HomeWer ist Jesus?ForumChatNewsletterE-Mail SupportKontakt   

Spitzensporter – Spitzenmenschen?

Für Aktiv- und Passivsportler

Moderator: firebird

Spitzensporter – Spitzenmenschen?

Beitragvon Livenet.ch » Mi 15. Dez 2004, 23:58

Es ist das größte Paradoxon in der Sportwelt. Einem Sportler gelingt eine Spitzenleistung in seiner Disziplin, er übertrifft alle seine Vorgänger und setzt einen unerreichbar hohen Standard für zukünftige Generationen. Dabei entfaltet er unvorstellbare Fähigkeiten, die normale physikalische und mentale Grenzen überschreiten.

Und dann wird von diesem herausragenden Sportler eine ebenso herausragende Leistung im Menschsein erwartet.

Eine unrealistische Erwartung - und dies aus mehreren Gründen. In erster Linie gilt die einfache Tatsache, dass man, um ein Michael Jordan, Tiger Woods, Lance Armstrong, oder Barry Bonds zu werden, eine geistige Einseitigkeit, die keinerlei Raum für Charakterentwicklung lässt, an den Tag legen muss. Um so gut zu sein, muss man seine ganze Zeit für Training, Arbeit, Übungen und Auftritte verwenden.

Um einen derartigen Perfektionsgrad auf dem Spielfeld zu erreichen, muss man die Möglichkeit einer anderweitigen Verpflichtung, die nichts mit dem eigenen Sport zu tun hat, aufgeben. Unglücklicherweise bedeutet dies, Gott, Familie und Freunde werden überflüssig. Sie sind Hindernisse auf dem Weg zur Unsterblichkeit eines Sportlers.

Jordan zum Beispiel. Ich bezweifle, dass je ein Basketballspieler so hart wie MJ gearbeitet hat. Sicher ist er talentiert, aber er hat auch diesen gewissen inneren Antrieb, der ihn jenseits des bloßen Siegeswunsches treibt. Er wird verzehrt von dem Verlangen, der absolut Beste, der Größte zu sein. Meiner Meinung nach hat diese geballte Konzentration auf Basketball die Trennung Jordans von seiner Frau im letzten Jahr bewirkt.

Ich glaube, dies war auch der Grund für die kurzfristige Trennung Armstrongs von seiner Frau. Man muss ihm allerdings zugute halten, dass er versucht, die Dinge ins Lot zu bringen. Aber mit einem bevorstehenden Anlauf auf einen fünften Titel bei der Tour de France muss man sich fragen, ob diese Beziehung jemals wieder gekittet wird.

Was Tiger betrifft, so ist er frei von ehelicher Bindung - er hat eine Freundin, von Hochzeit war aber noch nicht die Rede - und man hat ihn sogar davor gewarnt, dass eine Ehe ihm seinen "Biss" nehmen würde. Er würde dann - nichts Schlimmeres als das! - wie Phil Mickelson mit drei Kindern und ohne größere Erfolge enden.

Ach ja, Herr Mickelson. Und David Robinson. Und andere Sportler, die sowohl immenses Talent als auch Charakterstärke besitzen. Von Kritikern verlautet immer wieder, Mickelson oder Robinson hätten noch so viel erreichen können, sie hätten ihr Potential nicht vollkommen ausgereizt. Nun, Robinson hat letztendlich seinen Ring bekommen und ich glaube "Lefty" steht dieser fast unerreichbare Erfolg dicht bevor.

Vielleicht hätten die beiden mehr erreichen können, wenn sie die wirklich wichtigen Dinge weiter unten auf ihrer Prioritätenskala angesiedelt hätten. Wenn Mickelson seinem Training mehr Zeit gewidmet hätte, stünden seine Frau und Kinder jetzt vermutlich mit einem bloßen Versorger statt einem warmherzigen, liebenden Partner und Vater da. Hätte Robinson in seiner Jugend den einzigen Wunsch gehegt, so viele NBA-Meisterschaften und MVP-Trophäen wie möglich zu gewinnen, wären die Navy, seine Familie und all die unterprivilegierten Jugendlichen, denen er im Laufe der Jahre geholfen hat, wesentlich leerer ausgegangen.

