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Ich habe es satt

Über aktuelles in der Gesellschaft

Moderator: Thelonious

Ich habe es satt

Beitragvon Hanspeter » Di 22. Aug 2017, 15:26

Ja, ich auch, ich habe es auch satt. Ich poste hier diesen Artikel zu allgemeinen Erbauung. Ich weiss aber, dass ich nun wieder angefeindet werde, dass man wieder von Gefühlsduselei, von Gutmenschentum, schreiben wird, dass hier in diesem Forum für diese Menschen das Verständnis gleich null ist. Man wird den Artikelschreiber wieder der Lüge bezichtigen oder zumindest der einseitigen Berichterstattung, mich der Blauäugigkeit, Gegendarstellungen bringen, dass dies alles nicht wahr sei, dass dies keine Flüchtlinge seien, und überhaupt, dass sie an ihrer Not selber schuld sind. Arme reiche Schweiz! Ich habe es so satt!

http://www.msn.com/de-ch/nachrichten/sc ... spartandhp

Schliesst doch weiterhin die Augen vor dem Elend anderer Menschen. Irgendeinmal wird euch diese Herzlosigkeit einholen. Ich weiss gar nicht, warum ich in diesem Forum immer noch mitmache. Jetzt wird man mir sagen, ich sei jederzeit frei, zu gehen. Stimmt!

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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Columba » Di 22. Aug 2017, 16:09

Das Gedicht von Hans Erich Nossack "Rief da ein Mann?" passt auch unter anderen Umständen halt immer noch. Es wurde 1934 geschrieben, als der Nationalsozialismus die Macht übernommen hatte und schon voll herumwütete. Wenige wollten es merken, welche dunkle Zeit da kommt, viele merkten nichts und klatschten noch Hitlers Schergen zu.

...heute rufen uns Kinder in Not! ...und nicht nur in der Nacht im Dunkeln, sondern sie sind sogar sichtbar!

Der Bericht von Como sollte zu denken geben in unserer reichen Schweiz.


Grüsse Columba




PS

Rief da ein Mann?

Zur Nacht, weil alle Menschen schliefen,
rief da ein Mann? O wie er rief!
Zweimal! Zwei Rufe, die mich riefen.
O Trägheit, daß ich weiter schlief.

Vom Flusse her ein wildes Klingen
zweimal, und dann war wieder Nacht.
Und ich verschlief das Hilfebringen
zweimal bin ich nicht aufgewacht.

Bin nicht vom Lager aufgesprungen
zur Tür und fragen, was es sei.
Ich schlief, ich schlief bis es verklungen.
O der du nach mir riefst, verzeih.

Heut morgen kommen sie und fragen:
Wer rief und hat die Nacht gestört?
Rief man nach Gott? Und ich muß sagen:
Ich schlief und habe nichts gehört.

Es war nicht Gott, dem es gegolten,
ich war es, den ein Bruder rief.
Zwei Rufe, die zum Bruder wollten
vom Bruder, und der Bruder schlief.

Er rief, damit es mich erwecke,
zur Nacht zweimal vom Flusse her:
O Mensch, wie liebst du deine Decke,
dein Bett und deinen Schlaf so sehr.

Wie dumpf und stumpf ist dein Gewissen,
wie satt und matt du im Erhörn!
Ach, daß erst Schüsse fallen müssen,
aus deinem Schlaf dich aufzustörn

Ja, ich bin träg und taub geschaffen
und ließ dich letzte Nacht allein.
Heut Nacht werde ich gewiß nicht schlafen;
heut, Bruder, muß ich selber schrein.

Hans Erich Nossack (1901-1977)
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht;
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Lepitoptera » Di 22. Aug 2017, 17:00

Lieber Hanspeter

Bei aller Liebe und Respekt, ich lasse mich hier von dir nicht pauschal vorverurteilen. Denn das tust du. Wirfst alle in denselben Topf, obwohl du bei keinem von uns hineinschauen kannst. Also fühle ich mich momentan von DIR angefeindet, genau das, was du umgekehrt bei dir nicht willst.

Zum Thema, die ganze Situation ist ein Desaster! Und ich befürchte, dass es immer mehr diese "Tunnelblicke" gibt. Entweder macht man dicht, verschliesst das Herz, oder aber lässt sich nur noch verblenden. Für mich gibt es nicht einfach die armen Flüchtlinge und die bösen Leute aus dem reichen Europa! Wir haben leider einige so Superreiche, aber dann daran das ganze Land zu messen, finde ich nicht korrekt. Für mich gibt es nicht ein: Den Flüchtlingen müssen wir helfen, aber die eigenen Leute überlassen wir sich selbst. Die ganze Flüchtlingsthematik scheint allen über den Kopf zu wachsen, auch unseren Politikern, ob links oder rechts. Und dies führt auch zu diesen Tunnelblicken. Man will nur noch das eine sehen, das andere will man nicht mehr sehen.

