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Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2012, 14:13
von Zorro
Kennt jemand diesen Krankheitsbefund "vegetative Dystonie"?
Eine vegetative Dystonie liegt nach heutigem Wissen vor, wenn die Erregungsleitung im vegetativen Nervensystem gestört ist. Bei diesem handelt es sich um das autonome, unwillkürliche Nervensystem, das solche Phänomene wie Blutdruck, Puls, Atemfrequenz und Verdauung regelt. Unwillkürlich heißt, es kann durch den Willen eigentlich nicht beeinflusst werden.
Treten seelische Belastungen, Stress und Hektik auf, greift der gesunde Körper zunächst auf seine Leistungsreserven zurück. Wenn diese verbraucht sind, können leichtere oder schwer fassbare Unregelmäßigkeiten im unwillkürlichen Nervensystem auftreten, die funktionelle Beschwerden der Organe auslösen, aber ohne objektivierbaren organischen Befund.


In der Regel verschreibt die Schulmedizin in belastenden Fällen Anti-Deppressiva. Die Homöopathie kennt noch zahlreiche andere Mittel, die aber oftmals mit Bachblüten und dergleichen aus christlicher Sicht zumindest fragwürdig sind.

Ich kenne jemand sehr gut, der an sowas leidet. Vielleicht gibt es hier auch Benutzer mit diesen Erfahrungen?
ZORRO

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2012, 17:58
von onThePath
Hallo, Zorro

Bei sogenannter vegetativer Dystonie ist wohl meist seelische Belastungen, Stress und Hektik und seelische Konfikte im Spiel.

Ich vermute aber, dass man leicht zum Dauerkonsumenten von Anti-Depressiva und oder Pschopharmaka wird - wenn man nicht an seinen psychischen Konfliken arbeitet. Eine Psychotherapie könnte günstig sein und alles, was psychisch harmonisiert.

Auch konzentrative Selbstentspannung erlernen. Die ist unbedenklicher als autogenes Training. Solche Entspannung kann sehr entscheidend zur Gesundung beitragen.

Das wären schon mal ein paar Anregungen und Möglichkeiten.

lg, oTp

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Sa 14. Apr 2012, 11:10
von Zorro
Danke OTP! Das geht genau in diese Richtung. Medikamentöse Behandlung von Menschen, die sensibel sind. Damit stumpfen wir alle als Gesellschaft noch mehr ab. Es sollte uns dann doch auch ein Zeichen sein, dass sensible Menschen unter uns den Alltag nicht mehr ertragen können, ohne emotional völlig erschöpft zu werden! Da wird dann Sensibilität kurzum als Krankheit dargestellt. Niemand käme es wohl in den Sinn, dass unser Tun und Lassen als ganze Gesellschaft falsch ist... :pray:
ZORRO

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Sa 14. Apr 2012, 11:37
von onThePath
Hallo, Zoro

Sensible Menschen müssen sich natürlich im eigenen Interesse bemühen, "bestimmte Lektionen zu lernen".
Gerade sie müssen in sich unbewußte Einstellungen erspüren, die ihnen das Leben erschweren.
Unbewußte Einstellungen, wie z.B. "Helfersyndrom" oder Streben nach Leistung für Anerkennung.

Solche unbewußten inneren "Antreiber" und seelische Konflikte, etwa Ängste, Verletzungen oder gar Traumatisierungen wirken wie "Fehlprogrammierungen", sie laufen als psychisches Fehlprogramm ab.

Dem Mensch bleibt nichts anderes übrig als Zugang zu seinen unbewußten Motivationen zu finden und sich auf tiefer innerer psychischen Ebene zu verändern.

Sensible Menschen finden nun mal sowieso schwerer innere Harmonie und müssen mehr für ihr inneres Gleichgewicht tun.


Wichtig ist, dass wir einen himmlischen Vater haben der uns ohne Leistung zu fordern liebt. Bei ihm können wir uns lieben lassen und uns völlig angenommen fühlen. In seiner Ruhe erfahren wir dann Anweisungen, die uns verändern.
" Kommt alle zu mir mit Eurer Mühsal und Beladenheit: Ich will Euch Ruhe und Kraft geben und Euren Sinn verändern und erneuern".
Gott kann auch keine unbewußt gesteuerten "Aktivisten" gebrauchen.


