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Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Über aktuelles in der Gesellschaft

Moderator: Thelonious

Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Ihr » Mi 16. Mär 2011, 09:15

Ich finde Flieges Text reich an Pauschalverurteilungen und hohlen Parolen, und arm an Hilfreichem, Fairem oder Besonnenem.

Es ist traurig und peinlich, aus einer Tragödie wie jener in Japan Kapital zu schlagen, sei dieses nun theologischer oder politischer Natur. Die plötzlich ausgebrochene Reaktionitis in der Energiepolitik gehört da genauso dazu wie Flieges Profilierungsgeschwafel. Ein Kollege von mir meinte am Wochenende: "Jaja, Japan war schon immer ein hartes Pflaster für die Evangelisation, jetzt wurden sie halt etwas durchgeschüttelt." Ich war sprachlos ob solch gottes- und menschenunwürdigem Unsinn.

Dass kein Weg an der Kernenergie vorbeiführt ist für mich eine simple Milchbüechlirechnung. Sog. "erneuerbare" Energien können nicht einmal den erwarteten Zuwachs im weltweiten Energiebedarf abdecken, von einer Ersetzung bestehender Kapazitäten ganz zu schweigen. Wir alle wollen und brauchen den Strom. Die Schuld im Krisenfall einfach irgendwelchen Lobbies zuzuschieben ist ebenso billig wie verständlich.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon viper187 » Mi 16. Mär 2011, 09:21

NEM hat geschrieben:Die Gebete sollen aber dahingehen, dass unsere Christlichen Brüder und Schwestern in Japan verschont bleiben


Und der Rest? Der grosse Rest? Ich meine, das Christentum kennt man dort zwar, aber ist da halt sowas wie der Buddhismus u.Ä. bei uns.
Wenn man schon das Gefühl hat, dass beten in irgendeiner weise etwas bewirkt, ausser der Zeitverschwendung, dann sollte man dies für ALLE dort lebenden machen, oder es einfach direkt sein lassen.

Was mir nicht in den Kopf geht, ist das jetzt wieder auflodernde Theater bezüglich Atomkraft, gerade in der Schweiz. Lucens war damals aus Unerfahrenheit und anderen unglücklichen Umständen zu einem Stufe 5 Zwischenfall geworden. Seither haben wirs nie wieder über Störfälle (Stufe 1-2) hinausgeschafft.

Aber eins kann ich euch sagen, wenn jetzt noch der Yellow-Stone hochgeht, dann fang ich echt langsam an zu glauben, dass an der Offenbarung irgendwie was dran sein könnte ^^
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Mi 16. Mär 2011, 10:11

Ihr hat geschrieben:Dass kein Weg an der Kernenergie vorbeiführt ist für mich eine simple Milchbüechlirechnung. .


Ja, das stimmt, Deine Rechnung ist und bleibt nur eine Milchbüechlirechnung. Aber wenn kein Wille da ist?


Grüsse Columba
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Ihr » Mi 16. Mär 2011, 10:29

Columba hat geschrieben:Ja, das stimmt, Deine Rechnung ist und bleibt nur eine Milchbüechlirechnung. Aber wenn kein Wille da ist?

Das Grundproblem ist der Energiekonsum, welcher direkt mit dem Lebensstandard zusammenhängt. Wenn wir also die Frage des "Willens" diskutieren, dann müsste das wenn schon der Wille sein, uns beim Lebensstandard massive Einschränkungen zu auferlegen. Finde mal einen Politiker der es wagt, dieses Thema anzufassen. Ich glaube, dass der Traum vom ewigen Wachstum und Wohlstand für alle eher früher als später ausgeträumt ist. Was ich nicht glaube ist dass wir kollektiv über die Weisheit und Weitsicht verfügen, diesen Traum aus eigenen Stücken freiwillig aufzugeben, sondern dass es ein unsanftes, böses Erwachen sein wird. Nicht aus "Wille", sondern aus banaler Notwendigkeit.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon onThePath » Mi 16. Mär 2011, 10:52

PhiloMuc hat geschrieben:otp: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!" Im praktischen Umsetzen dieses Jesus-Satzes sind diese Kreise weiter. (Dass das meist mitgefühlte "pantheistisch-buddhistische" Verständnis dieser Leute dazu hilft, scheint mir kein Makel zu sein!) Wenn Du Gott letztlich in jeder gewordenen Flußbiegung spürst, wirst Du industriell geforderte "Begradigungen" als heidnisch (und Schönheit zerstörend) ablehnen.


"Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!"

Ohne vergleichende Forschung kann man schwerlich behaupten, eine bestimmte Gruppe verhalte sich menschlicher als eine andere. Zuviel Faktoren sind da zu berücksichtigen.

Nehme ich einmal an, dass gerade Esoteriker suchende Menschen sind und sicher nicht die oberflächlichsten, dann ist es schon verständlich, dass sie einen Blick für ihre Mitmenschen und auch für den Zustand der Erde haben. Wenn Du von ihren Kreisen redest, dann redest Du von Gruppierungen die sich gefunden haben. Dass in gleichgesinnten Gruppen ein Zusammenhalt besteht, ist ja noch ein gewöhnlicher Zustand, besonders in kleinen Minderheiten.
Das sind nur kurze Anmerkungen dazu.

Mir fehlen genauere Angaben, wo sie denn weiter sind. Sind sie z.B. weiter als Christen mit ähnlicher Persönlichkeitsstruktur ?

Die Stärke engagierter Christen liegt wohl im sozialen Einsatz. Klar gibt es bei Christen Schwächen im Umgang miteinander, mit sinnvoller Gestaltung des Tages, mit Zielgerichtetheit, mit der Arbeit am Charakter. Das wird mir immer klar, wenn ich mich in einer Gemeinde nicht wohl fühle. Ein hoher Level an liebevoller Gesinnung, des freundlichen Zugehens aufeinander wäre wünschenswert. Es bilden sich anscheinend eher Kleinkreise mit Status- oder Interessengemeinschaft - wie im gewöhnlichen Leben. Aber das sind dann wieder persönliche Beobachtungen von mir.

Bei der Begegnung von Christen mit Esoterikern besteht natürlich ein gewisses "Befremdet sein" des Christen durch die "Art" des Esoterikers, der seine Einstellung ja deutlich verbal kundtut, geradezu "verrät". Andererseits kann der Esoteriker den Christ grundsätzlich als eine Art religiösen Naivling sehen, und muss andererseits in Abwehrhaltung gehen durch ablehnendes Verhalten des Christen gegenüber der Orientierung des Esoterikers.

In den Tiefen gibt es ein Finden von Esoterikern zum Kennenlernen, wie ein automatisches Angezogen-Werden durch die gleiche Gesinnung. Die mögliche Reaktion der Abstoßung auf tiefster Ebene zwischen Christ und Esoteriker gehört nicht hier hin weil es mit der tiefen Ebene des Christseins und Esoteriker-Seins zu tun hat, mit ihrem eigentlichen Wesen unabhängig von ihrer persönlichen Reife und Vernunft.