Glaubst du, es berührt mich nicht, wenn ich Menschen im Dreck schlafen sehe? Aber warum es erst soweit gekommen ist, willst du das auch sehen? Warum die Grenzen beispielsweise dicht geworden sind? Weil hier alle so hartherzig sind und uns das Schicksal solcher Menschen am A.... vorbei gehen? Das denkst du? Es ist nicht alles so einfach! Dass wir nicht einfach ganz Afrika aufnehmen können, sollte ja auch dir einleuchten, rein von der Logik her! Und, dass nicht nur Flüchtlinge kommen, sondern beispielsweise auch Attentäter, auch das ist kein Geheimnis! Und dass sich hier nicht alle integrieren wollen, sondern Ärger machen, auch das ist bekannt! Und genau diese "Flüchtlinge" sind mitverantwortlich an diesem ganzen Elend! Dass nämlich die Bürger hier die Schnauze langsam voll haben und deshalb ein Grenzenschliessen fordern! Das kommt nicht von ungefähr! Da kann man Europa nicht einfach den schwarzen Peter zuschieben und sie bezichtigen hartherzig zu sein! Ja, wir haben ein riesiges Chaos! Und es dürfte allen enorm nahe gehen! Natürlich gibt es auch noch ein paar Ignoranten, aber ich bin überzeugt, dass dies die Minderheit ausmacht!

Was sollen wir deiner Meinung nach denn machen? Hast du denn die Lösung? Oder willst du hier einfach allen Hartherzigkeit unterstellen? Ich schliesse meine Augen NICHT vor dem Elend anderer Menschen, lasse mich aber auch nicht verblenden! Der ganze Schlammassel ist doch provoziert! Es gibt leider genügend Leute, die davon profitieren und dieses Elend deshalb auch am Laufen behalten! Denen ist es noch so recht, dass alle nur noch hilflos und überfordert dastehen und sich die beiden gegensätzlichen Parteien beginnen anzugreifen! Willst du dich wirklich auf dieses Spiel einlassen? Es wollen ALLE leben! Aber niemand scheint eine Lösung zu haben!

LG Lepitoptera
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Hanspeter » Di 22. Aug 2017, 17:37

Liebe Lepitoptera

Du hast ja recht, es ist nicht so ganz einfach, deshalb gibt es auch keine einfachen Lösungen. Ich will auch nicht alle hier in denselben Topf werfen, ich weiss, dass ich das so formuliert habe, und bitte um Entschuldigung. Andererseits ist das "alle in denselben Topf werfen" hier in diesem Forum eine ziemlich gängige Disziplin. Genau deshalb ist der Flüchtlinge-Thread gescheitert, weil es nicht möglich war, sachlich und differenziert zu diskutieren. Und genau dies passiert in Europa und in der Schweiz, die sachliche und differenzierte Argumentation und Diskussion geht vor die Hunde, und damit auch diese Menschen in Como. Wir haben vor einigen Monaten ein neues Asylgesetz angenommen, im Tessin wird es aber torpediert, auf Kosten dieser Jugendlichen, und dies ist gesetzeswidrig! Niemand spricht davon, ganz Afrika in Europa aufzunehmen.

Ich plädiere seit Jahren in diesem Forum für respektvolle, sachliche Diskussion ohne Unterstellungen (ich weiss, in meinem Post habe ich gerade dies auch getan, und ich bitte auch dafür um Entschuldigung) und ohne Spiel "auf den Mann". Bei Themen wie diesem scheint dies aber einfach nicht möglich zu sein. Sollen wir deshalb in diesem Forum solche Themen einfach vermeiden? Damit stecken wir doch den Kopf in den Sand. Warum können wir nicht als Christen, als Brüder und Schwestern in Christus, anständig miteinander reden?

Ja, ich bin geladen, dass man für diese Menschen in Como einfach keine Lösung haben will, und traurig, dass sich die Schweiz daran beteiligt.

Liebe Grüsse
Hanspeter
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Lepitoptera » Di 22. Aug 2017, 18:54

Lieber Hanspeter

Entschuldigung sehr gerne angenommen, es kommt eine virtuelle Umarmung zurück... :umarm:

Ich spüre es doch bei mir selber, wie die Emotionen wegen diesem ganzen Elend ständig wieder hochkommen. Die allermeisten Bürger lässt die ganze Situation nicht kalt, aber die meisten fühlen sich ohnmächtig, wissen nicht mehr was sie denken und was sie glauben sollen und versuchen einfach irgendwie klarzukommen. Dies geht mir oftmals auch so - ich mag einfach nichts mehr hören! In meinem eigenen Leben gibt es noch genügend eigene Baustellen und Stolpersteinen, Umstände, die noch gelöst werden müssten, Sorgen und Ängste etc, die es zu bewältigen gäbe. Für jeden Bürger geht auch sein Leben hier weiter. Und sehr viele hier haben mit eigenen grossen Herausforderungen zu kämpfen und fühle sich darin vielleicht auch alleine gelassen. Dann muss man sehr aufpassen, dass man nicht beginnt "Schuldige" zu suchen. Sieht man beispielsweise immer wieder beim Thema Altersvorsorge. Die meisten "Daumen rauf" bekommen Kommentare, die schreiben, dass man Geld nicht mehr Asylanten in den Rachen schieben sondern zu den eigenen Leute schauen sollte. Man definiert also ein Problem, eben zum Beispiel AHV, da muss man etwas unternehmen, aber es ist dann sehr bequem einfach einen Schuldigen zu bestimmen. Die Asylanten bekommen Geld, welches man in die Sanierung der AHV stecken könnte! Die nehmen uns was weg! Das sind die Schuldigen! Ist ein total einseitiges Denken meiner Meinung nach. Dass wir spätestens mit den 1964/65 Jahrgängen bei deren Pensionierung ein grosses Problem haben werden, das wissen die Damen und Herren Politiker schon seit JAHREN! Nicht erst, seit die Flüchtlinge Europa begannen zu fluten! Aber es ist natürlich einfach, jetzt einen Sündenbock dafür zu bestimmen - wegen ihnen haben wir dieses Problem! Quatsch mit Sauce, hätten wir auch sonst! Hier werden also plötzlich die Asylanten zum Sündenbock gemacht.

