellt bezüglich dieser Thematik, die ich dann auch ausführlich beantwortet habe. So finde ich es ziemlich befremdend, dass darauf überhaupt keine Reaktion erfolgt.


Sorry, dass du dich befremdet fühlst, ich hatte einfach nicht gross etwas nachzufragen.
Ich kann aber schon ein paar Gedanken dazu teilen:
Es scheint mir als springe deinen Aktivismus (wenn man ihn denn als solchen bezeichnen kann) aus deiner Biographie. Natürlich könnte man diese Aussage als trivial abtun aber ich will damit sagen, dass dein Interesse wahrscheinlich organisch gewachsen ist und du dich nicht einmal gefragt hast; "Welchen Problemen in der Welt soll ich mich zuwenden?". Dies soll aber in keiner Weise unterstellen, dass du deine Zuwendungen niemals/nicht ständig hinterfragt hast.
Wie es zu meiner Frage kam:
Ich habe mir bei deinem Engagement die Frage gestellt, ob es nichts wichtigeres gäbe. Diese Einstellung scheint mir jetzt falsch/müssig (ich war glaubs ein bisschen müde, als ich die Frage formuilerte). Einerseits ist es sicher so, dass wir uns fragen sollten ob die Zeit, welche wir aufwenden nicht (noch) besser eingesetzt werden könnte, anderseits ist mir aber auch klar, dass nicht jeder sich mit den grössten Problemen beschäftigen kann/soll und es gerade so sinnvoll sein kann sich mit kleineren und dennoch relevanten Fragen zu arbeiten.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 6. Mär 2014, 07:29

...ob es nichts Wichtigeres gibt, fragst Du gerade in dieser Tagen?

In den letzten 10 Tagen haben wir mitten in Europa gesehen, was geschieht: Eine neue Regierung kommt an die Macht - als eine der ersten Entscheidungen war eine nationalistisch gefärbte Einschränkung der Minderheitenrechte! Das finde ich schon ein starkes Zeichen, was läuft zwischen Völkern (nochmals: innerhalb von Europa). Da ist der Rassismus (inkl. Antisemitismus) nicht weit, v.a. wenn Du die einzelnen neuen Bewegungen anschaust, die jetzt in der Ukraine mitreden. Klar, gibt es noch viel mehr Wichtiges zur Zeit. Aber dieses Thema ist gerade jetzt wieder aktuell, soll man darüber nicht diskutieren?

Aber sei unbesorgt, ich werden in Zukunft auch Deine Müdigkeit berücksichtigen, wenn Du hier diskutierst.


Grüsse Columba
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Tulbi » Do 6. Mär 2014, 08:02

Columba hat geschrieben:...ob es nichts Wichtigeres gibt, fragst Du gerade in dieser Tagen?

Also ich bleibe dabei; die Frage ist gerechtfertigt aber hat keine grosse Bedeutung/sie ist reisserisch.
Nicht jeder kann sich um die `wichtigsten` Dinge kümmern und viele müssen sich auch um die nicht-wichtigsten (aber dennoch relevanten) Dinge kümmern.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon manfred » Di 3. Jun 2014, 17:22

Antisemitismus ist schlimm.
Allerdings tragen manche Israeliten selbst auch etwas dazu bei.
Sie fördern das auch ein bißchen, auch wenn man verstehen kann warum manche Israeliten so denken.
Nur führt es eher dazu dann ablehnend zu sein.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Lambert » Di 3. Jun 2014, 17:57

manfred hat geschrieben:Antisemitismus ist schlimm.
Allerdings tragen manche Israeliten selbst auch etwas dazu bei.
Sie fördern das auch ein bißchen, auch wenn man verstehen kann warum manche Israeliten so denken.
Nur führt es eher dazu dann ablehnend zu sein.


Hallo Lieber Manfred!

Nun wie darf ich denn deine Aussage verstehen?