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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon doro » Mi 16. Mär 2011, 11:20

Geht das jetzt schon wieder los? Ist es wirklich irgendwie hilfreich in diesem Zusammenhang darüber zu streiten, wer besser ist?

@Ihr: Flieges Beitrag beurteile ich etwa gleich wie du. Danke für die klaren Worte! Energiepolitisch bin ich zwar nicht ganz deiner Meinung - aber ja: ich weiss auch nicht, ob es wirklich eine Alternative gibt, wenn wir so weitermachen wollen wie bisher.

@viper: Das mit dem Gebet für alle ist mir auch aufgefallen. Ich verstehe es, wenn man speziell für seine Geschwister in Japan betet. Aber wenn man exklusiv für sie beten würde, das wäre schon krass.

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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Mi 16. Mär 2011, 12:22

Hi all

Ich bin auch erschüttert über tragischen Ereignisse und hätte das so bald nicht für möglich gehalten. Es zeigt, dass der Mensch sich ständig überschätzt.
Ich war bisher AKW-Befürworter und bin durch dieses unkontrollierbare Ereignis nun doch auch ins Nachdenken wenn nicht Grübeln geraten. Die Frage nach der Alternative wurde hier bereits gestellt. Es gäbe noch Potenzial, wenn auch nicht viel, bei Wasserkraftwerken. Dann müsste sich rot/grün aber dazu durchringen können, auch einen Froschschützerclub zu verärgern, indem man solche neue Projekte auch unterstützt. Mit Wind und Sonne wirds nie reichen in der Schweiz. Das muss allen klar sein. Also könnte man neue Wasserkraftwerke planen und danach die AKWs vom Netz nehmen, oder zumindest die ersten davon. Aber auch hier lauern happige Gefahren, gerade bei Erdbeben. Es gibt auch hier immer Restrisiken.


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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon viper187 » Mi 16. Mär 2011, 12:48

Und wie stellt ihr euch das vor ein Wasserkraftwerk zur lückenlosen Stromversorgung einer heutigen Gesellschaft?
Staudämme sind schön und gut um Stromspitzen auszugleichen, Flusskraftwerke sind Ökologisch gesehen ein Desaster und Gezeitenkraftwerke sind ohne Meer ziemlich Sinnfrei.
Ausserdem muss ein Staudamm gefüllt werden und wie passiert das heute? Genau, über Nacht wird mit billigem (Atom)Strom wieder Wasser hochgepumpt, oder glaubt ihr ernsthaft, dass Regen und Schmelzwasser ausreichen, geschweige dann kommen wenn man es braucht?
Lasst und hoffen dass der experimentelle Fusionsreaktor in Frankreich ein Erfolg wird und wir ~2030 fähig sind Fusionsenergie im grossen Stil einzusetzen, alles andere ist höchstens eine Notlösung.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Mi 16. Mär 2011, 12:53

Ihr hat geschrieben:
Columba hat geschrieben:Ja, das stimmt, Deine Rechnung ist und bleibt nur eine Milchbüechlirechnung. Aber wenn kein Wille da ist?

Das Grundproblem ist der Energiekonsum, welcher direkt mit dem Lebensstandard zusammenhängt. Wenn wir also die Frage des "Willens" diskutieren, dann müsste das wenn schon der Wille sein, uns beim Lebensstandard massive Einschränkungen zu auferlegen. Finde mal einen Politiker der es wagt, dieses Thema anzufassen. Ich glaube, dass der Traum vom ewigen Wachstum und Wohlstand für alle eher früher als später ausgeträumt ist. Was ich nicht glaube ist dass wir kollektiv über die Weisheit und Weitsicht verfügen, diesen Traum aus eigenen Stücken freiwillig aufzugeben, sondern dass es ein unsanftes, böses Erwachen sein wird. Nicht aus "Wille", sondern aus banaler Notwendigkeit.

Da hast Du recht vollkommen recht!

Aber es geht noch weiter. Nicht nur die Politiker müssen die Themen anfassen, sondern auch jeder einzelne Bürger. Was kann er selber bei sich machen, - und was kann er politisch machen. Wahlen sind ja überall in Sicht. Es geht so nicht weiter. Die Berechnungen zeigen zwar, dass der Energiekonsum zunimmt, dass es fast nicht anders geht als mit Atomstrom. ...dies aber ist nur richtig, weil die Kosten falsch berechnet werden. Wie viele Mrd. hat Tschernobyl gekostet. Wie hoch wird Japans Kosten sein? Wie viel Energie kostet es, wenn die Atomkraftwerke nach der Benutzung abgerissen werden müssen?

Gerade da wird Flieges Gedanken nicht einfach schale Werbung für ihn. Da verkennt man, seine Aussagen. Wenn man einigermassen noch Achtung haben will vor den Toten und jetzt die gefährdeten Verstrahlten, heisst es, dass daraus Lehren gezogen werden müssen, und zwar bei uns. Wir müssen etwas ändern und zwar sofort. Für diese Umkehr ist zu beten. Nur dann kann dies gleichzeitig auch Gebet sein für Japan. Beten für Japan, aber nichts ändern bei sich, ist angesichts des Leides zynisch geworden.

Gerade die Gedanken von Fliege, auch wenn er für manche ein rotes Tuch ist, führen zum Glauben und weg von religiöser Ideologie. Es ist keine Pauschalverurteilung, weil wir alle in diesem Kreislauf der Verschwendung verstrickt sind. Es wird kein Kapital geschlagen aus Japan, sondern es wird zur traurigen Katastrophe, die uns betrifft. Wäre da kein direkter Zusammenhang zwischen dem Tsunami und der Atomwirtschaft, dann wäre es billige Ausschlachtung, was Fliege macht. ...und dieser Zusammenhang ist nicht Schicksal sondern menschengemacht.

Wie steht es doch im 5. Kapitel von Amos:

    21 Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen.
    22 Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen.
    23 Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!
    24 Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Im rechten Geist werden Gebete und Gottesdienste erst kraftvoll. Da wären zuerst die Gebete für uns wichtig. Wenn die vielen Leidenden in Japan sehen, dass ihre Verstorbenen die Welt zum Nach- und Umdenken bringen, dann kann dies für Japan auch Trost werden, - dann wären die Gebete für uns gleichzeitig Gebete für die Leidenden geworden.


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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Mi 16. Mär 2011, 13:01

Ihr hat geschrieben:Dass kein Weg an der Kernenergie vorbeiführt ist für mich eine simple Milchbüechlirechnung.
...


Merkwürdig, dabei wird heute schon in der Schweiz ein Haus gebaut, das mehr Energie produziert als es verbraucht. Mit der überschüssigen Energie kann dann noch das Elektroauto aufgeladen werden.