Aber es gibt auch die Kehrseite. Diejenigen, die zugemüllt von all den (gezielt?) mitleiderregenden Presseberichten und Bildern sich nur noch verblenden lassen. Und wegen (absichtlich?) erzeugten Schuldgefühlen alle in Schutz nehmen wollen und voller Mitleid alles beginnen glauben zu wollen, was uns die Presse berichtet. Warum hat der Schreiber nicht auch ein Beispiel für die Kehrseite gemacht? Beispielsweise irgend einen Asylanten fotografiert, der randaliert, sich unseren Gesetzen widersetzt, sich nicht anpassen und integrieren will und somit eigentlich ausgeschafft werden sollte? Es wird uns vorgeworfen, wir täten nichts, um diese Menschen aus dem Dreck zu holen. Gut, dann werfe ich umgekehrt vor, es wird kaum was unternommen, damit diejenigen, die das Leid noch verstärken und die Wut bei uns schüren, endlich rausgeschafft werden! Dann gäbe es nämlich für diejenigen Platz, die im Dreck schlafen müssen! Und ich glaube, dass die allermeisten hier diese Flüchtlinge willkommen heissen würden. Das Ganze ist also sowas von komplex! Will Como wirklich keine Lösung haben? Oder ist dies einfach eine Unterstellung? Ich glaube da eher, dass wenn es tatsächlich eine Lösung GÄBE, man diese Leute schon längst aus dem Dreck geholt hätte. Aber vermutlich gibt es einfach noch keine Lösung. Und wer leidet darunter? Natürlich die echten Flüchtlinge! Aber auch die Bevölkerung hier! Rundum Leidtragende und an der Spitze ein paar machtgeile Klötze, denen das alles noch so recht ist!

Völlig deiner Meinung bin ich, dass wir brüderlich und schwesterlich miteinander reden sollten. Ich mag dich sehr hier im Forum und bist für mich ganz klar ein Bruder in Christus. :umarm:

Liebe Grüsse
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Di 22. Aug 2017, 20:43

Wenn ich die Situation in/um Como sehe und darüber lese, kommt mir unweigerlich der Dschungel in Calais in den Sinn.... Gleiche Missstände, gleiche Probleme...
Der extrem wichtiger Punkt in dieser Problematik scheint mir zu sein:
Die wenigsten kommen aus Bürgerkriegsländern. Es sind Wirtschaftsmigranten (Armutsflüchtlinge). Die kann man nicht mit richtigen Flüchtlingen gleichsetzen. Das wäre unfair.

P.S.:Ja, ich weiss, ich wiederhole mich.... :mrgreen:


P.P.S.: Es wäre viel fairer/ehrlicher, nicht immer von "Flüchtlingen" zu sprechen, denn die wenigsten sind nun mal "Flüchtlinge". Wir haben es mit Völkerwanderung zu tun und nicht mit Flüchtlingsströmen!

Schönen Abend,
lionne
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Johelia » Di 22. Aug 2017, 21:26

Hallo Leute

bis her hat mir dieser Satz am besten gefallen:
Lepitoptera hat geschrieben:Es wollen ALLE leben! Aber niemand scheint eine Lösung zu haben!


Ich gebe zu ich bin auch nicht unschuldig, wenn Hanspeter die Sch....e voll hat und aus seiner Perspektive stimmt das ja auch.

Im Prinzip hatten wir hier ja schon den Klassiker:
Lepitoptera fragt was denn die Lösung sei und Hanspeter appelliert aber bringt nichts zur Lösung.

und genau da sollte die Diskussion beginnen:
Lepitoptera hat geschrieben:Es wollen ALLE leben! Aber niemand scheint eine Lösung zu haben!


Wenn wir uns darauf einigen können dass wir beide keine Lösung haben, dann brauchen wir unsere Energie nicht in Satans "zwei Parteien aufeinander loslassen" Spiel zu verpuffen.
Habt ihr schon vergessen was die Bibel zu Endzeit sagt? Der grosse Abfall, Verhärtung der Herzen, Verwüstung und Krieg bis zum Ende,.....

Keine Seite hasst die Flüchtlinge. Beide wollen das Problem lösen. Vielleicht sollten beide Parteien einen Forderungskatalog aufstellen.

Liebe Grüsse
Johel
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Columba » Mi 23. Aug 2017, 07:35

Lepitoptera hat geschrieben:Dass wir nicht einfach ganz Afrika aufnehmen können, sollte ja auch dir einleuchten, rein von der Logik her!