Herzliche grüsse, Andreas :praisegod: :praise:
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon manfred » Mi 4. Jun 2014, 17:24

Ich verstehe es, wenn Israeliten nicht verstehen können, wenn Juden heute in Berlin leben können.
Oder wenn eine Jüdin zu einer Religionslehrerin im Flugzeug sagt: Ich kann dich nicht anschauen, du bist 1968 geboren. Aber du bist mitschuld am Holocaust. Weil dein Vater oder Opa im 2.Weltkrieg vielleicht etwas schlimmes gemacht haben.
Erfahrungen die Kollegen gemacht haben.
Oder wenn bei einer Israelreise erklärt wird, daß die Jünger Jesus keine wirklichen Juden sondern Essener waren.
Oder wenn wir vor einigen Jahren hier im Forum Christen beschimpft wurden.
Ich verstehe, daß den Juden viele schlimme Sachen passiert sind.
Aber es gibt genug negative Erfahrungen mit Deutsche und Österreicher.
Man kann das auch nicht generalisieren.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Lambert » Mi 4. Jun 2014, 17:54

manfred hat geschrieben:Ich verstehe es, wenn Israeliten nicht verstehen können, wenn Juden heute in Berlin leben können.
Oder wenn eine Jüdin zu einer Religionslehrerin im Flugzeug sagt: Ich kann dich nicht anschauen, du bist 1968 geboren. Aber du bist mitschuld am Holocaust. Weil dein Vater oder Opa im 2.Weltkrieg vielleicht etwas schlimmes gemacht haben.
Erfahrungen die Kollegen gemacht haben.
Oder wenn bei einer Israelreise erklärt wird, daß die Jünger Jesus keine wirklichen Juden sondern Essener waren.
Oder wenn wir vor einigen Jahren hier im Forum Christen beschimpft wurden.
Ich verstehe, daß den Juden viele schlimme Sachen passiert sind.
Aber es gibt genug negative Erfahrungen mit Deutsche und Österreicher.
Man kann das auch nicht generalisieren.


Nun Lieber manfred, ist doch mal interesant, wenn man lesen kann, das so einige in Berlin sich einleben, das da einge Juden es missverstehen, wundert mich so nicht.

Das Erlebnis eines Kollegen, ist wohl ein Einzelerlebnis, dem ich keine grosse Bedeutung beimesse. Ist gibt viele Begegnungen mit Deutschen und dem Judentum, die sehr fruchtsam ist. Nur die heutigen Nazis, und nicht nur die Klatzköpfigen, schaffen grosse Probleme mit ihren Verhalten. Ihre Haltung trifft nicht der Juden alleine, sondern auch dem Moslems in Berlin und anderen Städten


Grüsse Andreas :praisegod: :praise:
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 9. Jul 2014, 20:51

Berlin, Deutschland:
Mann bei antisemitischem Übergriff verletzt
Am Montagnachmittag ist ein 67-jähriger Mann im Tiergarten von zwei Männern bei einem antisemitischen Übergriff mehrfach getreten und ins Gesicht geschlagen worden.
Der Mann saß gegen 14.30 Uhr gemeinsam mit einem Bekannten auf einer Bank an der Löwenbrücke im Tiergarten, als er von zwei Männern angepöbelt wurde. Es entwickelte sich ein Streit, in dessen Verlauf die Männer - sie sollen von kräftiger Statur gewesen sein und "südländisch" ausgesehen haben - den älteren Mann mehrfach traten und ins Gesicht schlugen.
Wie der 67-jährige der Polizei sagte, trug er bei dem Angriff eine Mütze mit einem Davidstern - dies sei der Auslöser der Attacke gewesen. Nach Angaben der Polizei waren neben dem Davidstern auch andere religiöse Symbole auf der Mütze aufgedruckt, es handelte sich nicht um eine Kippa.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 67038.html
Unfassbar und ohne Worte. :cry:
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 20. Aug 2014, 20:35

«Die hässliche Fratze des Antisemitismus»
In Europa nimmt der Antisemitismus neue Dimensionen an. Auch Schweizer Juden erhalten deutlich mehr Hassbriefe und werden auf sozialen Medien offen angefeindet.

Auch in der Schweiz wird offen gegen Juden gehetzt. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) führt seit 22 Jahren eine Chronologie über rassistische und antisemitische Vorfälle, 44 Ereignisse dokumentierte sie seit Jahresbeginn. 9 Anzeigen reichte die GRA in den letzten Monaten ein, unter anderem wegen antisemitischer Äusserungen auf Facebook im Vorfeld einer Kundgebung für Palästina in Zürich.

