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Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

Moderator: bigbird

Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Maestus » Fr 4. Mär 2005, 16:26

Hallo,
dies ist an den User Erbreich gerichtet aber auch an alle anderen die was dazu schreiben wollen.

Ich bin selber Buddhist und der Theravada-Tradition zugehörig und da ich mich etwas über das Christentum informieren wollte, bin ich zufällig auf dieses Forum gestoßen und auf Deinen Beitrag. Ich würde gern die Chance nutzen und Dir ein paar Fragen stellen, da Du dich ja in beiden Religionen (Buddhismus und Christentum) auskennst.

1. Ziel der Religion:

Da Du selber lange Zeit Buddhist warst, weißt Du sicherlich das es das große Ziel im Buddhismus ist aus dem samsarischen Kreislauf (Wiedergeburt) auszutreten und in Nirvana zu gelangen. Buddha ist kein Gott sondern war ein Mensch wie wir alle. Also genauso wie Jesus. Er zeigte uns einen Weg das Leiden zu beenden und so entstand der Buddhismus. Durch studieren seiner Worte, dem befolgen von Regeln (Der Edle Achtpfache PFad) und durch Meditation ist es uns möglich wunderbare, mitfühlende und großherzige Menschen zu werden und somit selbst ein Buddha (Erleuchteter) zu werden. Um es auf einen Satz zu bringen: Wir können unserem "Vorbild" , Buddha, ebenbürtig werden.

Wie sieht dies nun im Christentum aus. An Buddhas Stelle steht Jesus, der den Menschen ebenfalls einen Weg zeigte. Ich habe aber auf einer anderen christlichen Seite gelesen das es dem Menschen verwehrt bleibt, Jesus oder Gott ebenbürtig zu werden. Das man Gott nicht ebenbürtig sein kann verstehe ich aber Jesus? Wenn man die 10 Gebote genaustens befolgt und sich an dem Leben Jesus ein Beispiel nimmt und dies selber lebt, warum kann man dann nicht seinem "Vorbild" gleich werden? Ich finde dies sehr demoralisierend, weil man dann zu dem Schluß kommen könnte: "Egal wie ich mich auch anstrenge, ich werde nie ein perfekter Mensch werden. Ich bleibe ein Sünder."

2. Selbstverantwortung:

Im Buddhismus gibt es das kausalische Prinzip von Ursache und Wirkung (Karma). Jede Handlung führt zu einer Wirkung. (Positiv = Positiv und Negativ = Negativ) Das heißt, das wir selber der Schmied unserer Zukunft sind. Wir können selber entscheiden ob wir in Zukunft glücklich sein wollen oder nicht.

Im Christentum wird gesagt das alles Gottes Wille ist. Wenn mir etwas Gutes passiert ist es Gottes wille gewesen und wenn mir etwas schlimmes passiert ebenfalls. Aber dadurch verliert man doch jegliche Eigenverantwortung für seine Taten, nicht? Man könnte denken das nichts auf der Welt verändert werden kann, weil alles von Gott gesteuert wird. Aber das ist dann ja egal weil man eh am Ende ins Himmelreich kommt.

3. Toleranz für alle Lebewesen:

Im Buddhismus werden alle Lebewesen geschätzt und sind gleichgestellt. Schließlich könnte z.B. das Tier ein wiedergeborener Verwandter sein. Das mutwillige Töten von Tieren ist verboten. Und jedes Lebewesen hat die Möglichkeit eines Tages Buddha zu werden. Natürlich geht dies als Wiedergeburt als Tier nicht, sondern erst in einem Leben als Mensch. Auch was andere Religionen anbelangt, ist der Buddhismus sehr tolerant.

Im Christentum wird, soweit ich weiß, Tieren nicht so viel Respekt entgegengebracht. Oder können Tiere auch in den Himmel kommen? Andere Religionen werden vom Christentum als falsch abgestempelt da sich das Christentum als einzig wahre Religion ansieht. Schlimmstenfalls wird der Buddhismus zum Beispiel demoniesiert (z.B. auf www.Jesus.de)

Was ich selber am Buddhismus sehr gut finde ist, das er sich niemandem aufdrängt. Er macht keine Werbung für sich und er rät jedem die Lehre Buddhas zu prüfen, bevor er sie für sich annimmt. Dies geht auf die Worte des Buddha selber zurück.

Bei Christen sehe ich oft, das sie auf der Straße stehen und Flugblätter verteilen oder singend Jesuslieder vortragen um Leute für das Christentum zu gewinnen. Auch solche Sätze wie "An Gott kommst DU nicht vorbei. Entweder er ist Dein Retter oder Dein Richter." finde ich sehr seltsam. Auch das Prüfen der Bibel und Gottes Wort ob etwas daran falsch sein könnte wird nicht gern gesehen.

Ich würde gern wissen was Du darüber denkst und auch alle anderen Christen hier in dem Forum. Ich möchte auch gleich klarstellen das ich mit den Fragen niemanden beleidigen oder aufhetzen möchte. Es geht mir nur um einen gepflegten Dialog.

Danke im Vorraus.

Gruß

Maestus
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon doro » Fr 4. Mär 2005, 17:34

Hallo Maestus

Ich kann nicht auf alles eingehen, aber ich nehm mal ein paar Dinge auf.

Ein sicherlich grosser Unterschied ist der, dass Buddha den Weg zeigt, Jesus aber von sich behauptet, der Weg zu sein.
Jesus ist uns nicht nur Vorbild (auch wenn Er das auch ist), sondern weit mehr. An Ihm, an Seiner Person und Seinem Werk (du weiss; Kreuz und Auferstehung), hängt unser Schicksal.

Etwas anderes, was mir auffiel, ist, dass du sagst, dass Buddha ein Mensch war genau so wie Jesus. Die meisten Christen glauben aber, dass Jesus nicht nur Mensch, sondern auch Gott war/ist.

Ein anderer, ganz wichtiger Punkt, ist natürlich die Reinkarnation, an die wir Christen nicht glauben - aber das weisst du wahrscheinlich.

lg, doro
Du wolltest als Mensch Gott sein, um zugrunde zu gehen; er hingegen wollte als Gott Mensch sein, um wiederzufinden, was verloren gegangen war.
Menschlicher Stolz hat dich in einer Weise niedergedrückt, dass nur noch göttliche Demut dich (wieder) aufrichten konnte.

(Augustinus, Predigt 188,3)
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Maestus » Fr 4. Mär 2005, 18:14

Hallo Doro,
danke für Deine Antwort.

Ist es aber nicht in spiritueller Sicht besser, wenn man weiß das man durch Übung ein perfekter Mensch ohne Tadel werden kann als zu wissen das man das nie erreichen kann, da der Mensch ständig in Sünde lebt (laut des Christentums)?

Gruß

Maestus
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon doro » Fr 4. Mär 2005, 18:59

Hallo Maestus

Original von Maestus
Ist es aber nicht in spiritueller Sicht besser, wenn man weiß das man durch Übung ein perfekter Mensch ohne Tadel werden kann als zu wissen das man das nie erreichen kann, da der Mensch ständig in Sünde lebt (laut des Christentums)?


Es gibt auch innerhalb des Christentums verschiedene Ansichten, ob ein Mensch (nach seiner Bekehrung - also nachdem er sein Leben Jesus übergeben hat) sündenfrei leben kann.
Es gibt Christen, die glauben, dass man nach der Bekehrung sündenfrei leben kann und wird... Tja, ich hab eine andere Erfahrung gemacht und weiss, dass es vielen anderen ähnlich geht.

Es geht im Christentum aber trotzdem darum umzukehren und die Sünde zu lassen. Das ist das Ziel jedes Christen (so hoffe ich doch). Und ich glaube auch, dass mit Jesus Heiligung möglich ist (also immer mehr zu diesem perfekten Mensch ohne Tadel zu werden, wie du sagst).

Aber, was Christen bestreiten ist, dass es möglich ist sich selbst zu retten/ von sich aus perfekt zu sein. Im Brief des Paulus an die Römer steht dieser Satz (Römer 3.10): "Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer."
Das ist auch der Grund, weshalb Jesus überhaupt auf diese Welt kam. Er kam, um für uns die Brücke zu Gott zu schlagen (indem Er für uns starb und wieder auferstand).
Es geht nicht einfach nur darum, mehr gute als schlechte Dinge getan zu haben während seinem Leben (oder immer besser geworden zu sein). Das reicht nicht. Gott ist heilig und gerecht. Wir können nicht vor Ihn treten, wenn wir gesündigt (also mal einen Fehler gemacht) haben.
Und es heisst ja; "irren ist menschlich"... Ich glaube, dass das wahr ist. Ich kenne keinen perfekten Menschen.
Genau deshalb kam Jesus. Er, der wie Gott heilig und gerecht war, kam und nahm unsere Sünden auf sich. Wir können uns nicht von dieser Last befreien - nur Er kann es.

