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Moderne Familien

Sozial- und Familienpolitik, Randgruppen,

Moderator: kingschild

Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Di 21. Jul 2009, 11:00

Die modernen Familien zeichnen sich heutzutage vor allem durch Eines aus: Abwesenheit der Eltern.

Kinder werden in fremde Hände abgegeben, Mütter und Väter gehen ihre Karriereleiter hoch, um möglichst viel Geld zu verdienen, oder den Problemen der Kindererziehung teilweise auszuweichen.

Am Umstand, dass Mütter und Väter erwerbstätig sind, verdienen alle:
Zuerst der Staat, denn durch höhere Steuereinnahmen (inkl. MwSt.) sowie eine höhere Produktivität profitiert er in nicht unerheblichem Masse. Dann die Eltern selber, denn durch die zusätzlichen Einnahmen der Mutter, lässt sich das ein oder andere gut finanzieren, was sonst nicht unbedingt möglich gewesen wäre. Als Nächstes profitieren die Krippen, denn zahlende Mütter und Väter gibt es sehr viele und darum auch die Forderungen nach staatlicher Unterstützung, damit auch die bezahlen, die ihre Kinder selber aufziehen und betreuen. Auch die Wirtschaft profitiert von der gestiegenen Kaufkraft und kann so die Umsätze erhöhen. Dann kommen noch die Alt-Femministinnen dazu, die aus rein ideologischen Gründen jegliche Zerstörung der herkömmlichen Familie gutheissen. Denn finanzielle Abhängigkeit sei das Allerschlimmste, was einer Frau passieren könne, so sagen sie.

Gibt es denn überhaupt Verlierer bei diesem Modell? Ja, die gibt es. Das sind die Kinder. Kinder, die in der Krippe landen, weil die Eltern sich verwirklichen wollen, weil die Eltern finanziell mehr herausholen wollen, um den BMW oder was auch immer zu finanzieren.

Selber erlebt: 09:30 Uhr, die Krippe ruft die Mami bei der Arbeit an.
Krippe: Frau xxx, ihrem Sohn geht es nicht sonderlich gut, er möchte, dass Sie bei ihm sind.
Frau xxx: Vielen Dank für den Anruf, aber das geht leider nicht, ich bin am Arbeiten und kann nicht weg.
Krippe: Wir haben versucht Ihren Sohn zu beruhigen, aber er will Sie unbedingt bei sich haben
Frau xxx: Ja das glaube ich Ihnen, aber ich kann wirklich nicht weg. Ich komme nach der Arbeit so schnell wie möglich.
Krippe: Ihr Sohn schreit im Hintergrund, dürfen wir ihn Ihnen kurz ans Telefon geben?
Frau xxx: Ja klar, geben Sie ihn mir, ich habe einfach nur kurz Zeit.
Sohn: Mamiiii, wann kommst duu?
Frau xxx: Schatz, ich kann jetzt nicht kommen, ich bin am Arbeiten. Mami kommt aber nach der Arbeit sofort zu dir.
Sohn: Mamiiii, ich will dich jetzt hier haben, mir geht es nicht gut
Frau xxx: Ach mein Lieber, das wird schon wieder besser. Mami kann jetzt nicht kommen, aber die Betreuer in der Krippe sind ja bei dir
Sohn: Neeeeein, ich will bei dir sein.
Frau xxx: Sei jetzt stark, bald komme ich ja. Ich muss jetzt wieder Arbeiten, sei lieb in der Krippe und am Abend bin ich ja bei dir....


So oder ähnlich läuft es täglich. Kinder dürfen in diesem Alter die Nestwärme nicht mehr erleben, sie werden bereits als Kleinkinder auf sich alleine gestellt. Die kalte, herzlose Welt greift bereits zu. Anstatt bei ihren Kindern zu sein, beantwortet Mami Telefonanrufe der Firmenkunden im Büro und glaubt, sich modern und fortschrittlich zu verhalten. Das Kind leidet derzeit in der Krippe und lernt früh: Lass nur niemanden zu nah an dich heran, sonst wirst du enttäuscht, versetzt und alleine gelassen. Denn die Betreuer in der Krippe können Mami nicht ersetzen. Mami oder Papi kümmern sich aber nicht um mich, sondern um andere "wichtige Dinge".

Dass die heutige Jugend immer verwahrloster, gewalttätiger und beziehungsunfähiger wird, verwundert unter diesem Gesichtspunkt nicht mehr. Denn nur wer sich alleine behaupten kann, der überlebt.
ZORRO

PS: Es gibt Situationen von alleinerziehenden Eltern, die sich dies nicht gewählt haben. Dort sind diese Zustände aber nicht frei gewählt, sondern eine Not. Ebenso bei den Familien, die wirklich am Existenzminimum leben müssen.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Di 21. Jul 2009, 13:32

Zorro hat geschrieben:Die modernen Familien zeichnen sich heutzutage vor allem durch Eines aus: Abwesenheit der Eltern.

Deine Agitation ist schon ziemlich eindeutig und Objektivität ist bei Deinem Beitrag nicht mal im Ansatz vorhanden.



Zorro hat geschrieben:Kinder werden in fremde Hände abgegeben, Mütter und Väter gehen ihre Karriereleiter hoch, um möglichst viel Geld zu verdienen, oder den Problemen der Kindererziehung teilweise auszuweichen.

Es ist etwas einseitig, einfach nur Geldgier zu unterstellen, wenn beide Elternteile einer Arbeit nachgehen. Du räumst zwar selber ein, dass es auch wirtschaftliche Not sein kann, aber das kommt bei Dir erst ganz zum Schluss. Solange hackst Du auf den Eltern rum, als wäre es ein Verbrechen, die Kinder auch von anderen Personen betreuen zu lassen.

Ich finde es gut, dass es Kindertagesstätten gibt, wenn diese auch qualifiziert geführt werden. Dort können Kinder mit gleichaltrigen spielen, sie lernen, nicht immer an Muttis Rockzipfel zu hängen.

Außerdem gibt es einige Eltern, die einfach mit der Kindererziehung überfordert sind und DAS ist ein echtes Problem für die Kinder. Einige Kinder kommen zur Schule und können noch nicht mal einen Stift halten oder noch nicht einmal richtig sprechen. Oft kommen sie aus sozialen Problembereichen und haben anderen Kindern gegenüber von vornherein einen Nachteil und haben es deshalb ihr Leben lang schwerer, weil sie immer erst nachholen müssen, was die anderen schon können.

Was ist eigentlich, wenn die Kinder nicht zur Krippe gehen, sondern zur Oma? Ist das dann auch so fürchterlich? Oder wenn ein Babysitter engagiert wird oder eine Tagesmutter?

Ich selbst war öfter mal für ein paar Stunden bei einer Babysitterin, bevor ich eingeschult wurde und die habe ich sehr geliebt. Die war für mich wie eine große Schwester und nicht irgendeine Fremde, zu der ich abgeschoben wurde. Und auch die Kindergärtnerinnen waren für mich wichtige Bezugspersonen.

Ich finde es wichtig, dass Kinder auch mal Kontakt mit anderen haben und Vertrauen zu Personen außerhalb der Familien aufbauen können. Das stärkt das Sozialverhalten. Außerdem können dadurch Missstände aufgedeckt werden, wenn es in der Familie Probleme gibt.



Zorro hat geschrieben:Selber erlebt: 09:30 Uhr, die Krippe ruft die Mami bei der Arbeit an.
Krippe: Frau xxx, ihrem Sohn geht es nicht sonderlich gut, er möchte, dass Sie bei ihm sind.
Frau xxx: Vielen Dank für den Anruf, aber das geht leider nicht, ich bin am Arbeiten und kann nicht weg.
Krippe: Wir haben versucht Ihren Sohn zu beruhigen, aber er will Sie unbedingt bei sich haben
Frau xxx: Ja das glaube ich Ihnen, aber ich kann wirklich nicht weg. Ich komme nach der Arbeit so schnell wie möglich.
Krippe: Ihr Sohn schreit im Hintergrund, dürfen wir ihn Ihnen kurz ans Telefon geben?
Frau xxx: Ja klar, geben Sie ihn mir, ich habe einfach nur kurz Zeit.
Sohn: Mamiiii, wann kommst duu?
Frau xxx: Schatz, ich kann jetzt nicht kommen, ich bin am Arbeiten. Mami kommt aber nach der Arbeit sofort zu dir.
Sohn: Mamiiii, ich will dich jetzt hier haben, mir geht es nicht gut
Frau xxx: Ach mein Lieber, das wird schon wieder besser. Mami kann jetzt nicht kommen, aber die Betreuer in der Krippe sind ja bei dir
Sohn: Neeeeein, ich will bei dir sein.
Frau xxx: Sei jetzt stark, bald komme ich ja. Ich muss jetzt wieder Arbeiten, sei lieb in der Krippe und am Abend bin ich ja bei dir....

Jetzt schreib ich mal, was ich schon öfter erlebt habe:
Im Supermarkt an der Kasse:
Sohn: Ich will Süßigkeiten haben.
Mutter: Nein, zu Hause gibt es gleich Abendessen.
Sohn: Ich will das aber haben. (Fängt an zu heulen und zu schreien, als ob sein Leben daran hinge.)
Mutter: Plärr jetzt nicht rum, es gibt keine Süßigkeiten.