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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon PhiloMuc » Mi 16. Mär 2011, 13:30

An den vielen Beiträgen (Ausnahme wohl Columba) fällt mir auf, dass keiner vorbringt, dass gerade die Christen im Wissen um seelisch-geistige Werte doch mit die Vorreiter sein sollten, den Konsum deutlichst einzuschränken. Dann wird auch weniger Energie gebraucht. Und beim System "Kapitalismus", der letztlich auf Gier aufbaut, in der ersten Reihe der Befürworter einer weniger materiellen Ordnung stehen müssten.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon blakki » Mi 16. Mär 2011, 13:50

Robby hat geschrieben:Hi all

Ich bin auch erschüttert über tragischen Ereignisse und hätte das so bald nicht für möglich gehalten. Es zeigt, dass der Mensch sich ständig überschätzt.
Ich war bisher AKW-Befürworter und bin durch dieses unkontrollierbare Ereignis nun doch auch ins Nachdenken wenn nicht Grübeln geraten. Die Frage nach der Alternative wurde hier bereits gestellt. Es gäbe noch Potenzial, wenn auch nicht viel, bei Wasserkraftwerken. Dann müsste sich rot/grün aber dazu durchringen können, auch einen Froschschützerclub zu verärgern, indem man solche neue Projekte auch unterstützt. Mit Wind und Sonne wirds nie reichen in der Schweiz. Das muss allen klar sein. Also könnte man neue Wasserkraftwerke planen und danach die AKWs vom Netz nehmen, oder zumindest die ersten davon. Aber auch hier lauern happige Gefahren, gerade bei Erdbeben. Es gibt auch hier immer Restrisiken.


Bei dem rapiden Abschmelzen der Alpengletscher sind Wasserkraftwerke basiered auf Stauseen auch nicht das Wahre.

Soweit mir bekannt ist, sind die Speicher in den Alpen seit Jahren nicht mehr voll.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon blakki » Mi 16. Mär 2011, 13:53

viper187 hat geschrieben:Und wie stellt ihr euch das vor ein Wasserkraftwerk zur lückenlosen Stromversorgung einer heutigen Gesellschaft?
Staudämme sind schön und gut um Stromspitzen auszugleichen, Flusskraftwerke sind Ökologisch gesehen ein Desaster und Gezeitenkraftwerke sind ohne Meer ziemlich Sinnfrei.
Ausserdem muss ein Staudamm gefüllt werden und wie passiert das heute? Genau, über Nacht wird mit billigem (Atom)Strom wieder Wasser hochgepumpt, oder glaubt ihr ernsthaft, dass Regen und Schmelzwasser ausreichen, geschweige dann kommen wenn man es braucht?
Lasst und hoffen dass der experimentelle Fusionsreaktor in Frankreich ein Erfolg wird und wir ~2030 fähig sind Fusionsenergie im grossen Stil einzusetzen, alles andere ist höchstens eine Notlösung.


Wahrscheinlich ist es sinnvoller mit Desertec die europäische Stromversorgung zu sichern.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Mi 16. Mär 2011, 13:57

blakki hat geschrieben: Bei dem rapiden Abschmelzen der Alpengletscher sind Wasserkraftwerke basiered auf Stauseen auch nicht das Wahre.

Soweit mir bekannt ist, sind die Speicher in den Alpen seit Jahren nicht mehr voll.


Heute stellt, wenn ich mich nicht irre, die Wasserkraft 56% der Stromerzeugung dar, lediglich 39% die Atomkraft. Das heisst, wenn man diesen Anteil ausbauen könnte, dann hätten wir doch eine Verlagerung, die wünschenswert wäre. Viper hat geschrieben, dass es da Probleme mit den Spitzen gäbe, da kenne ich mich ehrlich gesagt zu wenig aus. Aber vielleicht gibt es eine Lösung mit weniger AKW und mehr Wasserkraft? Dann wären die Risiken schon mal etwas verlagert worden. Einfach AKW abstellen ist keine Option. Bei wachsender Bevölkerungszahl und steigenden Verbräuchen ist das eine Illusion. Dass wir mehr Strom sparen könnten ist sicher Tatsache, aber das darf man nicht überschätzen. Eine spürbare Reduktion wäre ein massiver Einschnitt ins tägliche Leben und vor allem in die Wirtschaft mit entsprechenden Folgen.


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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon blakki » Mi 16. Mär 2011, 14:07

Robby hat geschrieben:
blakki hat geschrieben: Bei dem rapiden Abschmelzen der Alpengletscher sind Wasserkraftwerke basiered auf Stauseen auch nicht das Wahre.

Soweit mir bekannt ist, sind die Speicher in den Alpen seit Jahren nicht mehr voll.


Heute stellt, wenn ich mich nicht irre, die Wasserkraft 56% der Stromerzeugung dar, lediglich 39% die Atomkraft. Das heisst, wenn man diesen Anteil ausbauen könnte, dann hätten wir doch eine Verlagerung, die wünschenswert wäre. Viper hat geschrieben, dass es da Probleme mit den Spitzen gäbe, da kenne ich mich ehrlich gesagt zu wenig aus. Aber vielleicht gibt es eine Lösung mit weniger AKW und mehr Wasserkraft? Dann wären die Risiken schon mal etwas verlagert worden. Einfach AKW abstellen ist keine Option. Bei wachsender Bevölkerungszahl und steigenden Verbräuchen ist das eine Illusion. Dass wir mehr Strom sparen könnten ist sicher Tatsache, aber das darf man nicht überschätzen. Eine spürbare Reduktion wäre ein massiver Einschnitt ins tägliche Leben und vor allem in die Wirtschaft mit entsprechenden Folgen.


Das mit dem massiven Einschnitt muss nicht unbedingt sein, es gibt unzählige Möglichkeiten der Energieeinsparung, die bisher nicht oder kaum genutzt wurden.

Ich habe selbst im vergangenen Oktober 1 Fileserver und 10 Arbeitsplatzrechner, die rund 5 Jahr alt waren gegen neue Geräte getauscht. Der Stromverbrauch hat sich mehr als halbiert, zusätzlich ist das Geräuschniveau im Betrieb deutlich gesunken.

Die nächste Massnahme ist der Tausch der Beleuchtungskörper gegen LED-Lampen.

In Deutschland gibt es eine Aussage, dass alleine die Standby-Schaltungen bei der Haushaltselektronik pro Jahr fast die Leistung eines Kraftwerks verschlingen würde.

Klar, Enegiesparen kostet zunächst mal einiges, weil investiert werden muss. Auf Dauer rechnet sich das jedoch, außerdem wird durch die fälligen Investitionen die Wirtschaft angeregt.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Oli4 » Mi 16. Mär 2011, 14:12

Man beachte den Widerstand und den auch damit einhergehenden Zeitbedarf für die Grimsel-Damm-Erhöhung.

Wir können glauben uns spezifisch gegen Null zu sparen es fehlt dazu nur das tragende Glaubensfundament. Wenn wir weltweit immer mehr Menschen werden, uns permanent mehr spezifische Nutz-Flächen und Stückzahlen an jewelchen Verbrauchern zulegen, immer öfter und immer schneller irgend etwas tun, erreichen, erhalten wollen, wen wunderts dass die effektiven absoluten Verbräuche laufend seit Jahren permanent nach oben steigen; nicht nur im wachsenden China..