Es ist Aufgabe der christlichen Kleingruppe, an solchen Veränderungen zu arbeiten. :)

lg, oTp

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Sa 14. Apr 2012, 12:37
von Zorro
onThePath hat geschrieben: Sensible Menschen müssen sich natürlich im eigenen Interesse bemühen, "bestimmte Lektionen zu lernen".
Gerade sie müssen in sich unbewußte Einstellungen erspüren, die ihnen das Leben erschweren.
Unbewußte Einstellungen, wie z.B. "Helfersyndrom" oder Streben nach Leistung für Anerkennung.


Ich bin mit Vielem einverstanden, zum Text oben habe ich aber einen Einwand:
Ich glaube gerade aus christlicher Sicht müsste die Gesellschaft wieder Empathie und ein Gefühl für den Nächsten lernen und nicht umgekehrt. Also die sensiblen Menschen müssen ihre Empfindungen besser unter Kontrolle kriegen, was oft auf eine Abstumpfung hinausläuft weil die emotionalen Reize heute derart hoch sind. Da reicht ja schon die Nachrichten zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen wieder empfindsamer werden für ihre Mitmenschen und nicht umgekehrt, aus Selbstschutz. Ich weiss aber, dass das in der Endzeit immer schwieriger wird, weil die Ungerechtikeit und Gottlosigkeit immer mehr um sich greift.
ZORRO

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Sa 14. Apr 2012, 13:30
von NEM
Zorro hat geschrieben:In der Regel verschreibt die Schulmedizin in belastenden Fällen Anti-Deppressiva.

Anti-Depressiva sind eine Bankrotterklärung der Schulmedizin und Psychiatrie. Ich habe einige Fälle gesehen in denen die Patienten in keiner Weise "behandelt" wurden, sondern nur mit Chemie "gesellschaftsfähig" vergiftet wurden.
Es gibt ganz gewiss wichtige Aplikationen dieser Medikamente aber meist wir heute damit nur "ruhiggestellt", und nicht behandelt.

Zorro hat geschrieben:Niemand käme es wohl in den Sinn, dass unser Tun und Lassen als ganze Gesellschaft falsch ist...

Doch, es gibt viele Menschen die das denken. Aber es gibt VIEL ZU WENIGE die auch aktiv etwas dagegen unternehmen. Dafür sind die meisten Menschen viel zu sehr in ihrem "Weltgefängniss" gefangen.

Zorro hat geschrieben:Ich glaube gerade aus christlicher Sicht müsste die Gesellschaft wieder Empathie und ein Gefühl für den Nächsten lernen und nicht umgekehrt.

Leider Leben wir in der Zeit von Laodizea. Auch viele Christen denken wir sind reich an Erkenntniss und Lebensqualität geworden und merken nicht wie unsere Gesellschaft immer weiter verkümmert und unsere Liebe erkaltet. Weil wir sagen: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht wißen, dass wir Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß sind.
Wir sollten uns wieder auf unseren Nächten konzentrieren und in Ihm unsere eigene Liebe schulen.

onThePath hat geschrieben:Es ist Aufgabe der christlichen Kleingruppe, an solchen Veränderungen zu arbeiten.

Ich habe einmal einen christlichen Hauskreis verlassen, weil dort die persöhnliche gegenseitige Anteilnahme und das gegenseitige füreinander Beten abgelehnt wurde. Das reine Bibelstudium wurde als Aufgabe angesehen.

Frage: Gibt es in der Schweiz keine Selbsthilfegruppen in denen sensible Menschen zusammen diskutieren und sich gegenseitig stärken können?
Hier sähe ich eine der wichtigsten Hilfen bei Vegetative Dystonie.

lg NEM

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: So 15. Apr 2012, 11:09
von onThePath
Zorro hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben: Sensible Menschen müssen sich natürlich im eigenen Interesse bemühen, "bestimmte Lektionen zu lernen".
Gerade sie müssen in sich unbewußte Einstellungen erspüren, die ihnen das Leben erschweren.
Unbewußte Einstellungen, wie z.B. "Helfersyndrom" oder Streben nach Leistung für Anerkennung.