Was für eine hartherzige Mutter, oder? Nein! Ab und zu müssen Kinder auch Grenzen kennen lernen.

Was hätte die Mutter denn machen können, wenn sie zur Krippe gefahren wäre? Ist sie Heilerin?



Zorro hat geschrieben:So oder ähnlich läuft es täglich. Kinder dürfen in diesem Alter die Nestwärme nicht mehr erleben, sie werden bereits als Kleinkinder auf sich alleine gestellt. Die kalte, herzlose Welt greift bereits zu.

Jetzt lass die Kirche mal im Dorf. Es ist ja nicht so, dass die Kinder ausgesetzt werden und sich durch die sibierische Tundra kämpfen müssen.

Die Kinder sind mal für ein paar Stunden in einem anderen sozialen Umfeld und lernen neue Leute kennen, finden Freunde und können mit gleichaltrigen spielen, streiten und ihren eigenen Charakter formen.



Zorro hat geschrieben:Das Kind leidet derzeit in der Krippe und lernt früh: Lass nur niemanden zu nah an dich heran, sonst wirst du enttäuscht, versetzt und alleine gelassen. Denn die Betreuer in der Krippe können Mami nicht ersetzen. Mami oder Papi kümmern sich aber nicht um mich, sondern um andere "wichtige Dinge".

Jetzt mach mal nen Punkt. Dieser eine Sonderfall ist ja nun nicht der Krippenalltag. Und warum können die Betreuer nicht tun, was Mami und Papi können? Manchmal können die sogar mehr, die müssen nämlich regelmäßig Erste Hilfe lernen und haben eine pädagogische Ausbildung. Kinder bekommen kann hingegen jeder.

Und ganz im Gegenteil zu Deiner Behauptung, lernen die Kinder, dass sie nicht nur von Mami und Papi abhängig sind und die Welt nicht untergeht, wenn sie mal nicht bei den Eltern sind. Und sie lernen, dass am Ende die Eltern kommen und sie wieder abholen, weil sie zusammen gehören.



Zorro hat geschrieben:Dass die heutige Jugend immer verwahrloster, gewalttätiger und beziehungsunfähiger wird, verwundert unter diesem Gesichtspunkt nicht mehr. Denn nur wer sich alleine behaupten kann, der überlebt.

Das ist wieder mal typisch agitiert. Du erklärst ein komplexes Problem mit einer einfachen Ursache. Das argumentierst auf dem Niveau von Hexenverbrennern oder Radikalen.

Erstmal müsste man ergründen, ob die Jugend wirklich immer verwahrloster, gewalttätiger und beziehungsunfähiger wird. Oder werden die Sünden der Jugend nur durch die modernen Medien sichtbarer.

Heutzutage gibt es viel Mobbing an Schulen und die Schüler nutzen dafür auch Handys, Videos und das Internet. Aber früher gab es auch Mobbing. Das hat nur keiner mitgeschnitten.

Und wenn die Jugend tatsächlich verwahrloster, gewalttätiger und beziehungsunfähiger als früher ist, müsste man mal gründlich erörtern, welche Ursachen das haben könnte. Gewalt im Fernsehen? Reizüberflutung? Soziale Probleme? Kulturelle Differenzen? Fehlende Auslastung?

Wenn man alleine mal darüber nachdenkt, wie wenig Platz unsere Gesellschaft noch für Kinder hat. Meine Eltern konnten noch vor den Grenzen der Stadt rumstromern. Ich konnte wenigstens noch um die Häuser ziehen. Heutzutage werden die Kinder doch überall weggejagt, weil die Autofahrer Angst um ihren Lack haben und weil die Meckeromas vom Lärm gestört werden und weil Ballspielen überall verboten ist. Das ist ein viel größeres Problem, denn Kinder brauchen Bewegung und müssen sich mal austoben.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Di 21. Jul 2009, 15:15

Lamdil hat geschrieben:Deine Agitation ist schon ziemlich eindeutig und Objektivität ist bei Deinem Beitrag nicht mal im Ansatz vorhanden.


Es verwehrt dir niemand, dich auch sachlich dazu zu äussern und die Behauptung inhaltlich zu widerlegen.


Es ist etwas einseitig, einfach nur Geldgier zu unterstellen, wenn beide Elternteile einer Arbeit nachgehen.


Dann hast du nicht gut genug gelesen. Ich habe nicht "nur" Geldgier unterstellt. Abgesehen davon erhebe ich keinen Anspruch auf eine abschliessende Aufählung. Du darfst gerne noch wichtige Punkte hinzufügen :D

Dort können Kinder mit gleichaltrigen spielen, sie lernen, nicht immer an Muttis Rockzipfel zu hängen.


An Muttis Rockzipfel zu hängen ist mit 1-2 Jahren natürlich schon eine Schande. Da sollten die Kleinen doch schon lange erwachsen sein *Ironie off*

Außerdem gibt es einige Eltern, die einfach mit der Kindererziehung überfordert sind und DAS ist ein echtes Problem für die Kinder.


Da sind wir sicher alle froh, dass nur Eltern mit ihren Kindern überfordert sind und nicht auch Betreuer in Kinderkrippen....

Was ist eigentlich, wenn die Kinder nicht zur Krippe gehen, sondern zur Oma?


Die Oma ist wohl nicht mit Kinderkrippen zu vergleichen. Innerhalb der Familie ist es sicher kein Problem, auch wenn unsere Regierung hierfür auch bereits Einschränkungen plant....


Was für eine hartherzige Mutter, oder? Nein! Ab und zu müssen Kinder auch Grenzen kennen lernen.

Was hätte die Mutter denn machen können, wenn sie zur Krippe gefahren wäre? Ist sie Heilerin?


Natürlich müssen Kinder Grenzen kennen, aber nicht indem man sie in der Krippe deponiert und alleine lässt.
Was die Mütter hätte machen können? Das Kind hat sich den Kopf gestossen und schreit, die Mutter nimmt es in den Arm und beruhigt es. Das Kind hört auf zu schreien. Was dabei vor sich geht haben Studien untersucht.


Jetzt mach mal nen Punkt. Dieser eine Sonderfall ist ja nun nicht der Krippenalltag. Und warum können die Betreuer nicht tun, was Mami und Papi können? Manchmal können die sogar mehr, die müssen nämlich regelmäßig Erste Hilfe lernen und haben eine pädagogische Ausbildung. Kinder bekommen kann hingegen jeder.


Stichwort Nestwärme, google doch mal danach.


Und ganz im Gegenteil zu Deiner Behauptung, lernen die Kinder, dass sie nicht nur von Mami und Papi abhängig sind und die Welt nicht untergeht, wenn sie mal nicht bei den Eltern sind.


Wir reden aber nicht von 10 Jährigen, sondern von Kleinkindern. Die dürfen und können von den Eltern abhängig sein. Alles andere ist ja pervers.


Erstmal müsste man ergründen, ob die Jugend wirklich immer verwahrloster, gewalttätiger und beziehungsunfähiger wird.


Zu einzelnen Punkten gibt es Studien oder Statistiken. Zum Beipiel steht fest, dass die Gewalthemmschwelle bei Jugendlichen massiv gesunken ist. Es steht auch fest, dass nicht die Häufigkeit, aber die Heftigkeit der Delikte bei Jugendlichen zugenommen haben. Den Rest kann man beobachten, so man will.

Und wenn die Jugend tatsächlich verwahrloster, gewalttätiger und beziehungsunfähiger als früher ist, müsste man mal gründlich erörtern, welche Ursachen das haben könnte. Gewalt im Fernsehen? Reizüberflutung? Soziale Probleme? Kulturelle Differenzen? Fehlende Auslastung?


Oder eben: Im Stich gelassen von den eigenen Eltern, dann wenn die Kleinkinder die Mutter am meisten gebraucht hätte?

Heutzutage werden die Kinder doch überall weggejagt, weil die Autofahrer Angst um ihren Lack haben und weil die Meckeromas vom Lärm gestört werden und weil Ballspielen überall verboten ist.


Der erste und einzige Punkt, wo wir uns einig sind.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon sugi » Di 21. Jul 2009, 15:55

Ja Zorro, ich sehe da auch ein grosses Problem auf uns zukommen.............!!!!!

Bin mit dir völlig einig!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Di 21. Jul 2009, 16:52

Zorro hat geschrieben:
Dort können Kinder mit gleichaltrigen spielen, sie lernen, nicht immer an Muttis Rockzipfel zu hängen.


An Muttis Rockzipfel zu hängen ist mit 1-2 Jahren natürlich schon eine Schande. Da sollten die Kleinen doch schon lange erwachsen sein *Ironie off*

Es ist keine Schande, aber es ist auch nicht besser als Kontakte mit anderen zu haben.

Außerdem war das Kind aus Deinem Beispiel mit Sicherheit älter.



Zorro hat geschrieben:Da sind wir sicher alle froh, dass nur Eltern mit ihren Kindern überfordert sind und nicht auch Betreuer in Kinderkrippen....

Dort, wo Krippen und Kindergärten zu reinen Verwahranstalten für Kinder werden, stimme ich Dir zu. Das schadet den Kindern. Aber mein Neffe zum Beispiel ist in einem Kindergarten mit sehr kleinen Gruppen und qualifizierten Fachkräften. Solche Kindergärten tun den Kindern gut.

