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Hinduismus / Buddhismus

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

Moderator: bigbird

Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Fr 12. Dez 2003, 19:01

Hey, seit diesem Post wohne ich hier ----> ich bin bei 1000

Om Shanti!

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon bigbird » Fr 12. Dez 2003, 19:30

Original von Nataraja
Hey, seit diesem Post wohne ich hier ----> ich bin bei 1000
Es ist zwar völlig OT, aber ich gratuliere dir herzlich, Natarja. Und herzlich willkommen in der Wohngemeinschaf!

bigbird
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Shakyamuni » Mi 17. Dez 2003, 20:48

Original von Nataraja
Warum sind die Leute in den höheren Kasten der Erlösung näher als die Leute aus den niedrigen Kasten? Das steht ja nirgends in den Schriften!

gut, ich kann mich natürlich nicht auf hinduistische schriften berufen, da ich sie leider nicht kenne... ich kann nur von meinem standpunkt ausgehen, und deswegen meine ich, dass es doch möglich wäre, dass ein mensch, der einen "schlecherten" beruf hat, vielleicht sogar besseres karma hat. karma wird ja ständig neu gebildet, und wieso sollte es dann nicht möglich sein, dass der mensch der höheren kaste (zB. kriegerkaste) schlechteres karma bildet, da er zu verstrickt ist in weltliche dinge, wie geld, ruhm etc.? ein mensch der unteren kaste kann dann im gegenzug vieleicht besseres karma haben, wenn er moralischer und bescheidener lebt, oder? bitte kläre mich auf, wenn ich etwas falsch verstanden habe. aber im moment scheint mir dieses sichtweise gerechtfertigt...

danke für den link, den du mir geschickt hast. kannst du mir vielleicht ein paar verbreitete schriften des hinduismus nennen? natürlich ist das schwer, da es ja so viele unterschiedliche richtungen gibt, aber vielleicht kennst du etwas, was von mehreren richtungen anerkannt wird...
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Shakyamuni » Do 5. Feb 2004, 23:32

wie sieht eigentlich der religiöse alltag eines hinduisten aus? weis das jemand? ich habe mal was von hausschreinen gehört, an denen götter mit blumen und räucherwerk verehrt werden...
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Fr 6. Feb 2004, 09:24

Wie sieht denn mein Alltag aus?
Also die meisten Hindus haben einen kleinen Altar zu Hause, an dem sie in der Regel jeden Morgen eine kleine Puja vollziehen. Meditation gehört bei einigen noch dazu, je nachdem welches Sadhana jemand hat.
Ansonsten bin ich ab und zu mal im Tempel, oder in einem kleinen Zentrum hier in meiner Stadt.
Der Rest des Tages ist bei mir wie bei jedem anderen: Arbeiten, Kinder in Kindergarten bringen, Katzen versorgen..... was ma halt so machen muß.
Ach so Hausaltar: Ja ich habe auch einen, sogar nen recht großen, und ja ich opfere dort auch jeden morgen ein paar Blumen, Wasser und Räucherwerk, rezitiere Mantras und opfere (nicht immer, aber ab und zu) mein Essen.

Gruß

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon noah » Fr 6. Feb 2004, 11:57

Hallo Nataraja,

Kannst du sankstristisch?
Ich habe gelesen,dass in Koran viele Wörter gibt,die araber damals nicht gekannt haben,aber ursprunglich sanskristisch sind.

Sind diese wörter Sanskristisch:
Re (wie reperieren)
Ze (ein dutzend oder zwölf?)
Hunnes = ?
Kunnes =?

Gruss
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Shakyamuni » Fr 6. Feb 2004, 14:44

danke für die die antwort- ich denke keiner konnte besser antworten als ein hinduist selber :) ...nur was ist ein sadhana?

@noah:
wenn du die sprache meinst, heist das doch sicher sanskrit, oder? :?
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon noah » Fr 6. Feb 2004, 14:55

Hallo,

Ja,entschuldige,ich habe falsch geschrieben,aber war nicht die Absicht.