Ich bin mit Vielem einverstanden, zum Text oben habe ich aber einen Einwand:
Ich glaube gerade aus christlicher Sicht müsste die Gesellschaft wieder Empathie und ein Gefühl für den Nächsten lernen und nicht umgekehrt. Also die sensiblen Menschen müssen ihre Empfindungen besser unter Kontrolle kriegen, was oft auf eine Abstumpfung hinausläuft weil die emotionalen Reize heute derart hoch sind. Da reicht ja schon die Nachrichten zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen wieder empfindsamer werden für ihre Mitmenschen und nicht umgekehrt, aus Selbstschutz. Ich weiss aber, dass das in der Endzeit immer schwieriger wird, weil die Ungerechtikeit und Gottlosigkeit immer mehr um sich greift.
ZORRO


Hm,
wir sollten dann trennen zwischen den Aspekten, die krank machen können,
und den Aspekten, die positiv sind bei sensiblen Menschen.

Ganz trennen geht wohl nicht, weil gerade sensible Menschen auch gefährdet sind, aus dem inneren Gleichgewicht zu kommen. Vegetative Dystenie, Depressionen, Burnout z.B.

Du forderst, dass sensible Menschen nicht abstumpfen sollen.
Mitgefühl mit seinem Nächsten ist auch ein christlicher Gedanke.

Doch was tut ein sensibler Gemeindeleiter, der mit vielen Gemeindemitgliedern mitfühlt ? Wann beginnt er, sich völlig zu verausgaben und einen psychischen Zusammenbruch zu erleiden ? Auch er muß sich schützen, wenn er zuviel mitleidet, und mit allen zuviel mitdenkt, kann er selber daran kaputt gehen. Ich finde vollen Einsatz für den Mitmensch gut, der uns braucht.
Aber ohne Vorsicht kann man dabei leicht sich völlg überfordern.
Auch Jesus schien sich zu verausgaben, aber andererseits zog er sich zurück, um mit Gott allein zu sein und Kraft zu schöpfen.

Aber zunächst: Wie kennzeichnest Du sensible Menschen, und was sollten sie nicht abstumpfen lassen ?

lg, oTp

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Di 17. Apr 2012, 17:36
von Pilgrim
onThePath hat geschrieben:wir sollten dann trennen zwischen den Aspekten, die krank machen können,

…wie z.B. Erregbarkeit.
Wie kennzeichnest Du sensible Menschen, und was sollten sie nicht abstumpfen lassen ?

Ein "sensibler" Mensch stumpft ab, wenn er seine Erregbarkeit nicht ernst nimmt. Wir sollten jedoch unsere Erregbarkeit viel ernster nehmen, weil sie gerade das Gegenteil von Liebe ist (1.Korinther 13:5). Erregbarkeit ist die Antithese von Barmherzigkeit.

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Di 17. Apr 2012, 19:45
von onThePath
Pilgrim hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:wir sollten dann trennen zwischen den Aspekten, die krank machen können,

…wie z.B. Erregbarkeit.
Wie kennzeichnest Du sensible Menschen, und was sollten sie nicht abstumpfen lassen ?

Ein "sensibler" Mensch stumpft ab, wenn er seine Erregbarkeit nicht ernst nimmt. Wir sollten jedoch unsere Erregbarkeit viel ernster nehmen, weil sie gerade das Gegenteil von Liebe ist (1.Korinther 13:5). Erregbarkeit ist die Antithese von Barmherzigkeit.


Pilgrim, das bedarf für mich noch nähere Erklärung der Zusammenhänge.

lg, oTp

Re: Vegetative Dystonie

BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2012, 07:34
von onThePath
Übrigens wurde im Spiegel gesagt, Burnout könne man Depressionen nennen.
Und dreimal Sport in der Woche eine halbe Stunde lang würde positive Gehirnveränderungen bewirken, sodass man bei mittelschweren Depressionen auf Medikamente verzichten könne. Sport setzt also nicht nur Wohlfühlhormone frei sondern verändert positiv die Gehirnstruktur. Anscheinend. Anti-Depressiva bewirke auch so etwas in dieser Richtung, sodass das Hirn aus seinem Tiefpunkt kommen kann.

Der Sensible ist ja besonders gefährdet, "sein Gehirn zu erschöpfen", es "überstrapazieren".

Aber es ist furchtbar, wenn der Mensch seinen psychischen Zustand durch Psycho-Pillen steuern muß. Das ist für mich Selbstentfremdung und Abhängigkeit.


lg, oTp