Wir müsten den uns selber antrainierten Mammon (modern Wirtschaft) zuerst auf dem Altar der Bescheidenheit opfern. Ob jeder Einzelne dahin mitmachen will ?

Ich für mich stelle peu à peu vorsichtshalber auf Selbstversorgung um :]


So beten wir und zeigen so gedankliche-geistliche Solidarität und helfen ganz konkret mit mehr mit als wir 'übervorrätig' haben mit, den Japanern als sichtbares Zeichen der Anteilnahme und Hilfe. Der Herr wirds vergelten.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Mi 16. Mär 2011, 14:26

blakki hat geschrieben: Das mit dem massiven Einschnitt muss nicht unbedingt sein, es gibt unzählige Möglichkeiten der Energieeinsparung, die bisher nicht oder kaum genutzt wurden.

Ich habe selbst im vergangenen Oktober 1 Fileserver und 10 Arbeitsplatzrechner, die rund 5 Jahr alt waren gegen neue Geräte getauscht. Der Stromverbrauch hat sich mehr als halbiert, zusätzlich ist das Geräuschniveau im Betrieb deutlich gesunken.


Gut, das sind faire Punkte. Aber die Problematik erschöpft sich nicht darin, einfach die Geräte auszutauschen. Es gibt ja auch immer mehr davon und am Schluss verbrauchen sie dennoch wieder mehr Strom. Natürlich leisten sie auch ein x-faches, aber hier müssten wir vielleicht mal ansetzen. Brauchen wir diese enorme Leistung überhaupt?
Ich denke alte Waschmaschinen und Spülmaschinen werden nach und nach ersetzt, auch zwangsläufig, das reduziert dessen Verbrauch. Im gleichen Atemzug hat aber bald jeder Privathaushalt heute das Gefühl, er müsste ein eigenes NAS usw. betreiben, was den Gesamtverbrauch wieder erhöht.

Die nächste Massnahme ist der Tausch der Beleuchtungskörper gegen LED-Lampen.


Finde ich sehr gut und werde ich auch ins Auge fassen.

In Deutschland gibt es eine Aussage, dass alleine die Standby-Schaltungen bei der Haushaltselektronik pro Jahr fast die Leistung eines Kraftwerks verschlingen würde.


Das ist schon krass, ja. Und da gibt es noch Potential.

Klar, Enegiesparen kostet zunächst mal einiges, weil investiert werden muss. Auf Dauer rechnet sich das jedoch, außerdem wird durch die fälligen Investitionen die Wirtschaft angeregt.


Das ist aber gleichzeitig ein zweischneidiges Schwert. Denn dadurch wird der Müllberg auch entsprechend grösser, oder der Energieverbrauch für die Produktion respektive das Recycling steigt.


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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Mi 16. Mär 2011, 14:29

Oli4 hat geschrieben:Man beachte den Widerstand und den auch damit einhergehenden Zeitbedarf für die Grimsel-Damm-Erhöhung.


Und interessant doch, von welcher Seite dieser Widerstand kommt? Soviel mir ist hauptsächlich von Seiten der politischen Ecke, die nun lauthals den Ausstieg aus der Kernkraft fordert. Richtig? Das geht einfach nicht auf.

So beten wir und zeigen so gedankliche-geistliche Solidarität und helfen ganz konkret mit mehr mit als wir 'übervorrätig' haben mit, den Japanern als sichtbares Zeichen der Anteilnahme und Hilfe. Der Herr wirds vergelten.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon onThePath » Mi 16. Mär 2011, 14:56

PhiloMuc hat geschrieben:An den vielen Beiträgen (Ausnahme wohl Columba) fällt mir auf, dass keiner vorbringt, dass gerade die Christen im Wissen um seelisch-geistige Werte doch mit die Vorreiter sein sollten, den Konsum deutlichst einzuschränken. Dann wird auch weniger Energie gebraucht. Und beim System "Kapitalismus", der letztlich auf Gier aufbaut, in der ersten Reihe der Befürworter einer weniger materiellen Ordnung stehen müssten.


Das gebietet die Vernunft sicherlich.

Doch wenn alle Christen ein gewisses Level gesellschaftlicher Vernunft leben würden, sind sie dem Druck anderer Gruppen ausgesetzt, die "kapitalistische Unvernunft" leben wollen oder dran verdienen wollen. Und die Gesellschaft muss weiter funktionieren ohne Scharen von Arbeitslosen. Umstrukturierung der Gesellschaft wird extrem schwierig sein. Es wird sowieso meist weitergefahren mit dem gewohnten Karren, bis er völlig im Dreck steckt und die Umstände zu Änderungen zwingen.

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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Oli4 » Mi 16. Mär 2011, 15:01

Robby hat geschrieben:
Oli4 hat geschrieben:Man beachte den Widerstand und den auch damit einhergehenden Zeitbedarf für die Grimsel-Damm-Erhöhung.


Und interessant doch, von welcher Seite dieser Widerstand kommt? Soviel mir ist hauptsächlich von Seiten der politischen Ecke, die nun lauthals den Ausstieg aus der Kernkraft fordert. Richtig? Das geht einfach nicht auf.

Siehst Du, ich weiss nicht mal woher.. ist ja der Sache wegen auch egal. Ich sehe nur, dass nichts passiert... ausser den ständig laufend höheren Strombedarf der CH.

Man beachte z.bsp. die Thematik der Greina. Wie lange wurde gekämpft dafür ? Sind alle Befürworter (nicht bloss die militanten Naturschützer) auch heute noch bereit ihren ganz privaten, unspezifischen und absoluten ENERGIE-Konsum zu senken umd solche Gegenden weiterhin zu schützen oder fahren sie heute SUV's, geniessen Heliskiing und tanken an der maledivischen Sonne Energie ?

Ich glaube schlicht und einfach wir würden durch Luxus-Verzicht ein mehrfaches an Energie einsparen als wir kurz- und mittelfristig durch Windkraft, Fliessgewässerkraft und erneuerte, strombedarfsreduzierte Geräte schaffen werden. Tun wir beides. Das eine tun, das andere nicht lassen ! Ganz im Augenmass von Ehre wem Ehre gebührt, Steuer wem Steuer gebührt.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Mi 16. Mär 2011, 15:33

Oli4 hat geschrieben: Siehst Du, ich weiss nicht mal woher.. ist ja der Sache wegen auch egal. Ich sehe nur, dass nichts passiert... ausser den ständig laufend höheren Strombedarf der CH.


Für das Ergebnis ist es schon egal, aber die Doppelzüngigkeit ist schon unglaublich:
Staumauererhöhung an der Grimsel - Es wird mehr zerstört als gewonnen
Die neun Umweltverbände reichen gegen die Staumauererhöhung am Grimselsee eine Einsprache ein. Ein um 23 Meter höherer Seespiegel würde fast einen Quadratkilometer besonders schutzwürdiger Lebensräume und wichtige Teile einer Landschaft von nationaler Bedeutung verschlingen. Das entspricht einer Fläche von 136 Fussballfeldern. Ein viel zu grosses Opfer für ein Projekt, das vorgibt, saubere Wasserkraft zu produzieren, dieses Versprechen aber – genauer betrachtet – nicht einhält.