Gruss
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon zmorgen » Fr 6. Feb 2004, 14:59

Hm

Die Sache nimmt mich auch grad wunder..erzähl! :))

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Fr 6. Feb 2004, 23:56

Hallo Zusammen,

ein wenig Sanskrit kann ich schon. Und es ist auch richtig, dass viele europäische Wörter aus dem Sanskrit kommen, denn Sanskrit ist sozusagen die Muttersprache aller indoeuropäischen Sprachen. Mit dem Arabischen ist Sanskrit über das Persische und die Urdu-Sprache verwandt. Im Internet gibts ein paar gute Seiten über die Verwandtschaft der Sprachen.

Sadhana ist die tägliche regelmäßige Praxis, die man macht. So ähnlich wie nim Christentum das tägliche Gebet oder die stille Zeit.

Gruß

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Kübra » Sa 7. Feb 2004, 08:24

Hallo Nataraja,

opfere (nicht immer, aber ab und zu) mein Essen.


Was genau machst du denn, wenn du dein Essen opferst?
Im Islam gibtes einmal im Jahr das Opferfest - dabei wird ein Tier geschlachtet und das Fleisch an arme Menschen verteilt. Wenn du sagst du opferst dein Essen - bedeutet das dann auch, dass du es Armen Menschen gibst?

Gruß, Kübra
Das Wort verwundet leichter, als es heilt. (Goethe)
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Sa 7. Feb 2004, 09:37

Hallo Kübra,

Essen opfern bedeutet folgendes:
Alles was wir auf der Erde benutzen oder verbrauchen können, gehört eigentlich nicht uns, wir sind Gäste auf der Erde. Alles was die Natur uns gibt, ist demnach ein Geschenk. Man sollte im Leben nur die Dinge verbrauchen oder gebrauchen, die man wirklich braucht, alles andere ist Diebstahl. Dieses Bewußtsein, mit der Natur umzugehen, Dieses Bewußtsein, alles als ein Geschenk Gottes zu sehen, wird kultiviert, indem wir unser Essen opfern. Dabei stellen wir von dem Gekochten etwas auf den Altar und opfern es, indem man einfach der oben beschriebenen Zusammenhänge gedenkt. Man sagt sozusagen Danke zu Gott, dass man hier dieses Geschenk bekommen hat.
Dieses geopferte Essen wird Prasadam genannt. In Indien gibt es in jedem Tempel Prasadam, für alle. Bei uns Vaishnavas gibt es das Ideal, dass in einem Umkreis von 10 KM um einen Tempel niemand hungern soll. In einigen Gegenden von Bengalen, Orissa und Südindien wird das heute noch so gemacht. Dort kann jeder, arm oder reich, zum Tempel gehen und dort Prasadam bekommen.
Das Essen opfern hat aber nicht wie das muslimische Opferfest, die Idee, der Armen zu gedenken, sondern eher Danke zu sagen.
Das Opferfest habe ich vor zwei Jahren in Dheli mit erlebt und zwar zu Füßen der großen Moschee in New-Dheli.

Gruß

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Shakyamuni » Mi 24. Mär 2004, 18:09

soo ich hole mal diesen uralt-thread aus der versenkung :D

ich habe eine frage an die hinduisten hier im forum (ich meine natürlich nataraja *hust*): die buddhisten versuchen ja, ihr karma aufzulösen, da gutes karma nur eine wiedergeburt als "höhere" existens bewirkt. wie ist das bei den hinduisten? versuchen die auch das karma aufzulösen oder soll allein gutes karma die erlösung bringen?

so- das ist erstmal der letzte betrag von mir für 1-2 monate...hab ne menge zu lernen :(
man sieht sich aber dann mal wieder :D
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Mi 24. Mär 2004, 18:23

Hallo Shakyamuni,

wir Hindus lösen auch auf, denn sowohl gutes als auch schlechtes karma bindet an die Zeitweilige Welt und bedingt.