Hallo Lepitoptera

Es geht doch nicht darum, ganz Afrika aufzunehmen. Das ist genau ein unchristliches Leistungsdenken, das leider auch unter Christen weit verbreitet ist. Klar ist der einzelne Mensch dann überfordert, man kann nicht alle alleine retten. In diesem Lichte wird so ein Artikel, wie Hanspeter verlinkt hat, schnell nur noch als Vorwurf verstanden.

In christlichen Leben geht es weniger um Leistung an sich und mehr ums Fruchtbringen, natürlich sind auch da Anstrengungen wichtig. Ignatius schrieb einmal "Gott unseren Herrn bitten, er wollen ... in meine Seele legen, was ich tun ... soll ..." Etwas anders ausgedrückt: "Mit jedem Schritt [des Heiligungsweges] wird es der Seele mehr bewusst, dass alles VOR ihr getan ist, was VON ihr verlangt wird"
So muss also Hanspeters Watson Artikel von Christen nicht als eine Anklage verstanden werden, sondern es ist ein Impuls immer wieder nachzudenken, wo ich stehe, was ich mache, was Gott in meine Seele gelegt, also was ich tun soll. Nur so kann auch Frucht entstehen, die nicht überfordert, wie es ein reines umtriebiges Leistungsdenken tun würde.

Grüsse Columba
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Hanspeter » Mi 23. Aug 2017, 08:45

Johelia hat geschrieben:Lepitoptera fragt was denn die Lösung sei und Hanspeter appelliert aber bringt nichts zur Lösung.


Nun, für mich wäre der Beginn einer Lösung schon mal. dass man diese Leute als Menschen sieht, unabhängig davon, ob sie echte Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention sind oder nicht, dass man ihnen aus ihrer akuten Not hilft, unabhängig davon, ob die Not selbstverschuldet ist oder nicht, dass man sich an unsere rechtsstaatlichen Prinzipien hält, unabhängig davon, ob sie sich daran halten.

Wenn jemand etwas Illegales tut (illegaler Grenzübertritt), gibt dies uns nicht das Recht, sie nach Italien zurückzusenden, wenn sie in der Schweiz ein Asylgesuch stellen wollen, auch diese Rücksendung ist illegal. Wenn wir auf Illegales mit Illegalem antworten, sind wir nicht besser als jede Bananenrepublik. Auch jemand, der keine Chance auf Asyl hat, hat das Anrecht auf ein rechtstaatlich korrekt durchgeführtes Asylverfahren.

Mit diesem Ansatz wird sicherlich niemand davon abgehalten, hierher zu kommen. Wir bewahren uns aber damit unsere Rechtstattlichkeit und unsere Menschlichkeit. Selbstverständlich kann dies missbraucht werden und wird auch missbraucht. Diese Werte sollten wir aber hochhalten, unabhängig davon, ob andere sich daran halten.

Es wäre schön, wenn wir endlich zusammen nach Lösungen suchen könnten, ohne aufeinander rumzuhacken. Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, dass wir keine Lösung finden, aber vielleicht schaffen wir es, endlich anständig und respektvoll unsere Meinungen auszutauschen. Wobei für mich Anstand und Respekt auch gegenüber diesen Menschen in Como und anderswo gelten sollte, auch wie man über sie spricht. Ich bin total einverstanden, dass dies angesichts deren oft unmöglichem Verhalten manchmal schwierig, sehr schwierig ist.

LG Hanspeter
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 23. Aug 2017, 12:15

Wenn es denn nach dir ginge, sollte demzufolge der Flüchtlingsbegriff nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) sowie der Flüchtlingsbegriff im Schweizer Asylreicht komplett gestrichen (ausser Acht gelassen) werden! :roll:
Gruss lionne :roll:
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Hanspeter » Mi 23. Aug 2017, 12:26

Selbstverständlich nicht. Ich spreche nicht darüber, ob sie Flüchtlinge sind oder nicht, sondern darüber, dass man diese Leute unabhängig davon als Menschen sehen und behandeln soll. Selbst wenn sie im Sinne der Genfer Konvention nicht Flüchtlinge sind, sind sie immer noch Menschen und haben ein Anrecht auf menschliche Behandlung.

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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 23. Aug 2017, 12:42

Hanspeter hat geschrieben:Nun, für mich wäre der Beginn einer Lösung schon mal. dass man diese Leute als Menschen sieht, unabhängig davon, ob sie echte Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention sind oder nicht, dass man ihnen aus ihrer akuten Not hilft, unabhängig davon, ob die Not selbstverschuldet ist oder nicht, dass man sich an unsere rechtsstaatlichen Prinzipien hält, unabhängig davon, ob sie sich daran halten.

Wenn jemand etwas Illegales tut (illegaler Grenzübertritt), gibt dies uns nicht das Recht, sie nach Italien zurückzusenden, wenn sie in der Schweiz ein Asylgesuch stellen wollen, auch diese Rücksendung ist illegal. Wenn wir auf Illegales mit Illegalem antworten, sind wir nicht besser als jede Bananenrepublik. Auch jemand, der keine Chance auf Asyl hat, hat das Anrecht auf ein rechtstaatlich korrekt durchgeführtes Asylverfahren.