Vielleicht solltest Du mal anfangen, etwas zu differenzieren und nicht einfach einen Feind aussuchen und ohne Sinn und Verstand draufschlagen und hetzen.

Zorro hat geschrieben:Die Oma ist wohl nicht mit Kinderkrippen zu vergleichen. Innerhalb der Familie ist es sicher kein Problem, auch wenn unsere Regierung hierfür auch bereits Einschränkungen plant....

Sicher ist das nicht das gleiche. Und was ist mit der Tante? Oder Großtante? Oder eine gute Freundin der Familie? Wo ziehst Du die Grenze?



Zorro hat geschrieben:Natürlich müssen Kinder Grenzen kennen, aber nicht indem man sie in der Krippe deponiert und alleine lässt.

Das Kind ist ja nun wahrlich nicht alleingelassen. Da sind die Krippentanten und viele andere Kinder. Allein ist was anderes.



Zorro hat geschrieben:Was die Mütter hätte machen können? Das Kind hat sich den Kopf gestossen und schreit, die Mutter nimmt es in den Arm und beruhigt es. Das Kind hört auf zu schreien. Was dabei vor sich geht haben Studien untersucht.

Och ... den Kopf gestoßen. Wegen so einer Kleinigkeit gehst Du jetzt auf die Barrikaden? In anderen Ländern gibt es Kinder, die verhungern! Die haben Probleme. So ne Beule tut schon nach ein paar Minuten nicht mehr weh. Eh die Mutter angekommen wäre, wär der ganze Spuk sowieso vorbei gewesen.



Zorro hat geschrieben:Stichwort Nestwärme, google doch mal danach.

Ja, Nestwärme ist wichtig und Kinder sollten schon ein gewisses Alter haben, bevor sie in die Krippe kommen. Aber es ist ja nun nicht so, dass die Kinder direkt aus dem Kreißsaal in die Krippe kommen.

Und die Nestwärme erleben sie ja dann auch, wenn sie wieder nach Hause kommen.



Zorro hat geschrieben:Wir reden aber nicht von 10 Jährigen, sondern von Kleinkindern. Die dürfen und können von den Eltern abhängig sein. Alles andere ist ja pervers.

Nein, pervers ist was anderes:
Perversion, (lat. perversio „die Verdrehung, die Umkehrung“) bezeichnet eine stark bis sehr stark den vorherrschenden Moralvorstellungen, häufig im Bereich des Trieb- und Sexualverhaltens, entgegenwirkende Tat. (Wikipedia)


Wenn ein Kind 2 Jahre alt ist, verkraftet es sehr gut, auch mal ein paar Stunden ohne Mammi auszukommen.



Zorro hat geschrieben:Oder eben: Im Stich gelassen von den eigenen Eltern, dann wenn die Kleinkinder die Mutter am meisten gebraucht hätte?

Im Stich gelassen? Die Kinder werden ja nicht an der Autobahnraststätte ausgesetzt, sondern in betreute Obhut gegeben. Da gab es in früheren Zeiten viel schlimmere Schicksale, wenn schon die kleinen Kinder zum Einkommen beitragen mussten oder Verwaisten und sich keiner um sie kümmerte. Denk nur mal hundert Jahre zurück, dort siehst Du keine heile Welt. Trotzdem hat sich angeblich das Verhalten der Menschen verändert. Das liegt sicherlich nicht daran, dass Kinder für ein paar Stunden in die Krippe gehen.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon valdes » Di 21. Jul 2009, 17:11

ich glaube kaum, dass sich das erlernen sozialer interaktion in einer krippe negativ auf die gewaltbereitschaft in späteren jahren auswirkt.

wenn du, zorro, das gefühl hast, dass das leben von eltern ab dem zeitpunkt der geburt nur um die kinder gehen sollte und ihre eigenen bedürfnisse und träume irrelevant werden, ist das deine sache. wenn du eine partnerin hast, die das ähnlich sieht, wünsch ich euch nur das beste für eure familie. ich für mich bin nicht bereit, mich in diesem familienbild der 1950er jahre (ja, in allen zeiten vorher, hatte das kinderkriegen wenig einfluss auf die erwerbstätigkeit der eltern) unterzuordnen. scheinbar bin ich da auch nicht der einzige. warum kann nicht jeder und jede nach einer eigenen fasson glücklich werden?
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Re: Moderne Familien

Beitragvon blakki » Di 21. Jul 2009, 17:56

Zorro hat geschrieben:[ie Oma ist wohl nicht mit Kinderkrippen zu vergleichen. Innerhalb der Familie ist es sicher kein Problem, auch wenn unsere Regierung hierfür auch bereits Einschränkungen plant....


Könnest du das bitte näher erläutern? Was plant die Regierung?

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Re: Moderne Familien

Beitragvon valdes » Di 21. Jul 2009, 22:49

blakki hat geschrieben:Könnest du das bitte näher erläutern? Was plant die Regierung?

blakki


dass leute, die ein kind mehr als 20 stunden pro woche fremdbetreuen, einen kurs ablegen müssen. davon ausgenommen sind grosseltern des kindes.
die öffentliche diskussion läuft jetzt über tanten, die sich zwei tage pro woche um ein kind kümmern (frage mich, wie oft das wohl vorkommt und was daran besser ist, als an den pösen krippen) und um au pair mädchen. gedacht war das ganze vor allem für gewerbsmässig tätige tagesmütter.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Le Chef » Mi 22. Jul 2009, 07:29

valdes hat geschrieben:
blakki hat geschrieben:Könnest du das bitte näher erläutern? Was plant die Regierung?

blakki


dass leute, die ein kind mehr als 20 stunden pro woche fremdbetreuen, einen kurs ablegen müssen. davon ausgenommen sind grosseltern des kindes.
die öffentliche diskussion läuft jetzt über tanten, die sich zwei tage pro woche um ein kind kümmern (frage mich, wie oft das wohl vorkommt und was daran besser ist, als an den pösen krippen) und um au pair mädchen. gedacht war das ganze vor allem für gewerbsmässig tätige tagesmütter.


Le Chef meint:

Mich nimmt ja mal Wunder, wie die immer auf so abstruse Ideen kommen, anstelle sich mal um wirklich wichtige Dinge zu kümmern. Ich hab immer mehr den Eindruck, dass im Bundesrat ausschliesslich Schwachköpfe hocken.
Ihr denunziert
Ihr seid schlecht informiert
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Re: Moderne Familien

Beitragvon valdes » Mi 22. Jul 2009, 08:16

bei den tagesmüttern und pflegeeltern kann ich ja noch verstehen, dass es ein interesse gibt, die qualität der betreuung sicherzustellen. die geplante verordnung schiesst allerdings über das ziel hinaus und wird wohl noch korrigiert werden.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 08:44

Lamdil hat geschrieben:Och ... den Kopf gestoßen. Wegen so einer Kleinigkeit gehst Du jetzt auf die Barrikaden? In anderen Ländern gibt es Kinder, die verhungern! Die haben Probleme. So ne Beule tut schon nach ein paar Minuten nicht mehr weh. Eh die Mutter angekommen wäre, wär der ganze Spuk sowieso vorbei gewesen.


Nein, im konkreten Beispiel ging es nicht um den Kopf stossen. Dies war eine Verbildlichung, damit du verstehst, was eine Mutter bewirken kann. Das Kleinkind braucht die Mutter dann, wenn es ihm schlecht geht, wenn etwas passiert. Sobald die Mutter regelmässig arbeiten geht, ist das nicht mehr sichergestellt und das Kind kann in der Krippe die Nestwärme nicht erleben und sich demzufolge nicht gleich entwickeln. Diese negativen Erfahrungen brennen sich tief ein. Jemand der diese Nestwärme nicht erleben durfte, kann das gar nicht verstehen.

Ja, Nestwärme ist wichtig und Kinder sollten schon ein gewisses Alter haben, bevor sie in die Krippe kommen. Aber es ist ja nun nicht so, dass die Kinder direkt aus dem Kreißsaal in die Krippe kommen.


Doch, das ist in vielen Fällen so. Ich weiss aus erster Hand Bescheid.

Und die Nestwärme erleben sie ja dann auch, wenn sie wieder nach Hause kommen.


Das nützt dem Kleinkind rein gar nichts. Es geht ihm um 09:27 Uhr schlecht und nicht um 18:14 Uhr.... in der ganzen Zeit dazwischen fühlt es sich verlassen. Kennst du das Phänomen "Fremdeln"? Das tritt bei Kleinkindern ab dem 8., 9. Monat auf, unabhängig davon, ob sie an Besuch und andere Menschen gewähnt sind oder nicht. Gehe mal morgens zu einer Krippe und beobachte, wie die Eltern ihre Kleinkinder deponieren und vor allem wie die Kinder reagieren. Da vernimmst du sehr viel Kindergeschrei und emotionale Ausnahmesituationen. Auch das weiss ich aus erster Hand. Aber heute spielt das ja keine Rolle mehr, Hauptsache Mama/Papa kann sich verwirklichen, auch auf Kosten des eigenen Fleisch und Blutes.


Wenn ein Kind 2 Jahre alt ist, verkraftet es sehr gut, auch mal ein paar Stunden ohne Mammi auszukommen.