Aber ja; durch Jesus ist Heiligung möglich. Ich glaube, ich wäre nicht so, wie ich heute bin, wenn ich mich nicht für Jesus entschieden hätte (auch wenn es noch nicht soooo lange her ist (im Juli sind´s 3 Jahre)).
Und trotzdem mache ich auch heute noch Fehler... :cry: Und dann bitte ich Gott um Verzeihung dafür und lege auch das vor´s Kreuz und bitte Ihn darum, mir Kraft zu geben, es in Zukunft besser zu machen.
Mein Ziel ist es, Jesus (meinem Vorbild, aber eben auch meinem Weg ;)) immer ähnlicher zu werden. Ich folge Ihm nach und lerne immer neues dazu. :)

Phuu, keine Ahnung... Ich glaub, das könnte auch etwas verständlicher ausgedrückt werden... Ich bin keine Meisterin des logischen Aufbaus :D

Ich hoffe, es geht trotzdem.

lg, doro

Ps: Der Römerbrief ist eine sehr gute Abhandlung darüber, wieso Jesus hier auf die Erde kam: Falls du also eine Bibel zur Hand hast; dort findest du sicher wertvolle Infos...... ;)
Du wolltest als Mensch Gott sein, um zugrunde zu gehen; er hingegen wollte als Gott Mensch sein, um wiederzufinden, was verloren gegangen war.
Menschlicher Stolz hat dich in einer Weise niedergedrückt, dass nur noch göttliche Demut dich (wieder) aufrichten konnte.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Fr 4. Mär 2005, 23:53

Hat ja schnellstens geklappt mit dem Finden Deines Threads... hallo Maestus!

Danke für Deine Fragen - finde sie übrigens nicht beleidigend oder hetzerisch! Ich werde gerne auf sie eingehen, möchte mir aber genug Zeit nehmen dafür. Im Moment bin ich noch an der Arbeit und schon reichlich müde. Übers Wochenende habe ich ein recht gedrängtes ´Programm´, so dass es möglicherweise Anfang nächste Woche wird - freue mich aber darauf, mich Deinen herausfordernden Fragen zu stellen!

Mit Metta und mit Gottes Segen!
Erbreich
Die Frage, die ich bin, sucht nicht die Antwort in dem Sinn, dass ein Wort mir könnte klären, was nur die Frage kann gewähren.
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mo 7. Mär 2005, 12:39

Hallo Maestus, da bin ich wieder, diesmal mit genügend Zeit zum Denken und Schreiben.

Ich finde es schön, dass Du Dich - trotz Deines Bekenntnisses zum Buddhismus - auch über den christlichen Weg informieren willst. Leider ist dies eher die Ausnahme, und zwar bei den Angehörigen beider Wege (so erlebe ich es jedenfalls).

Zu 1. Ziel der Religion:

Das Ziel der Religion (eigentlich des Lebens überhaupt)beschreibe ich mit Begriffen wie ´Erlösung´ und ´Befreiung´. Das setzt einen tatsächlichen Zustand von ´Unerlöstheit´, ´Gefangenschaft´, ´Knechtschaft´ voraus, aus dem ich befreit werden möchte.

Als Buddhist bezeichnest Du diesen ´Ort´ oder ´Zustand´ der Unerlöstheit als ´Samsara´, was bedeutet: Als unerlöster ´Weltling´ ist Dein Leben von Deinen Trieben, von Begehren, Hass und Verblendung bestimmt und gesteuert.

Du sehnst Dich nach Erlösung und strebst danach, Gier, Hass und Wahn in Dir zu überwinden um dadurch dem ewigen Kreislauf des Wiedergeborenwerdens, Alterns, Leidens und Sterbens zu entrinnen, also zu ´erlöschen´ (Nibbana: ´erlöschen´; ´aufhören zu wehen´;).

Als Christ erkenne ich diesen Ort oder Zustand der Gefangenschaft in der ´gefallenen Schöpfung´. Die Beschreibung der ´gefallenen Schöpfung´ ist eigentlich praktisch dieselbe wie die Beschreibung von ´Samsara´: Alter (Vergänglichkeit), Krankheit (Unvollkommenheit) und Tod sind ihre Merkmale, es herscht Triebhaftigkeit, Lüge, Selbstsucht, Machtgier usw.

Die personifizierte Macht, die dieses Leiden in Gang hält bezeichnet der Buddhist als ´Mara´ (´Mörder´, ´Tod´;), der Christ bezeichnet sie als ´Satan´ oder ´Teufel´. Wie der Buddha nach seiner Erleuchtung von Mara versucht wurde, so auch Jesus nach seiner Taufe von Satan. Diese Todesmacht hat kein Interresse daran, das Menschen frei werden und sich ihrem Einfluss entziehen.
Buddha ist kein Gott sondern war ein Mensch wie wir alle. Also genauso wie Jesus.

Buddha und Christus waren beide 100% Mensch.
Buddha war aber auch der ´Heilige, der ´vollkommen Erwachte´, also der ´Erlöste´. Er war sozusagen das ´personifizierte Nibbana´.
Christus war auch der ´gesalbte (oder: gesandte) Gottes´, sein ´Sohn´, vom Vater gesandt als der ´Erlöser´. Er ist die Inkarnation des Schöpfergottes.
Durch studieren seiner Worte, dem befolgen von Regeln (Der Edle Achtpfache PFad) und durch Meditation ist es uns möglich wunderbare, mitfühlende und großherzige Menschen zu werden und somit selbst ein Buddha (Erleuchteter) zu werden.

Ich glaube, dass es genau umgekehrt ist. Der Buddha selber wurde der Erleuchtung und Erlösung teilhaftig, als er sich von aller Lehre und Regel löste. Dieses gänzliche Loslassen von allem Wollen und Wirken (von allem ´Karma´;) machte das Erlebnis der Befreiung erst möglich. Kennst Du das Sutta-Nipata? Ich zitiere zu diesem Thema gerne aus der Sutte ´Die grosse Entgegnung´ den Vers 900, wo der Buddha sagt:

"Von Regeln und Gelübden gänzlich lassend,
Und auch vom Wirken, schlechtem oder gutem.
Nach ´rein´ und ´unrein´ kein Verlangen tragend,
Entziehe man sich dem und suche nicht darin den Frieden."

Auch der christliche Weg geht davon aus, dass ich ´Erlösung´ nicht ´machen´ oder mir irgendwie ´verdienen´ kann. Im christlichen Verständnis ist Erlösung ein Gnadengeschenk Gottes.

Erst das Erlebnis der Erlösung, des ´Erlöst-seins´ - oder eben, in meiner personalen Gottesvorstellung: der Erlöser - befähigt mich dazu, mich zu einem wirklich mitfühlenden, grossherzigen Menschen zu entwickeln.
Ich habe aber auf einer anderen christlichen Seite gelesen das es dem Menschen verwehrt bleibt, Jesus oder Gott ebenbürtig zu werden.

Gott wird immer Gott bleiben: Der Vater bleibt der Vater, der Sohn bleibt der Sohn, der Heilige Geist bleibt der Heilige Geist, der Mensch bleibt der Mensch - und doch werden alle ´eins´ sein, wie Jesus im Gebet sagt (in Joh 17,21-23):

"...auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns seien,...
...dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir,..."

Jesus ist mein Erlöser, in ihm habe ich die Erlösung, die Erleuchtung, die Freiheit. In ihm bin ich ein (Adoptiv-) Sohn Gottes, ein Bruder Jesu, in ihm bin ich ebenso vollständig frei, wie er frei ist.
Wenn man die 10 Gebote genaustens befolgt...
Siehe obige Erklärung zu ´Regeln´ und ´Wirken´: Nicht das Einhalten von Geboten macht uns frei, sondern umgekehrt: Das Erlebnis der Freiheit, die ´Erleuchtung´, die ´Heilsgewissheit´ - die ich in Jesus Christus habe und die du als Buddhist im ´überweltlichen Pfad´ durch den ´Stromeintritt´ anstrebst - befähigt mich zu einem ´guten´ Leben. Aber auch dann gilt, wie Du sagst:
"Egal wie ich mich auch anstrenge, ich werde nie ein perfekter Mensch werden. Ich bleibe ein Sünder."

Genau um dieser zentralen Wahrheit willen ist Jesus gekommen: Er ist gekommen um Sünder zu erlösen, nicht die (Selbst-) Gerechten!

"Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet was das ist: ´Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.´ Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten." Mat 9,12-13

Und in 1. Joh 1,8-9:
"Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend."
Ich erlebe diese Wahrheit nicht als demoralisierend, sondern als zutiefst ermutigend, kraftspendend und aufbauend.

Zu 2. Selbstverantwortung:

Die Betonung der Eigenverantwortlichkeit im Christlichen Weg zeigt sich ja schon bereits darin, dass sich Jesus niemandem aufzwingt! Er stellt den Menschen vor die freie Wahl, sich ihm anzuschliessen oder nicht.