Über dieses Thema gäbe es noch einiges zu sagen, auf den Punkt gebracht gilt jedoch: die herausragendsten Sportler können nicht gleichzeitig die herausragendsten Leistungen im Menschsein erbringen.

Ähnliches ist auf alle Tätigkeiten anwendbar. Wenn man seine volle Aufmerksamkeit etwas oder jemand anderem als Gott widmet, zerbricht man letztendlich daran, unabhängig davon wie viele Auszeichnungen man erhalten hat. Stellen Sie sich nur einmal vor, was Tiger, MJ, Lance oder jeder einzelne von uns tun könnte, wenn Herz und Geist vollkommen dem Willen Gottes anheim gestellt wären. Wir wären ausgezeichnet im Menschsein und das wäre genug.

Von Brad Locke
Quelle: pbsports.net
Dieser Foren-Benutzer dient für allgemeinen Eingaben von Livenet.ch und Jesus.ch. Privatnachrichten und E-Mails können nicht an diesen Benutzer gesandt werden.
Benutzeravatar
Livenet.ch
Hat sich eingelebt
 
Beiträge: 54
Registriert: Fr 29. Okt 2004, 13:55

Re: Spitzensporter – Spitzenmenschen?

Beitragvon tiefe Trauigkeit » Do 16. Dez 2004, 09:34

Ich denke z.B. ein Michael Schumacher beweist das Gegenteil!
Manchmal hat ein Jahr zwölf Stunden
Ein Tag nur 10 Sekunden
Die Zeit ist ein Dieb
Sie nimmt sich, was sie kriegt

tiefe Trauigkeit
Member
 
Beiträge: 364
Registriert: Di 18. Jun 2002, 13:40

Re: Spitzensporter – Spitzenmenschen?

Beitragvon parepidimos » Do 16. Dez 2004, 17:03

In der Einfuehrung heisst es, dass es unrealistisch sei, von Spitzensportlern eine "ebenso herausragende Leistung im Menschsein" (was immer das sein soll) zu erwarten. Das ist nachvollziehbar: Weshalb sollen Sportler sich im "menschlichen Bereich" anders verhalten als Durchschnittsbuerger?

Dies ist jedoch nicht die Argumentation, welche der Autor verfolgt. Vielmehr wird hier behauptet, die charakterliche Mittelmaessigkeit sei eine Folge des Spitzensportlertums. Aber anstatt handfeste Daten zu liefern, um diesen Zusammenhang zu illustrieren wird munter ueber die "wahren Gruende" von Jordan´s und Armstrong´s Scheidung spekuliert. Der Autor scheut auch nicht davor zurueck, Armstrongs Bemuehungen um Versoehnung anzuzweifeln. Das finde ich niedertraechtig, wie real die aufgezeigte Gefahr auch immer sein mag.

Ich muss dem Autor allerdings recht geben, dass eine Hochdruckkarriere eine Bedrohung fuer das Privatleben darstellt, sei dies nun in Sport, Kunst, Wirtschaft, Politik oder sogar Kirche. Darin laege wohl die gewinnbringendste Einsicht fuer Locke´s Leser/innen, aber er laesst es bei einem zusammenfassenden Schlusssatz bleiben.

Mir bleibt ein unangenehmer Nachgeschmack. Wenn es Locke wirklich um die persoenlichen Prioritaeten seiner Leser/innen geht, wozu dann dieser anmassende und psychologisch flache Streifzug durch das Privatleben von ein paar Stars? Das ist im besten Fall eine billige Predigt-Illustration auf Kosten anderer, und im schlimmsten Fall Voyeurismus.
Hominum Confusione et Dei Providentia Helvetia Regitur
Benutzeravatar
parepidimos
Wohnt hier
 
Beiträge: 4412
Registriert: Di 18. Mär 2003, 18:07
Wohnort: Sulzertown


Zurück zu Sport

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

Das Forum wird von Livenet.ch & Jesus.ch betrieben

Anzeigen - einfach & günstig! / Kontaktanzeigen - spannend & effektiv!

| Home | Sitemap | Forum | Chat | Newsletter | E-Mail | Dialin | Support | Kontakt | Wer ist Jesus? | Youthmag | Service |
| News | Magazin | Jesus | Ratgeber | Information | ERlebt | Meditation | Kreativgalerie | Member | Pixel4Jesus | Livenet.ch | Gott.info |