Quelle: http://www.wwf.ch/de/newsundservice/news/news/medien/index.cfm?uNewsID=779

Ich glaube schlicht und einfach wir würden durch Luxus-Verzicht ein mehrfaches an Energie einsparen als wir kurz- und mittelfristig durch Windkraft, Fliessgewässerkraft und erneuerte, strombedarfsreduzierte Geräte schaffen werden. Tun wir beides. Das eine tun, das andere nicht lassen ! Ganz im Augenmass von Ehre wem Ehre gebührt, Steuer wem Steuer gebührt.


Da bin ich absolut einverstanden. Jeder soll auch bei sich selber beginnen, da kommt schon etwas zusammen. Aber ob das reicht, wage ich zu bezweifeln.


Lieber Gruss
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Zuletzt geändert von Robby am Do 17. Mär 2011, 09:27, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit: Quellenergänzung
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Mi 16. Mär 2011, 17:33

Jesus Christus war das Opfer zu unserer Rettung und zum Heil. Ein endgültiges nötiges Opfer!

Wirklich? Wie viele aber opfern wir jetzt noch zusätzlich, nur weil Menschen immer mehr wollen.

Sterben sie für unsere Gesundheit?

Wie sagt doch Fliege: "Hier werden Gebete und Rituale doch nur zum spirituellen Übergangsritual gebraucht, um anschließend weitermachen zu können wie bisher!"

Weiter Menschen opfern für unseren Wohlstand. Ja, wir haben Gebete nötig, mitschuldig geworden an den neuen Opfern. Es genügt nicht, die Mitschuld abzutragen mit den Aufrufen an die Spitäler, sich für Knochenmarktransplantationen verstrahlter Japaner vorzubereiten.


Grüsse Columba
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon thery » Mi 16. Mär 2011, 22:43

Ich habe mal so ein bisschen herumgefragt was man den konkret tun könnte. Schon interessant, AKWs will niemand mehr, aber kaum wird das Thema Stromsparen und Lebensstandart runterschrauben angesprochen, kommt der grosse Aufschrei.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Oli4 » Do 17. Mär 2011, 06:43

thery hat geschrieben:Ich habe mal so ein bisschen herumgefragt was man den konkret tun könnte. Schon interessant, AKWs will niemand mehr, aber kaum wird das Thema Stromsparen und Lebensstandart runterschrauben angesprochen, kommt der grosse Aufschrei.

So ist es thery.

BEIDES sollen wir tun. Das eine nicht lassen und das andere tun. Standart anpassen UND andere Energieformen prüfen/umsetzen. Und fortwährend für die Überlebenden und speziell auch für die Kinder in Japan beten und Hilfe anbieten nach unserem Vermögen und können und innerhalb des Forums wäre es wünschenswert aufgrund den aktuellen Ereignisssen nicht uns selber in Ideologien zu bekämpfen sondern den Blick nach Japan und auch nach Libyen zu fokussieren, dort geht nämlich ebenso eine menschliche Tragödie ihren Lauf den die Welt nicht sonderlich zu interessieren scheint. :cry:
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Johncom » Do 17. Mär 2011, 07:29

doro hat geschrieben:Es macht mich betroffen, wie diese tragischen Ereignisse genutzt werden um die eigenen Interessen derartig zu vertreten.

"Die Kirchen sind alle doof!" - "Die Juden sind besser als die Christen!" - "Nein, umgekehrt!" - "Die Esoteriker sind aber noch besser!" - "Die Adventisten aber auch!" - "usw."

Sorry, aber so klingt es aus vielen eurer Beiträge. Und das macht mich betroffen. Geht es euch wirklich darum? Wenn ja, dann ist dieser Thread gleich nochmal ein Beweis dafür, dass in unserer Welt einiges äusserst verkehrt läuft.


Danke.
Ich selber finde, das sind immer heraufbeschworene Worthülsen, hinter denen sich ein unsicheres kleines Ich in ein grosses 'Wir' aufbläst. Wir Juden, wir Christen, wir Esoteriker, wie Adventisten. Und immer: Wir sind selbstverständlich besser als die anderen. ;) Wir, wir, wir.

PhiloMuc hat geschrieben:An den vielen Beiträgen (Ausnahme wohl Columba) fällt mir auf, dass keiner vorbringt, dass gerade die Christen im Wissen um seelisch-geistige Werte doch mit die Vorreiter sein sollten, den Konsum deutlichst einzuschränken. Dann wird auch weniger Energie gebraucht. Und beim System "Kapitalismus", der letztlich auf Gier aufbaut, in der ersten Reihe der Befürworter einer weniger materiellen Ordnung stehen müssten.


thery hat geschrieben:Ich habe mal so ein bisschen herumgefragt was man den konkret tun könnte. Schon interessant, AKWs will niemand mehr, aber kaum wird das Thema Stromsparen und Lebensstandart runterschrauben angesprochen, kommt der grosse Aufschrei.


Gerade die Fastenzeit vor Ostern bietet die Gelegenheit, mal zu probieren ob man auch auf unnötigen Stromverbrauch verzichten kann, z.B.:
Statt 60 oder 40 Grad in der Waschmaschine einfach öfters mal kalt waschen.
( Kochwäsche ist unnötig, ausser man hat ein Baby oder einen Kranken im Haus. )
Braucht man wirklich einen Wäschetrockner ? Wir haben einen Balkon.
Statt Geschirrspülmaschine anfahren die paar Teller selber spülen.
Da gibts 100 Möglichkeiten um den eigenen Konsum auf die Hälfte runterzufahren. Und bei der nächsten Abrechnung gibts sogar Geld zurück.
http://www.energiesparen-im-haushalt.de ... shalt.html

Robby hat geschrieben:Jeder soll auch bei sich selber beginnen, da kommt schon etwas zusammen. Aber ob das reicht, wage ich zu bezweifeln.


Der eigentliche Grund dieser globalen Energiekriese dürfte die rasant wachsende Menscheitsvermehrung sein, wir sind jetzt 7 Milliarden Menschen hier. Die Menschheit 'explodiert'. Schon seit 1970 haben wir uns gerade wieder verdoppelt.

Im Jahr 1960 gab es etwa 3 Milliarden Menschen, und während Christi Geburt vielleicht nur so 300 Millionen. - Jetzt 7 Milliarden und alle wollen zu einem hohen Lebensstandart kommen, wie ihn die Industriegesellschaft ermöglicht.

