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Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Sozial- und Familienpolitik, Randgruppen,

Moderator: kingschild

Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Mo 22. Feb 2010, 15:13

firebird hat geschrieben:Dies tönt alles sehr gut. Tatsache ist jedoch, dass es sehr viele wiedergeborene Christen gibt, die von einer Sucht geknechtet werden. Nennen wir einmal:

- Nikotinsucht
- Alkoholsucht
- Auch gibt es immer wieder Berichte, wonach die Pornosucht vor christlichen Männer auch nicht Halt macht. Solches wirkt sich auf Ehen sehr zerstörerisch aus.

Was ist los mit diesen Christen ??

Hat Jesus Christus nicht verheissen, dass wen der Sohn frei macht, dass der eben recht frei ist ??

Warum bleibt die wahre christliche Freiheit für Viele ein Wunschtraum in unseren Landen?? Trotz einem reichhaltigen Angebot von Bibeln, christlicher Literatur, einer hohen Dichte von Freikirchen & Gemeinschaften und einem reichhaltigen Angebot an christlichen Events ??


Ich möchte hier gerne das Thema weiterführen da die E-Moderation nun geschlossen wurde und so allen Usern die Möglichkeit geben miteinander zu diskutieren, auszutauschen, Lösungswege auf zu zeigen oder auch Zeugnisse zu posten.

Daher habe ich das Zitat aus dem geschlossenen Thread genommen und möchte hier mal antworten.

Die zusagen des Herrn Jesus Christus sind heute noch aktuell und wen der Sohn frei macht der ist wirklich frei!!!

Wir leben aber heute in einer Gesellschaft in der Sucht als schon fast normal natürlich gegeben angesehen wird. Jahrelang wurde uns eingetrichtert das wir doch alle irgendwie süchtig sind und wenn ein Christ sagt, nein das bin ich nicht dann will im die Gesellschaft noch weiss machen das er süchtig ist nach Gott weil sie es nicht ertragen kann das es Menschen gibt die frei werden.

Wir Christen sind aufgefordert wieder zu schauen was Gottes Wort verheisst und im glauben lernen an diesen Verheissungen festzuhalten. Oftmals bekommt man als Christ mit das Leben sei nur Schoggiseite und da wir genau wie vieler Orts in der Welt nur von dieser Seite zeigen sollen/sollten haben wir verpasst darüber offen zu sprechen, das weder ein Abraham noch ein Josef noch ein Paulus immer diese Schoggiseiten kannten und sehr wohl wussten was da im Leben auf einem zukommt. Es wird darüber gepredigt das diese schwierigen Situationen kommen aber der Zuhörer der Sucht kennt ist wohl oft überfordert mit dem was es heisst unter schwierigen Bedingungen an Gottes Wort festzuhalten bis eintritt was er verheissen hat.

Entweder beginnt dann ein menschlicher Kampf der falsch ist oder man lässt sich gar nicht auf den Glaubenskampf ein. Beides führt nicht an das Ziel und somit ist das versagen vorprogrammiert und mit dem Versagen kommt die Anklage des Feindes, die vernichtung bringt.

Wie schafften es aber die Diener Gottes, die gelernt haben auch unter wiedrigen Umständen auf Gott zu schauen, auf Gott zu hoffen, auf Gott zu vertrauen. Sie wussten das Sie Ihr Gott nicht im Stich lassen wird und seine Verheissungen eintreffen werden zur rechten Zeit. Sie lernten in Geduld auszuharren und sie wussten wenn es nicht heute eintrifft so halte ich trotzdem fest an der Beziehung mit Gott. Sie beteten ohne Unterlass. Diese Beziehung pflegten sie und durch diese Beziehung kam die Kraft um auch dann festzuhalten, wenn noch nicht alles Rund lief denn sie wussten der Teufel hat verloren.

Was wir heute kennen ist eine Gesellschaft die sich bei den kleinsten Problemchen mit Drogen versucht von der Realität abzulenken und mit Drogen gelernt hat immer das gute Gesicht zu bewahren. Eine Gesellschaft die vollgesogen ist von unechtheit und Show.

Wenn der Mensch lehrt das er sich selber sein darf und nicht immer lachen muss wenn er am Sonntag die Kirche betritt aber auch weiss hier werde ich nicht raus gehen, bis ich Gemeinschaft hatte mit Gott, dann wird er mit dem Lachen herausgehen weil Gott in berührte in seiner schwierigen Situation. Das ist leichter gesagt als getan aber diejenigen die es so hielten in der Beziehung mit Gott, bekamen im Übefluss zur rechten Zeit und sie durften die Verheissungen Gottes entgegen nehmen.

Gerade Menschen mit Sucht kennen/wissen was sie tun müssen um zu funktionieren und diese Verhaltensmuster sind dann sehr tief verankert. Sie verlocken immer und immer wieder dorthin zurück zu kehren und wenn man meint man müsse bereits mit dem lächeln in den Gottesdienst kommen und einem die Sucht plagt, dann schweigt man lieber darüber und nimmt ein wenig von den Substanzen die einem wieder ein lächeln auf die Backen zaubern. Zauber ist aber nicht von Gott sondern echte Freude kommt von Gott und das ist er was er jedem Christen verheissen hat. Wer nicht frei ist der soll das Gebet der Befreiung in Anspruch nehmen. Sprechen darüber, die Sünde vor Gott bringen, sich nicht schämen und wissen das trotz Kampf, Gottes verheissungen fest stehen, für diejenigen die nicht aufgeben in der Beziehung mit Gott.

Wen der Sohn frei macht der ist wirklich frei aber der Weg dorthin ist nicht für jeden gleich einfach. Für die einen kommt es durch ein einziges Gebet und für die anderen hat Gott einen anderen Weg aber beides soll an den gleichen Ort führen: Freiheit. Beides soll der Verherrlichung Gottes dienen, der mit offenen Armen wartet, auf diejenigen die Schutz brauchen.

Was es braucht ist Offenheit und das Wollen das Alte ans Kreuz zu bringen, die Gemeinde die mit Vollmacht bindet was ans Kreuz gebracht wird. Das festhalten von beiden an den Verheissungen Gottes. Nebenbei Annahme und Gespräche als Unterstützung auf dem Weg in die Verheissung, wenn ein Mitglied der Gemeinde eben nicht die Kraft hat alleine mit Gott diesen Weg zu beschreiten aber auch dort der hinweis nicht der Begleiter ist die Hilfe, sondern von Gott allein kommt die Freiheit.

Die Frage ist ja sind wir Christen tatsächlich bereit oder haben wir uns schon viel zu fest der Welt angepasst, die sagt jeder soll lernen mit seiner Sucht zu leben? Sagen wir oh geben wir den armen Süchtigen das Herion und den Alkohol oder sagen wir nein, in Christus ist die Kraft die jeden frei setzt und er ist derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit und wir werden den Kampf aufnehmen in der Kraft Gottes zusammen mit denen die schwach sind, um die Erkenntnisse der Welt zu zerschlagen und der Welt zu zeigen was Freiheit möglich ist für die Hoffnungslosen?

Sind die Zeiten der Werke die Menschen diese Freiheit führen nun vorbei oder möchte Gott nicht das jeder die Freiheit erlangen kann die ihm als Mensch zusteht? Ist es Gottes Wille das Menschen in der Sucht gehalten werden wie Sklaven? Denn Gott den ich kenne auf jeden Fall nicht!

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Mo 22. Feb 2010, 15:17

Danke für die Eröffnung dieses Threads, denn es ist doch ein wichtiges Thema. Um so enttäuschter bin ich über diesen "Experten", welcher sich wenig Zeit und kaum Mühe genommen hat auf Fragen eingehender zu antworten. Einige Fragen blieben ganz unbeantwortet.

Gruss Taube
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Mo 22. Feb 2010, 15:23

Taube hat geschrieben:Einige Fragen blieben ganz unbeantwortet.

Gruss Taube


Co-Abhängigkeit im Christlichen Bereich?

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Mo 22. Feb 2010, 15:25

...nicht nur, schaue mal durch, was da noch an Fragen sind.
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Mo 22. Feb 2010, 15:29

Taube hat geschrieben:...nicht nur, schaue mal durch, was da noch an Fragen sind.


Bring einfach mal worüber Du noch diskutieren möchtest.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Mo 22. Feb 2010, 18:29

kingschild hat geschrieben:...
Die Frage ist ja sind wir Christen tatsächlich bereit oder haben wir uns schon viel zu fest der Welt angepasst, die sagt jeder soll lernen mit seiner Sucht zu leben? Sagen wir oh geben wir den armen Süchtigen das Herion und den Alkohol oder sagen wir nein, in Christus ist die Kraft die jeden frei setzt und er ist derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit und wir werden den Kampf aufnehmen in der Kraft Gottes zusammen mit denen die schwach sind, um die Erkenntnisse der Welt zu zerschlagen und der Welt zu zeigen was Freiheit möglich ist für die Hoffnungslosen?
...

Ich möchte von diesem Abschnitt ausgehen und hier noch etwas konkreter werden.

Wenn wir an Sucht denken, stehen vor allem Drogen einschliesslich Alkohol, Rauchen, Spielsucht und allenfalls noch Sexsucht im Vordergrund. Wir denken also nur an Erwachsene. Aber gibt es nicht auch bei Kindern schon Süchte? Naschsucht, Sucht nach Süssigkeiten.... Woher kommen denn diese Süchte, welche schon von kleinauf da sein können?