Ja, auch ein mal ein paar Stunden. Davon spreche ich aber nicht, sondern von dem regelmässigen Deponieren der Kleinkinder.


Im Stich gelassen? Die Kinder werden ja nicht an der Autobahnraststätte ausgesetzt, sondern in betreute Obhut gegeben.


Du suggerierst damit schon wieder, dass die Beutreung der Krippe gleichwertig mit derjenigen der Mutter sei. Das ist nicht der Fall.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 08:49

valdes hat geschrieben: wenn du, zorro, das gefühl hast, dass das leben von eltern ab dem zeitpunkt der geburt nur um die kinder gehen sollte und ihre eigenen bedürfnisse und träume irrelevant werden, ist das deine sache. wenn du eine partnerin hast, die das ähnlich sieht, wünsch ich euch nur das beste für eure familie. ich für mich bin nicht bereit, mich in diesem familienbild der 1950er jahre (ja, in allen zeiten vorher, hatte das kinderkriegen wenig einfluss auf die erwerbstätigkeit der eltern) unterzuordnen. scheinbar bin ich da auch nicht der einzige. warum kann nicht jeder und jede nach einer eigenen fasson glücklich werden?


Die Bedürfnisse und Träume der Eltern müssen dem Kindeswohl untergeordnet werden. Alles andere ist egoistisch und unmenschlich. Ich frage mich bei manchen Menschen wirklich, ob das Kind auch zu dem Répertoire der Luxusartikel und Leistungsauszeichnungen gehört und nicht zur Verantwortung und Pflicht für das Wohl des Kindes.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 08:52

valdes hat geschrieben: die öffentliche diskussion läuft jetzt über tanten, die sich zwei tage pro woche um ein kind kümmern (frage mich, wie oft das wohl vorkommt und was daran besser ist, als an den pösen krippen)


Diese Frage ist einfach zu beantworten. Welche Motivation steckt in der Betreuung einer Krippenangestellten, welche bei einer Tante oder einem sonstigen Familienmitglied? Für die Krippenangestellte ist es ein Job wie jeder andere auch, sie macht ihn so gut sie kann, aber eine Bindung wie bei einem Familienmitglied kann es gar nicht geben. Und natürlich gehe ich hier vom Idealfall aus, da gibt es auch andere schlechte Besipiele; die gibt es aber bei den Krippen auch.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 08:54

Le Chef hat geschrieben: Le Chef meint:

Mich nimmt ja mal Wunder, wie die immer auf so abstruse Ideen kommen, anstelle sich mal um wirklich wichtige Dinge zu kümmern. Ich hab immer mehr den Eindruck, dass im Bundesrat ausschliesslich Schwachköpfe hocken.


So ist es. Und vor allem haben wir alle keine Wirtschaftskrise zu bewältigen und dergleichen. Da kümmert man sich schon besser um solche Fragen wie: Soll die Tante gezwungen werden einen Kurs zu absolvieren, bevor sie ihre Nichte, ihren Neffen betreuen darf? Absurd.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon blakki » Mi 22. Jul 2009, 09:08

Le Chef hat geschrieben:
valdes hat geschrieben:
blakki hat geschrieben:Könnest du das bitte näher erläutern? Was plant die Regierung?

blakki


dass leute, die ein kind mehr als 20 stunden pro woche fremdbetreuen, einen kurs ablegen müssen. davon ausgenommen sind grosseltern des kindes.
die öffentliche diskussion läuft jetzt über tanten, die sich zwei tage pro woche um ein kind kümmern (frage mich, wie oft das wohl vorkommt und was daran besser ist, als an den pösen krippen) und um au pair mädchen. gedacht war das ganze vor allem für gewerbsmässig tätige tagesmütter.


Le Chef meint:

Mich nimmt ja mal Wunder, wie die immer auf so abstruse Ideen kommen, anstelle sich mal um wirklich wichtige Dinge zu kümmern. Ich hab immer mehr den Eindruck, dass im Bundesrat ausschliesslich Schwachköpfe hocken.


Wäre das Ganze in Deutschland, würde ich sagen, das ist mal wieder ein Plan, die Bürger breitflächig abzukassieren. :x
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 10:13

Zorro hat geschrieben:Diese negativen Erfahrungen brennen sich tief ein. Jemand der diese Nestwärme nicht erleben durfte, kann das gar nicht verstehen.

Ich selbst war auch noch recht klein, als ich in die Krippe kam. Vielleicht fehlt mir da wirklich die Erfahrung, wie es ist, bis zur Einschulung behuddelt zu werden. Aber aus mir ist trotzdem kein Monster geworden.

Dir hingegen fehlt offensichtlich die Erfahrung, wie es ist in die Krippe oder in den Kindergarten zu gehen. Obwohl ich damals noch sehr klein war, habe ich noch einige sehr lebendige und schöne Erinnerungen daran.



Zorro hat geschrieben:
Ja, Nestwärme ist wichtig und Kinder sollten schon ein gewisses Alter haben, bevor sie in die Krippe kommen. Aber es ist ja nun nicht so, dass die Kinder direkt aus dem Kreißsaal in die Krippe kommen.


Doch, das ist in vielen Fällen so. Ich weiss aus erster Hand Bescheid.

Das glaube ich Dir nicht. Beweise mir einen Fall, indem das Kind aus dem Kreißsaal in die Krippe kommt! Nur einen!



Zorro hat geschrieben:Gehe mal morgens zu einer Krippe und beobachte, wie die Eltern ihre Kleinkinder editiert und vor allem wie die Kinder reagieren. Da vernimmst du sehr viel Kindergeschrei und emotionale Ausnahmesituationen.


Geh mal in den Supermarkt, wenn das Kind nicht die Süßigkeiten bekommt, die es will. Da erlebst Du auch emotionale Ausnahmesituationen.

Ich hatte manchmal auch Tage, an denen ich nicht in den Kindergarten wollte. Und ich habe manchmal auch rumgememmt. Aber insgesamt überwiegt das positive. Die Freundschaften, die Möglichkeit mit anderen zusammen zu spielen, die Ausflüge und so weiter. Manchmal, wenn meine Mutter kam, um mich abzuholen, wollte ich gar nicht mitgehen, weil ich grad mitten im Spiel war. Dann kam sie eine halbe Stunde später noch mal vorbei.



editiert

editiert

Aber zum Glück wirst Du daran nichts ändern können, dass es Kinderbetreuung gibt.

Ich finde sogar, dass es noch mehr Kinderbetreuung geben sollte. Man sollte einen Vorschultest machen, wie weit die Kinder entwickelt sind. Wenn sie Entwicklungsdefizite aufweisen, sollte man sie schon ein Jahr vor der Einschulung zur Vorschule gehen lassen, damit sie zur Einschulung genauso gut mit den Herausforderungen der Schule zurecht kommen wie die anderen.

Wenn die Eltern ihr Kind selbst gut genug vorbereiten, kann die Vorschule obligatorisch bleiben.

Aber bevor Du blau anläufst und einen Weinkrampf bekommst: Auch meine Vision wird sicher nicht wirklich werden, denn das würde viel Geld kosten, das der Staat für die Kinder nicht hat. Kinder sind ja keine Autos oder Banken, für die man Milliarden verschleudern kann.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 10:16

Zorro hat geschrieben:Diese Frage ist einfach zu beantworten. Welche Motivation steckt in der Betreuung einer Krippenangestellten, welche bei einer Tante oder einem sonstigen Familienmitglied? Für die Krippenangestellte ist es ein Job wie jeder andere auch, sie macht ihn so gut sie kann, aber eine Bindung wie bei einem Familienmitglied kann es gar nicht geben. Und natürlich gehe ich hier vom Idealfall aus, da gibt es auch andere schlechte Besipiele; die gibt es aber bei den Krippen auch.

Der übliche Fall bei der Kinderbetreuung ist aber auch, dass die Betreuer die Kinder lieben. Vielleicht nicht wie ein Familienmitglied, aber sie haben zu jedem einzelnen Kind einen ganz persönlichen und engen Kontakt.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 10:34

Lamdil hat geschrieben:editiert


editiert

Das glaube ich Dir nicht. Beweise mir einen Fall, indem das Kind aus dem Kreißsaal in die Krippe kommt! Nur einen!


:roll: dass du das nun wörtlich nimmst war ja klar... natürlich ziehen die Mütter zuerst noch ihre staatlich garantierten und bezahlten 14 Wochen ein. Danach sieht es anders aus, aus eigener Erfahrung.