Auch nach dieser erstmaligen Entscheidung für Jesus ist der Gläubige in jedem Moment seines Lebens für all sein Tun und Lassen 100% verantwortlich! Gerade deshalb ist es ja eine tiefe Wahrheitseinsicht, wenn ich mich - immer wieder - als ´Sünder´, als fehlerhaft und unvollkommen erlebe. All mein Wirken hat Auswirkungen und Konsequenzen in meinem Leben und in meinem Umfeld. Dem entrinne ich nicht! (In dieser Hinsicht gilt das Karma-Gesetz sehr wohl auch für den Christen). Aber die Tatsache des ´Sündig- oder Fehlerhaft-Seins´ hat keine Konsequenz mehr auf mein Leben nach dem Tod: Ich bin mir meiner ´Heimat´, meines Ziels sicher.
Übrigens: Auch der Buddhistische Heilige (Arahat) erlebt immer noch die Konsequenzen seines früheren Wirkens! Erst im Parinibbana sind auch die letzten ´Daseinsreste´ erloschen...

Zu 3. Toleranz für alle Lebewesen:

Offenbarung 21,1 spricht von ´einem neuen Himmel und einer neuen Erde´, also von einer gänzlich neuen Schöpfung. In Vers 5 sagt Gott: "Siehe, ich mache ALLES neu!" In Vers 4: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen."
Andere Religionen werden vom Christentum als falsch abgestempelt da sich das Christentum als einzig wahre Religion ansieht.

Das haben doch alle Religionen an sich: Wenn ich zum Beispiel im Buddhistischen Forum lese, wird dort der christliche Weg genauso ´abschätzig´ behandelt... Da sollten wir wohl alle ein wenig umdenken...
Schlimmstenfalls wird der Buddhismus zum Beispiel demoniesiert

Das finde ich schade und entspringt mangelnder Bereitschaft zu Offenheit und mangelndem Interresse am Mitmenschen und an dem, was sein Leben prägt und bestimmt. Ich versuche in meinem christlichen Umfeld dieser ´Dämonisierung´ entgegenzuwirken.
Bei Christen sehe ich oft, das sie auf der Straße stehen und ... singend Jesuslieder vortragen

Das tue ich selber auch und habe Freude daran. Viele gute Gespräche haben sich so schon ergeben!
Übrigens: Stört Dich das an den ´Hare-Krishna-Sängern´ auch?
Auch das Prüfen der Bibel und Gottes Wort ob etwas daran falsch sein könnte wird nicht gern gesehen.

Dazu habe ich im Thread "Die Überbewertung des Magischen" von slimer meine Ansicht geäussert: Den ´untersuchenden Zweifel´ oder, positiv ausgedrückt das ´prüfende Vertrauen´ finde ich äusserst wichtig!

Alles Gute! Erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Scardanelli » Mo 7. Mär 2005, 12:48

Zitat von Maestus
Ist es aber nicht in spiritueller Sicht besser, wenn man weiß das man durch Übung ein perfekter Mensch ohne Tadel werden kann als zu wissen das man das nie erreichen kann, da der Mensch ständig in Sünde lebt
Die Einschränkung: in spiritueller Sicht, deutet schon an, dass man in dieser Weise kein perfekter Mensch werden kann, denn das Perfekte erheischt das Ganze.
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Maestus » Mo 7. Mär 2005, 18:22

Hallo Erbreich,
danke für Deine ausführliche Antwort. Ich freue mich sehr das Du dich auf dieses Gespräch eingelassen hast. Ich werde über Deine Worte ein paar Tage nachdenken und dann darauf antworten. Gute Antworten brauchen etwas Zeit ... :]

Bis dahin

Gruß

Maestus
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon jeremia » Do 10. Mär 2005, 22:21

@ erbreich!

deine lange ausfuehrung ist sehr gut und verstaendlich geschrieben. vielen dank!
ich habe mich mit hugo lasalle auseinandergesetzt ( katholischer priester, jesuit, welcher der 1. deutschsprachige zenlehrer wurde.) und habe die ehre auch einige seiner schueler zu kennen( auch alles katholische priester).
ich durfte die erfahrung machen, dass christentum und zen sehr gut zusammenpassen, wenn aus dem kulturellen hintergrund geloest!
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Maestus » Fr 11. Mär 2005, 09:34

Hallo Jeremia,
ich muss Deine Aussage widersprechen. Es gibt zwischen Zen und Christentum keine Gemeinsamkeiten. Denn ...

1. Wir im Zen jegliche Existenz von höheren Wesen bzw Gottheiten abgelehnt.

2. Existiert im Zen wie auch allgemein im Buddhismus die Lehre, das es kein Selbst oder Seele gibt.

Dies sind zwar nur zwei von vielen Unterschieden aber die markantesten. Wer wirklich denkt das es Gemeinsamkeiten gibt, der kennt sich entweder in der einen oder in der anderen Religion nicht aus.

Wo siehst Du Gemeinsamkeiten?

Gruß

Maestus
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon jeremia » Fr 11. Mär 2005, 15:34

und ob es aehnlichkeiten gibt! ;)
lies werke von zenmeistern und vergleiche diese dann mit:
hugo lasalle
johannes vom kreuz
theresa von avila
meister eckhardt
und noch vielen anderen christlichen mysthikern!


im zen wird die existenz gottes nicht geleugnet, sondern einfach nicht erwaehnt.
....und die meditation, wie sie im zen praktiziert wird, wird heisst in der katholischen kirche kontemplation. fast unterschiedslos.

gegensaetze finden sich natuerlich auch, doch je weiter einer seinen weg gegangen ist, desto laecherlicher werden diese, bis sie ganz verschwinden. am anfang des weges scheinen sie unueberwindlich.
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Fr 11. Mär 2005, 18:05

@Maestus

1. Wird im Zen jegliche Existenz von höheren Wesen bzw Gottheiten abgelehnt.

Das kann nicht stimmen, sonst würde sich Zen gegen den Buddha richten: Buddha wurde z.B. nach seiner Erleuchtung von Brahma gebeten, die Lehre zu verkünden (weil er selber in seinem erlösten Bewusstsein dazu keine Motivation hatte). Ebenso hatte er - ebenfalls kurz nach der Erleuchtung - ein Gespräch mit Mara, der (wie Satan Jesus) versuchte ihn vom wahren Weg abzubringen. Und auch später in seinem langen Leben hat der Buddha laut Pali-Kanon verschiedentlich mit Devas Gespräche geführt. Der Buddha war sich also der Existenz höherer Wesenheiten und Gottheiten sehr wohl bewusst.

2. Existiert im Zen wie auch allgemein im Buddhismus die Lehre, das es kein Selbst oder Seele gibt.

Dazu meine ich: Was die einzelnen Leben des Buddhisten miteinander verbindet - und diese Verbindung kann nicht geleugnet werden, sonst hätte auch der Buddha nicht von SEINEN früheren Leben sprechen können - nennt der Christ die Seele (Seele bezeichnet übrigens in meinem christlichen Verständnis nicht ein ´Ding´ im Menschen, sondern den ganzen Menschen in seiner Bedürftigkeit).

Gruss, Erbreich

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon onThePath » Fr 11. Mär 2005, 18:22

Ich habe einige Fragen zum Buddhismus

z.B. :
Die Wiedergeburt
Die Stellung des Buddhisten zum Begehren und Fühlen.

Mir war auch nie klar, warum die christliche Mystik dem Zen ähnlich sein soll.
Allerdings sah ich schon Ähnlichkeiten der christlichen Mystik
zu bestimmten Yoga - Richtungen.

Die christliche Mystik ist ein Thema, mit dem ich mich noch näher beschäftigen will.


gruß,
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Fr 11. Mär 2005, 18:33

@jeremia

Auch mir sind die von Dir genannten christlichen Mystiker nah. In diesem Zusammenhang hier zwei Buchempfehlungen, beide von Jörg Zink :

- Dornen können Rosen tragen (Mystik. Die Zukunft des Christentums) Kreuz-Verlag, 1997
- Die Urkraft des Heiligen (Christlicher Glaube im 21. Jahrhundert) Kreuz-Verlag, 2003

gegensaetze finden sich natuerlich auch, doch je weiter einer seinen weg gegangen ist, desto laecherlicher werden diese, bis sie ganz verschwinden. am anfang des weges scheinen sie unueberwindlich.

Ich denke, dass wir die Gegensätze in den Lehren (Philosophie, Theologie) nicht verwischen sollten. Diese haben durchaus ihre Berechtigung und dürfen und sollen bestehen bleiben.

Auch schon innerhalb der jeweiligen Religion bestehen sie. Die Bibel z.B. ist voll von einander (auf den ersten Blick) widersprechenden Aussagen und gerade Zen arbeitet ja sepeziell mit solchen Paradoxien: Sie dienen unserem geistlichen Wachstum!