Weisen Süchte nicht vor allem auf vermeintliche und wirkliche Defizite von Liebe hin? Das kleine Kind muss plötzlich lernen, ohne die totale Liebe der Mutter auskommen. Es muss selbstständig werden, und es kann dies als Liebesentzug interpretieren. Mit dem Naschen holt es sich wieder etwas, was ihm gut tut. Ein anderes Beispiel, mit dem ich konfrontiert wurde: Eine medikamentensüchtige Person, welche so viel Tabletten nimmt, dass man sofort sterben würde, wenn man dies nicht gewohnt ist, ist körperlich und psychisch von diesem Medikament abhängig. Die Person hatte Stress mit der Arbeit und eine Beziehung ist zerbrochen. Als diese Person die Umgebung gewechselt hat, in eine freie Umgebung mit Zuwendung, konnte die Person innert einer Woche die Dosis um 90 % reduzieren, praktisch ohne körperliche und psychische Entzugserscheinungen.

Für mich zeigte dieses Beispiel, dass es bei Süchten ganz wichtig ist, dass sie in einer liebevollen Umgebung aufgearbeitet werden. Nicht immer ist der strenge harte Entzug an sich gut, sondern nur schon die Umgebung kann etwas bewirken. So denke ich, dass es weniger darum geht, dass Christen sich an die Umwelt anpassen, sondern dass sie bewusst eine liebevolle Umgebung gestalten, damit Suchtkranke sich wohl fühlen und sich öffnen können.


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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Mo 22. Feb 2010, 18:39

Zusätzlich zum obigen Post ein weiterer Gedanke:

Sucht empfinde ich manchmal als ein typisches masochistisches Verhalten: Der Suchtkranke weiss, dass er sich Ungutes zufügt, aber hat trotzdem immer wieder körperliche und psychische "Lust" sich das bewusst oder unbewusst anzutun. Der Masochismus kann dann möglicherweise ersetzt werden mit einem ganz strengen asketischen Entzug in einem harten Regime. Ob das dann Heilung bringt? ...und dann kann es passieren, dass die "Geheilten" in eine weltanschauliche Sucht geraten, in die Esoterik oder in Religionen fallen.

Da wäre auch für uns Christen in den Gemeinden kritisch zu beobachten, ob zum Beispiel ein plötzlich so Frommer wirklich geheilt ist von Süchten oder ob die Sucht nur verlagert wurde. Da muss man auch in einer Gemeinde recht gut achten und unterscheiden lernen. Ist aber eine Gemeinde stark und geht achtungsvoll und liebevoll miteinander um, kann man da schon einwirken, dass "Glauben" wirklich zum Glauben wird.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon d.l.i.g » Mo 22. Feb 2010, 19:12

Hatte den Expertenthread auch mit Interesse verfolgt, da ich selbst 5 Jahre Heroin und Kokainabhöngig war.

Ich denke Erfahrung ist der beste Lehrer und Therapeut. Doch waren, einige Fragen, wie ich glaube auch von dem Experten schwer zu beantworten.

Da auch ich mich von dieser Sucht befreien wollte und musste, würde ich euch dazu gerne etwas aus meiner Erfahrung hierzu mitteilen.

Wenn jemand hierzu Fragen hat, bitte gerne, vielleicht entwickelt sich so ja ein Austausch.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon alegna » Mo 22. Feb 2010, 19:25

d.l.i.g hat geschrieben:Da auch ich mich von dieser Sucht befreien wollte und musste, würde ich euch dazu gerne etwas aus meiner Erfahrung hierzu mitteilen.

Das wäre toll lieber d.l.i.g., erzählst Du uns was Du tun musstest um frei zu werden von Drogen? Was ist geschehen, dass Du den Entschluss gefasst hast überhaupt aufzuhören?
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon d.l.i.g » Mo 22. Feb 2010, 19:56

Der Entschluss, war bei mir eines. Ich wollte Leben nicht sterben,denn ich ging dem sicheren Tode entgegen. Zudem wollte ich mich von dem Leidensdruck befreien. Ich machte einen kalten Entzug. Heute würde ich diese Entsagung, da wir ja in der Fastenzeit sind, hiermit vergleichen. Dieser Entzug reinigte meine Seele, als auch meinen Körper. So wie es auch in der Bibel beschrieben wird, machte ich daraufhin meine erste "göttliche" Erfahrung. Wurde dann allerdings nach einer Zeit nochmal rückfällig. Dann kam ich in ein sogenanntes Drogenersatzprogramm( Methadon) und dosierte mich innerhalb von 3 Monaten, Schritt für Schritt runter. Werde das Bild nie vergessen, als in der Flasche nur noch Ein ! Tropfen war. Seit diesem Tage bin ich nun 17 Jahre clean. Kurze Zeit später wurde dan bei mir eine Chronische Hepathitis C diagnostiziert, der Arzt stellte mir daraufhin eine Lebenserwartung von 10 Jahren in Aussicht. Konnte mich aber auch nicht in meinem Entschluss beeinflussen, ich wollte Leben nicht sterben. Und Gott war mit mir auf meinem Wege.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Mo 22. Feb 2010, 22:09

Taube hat geschrieben:Aber gibt es nicht auch bei Kindern schon Süchte? Naschsucht, Sucht nach Süssigkeiten.... Woher kommen denn diese Süchte, welche schon von kleinauf da sein können?


Es sind sicher auch hier verschiedene Faktoren die dazu führen das Kinder nicht mehr stark genug sind um mal nein sagen zu können. Wir leben heute in einer Überfluss Gesellschaft wo Geld sehr oft keine Grosse Rolle mehr spielt und zum anderen eben auch in einer Gesellschaft wo die Liebe in vielen erkaltet ist. Zudem haben wir eine gut florierende Industrie die natürlich auch erlickt hat das Kinder eine lukrative Einnahmequelle sind die wenn man sie früh trainiert eben zu Konsumfreudigen Erwachsenen heranwachsen.

Dies sind also Faktoren die in unserer Gesellschaft Fakt sind (Gesellschaft bedingte Faktoren). Da wir aber die Industrie schlecht ändern können und auch nicht ändern können das viel Geld vorhanden ist so liegt sicher ein präventiver Ansatz dort, wie soll mein Kind lernen mit diesem Überangebot und diesen Verlockungen um zu gehen.

Ein Kind sollte nicht unbedingt ein Askese da sein haben aber eben auch lernen in bestimmten Situationen zu verzichten, es sollte lernen das trotz überangebot und Geld das vorhanden ist, auch mal ein Verzicht möglich ist und dies muss natürlich auch geübt werden. Dies muss nicht immer nur bei Süssem sein, sondern eben grundsätzlich muss gelernt werden mit den Frustrationen umzugehen und Ihnen nicht immer ständig auszuweichen oder sie zu verdrängen.

Das Kind sollte auch lernen das eben die Liebe, die Anerkennung für etwas das es geleistet hat, viel mehr wert sein kann als sich ständig mit süssen zu belohnen. Wenn wir die heutigen Jugendlichen anschauen und Ihre Probleme, sehen wir gerade bei denen die Suchtprobleme haben folgende Eigenschaften, mangelnde Kommunikation und eben auch erhöhte Frustrationsintoleranz, dies sind Persönlichkeitseigenschaften die schon vorhanden sind und diese werden eben durch die Drogen, durch das flüchten in unreale Welten zusätzlich verstärkt.

Zudem können Jugendliche sehr schlecht dem Markendruck wiederstehen und dem Druck der Gruppe wiederstehen, was auch wieder darauf hindeutet das sie ein Mangel in der Persönlichkeit haben, im Bereich Kommunikation. Dies muss also gelernt sein wie gehe ich mit Druck und Verzicht um.

Zum Teil sind die positiven Werte ganz ab Handen gekommen. Werte die vermittelt werden müssten. Das ein Leben mit Dolce und Gabbana und Party nicht das ist was die Mehrzahl hier erwartet. Das die negativen Seiten kommen, die auch auf positive Weise bewältigt werden müssen, wo die Flucht in die Droge nicht weiterhilft. Sie hilft nicht weiter Werte zu finden, sie hilft nicht weiter das Problem Kommunikation zu lösen (ausser Smalltalk), sie hilft auch nicht sich und seine Schwiergkeiten zu sehen und anzugehen, soweit die Theorie.

Nun zur Praxis je früher Kinder also im Bereich Komunikation, Selbstwertgefühl gestärkt werden, je früher ihnen positive Werte vermittelt werden und sie Vorbilder sehen, die wirklich nachahmenswert sind, je mehr Ressourcen haben sie für das Leben.

Wenn sie sehen das der ganze Hedonismus nicht wirklich das ist was die Menschen weiterbringt, desto stärker werden sie sein, wenn sie in der Pubertät Ihren eigenen Wege suchen. Das Problem ist das die Eltern heute zum Teil zwar auch viel machen und tun können aber das die Gesellschaft eben tatsächlich von einem Wertezerfall betroffen ist und es uncool scheint etwas soziales zu tun aber cool ist viel unsoziales zu tun.

Wenn es Eltern in der Erziehung gelingt die Kinder eben so zu stärken das sie cool sein hinterfragen können und Ihnen auch postive Werte aufzeigen, so gehen sie gestärkter in das Leben. Dies ist keine Garantie aber ein Ziel. Jetzt haben wir aber das Problem das viele Eltern und zwar immer wie mehr, eben selbst nicht das gelernt haben in der Kindheit und gerade diejenigen die am meisten Schulung bräuchten, in Richtung Kindererziehung, kann man schlecht motivieren an Anlässen wie Suchtprävention und Kindererziehung teilzunehmen.