Geh mal in den Supermarkt, wenn das Kind nicht die Süßigkeiten bekommt, die es will. Da erlebst Du auch emotionale Ausnahmesituationen.


editiert Dem Kind, das einen Kaugummi will und diesen nicht bekommt, dem fehlt es nicht an Nestwärme. Das Kind, dem es in der Krippe schlecht geht und die Mutter nicht da ist und auch nicht kommt, dort fehlt es an Nestwärme mit entsprechenden Konsequenzen. Diese beiden Beispiele lassen sich nicht vergleichen.

editiert


Quatsch! Aber die Krippe kann die mütterliche Betreuung nicht ersetzen. Das ist gar nicht möglich.
editiert

editiert Auch meine Vision wird sicher nicht wirklich werden, denn das würde viel Geld kosten, das der Staat für die Kinder nicht hat. Kinder sind ja keine Autos oder Banken, für die man Milliarden verschleudern kann.

editiert Die Tendenzen gehen klar in diese Richtung.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 10:44

Lamdil hat geschrieben: Der übliche Fall bei der Kinderbetreuung ist aber auch, dass die Betreuer die Kinder lieben. Vielleicht nicht wie ein Familienmitglied, aber sie haben zu jedem einzelnen Kind einen ganz persönlichen und engen Kontakt.


editiert
Natürlich gibt es Betreuer, welche die Kinder lieb haben. Aber auch das wieder mit der Mutterliebe zu vergleichen, ist sowas von unangebracht. Denn das ist die Frage: Kann die Betreuerin der Krippe die Nestwärme der Mutter im "Notfall" ersetzen? Du antwortest, auch Betreuer haben Kinder lieb. Ja, aber das zeigt mir, dass du den Begriff Nestwärme noch nicht verstanden hast. Ich zitiere die Definition einmal hier aus Wikipedia:

Nestwärme bezeichnet im biologischen Kontext eine Mindesttemperatur, die in einem Nest herrschen muss, damit sich das Gelege entwickeln und reifen kann....
Nestwärme ist vor allem bei Säuglingen und Kindern für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung wichtig, damit es nicht zur Vernachlässigung und deren Folgeerscheinungen kommt: z. B. Hospitalismus, mangelnde Hör- und Blickkontakte, Verzögerung der Sprachentwicklung, aggressives Verhalten, psychosomatische Erkrankungen, Schulversagen.


Und jetzt vergleiche diese Symptome mit den aktuellen Jugendlichen, die verhaltensauffällig geworden sind.

Zusätzlich sind Krippen chronisch unterdotiert, das heisst Betreuer haben grosse Gruppen zu betreuen und können gar nicht auf alle und jeden eingehen wie es der Fall sein sollte. Und nein, das ist kein Pamphlet für zusätzliche Fördergelder sondern für Eigenverantwortung und Pflichten der Eltern.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon blakki » Mi 22. Jul 2009, 12:28

Zorro hat geschrieben:Zusätzlich sind Krippen chronisch unterdotiert, das heisst Betreuer haben grosse Gruppen zu betreuen und können gar nicht auf alle und jeden eingehen wie es der Fall sein sollte. Und nein, das ist kein Pamphlet für zusätzliche Fördergelder sondern für Eigenverantwortung und Pflichten der Eltern.
ZORRO


Wenn Eltern vorhandene Krippenangebote und ähnliches nutzen, ist das ihr gutes Recht. Da die Krippenbetreuung nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben ist, steht die Krippennutzung in der freien Entscheidung der Eltern.

Was das allerdings mit fehlender Eigenverantwortung zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht, ebenso sehe ich hier keine Pflichtverletzung der Eltern und das Ganze einfach auf die finanziellen Erwerbswünsche der Eltern abzustellen ist unredlich.

Und dass die Kinder dadurch später verhaltensauffällig sein sollen, ist definitiv nicht belegbar.

In der früheren DDR war die Krippenbetreuung flächendeckend gegeben und wurde auch entsprechend genutzt, demnach müssten fast alle früheren Bürger der DDR heute verhaltensauffällig sein. :tongue:
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Re: Moderne Familien

Beitragvon blakki » Mi 22. Jul 2009, 12:28

Noch was lieber Zorro.

Hast du selbst Kinder?

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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 13:00

Zorro hat geschrieben: :roll: dass du das nun wörtlich nimmst war ja klar... natürlich ziehen die Mütter zuerst noch ihre staatlich garantierten und bezahlten 14 Wochen ein. Danach sieht es anders aus, aus eigener Erfahrung.

Ich bin durchaus auch der Meinung, dass die Kinder schon ein gewisses Alter haben sollte, bevor sie in Tagesstätten betreut werden. Aber ich bin dagegen, dass die Kinderbetreuung allgemein verteufel wird.

editiert

Zorro hat geschrieben:Du verstehst nicht, was der Begriff Nestwärme bedeutet. Dem Kind, das einen Kaugummi will und diesen nicht bekommt, dem fehlt es nicht an Nestwärme. Das Kind, dem es in der Krippe schlecht geht und die Mutter nicht da ist und auch nicht kommt, dort fehlt es an Nestwärme mit entsprechenden Konsequenzen. Diese beiden Beispiele lassen sich nicht vergleichen.

Ich weiß sehr wohl, was Nestwärme bedeutet und ich weiß, dass sie wichtig ist. Es ist schlimm, wenn Kinder das Gefühl bekommen, dass sie an letzter Stelle stehen. Aber das Kind muss auch irgendwann merken, dass sich nicht die ganze Welt nur um das Kind dreht. Das ist aber eigentlich gar nicht der Dreh- und Angelpunkt dieser Diskussion.



editiert Lass mich mal ein paar Sachen klar stellen:

  • Es ist nicht richtig, wenn die Kinder schon im Alter von wenigen Monaten in die Betreuung gegeben werden.
  • Es ist nicht richtig, wenn die Kinder morgens in die Betreuung gegeben werden und erst spät abends nach Hause kommen, wo sie nur noch abendessen und schlafen gehen.
  • Es ist nicht richtig, wenn die Kindertagesstätten nur Verwahrungsanstalten sind. In den Kindertagesstätten müssen die Kinder aufmerksam betreut und in ihrer Entwicklung gefördert werden. Sie brauchen Aufmerksamkeit und Liebe. Kindertagesstätten, wo das nicht möglich ist, sollte man aus dem Verkehr ziehen.



Zorro hat geschrieben:
Lamdil hat geschrieben: Der übliche Fall bei der Kinderbetreuung ist aber auch, dass die Betreuer die Kinder lieben. Vielleicht nicht wie ein Familienmitglied, aber sie haben zu jedem einzelnen Kind einen ganz persönlichen und engen Kontakt.


editiert

editiert

editiert Ich kenne solche Kindertagesstätten. Ich war selber in Kinderkrippe und Kindergarten, weil meine Mutter arbeiten musste und gar nicht die Wahl hatte, ob sie zu Hause bleibt. Wäre es nach ihr gegangen, wäre sie liebend gern noch ein paar Monate länger zu Hause geblieben. Aber ich war gerne im Kindergarten, wenn auch nicht immer und ich hatte auch nicht zu wenig Nestwärme.

Mein Neffe ist jetzt auch im Kindergarten und auch er geht gerne dahin. Er ist von morgens bis mittags da und nachmittags zu Hause. Die Gruppen sind recht klein, die Betreuerinnen nett und er hat auch Freunde dort. Nachdem er ein paar Tage krank zu Hause bleiben musste, hat er sich schon richtig auf den Kindergarten gefreut.

Ja, das ist vielleicht romantisch aber DAS ist die Realität. Leider nicht überall.

editiert

Und die ganze Nestwärme nützt auch nichts, wenn die Kinder vor dem Fernseher geparkt werden, während die Mutter im Internet surft oder telefoniert oder sogar aus dem Haus geht und die Kinder unbeaufsichtigt lässt. Auch solche Fälle gibt es und diese Kinder haben dann mehr Defizite und Störungen als solche, die in Kindertagesstätten waren.



Wir können gerne darüber diskutieren, dass es einige Missstände im Bereich der Kinderbetreuung gibt. Und wir können uns auch gerne darüber verständigen, dass einige Eltern ihre Kinder vernachlässigen. Aber dabei müssen wir die Augen in alle Richtung schweifen lassen und dann muss man auch erkennen können, dass es sehr fürsorgliche Eltern gibt, die ihre Kinder betreuen lassen und dass es Rabeneltern gibt, die mit den Kindern zu Hause sind.editiert
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 13:34

blakki hat geschrieben:Was das allerdings mit fehlender Eigenverantwortung zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht, ebenso sehe ich hier keine Pflichtverletzung der Eltern und das Ganze einfach auf die finanziellen Erwerbswünsche der Eltern abzustellen ist unredlich.


Fehlende Eigenverantwortung ist, wenn man die Erziehung und Betreuung seiner eigenen Kinder staatlich geförderter Krippen überlässt. Dass dies nun auch steuerlich noch begünstigt werden soll, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Väter und Mütter, die auf Vieles verzichten, damit ihre Kinder in den entscheidenden Jahren auch wirklich von den Eltern betreut werden und die Nestwärme erhalten, die sie verdient haben.
Welche sonstigen Motive noch für die Deponierung in Krippen vorhanden sein können, darfst du aber gerne noch erwähnen. Ich habe keinen Anspruch auf eine abschliessende Aufzählung erhoben. Das Motiv der finanziellen Wünsche ist eines, das man beobachten kann.


Und dass die Kinder dadurch später verhaltensauffällig sein sollen, ist definitiv nicht belegbar.
In der früheren DDR war die Krippenbetreuung flächendeckend gegeben und wurde auch entsprechend genutzt, demnach müssten fast alle früheren Bürger der DDR heute verhaltensauffällig sein. :tongue:


http://www.familyfair.de/betreuung/kindertagesstatte/krippenkinder-aus-der-ddr/

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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 13:58

Lamdil hat geschrieben: Aber ich bin dagegen, dass die Kinderbetreuung allgemein verteufel wird.


Dagegen bin ich auch. Die Diskussion sollte in erster Linie über die Bedürfnisse der Kleinkinder geführt werden und nicht über die Bedürfnisse der Erwachsenen.