Mit diesem Ansatz wird sicherlich niemand davon abgehalten, hierher zu kommen. Wir bewahren uns aber damit unsere Rechtstattlichkeit und unsere Menschlichkeit. Selbstverständlich kann dies missbraucht werden und wird auch missbraucht. Diese Werte sollten wir aber hochhalten, unabhängig davon, ob andere sich daran halten.

Was heisst denn das nun für dich praktisch??
Das heisst doch nichts anderes als dass der Flüchtlingsbegriff gar nicht mehr nötig ist, also dass die GFK und das Schweizer Asylrecht gar nicht mehr gebraucht werden! Also ab damit in den runden Ordner! :roll:
...und am besten gleich alle staatlichen Stukturen abschaffen..... , die engen doch bloss ein! Ab damit, alles so was von gestrig und 'nicht mehr zeitgemäss'.... :mrgreen:
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Hanspeter » Mi 23. Aug 2017, 13:02

Nein, das heisst es nicht. Die Leute anständig zu behandeln, hat nichts damit zu tun, ob sie Flüchtlinge sind oder nicht. Um herauszufinden, ob sie Flüchtlinge sind und Anrecht haben auf Asyl, gibt es das Asylverfahren, und dass es rechtlich richtig durchgeführt wird, darauf haben sie ebenfalls ein Anrecht, dieses darf man ihnen nicht vorenthalten.

Wenn du nicht verstehst, was ich meine, ich kann es nicht besser erklären. Vielleicht können dies andere.

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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 23. Aug 2017, 13:07

Ich verstehe sehr wohl die deutsche Sprache, seit Geburt.... ;)
Ich kann es auch nicht besser formulieren als weiter oben.... deutsche Sprache, schwere Sprache! :mrgreen:

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P.S. Du mischst da m.E. ein bisschen Aepfel mit Birnen! Soviel ich weiss sind die GFK und das Schweizer Asylrecht noch in Kraft. Oder?
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 23. Aug 2017, 13:22

So schlecht behandelt die Schweiz die Flüchtlinge! :oops:
>>> https://www.zsz.ch/meilen/spitaeler-sin ... y/23126883
Gruss lionne
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Johelia » Mi 23. Aug 2017, 13:29

Sali Hanspeter

sorry aber folgende zwei Aussagen von dir schliessen einander gegenseitig aus!

Hanspeter hat geschrieben:(Du forderst)....dass man sich an unsere rechtsstaatlichen Prinzipien hält, unabhängig davon, ob sie sich daran halten.


Hanspeter hat geschrieben:....Wenn jemand etwas Illegales tut (illegaler Grenzübertritt), gibt dies uns nicht das Recht, sie nach Italien zurückzusenden,...


Einerseits sagst du wir sollen uns an die rechtstaatlichen Prinzipien halten und im nächsten Satz sagst du wir hätten nicht das Recht gültiges Recht anzuwenden. Da wiedersprichst du dir selbst, und verhedderst dich in deinen eigenen Wünschen.

Hanspeter hat geschrieben:....Es wäre schön, wenn wir endlich zusammen nach Lösungen suchen könnten, ohne aufeinander rumzuhacken.

Dann sollten wir aber zuerst unser Verständniss von Rechtstaatlichkeit, Gesetze, Illegal/Legal vereinheitlichen. So wie ich gesehen habe gibt es meistens Streit weil wir ein anderes Verständniss von Recht & Gesetzlichkeit haben.

Rechtstaatlichkeit und Gesetze sind die Konventionen die eine Gesellschaft dirigieren. Jeder Menschen der das Gesetz in die eigene Hand nimmt und ein JEKAMI daraus macht handelt gegen die Basis unserer Gesellschaft.

Grüsse
Johel
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Lepitoptera » Mi 23. Aug 2017, 14:18

Columba hat geschrieben:
Lepitoptera hat geschrieben:Dass wir nicht einfach ganz Afrika aufnehmen können, sollte ja auch dir einleuchten, rein von der Logik her!


Hallo Lepitoptera

Es geht doch nicht darum, ganz Afrika aufzunehmen. Das ist genau ein unchristliches Leistungsdenken, das leider auch unter Christen weit verbreitet ist. Klar ist der einzelne Mensch dann überfordert, man kann nicht alle alleine retten. In diesem Lichte wird so ein Artikel, wie Hanspeter verlinkt hat, schnell nur noch als Vorwurf verstanden.

In christlichen Leben geht es weniger um Leistung an sich und mehr ums Fruchtbringen, natürlich sind auch da Anstrengungen wichtig. Ignatius schrieb einmal "Gott unseren Herrn bitten, er wollen ... in meine Seele legen, was ich tun ... soll ..." Etwas anders ausgedrückt: "Mit jedem Schritt [des Heiligungsweges] wird es der Seele mehr bewusst, dass alles VOR ihr getan ist, was VON ihr verlangt wird"
So muss also Hanspeters Watson Artikel von Christen nicht als eine Anklage verstanden werden, sondern es ist ein Impuls immer wieder nachzudenken, wo ich stehe, was ich mache, was Gott in meine Seele gelegt, also was ich tun soll. Nur so kann auch Frucht entstehen, die nicht überfordert, wie es ein reines umtriebiges Leistungsdenken tun würde.