Eine Möglichkeit ist also das Eltern die Kraft und Ressourcen haben, diese auch mit den Kindern teilen, die mit den eigenen Kindern zur Schule gehen. Dies ist nicht ausreichend genug aber immerhin etwas und da habe ich schon gute Erfahrungen gemacht damit und da muss man nicht Therapeut sein dazu.

Ich kenne auch Gemeinden die eine Top Jugendarbeit haben aber nicht nur für die Kinder die in die Gemeinde kommen, sondern auch für diejenigen die nie den Weg zur Gemeinde finden würden. Hier glaube ich könnte aber im Bereich der Gemeinden sicher noch viel getan werden durch das natürliche mitnehmen und teilhaben lassen von Kindern in Lagern, Veranstaltungen usw. Genau dort können Kinder mit Defiziten ein wenig Wärme, gute Vorbilder, Komunikation und Selbstwert Gefühl kennen lernen, damit auch Ihre Chancen erhöht werden für das Leben.

Weisen Süchte nicht vor allem auf vermeintliche und wirkliche Defizite von Liebe hin? Das kleine Kind muss plötzlich lernen, ohne die totale Liebe der Mutter auskommen. Es muss selbstständig werden, und es kann dies als Liebesentzug interpretieren. Mit dem Naschen holt es sich wieder etwas, was ihm gut tut. Ein anderes Beispiel, mit dem ich konfrontiert wurde: Eine medikamentensüchtige Person, welche so viel Tabletten nimmt, dass man sofort sterben würde, wenn man dies nicht gewohnt ist, ist körperlich und psychisch von diesem Medikament abhängig. Die Person hatte Stress mit der Arbeit und eine Beziehung ist zerbrochen. Als diese Person die Umgebung gewechselt hat, in eine freie Umgebung mit Zuwendung, konnte die Person innert einer Woche die Dosis um 90 % reduzieren, praktisch ohne körperliche und psychische Entzugserscheinungen.


Ja gerade in einem Umfeld wo jeder Cool und Erfolgreich sein muss kommt die Liebe oft zu kurz. Unsere Schulen sind ausgelegt den IQ des Kindes zu fördern aber sehr oft, sicher nicht immer wäre neben der Förderung des IQ die Förderung des EQ wichtig. Denn was nützt es unserer Gesellschaft wenn wir erfolgreiche neue Topmanager haben, die kein Verständnis für Soziale Anliegen haben, die nicht lernen Konflikte in Betrieben anzugehen, die nicht spüren wenn Mitarbeiter manchmal neben der vollen Lohntüte eben noch anderes brauchen würden? Die keine Gespür haben für Soziale Probleme oder Mobbing. Sicher ist ein Manager kein Sozialarbeiter aber wenn die Grundkompetenzen in diesem Bereich fehlen und man davon ausgeht der Mitarbeiter muss funktionieren sonst fliegt er, das ist ein Grund mehr, warum wir immer mehr Menschen haben die aus dem System fallen. Viele fallen weil sie Drogen nehmen raus aber wenn sie rausgefallen sind nehmen sie eben noch mehr Drogen. Förderung des EQ in Schulen ist ein Schlagwort aber es müsste auch umgesetzt werden. Zudem auch gezielte Schulung von Mitarbeiter die Probleme haben da wäre die Sozialarbeit gefordert die den Sprung zwischen den Interessen der Industrie und den Interessen der Mitarbeiter die Probleme haben Lösungen findet.

Für mich zeigte dieses Beispiel, dass es bei Süchten ganz wichtig ist, dass sie in einer liebevollen Umgebung aufgearbeitet werden. Nicht immer ist der strenge harte Entzug an sich gut, sondern nur schon die Umgebung kann etwas bewirken. So denke ich, dass es weniger darum geht, dass Christen sich an die Umwelt anpassen, sondern dass sie bewusst eine liebevolle Umgebung gestalten, damit Suchtkranke sich wohl fühlen und sich öffnen können.

Gruss Taube


Ja Taube, Liebe, Anerkennung und Annahme ist sehr wichtig gerade dann wenn der Selbstwert am Boden zerstört ist, braucht es viel Muttermilch. Um diesen Selbstwert aber wieder aufzubauen muss man früher oder später immer mehr die Samthandschuhe abziehen und zeigen was es heisst in der Frustration nicht unter zu gehen. Wenn dies nicht passiert enden wir bei den Therapien die heute angeboten werden, lebenslange Betreuung. Das ist für die Therapeuten lukrativ aber für die Betroffenen nicht das beste.

Gott will aber das der Mensch wieder laufen kann ohne die Krücke eines Therapeuten und dazu muss er lehren negative Momente auszuhalten, er muss merken was es heisst zu überleben ohne das einlullen der Drogen. Interessant ist das Liebe wichtig ist aber die Liebe die immer Mitleid zeigt, bringt die meisten nicht weiter. Diejenigen die es geschafft haben und zwar "langfristig" sind diejenigen die gelehrt haben mit der Frustration umzugehen, die gelernt haben mit Schmerzen umzugehen, gelernt haben Geduldig zu sein, gelernt haben nicht bei jedem Problemchen wieder zu fliehen, sondern sich diesen Problemen zu stellen, die gelernt haben mit der Situation in der sie stecken zurecht zu kommen und zwar nicht wieder mit den Methoden der Gasse die sie ja kennen.

Sicher kann man nicht mit jedem Menschen gleich schnell vorwärts gehen aber gerade aus dieser Erwartunghaltung alles ist immer gut muss man den Süchtigen befreien und hierzu gehört eine Hand die Liebe geben kann aber auch eine Hand die zeigt, was neben dem auch noch nötig ist.

Ich gebe Dir Recht ein Ort der Geborgenheit und wo man Kraft bekommt und man auch mal nicht stark sein muss denn braucht es, zudem Gemeinschaft aber um bestehen zu können muss ein Süchtiger lernen an den Orten klar zu kommen wo ein anderer Wind weht. Wenn er nie lernt mit diesem Wind klar zu kommen dann wird er nur dort überleben wo die Samthandschuhe sind und er wird nur dann keine Drogen nehmen, solange alles schön Rund läuft, sobald das erste Problem kommt wird er wieder Rückfällig.

Derjenige der aber gelernt hat wo er Kraft bekommt, der wird auch dem eisigen Wind standhalten können und er wird wissen welche Kraft die schwachen durchträgt. Derjenige der lernt wie man dem eisigen Wind entgegen tritt und Ihn präventiv verhütet oder erfolgreich bekämpft der wird siegen. Derjenige der nur Opium bekommt von seinen Mitmenschen, wird nur bestehen bis ihm das Menschliche Opium wieder entzogen wird.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon sugi » Mo 22. Feb 2010, 22:23

firebird hat geschrieben:Dies tönt alles sehr gut. Tatsache ist jedoch, dass es sehr viele wiedergeborene Christen gibt, die von einer Sucht geknechtet werden. Nennen wir einmal:

- Nikotinsucht
- Alkoholsucht
- Auch gibt es immer wieder Berichte, wonach die Pornosucht vor christlichen Männer auch nicht Halt macht. Solches wirkt sich auf Ehen sehr zerstörerisch aus.

Was ist los mit diesen Christen ??

Hat Jesus Christus nicht verheissen, dass wen der Sohn frei macht, dass der eben recht frei ist ??

Ja, wer glaubt, der ist frei, frei von jeder Schuld..Gerechtfertigt! Was nicht heisst, dass wir hier und jetzt nicht mehr sündigen! Das geht nicht!
Jedoch kann man Jesus ähnlicher werden, und wenn es nur eine Hauch davon ist.. Den Weg gehen..und sich führen und leiten lassen!

Joh.3,3-5
3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem3 geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter hineingehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.


Wer Jesus nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich!

Jesus liebt jeden Menschen gleich!!

Eine Frage:
Du sagst, dass es sehr viele Christen gibt, die von einer Sucht geknechtet werden..
Danach heisst es wieder, was ist mit diesen Christen los?

Das erstere hört sich an, als ob sie nichts dafür können, und beim zweiten wiederum nicht mehr..!

Vielemehr muss sich JEDER selbst fragen! Und sich wieder einmal mehr, Jesus ausliefern und Ihm abgeben..!! Ja, das kann schmerzen!
Das geht nicht hopedihop.. Wie müssen lernen, vielmehr auf Jesus zu schauen, anstatt immer zurück! Meist dreht man sich gerne im Kreisel, wo es nur um sich selbst geht, aber wo führt das schlussendlich hin?
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Reginald 32 » Mo 22. Feb 2010, 23:39

sugi schreibt:
firebird hat geschrieben:
Dies tönt alles sehr gut. Tatsache ist jedoch, dass es sehr viele wiedergeborene Christen gibt, die von einer Sucht geknechtet werden. Nennen wir einmal:

- Nikotinsucht
- Alkoholsucht
- Auch gibt es immer wieder Berichte, wonach die Pornosucht vor christlichen Männer auch nicht Halt macht. Solches wirkt sich auf Ehen sehr zerstörerisch aus.

Was ist los mit diesen Christen ??

Hat Jesus Christus nicht verheissen, dass wen der Sohn frei macht, dass der eben recht frei ist ??

Ja, wer glaubt, der ist frei, frei von jeder Schuld..Gerechtfertigt! Was nicht heisst, dass wir hier und jetzt nicht mehr sündigen! Das geht nicht!
Jedoch kann man Jesus ähnlicher werden, und wenn es nur eine Hauch davon ist.. Den Weg gehen..und sich führen und leiten lassen!

Joh.3,3-5
3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem3 geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter hineingehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.


Wer Jesus nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich!