Columba hat geschrieben:Gerade da wird Flieges Gedanken nicht einfach schale Werbung für ihn. Da verkennt man, seine Aussagen. Wenn man einigermassen noch Achtung haben will vor den Toten und jetzt die gefährdeten Verstrahlten, heisst es, dass daraus Lehren gezogen werden müssen, und zwar bei uns. Wir müssen etwas ändern und zwar sofort. Für diese Umkehr ist zu beten. Nur dann kann dies gleichzeitig auch Gebet sein für Japan. Beten für Japan, aber nichts ändern bei sich, ist angesichts des Leides zynisch geworden.


Ja, es hätte auch hier passieren können. Früher sagte man Harrisburg ist überall. Oder Tschernobyl.
Jetzt knallte es in Fukushima, und den Japanern wird wohl niemand nachsagen, sie hätten nicht 'unsere' Sicherheitsstandarts. Beten kann man nur dafür dass alle vernünftiger und auch demütiger werden. Aber das beginnt bei einem selbst. Beten kann aber auch heissen: Danke. Dafür, dass ich, wir, alle .. jetzt geschockt wurden. Dass wir nochmal die Chance haben, vernünftig zu werden.

Oli4 hat geschrieben:.. und innerhalb des Forums wäre es wünschenswert aufgrund den aktuellen Ereignisssen nicht uns selber in Ideologien zu bekämpfen ..


Ein zu unterstützender Aufruf. :applause:
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 09:27

thery hat geschrieben:Ich habe mal so ein bisschen herumgefragt was man den konkret tun könnte. Schon interessant, AKWs will niemand mehr, aber kaum wird das Thema Stromsparen und Lebensstandart runterschrauben angesprochen, kommt der grosse Aufschrei.


Das ist das grosse Problem. Müssten nämlich die wirklichen Kosten des Atomstroms die Konsumenten bezahlen, wäre der Strom so teuer, dass der Lebensstandard spürbar gesenkt würde. Viele Kosten sind nämlich heute gar nicht gedeckt durch die Strompreise.
Der heutige Wohlstand hier in der Schweiz steht also auf der Basis Hoffnung - Hoffnung, dass kein AKW in die Luft fliegt. Oder anders ausgedrückt: Nach mir die Sintflut, damit die überhitzten Brennstäbe wenigstens im Wasser sind. ...aber gemäss Bibel sollten wir das mit eine hilfreichen Sintflut vergessen, die kommt nicht mehr, sagt Gott.


Grüsse Columba
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 09:38

Robby hat geschrieben:Staumauererhöhung an der Grimsel - Es wird mehr zerstört als gewonnen


Es ist doch im Prinzip richtig. Auf lange Sicht gibt es nur und nur einsparen und den Energielevel senken. ...denn viele arme Länder haben noch einen Nachholbedarf im Energieverbrauch. Ich denke aber, dass der gesamte weltweite Energieverbrauch an ein Maximum gekommen ist.

Grüsse Columba
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 10:06

Ihr hat geschrieben:...
Es ist traurig und peinlich, aus einer Tragödie wie jener in Japan Kapital zu schlagen, sei dieses nun theologischer oder politischer Natur
...


Ist es denn besser zu schweigen? ...wahrscheinlich bis die Experten uns bestätigen, dass dieser Art von Vorfall in den schweizerischen AKWs nicht vorkommen kann?

Lieber mal darüber entsetzt sein, auch wenn es ausgeschlachtet wird. Auch wenn in Deutschland wegen Wahlkämpfen sofort einige AKWs für ein paar Monate stillgelegt sind, ist es doch etwas.


Wir müssen in der ganzen Sache auch realisieren, dass die Unfallwahrscheinlichkeiten, welche uns für die Kerntechnik gesagt werden, falsch sind. Geringste Wahrscheinlichkeiten von Unfällen wurden uns vorgegaukelt. Aber wenn ich nur die Liste einiger Unfälle sehe, weiss ich, dass da ganz falsch gerechnet wird:

    Fukushima, Japan
    Tōkai-mura, Japan
    Tschernobyl, Sowjetunion, 1986
    Tschernobyl, Sowjetunion, 1982
    Three Mile Island, USA
    Windscale bzw. Sellafield, Großbritannien
    Lucens, Schweiz
    Idaho Falls, Idaho, USA
    Windscale bzw. Sellafield, Großbritannien

So viele schwerere Unfälle in den letzten 60 Jahren, meist mit Totesfällen. Dabei wird uns gesagt, dass die neueren Kraftwerke nur einen schweren Unfall haben sollten innerhalb einer Million Jahren. Hier stimmt was nicht.

Wenn man jetzt kritisiert, dass manche aus dem Vorfall Kapital ziehen wollen, dann ist die Folge, dass auch alle anderen verantwortlichen Warner die Stimme entzogen wird. ...und ich glaube, gerade auch die Kirchen haben da eine grosse Verantwortung und sollten jetzt nicht schweigen, auch wenn mal eine Bemerkung zu früh und zu unbedarft ist.


Grüsse Columba
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Do 17. Mär 2011, 10:31

Columba hat geschrieben:Es ist doch im Prinzip richtig. Auf lange Sicht gibt es nur und nur einsparen und den Energielevel senken. ...denn viele arme Länder haben noch einen Nachholbedarf im Energieverbrauch. Ich denke aber, dass der gesamte weltweite Energieverbrauch an ein Maximum gekommen ist.

Grüsse Columba


Hi Columba
Es gibt keine Energie zum Nulltarif, auch wenn das subtil zumindest übermittelt wird. Auch ein Stausee birgt Gefahren und Risiken, aber es führt heute kein Weg an Wasserkraft oder Atomkraft vorbei. Der aktuelle Anteil an erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) in der Schweiz liegt bei 2%. Selbst Deutschland, das jährlich Milliarden in die erneuerbaren Energien investiert, kommt auf lediglich 17%. Dazu kommt die Problematik, dass diese erneuerbaren Energien der Netzstabilität nicht wirklich dienlich sind, ganz im Gegensatz zu den AKW oder Wasserkraftwerken.

Mich ärgert einfach die Doppelzüngigkeit, einerseits das Abschalten der AKWs zu fordern, um nachher ökologische Projekte der Wasserkraft zu verhindern.


Lieber Gruss
Robby
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 10:56

Ich weiss, was Du meinst. Mich stört es auch immer wieder.

Zur Zeit überlege ich, wie und warum es zu solchen Widersprüchen kommt. Mir scheint es, dass die ganze Fragestellung ausgeweitet werden muss. Nicht mehr nur die Frage zur Energie ist wichtig, wie viel und aus welche Quellen brauchen wir die Energie. Hier in der Schweiz sind wir auf einer anderen Stufe angelangt, welche über die Frage der Energie hinaus geht.

Die Frage kann nur noch heissen, wie wollen wir hier in der Schweiz leben, wie lange können wir uns noch diesen guten Lebensstandard leisten. So wird die Frage sehr vielschichtig. Genügt für die Schweiz noch der heutige Stand der Natur oder können wir in der Natur Abstriche machen zu Gunsten der Energieproduktion. Da werden zwei Werte aus unterschiedlichen Systemen verglichen:

    Wie viel Energie brauchen wir für Arbeit und Freizeit, um angemessen zu leben?
    Wie viel Erholungsgebiete brauchen wir für Arbeit und Freizeit, um angemessen zu leben?
    Wie beeinflussen sich diese beiden Faktoren gegenseitig?