Grüsse Columba


Vielen Dank Columba für den weisen und ermutigenden Text!

Liebe Grüsse
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Hanspeter » Mi 23. Aug 2017, 14:46

Lieber Johel

Ich zitiere aus besagtem Artikel:

"Die Kinder-Flüchtlinge in Como sagen, sie würden von den Grenzwächtern zurückgeschickt, auch wenn sie einen Asylantrag in der Schweiz stellen wollten. Das widerspricht Schweizer Recht.

Vorletzte Woche prahlte der Tessiner Polizeidirektor Norman Gobbi in der Sonntagspresse damit, dass die Tessiner Grenzwächter jetzt restriktiver gegen Asylsuchende vorgehen und «nur noch glaubwürdige Asylgesuchsteller» ins Land lassen würden.

Dies, obwohl Grenzwächter im Gegensatz zum Staatssekretariat für Migration überhaupt keine Kompetenz haben, dies zu beurteilen, und bei ihren Kontrollen auch keinen Zugang zur europäischen Datenbank Eurodac, wo sie abklären könnten, ob eine Person bereits in einem Dublin-Staat ein Asylgesuch eingereicht hat."

Darauf beziehe ich mich. Wenn das falsch ist, lasse ich mich gerne belehren.

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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 23. Aug 2017, 17:19

Hanspeter hat geschrieben:"Die Kinder-Flüchtlinge in Como sagen, sie würden von den Grenzwächtern zurückgeschickt, auch wenn sie einen Asylantrag in der Schweiz stellen wollten. Das widerspricht Schweizer Recht.

>>> Nach dem Schengen-Abkommen dürfen sie sich gar nicht in der Schweiz melden, da sie sich spätestens in Italien als Erstaufnahmeland melden müssen!
Für was sind Gesetze, Abkommen eigentlich da, das kann man sich da schon fragen! :cry:
Sollen jetzt wieder mal 'die Schweizer' die Bösen sein? Merke: Wir (die Schweiz) tut mehr als die meisten EU-Länder, also bitte nicht auf der Schweiz (und ihren Steurzahlern) herumhacken.
Gruss lionne
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon Johelia » Mi 23. Aug 2017, 17:44

Hanspeter hat geschrieben:"Die Kinder-Flüchtlinge in Como sagen, sie würden von den Grenzwächtern zurückgeschickt, auch wenn sie einen Asylantrag in der Schweiz stellen wollten. Das widerspricht Schweizer Recht.

Wenn du so strikt sagst:"Das widerspricht Schweizer Recht", dann zeige mir bitte auf welchen Gesetzesartikel das widerspricht. Dazu lasse ich mich gerne belehren.

Ich kenne nur was Lionne schon geschrieben hat:
lionne hat geschrieben:>>> Nach dem Schengen-Abkommen dürfen sie sich gar nicht in der Schweiz melden, da sie sich spätestens in Italien als Erstaufnahmeland melden müssen!


Das ist für mich geltendes Schweizer Recht.
Die Flüchtlinge haben kein Recht selbst auszuwählen in welchem Land sie lieber einen Asylantrag stellen wollen. Das ist kein Wunschkonzert.

Wer an Leib und Leben bedroht ist, ist jedem Land dankbar das sie aufnimmt. (Bei Wirtschaftsmigranten sieht das wahrscheinlich anders aus, die suchen nur das Beste für sich. Wer am meisten bezahlt kriegt sie.)

Wollten wir nicht eine gemeinsame rechtsstaatliche Basis finden um die Diskussion in ehrlichen fassbaren Bahnen verlaufen zu lassen. Jetzt forderst du schon wieder "vergiss alle Rechtsgrundlagen nur Gutmenschentum soll richtig sein".
Auf dieser Grundlage ist Streit 100% vorprogrammiert.

Grüsse
Johel
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 23. Aug 2017, 18:21

Johelia hat geschrieben:...... ist Streit 100% vorprogrammiert.

It takes two!!!! :mrgreen: ;)
Schönen (Feier-)Abend wünscht lionne
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon nichtsdestotrotz » Fr 25. Aug 2017, 11:55

Pauschalisieren muss man nicht nur weil es in JEDEM Bereich Machtmissbrauch gibt. Auch Verschwörungen dass der Machtmissbrauch gewollt zugelassen wird müssen nicht falsch sein.

Natürlich ist es eine unzumutbare und unerträgliche Inkompetenz Kinder an der Grenze zurückzuschicken, ohne Asylantragsmöglichkeit.

Da besteht kein Zweifel. Es gibt in JEDEM Breich Menschen die ihre Macht missbrauchen.

Es steht doch oft geschrieben: Pädophile suchen sich Kirchen als Tätigkeitsort aus, weil sie vermuten dass die Christen wehrlos sind und sich nicht trauen den Mund aufzumachen. Sie suchen sich Kindergärten, weil es dort um den kapitalistischen Betrieb geht, nicht darum wie es den Kindern geht. Sie suchen sich Opfer, die keinen haben in der Vermutung dass diese sich niemandem anvertrauen können.