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Eine Frage:
Du sagst, dass es sehr viele Christen gibt, die von einer Sucht geknechtet werden..
Danach heisst es wieder, was ist mit diesen Christen los?

Das erstere hört sich an, als ob sie nichts dafür können, und beim zweiten wiederum nicht mehr..!

Vielemehr muss sich JEDER selbst fragen! Und sich wieder einmal mehr, Jesus ausliefern und Ihm abgeben..!! Ja, das kann schmerzen!
Das geht nicht hopedihop.. Wie müssen lernen, vielmehr auf Jesus zu schauen, anstatt immer zurück! Meist dreht man sich gerne im Kreisel, wo es nur um sich selbst geht, aber wo führt das schlussendlich hin?


Hallo zusammen.
Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie evangelikale Christen die Abstinenz von Nikotin und Alkohol unter "Gesetzlichkeit" abtun.
Unserem frühereren Nachbarn, Tischlermeister führendes Mitglied in einer großen Brüdergemeinde, ging die Zigarre den ganzen Tag nicht aus.. Kaum hatte er in seiner Gemeinde sonntags das Abendmahl genommen, steckte er sich draußen vor der Tür sofort wieder seine Zigarre an. Das ging aber nicht nur ihm so, das habe ich auch bei vielen seiner Glaubensgenossen beobachtet. Nichtrauchen sei Gesetzlichkeit, antwortete man mir.
Mit dem gleichen Argument wurden Wein und Bier verteidigt, von anderen Süchten gar nicht mal zu sprechen..
Und ärztliche Programme für Ausstieg aus Süchten, die öffentlich angeboten werden, gibt es im evangelikalen Bereich nur bei den Adventisten und dem Deutschen Verein für Gesundheitspflege und im kirchlichen Bereich beim blauen Kreuz.

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon sugi » Di 23. Feb 2010, 11:45

Reginald 32 hat geschrieben:Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie evangelikale Christen die Abstinenz von Nikotin und Alkohol unter "Gesetzlichkeit" abtun.

Wenn du meinst, ich denke so, dann ist da irgendwas falsch angekommen..
(ich sage das deswegen, weil du mich zitiert hast) ;)

Ich kann es nicht mehr hören! Der Christ muss, der Christ soll, der Christ darf dies nicht, der Christ darf das nicht..!!

Auch Christen sind bloss Menschen! Mit Fehlern..! Was nicht heisst, dass man nichts dagegen tun soll..

Es ist jedoch umso tröstlicher zu wissen, dass Jesus immer und jeden Menschen annimmt, so wie er ist!
Das, was Menschen NICHT tun können!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Oli4 » Di 23. Feb 2010, 14:28

Wo ist ein gehbarer, realer, eigener 'Mittel'-Weg zwischen Abstinenz und Sucht? Wo ist der 'Mittel'-Weg zwischen Gesetzlichkeit und Freiheit in Gnade ?

Oft hört man von physischen Süchten die man sehr schnell am besten an anderen sich denkt, äusserlich klar udn deutlich zu ersehen.
Kennen wir auch die eigenen, oft seelischen Süchte wie Kritiksucht, Selbstdarstellungssucht, Unvergebbarkeitssucht, Jähzorn und unkontrollierte Wutausbrüche, Arbeitssucht, Shoppingsucht, Sportsucht, Essucht, TV-Sucht usw. usf. ?
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Di 23. Feb 2010, 14:43

kingschild hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Aber gibt es nicht auch bei Kindern schon Süchte? Naschsucht, Sucht nach Süssigkeiten.... Woher kommen denn diese Süchte, welche schon von kleinauf da sein können?


Es sind sicher auch hier verschiedene Faktoren die dazu führen das Kinder nicht mehr stark genug sind um mal nein sagen zu können.

.................

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Danke für die sehr ausführliche und vertiefte Antwort. Vielleicht komme ich noch auf ein paar gute Gedanken von Dir zurück. Im Moment möchte ich es so stehen lassen.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon firebird » Di 23. Feb 2010, 17:30

Lieber Kingschild,

Vielen Dank, dass Du mein Post von der letzten Woche aufgenommen hast und daraus einen neuen Thread eröffnet hast. Auch ganz herzlichen Dank für Deine ausführlichen und seeehr interessanten Posts.

Gestern kam ich von meinem verlängerten Wochenende zurück. Ich war kurze Zeit im Forum und schon wurde ich auf diesen Thread hingewiesen. Vorher konnte ich mir Zeit nehmen um mich in das Geschriebene zu vertiefen.

Ein Abschnitt ist so richtig aus meinem Herz geschrieben:

kingschild hat geschrieben:Entweder beginnt dann ein menschlicher Kampf der falsch ist oder man lässt sich gar nicht auf den Glaubenskampf ein. Beides führt nicht an das Ziel und somit ist das versagen vorprogrammiert und mit dem Versagen kommt die Anklage des Feindes, die vernichtung bringt.



Wenn ich Dich richtig verstehe, meinst Du jenen Kampf der aus jener Illusion heraus entsteht, wenn jemand meint sich selbst aus eigenen Kräften aus der Sucht befreien zu können.

Wenn ich so die "christliche Szene" hierzulande betrachte, (bewege mich schon seit 36 Jahren darin), so stelle ich 2 Strömungen fest:

A) Die Leistungsbetonten, wo es darum geht anzupacken (gemeint aus eigener Kraft). Man muss eine fromme Leistung erbringen. Da werden auch nur jene akzeptiert, die ihre Leistung erbringen. Doch schlussendlich fragt man sich, wo ist das Evangelium der Gnade geblieben?

B) Jene welche glauben, dass Jesus Christus Alles und Jedes für uns getan hat. Was natürlich zutreffend ist, in Bezug auf die Gerechtigkeit vor Gott. Jedoch nicht, wenn es um unser irdisches Dasein geht. Diese Fehlhaltung erzeugt eine Passivität.


Wenn Christen der Gruppe B) in Süchten gefangen sind, verschieben sie das Freiwerden auf den Tag X, wo sie ohne ihr Dazutun von der Sucht befreit werden. Nur in seltensten Fällen kommt ein solcher Tag X. Also bleiben sie in den Süchten gefangen, was dann auch zur Glaubenskrise führt. Klar, wenn es bei einem soo kopflastigen Glauben zu einer Krise kommt, entsteht die Chance, dass der Glaube gesundet.


Bei der Gruppe A) läuft es eigentlich so ab, wie es im ersten oben zitierten Satz heisst. Nämlich der hoffnunglose menschliche Kampf. Zwar darum, weil ein suchtgebundener Christ die erwarteten Normen nicht erfüllt. Aus dem vorprogrammierten stetigen Versagen heraus, werden sie mit der Hoffnungslosigkeit in voller Wucht konfrontiert. Dieser Misserfolg treibt sie noch mehr in die Sucht, und dazu noch in die Resignation.


Ich denke beide Gruppen leiden daran, dass sie eine Liteversion des Evangeliums verkündigt bekommen haben. Oder dass sie wesentliche Aspekte des Evangeliums ganz einfach vergessen haben.

Kingschild, Du erwähnst den Glaubenskampf. Wie könnte dieser für einen suchtgebundenen Christen konkret aussehen?

Nochmals vielen Dank

Herzliche Grüsse
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 17:49

d.l.i.g hat geschrieben:Ich wollte Leben nicht sterben,denn ich ging dem sicheren Tode entgegen.



Dies ist sicher mal eine Grund voraus Setzung um etwas verändern zu wollen oder eben veränderung zulassen zu können. Wie ein Mensch zur Erkenntnis kommt die kann vielfältig sein aber ich denke gerade auch das hinweisen auf negative Verhaltensmuster kann mithelfen den Prozess der Erkenntnis zu beschleunigen. Wenn der Mensch nicht mal mehr sieht was er sich im Grunde genommen selbst antut dann gibt es ja für Ihn auch kein grossen Grund es verändern zu wollen.

Was mich noch Wunder nähme d.l.i.g wie kamst den Du zur Erkenntnis das Du dem Tod entgegen gingst? War es der Leidensdruck oh das Gefühl der Ohnmacht zu spüren das man die Freiheit verloren hatte? Wenn ja wurde dies durch äussere Einflüsse noch bestärkt?

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon d.l.i.g » Di 23. Feb 2010, 19:06

Ja Kingschild, so kann man es sicherlich auch gut beschreiben, es fühlte sich an, als wenn man die Freiheit verloren hatte. Danke dir für diese Einsicht, macht es so für mich bewusster und hilft so, es so deutlicher zu ergründen.
Du hast Recht, ich hatte das Gefühl in meinem Körper gefangen zu sein, er verlangte nach Drogen und die Seele spürt so etwas wie Ohnmacht.
Ich lebte auf der Strasse, war bis auf Haut und Knochen abgemagert. Mein Körper war übersät von Einstichen und Abszessen, zuletzt hatte ich nur noch eine freie Stelle, die am Hals, da alle anderen Venen schon vernarbt waren. Ich ass, zum Teil Tagelang nichts und spürte, wie mein Körper immer schwächer wurde. Ich spürte es, wenn ich so weiter mache gehe ich dem Tod entgegen. Der Leidensdruck, war vorher schon sehr intensiv. Nur hatte ich nun eine Entscheidung zu treffen. Leben oder Tod.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 19:22

firebird hat geschrieben:
Kingschild, Du erwähnst den Glaubenskampf. Wie könnte dieser für einen suchtgebundenen Christen konkret aussehen?

Herzliche Grüsse
Firebird


Der süchtige Mensch erwartet von seiner Handlung oder eben vom zufügen der Droge in das Nervensystem, unmittelbar ein positives Gefühl/Befriedigung. Zudem ist sein Nervensystem bei Drogenkonsumenten durch den Jahrelangen Konsum völlig beeinträchtigt.