Gruß

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon J.Tanya » Sa 3. Apr 2004, 09:45

Nur dass dies gewisse Leute nicht wieder in den falschen Hals bekommen.

Nicht die Hindus, sondern Gott ist es, der das schlechte und das Gute Karma auflöst und so den "hIndu" von seinen Sünden befreit.

Nicht das es wieder heisst, dies sei selbsterlösung... ;)
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Ketzer » Mi 21. Apr 2004, 12:26

Tachchen,

wär sich ein Bild über den Budhismus machen will findet eine große Sammlung vieler wichtiger budhistischer Schriften hier

Friede mit Euch,
der Ketzer
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon gingko » Mi 21. Apr 2004, 21:52

Hi Ketzer vom Dienst,
erst mal willkommen hier im Forum.

Kannst du mal den von dir angegebenen Link prüfen. Ich konnte ihn mehrfach nicht erreichen.
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Dschinny » Mi 21. Apr 2004, 22:00

Es muss palikanon heissen und nicht palkanon

Hier der korrekte Link

Der Zweifel ist kein angenehmer Zustand. Gewißheit aber ist ein lächerlicher Zustand.

(Voltaire)
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon gingko » Mi 21. Apr 2004, 22:40

Danke Dschinny für deine Mühe.
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Do 22. Apr 2004, 08:25

Guter Link übrigens!

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Echse » Do 22. Apr 2004, 08:46

wie löst man denn das sogenannte "gute Karma" auf?
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Do 22. Apr 2004, 09:09

Hi Echse,

Karma ist die Frucht des Handelns. Handeln tun wir, weil wir eben ein Ergebnis einer Handlung wollen und geniessen möchten.
Karma und Handlung: Opfere all deine Resultate aus den Handlungen einfach Gott, das bedeutet, dass du ein Bewußtsein erlangen solltest, wo du jede Handlung deines Lebens immer als Dienst zu Gott siehst. So wie Luther gesagt hat: Das ganze Leben sei ein Gottesdienst.
Wenn nicht du der Nutzniesser der Früchte deines Handelns bist, sonder du diese Früchte opferst und sie auch nicht geniesst, dann bedeutet das, dass du Karmafrei bist.

Gruß

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Ketzer » Do 22. Apr 2004, 12:02

Hallo allerseits,

Original von Dschinny
Es muss palikanon heissen und nicht palkanon

Hier der korrekte Link


Hallo Dschinny,

verbindlichsten Dank, versteh gar nicht wie das passieren konnte. Das hab ich eigentlich direkt aus der Adressenleiste ge-copy-pasted, als mir die Seite angezeigt wurde. Hab´s aber korrigiert.
Das war doch wohl nicht so´ne raffinierte Art heimlicher Zensur von irgend ´nem Admin, wegen nichtchristlichem Inhalt? Hoppla jetzt schwelg ich schon wieder in Verschwörungstheorien, so ´ne Schwäche von mir.

alles Gute
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Dschinny » Do 22. Apr 2004, 12:07

@Ketzer vom Dienst: Ich liebe Verschwörungstheorien aber deine hat leider nicht viel Halt... wenn hier was zensiert wird, dann kommt in der Regel ein dreister Vogel hergeflattert, mit einem fetten Rotstift im Schnabel so dass man genau weiss wer hier am Werke war:D

Eine gute Seite übrigens!

Der Zweifel ist kein angenehmer Zustand. Gewißheit aber ist ein lächerlicher Zustand.