Frauen die in den öffentlichen Verkehrsmitteln belästigt werden trauen sich nicht "laut" zu sein "laut" zu reagieren, sie könnten als hysterisch gelten. Dabei fühle ich objektiv so dass ich einen grapschenden Flüchtling locker verhungern lassen könnte. Für mich ist das KEIN Kavaliersdelikt. Auf der Arbeit will man nicht das Opfer sein, sich nicht beschweren über Grapscher, weil man dann als hysterisches Opfer gilt und sich die Karriere zerstört. Es ist überall in jedem Beruf sind Täter zu finden. Täter allgemein und überall zu stoppen. Das wäre wichtig.

Es sind nicht nur Pädophile die sich eine Tätigkeit aussuchen die zu ihren Trieben passt. Das gleiche betrifft Gerichtsvollzieher, Psychiater die gerne Gewalt ausüben und bedrohen, weil der Patient eh unglaubwürdig ist etc.... Grenzbeamte und Lehrer usw.... Man lese nur das Buch: Die Masken der Niedertracht. Das Buch sollte Pflichtlektüre für Psychiater werden, wer das Buch nicht versteht und nur wortkarg sich dazu äussern kann sollte nicht erlaubt bekommen Arzt oder Psychiater zu werden.
nichtsdestotrotz
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon kingschild » So 27. Aug 2017, 18:41

nichtsdestotrotz hat geschrieben:
Natürlich ist es eine unzumutbare und unerträgliche Inkompetenz Kinder an der Grenze zurückzuschicken, ohne Asylantragsmöglichkeit.



Dies passiert so nicht.

Fakt ist, dass bei jeder Grenzkotrolle beim Zug in Como, mindestens 4 Beamten der zuständigen Behörden involviert sind und es ist einfach ein glatte Lüge/Anahme, das die Italienischen und Schweizer Grenzbeamten sich Schicht für Schicht untereinander absprechen, um geltendes Recht zu brechen.

Der Eingangs Artikel ist aber ein klarer Fake, der den Lesern suggerirren möchte, dieser Missbrauch finde so an der Schweizer Grenze statt, organisiert und unterstützt von den Regierungen in der Schweiz und Italien. Ich schliesse nicht aus das, es mal zu einem Fehler oder Fehlverhalten kommen könnte aber es ist absurd zu glauben, das dies systematisch in unserem Rechtsstaat so stattfindet und Italien, da auch noch mitmachen würde, nachdem man diese Leute aus Seenot rettete.

Wer Asyl beantragt in Italien oder der Schweiz der muss nicht in Como am Bahnhof auf Kartoon übernachten auch nicht in Indomeni. Wenn sein Gesuch abgelehnt wird, kann er es über alle Rechtsinstanzen bis zum Europäischen Gerichtshof weiter ziehen. Meist auch dann wird er nicht einfach irgend wo hin abgeschoben und bekommt in der Schweiz sogar noch Nothilfe auch wenn er sich einmal mehr weigert, das geltende Recht zu befolgen, welches er eigentlich bewussst mit Lug und Trug ausnutzen wollte und weiter ausnutzt.

Wer sich jedoch weigert einen Asylantrag zu stellen, sich weigert in einem Flüchtlingslager zu bleiben, untertaucht und ohne gültige Papiere die Grenze überquert, bereits registriert ist in Italien für ein Asylverfahren, der muss gemäss gültigem Recht zurück, nicht mehr und nicht weniger passiert an der Schweizer Grenze.

Das heisst auf gut Deutsch, wer in Süditalien trotz Asylantrag das Flüchtlingslager einfach verlässt und sich illegal weiter nach Nord Europa durchschlägt, dem kann es passieren das er in Como auf dem Kartoon endet oder in Ventimiglia oder am Brenner. Der zeigt aber damit auch das es eben nicht in erster Linie um Schutz an Leib und Leben geht, sondern eher um den Missbrauch des Asyl Gesetzes und den Missbrauch der geltenden Gesetze in Europa und das er sich nicht an diese Gesetze halten will.

Das man aus Christlicher Sicht solche Dinge noch belohnen sollte, finde ich eher nein. Dasselbe finde ich auch aus Rechtstaatlicher Sicht. Missbrauch sollte nie belohnt werden, dies führt zu diesen falschen Anreizen, welche eben die Schlepper, für Ihre Zwecke missbrauchen. Genau das hat die Politik in Europa bewusst oder eben unbewusst verschlafen und diese falschen Anreize wieder rückgängig zu machen, dies wird wohl nicht mehr gehen. Besser man fängt aber jetzt an als nie.

Zu den Personen in Como, das tut mir echt Leid aber eben sie Lügen über die Fakten und das ist wohl auch ein Grund, warum sie am Ende so enden. Sie versuchen das Schweizer und EU Rechtssystem mit Hilfe der Schlepper zu betrügen und sind dann am Ende entteuscht, verbittert, wenn dies nicht klappt wie bei Ihren Angehörigen vor ein paar Jahren. Anstatt aber etwas zu ändern an der Grundhaltung, Lügen sie weiter, anstatt ihre Haltung zu ändern.