Jetzt bekommt er vielleicht mal von Menschen die Information: Wenn der Sohn frei macht, der ist wirklich frei.

Er versucht erste Schritte im Glauben und Gott nimmt ihn an in seiner Liebe und gibt Ihm feste Zusagen in die Hand. Der Moment wenn er angenommen wird, ist oft sehr überwältigend, so das der Süchtige sich dann genau an dieses Erlebnis/Wunder/Gefühl klammert.

Jetzt kommt aber der Moment wo er im Alltag bestehen soll, im Glauben hoffen auf das was er nicht sieht, sondern auf das was verheissen ist. Dieser Weg ist nicht immer nur einfach und schön und ein tolles Gefühl. Das Volk Israel ist auch uns hier gegeben zu schauen was abging.

Das Volk bekam die Freiheit vom Pharao und jubelte, weil sie erkannt haben Gott ist allmächtig, Gott ist treu, Gott erhört die Gebete, Gott ist der Retter in der Not. Dann nehmen sie die Verheissung und gehen auf den Weg und dann kommt die Wüste, die man mit Gottes Kraft und Führung durchwandern sollte. Wie lange hat es gedauert beim Volk Israel vom Jubel bis zum murren? Nachdem sie die grössten Wunder sahen, war innert kürzester Zeit alles schon vergessen, was sie mit eigenen Augen sehen konnten.

Genau so geht es den Süchtigen oft und sie verlieren das Gott vertrauen, weil sie nicht unmittelbar das bekommen was Ihnen von Gott verheissen wurde. Der Süchtige ist gewohnt immer sofort befriedigung zu erhalten, dies hat er Jahre antrainiert und wenn die ausbleibt, dann rennt er dem Stoff oder seinem Verhalten hinterher und nicht immer aber sehr oft kehrt er zurück zur Kotze und leckt sie wieder auf was in noch stärker bindet als vorher.

Das Evangelium Gottes ist aber zwei oder drei beten im Namen Jesus Christi, binden und sprechen frei wenn jemand zur Busse geführt wurde. Diese Verheissung muss noch nicht unmittelbar im sichtbaren Bereich sein, trotzdem dürfen sowohl die Beter und der Süchtige als empfangender wissen das Gottes Zusage gewiss ist, Gottes Wort lügt nicht.

Joh 14:13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne

Er will es tun aber es steht nicht gleich oder wann. Das heisst es wurde getan durch Christi aber wer glaubt muss dann auch daran festhalten wenn der Teufel kommt und im diese Stelle oben wiederlegen will. Wer hier nicht wiedersteht in der Kraft Gottes und mit dem Wort Gottes, von dem flieht der Teufel nicht, sondern der wird vom Teufel überwältigt oder zermürbt.


Wer aber wiedersteht in der Kraft Gottes und mit dem Wort Gottes der wird die Freiheit in der Wüste spüren und der Teufel wird keine Macht mehr haben. Kein Gebrüll wird den Gläubigen dazu bringen auch nur einen Millimeter vom Wort Gottes und seinen Verheisssungen abzuweichen.

Wer erreichte das Verheissene Land und in welcher Kraft? Diejenigen die von den Riesen zurückschreckten und vergassen wie gross und Mächtig Gott ist? Oder solche wie Josua und Kaleb die sagten da sind zwar Riesen aber wenn der Herr mit uns ist und das ist er, werden wir sie nicht mit unserer Kraft sondern mit seiner Kraft in die Flucht schlagen. Das ist Glaubenskampf.

Wenn also jemand selber will dann wird im der Teufel die Fresse polieren und zwar gewaltig, wenn jemand aufgibt da muss er nichts mehr tun, aber fliehen wird er nur von denen die festhalten am Wort Gottes und seinen Verheissungen und zwar durch die Krat Jesu Christi.

Joh 15:5 Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Sei dem gesagt der selber den Kampf aufnimmt.

Und demjenigen der meint Sucht sei etwas von Gott und man müsse bis zum Tag X warten sei folgendes gesagt:

2Kor 3:17 Denn der HErr ist der Geist. Wo aber der Geist des HErrn ist, da ist Freiheit.

Diese Freiheit hatten die Apostel selbst dann wenn sie physisch im Gefängnis waren, diese Freiheit hatten die Juden in der Wüste aber sie war eben nicht immer sichtbar und das Verheissene lag noch vor Ihnen.

Jedem der jetzt Verheissung hat und sie weder sieht oder nicht spürt sagt das Wort des Herrn was er tun soll:

Habakuk 2.2 Der HErr aber antwortet mir und spricht: Schreibe das Gesicht und male es auf eine Tafel, daß es lesen könne, wer vorüberläuft (nämlich also):
3 Die Weissagung wird ja noch erfüllet werden zu seiner Zeit und wird endlich frei an Tag kommen und nicht außen bleiben. Ob sie aber verzeucht, so harre ihrer; sie wird gewißlich kommen und nicht verziehen.

Wen der Sohn frei macht der ist wirklich frei aber nur wer nicht weicht weder zur rechten noch zur linken, durch die Kraft dessen der frei macht wird die Verheissung in Empfang nehmen können.

Dies gilt ja nicht nur für die Süchtigen sondern für jeden der die Verheissung Gottes erhalten hat und im Moment sieht er nur Wüste und einen Teufel der dauernd spricht: Gottes Verheissung wo sind sie den, wo, wo, wo, die sind unwahr, nicht für Dich alles nur Lüge und Märchen.

Was ist Glaubenskampf:

Jak 4:7 So seid nun GOtt untertänig. Wider stehet dem Teufel, so flieht er von euch.

Das festhalten am Wort Gottes, seinen Verheissungen und das schauen auf Christus, schlägt den Teufel in die Flucht. Die Angriffe werden nicht ausbleiben aber die Seele kann er uns nicht rauben. Dieser Kampf muss auch ein süchtiger lehren und manchmal bekommt er das Gefühl das ein Fallen nicht heilsam ist aber wer mit Gott wieder aufsteht dem wird der Teufel nichts mehr anhaben können.

Kol 3:16 Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem HErrn in eurem Herzen.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 19:30

d.l.i.g hat geschrieben:Ja Kingschild, so kann man es sicherlich auch gut beschreiben, es fühlte sich an, als wenn man die Freiheit verloren hatte. Danke dir für diese Einsicht, macht es so für mich bewusster und hilft so, es so deutlicher zu ergründen.
Du hast Recht, ich hatte das Gefühl in meinem Körper gefangen zu sein, er verlangte nach Drogen und die Seele spürt so etwas wie Ohnmacht.
Ich lebte auf der Strasse, war bis auf Haut und Knochen abgemagert. Mein Körper war übersät von Einstichen und Abszessen, zuletzt hatte ich nur noch eine freie Stelle, die am Hals, da alle anderen Venen schon vernarbt waren. Ich ass, zum Teil Tagelang nichts und spürte, wie mein Körper immer schwächer wurde. Ich spürte es, wenn ich so weiter mache gehe ich dem Tod entgegen. Der Leidensdruck, war vorher schon sehr intensiv. Nur hatte ich nun eine Entscheidung zu treffen. Leben oder Tod.

lg d.l.i.g


Ich freue mich das Du die richtige Entscheidung treffen konntest. Eine Frag d.l.i.g bist Du nun frei oder würdest Du Dich als jemanden bezeichnen der heute noch gegen dieses Sucht kämpfen muss? Oder musstest Du gegen andere Süchte kämpfen?

Würdest Du sagen im nachhinein auch das Leiden hat geholfen damit Du den richtigen Weg wählen konntest? Ich meine nicht das dies frei macht aber eben hilft zu entscheiden.

Wenn es Dir zu persönlich wird oder zu Nahe geht, einfach nicht antworten.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon alegna » Di 23. Feb 2010, 19:39

Taube hat geschrieben:Aber gibt es nicht auch bei Kindern schon Süchte? Naschsucht, Sucht nach Süssigkeiten.... Woher kommen denn diese Süchte, welche schon von kleinauf da sein können?

Weisen Süchte nicht vor allem auf vermeintliche und wirkliche Defizite von Liebe hin?

Aus eigener Erfahrung weiss ich dass Sucht meist einen viel tieferen Hintergrund hat, denen sich der Süchtige meist nicht mal selbst bewusst ist. Deshalb finde ich es wichtig herauszufinden weshalb Sucht entsteht. Bei Kleinkindern würde ich noch nicht von Sucht sprechen, eher von anerzogenener falscher Befriedigung, gebe ich meinem Kind Zuneigung wenn es dies wünscht oder speise ich es mit Essen oder neuem Spielzeug ab? Dies kann natürlich längerfristig in einer Sucht enden, weil nie gelernt wurde mit Gefühlen und wirklichen Bedürfnissen umzugehen ist. Für mich fängt es klar in der Familie an, was vermittle ich meinen Kindern, welchen Wert lernt es, kann es genug Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl aufbauen, darf es auch mal total daneben sein und weiss es sich trotzdem geliebt, oder muss es erst eine Leistung erbringen um Zuneigung und Wertschätzung zu erleben von den Eltern? Wie gehen die Eltern selbst mit Süchten um? Es scheint ja widersinnig zu sein selbst zu Rauchen, aber dem Kind vermitteln zu wollen es sei schlecht. Ich glaube aber auch, dass es Menschen gibt die eher gefährdet sind von irgend einer Substanz süchtig zu werden als andere. Es zeigt sich ja in Familien mit mehreren Kindern die also die gleichen Voraussetzungen hatten, aber nicht alle werden süchtig. Deshalb ist es auch falsch auf bestimmte Menschengruppen zu zeigen, ich habe aus allen Schichten Drogensüchtige kennengelernt, aus sogenannt guten wie auch aus sozial schwachen Familien.
Irgendwann ist aber jeder in der Lage selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, es geht also gar nicht nur den Eltern die Schuld zu geben, denn ein Süchtiger entscheidet sich selbst der Sucht nachzugeben, oder auszusteigen.
Doch jetzt kommt es zum Dilemma im Süchtigen selber, irgendwann kann er nicht mehr anders als nachzugeben, weil all das was bei Entzug auf ihn zukäme viel zu schmerzhaft wäre.