Der jüngste Eintrag in der GRA-Chronologie datiert auf den 11. August. In Davos wurde ein orthodoxer Jude von einem älteren Mann angegriffen und verletzt. Ob es sich tatsächlich um einen Angriff mit antisemitischem Hintergrund handelt, ist allerdings nicht abschliessend geklärt.

«Zunahme bedenklicher Vorfälle registriert»
Zwar liegt die Zahl der registrierten Vorfälle bei der GRA nicht über denjenigen der Vorjahre. Trotzdem habe auch hierzulande der unverhohlene Hass gegen Juden eine neue Dimension angenommen, sagt Leila Feit, Geschäftsführerin der GRA. «Seit dem Ausbruch des Nahostkonflikts haben wir eine bedenkliche Zunahme antisemitischer Vorfälle registriert. Dieses auslösende Ereignis konnten wir schon in der Vergangenheit feststellen. Dieses Mal zeigte sich die hässliche Fratze des Antisemitismus aber in einer noch nicht gesehenen Form.»

Patrick Studer vom Schweizerisch Israelitischen Gemeindebund (SIG) sagt, in der Schweiz stelle man keine verstärkte Auswanderungsbewegung von Juden nach Israel fest. Die Situation in Frankreich sei viel gravierender als in der Schweiz und lasse sich nicht vergleichen. Doch Studer beobachtet eine andere, besorgniserregende Tendenz. Der SIG betreibt eine Meldestelle für antisemitische Vorfälle. In den letzten Jahren wurden pro Jahr jeweils rund 25 Vorfälle registriert, seit Juli bereits über 60. Nicht gezählt werden Äusserungen in den sozialen Medien.

Briefschreibende verstecken sich hinter der Anonymität
Laut Studer, Beauftragter Prävention und Information des SIG, lasse sich daraus nicht unbedingt eine generelle Zunahme antisemitischer Einstellungen ablesen. Allerdings hätten sich diese in «diesen Tagen besonders deutlich gezeigt». Verändert habe sich insbesondere die Aggressivität der Äusserungen. Während man früher eher pauschale Urteile über alle Juden gelesen habe, so heisse es in den letzten Wochen: «Juden muss man vergasen.»

Auf die Frage nach einem konkreten Beispiel zückt Studer einen Brief, den der SIG kürzlich erhalten hat. Darin ist etwa zu lesen: «Die Juden waren und sind Zerstörer, Betrüger, Mörder. Seid gewarnt, ihr Judenbengel, eines Tages verkriecht ihr euch in Höhlen.» Der Absender: anonym.

Uralte Vorurteile kommen ans Licht
Besorgt sind Feit und Studer auch über die Entwicklung in den sozialen Medien. Laut Studer ging es auf Facebook «am heftigsten zu und her». Und Feit sagt: «Ein krass antisemitischer Aufruf hat unzählige Likes erhalten. Aufrufe zu Gewalt an Juden wurden durch weitere Posts verstärkt. Ich frage mich, was in diesen Leuten vorgeht.»

Unterscheidet sich der Hass gegen Juden vom Hass gegen Muslime, Christen, Roma, Fahrende, Deutsche, Europäer und Amerikaner? Bei der GRA stellt man eine generelle Verschärfung im Ton gegen Minderheiten fest und eine Abnahme der Toleranz. «Über Fahrende werden Pauschalurteile gefällt und Muslime in Zürich für Taten von Islamisten im Ausland verantwortlich gemacht», sagt Feit. Antisemitismus unterscheide sich allerdings dadurch, dass uralte Vorurteile ans Licht kämen, die mit politischer Kritik überhaupt nichts mehr zu tun hätten. «Und plötzlich werden Juden wieder im gleichen Atemzug als Kindermörder und geldgierige Beeinflusser der Medien und der Weltpolitik bezeichnet», sagt Feit.

Feit ruft die Politik dazu auf, sich klar von Antisemitismus abzugrenzen und für den Erhalt der Antirassismusstrafnorm einzusetzen. Diese liefere eine wichtige Grundlage für ein friedliches Zusammenleben. «Wir brauchen den Artikel 261bis. Er zeigt, welche rote Linie niemand überschreiten darf.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 14.08.2014, 16:45 Uhr)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta ... y/29090099
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Hanspeter » Mi 20. Aug 2014, 20:42

HIER EIN BERICHT EINES DEUTSCHEN AUS BERLIN.