Wer in der Schweiz Asyl beantragt der bekommt ein gutes Verfahren, Rechtshilfe, Unterkunft, Esssen, Gesundheitliche Versorgung usw. und ich verwehre mich dagegen, das man da eben aufgrund von ein paar abgewiesenen Betrügern, ein falsches Bild unserer Schweiz zeichnet. Ob wir noch mehr tun könnten oder nicht wäre ein Thema aber eben dann so, dass nicht noch mehr falsche Anreize gesetzt werden oder gar noch der Missbrauch der Schlepper gefördert wird. Diese Leute sind nicht der Willkür von der Grenzwacht ausgesetzt, sondern sind enteuscht das sie unsere Gesetze nicht weiter mit Füssen treten können, wie sie gerne möchten.

Jetzt aber zum Artikel:

Die angebliche Junge Frau kommt aus einem Land, wo kein Krieg herrscht.

Die Mutter der Frau schickt also all Ihre Kinder aus einem sicheren Land in ein Kriegsland und sie flieht nicht rein zufällig in ein unsicheres Kriegs Land wie Lybien, denn sie weiss schon in Eritrea wieviel sie braucht und wo die Boote fahren. Sie wissen genau das sie mindestens 3000 Dollar an Schlepper bezahlen müssen und dieses Geld haben sie meist auch dabei, weil sie sonst schon gar nicht auf das Boot kämen. Sie landet auch nicht rein zufällig in Como, wie der Artikel uns weiss machen möchte, denn sie weiss genau das dort ein Grenze ist und wie diese heisst.

Sie wurde vorher in Italien registriert und wenn sie Asyl beantragte wie das das Gesetz vorsieht, lebte sie vorher in einem Flüchtlingslager und wurde über das Asylverfahren informiert auch von Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz in Italien. Da sie die Abdrücke gegeben hat, war dies der Fall, sonst würde sie die Italiener nicht zurück nehmen. An der Schweizer Grenze wurde sie genau belehrt, warum sie wieder den Italienischen Behörden übergeben wurde und dann lügt sich gleich schamlos weiter, nämlich das die Schweiz ein Bananenstaat sei, in dem die geltenden Rechte nicht eingehalten werde, obschon jeder Schweizer weiss, das wir nicht in einem Bananenstaat leben, wo einfach die geltenden Rechte mit Füssen getreten werden.

Es ist aber eher umgekehrt der Fall, dass viele Leute geltendes Recht missbrauchen und das dies dann am Ende noch belohnt wird mit Bleiberecht und Nothilfe und ja die wissen genau wo Ventimiglia ist, wo der Brenner und wo Como ist und wie sie dorthin gelangen.

Man kann aufgrund des Elends glauben das die Frau die Wahrheit sagt. Wer aber weiss das die Schweiz kein Bananenstaat ist, wo das Gesetz mit Füssen getreten wird von Beamten, der wird beim genauen durchlesen des ganzen Artikel schnell mal wissen um was es eigentlich geht. Wer zudem noch weiss, wie das Asylgesetz ungefähr funktioniert in der Schweiz und EU der wird schnell mal wissen, wohin solche Artikel hingehören.

Was das Elend anbelangt das ist tragisch, aber die Lösung liegt nicht darin, das man für das Lügen noch belohnt wird.

Wie bereits erwähnt, man kann darüber diskutieren ob die Schweiz mehr helfen soll oder der einzelne mehr tun kann und wie aber zu glauben alle Probleme auf der Welt werden damit gelöst, der sollte sich mal die Bücher Mose über Segen und Fluch anschauen und die Offenbarung, dann wird er wissen wo und warum es nicht besser werden wird.

Spr 19:9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausspricht, geht zugrunde.

Indem Sinne spendet weiter an gute Projekte, gebt auch Allmosen denen die gestrandet sind aber schaut zu das nicht Lug und Betrug am Ende sich eben lohnt. Dies kann und darf nie Sinn und Zweck sein aufrichtiger Christlicher Hilfe, Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Wenn Staaten oder Private Missbrauch und Lügen belohnen, dann führt dies am Ende zu mehr Elend und trägt nichts dazu bei, dass es weniger Elend geben wird, auf dieser Welt.


God bless
Kingschild
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Mi 30. Aug 2017, 07:38

Danke Kingschild für Deinen Beitrag, der sehr viele Punkte anspricht, die nicht gerne ausgesprochen werden oder in den MSM geschrieben werden, aber eben leider wahr sind. :x :cry:
LG lionne


P.S: Aus der Bibel, "Biete deine Hand nicht einem, der Unrecht tut", schreibt Mose dem Volk Israel ins Stammbuch. Das hiess damals und das heisst heute: Werde nicht Teil eines Unrechtssystems. Unterstütze nicht das Böse. Weder passiv, noch aktiv. Lass dich (auch) nicht dazu hinreissen, Unrecht zu decken.
Siehe auch im Römer....
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Re: Ich habe es satt

Beitragvon lionne » Do 21. Sep 2017, 09:50

Ich habe es satt!
>>> https://www.thewebsite.de/cms/NS_ICH-HA ... -SATT.html

Ich auch - und wie...... :x
Gruss lionne
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