Den Ansatz in der Hilfe eines Süchtigen sehe ich darin ihn zu stärken, ihm Wertschätzung und Selbstvertrauen zu vermitteln, denn Gott liebt jeden, ausnahmslos jeden Menschen. Eine neue Sicht zu zeigen, ihn zu lieben wie Gott ihn liebt.
Viele Gemeinden sind gerade darin überfordert, sie sind nicht mehr sensibilisiert den leidenden Menschen wahrzunehmen was aber nicht nur ihre Schuld ist sondern auch die des Leidenden. Wer ist schon bereit zuzugeben dass er süchtig ist und Hilfe benötigt?
Das Ziel soll abstinenz sein und nicht dem Süchtigen mit seiner Droge (egal jetzt was) ruhig zu stellen und ihn Gesellschaftsnorm zu machen.
Psalm 100,5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 19:41

Taube hat geschrieben: Ist aber eine Gemeinde stark und geht achtungsvoll und liebevoll miteinander um, kann man da schon einwirken, dass "Glauben" wirklich zum Glauben wird.

Gruss Taube


Genau dort wo eben Korrektur nötig ist die Gemeinde gefordert wie eben auch das tragen der schwachen.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Johncom » Di 23. Feb 2010, 19:47

kingschild hat geschrieben:
d.l.i.g hat geschrieben:Ja Kingschild, so kann man es sicherlich auch gut beschreiben, es fühlte sich an, als wenn man die Freiheit verloren hatte. Danke dir für diese Einsicht, macht es so für mich bewusster und hilft so, es so deutlicher zu ergründen.
Du hast Recht, ich hatte das Gefühl in meinem Körper gefangen zu sein, er verlangte nach Drogen und die Seele spürt so etwas wie Ohnmacht.
Ich lebte auf der Strasse, war bis auf Haut und Knochen abgemagert. Mein Körper war übersät von Einstichen und Abszessen, zuletzt hatte ich nur noch eine freie Stelle, die am Hals, da alle anderen Venen schon vernarbt waren. Ich ass, zum Teil Tagelang nichts und spürte, wie mein Körper immer schwächer wurde. Ich spürte es, wenn ich so weiter mache gehe ich dem Tod entgegen. Der Leidensdruck, war vorher schon sehr intensiv. Nur hatte ich nun eine Entscheidung zu treffen. Leben oder Tod.


Das ist erschütterend zu lesen - und gleichzeitig richtungsweisend: Freiheit ist möglich ! :praise: Danke
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 19:56

Oli4 hat geschrieben:Wo ist ein gehbarer, realer, eigener 'Mittel'-Weg zwischen Abstinenz und Sucht?


Da müssten wir eben noch genauer darauf eingehen bei was ist der Mittel Weg ein gangbarer Weg und bei was ist es ein Illusion zu glauben es gäbe einen Mittelweg.

Da ja nicht jeder Mensch auf das gleiche anspricht und einige Dinge ein hohes andere ein eher niedrieges Suchtpotential haben kann man dies wohl nur selbst mit Gottes Hilfe herausfinden wo mich meine Freiheit vielleicht wieder selbst in Abhängigkeiten führt die ich nicht bräuchte.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon alegna » Di 23. Feb 2010, 20:05

Hilfe kann nur da fruchten wo Hilfe angenommen wird. Ein Süchtiger kann nur da fruchtende Hilfe erfahren wo er selbst bereit ist Hilfe anzunehmen, bereit ist sich zu öffnen und hin zu sehen.
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon d.l.i.g » Di 23. Feb 2010, 21:15

Ich freue mich, wenn du nachfragst.

Weisst du Kingschild, ich denke das Offenheit bei dem Thema Drogen viel bewirken kann in Zukunft. Denn wenn wir alle offenener mit unseren Süchten umgehen, sie erkennen und auch etwas ergründen, wird so auch eine gewisses Vertrauen aufgebaut. Ohne Vertrauen, läuft beim Thema Suchtprävention und Beratung glaube ich nicht viel. Und irgendwie sind wir ja alle Versuchungen der Sucht unterworfen, gibt ja viele...

Bin seid 17 Jahren clean, aber ich würde heute nicht davon sprechen, das man Sucht bekämpft, ich benutze hier andere Begriffe. Denn danach gerat ich in eine sogenannte Arbeitssucht, wie bekämpft man sie?

Was mir fehlt beim Thema Sucht, ist die Antwort auf die Frage. Was ist Sucht, wo hat sie ihren Ursprung? Wie würdet ihr, diese Frage mit einem Satz beantworten?

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 21:55

d.l.i.g hat geschrieben:Bin seid 17 Jahren clean, aber ich würde heute nicht davon sprechen, das man Sucht bekämpft, ich benutze hier andere Begriffe. Denn danach gerat ich in eine sogenannte Arbeitssucht, wie bekämpft man sie?


Es gibt Menschen die stehen im Kampf gegen die Sucht selber auf gerade Menschen die Gottes Kraft nicht kennen sind oft vor dem Dillema selber kämpfen oder kapitulieren und Gratis Stoff vom Staat...

Die Arbeitssucht ist sicher auch nicht das gesündeste man müsste da mal anschauen in was für einer Arbeitssituation du stehst, ob das Verhalten nur durch Dich bedingt kommt oder durch den Druck den die Gesellschaft heute vorgibt. Je nach dem könnte man dann Strategien entwickeln wie man wieder vermehrt eben in die Ruhe Gottes einkehren kann und auch die anderen Dinge im Leben nicht zu kurz kommen lässt. Die Arbeitssucht ist halt etwas angesehenes und toleriertes aber sie zerstört auch Beziehungen, Herzen und ist höchst ungesund. Eine genauere Analyse wäre hier sicher sinnvoll. Ich denke an Dich im Gebet damit Dir der Herr die Augen öffnet was zu tun ist.

Was mir fehlt beim Thema Sucht, ist die Antwort auf die Frage. Was ist Sucht, wo hat sie ihren Ursprung? Wie würdet ihr, diese Frage mit einem Satz beantworten?


Sehnsucht, das sehnen nach dem verloren gegangen Ort wo der Frieden, die Freude und die Liebe überfliessend ist. Irgendwie sucht der Mensch nach diesem und kommt halt oft auf Irrwege die dann in Stress, unfrieden und Kälte endet. Wer hat schon nicht gerne Liebe und Geborgenheit, Freude und Frieden und so sehnen wir uns nach diesem und viele suchen nicht bei dem der sagt ich habe im Überfluss davon. Wer möchte schon nicht gern mal stark sein anstatt hilflos und schwach aber die Stärke die Drogen vermitteln kennst Du ja und wo sie enden auch diese Lügen Gefühle.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Di 23. Feb 2010, 22:04

alegna hat geschrieben:Hilfe kann nur da fruchten wo Hilfe angenommen wird. Ein Süchtiger kann nur da fruchtende Hilfe erfahren wo er selbst bereit ist Hilfe anzunehmen, bereit ist sich zu öffnen und hin zu sehen.


Das sehe ich auch so Alegna aber braucht nicht gerade auch mal der Süchtige wieder ein Starke Hand die Ihn gegen den Willen zieht? Die Ihm mal aufzeigt das man auf dem falschen Weg ist? Oder mal grob Berndeutsch gesagt: Bruchts nie ä schut ids füdle :lol: Oder jemand der einem die Augen auftut für die Realität. Klar wenn der Mensch dann nur noch blockiert dann geht nichts voran oder eben nur millimeter um millimeter und das wäre schon besser als nichts.

Was ich aber sehe ist das bei Menschen die so verletzt oder abgestumpft sind im Hilfe annehmen oder dies eben noch nie gelernt haben auch zuerst eine sehr grosse Vertrauensbasis geschaffen werden muss. Dies gilt auch für Menschen die durch Ihre unzähligen Rückfälle so stark an sich zweifeln das sie in der Lüge gefangen sind bei mir wird es nie klappen.

Wir Christen wissen aber wie man die Lüge besiegt und wie man Menschen durchtragen kann.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon firebird » Di 23. Feb 2010, 22:52

Hallo zusammen,

alegna hat geschrieben:Viele Gemeinden sind gerade darin überfordert, sie sind nicht mehr sensibilisiert den leidenden Menschen wahrzunehmen ....


Oh Alegna, wie sehr kenne ich das!! Man liest ja häufig von der Illusion des Wohlstands-"Evangeliums". Ich denke unsere Leistungsgesellschaft hat auch ein Leistungs-"Evangelium" kreiert. Wertschätzung bekommen nur Jene die an Gemeindeaktivitäten regelmässig teilnehmen, sich einbringen und sich am Gemeindeleben aktiv beteiligen. So entsteht eben eine Gemeinschaft die Schwache nicht tragen kann. Wo auch keine Menschen zu Jesus Christus finden, welche in die Gemeinde aufgenommen werden. Denn solche Menschen haben meistens grosse Probleme, die auf der Grundlage der Schrift aufgearbeitet werden müssen.

alegna hat geschrieben:was aber nicht nur ihre Schuld ist sondern auch die des Leidenden. Wer ist schon bereit zuzugeben dass er süchtig ist und Hilfe benötigt?