Ein persönlicher Erfahrungbericht von einem Selbstversuch in Berlin-Neukölln: Beschimpft, bespuckt, bedroht: “Du bist tot!”


Montag, 11.8.2014, Berlin-Neukölln.

Aus Solidarität mit den in Deutschland lebenden Juden, die in den vergangenen Tagen und Wochen antisemitischen Übergriffen ausgesetzt waren bzw. sind, habe ich an meinem Auto zwei kleine Fan-Fähnchen. Eine schwarz-rot-goldene und eine israelische mit dem Davidsstern. Damit bin ich nach Neukölln-Nord gefahren, zu einem Termin bei der AOK.

Ab Bhf. Neukölln zog das nicht nur irritierte Blicke nach sich, sondern an Ampeln auf Beschimpfungen. “Juden-Schwein”, Mörder, Wixer … alles dabei. Tür-Verriegelung runter. Aus insgesamt drei nachfolgenden Autos wurde ich gefilmt oder fotografiert. An einem Fußgänger-Überweg von türkischen oder arabischen Jugendlichen bespuckt. Wäre die Ampel nicht auf grün gesprungen, hätten sie mir die Fahne abgerissen. In der Karl-Marx-Straße: Geschäfte mit T-Shirts “Free Palestine” auf dem Gehsteig. Daran ein DIN A4-Zettel “10 Euro als Spende für Gaza”. Weitere Shirts mit Kindern mit Kalaschnikov. Landkarten ohne Israel. Vor der AOK mache ich die Fahne lieber ab. Drinnen von über 30 Kunden nur zwei Nicht-Migranten. Da kann man nicht mal erzählen, mit der Hoffnung auf Verständnis. Noch ein kurzer Termin in Kreuzberg Ritterstraße. Ich fahre nicht über Kottbusser Tor. Zu lange Wartezeiten an den Ampeln. Angst. Angst? In Berlin?

Am Straßenrand drei arabische Jungs. ca. 10 bis 12 Jahre. Sie bleiben wie angewurzelt stehen, zeigen auf die Fahne. Beschimpfen mich. Einer zieht sich vorn die Hose runter (Unterhose an). Ein zweiter zeigt auf mich und setzt die andere Hand an die Kehle. Weiterfahrt. Prinzenstraße. Ein Mann mit Vollbart bleibt stehen, läuft auf mich zu: “Du bist tot!” Grün.

Ich fühle mich wie im Feindesland. In fremder Uniform hinter der Front abgesetzt. Im Krieg. Unfassbar.

Ich bin in Deutschland im Jahr 2014. In der toleranten, multikulturellen Hauptstadt Berlin. Wahnsinn.

Ich fahre nach Hause Richtung Britz. Jetzt noch den Falafel-Test. Ich halte direkt vor dem Imbiss in der Hermannstraße. “Was soll die Scheiße?” werde ich begrüßt. “Verpiss disch”. Ok. Da hat sich jede Frage oder Diskussion erledigt. Den Test bei “meinem” Döner-Stand mache ich nicht. Weiß nicht warum? Weil er mich dann nie mehr bedient?

Ich ärgere mich über mich selbst.

Als ich einparke, bin ich sauer, verzweifelt, fassungslos.

Ich kann einfach nach Hause fahren. Die Fahne abmachen. Nur noch “neutraler” Deutscher sein.

Aber die Juden, die Israelis, die täglich an Leib und Leben Bedrohten? Die das nicht können. Und wie muss das erst 1933 gewesen sein. Wenn deine Heimat zum Feindesland wird …?

Wie soll das weitergehen?

Ich empfehle dieses oder ähnliche Versuche allen Politikern und Journalisten, die sich die Welt schönreden und -schreiben. Setzt euch eine Kippa auf, tragt einen Davidsstern oder gar einen schwarzen Mantel. Und dann auf in die Vielfalt, Friedfertigkeit und Toleranz des Islam. Allein. Ohne Begleitschutz. Und dann diskutieren wir weiter.

Ich fahre weiter mit der Fahne. Nicht immer und nicht überall. Aber in dem Bewusstsein, auf der richtigen Seite zu stehen.