Auf der anderen Seite gebe ich Dir recht: In unserem Erleben und in unserem Herzen sollten wir nicht auf der theoretischen Ebene stehen bleiben (und dadurch in den Widersprüchen). Es geht doch darum, die Theorie durch die Praxis zu überwinden und in den Widersprüchen die Ergänzungen sehen zu lernen! Dazu zwei biblische und einen buddhistischen Vers:

"Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft." (1.Kor 4,20)
"Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu erdenken als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig." (2.Kor 3,5-6)

"Die Wesen, die nur terminologisch wahrnehmen,
die ihren Standort nur in der Terminologie haben
und erlebnismässig die Terminologie nicht durchdringen,
gehen unter dem Joch des Todes." (Itivuttaka III; 2,4)

Gruss, Erbreich


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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Sa 12. Mär 2005, 12:25

@onThePath
Ich habe einige Fragen zum Buddhismus
z.B. :
Die Wiedergeburt
Die Stellung des Buddhisten zum Begehren und Fühlen.

Da Du diese drei Dinge - Wiedergeburt, Begehren, Fühlen - in Deiner Frage so zusammen nimmst, denke ich, dass Du darüber schon etwas weisst...

Als Gefühl gelten nicht die ´Emotionen´ (Begierde, Hass, Zorn, Trauer etc.) sondern nur das (durch die Sinnenwahrnehmungen - sehen, hören, riechen, schmecken, tasten - und durch geistige Eindrücke ausgelöste körperliche oder geistige angenehme, unangenehme oder indifferente Empfinden. Gefühle sind ´karmisch neutral´, das heisst, sie sind nicht ´gut´ oder ´böse´, es sind einfach Gefühle (die es als solche anzunehmen gilt).

Nun haben wir die natürliche Tendenz, auf angenehme Gefühle mit Begehren (nach mehr davon) und auf unangenehme Gefühle mit Hass (Ablehnung; weniger davon) zu reagieren. Begehren und Hass gelten (zusammen mit der ihnen zugrundeliegenden Verblendung) als die Wurzeln des Leidens (und also der Wiedergeburt , denn in der Wiedergeburt - dem immer und immer Wiedergeboren werden, Altern, Leiden und Sterben - erkennt der Buddhist die eigentliche tiefe Leidhaftigkeit des Daseins).

So ist also eine der Übungen die Achtsamkeit auf die Gefühle, wo es darum geht, zu lernen, auf unangenehme Gefühle nicht mit (Gedanken, Worten und Taten von) Hass und auf angenehme Gefühle nicht mit (Gedanken, Worten und Taten von) Begierde zu reagieren.

Dazu schreibt der verstorbene, deutschstämmige Buddhistische Mönchsgelehrte Nyanaponika in seinem Buch "Geistestraining durch Achtsamkeit" (Verlag Beyerlein & Steinschulte):

"Beobachtet man immer wieder und mit zunehmender Klarheit, wie Gefühle entstehen, allmählich verblassen und von anderen Gefühlen abgelöst werden, so wird es zur eigenen Erfahrung, dass in den Gefühlen keinerlei Notwendigkeit liegt, zu Begehren oder Hassen zu führen, und dass es daher möglich ist, sie von dieser gewohnheitsmässigen Assoziation zu befreien. Wenn man bei den anfänglichen angenehmen oder unangenehmen Empfindungen innehalten kann, so werden sie keine Gelegenheit haben, einen üblen Nachwuchs in die Welt zu setzen. So kann diese unscheinbare Gefühlsbetrachtung zur Geburtsstätte der inneren Freiheit werden."

Übrigens sind diese Vorstellungen bezüglich dem Begehren der Bibel nicht fremd:

"Besser mit den Augen schauen, als schweifen mit der Begier..." (Pred 6,9)

"Wenn dich also dein rechtes Auge verführt, dann reiss es aus und wirf es weg!" (Mat 5,29)

Ich weiss von einem Mann, der diese Stelle in einer religiösen Psychose wörtlich genommen und sich tatsächlich das Auge ausgerissen hat... so aber hat es Jesus wohl kaum gemeint! Das heisst doch nichts anderes als: Lass dich durch das was du siehst (oder mit deinen anderen Sinnen wahrnimmst) nicht zur Begierde verleiten.

"Ungezügelte Leidenschaft ist ein Kennzeichen der Menschen, die Gott nicht kennen." (1.Thess 4,5)

"Sein Gericht wird vor allem die treffen, die sich wie die Bewohner von Sodom und Gomorra von ihren Trieben und Leidenschaften beherrschen lassen..." (2.Petr 2,10)

"Ihr Gewissen ist abgestumpft, deshalb geben sie sich allen nur denkbaren Lastern hin und sind in ihrer Gier, das Leben zu geniessen, unersättlich." (Eph 4,19)

Die christliche Mystik ist ein Thema, mit dem ich mich noch näher beschäftigen will.

Ein guter Buchtipp zum Einstieg: Jörg Zink: Dornen können Rosen tragen - Mystik, die Zukunft des Christentums; Kreuz-Verlag, 1997

Gruss, Erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon onThePath » Sa 12. Mär 2005, 18:42

@ Erbreich,

Danke für die Antwort.

Das Begehren könnte man doch einsetzen, um Gott immer mehr zu lieben. Woran mein Herz hängt, dessen ist es doch voll.

Unlust ist natürlich ein schlechter Wegweiser für richtiges Handeln, da wir ja viel Gutes gar nicht so gern tuen.

Begehren behindert wohl auch logisches Denken; d.h. mein Wollen bestimmt nicht nur mein Handeln, sondern sogar mein Denken.

Warum ist es nötig, das Begehren möglichst weitgehend aufzugeben ?

gruß,



Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Sa 12. Mär 2005, 23:26

@onThePath
Das Begehren könnte man doch einsetzen, um Gott immer mehr zu lieben. Woran mein Herz hängt, dessen ist es doch voll.
Das denke ich auch, und das ist ja wohl der Weg, den wir mit unserer Leidenschaft für Jesus gehen. Zudem werden durch die wachsende Leidenschaft für Jesus unsere ´fleischlichen´, triebhaften Begierden und Leidenschaften nach und nach schwächer und schliesslich überwunden werden. Durch Jesus bin ich jedenfalls schon von einigen unguten Begierden und Süchten frei geworden! :)
Warum ist es nötig, das Begehren möglichst weitgehend aufzugeben ?

Der Buddhist unterscheidet zwischen Sinnlichem Begehren, Begehren nach feinkörperlichem Dasein und Begehren nach unkörperlichem Dasein. Das christliche Begehren nach einem körperlichen, personalen Dasein im Reich Gottes und in Seiner erlebbaren Gegenwart würde man nach dieser Lehre wohl dem Begehren nach feinkörperlichem Dasein zuordnen. Da nun aber nach buddhistischem Verständnis wirklich jedes Dasein vergänglich ist (auch himmlisches und übrigens auch höllisches) und damit Leiden und Tod unterworfen, ist auch ein solches Begehren - wenn man wirklich Leid- und Todlosigkeit im Sinne der Buddha-Lehre (Nibbana) verwirklichen möchte - zu überwinden.

Gruss, Erbreich



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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mi 23. Mär 2005, 11:36

Original von Maestus
Ich freue mich sehr das Du dich auf dieses Gespräch eingelassen hast. Ich werde über Deine Worte ein paar Tage nachdenken und dann darauf antworten. Gute Antworten brauchen etwas Zeit ... :]
Entschuldige, Maestus, nicht dass ich Dich drängen möchte, würde mich aber darüber freuen, Deine Antworten zu hören und noch ein wenig im Gespräch zu bleiben... :]
Gruss, Erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Di 11. Nov 2008, 13:54

Hallo zusammen

Dieser Thread hier war, soweit ich weiss, wohl einer der ersten, in dem ich gepostet habe. Bald vier Jahre ist es her. Zu der Zeit war ich seit knapp vier Jahren (freikirchlich) getaufter und bekennender Christ (dies nach zwanzig Jahren Buddha-Nachfolge).

Vor einem Jahr nun bin ich zurückgekehrt zu meiner 'ersten Liebe', meiner 'spirituellen Heimat': dem Theravada-Buddhismus. Ich habe damals das nachfolgende 'persönliche Wort' an mein Umfeld gesandt:

EIN PERSÖNLICHES WORT
als Beitrag und Ermutigung zum interreligiösen Dialog


Intensiv habe ich in den vergangenen zwei Jahren versucht, die christliche und die buddhistische Lehre und Spiritualität in meinem Leben zu vereinen. In weiten Teilen ist dies zweifellos möglich und ist es mir persönlich auch gelungen. Was den Bereich der Ethik anbetrifft, so sind die Lehren durchaus kompatibel. Durch die Praxis des Herzensgebets und durch das Studium der Philokalie erkannte ich auch den inneren Weg der Meditation und Kontemplation in etlichem als identisch und in vielem als sich gegenseitig ergänzend und bereichernd.