Ja, und auch dieses Verhaltensmuster kenne ich. Da schliesse ich mich persönlich mit ein. So habe ich es oftmals erlebt, dass wenn in Gebetsstunden die Möglichkeit besteht, für persönliche Anliegen gemeinsam zu beten, dass dann niemand ein persönliches Anliegen bringt. Aber weil man ja als engagiert und hilfsbereit gelten will, bringt man die Not eines Nachbars oder eines Arbeitskollegen. :roll: :roll:

alegna hat geschrieben:Den Ansatz in der Hilfe eines Süchtigen sehe ich darin ihn zu stärken, ihm Wertschätzung und Selbstvertrauen zu vermitteln, denn Gott liebt jeden, ausnahmslos jeden Menschen. Eine neue Sicht zu zeigen, ihn zu lieben wie Gott ihn liebt.


Man muss ja nicht in irgend einer Form von etwas extrem süchtig sein. Wertschätzung, ein gesundes Selbstvertrauen und eine Perspektive der Liebe Gottes brauchen wir alle, damit wir als Christen richtig funktionieren können.

Was mich persönlich betrifft, bin ich soo froh um dieses Forum. Die intensive und zum Teil vertrauliche Kommunikation die ich hier erleben darf, ist ein Riesenaufsteller. Etwas so Einzigartiges habe ich in den Jahrzehnten meines Christseins noch nie erlebt. Es ist nicht selten so, dass Schatten und Licht nahe beieinander liegen. Denn psychisch stecke ich in einer Krise. Aber gerade die Wertschätzung die ich hier erlebe, aber vorallem die Liebe Gottes die mir in der Gestalt von Forumsteilnehmer begegnet, ist mir in dieser Krise ein starkes Fangnetz.

:praisegod: :praisegod:

Seid ganz herzlich gegrüsst
Euer Firebird
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon d.l.i.g » Di 23. Feb 2010, 23:01

Kingschild, Christen haben weinend in meinen Armen gelegen und sich mir anvertraut.
Christsein bewahrt nicht vor Versuchung, denn Erkenntnis und die Umsetzung dieser, sind 2 verschiedene Schuhe. Sie haben mir Süchte offenbart, mitdenen sie nicht leben können, sich aber auch keinem in der Gemeinde anvertrauen möchten, um nicht schief angeschaut zu werden.

Wenn du aus deiner Sicht mit mir kommunizierst, dann wird es fruchtbar, auch für dich, wenn du aus der Wir Christen Form sprichst, wird es schwer für mich, denn ich stehe einigen bei, wo es nicht nur um Süssigkeiten geht, wenn du verstehst, was ich meine. Ich helfe Menschen, sich von ihren Süchten zu befreien, die viele nur abschrecken würden, denn auch diese gibt es unter Christen . Oder glaubst du nicht?
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon onThePath » Mi 24. Feb 2010, 01:59

Ich frage mich, warum man kaum etwas für junge Menschen tun kann, die am Anfang einer Rauschiftsucht stehen.
Wenn sie nicht selber fähig sind, Hilfe zu suchen und zu wollen, sind sie auf einer Einbahnstrasse die oft in den Tod führt.
Hier wird kein helfender Zwang angewendet und selbst Eltern sind machtlos in der Suche nach Hilfe.

Ein kritischer Moment ist später eine Entziehungskur, die beendet wird mit einem hohen Suchtdruck.
Dann werden diese Menschen nicht "aufgefangen" sondern sich selbst überlassen und das endet nicht selten tödlich. Weil sie keine hohe Rauschmitteldosis mehr vertragen kann der nächste "Schuß" der Tod sein.

Die Rauschgifte und Zusatzdrogen lähmen die Atmung. Und es wird wahllos konsumiert bis zum Koma und dass derjenige nicht mehr weiß, was er alles konsumiert und der Tod durch Atemlähmung kommt irgendwann. Nach meiner Erfahrung versagt die Gesellschaft und das "ärztliche Netz" hier völlig, Diejenigen in diesem Stadium vor sich selbst zu schützen und eine lebensverlängernde Zwangsmaßnahme durchzuführen.

Im Moment habe ich keine Ahnung, wie es mit einem rückfälligen Christen weitergehen soll.
Das Problem bei ihm ist, dass er statt Methadon gerne auf Ersatzmittel ausweicht, und das kann sehr gefährlich werden wie oben beschrieben. Psychopharmaka und Alkohol sind wie Methadon gefährlich wegen möglicher Atemlähmung. Auch hat er einen gefährlichen Absturz nach einer abgebrochenen Nachsorge hinter sich. Zum Glück hält seine Gemeinde zu ihm.

Da ist eine junge Frau, die anscheinend erst bei Cannabis und Aufputschmitteln ist. Sie hat auch hemmungslose Sexprobleme. Ihr Leidensdruck ist groß, aber sie schwankt zwischen Jesus und der anderen Seite: Sex und Drogen. Umgang mit ihr ist sehr schwierig, besonders, weil sie angfangs sehr viel Obszönes über Sex redete, am liebsten stundenlang. Aber hier wirkt sich aus, dass sie sexuell mißbraucht wurde. Bei ihr kam es wiederholt bei Gebeten für sie zu auffällig dämonischen Zuständen. Ein Dämon sagte: "Sie gehört mir, und ich werde sie wieder zur Hure machen"
Aber ein Besiegen des Feindes scheitert an ihrem Willen. Sie wollte weg von zuhause. Ich besorgte ihr eine Langzeitstelle in einer Betreuungsgemeinschaft, aber die wollten einen Entzug, sie lehnte ab. Zu sehr ist ihre Gefangenheit. Anscheinend auch ohne harten Drogen.

Ein Jugendlicher wurde für mindestens ein halbes Jahr frei von Cannabis. Aber er hat einen solch hohen Druck, dass er schon zweimal rückfällig wurde. Auch bei ihm meldeten sich bei Gebeten spontan sehr heftig Dämonen. Er unterliegt immer wieder diesem inneren Druck. Und er gibt dann den Kampf auf. Schon früh begann er mit Sex und Cannabis, mit etwa 13 Jahren. Bei ihm bringen Befreiungen nichts, weil er mit seinem Willen unterliegt. Aber die Strategie ist, ihm Gottes Heilsmöglichkeiten zum inneren Aufbauen und zur Widerstandskraft zu vermitteln. Also nicht aufgeben.

Ich schrieb, dass Win Worley berichtet, dass durch ihn viele Rauschgiftsüchtige durch Befreiungsdienst frei wurden. Gerne würde ich dazu Langzeit-Fallstudien studieren.

Jedenfalls werde ich nicht aufgeben dazulernen, wie ich süchtigen und gebundenen und kaputten Menschen beistehen kann.
Weil ich Jesus liebe und das Leid und den Teufel hasse. Man soll nicht hassen ? Gut er ist die Ausnahme, und er (und sein Gefolge) kennt kein Erbarmen in seiner hemmungslosen Zerstörungssucht und -wut. Außerdem ist er ein Feind der Christen und derer, die frei werden wollen. Und meiner ganz bestimmt, weil ich unbequem für ihn bin.

Positiv hilft mir, in den letzten eineinhalb Jahren einige vor allem junge Menschen "mittragen" zu können, die sich inzwischen ganz für Jesus entschieden haben. Unser Hauskreis ist quasi zum Trainingszentrum und Ort herzlicher Beziehungen geworden. Ich lerne Menschen mehr zu lieben. Und Christsein wird zum Miteinander. Wieviel innere "Kaputtheiten" müssen aufgearbeitet werden mit Gott zusammen! Und wenn man etwas bewirken will, muß man Vertrauen bekommen, sonst bleiben Menschen auf einer Distanz, wo man keinen helfenden Zugang hat. Christliches Miteinander wird dann oberflächlich und fruchtlos. Und viele Christen mit Problemen verstecken sie und wissen nicht weiter.

Mit Trauer denke ich an einen Christen, der als junger Mensch sich bekehrte und von Cannabis loskam. Er wurde Mitarbeiter. Einige Jahre später traf ich ihn nachmittags und er hatte eine Alkoholfahne. Mein Gott, es muß mehr getan werden gegen Süchte. Auch unter Christen.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon alegna » Mi 24. Feb 2010, 14:39

kingschild hat geschrieben:aber braucht nicht gerade auch mal der Süchtige wieder ein Starke Hand die Ihn gegen den Willen zieht? Die Ihm mal aufzeigt das man auf dem falschen Weg ist? Oder mal grob Berndeutsch gesagt: Bruchts nie ä schut ids füdle :lol: Oder jemand der einem die Augen auftut für die Realität.

Du meinst ein Gingg in den Allerwertesten würde etwas bringen? Bin mir da nicht so sicher, ich sags mal so, ich weiss ja wie individuell Menschen sind die in eine Sucht geraten, genau so individuell ist das Motiv und genau so individuell ist der Ausstieg. Was dem einen hilft, bringt nichts beim anderen, einer braucht Druck von Aussen, ein anderer nur sein eigener Druck von Innen, genaus so mit dem Tritt in den A...., es kann eine Hilfe sein für den einen, für den anderen aber nicht. Schlechte Karten hast Du da wo er nicht einsieht, dass er Hilfe braucht. Mein damaliger gläubige Arzt meinte mal zu mir, es gibt Menschen die müssen erst ganz unten sein, bevor sie erkennen, dass sie Hilfe brauchen. Und auch dieses ganz unten ist wieder individuell verschieden weit unten.
firebird hat geschrieben:So habe ich es oftmals erlebt, dass wenn in Gebetsstunden die Möglichkeit besteht, für persönliche Anliegen gemeinsam zu beten, dass dann niemand ein persönliches Anliegen bringt. Aber weil man ja als engagiert und hilfsbereit gelten will, bringt man die Not eines Nachbars oder eines Arbeitskollegen.