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon bigbird » Do 22. Apr 2004, 12:13

Original von Dschinny
@Ketzer vom Dienst: Ich liebe Verschwörungstheorien aber deine hat leider nicht viel Halt... wenn hier was zensiert wird, dann kommt in der Regel ein dreister Vogel hergeflattert, mit einem fetten Rotstift im Schnabel so dass man genau weiss wer hier am Werke war :D


hallo Dschinny

1. Bin ich kein dreister Vogel, sondern ein grosser Vogel ... :P
2. bin ich kein dreister Vogel, sondern ein Teil der Forumsleitung, habe also das Recht zur Zensur und mehr ... :x
3. Wenn du meinen Namen nicht magst, darfst du auch LÜW zu mir sagen. ;)
4. Hab ich diesmal gar nichts gemacht :]
5. Gibts hier einen ganzen Schwarm kleinerer Vögel, genannt Moderatoren, die haben auch einen Rotstift ... :D

So, und nun zurück zum Thema ...

bigbird
Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
Ihre Herzensantwort: „Dann sage ich Halleluja und lese weiter, bis was kommt, das ich verstehe!“
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Dschinny » Do 22. Apr 2004, 12:19

Hoi BigBird

Ich wollte natürlich nicht auf bösartige Weise deinen Nick verunglimpfen, geschweige denn deine Autorität als Moderator antasten (ganz abgesehen davon hast du ja gar nichts gemacht:D).

Und natürlich flatterst du nicht, du schwebst hoheitsvoll auf deinen Schwingen (Als Besitzer von 2 wirklich frechen Wellensitichen bringe ich eben mit dem Wort "Vogel" andere Aspekte in Verbindung).

Nichts für ungut

Grüsse Dschinny

Der Zweifel ist kein angenehmer Zustand. Gewißheit aber ist ein lächerlicher Zustand.

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon bigbird » Do 22. Apr 2004, 13:58

Original von Dschinny
Ich wollte natürlich nicht auf bösartige Weise deinen Nick verunglimpfen, geschweige denn deine Autorität als Moderator antasten
Weiss ich doch (aber ich bin eben nicht Moderator, sondern ...

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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon paraklet » Fr 23. Apr 2004, 06:52

Wenn nicht du der Nutzniesser der Früchte deines Handelns bist,
sonder du diese Früchte opferst und sie auch nicht geniesst,
dann bedeutet das, dass du Karmafrei bist.

Also ein Ablasshandel. Bewusst Gutes tun um Schuldfrei zu
werden. Gute Taten mit Berechnung für einen Platz im
Nirvana. Oder im nächsten Leben ein angenehmeres als das
jetzige. Diese ganze Karma Theorie hat für mich etwas falsches
im Grunde. Für mich ist es ein: GOTT in sein Handwerk pfuschen.
Seid wann wissen wir denn was GOTTES Wille ist, was eine gute
Tat ist, was er uns an Verfehlungen bedeckt?
Gruss, paraklet.
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon J.Tanya » Fr 23. Apr 2004, 07:09

Original von paraklet
Wenn nicht du der Nutzniesser der Früchte deines Handelns bist,
sonder du diese Früchte opferst und sie auch nicht geniesst,
dann bedeutet das, dass du Karmafrei bist.

Also ein Ablasshandel. Bewusst Gutes tun um Schuldfrei zu
werden. Gute Taten mit Berechnung für einen Platz im
Nirvana. Oder im nächsten Leben ein angenehmeres als das
jetzige. Diese ganze Karma Theorie hat für mich etwas falsches
im Grunde. Für mich ist es ein: GOTT in sein Handwerk pfuschen.
Seid wann wissen wir denn was GOTTES Wille ist, was eine gute
Tat ist, was er uns an Verfehlungen bedeckt?
Gruss, paraklet.



Nein, das ist kein Ablasshandel.
Eigentlich geht es um die Erkenntnis, dass die Seele von Natur aus tätig sein will. So wie wir auch von Natur aus ein Interesse an der Schönheit haben. (oder steht jemand auf superhässliche Frauen? Nein, den Schönen schaut man nach.)
Da die Seele also nicht untätig sein kann, muss will sie handeln.
Und je mehr die Seele nun dieses handeln Müssen (Karma=Tat)
in den Dienst Gottes stellt, desto mehr ist sie von karmischen Wirkungen der Vergangenheit befreit.
(also von den Folgen von sowohl guten wie auch schlechten Taten, die sie in der Vergangenheit gemacht hat.)
Das muss man auch als Christ, Gott dienen (nachfolgen)
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Fr 23. Apr 2004, 10:19