Schwieriger wird es jedoch im erkenntnis-theoretischen Bereich. Meinen Versuch, das christliche personale Gottesverständnis mit der Unpersönlichkeitslehre des Buddha in Übereinstimmung zu bringen muss ich gegenwärtig als gescheitert ansehen. Während eine solche Gleichsetzung mir im Moment nicht möglich scheint, habe ich dennoch einen wertvollen Aspekt des theistischen Gottesbegriffs erfahren: Ich befand mich vor meinem Weg mit Christus in einer extrem nihilistisch-negativen Sichtweise der Erlösung (Vernichtung). Diese führte mich in eine innere Isolation, die durch die Hinwendung zur personalen Gottheit in Christus aufgehoben wurde. Bald schon erkannte ich aber in der Verehrung Jesu die Gefahr einer „Idol-Anbetung“ und die Tendenz, nun ins andere Extrem einer positiv-metaphysischen Sichtweise zu fallen („ewiges Leben“). Solches kann mir nun wiederum nicht der Sinn der Sache sein. Diese beiden Extreme der Sichtung der Wahrheit will ich überwinden.

Dankbar blicke ich auf die vergangenen Jahre im christlichen Glauben und in christlicher Gemeinschaft zurück. In vielem durfte ich als Mensch reifen, allem voran in der Befähigung zu persönlichem Austausch und zum Leben in Gemeinschaft. Gleichnishaft dafür stehen auch meine dreijährige Ausbildung in christlicher Sozialtherapie und die fast fünfjährige Arbeit in der stationären Drogentherapie. Stets habe ich die Ausbildung und die therapeutische Arbeit als meine eigene Sozialtherapie betrachtet.

Mit all den neu gewonnen Erfahrungen und Einsichten bezüglich Religion, Spiritualität und Gemeinschaft gehe ich meinen Weg nun in der Lehre des Buddha weiter. Vieles sehe ich jetzt auch hier neu, und Dhamma scheint mir tatsächlich der „mittlere Weg“ zu sein, wie der Buddha seinen Weg und seine Lehre selber bezeichnet hat.

Es ist mir bewusst, dass eine solche erneute „Metanoia“ (Sinnesänderung, Umkehr) nicht für alle so einfach zu verstehen ist. Ich hoffe aber doch, dass Du, lieber Freund, liebe Freundin, mir die Freiheit, diesen Weg zu gehen, zugestehen kannst. Und ich bin mir gewiss, dass - bei gegenseitiger Toleranz und Offenheit – weiterhin wertvolle persönliche Begegnungen und lehrreiche Gespräche möglich sind.

Eine Kurzgeschichte von Hermann Hesse geht mir durch den Kopf: Die Geschichte vom chinesischen Weisen Meng Siä, der eines Tages plötzlich auf den Händen gehend daherkam und auf die Fragen seiner Schüler erklärte: „Neu und schöner erscheint die Welt dem auf den Händen Gehenden“. Während die anderen Alten im Dorf der Ansicht waren, Meng Siä sei nicht mehr ganz richtig im Kopf, gingen seine Schüler bald schon ebenfalls auf den Händen und verkündeten dasselbe. Wie erschrocken waren sie aber, als eines Tages Meng Siä wieder auf den Füssen gehend daherkam und verkündete: „Neu und schöner erscheint die Welt dem wieder auf den Füssen Gehenden“. Die Alten im Dorfe waren der Überzeugung, dass Meng Siä nun definitiv nicht mehr bei Sinnen sei, und seine Schüler wandten sich an ihn mit den Worten: „Einmal behauptet Meng Siä dies, ein anderes mal das. Es kann doch aber unmöglich zwei Wahrheiten geben“. Worauf Meng Siä antwortete: „Es gibt die Wirklichkeit, ihr Knaben, und an ihr ist nicht zu rütteln. Wahrheiten jedoch, nämlich in Worten ausgedrückte Meinungen über das Wirkliche, gibt es unzählige, und jede ist so richtig, wie sie falsch ist“. Zu weiteren Äusserungen, schreibt Hesse, liess sich Meng Siä auch durch intensives Drängen seiner Schüler nicht mehr bewegen.

Mein früherer (inzwischen verstorbener) buddhistischer Meditationslehrer Dr. Rewata Dhamma Mahathera hat 1996 einen Vortrag gehalten zum Thema „Was Buddhisten von ihren christlichen Freunden erwarten“. Dieser Vortrag beschreibt gut, was ich von meinen Freunden und Bekannten - und besonders von meinen christlichen Freunden und Bekannten - auch erhoffe. Einen Auszug davon findet Ihr nachfolgend.

Danke für Euer (interreligiöses) Interesse!

(Hier der Link zum genannten Vortrag: http://www.buddhist-christian-studies.org/freunds.txt )

Gruss, erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon kingschild » Di 11. Nov 2008, 14:34

erbreich hat geschrieben: "Es gibt die Wirklichkeit, ihr Knaben, und an ihr ist nicht zu rütteln."

Gruss, erbreich


Ja mein lieber erbreich das ist traurig das Du sie noch nicht kennengelernt hast :cry:

Ansonsten wünsche ich Dir alles gute auf Deinem Weg und hoffe das Du sie finden wirst bevor Deine Lebenszeit um ist, hier auf Erden.

Das ich als Christ der Meinung bin das Du Dir diesen eingeschlagenen Weg ersparen könntest weisst Du ja selbst aufgrund von dem was die Bibel lehrt.

Was mich am meisten traurig macht ist das Du über das erste Gebot gestolpert bist kann aber verstehen das Du aufgrund von Deiner Prägung nicht selbst ändern kannst und nur Gott allein Dir helfen kann diese Beziehung zu finden wo man ihn von ganzem Herzen liebt.

Der einzige Rat der ich Dir geben kann ist zu bedenken das Du nicht endlos Zeit haben wirst und ob dies Wirklichkeit ist oder nur meine Wahrnehmung kann Gott Dir nur persönlich zeigen.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Di 11. Nov 2008, 18:06

Hallo kingschild

kingschild hat geschrieben:
erbreich hat geschrieben: "Es gibt die Wirklichkeit, ihr Knaben, und an ihr ist nicht zu rütteln."
Gruss, erbreich

Ja mein lieber erbreich das ist traurig das Du sie noch nicht kennengelernt hast :cry:

Oh, mein liebes Königskind, ich habe ihn sehr wohl kennengelernt!
Und:

Röm 8,38-39
...ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Ansonsten wünsche ich Dir alles gute auf Deinem Weg und hoffe das Du sie finden wirst bevor Deine Lebenszeit um ist, hier auf Erden.

Danke für die guten Wünsche, und:
"Eins ist die Wahrheit, nicht gibt's eine zweite..." (Buddha) - siehe meine Signatur.
Das ich als Christ der Meinung bin das Du Dir diesen eingeschlagenen Weg ersparen könntest weisst Du ja selbst aufgrund von dem was die Bibel lehrt.

Ja. Ebenso hatte mich der buddhistische Mönch in Sri Lanka bedauert, als ich ihm sagte, ich sei Christ geworden. Doch auch er bekundete Achtung für meinen Entschluss und segnete mich für meinen Weg mit Jesus.
Was mich am meisten traurig macht ist das Du über das erste Gebot gestolpert bist ...

Wie kommst Du darauf? Der Buddha ist kein Gott, sondern ausschliesslich Mensch. Und anbeten tu' ich ihn auch nicht. Nicht mal' mit ihm reden. Wenn ich mit einer himmlischen Person spreche, dann mit Jesus.
kann aber verstehen das Du aufgrund von Deiner Prägung nicht selbst ändern kannst

...dann brauch' ich mir darüber ja auch nicht den Kopf zu zerbrechen...
und nur Gott allein Dir helfen kann diese Beziehung zu finden wo man ihn von ganzem Herzen liebt.

Ich liebe ihn. Ob immer von ganzem Herzen... das ist etwas schwierig zu sagen... manchmal ist meine Liebesfähigkeit sehr begrenzt...
Der einzige Rat der ich Dir geben kann ist zu bedenken das Du nicht endlos Zeit haben wirst

Mir genügt dieses eine Leben, ich möchte gar nicht mehr Zeit haben hier, diese Welt ist zu leidhaft um langfristig in ihr leben zu wollen. Ein Menschenleben ist genug.
und ob dies Wirklichkeit ist oder nur meine Wahrnehmung kann Gott Dir nur persönlich zeigen.

Sicher. Bin immer offen und erfreut über fortschreitende Wirklichkeitserkenntnis!

Gruss, erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon kingschild » Di 11. Nov 2008, 19:57

erbreich hat geschrieben:Wie kommst Du darauf? Der Buddha ist kein Gott, sondern ausschliesslich Mensch. Und anbeten tu' ich ihn auch nicht. Nicht mal' mit ihm reden. Wenn ich mit einer himmlischen Person spreche, dann mit Jesus.

Sicher. Bin immer offen und erfreut über fortschreitende Wirklichkeitserkenntnis!