Ich weiß sehr wohl, was Nestwärme bedeutet und ich weiß, dass sie wichtig ist. Es ist schlimm, wenn Kinder das Gefühl bekommen, dass sie an letzter Stelle stehen. Aber das Kind muss auch irgendwann merken, dass sich nicht die ganze Welt nur um das Kind dreht. Das ist aber eigentlich gar nicht der Dreh- und Angelpunkt dieser Diskussion.


Doch, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn genau diese Nestwärme, diese Geborgenheit kann in einer Krippe nie in dem Masse gegeben werden, wie bei einer Mutter. Das Kind wählt sich die Zeiten, in denen es ihm schlecht geht, nicht selber aus.


  • Es ist nicht richtig, wenn die Kinder schon im Alter von wenigen Monaten in die Betreuung gegeben werden.
  • Es ist nicht richtig, wenn die Kinder morgens in die Betreuung gegeben werden und erst spät abends nach Hause kommen, wo sie nur noch abendessen und schlafen gehen.
  • Es ist nicht richtig, wenn die Kindertagesstätten nur Verwahrungsanstalten sind. In den Kindertagesstätten müssen die Kinder aufmerksam betreut und in ihrer Entwicklung gefördert werden. Sie brauchen Aufmerksamkeit und Liebe. Kindertagesstätten, wo das nicht möglich ist, sollte man aus dem Verkehr ziehen.


Das finde ich doch mal ein guter Ansatz, wenn auch nicht abschliessend. Bravo :!:

Genau mit dieser dämlichen und hochnäsigen Ironie sabotierst Du hier die ganze Diskussion.


Ich gebe es zu, ich liebe Ironie. Und auf gewisse Antworten kann man nur ironisch entgegnen. Dein Hinweis auf die Liebe der Betreuer war so ein Paradebeispiel. Denn kein Betreuer kann dem Kind das geben, was eine Mutter dem Kind geben kann.

Mein Neffe ist jetzt auch im Kindergarten und auch er geht gerne dahin. Er ist von morgens bis mittags da und nachmittags zu Hause. Die Gruppen sind recht klein, die Betreuerinnen nett und er hat auch Freunde dort. Nachdem er ein paar Tage krank zu Hause bleiben musste, hat er sich schon richtig auf den Kindergarten gefreut.


Kann es sein, dass wir nicht dasselbe Wort benutzen? Ich spreche von Krippen und nicht von Kindergärten.

Aber Deine dumme Hetze gegen berufstätige Eltern, gegen Kinderbetreuung und eigentlich auch gegen Kinder, die in Kindertagesstätten sind/waren beleidigt alle, bei denen es so gut funktioniert.


Eben, zu persönlichen Angriffen nehme ich immer noch keine Stellung und werde das auch weiterhin nicht tun.

Und die ganze Nestwärme nützt auch nichts, wenn die Kinder vor dem Fernseher geparkt werden, während die Mutter im Internet surft oder telefoniert oder sogar aus dem Haus geht und die Kinder unbeaufsichtigt lässt. Auch solche Fälle gibt es und diese Kinder haben dann mehr Defizite und Störungen als solche, die in Kindertagesstätten waren.


Auch das hatten wir schon. Diese Fälle gibt es, genau so wie diese:
http://www.kath.net/detail.php?id=23400

„Unsere Krippen sind oft miserabel bis an die Grenzen der seelischen Misshandlung“, sagte Bergmann in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea


Wenn Du Dich dafür blind stellst, dann wird hier keine vernünftige Diskussion zu stande kommen. Wenn Du nicht bereit bist, Deine einseitige und damit falsche Ansicht zu relativieren, kann ich es auch nicht ändern. Aber erwarte nicht, dass Du hier solch einen Unsinn schreiben kannst und der dann von allen abgenickt wird.


Auch hier wiederhole ich mich. Es geht mir um das Kindswohl, ob dies nun bei Eltern betreut wird oder in Krippen. Das Thema hier habe ich mit den Krippen bewusst so gewählt. Du darfst ja ein neues Thema eröffnen über Kinder, die von den Eltern vernachlässigt werden.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon sugi » Mi 22. Jul 2009, 14:56

Lamdil hat geschrieben:
Zorro hat geschrieben:Diese negativen Erfahrungen brennen sich tief ein. Jemand der diese Nestwärme nicht erleben durfte, kann das gar nicht verstehen.

Ich selbst war auch noch recht klein, als ich in die Krippe kam. Vielleicht fehlt mir da wirklich die Erfahrung, wie es ist, bis zur Einschulung behuddelt zu werden. Aber aus mir ist trotzdem kein Monster geworden.


Ich war auch früh in der Krippe und im Hort..bin auch kein Monster..

Und ich denke mit Sicherheit, dass sagt Zorro auch nicht!
Diese "Nestwärme", muss auch nicht zwingend in Familien vorkommen, bei der die Mutter immer zu Hause ist..!!

Aber es ist denoch zu einem Problem geworden.............
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Mi 22. Jul 2009, 15:16

sugi hat geschrieben: Ich war auch früh in der Krippe und im Hort..bin auch kein Monster..


Das kann ich bestätigen ;)


Und ich denke mit Sicherheit, dass sagt Zorro auch nicht!


Es wäre ziemlich schwierig, zu beweisen, dass alle, die jemals in Krippen waren, zu Monstern degeneriert seien :tongue:


Aber es ist denoch zu einem Problem geworden.............


Das ist es in der Tat. Nur wenn man dieser Ursache nicht in die Augen schaut, so wird man dessen Symptome auch nie erfolgreich bekämpfen können. Die verwahrloste Wohlstandsgesellschaft ist Realität. Dazu tragen nicht nur die Fremdbetreuungen und fehlende Nestwärme bei, aber auch.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon sugi » Mi 22. Jul 2009, 15:38

Zorro hat geschrieben:
sugi hat geschrieben: Ich war auch früh in der Krippe und im Hort..bin auch kein Monster..


Das kann ich bestätigen ;)


Und ich denke mit Sicherheit, dass sagt Zorro auch nicht!


Es wäre ziemlich schwierig, zu beweisen, dass alle, die jemals in Krippen waren, zu Monstern degeneriert seien :tongue:


Aber es ist denoch zu einem Problem geworden.............


Das ist es in der Tat. Nur wenn man dieser Ursache nicht in die Augen schaut, so wird man dessen Symptome auch nie erfolgreich bekämpfen können. Die verwahrloste Wohlstandsgesellschaft ist Realität. Dazu tragen nicht nur die Fremdbetreuungen und fehlende Nestwärme bei, aber auch.
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Ich weiss Zorro, so schetze ich dich ein, dass du ein grosses Herz hast, was die Kinder betrifft..!
Du willst was dagegen unternehmen..!!

Bei mir ist es so: Habe eigentlich die Hoffnung aufgegeben..!!
Ganz krass gesagt! Es wird nicht mehr den Rank kriegen..und wer sagt, dass es jemals "gut" war..?!?!

Der Zeitgeist herrscht..und da weht ein anderer Wind!

In welcher Zeit befinden wir uns? Es ist sehr nah am Ziel..

Wobei, wenn man jetzt dagegen ankämpfen sollte, dann hätte ich natürlich schon eine Liste,

Wo wollen wir anfangen?

Apropo anfangen: Immer zuerst vor seiner eigener Haustüre......
Jeder ist gefragt, und jeder zählt..!



Nein, ich möchte jetzt nicht mit einem "aber" aufhören......... :D
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Re: Moderne Familien

Beitragvon blakki » Mi 22. Jul 2009, 19:28

Zorro hat geschrieben:
blakki hat geschrieben:Was das allerdings mit fehlender Eigenverantwortung zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht, ebenso sehe ich hier keine Pflichtverletzung der Eltern und das Ganze einfach auf die finanziellen Erwerbswünsche der Eltern abzustellen ist unredlich.


Fehlende Eigenverantwortung ist, wenn man die Erziehung und Betreuung seiner eigenen Kinder staatlich geförderter Krippen überlässt.


Das ist deine Meinung und die sei dir gegönnt, damit stehts du aber ziemlich allein[/quote]

Dass dies nun auch steuerlich noch begünstigt werden soll, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Väter und Mütter, die auf Vieles verzichten, damit ihre Kinder in den entscheidenden Jahren auch wirklich von den Eltern betreut werden und die Nestwärme erhalten, die sie verdient haben.
Welche sonstigen Motive noch für die Deponierung in Krippen vorhanden sein können, darfst du aber gerne noch erwähnen. Ich habe keinen Anspruch auf eine abschliessende Aufzählung erhoben. Das Motiv der finanziellen Wünsche ist eines, das man beobachten kann.

Und dass die Kinder dadurch später verhaltensauffällig sein sollen, ist definitiv nicht belegbar.
In der früheren DDR war die Krippenbetreuung flächendeckend gegeben und wurde auch entsprechend genutzt, demnach müssten fast alle früheren Bürger der DDR heute verhaltensauffällig sein. :tongue:


http://www.familyfair.de/betreuung/kindertagesstatte/krippenkinder-aus-der-ddr/

Da gibt es auch Studien :baby:
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Family Fair ist laut g**gle ein Projekt vom Familie Direkt eV. und scheint ein recht konservativer Verein zu sein, getragen von so genannten Lebensrechtgruppen und der Deutschen Evangelischen Allianz.