Hallo paraklet,

du hast da was falsch verstanden. Es geht nicht darum gutes zu tun, sondern es geht darum die Früchte jeden Handelns an Gott abzugeben. Denn auch die Wirkungen des guten Handelns binden an die Welt. Also geht es darum, weder gute noch schlechte Handlungen zu begehen, sondern es geht darum, transzendantale Handlungen zu begehen.

Gruß

Nataraja
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Echse » Fr 23. Apr 2004, 10:28

Original von Nataraja
Hi Echse,

Karma ist die Frucht des Handelns. Handeln tun wir, weil wir eben ein Ergebnis einer Handlung wollen und geniessen möchten.
Karma und Handlung: Opfere all deine Resultate aus den Handlungen einfach Gott, das bedeutet, dass du ein Bewußtsein erlangen solltest, wo du jede Handlung deines Lebens immer als Dienst zu Gott siehst. So wie Luther gesagt hat: Das ganze Leben sei ein Gottesdienst.
Wenn nicht du der Nutzniesser der Früchte deines Handelns bist, sonder du diese Früchte opferst und sie auch nicht geniesst, dann bedeutet das, dass du Karmafrei bist.

Gruß

Nataraja


Hi Nataraja
Also, handle ich an meinem Mitmenschen aus Nächstenliebe, häufe ich mir gutes Karma an, mach ich das aus Liebe zu Gott, häufe ich mir kein Karma an und etwas Karma aus vergangenen Taten verschwindet dabei. So in etwa, einfach ausgedrückt?

Wie weiss ich, dass ich alles Karma aus vergangenen Taten (seien sie gut oder schlecht) getilgt habe? Mit andern Worten: Wieviele gute Taten muss ich Gott opfern, damit ich frei bin?

Auch wenn ich dich wohl wiedereinmal total falsch verstanden habe trotzdem folgende Feststellung:

In dieser Theorie ist allein der Mensch der Handelnde. Der Unterschied zum Christentum ist der, dass im Christentum Gott der Handelnde ist. Das Christentum besagt, dass kein Mensch fähig ist, so heilig zu sein, dass er aus seinen eigenen Taten vor Gott bestehen kann, und somit jeder von der Gnade und Liebe Gottes abhängig ist.


MfG
EChSe
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon J.Tanya » Fr 23. Apr 2004, 10:45

Nein, kein Unterschied.

Gott ist ja schon der Handelnde. (Körperfunktionen, Verdauung, automatisches atmen, motorische Bewegungen etc.)

Höchstes Ziel ist, sich allmählich und dann einmal ganz, dem Willen Gottes unter-zu-ordnen. Sich einfügen in den Masterplan. (the creator has a masterplan, peace and happyness for every man...)
Wenn dies zu 100% geschehen ist ist man frei, von materiellen, karmischen Problemen, verfolgungen, Begehren, Folgen etc...)

Wenn das Ego dankend abtritt und Gott ranlässt. Wo ist jetzt der Unterschied zum Christentum?

Es ist immer wieder das gleiche Spiel:
Christen; zitieren oder missverstehen (bewusst oder unbewusst) andere Lehren falsch um sie dann als unvereinbar mit der Lehre von Christus darzustellen.

damit sie dann herausposaunen können, was anscheinend so heilsentscheidend ist: "Wir haben den e-i-n-z-i-g-e-n Weg!"
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon paraklet » Fr 23. Apr 2004, 13:57

J.Tanya:
Es ist immer wieder das gleiche Spiel:
Christen; zitieren oder missverstehen (bewusst oder unbewusst)
andere Lehren falsch um sie dann als unvereinbar mit der Lehre von Christus darzustellen.

damit sie dann herausposaunen können, was anscheinend so heilsentscheidend ist:
"Wir haben den e-i-n-z-i-g-e-n Weg!"