Gerade in der kleinen Schweiz sehen wir, dass da extrem viele neue Abhängigkeiten entstehen. Die Schweiz will mit viel Energie Skipisten beschneien (Natur-, Erholungsbereich), aber die Hochspannungsleitungen dürfen trotzdem nicht kommen (Energiebereich).

Unter diesen Aspekten sind es keine Widersprüche mehr, zwischen Anti-AKW und Anti-Staumauer.


Grüsse Columba
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon lionne » Do 17. Mär 2011, 11:06

thery hat geschrieben:Ich habe mal so ein bisschen herumgefragt was man den konkret tun könnte.


Was jede/r Einzelne konkret tun kann, kann niemand vorschreiben. Ich bin mir sicher, dass jede/r im Rahmen seiner Möglichkeiten, das tut, was er/sie kann....
Ich stelle fest, dass eine 'grosse Hilfsbereitschaft der Christen' besteht. Hier dazu konkrete Angaben:

http://www.idea.de/index.php?id=1507&tx_ttnews[tt_news]=93831&cHash=ac2896d79a0ecaf0343f1af8596fc28e

Ich persönlich bin schon seit Jahren/Jahrzehnten um Stromsparen bemüht; ich habe nicht für alle Handreichungen einen Elektroapparat, Abwaschen tue ich immer noch 'von Hand' (und nicht unter laufendem Wasser!!), auch beim Waschen achte ich aufs Sparen (nicht einfach nur ein Paar Jeans durchlassen, nur weils bequem ist), den Tumbler benütze ich nur sehr selten u.v.m.

Gruss lionne
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 11:09

Ich habe gerade ein sehr weitgestreuter Gebetsaufruf bekommen für Japan.

Die Atomreaktoren

Die Situation in den Atomreaktoren ändert sich ständig. Selbst die Experten mit all ihrer Weisheit und Technik sind hier überfordert. Daher lasst uns beten, dass der lebendige Gott die Reaktoren in seiner Hand hält, die Brennstäbe, die Kühlsysteme und alles was damit in Zusammenhang steht.
Herr, wir bitten um das Wunder deiner gnädigen Hand in der nuklearen Katastrophe.


Ginge es da nicht auch um Busse, denn wir Menschen haben diese Katastrophe geschehen lassen. Ginge es nicht um das Gebet, dass uns allen die Augen geöffnet werden. ...dass wir alle schuldig geworden sind, weil wir wie der Zauberlehrling mit Kräften gearbeitet haben, die wir nicht im Griff haben?

Jetzt plötzlich soll Gott die Reaktoren in seiner Hand halten, wenn die Experten nicht mehr weiter wissen. Das ist doch genau das, was Fliege kritisiert: Eine Frömmelei vorsintflutlicher Art und Weise.


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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Gnu » Do 17. Mär 2011, 12:10

Columba hat geschrieben: Das ist doch genau das, was Fliege kritisiert: Eine Frömmelei vorsintflutlicher Art und Weise.

Genau, wie es Jesus prophezeite. (Matthäus 24.37-39 und Lukas 17.26-27).
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon SunFox » Do 17. Mär 2011, 13:04

Ihr hat geschrieben:...
Es ist traurig und peinlich, aus einer Tragödie wie jener in Japan Kapital zu schlagen, sei dieses nun theologischer oder politischer Natur
...


Lieber Ihr, es geht nicht darum, aus etwas Kapital zu schlagen, denn was sollte man für ein Kapital damit erringen?

Es geht um Information und das tun alle Freikirchen in Deutschland auch gemeinsam: V E F und diese bekennen sich zu diesen Grundwerten christlichen Glaubens!

Somit wird Zeugnis darüber abgegeben, was diese Grundwerte im täglichen Leben bewirken!

Liebe Grüße von SunFox

Nachtrag: Was mich nur bestürzt sind die Nachrichten, das man wohl über das AKW-Unglück die notleidende Bevölkerung zu wenig hilft! Letzte Nacht über 20 Japaner in Notunterkünften erfroren!
Zuletzt geändert von SunFox am Do 17. Mär 2011, 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon thery » Do 17. Mär 2011, 13:04

Oli4 hat geschrieben:
thery hat geschrieben:Ich habe mal so ein bisschen herumgefragt was man den konkret tun könnte. Schon interessant, AKWs will niemand mehr, aber kaum wird das Thema Stromsparen und Lebensstandart runterschrauben angesprochen, kommt der grosse Aufschrei.

So ist es thery.

BEIDES sollen wir tun. Das eine nicht lassen und das andere tun. Standart anpassen UND andere Energieformen prüfen/umsetzen. Und fortwährend für die Überlebenden und speziell auch für die Kinder in Japan beten und Hilfe anbieten nach unserem Vermögen und können und innerhalb des Forums wäre es wünschenswert aufgrund den aktuellen Ereignisssen nicht uns selber in Ideologien zu bekämpfen sondern den Blick nach Japan und auch nach Libyen zu fokussieren, dort geht nämlich ebenso eine menschliche Tragödie ihren Lauf den die Welt nicht sonderlich zu interessieren scheint. :cry:



Dann käme noch Chile, das Erdbeben dort war fast genau so heftig, Neuseeland, Australien und und und. Von Haiti spricht doch schon gar niemand mehr. Seien wir doch ehrlich, wäre nicht das mit den AKWs passiert in Japan wären wir doch schon längst wieder zur Tagesordnung übergegangen. :cry:
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon thery » Do 17. Mär 2011, 13:05

Columba hat geschrieben:Ich habe gerade ein sehr weitgestreuter Gebetsaufruf bekommen für Japan.

Die Atomreaktoren

Die Situation in den Atomreaktoren ändert sich ständig. Selbst die Experten mit all ihrer Weisheit und Technik sind hier überfordert. Daher lasst uns beten, dass der lebendige Gott die Reaktoren in seiner Hand hält, die Brennstäbe, die Kühlsysteme und alles was damit in Zusammenhang steht.
Herr, wir bitten um das Wunder deiner gnädigen Hand in der nuklearen Katastrophe.


Ginge es da nicht auch um Busse, denn wir Menschen haben diese Katastrophe geschehen lassen. Ginge es nicht um das Gebet, dass uns allen die Augen geöffnet werden. ...dass wir alle schuldig geworden sind, weil wir wie der Zauberlehrling mit Kräften gearbeitet haben, die wir nicht im Griff haben?

Jetzt plötzlich soll Gott die Reaktoren in seiner Hand halten, wenn die Experten nicht mehr weiter wissen. Das ist doch genau das, was Fliege kritisiert: Eine Frömmelei vorsintflutlicher Art und Weise.