Gruss, erbreich


erbreich hat geschrieben: Bald schon erkannte ich aber in der Verehrung Jesu die Gefahr einer „Idol-Anbetung“ und die Tendenz, nun ins andere Extrem einer positiv-metaphysischen Sichtweise zu fallen („ewiges Leben“). Solches kann mir nun wiederum nicht der Sinn der Sache sein. Diese beiden Extreme der Sichtung der Wahrheit will ich überwinden.
Gruss, erbreich


Aufgrund dieser Aussage oben fragte ich mich, ob Du Jesus wirklich kennst oder ob Du Ihn ledliglich vom hören sagen und lesen kennst. Denn sonst wäre das 1 Gebot etwas das Du nicht darüber nachdenken müsstest, ob Du nun Gott selbst oder einem Idol huldigst.

Wenn Du Jesus kennst dann weisst Du das er kein Idol ist. Deshalb wird es Dir auch nicht schwerfallen in zu preisen. Wenn der Geist des Herrn in Dir mächtig wirkt dann kannst Du Gott loben und preisen und Du weisst das Deine Anbetung beim lebendigen Vater ankommt und keinem Idol dient.

Wenn die Fülle seiner Gottheit in Dir wohnt dann brauchst Du keinen andern Weg mehr zu gehen...den Du kannst nicht mehr finden..

Na auf jeden Fall bin ich froh das Du zu Ihm betest das er Dich in alle Wahrheit führt und er möge Dir die Wirklichkeit so vorführen das Du schon bald wieder noch mehr davon siehst.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon bel » Di 11. Nov 2008, 21:39

erbreich hat geschrieben:Vor einem Jahr nun bin ich zurückgekehrt zu meiner 'ersten Liebe', meiner 'spirituellen Heimat': dem Theravada-Buddhismus. Ich habe damals das nachfolgende 'persönliche Wort' an mein Umfeld gesandt:


Hab ich doch tatsächlich überhaupt nicht mitbekommen :D . Gut so.

erbreich hat geschrieben:Schwieriger wird es jedoch im erkenntnis-theoretischen Bereich. Meinen Versuch, das christliche personale Gottesverständnis mit der Unpersönlichkeitslehre des Buddha in Übereinstimmung zu bringen muss ich gegenwärtig als gescheitert ansehen. Während eine solche Gleichsetzung mir im Moment nicht möglich scheint, habe ich dennoch einen wertvollen Aspekt des theistischen Gottesbegriffs erfahren: Ich befand mich vor meinem Weg mit Christus in einer extrem nihilistisch-negativen Sichtweise der Erlösung (Vernichtung). Diese führte mich in eine innere Isolation, die durch die Hinwendung zur personalen Gottheit in Christus aufgehoben wurde.

Ich kann mich an Deine vor ca 3 Jahren gegebene Begründung erinnern, was Dich vom Theravada weggetrieben hatte.
Ehrlich gesagt, erst da habe ich auch angefangen mich richtig zu fragen, was es mit diesem Jesus auf sich hat.
Für mich ist es so: Kein Buddha Shakyamuni ohne den Bodhishattva Shakyamuni - ebenso auch keinen (christlich) personalen Gott ohne die Person Jesus.
Und keinen Bodhishattva, keinen Christus ohne persönliche Umkehr, ohne persönliche Nachfolge. Kein Zwiegespräch ohne umfassende Nachfolge, nur Götzendienst.
Ich glaube, das ist der Punkt, an dem es sich sowohl für Buddhisten, wie auch Christen entscheidet, ob es ihnen nur gefällt so oder so genannt zu werden, oder ob sie das Trennende dieser und anderer Etiketten abstreifen, sich wirklich dem Nächsten zuwenden können.
Wenn Du dieses kostbare Wirken der Bodhishattvas auf deinem Weg mit Jesus erkennen konntest, ist daß ein großartiges Geschenk.

Es würde mich freuen, wenn wie uns einmal persönlich begegnen würden.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon pirate23 » Di 11. Nov 2008, 22:09

kingschild hat geschrieben:Ja mein lieber erbreich das ist traurig das Du sie noch nicht kennengelernt hast

Den zweiten Teil der Antwort hast du wohl einfach freudig überlesen :lol: Also wer von sich selbst behauptet, er hätte die Wirklichkeit erkannt, sich dadurch zum allwissenden Guru und seine eigene Meinung zum Maßstab aller Dinge erklärt, der muss entweder der höchste Gott persönlich oder aber ein hinterlistiger Betrüger sein.

Was mich am meisten traurig macht ist das Du über das erste Gebot gestolpert bist kann aber verstehen das Du aufgrund von Deiner Prägung nicht selbst ändern kannst

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Grasy » Di 11. Nov 2008, 23:31

erbreich hat geschrieben:Bald schon erkannte ich aber in der Verehrung Jesu die Gefahr einer „Idol-Anbetung“ und die Tendenz, nun ins andere Extrem einer positiv-metaphysischen Sichtweise zu fallen („ewiges Leben“).


Ich glaube nicht daß das möglich ist erbreich. Jesus ist eben kein Abgott. Bei all den löchrigen Zisternen die wir selbst graben sollten wir die Quelle lebendigen Wassers letztlich nicht aus falscher Bescheidenheit verschmähen. Wer würde denn dem Verdurstenden den Mund zuhalten wo er doch von der Quelle weiß? Es sind zwar wohl verschiedene Gleichnisse aber es erinnert mich doch an 1.Mo 3:1 und die Schlange welche in Frage stellte ob der Mensch von keinem der Früchte der Bäume im Garten essen darf. Man kann sich aus fast allem einen Götzen machen - nicht aber aus dem lebendigem Gott. Das geht nicht. Ich denke eine positive Sichtweise zum ewigen Leben sollte zum Glauben schon dazu gehören (Heb 11 - ganze Kapitel, insbesondere Vers 6).

"Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kindlein, hütet euch vor den Abgöttern! Amen." (1.Joh 5:21-22 - Lut1912)


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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mi 12. Nov 2008, 08:46

kingschild hat geschrieben:Aufgrund dieser Aussage oben fragte ich mich, ob Du Jesus wirklich kennst oder ob Du Ihn ledliglich vom hören sagen und lesen kennst.

Nein, kingschild, ich kenne ihn nicht nur vom Hörensagen und vom Lesen. Ich habe ihm erstmals 1996 mein Leben anvertraut und ihn gebeten, mich von meinem Alkoholproblem zu befreien (als 3. Schritt des Zwölfschritteprogramms der Anonymen Alkoholiker). Er hat mich befreit. Seit 2001 - seit meiner Taufe - ist auch mit dem Kiffen definitiv Schluss. Und durch das Living Waters Seminar (Heilung und Reifung in der Sexualität und Beziehungsfähigkeit) bin ich von sexuellen Irrungen frei geworden. Ich habe Jesus Christus als Heiland (Heiler) kennen gelernt, zweifelsfrei.
Wenn Du Jesus kennst dann weisst Du das er kein Idol ist.

In den heutigen freikirchlichen Gottesdiensten geschieht - ich wage das zu behaupten - mindestens ebensoviel 'Idolanbetung' wie echter 'Gottesdienst'. F.H.Baader, der Autor der DaBhaR-Bibelübersetzung, nennt die charismatischen Gottesdienste "Idolgottesdienste"... Aber das ist ein Thema für sich, dasselbe gibt's im Buddhismus auch. Es hängt vom Einzelnen ab, ob er ein 'Idol' ist oder nicht. Der Punkt ist nur: Wer ein Idolanbeter ist, ist sich dessen lange nicht bewusst, und wenn ihn seine Gemeinschaft darin noch bestärkt ohne zu sehen, wo der einzelne Mensch wirklich steht, dann ist das zumindest ein grober Hemmschuh auf dem Weg zu menschlicher und spiritueller Reife. In dieser Hinsicht wäre es für Christen eben auch wertvoll, gut zu hören, was ihre (vermeintlichen) "Feinde" zu ihrer Art Religionsausübung sagen. Man kann vieles lernen von den 'Gegnern'... So ist auch die Aussage von pirates23 (und von muslimischer und jüdischer Seite) für Christen prüfenswert:
Christen verstoßen doch sowieso alle gegen das erste Gebot, da sie einen Menschen als ihren Gott anbeten.

Ich sage nicht, dass es so sein muss, aber es ist wertvoll, für sich selber auch solche Kritik zuzulassen und damit ins Gebet oder in die Meditation zu gehen.
Wenn die Fülle seiner Gottheit in Dir wohnt dann brauchst Du keinen andern Weg mehr zu gehen...den Du kannst nicht mehr finden..

Da hast Du recht, es gibt nur den einen. Und von dem spricht der Buddha und hat ihn verwirklicht, und von dem spricht Jesus und ist ihn in seiner Person. Und auch wir sind daran, diesen einen Weg zu gehen, zu verwirklichen und Ebenbild dieser einen Wahrheit zu werden.

@Grasy
Man kann sich aus fast allem einen Götzen machen - nicht aber aus dem lebendigem Gott. Das geht nicht.

Glaubst Du wirklich, das das nicht geht? Das Bild, das wir uns machen von Gott, kann sehr wohl ein Götzenbild sein. Das war und ist der Grund für das Gebot: "Du sollst dir kein Bildnis machen"...