Ja, es ist immer wieder das geleiche Spiel:
Es wird pauschalisiert, sehr abstrakt und Angriffslustig. Die Christen sind
ewig unverbesserliche Missversteher. Ich bin enttäuscht.
Für mich ein Zeichen: In anderen Relegionen herrscht der gleiche
Fanatismus, die Relegiöse Rechthaberei.
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Ketzer » Fr 23. Apr 2004, 14:14

wunderschönen Tag allerseits,

Da ich der Meinung bin, dass man zuerst selbst lesen und versuchen sollte unvoreingenommen zu verstehen, bevor man sich etwas vorkauen lässt oder über den Sinn streitet und es hier in den Thread passt hab ich hier einen Link, wo die Bhagavad gita komplett in Deutsch als pdf zu lesen ist und eine mit vielen anderen wichtigen Hindu-schriften zum runterladen.
Die Bibel gibts übrigens im Netz, falls der Link hier nicht schon längst bekannt ist.

gute Unterhaltung

alles ist vollkommen relativ und verhältnismäßig absolut
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon paraklet » Fr 23. Apr 2004, 15:24

sondern es geht darum, transzendantale Handlungen zu begehen.

Unsinn, lasse die Linke Hand nicht wissen was die Rechte tut.
Wie willst du das transzendale eine im Geiste Armen beibringen. Relegiöse Sophisterei hat noch nie jemanden weitergebracht.
Gruss, paraklet
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Echse » Fr 23. Apr 2004, 15:45

Original von paraklet
J.Tanya:
Es ist immer wieder das gleiche Spiel:
Christen; zitieren oder missverstehen (bewusst oder unbewusst)
andere Lehren falsch um sie dann als unvereinbar mit der Lehre von Christus darzustellen.

damit sie dann herausposaunen können, was anscheinend so heilsentscheidend ist:
"Wir haben den e-i-n-z-i-g-e-n Weg!"

Ja, es ist immer wieder das geleiche Spiel:
Es wird pauschalisiert, sehr abstrakt und Angriffslustig. Die Christen sind
ewig unverbesserliche Missversteher. Ich bin enttäuscht.
Für mich ein Zeichen: In anderen Relegionen herrscht der gleiche
Fanatismus, die Relegiöse Rechthaberei.
paraklet


@ paraklet

mooooment. Ich habe eine Nicht-wertende Aussage zu den Unterschieden von dem was Nataraja erklärt hat (so wie ich es verstanden habe) und dem Christentum gemacht (so wie ich es verstehe).

Angriffslustig ist was anderes nämlich lustigerweise genau dein Post:
Ja, es ist immer wieder das geleiche Spiel:
Es wird pauschalisiert, sehr abstrakt und Angriffslustig. Die Christen sind
ewig unverbesserliche Missversteher. Ich bin enttäuscht.
Für mich ein Zeichen: In anderen Relegionen herrscht der gleiche
Fanatismus, die Relegiöse Rechthaberei.


@ tanya: Sehr wohlwollend scheint dein Post nicht zu sein. Wäre es das, hättest du dir Mühe gegeben, es positiv auszulegen, mir scheint im Gegenteil dass du dir Mühe gibts, mein Gesagtes Negativ auszulegen.

Auch hier kann ich dir die fast die selbe Antwort geben, die du mir eigendlich gegeben hast:
R. Tanya zitiert oder missversteht (bewusst oder unbewusst)
Posts von Christen falsch um sie dann als unvereinbar mit der Wahrheit darzustellen.


hmmm... naja, also diskutieren wir nun wieder sachlich weiter? :roll:


MfG
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Wolfi » Fr 23. Apr 2004, 16:03

@paraklet :
Seid wann wissen wir denn was GOTTES Wille ist

lass mich raten: Seit Gott uns seinen Bestseller, die Bibel, anvertraute?

was eine gute Tat ist


nun, das könnte man nun aus verschiedenen Winkeln betrachten. Aber so grundsätzlich wusste die Menschheit das eigentlich schon recht früh; ich glaube sogar, es war, bevor es die Bibel gab...

was er uns an Verfehlungen bedeckt?