So ganz unabhängig und obejektiv scheint diese Studie wohl nicht zu sein. Für mich riecht das nach dem alten Motto "Frauen gehören in die Küche und an in den Beruf"
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 22:59

Zorro hat geschrieben:Fehlende Eigenverantwortung ist, wenn man die Erziehung und Betreuung seiner eigenen Kinder staatlich geförderter Krippen überlässt.

Wenn die Kindertagesstätten qualifiziert sind, dann ist das alles anderes als unverantwortlich!




Zorro hat geschrieben:Dass dies nun auch steuerlich noch begünstigt werden soll, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Väter und Mütter, die auf Vieles verzichten, damit ihre Kinder in den entscheidenden Jahren auch wirklich von den Eltern betreut werden und die Nestwärme erhalten, die sie verdient haben.

Ja, ja, Nestwärme kann ja alles heilen: Beulen, Krebs und schlechte Noten. :roll: Deine Vorstellung von Nestwärme ist nichts anderes als ein Phantom. Natürlich ist Nestwärme wichtig, aber es gibt noch hundert ander Faktoren! Die blendest Du einfach aus.

Bild



editiert da es nicht da es auf die Person abspielt.


Und dass die Kinder dadurch später verhaltensauffällig sein sollen, ist definitiv nicht belegbar.
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http://www.familyfair.de/betreuung/kindertagesstatte/krippenkinder-aus-der-ddr/

Da gibt es auch Studien

Diese Studie ist nicht objektiv und damit wissenschaftlich minderwertig. Allein Sätze wie: "Uns schmerzten zum Beispiel besonders die Bemerkungen "Es war halt so", oder "Das haben doch alle so gemacht", "da war doch nichts dabei" . (Also) wenn das nicht nur die Eltern zu ihren Kindern sagten, sondern wenn die Interviewten das über sich selbst auch sagten."

Ja, es war auch nichts dabei! Es wurde wahrscheinlich erwartet, dass die Interviewten dies als besonders schlimm betrachteten. Als diese Erwartung nicht erfüllt wurde, hat man die eigenen Ansichten über die eruierte Erkenntnis gestellt und die Interviewten abgewertet. Das ist nach wissenschaftlichen Maßstäben primitiv und haltlos.
Zuletzt geändert von Lamdil am Mi 22. Jul 2009, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 23:13

Zorro hat geschrieben:Die Diskussion sollte in erster Linie über die Bedürfnisse der Kleinkinder geführt werden und nicht über die Bedürfnisse der Erwachsenen.

Ja, das ist richtig, aber man sollte auch objektiv sein, was wirklich im Interesse der Kinder ist und was nur im Interesse ist, das eigene Weltverständnis vor der Wahrheit zu schützen.



Zorro hat geschrieben:Doch, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn genau diese Nestwärme, diese Geborgenheit kann in einer Krippe nie in dem Masse gegeben werden, wie bei einer Mutter. Das Kind wählt sich die Zeiten, in denen es ihm schlecht geht, nicht selber aus.

Das kommt auf die Krippe an und es kommt auf die Mutter an. Und wenn es dem Kind wirklich schlecht geht, finden eigentlich alle Eltern die Zeit, sich persönlich um ihr Kind zu kümmern, Arbeit hin oder her. Jedenfalls kenne ich genug Beispiele dafür und kein Gegenbeispiel. Wenn Du jetzt ein Gegenbeispiel kennst, dann ist das ein bedauerlicher Ausnahmefall.



Zorro hat geschrieben:Dein Hinweis auf die Liebe der Betreuer war so ein Paradebeispiel. Denn kein Betreuer kann dem Kind das geben, was eine Mutter dem Kind geben kann.

Ja, die Betreuer können nicht die Brust geben.



Zorro hat geschrieben:
Mein Neffe ist jetzt auch im Kindergarten und auch er geht gerne dahin. Er ist von morgens bis mittags da und nachmittags zu Hause. Die Gruppen sind recht klein, die Betreuerinnen nett und er hat auch Freunde dort. Nachdem er ein paar Tage krank zu Hause bleiben musste, hat er sich schon richtig auf den Kindergarten gefreut.


Kann es sein, dass wir nicht dasselbe Wort benutzen? Ich spreche von Krippen und nicht von Kindergärten.

Mein Neffe ist zwei Jahre alt. Als ich zwei Jahre alt war, ging ich noch in die Krippe.



editiert da es nicht da es auf die Person abspielt.


Zorro hat geschrieben:„Unsere Krippen sind oft miserabel bis an die Grenzen der seelischen Misshandlung“, sagte Bergmann in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea

Dann soll sie die Misshandlung juristisch anklagen und nicht faseln. Außerdem ist es dann notwendig, die Krippen zu verbessern und nicht mit Polemik und menschverachtenden Äußerungen gegen das Prinzip der Kinderbetreuung zu wüten!

editiert da es nicht da es auf die Person abspielt.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon valdes » Mi 22. Jul 2009, 23:28

auch wenn mich die diskussion extrem nervt, geb ich noch einen senf dazu: gestern fand ja ein zischtigsclub zum thema statt. der wichtigste satz für mich war: "unsere kinder fühlten sich dann am geborgensten, wenn sie merkten, dass ihre mutter zufrieden und glücklich war. bei einigen müttern ist dies der fall, wenn sie sich jeden tag selber um die kinder kümmern können, bei anderen, wenn sie neben der kinderbetreuung noch einer für sie erfüllenden teilzeit oder vollzeitstelle nachgehen." fasst meine meinung zum ganzen ziemlich gut zusammen (nur dass ich neben den müttern auch noch die väter erwähnen würde, da nicht jeder mann glücklich in der alleinigen ernährerrolle ist). nestwärme können nur zufriedene, ausgeglichene eltern geben. mit ihrer rolle unzufriedene eltern erzeugen verunsicherte unzufriedene kinder.
zu sagen: "hier herrscht freiheit" ist immer ein irrtum, oder auch eine lüge, denn freiheit herrscht nicht. erich fried
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 23:34

sugi hat geschrieben:
Lamdil hat geschrieben:
Zorro hat geschrieben:Diese negativen Erfahrungen brennen sich tief ein. Jemand der diese Nestwärme nicht erleben durfte, kann das gar nicht verstehen.

Ich selbst war auch noch recht klein, als ich in die Krippe kam. Vielleicht fehlt mir da wirklich die Erfahrung, wie es ist, bis zur Einschulung behuddelt zu werden. Aber aus mir ist trotzdem kein Monster geworden.


Ich war auch früh in der Krippe und im Hort..bin auch kein Monster..

Und ich denke mit Sicherheit, dass sagt Zorro auch nicht!
Diese "Nestwärme", muss auch nicht zwingend in Familien vorkommen, bei der die Mutter immer zu Hause ist..!!

Aber es ist denoch zu einem Problem geworden.............

Was mich vor allem stört, ist diese abwertende und polemische Ausdrucksweise. Das macht eine konstruktive Diskussion unmöglich.

Du schreibst, dass es ein Problem geworden ist. Was genau ist denn das Problem?

Es ist ein Problem, wenn Eltern aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sind, ihre Kinder zu früh in die Obhut anderer zu geben. Und bei den Eltern, die ich kenne, geht es dabei nicht um ein schickes Auto oder den nächsten Urlaub, sondern um die Miete und andere grundlegende Dinge.

Man sollte nicht die Eltern anprangern, sondern die familienfeindliche Politik! Familien bekommen immer noch zu wenig Unterstützung.

Ein anderes Problem ist: Es gibt zu wenig Teilzeitarbeitsplätze. Meine Schwägerin ist freiberuflich tätig und kann sich dadurch die Zeit selbst einteilen. Arbeitnehmer/innen haben da weniger Glück. Aber auch den Arbeitgebern kann man da kaum einen Vorwurf machen. Schließlich ist ein Arbeitsplatz mit unheimlich vielen Nebenkosten verbunden. Viele davon kommen von staatlicher Seite. Zwei Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen ist teurer als einen Vollzeitarbeitsplatz zu schaffen.

Da bleibt vielen keine andere Wahl, als in den sauren Apfel zu beißen und vollzeit arbeiten zu gehen. Meint ihr denn, die Mütter hätten keine Freude daran, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen?! Gerade in den ersten Jahren erlebt man doch jeden Tag neue Entwicklungen und die Zeit vergeht so schnell.

Es mag einige Leute geben, die sich lieber ein neues Auto kaufen als ihre Kinder zu erleben, wie sie die Welt entdecken und groß werden. Ich kenne keine.

Ich kenne aber genug Leute, die ihre Kinder betreuen lassen und die hier in diesem Thread bis auf die Knochen beleidigt werden und das ärgert mich!
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 23:44

Zorro hat geschrieben:Es wäre ziemlich schwierig, zu beweisen, dass alle, die jemals in Krippen waren, zu Monstern degeneriert seien :tongue:

Es ist generell schwierig über das Internet zu beweisen, dass jemand degeneriert ist. An Deiner rücksichtslosen, kompromisslosen und uneinsichtigen Art hier aufzutreten kann man auch nur ansatzweise erkennen, wo Du stehst.