Grüsse Columba



Da bin ich voll und ganz damit einverstanden.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Robby » Do 17. Mär 2011, 13:08

Columba hat geschrieben: Jetzt plötzlich soll Gott die Reaktoren in seiner Hand halten, wenn die Experten nicht mehr weiter wissen. Das ist doch genau das, was Fliege kritisiert: Eine Frömmelei vorsintflutlicher Art und Weise.


Grüsse Columba


Hi Columba

Weshalb sollten wir Gott nicht um Gnade bitten dürfen? Gnade benötigt jeder von uns! Das empfinde ich nicht als Frömmelei, sondern viel eher als Schuldeingeständnis und Anerkennung der Allmacht Gottes bei gleichzeitigem Erkennen der menschlichen Begrenztheit? Ich habe auch schon öfters für Japan gebetet, auch dass eine weitere Eskalation doch in SEINER Gnade verhindert werden dürfe, so Gott will.


Lieber Gruss
Robby
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon thery » Do 17. Mär 2011, 13:14

Geht's nicht auch darum das wir die Sche......anzetteln und dann nach Gott schreien er solle uns da wieder herausholen? So habe ich Columbas Post verstanden.
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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 13:50

Das habe ich schon einige Male weiter oben versucht zu klären. Es geht nicht darum, dass Du nicht beten darfst für Japan. Aber das Entscheidende ist das Wie.

Das Gebet spricht: "Daher lasst uns beten, dass der lebendige Gott die Reaktoren in seiner Hand hält, die Brennstäbe, die Kühlsysteme und alles was damit in Zusammenhang steht. Herr, wir bitten um das Wunder deiner gnädigen Hand in der nuklearen Katastrophe."

Hier wird ein Gott angerufen, der die Sache wieder gerade biegen soll. Wunder werden verlangt. Wie in Goethes Zauberlehrling, wenn man nicht mehr weiterweist.

Kein Wort zum Beispiel von Herr sei uns Sünder gnädig. Warum haben wir nicht früher geholfen, gegen den Wahnsinn zu kämpfen. Kein Wort, dass Gott uns Menschen Kraft und Einsicht gibt, und uns schützend mithift die Katastrophe zu bewältigen. Das meine ich und habe es oben schon gesagt. Nur ein Gebet, das unser aller Versagen mit einschliesst und erkennen lässt, das wir selbst hier gnadebedürftig sind, ist auch ein Gebet für die Menschen in Japan.

Das ist es was ich aussagen will.



Übrigens haben wahrscheinlich viele hier diesen Aufruf per e-Mail der der Evangelischen Allianz in Deutschland von gestern bekommen. Es heisst da:


Die Atomreaktoren

Die Situation in den Atomreaktoren ändert sich ständig. Selbst die Experten mit all ihrer Weisheit und Technik sind hier überfordert. Daher lasst uns beten, dass der lebendige Gott die Reaktoren in seiner Hand hält, die Brennstäbe, die Kühlsysteme und alles was damit in Zusammenhang steht.
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Das japanische Volk

Seit dem zweiten Weltkrieg mit dem Atombombenabwurf auch Hiroshima und Nagasaki hat Japan keine so große Not mehr erlebt. Das Erdbeben und die ständigen Nachbeben, der Tsunami, der Schneefall in den betroffenen Gebieten, der Mangel an Treibstoff und Lebensmitteln, all das setzt den Menschen sehr zu. Beten Sie bitte für die vielen 100.000 Obdachlosen, die Trauernden, die Verletzten und die, die in Ungewissheit über ihre Angehörigen sind. Beten Sie auch für die AKW-Betreiber, die Menschen in Verantwortung, den Kaiser, der als Gott verehrt wird, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden. Die Japaner sind die größte unerreichte Volkgruppe der Welt (127 Mio. Menschen, 1,6% Christen; 0,44% Evangelikal). Gerade im Nord-Osten Japans, dem Gebiet das von der Katastrophe am meisten betroffen ist, ist die Gewissheit der Liebe Gottes fast unbekannt.
Herr, wir bitten um deine heilende Hand in dem Leben so vieler notleidender Japaner.


Die Helfer

Viele einheimische und ausländische Helfer sind vor Ort, teilweise unter Einsatz ihres Lebens. Sie müssen schreckliche Bilder verarbeiten. Auch verschiedene Missionsgesellschaften arbeiten in Japan. Sie stehen in der schwierigen Zwickmühle ihre Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig den Japanern in der Not nahe zu sein. Beten Sie für gute Entscheidungen und Frieden für die Angehörigen in Deutschland. Die einheimischen Gemeinden sind durch ihr aufopferndes Vorbild ein Zeugnis für die Liebe Gottes. Beten Sie, dass in dieser Katastrophe Gott Trost und neues Leben schenkt.
Herr, wir bitten, dass du in deiner Gnad, geistliches Leben und Erweckung in Japan schenkst.


Wenn ich dieses lese, kann ich nur den Kopf schütteln. Zuerst ist das Gebet wegen des AKWs. Ist nicht zuerst mal die Not und das Elend der Menschen anzusprechen? Zuerst der Atommeiler, dann der Mensch! Wie sinnig! Bei den Bitten für die Menschen kommt natürlich sofort wieder der Hinweis, dass es dort nur 1.6% Christen gibt (wie wenn das Gott nicht auch wüsste). Aber gut denkt man in solchen Situationen nach, dass man da jetzt gut missionieren könnte (waren ja die gleichen Argumente beim Tsunami in Sumatra etc. etc. ...und deshalb besonders gelungen als Schlussgedanke die Bitte um geistliches Leben und Erweckung kommt.

Es wäre sicher angemessener gewesen in dieser Situation zu beten, dass angesichts des kalten Wetters alle Opfer und Helfer so schnell wie möglich zu einer warmen Decke, gutes Wasser und Nahrung kommen.

Nochmals, Robby, es geht mit nicht darum, dass man nicht beten darf oder soll. Im Gegenteil, aber solche frommen Floskeln zeigten weit mehr, dass man es hier gar nicht vorstellen möchte, was eigentlich passiert ist. Sonst hätten wir uns ins Gebet einschliessen müssen angesichts dieser Ignoranz hier in unserer wohltemperierten Welt. Denn es kommt absolut nicht darauf an, ob Mutter mit ihrem kleinen Kind in 25 km Entfernung vom AKW jetzt zu den 1.6% Christen gehört oder nicht. Die Angst muss unermesslich sein, wenn sie keine Möglichkeit sich selbst zu evakuieren.

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Re: Eine andere Sicht auf die Japan-Katastrophe

Beitragvon Columba » Do 17. Mär 2011, 13:52

thery hat geschrieben:Geht's nicht auch darum das wir die Sche......anzetteln und dann nach Gott schreien er solle uns da wieder herausholen? So habe ich Columbas Post verstanden.


Genau das ist es! Dieses Denken sollte eben Anlass sein für das Gebet für uns in diesem Augenblick. Da kann es weitergehen und wieder aufwärts gehen. Dann ändert sich eben alles, wir uns und die Situation in Japan. Dann ist Gott sicher auch mit allen, weil sich dann alle in der Verantwortung sehen.

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