Hmm... Wie Du das wohl meinst?- Meinst Du damit die Erbsünde und die Schuld aus vergangenen Zeiten?- Oder meinst Du damit, was Gott für uns noch alles an Verfehlungen in unserem Leben vorgesehen haben könnte?
lg, wolfi
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Wolfi » Fr 23. Apr 2004, 16:16

@Echse :

Hi Nataraja
Also, handle ich an meinem Mitmenschen aus Nächstenliebe, häufe ich mir gutes Karma an, mach ich das aus Liebe zu Gott, häufe ich mir kein Karma an und etwas Karma aus vergangenen Taten verschwindet dabei. So in etwa, einfach ausgedrückt?

Zu einfach halt, aber eben: den Meisten scheint eine solch einfache Variante ja schon zu reichen, um dann danach ihr eigenes Denkkonstrukt darüber zu stülpen...

Wie weiss ich, dass ich alles Karma aus vergangenen Taten (seien sie gut oder schlecht) getilgt habe? Mit andern Worten: Wieviele gute Taten muss ich Gott opfern, damit ich frei bin?

Das ist ja der "truc": Du weisst es dann, wenn Du wieder geboren wirst und nicht schon im voraus. Das heisst: Im Gegensatz zum Christen muss der Buddhist sich eben sein ganzes Leben bis zum Schluss darum bemühen/eifern, ein "gutes" Leben zu führen...

In dieser Theorie ist allein der Mensch der Handelnde.

Ist doch tausend Mal besser, als sich mit gekreuzten Händen nach hinten zu lehnen, oder?!- ;)

Der Unterschied zum Christentum ist der, dass im Christentum Gott der Handelnde ist.

Müssiggang ist aller Laster Anfang, heisst es doch. Und dies wiederum geschieht doch genau dann, wenn man das Handeln einem Anderen überlässt... ;)

Das Christentum besagt, dass kein Mensch fähig ist, so heilig zu sein, dass er aus seinen eigenen Taten vor Gott bestehen kann, und somit jeder von der Gnade und Liebe Gottes abhängig ist.

Also spielt Ihr alle mal ein wenig "russisch Roulette", wenn Ihr vor Euren Allmächtigen zu treten habt?!?- Wow, cool! :roll: :D

MfG
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Echse » Fr 23. Apr 2004, 18:24

Original von Wolfi
Das Christentum besagt, dass kein Mensch fähig ist, so heilig zu sein, dass er aus seinen eigenen Taten vor Gott bestehen kann, und somit jeder von der Gnade und Liebe Gottes abhängig ist.

Also spielt Ihr alle mal ein wenig "russisch Roulette", wenn Ihr vor Euren Allmächtigen zu treten habt?!?- Wow, cool! :roll: :D

MfG
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hmm... das Einzige was wir haben ist sein Wort.
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Re: Hinduismus / Buddhismus