Zorro hat geschrieben:Nur wenn man dieser Ursache nicht in die Augen schaut, so wird man dessen Symptome auch nie erfolgreich bekämpfen können. Die verwahrloste Wohlstandsgesellschaft ist Realität. Dazu tragen nicht nur die Fremdbetreuungen und fehlende Nestwärme bei, aber auch.

Also erstens beglückwünsche ich Dich zu der Erkenntnis: "Dazu tragen nicht nur die Fremdbetreuungen und fehlende Nestwärme bei ..."

Aber zweitens hast Du noch einen weiten Weg vor Dir, wenn es darum geht, dieser Ursache in die Augen zu schauen. Denn es gibt noch weitaus größere Defizite in unserer Gesellschaft. Deine heilige Nestwärme ist sicherlich nur eines der geringen Probleme.

Allein solche Aussagen wie: "Die verwahrloste Wohlstandsgesellschaft ist Realität." erstaunen mich. Natürlich geht es uns in Europa besser als in Entwicklungsländern. Aber die Wohlstandsgesellschaft interessiert mich jetzt doch. Wo finde ich die? Ich hätte nichts gegen ein wenig Wohlstand einzuwenden.
Zuletzt geändert von Lamdil am Mi 22. Jul 2009, 23:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Jul 2009, 23:53

blakki hat geschrieben:Family Fair ist laut g**gle ein Projekt vom Familie Direkt eV. und scheint ein recht konservativer Verein zu sein, getragen von so genannten Lebensrechtgruppen und der Deutschen Evangelischen Allianz.

So ganz unabhängig und obejektiv scheint diese Studie wohl nicht zu sein. Für mich riecht das nach dem alten Motto "Frauen gehören in die Küche und an in den Beruf"

Diese "Studie" hält wissenschaftlichen Maßstäben und empirischen Methoden nicht stand. Die lässt Objektivität und Sachlichkeit vermissen.

Wohin soll diese Diskussion überhaupt führen?



Hey, Zorro!

Hast Du Kinder? Wer kümmert sich um die? Ich schätze mal, Du hast keine Kinder und spuckst nur große Töne und kotzt Dich über Leute aus, die sowieso schon viel mehr Verantwortung tragen als Du, damit Du Dir einreden kannst, was besseres zu sein.

:roll:
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Lamdil » Do 23. Jul 2009, 00:24

valdes hat geschrieben:nestwärme können nur zufriedene, ausgeglichene eltern geben. mit ihrer rolle unzufriedene eltern erzeugen verunsicherte unzufriedene kinder.

Dieser Punkt ist meiner Meinung nach sehr wichtig und sollte weiter differenziert werden.



Gehen wir mal vom Normalfall aus, ich nehme als Beispiel mal die Eltern, die ich kenne.

Die Eltern möchten viel Zeit mit ihren Kindern verbringen und würdigen diese Zeit als wertvoll.

Die Eltern haben die wirtschaftliche Notwendigkeit dass mindestens ein Gehalt, manchmal auch zwei Gehälter die lebensnotwendigen Kosten deckt.

In einer Kindertagesstätte finden die Kinder Freunde, Spiel und Förderung. (Kindertagesstätten, die nur als Verwahranstalt dienen sind unzureichend und sollten verbessert werden.)

Die Eltern haben eine abgeschlossene Ausbildung und sind qualifiziert arbeiten zu können. Je länger ein Elternteil dem Berufsleben fern bleibt, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg.

Da die Kinder irgendwann auch mal größer werden und größere Ansprüche stellen, ist es sinnvoll, die Option für zwei Einkommen zu bewahren. Anders riskiert man die Zukunft des Kindes. Ich hätte mein Studium nicht finanzieren können, wenn ich nicht monatlich 150€ von meinen Eltern bekommen hätte. Und das ging auch nur, weil beide Eltern berufstätig waren.



Bevor hier jetzt weiter gehetzt und beleidigt wird, möchnte ich mal die Frage stellen:

Was soll denn die Lösung sein?!

Zorro erklärt die ganze Zeit, was er/sie (was bist Du überhaupt?) nicht gut findet. Aber einen Lösungsansatz bietet Zorro nicht.

Da wird es doch eigentlich erst interessant, Zorro. Mach uns mal eine Skizze, wie die Kinderbetreuung nach Deinem Idealbild aussieht!
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Do 23. Jul 2009, 06:51

blakki hat geschrieben:Das ist deine Meinung und die sei dir gegönnt, damit stehts du aber ziemlich allein


Ob das nun ein gutes, oder ein schlechtes Zeichen ist? :geek:

Family Fair ist laut g**gle ein Projekt vom Familie Direkt eV. und scheint ein recht konservativer Verein zu sein, getragen von so genannten Lebensrechtgruppen und der Deutschen Evangelischen Allianz.

So ganz unabhängig und obejektiv scheint diese Studie wohl nicht zu sein. Für mich riecht das nach dem alten Motto "Frauen gehören in die Küche und an in den Beruf"

Die Quelle ist ursprünglich nicht familyfair sondern:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/913391/

Besser? ;)
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Do 23. Jul 2009, 06:54

valdes hat geschrieben:auch wenn mich die diskussion extrem nervt, geb ich noch einen senf dazu: gestern fand ja ein zischtigsclub zum thema statt. der wichtigste satz für mich war: "unsere kinder fühlten sich dann am geborgensten, wenn sie merkten, dass ihre mutter zufrieden und glücklich war. bei einigen müttern ist dies der fall, wenn sie sich jeden tag selber um die kinder kümmern können, bei anderen, wenn sie neben der kinderbetreuung noch einer für sie erfüllenden teilzeit oder vollzeitstelle nachgehen." fasst meine meinung zum ganzen ziemlich gut zusammen (nur dass ich neben den müttern auch noch die väter erwähnen würde, da nicht jeder mann glücklich in der alleinigen ernährerrolle ist). nestwärme können nur zufriedene, ausgeglichene eltern geben. mit ihrer rolle unzufriedene eltern erzeugen verunsicherte unzufriedene kinder.


Um Nestwärme zu geben braucht es aber auch Präsenz. Die glückliche Mutter, der glückliche Vater, der von morgens 7 bis abends 7 abwesend ist, nutzt dem Kind sehr wenig. Sonst bin ich mit dieser Aussage einverstanden. Ständig frustrierte und genervte Eltern vermitteln wohl wirklich kaum Nestwärme. Man sollte sich aber dann die Frage stellen, weshalb dies so ist.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon blakki » Do 23. Jul 2009, 08:14

Okay Zorro,

dann zeige uns doch mal auf, wie wir die Probleme mit der Kinderziehung besser lösen können,

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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Do 23. Jul 2009, 09:45

blakki hat geschrieben:Okay Zorro,

dann zeige uns doch mal auf, wie wir die Probleme mit der Kinderziehung besser lösen können,

blakki


Die Varianten können vielfältig sein, entscheidend ist die Präsenz. Das Kleinkind braucht die Mutter, ob der Vater diese Rolle vollwertig ersetzen könnte wäre ein anderes Thema wert. Die Präsenz kann auch von engen Verwandten abgedeckt werden, wie Grosseltern zum Beispiel. Es braucht Bezugspersonen, die dem Kleinkind ganz nahe stehen. Das ist die eine Seite. Die andere ist, die der Motivation. Welche Motivation haben Betreuungspersonen in Krippen? Die wollen, wenn wir vom Idealfall ausgehen, einen guten Job machen. Welche Motivationen haben Eltern? Auch hier im Idealfall, dass das eigene Fleisch und Blut nur das beste bekommt. Das ist zeitlich nicht begrenzt, es gibt also keinen Feierabend wo man von der Krippe nach Hause geht, das ist eine Lebensaufgabe. Und damit sind wir beim dritten Punkt: Wozu stellen einige Paare überhaupt Kinder in die Welt? Gehört das zum guten Ruf? Braucht man Kinder auch als Luxusgut? Diesen Eindruck habe ich schon mehrmals erhalten. Also was ist und war überhaupt die Motivation, Kinder zu kriegen?

Und bevor mir wieder Dinge unterstellt werden: Ich habe im Anfangsbeitrag erwähnt, dass es Gründe gibt, die einen Krippenbesuch beinahe erzwingen. Darüber möchte ich bewusst nicht diskutieren, das ist wohl auch unbestritten. Ich spreche vom Lifestyle-Paar, das Kinder in die Welt setzt und sich nachher nicht darum kümmert, respektive die Betreuung und Erziehung anderen delegieren, weil die eigene Verwirklichung und Karriere beides nicht erlaubt. Ich kenne mehrere solche Fälle, auch habe ich einen grossen Erfahrungsschatz was Krippen anbelangt. Insofern spreche ich nicht als Theoretiker sondern mit Wissen aus erster Hand.

Ich hoffe diese Erklärung bringt erhitzte Gemüter wieder etwas zur Abkühlung.
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Re: Moderne Familien

Beitragvon Zorro » Do 23. Jul 2009, 09:47

sugi hat geschrieben:Ich weiss Zorro, so schetze ich dich ein, dass du ein grosses Herz hast, was die Kinder betrifft..!
Du willst was dagegen unternehmen..!!



So ist es Sugi! Die Schwachen schützen, die Starken in die Verantwortung nehmen. Genau wie bei der Abtreibungsdebatte.
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