@bel
Für mich ist es so: Kein Buddha Shakyamuni ohne den Bodhishattva Shakyamuni - ebenso auch keinen (christlich) personalen Gott ohne die Person Jesus.
Und keinen Bodhishattva, keinen Christus ohne persönliche Umkehr, ohne persönliche Nachfolge. Kein Zwiegespräch ohne umfassende Nachfolge, nur Götzendienst.
Ich glaube, das ist der Punkt, an dem es sich sowohl für Buddhisten, wie auch Christen entscheidet, ob es ihnen nur gefällt so oder so genannt zu werden, oder ob sie das Trennende dieser und anderer Etiketten abstreifen, sich wirklich dem Nächsten zuwenden können.
Wenn Du dieses kostbare Wirken der Bodhishattvas auf deinem Weg mit Jesus erkennen konntest, ist daß ein großartiges Geschenk.

:] Du hast mich verstanden, bel! Und es sehr treffend in Worte gefasst. Dem habe ich nichts beizufügen.
Es würde mich freuen, wenn wie uns einmal persönlich begegnen würden.

Ja, das könnte möglicherweise spannend sein... ich mache Dir einen Vorschlag per PN.

Gruss, erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon kingschild » Mi 12. Nov 2008, 11:01

erbreich hat geschrieben: Man kann vieles lernen von den 'Gegnern'... So ist auch die Aussage von ...... (und von muslimischer und jüdischer Seite) für Christen prüfenswert:

Christen verstoßen doch sowieso alle gegen das erste Gebot, da sie einen Menschen als ihren Gott anbeten.


Gruss, erbreich


Gut das kann ich verstehen wenn dies für Dich noch nicht geklärt ist aber für das zu klären reicht eigentlich das Wort Gottes und das Gebet zu Jesus völlig aus, deshallb verstehe ich nicht Deinen Weg wenn Du sagst Du kennst ihn. Was das Idol anbelangt ist klar das es in jedem Gottesdienst auch Menschen gibt die noch nicht so weit sind und vielleicht auch aus falschen Motiven anbeten.

Was ich Dir noch mitgeben möchte, der Geist Gottes lernt auch zu unterscheiden zwischen Menschen die Kritik üben und Menschen die gefüllt sind vom Geist der Anklage und dadurch selten konstruktives bewirken. Und wer der Ankläger ist das solltest Du ja wissen. Und von diesem Feind sollten wir nie lernen.

Aber ich ich bin froh das er Dir Jesus schon soviel geholfen hat und hoffe das Du das, was noch nicht geklärt ist, klären kannst und den Zweifel besiegen wirst mit der Kraft Christi.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mi 12. Nov 2008, 11:49

kingschild hat geschrieben: für das zu klären reicht eigentlich das Wort Gottes und das Gebet zu Jesus völlig aus,

Ich sehe mich nicht ausserhalb des Wortes Gottes und auch nicht ausserhalb des Gebets zu Jesus.
der Geist Gottes lernt auch zu unterscheiden zwischen Menschen die Kritik üben und Menschen die gefüllt sind vom Geist der Anklage und dadurch selten konstruktives bewirken.

Da bin ich mit Dir einig.
Aber ich ich bin froh dass Du... den Zweifel besiegen wirst...

Ich unterscheide zwischen skeptischem Zweifel (oder 'Zweifelsucht') und untersuchendem Zweifel, der positiv ausgedrückt ein 'prüfendes Vertrauen' darstellt.
Die Zweifelsucht glaube ich überwunden zu haben und nicht mehr sehr anfällig oder versuchbar dafür zu sein - für den untersuchenden Zweifel im Sinne prüfenden Vertrauens bin ich sehr dankbar: Er verhindert Blindgläubigkeit.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon bel » Mi 12. Nov 2008, 12:45

kingschild hat geschrieben:Gut das kann ich verstehen wenn dies für Dich noch nicht geklärt ist aber für das zu klären reicht eigentlich das Wort Gottes und das Gebet zu Jesus völlig aus, deshallb verstehe ich nicht Deinen Weg wenn Du sagst Du kennst ihn.


Wahrscheinlich hast Du recht. Nur ist es für uns Unerwachte eine besonders schwere Übung, wenn wir das nicht in Übereinstimmung und mit dem Zuspruch/Beistand der Gemeinschaft tun können. Wenn also immer einer an uns rumzuppelt und sagt: "So mußt Du das aber verstehen".
Dann geht man über lang oder kurz dorthin, wo diese menschlichen (!) Restriktionen nicht bestehen.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon Grasy » Mi 12. Nov 2008, 12:47

erbreich hat geschrieben:
Man kann sich aus fast allem einen Götzen machen - nicht aber aus dem lebendigem Gott. Das geht nicht.

Glaubst Du wirklich, das das nicht geht? Das Bild, das wir uns machen von Gott, kann sehr wohl ein Götzenbild sein.


Zugegeben, ein goldenes Kalb ist auch dann nicht Gott wenn man ihm den Namen von Gott gibt. Das heißt aber nicht daß es den lebendigen Gott nicht gibt (und es nur Götzen gäbe) und Jesus Christus wurde auch nicht von Menschenhand gemacht.

"Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherleiweise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unsrer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel besser geworden den die Engel, so viel höher der Name ist, den er von ihnen ererbt hat." (Heb 1:1-4 - Lut1912)


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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mi 12. Nov 2008, 20:33

bel hat geschrieben:Wahrscheinlich hast Du recht. Nur ist es für uns Unerwachte eine besonders schwere Übung, wenn wir das nicht in Übereinstimmung und mit dem Zuspruch/Beistand der Gemeinschaft tun können. Wenn also immer einer an uns rumzuppelt und sagt: "So mußt Du das aber verstehen". Dann geht man über lang oder kurz dorthin, wo diese menschlichen (!) Restriktionen nicht bestehen.
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Hebr 8,11
Und es wird keiner mehr seinen Mitbürger und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen...

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon kingschild » Mi 12. Nov 2008, 21:08

erbreich hat geschrieben:
bel hat geschrieben:Wahrscheinlich hast Du recht. Nur ist es für uns Unerwachte eine besonders schwere Übung, wenn wir das nicht in Übereinstimmung und mit dem Zuspruch/Beistand der Gemeinschaft tun können. Wenn also immer einer an uns rumzuppelt und sagt: "So mußt Du das aber verstehen". Dann geht man über lang oder kurz dorthin, wo diese menschlichen (!) Restriktionen nicht bestehen.
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Also Bel und Erbreich

Das rumzuppeln nervig sein kann..kann ich auch nachvollziehen obschon ich weiss das dies wenn es gut gemeint oft mehr Nutzen bringt als gegenseitige Streichel Einheiten aber ich weiss das sanfte streicheln ist angenehmer. Aber guter Rat ist nicht immer angenehm.

Dem Heb. kann ich nur beipflichten da ich Dir Erbreich ja schon in dem Sinne alles gute gewünscht habe.

kingschild hat geschrieben:
Aber ich ich bin froh das er Dir Jesus schon soviel geholfen hat und hoffe das Du das, was noch nicht geklärt ist, klären kannst und den Zweifel besiegen wirst mit der Kraft Christi.


God bless
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mi 12. Nov 2008, 22:00

kingschild hat geschrieben:Dem Heb. kann ich nur beipflichten da ich Dir Erbreich ja schon in dem Sinne alles gute gewünscht habe.

Ja, Königskind, für Deine guten Wünsche danke ich Dir! Ich sehe von Deiner Seite her Motivation zum Frieden, das schätze ich.

Friede

Dein Wunsch
nach Friede
erstirbt im Streit
mit deinem Nächsten.

Stell’ dir vor:

In deinem Wunsch
nach Friede
erstirbt der Streit
mit deinem Nächsten.

erbreich


Nicht dass ich unser Gespräch als 'Streit' klassifizieren würde: Streit kann gar nicht erst hochkommen, wo der Wunsch nach und der Glaube an den Frieden stark genug sind.

Gruss, erbreich
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon jesusyeah » Mo 17. Nov 2008, 13:23

Nun Jesus zeigte keinen Weg, sondern ER ist DER Weg, der einzige Weg zum Vater, wie es in der Bibel steht.
Jesus war auch kein normaler Mensch, sondern er ist Gott. Jesus war kein Mensch der behauptete Gott zu sein, sondern Gott wurde Mensch.

Natürlich ist alles prädestiniert durch Gott. Doch wenn Gott der Schöpfer von allem ist, so ist es nur umso verständlicher das er unseren Freien Willen schon vor unser Geburt kannte, denn er ist omnipotent. Das bedeutet darüber hinaus, dass sein Plan unseren Freien Willen beeinhaltet.

Wenn Du ein Heilmittel für AIDS hättest würdest Du es einem AIDS-Kranken vorenthalten? Oder wenn ein Mensch auf eine KLippe zuläuft würdest Du ihn nicht warnen? Und genauso ist es bei uns Christen. Wir kennen die Konsequenzen eines sündhaften Lebens ohne Gott und die Folge eines solchen Lebens ist ultimativ und unumstößlich, wenn der Mensch nicht den Weg, Jesus, erkennt und ihn annimmt.