Genau, dies erlebte ich in unserem Hauskreis so stark, niemand brachte ein persönliches Anliegen, deshalb bin ich ausgestiegen. Ja, wie sollen wir dann füreinander beten, füreinander einstehen vorm Herrn, wenn keiner sich getraut aus falscher Scham, ein persönliches Anliegen zu bringen, wie soll man sich da verstanden und mitgetragen fühlen, wenn man sich nicht getraut für persönliches Versagen beten zu lassen? Oh ja, allen geht es gut, keiner lebt in Sünde, alle tun so, als sei alles in bester Ordnung, auch ihr Glaubensleben hat keine Ritzen, ja sag mal, wie soll dann einer sich getrauen zu sagen, hey, hallo ich hab ein Problem, ich glaube ich bin abhängig von etwas....
Davon reden wenn es ausserhalb der Gläubigen geschieht, das können sie und zwar lautstark, aber zugeben dass in den eigenen Reihen einiges nicht so ist wie es scheint....grosses ?
firebird hat geschrieben:Wertschätzung, ein gesundes Selbstvertrauen und eine Perspektive der Liebe Gottes brauchen wir alle, damit wir als Christen richtig funktionieren können.

Jawoll! Oh wie Liebe ich einige meiner Geschwister im Herrn die diese überschwengliche Liebe Gottes zeigen können und mich so lehren was Liebe unter Geschwistern, wie Gott es meint, ist.
firebird hat geschrieben:Was mich persönlich betrifft, bin ich soo froh um dieses Forum. Die intensive und zum Teil vertrauliche Kommunikation die ich hier erleben darf, ist ein Riesenaufsteller. Etwas so Einzigartiges habe ich in den Jahrzehnten meines Christseins noch nie erlebt. Es ist nicht selten so, dass Schatten und Licht nahe beieinander liegen. Denn psychisch stecke ich in einer Krise. Aber gerade die Wertschätzung die ich hier erlebe, aber vorallem die Liebe Gottes die mir in der Gestalt von Forumsteilnehmer begegnet, ist mir in dieser Krise ein starkes Fangnetz.

Geht mir genau so lieber firebird :praisegod:
d.l.i.g hat geschrieben:sich von ihren Süchten zu befreien, die viele nur abschrecken würden, denn auch diese gibt es unter Christen . Oder glaubst du nicht?

Glaub ich Dir sofort und wir sollten aufhören so zu tun, als gäbe es das nicht unter Christen, wäre schön wenn es so wäre.
onThePath hat geschrieben:Mein Gott, es muß mehr getan werden gegen Süchte. Auch unter Christen.

Was schlägst Du vor? Ich denke gerade Christen mit Suchtproblemen können nur über Vertrauen erreicht werden. Um dies aufzubauen muss jeder einzelne bereit sein von seinen eigenen Schwächen zu sprechen, nicht erst wenn es der andere tut, sondern selbst anfangen, so kann ein Hilfesuchender Vertrauen aufbauen wenn er sieht, dass es einem anderen auch nicht so super geht wie es den Anschein macht.
Wenn er erkennt, dass andere auch Probleme haben, oder hatten auch als sie schon Christen waren.

So, mache mal Pause, vielleicht später mehr, hab da schon noch einige Gedanken.
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon onThePath » Mi 24. Feb 2010, 14:45

alegna hat geschrieben:[
onThePath hat geschrieben:Mein Gott, es muß mehr getan werden gegen Süchte. Auch unter Christen.

Was schlägst Du vor? Ich denke gerade Christen mit Suchtproblemen können nur über Vertrauen erreicht werden. Um dies aufzubauen muss jeder einzelne bereit sein von seinen eigenen Schwächen zu sprechen, nicht erst wenn es der andere tut, sondern selbst anfangen, so kann ein Hilfesuchender Vertrauen aufbauen wenn er sieht, dass es einem anderen auch nicht so super geht wie es den Anschein macht.
Wenn er erkennt, dass andere auch Probleme haben, oder hatten auch als sie schon Christen waren.


Als ein Pornosüchtiger Pfarrer swich entschloss, es seiner Gemeinde zu beichten, bekam er es in den Griff, und andere in der Gemeinde kamen mit ihren Sex-Problemen.

Wenn Gemeindeleiter plötzlich merkten, dass der Seelsorge die Dimension Dämonisierung fehlte und sie nach Jahren von Unkenntnis eine Predigt darüber hielten, meldeten sich erstaunlich viele Gemeindemitglieder, die schon Jahre ein möglicherweise dämonisch mitverursachtes Problem hatten.

Der Mensch muß sich öffnen können ohne sein Gesicht zu verlieren, er muß stets Wertschätzung und Liebe erleben.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon alegna » Mi 24. Feb 2010, 15:08

onThePath hat geschrieben:Der Mensch muß sich öffnen können ohne sein Gesicht zu verlieren, er muß stets Wertschätzung und Liebe erleben.

Genau, denn sich schlecht fühlen und sich dauernd anklagen macht er schon selber.
Was ein gestrauchelter Christ lernen muss sich ganz und vollkommen zu verinnerlichen ist, dass Gott ihn trotzdem liebt. Und auch seine Kinder lieben den gestrauchelten Christ trotzdem :praisegod:

Bei manchen kann man das nicht genug sagen ;)
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Mi 24. Feb 2010, 15:29

alegna hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Der Mensch muß sich öffnen können ohne sein Gesicht zu verlieren, er muß stets Wertschätzung und Liebe erleben.

Genau, denn sich schlecht fühlen und sich dauernd anklagen macht er schon selber.
Was ein gestrauchelter Christ lernen muss sich ganz und vollkommen zu verinnerlichen ist, dass Gott ihn trotzdem liebt. Und auch seine Kinder lieben den gestrauchelten Christ trotzdem :praisegod:

Bei manchen kann man das nicht genug sagen ;)

Geliebt werden kann man kaum lernen, das muss man erfahren und spüren, was das heissen könnte: Deshalb muss auch die Umgebung Liebe schenken, also das heisst, die Gemeinde wird hier sehr wichtig und es muss auch sehr konkret werden.

Gruss Taube
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon onThePath » Mi 24. Feb 2010, 15:36

Liebe:

Eine christliche Sängerin,
wahrscheinlich Mißbrauchsopfer, mit verwüstetem Innenleben, blühte nach und nach auf durch die Wertschätzung in ihrer Gemeinde. Das Liebe annehmen ist solchen Menschen aber oft schwer.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon Taube » Mi 24. Feb 2010, 15:41

ja, genau das meinte ich oben. Es ist ein gutes Beispiel.

Aber noch etwas mehr sieht man: In der Wertschätzung ist auch Vertrauen vorhanden, sogar Verantwortung wird übertragen. Ich denke, dass diese Sängerin zuerst auch in der Gemeinde fürs Singen zuständig wurde.

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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon d.l.i.g » Mi 24. Feb 2010, 17:32

Nehmen wir durch Wert-schätzung, dem anderen die Sucht nach eigener Überbe-wertung und somit einen Teil des Ursprungs?

Hat der Mensch durch Wertschätzung die Kraft, dem Menschen Sucht zu nehmen?

Wird Suchtbefreiung durch Wertschätzung einfacher und ist sie vielleicht die Basis, auf der sich alles aufbaut?

Sehnt sich der Suchende nach Wertschätzung, ist es das was er SUCHT?

Was denkt ihr?

lg d.l.i.g
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Re: Sucht und Drogen - Gibt es zuwenig Hilfe?

Beitragvon kingschild » Mi 24. Feb 2010, 19:24

d.l.i.g hat geschrieben: Sie haben mir Süchte offenbart, mitdenen sie nicht leben können, sich aber auch keinem in der Gemeinde anvertrauen möchten, um nicht schief angeschaut zu werden.


d.l.i.g. in einer Gemeinde sollte es eigentlich möglich sein das man sich jemanden anvertrauen kann. Der Teufel hält aber viele Menschen davor zurück und jagt in eben Angst und Schamgefühl ein, damit ja nichts ans Licht kommt oder dort hin, wo man es mit Kraft bekämpfen könnte. Der Kampf kann aber nur gewonnen werden wenn man sich nicht scheut den Schritt ans Licht zu tun.

Eph.5.11 Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; strafet sie aber vielmehr.
12 Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch schändlich zu sagen.
13 Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht gestraft wird. Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht.

Ich helfe Menschen, sich von ihren Süchten zu befreien, die viele nur abschrecken würden, denn auch diese gibt es unter Christen . Oder glaubst du nicht?


Ich kenne den Korintherbrief und ich bin mir schon bewusst das diese keine Ausnahme waren. Das Wort Gottes sagt aber wenn wir unsere Sünden bekennen so sei er treu, bekennen hat aber auch wieder etwas damit zu tun das es offenbar wird. Wie soll eben die Gemeinde für diejenigen einstehen wenn es nicht ans Licht kommt. Befreiung kann auch nur passieren wenn es offenbar wird.

d.l.i.g. hast Du noch jemanden bei Dir der Dir dabei hilft?

God bless
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