Quelle: Im Facebook gefunden, unbekannt, um wen es sich handelt
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Emily » Mi 20. Aug 2014, 21:35

Echt heftig!!! Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass es so verschärft in Deutschland heutzutage zugeht!
Nun lebe ich nicht im luftleeren Raum, lese Zeitung, in meiner Stadt gibt es Menschen verschiedener Nationen, natürlich gibt es auch Viertel, die man lieber meidet, besonders nachts...aber so einen Hass....unfassbar!
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 20. Aug 2014, 23:36

Mich persönlich 'schockt' der persönliche (Erfahrungs-)Bericht eines Deutschen in Berlin-Neukölln, der hier gepostet wurde, absolut nicht! Mir kommt unweigerlich der Ueberfall auf den Rabbiner Alter in Berlin im Jahr 2012 in den Sinn...
Auch kommen (persönliche) Erfahrungen an eine Friedenskundgebung in Bern im Jahre 2009 hoch... Das mummlige Gefühl angesichts der an dieser Kundgebung aufgetauchten 'Demonstranten' aus dem muslimischen Kulturkreis ist mir auch heute noch präsent... keine angenehme Erinnerung. Die latente Gewaltbereitschaft, die von Hass geprägte Stimmung dieser Menschen war fast körperlich spürbar und lernte einem das Fürchten.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon onThePath » Do 21. Aug 2014, 12:00

Der Hass ist blind, und anstacheln läßt sich diese primitive Menscheneigenschaft zwecks Morden auch gut mit dem Islam. Der im Namen Allah das Beste für alle will und mordet für den Irrwitz einer in Mohamed einigen friedlichen Welt. (Auch ohne das Problem Israel.) Das ist dann wohl so einig und friedlich wie ein Hitler-Deutschland und genauso Terror.
Hitler hat abgelenkt von seiner Teuflischkeit durch geschürten Judenhass.

Was bewegt gerade junge Menschen auf die falschen Hass-Propheten eines fanatischen Islam herein zu fallen.
Und warum ist die islamische Welt nicht stark genug im Guten, um sich gegen solche satanischen Auswüchse selber zu wehren ?

Israel ist natürlich der wundeste Punkt für Muslime. Und ich bin mit allen Notleidenden und Verfolgten, sowohl auf palästinensischer wie auf israelischer Seite. Unrecht erzeugt Hass. Aber man muß dann nicht so ungerecht blindwütig töten wollen wie die Palästinenser, die sogar geschützt durch Zivilisten, Frauen und Kinder ihre Raketen abfeuern. Und ungeachtet der militärischen Stärke Israels. Dann auch noch heimtückisch jammern, die Israelis würden Frauen und Kinder töten. Das ist fehlgeleites Denken, blind und vergiftet vor Hass, dem jedes Mittel der Vernichtung recht ist.
Sicher, man hört, Israel behandle die Palestinerser schlecht. Das finde ich dann auch nicht richtig.

Antisemetismus gehört in die Rubrik des Teuflischen. Und Hassprediger jeglicher Art schüren Tod und Verderben. Und sie sind eine Gefahr für den Frieden und die Demokratie. Auch in unserem Land.

Bei uns sagt man: Wehret den Anfängen.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Emily » Do 21. Aug 2014, 21:45

Dazu fällt mir gerade spontan der Film " Die Welle " ein....da wird es ja genau gezeigt, wie so was entsteht
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Hanspeter » Fr 22. Aug 2014, 13:00

Ein Bericht aus der Schweiz:

http://t.co/RWSglTrWtl

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mi 26. Nov 2014, 10:56

Hier eine aktuelle Meldung zum Thema:
In Charlottenburg wurde ein Tourist aus Israel von vier Personen angegriffen. Sie schlugen und traten mehrfach auf ihn ein. Er musste im Krankenhaus behandelt werden.
Ein Tourist aus Israel wurde am Sonntag in Charlottenburg angegriffen. Laut Polizei war der 22-Jährige gegen 18.30 Uhr im Lotte-Lenya-Bogen unterwegs, als ihm vier Männer entgegenkamen. Sie gingen an ihm vorbei, machten kehrt und folgten ihm ein kurzes Stück, bis sie zur Attacke ansetzten. Alle vier Täter schlugen und traten mehrfach auf ihn ein - und flüchteten anschließend. Der Mann erlitt Verletzungen an Hand und Kopf und musste ambulant in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Die Hintergründe des Überfalls, insbesondere ob eine politische Motivation der Täter vorliegt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei.
>>> http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 22458.html
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