Es ist so, dass der Islam sagt 1+1=5 der Buddhismus 1+1=10 doch die Christen wissen, dass 1+1=2 ist und teilen es den Menschen mit. Wie es bei dieser einfachsten Rechnung eine Wahrheit gibt, so gibt es auch in der Frage des ewigen Lebens nur eine Antwort und die ist Jesus. :praisegod: :praisegod:
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon bel » Mo 17. Nov 2008, 13:47

jesusyeah hat geschrieben:Nun Jesus zeigte keinen Weg, sondern ER ist DER Weg,

Richtig und er ist der WEG. "Im Erlösten ist die Erlösung" heißt es von Buddha zu Buddha. Auch für Buddhisten nicht ganz einfach zu begreifen.

jesusyeah hat geschrieben:so gibt es auch in der Frage des ewigen Lebens nur eine Antwort und die ist Jesus.

Ja, den WEG gehen, wenn Du das unter "preisen" verstehst.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mo 17. Nov 2008, 14:32

jesusyeah hat geschrieben:Wir kennen die Konsequenzen eines sündhaften Lebens ohne Gott und die Folge eines solchen Lebens ist ultimativ und unumstößlich, wenn der Mensch nicht den Weg, Jesus, erkennt und ihn annimmt.

Röm 13,8
Seid niemand etwas schuldig, als daß ihr einander liebet; denn wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.

Wer liebt, jesusyeah, der hat das Gesetz erfüllt!
Und noch viel mehr:

1.Joh 4,7
...wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.

Es mag sich mit theologischen Bedingungen, mit Bekehrungs-, Taufe-, Geistestaufe-Praktiken und -Erlebnissen herumschlagen wer will. Wenn diese nicht zur Liebe, zur Liebesfähigkeit - und damit zum Ende des Richtens - führen, dann sind sie wertlos:

1.Joh 4,8
Wer nicht liebt, kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.

1.Joh 4,7
...wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.

In Anpassung an den heutigen christlichen Kontext:

Röm 2,28-29
Denn nicht der ist ein Christ, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Neugeburt, der sich äußerlich mit dem Munde gerühmt wird; sondern der ist ein Christ, der es innerlich ist, und das ist eine Neugeburt, die im Herzen, im Geiste, nicht dem Buchstaben nach vollzogen wird.

Deshalb:

1.Joh 4,7
...wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon jesusyeah » Mo 17. Nov 2008, 17:29

Es braucht die persönliche Beziehung zu Jesus. Denn aus der Gnade werden wir, wenn wir das Gnadengeschenk annehmen erlöst werden. Jemand der nicht an Jesus glaubt, der kann nicht in den Himmel, denn es gibt keine Erlösung außer durch Jesus Christus.
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon bel » Mo 17. Nov 2008, 18:11

jesusyeah hat geschrieben:Es braucht die persönliche Beziehung zu Jesus. Denn aus der Gnade werden wir, wenn wir das Gnadengeschenk annehmen erlöst werden. Jemand der nicht an Jesus glaubt, der kann nicht in den Himmel, denn es gibt keine Erlösung außer durch Jesus Christus.

Ja es braucht eine persönliche Beziehung zu: "Im Erlösten ist die Erlösung".
Vollkommen richtig :)

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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mo 17. Nov 2008, 18:30

jesusyeah hat geschrieben:Es braucht die persönliche Beziehung zu Jesus. Denn aus der Gnade werden wir, wenn wir das Gnadengeschenk annehmen erlöst werden. Jemand der nicht an Jesus glaubt, der kann nicht in den Himmel, denn es gibt keine Erlösung außer durch Jesus Christus.

Da irrst Du Dich leider, jesusyeah. Der einzige Weg ist dies:

Einstmals weilte der Erhabene zu Uruwela, am Ufer des Flusses Neranjara, unter dem Feigenbaum der Ziegenhirten, kurz nach seiner Erleuchtung. Und dem Erhabenen, als er so abgeschieden und zurückgezogen weilte, stieg da im Geiste die folgende Erwägung auf:

Der einzige Weg ist dies zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Ende von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung des rechten Weges, zur Verwirklichung des Nibbana, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Welche vier?

Beim Körper möge der Mönch in Betrachtung des Körpers weilen, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Überwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt. Bei den Gefühlen möge er in Betrachtung der Gefühle weilen, beim Geisteszustand in Betrachtung des Geisteszustands und bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Überwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt. Der einzige Weg ist dies ...

Da erkannte Brahma Sahampati in seinem Geiste des Erhabenen Gedanken, und wie ein starker Mann den gebeugten Arm strecken oder den gestreckten Arm beugen möchte, so entschwand er aus der Brahma-Welt und erschien vor dem Erhabenen. Er ordnete sein Obergewand über die eine Schulter, faltete zum Erhabenen gewandt verehrend die Hände und redete ihn also an:

,So ist es, Erhabener! So ist es, Gesegneter! Der einzige Weg ist dies, o Herr, zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Ende von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung des rechten Weges, zur Verwirklichung des Nibbana, nämlich die vier Grundlagen der Achtsamkeit. Welche vier?

Beim Körper, o Herr, möge der Mönch in Betrachtung des Körpers weilen, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Überwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt. Bei den Gefühlen möge er in Betrachtung der Gefühle weilen, beim Geisteszustand in Betrachtung des Geisteszustands und bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, eifrig, wissensklar und achtsam, nach Überwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt. Der einzige Weg ist dies ...

So sprach Brahma Sahampati. Und nach diesen Worten sprach er fernerhin also:

,Den Einzigen Weg kennt Er, der Mitleidsvolle,
Er, der das Ende von Geburt und Tod geschaut.
Auf diesem Wege kreuzte früher man die Flut,
Wird man sie künftig kreuzen und man kreuzt sie heut'."

Dem vorstehenden Text zufolge geht also die erste geistige Konzeption des befreienden Weges der Achtsamkeitsentfaltung (Satipatthāna) auf die Zeit kurz nach der Erleuchtung des Buddha zurück.


Siehst Du, jesusyeah, der einzige Weg ist also dies... ;)

Und im Weiteren: "In den Himmel kommen" bedeutet noch nicht wirkliche Erlösung vom Daseinskreislauf, denn auch der "Himmel" ist vergänglich. Deshalb sucht der Buddhist auch nicht ein angeblich nie endendes Leben im Himmel, sondern die tatsächliche Erlösung von jeder Daseinsform.

Aber auf dieser Ebene unterscheiden sich eben die Ziele des Buddhisten und des Christen - zumindest in der Terminologie. Nicht auszuschliessen ist, dass über alle Terminologie hinweg trotzdem dasselbe erstrebt und erwirkt wird.

Mein Anliegen hier und überhaupt im menschlichen Miteinander ist aber keineswegs ein sinnloser STreit um die höchste Wahrheit, sondern viel mehr die Suche nach den Gemeinsamkeiten und das Gespräch über Hindernisse und Hilfen auf dem Weg.

Wir dürfen also ruhig von der höchsten Dimension unseres Vertrauens und Erkennens ein wenig herunterkommen und uns auf der ganz gewöhnlichen, menschlichen Ebene über unser spirituelles Leben austauschen. Das aber geht nicht, wenn Du denkst Dein Gegenüber müsste als erstes christusgläubig werden, bevor Du überhaupt Dich in ein ernsthaftes und sinnvolles Gespräch mit ihm einlassen kannst. Ebensowenig würde es uns bringen, wenn ich Dir sage, dass Du den buddhistischen Stromeintritt realisieren musst, wenn Dein spiritueller Weg tatsächlich in echte Erlösung münden soll.

Bist Du bereit dazu, Dich zu mir herunterzubeugen, mir die Echtheit meines spirituellen Weges zuzugestehen, und ein Gespräch über das eigentliche Thema hier zu führen - also über Gier, Hass und Verblendung als die "Wurzeln des Bösen" in buddhistischer Terminologie (personifiziert als 'Mara'). wie gehst Du mit Deinen Begierden, Deinem Hass, Deiner Verblendung um? Sind sie für Dich auch "Wurzeln des Bösen"? Haben sie in Deinem Glaubensleben irgendetwas zu tun mit 'Satan'?

Gruss, erbreich

Nachtrag: Sorry, jesusyeah, ich glaubte mich im Mara/Satan-Thread, daruf bezieht sich natürlich der letzte Abschnitt... :oops: ...aber vielleicht magst Du Dich ja dort dazu äussern... :?:
Zuletzt geändert von erbreich am Mo 17. Nov 2008, 18:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Buddhismus - Christentum (Erbreich)

Beitragvon erbreich » Mo 17. Nov 2008, 18:35

bel hat geschrieben:Ja es braucht eine persönliche Beziehung zu: "Im Erlösten ist die Erlösung". Vollkommen richtig :)

Eine herrliche Antwort, bel! :umarm:
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