Beitragvon Nataraja » Fr 23. Apr 2004, 18:25

Hi Echse,

diene, liebe, gib! So hat Svami Shivananda die Basics des menschlichen Lebens in Worte gegossen. Da steht nicht, dass man schauen soll, dass man so viele gute Taten machen soll, dass damit mein Karma ausgelöscht wird etc.
Die Idee mit dem "Karma-Konto" ist ein Denken, das man in Indien nicht so kennt. Deswegen entwickelte die indische Kultur in diesem Bereich auch kein Zweck-Mittel-Denken. Genauso wenig wie die Griechen. Wer handelt, der ist nicht dem Zweck-Mittel-Nutzen unterworfen. Wer allerdings herstellt oder arbeitet, der braucht dieses Zweck-Mittel Denken ganz dringend. Handeln hat ja eben die Eigenschaft, dass man den Ausgang der Handlung niemals im Vorneherein kennt. Das Ergebnis einer Handlung zeitigt sich erst während des Handlens oder viel später. Handeln ist nie absehbar.
Diese Idee zum Handeln ist sowohl den Griechen als auch den Indern geläufig gewesen. Handeln heißt hier aber nicht nur, dass man irgendwas tut, sondern handeln meint schon dieses sich einbringen in das soziale Gesamte, man schlägt seinen Faden in das Gewebe des menschlichen Gefüges.
Sicherlich sind gute Taten besser als schlechte. Aber wie gesagt, beide binden an die Welt. Und der, der nicht mehr in der Welt verharren möchte, die ja unter anderem durch Leid gekennzeichnet ist, der handelt so, dass er seine Früchte der Handlung nicht egoistisch konsumiert, sondern sie in den Dienst Gottes stellt. In den Dienst Gottes kann ich aber nur dann eintreten, wenn ich das absolute des Daseins verwirklicht habe: Und das ist Liebe. jede tat soll geprägt sein von Liebe. Von Liebe zu Gott und auch von Liebe zu allen Seelen. Dienst am Menschen soll Dienst an Gott sein. Und so wird dein Karma-Konto nicht stückchenweise leergemacht, sondern durch die Gnade Gottes ist jedes Karma mit einem Augenblick verschwunden.
Das Schauen und Zählen des Karmas ist keine liebevolle tat, denn sie ist zutiefst egoistisch. Sie ist darauf zentriert, erlöst zu werden. Ein wahrer Gottesverehrer kümmert sich nicht um Erlösung, sondern er kümmert sich nur um eine Frage: Wie kann ich Gott und allem Sein dienen, wie kann ich liebend und hingabevoll dienen. Was kann ich tun, damit Gott seine Freude hat? Was kann ich tun, damit jede Seele an mir seine Freude hat? Erlösung ist etwas, was dann wohl zwangsläufig irgendwann und irgendwie ein Nebenprodukt ist.
Der Mensch ist hierbei auch nicht der Handelnde. Denn ein Tätig-Sein im Sinne des hingebungsvollen, liebenden Dienstes ist Egolos, und somit nur auf das Trachten und Wollen Gottes ausgerichtet. Insofern bin ich werkzeug, das nur dazu gebraucht wird, damit Gott durch mich wirkt. Er ist der Handelnde, und durch seine Gnade werde ich das Gefäß seines Tuns.
In diesem Sinne ist es auch nicht so, dass man hier selbst erlöst wird oder das ganze selber auf die Reihe bringt. Gott macht, nicht ich. Und allein seine Gnade läßt mich zu ihm kommen. Das ist wie wenn ich eine wunderschöne Frau kennenlerne und nur noch ein Ziel habe: ich will sie kennenlernen. Aber das kennenlernen wird solange schief laufen, solange diese Frau zu mir sagt: Hau ab, ich will dich nicht kennen. Erst wenn sie sagt: Hey wer bist du? Komm her. Trink ma nen Kaffe zusammen.... Erst da ist es möglich, dass ein Zusammen entsteht. Und dieses Wollen ist eben die Gnade, oder das Geschenk Gottes. Er ruft uns unentwegt zu: Hey komm her, trinken wir einen Kaffe zusammen. Doch der egoistische Mensch sagt. nein, hab was besseres vor. Erst wenn du in der Lage bist, dein Ego zurückzuschrauben und zu sagen: OK, hier bin ich. Erst dann kannst du mit Gott was anfangen. Oder besser formuliert: Er mit dir. Zu diesem Schritt braucht es aber vor allem eine Eigenschaft: Demut! Und das ist wohl der größte Mut den wir Seelen aufbringen können.
Und dabei wird noch etwas klar. wer in Liebe und Demut lebt, der wird auch zu der Welt liebend und demütig sich öffnen. er wird zu einer Art Verteilerstation der Liebe. Und that´s the heaven on earth!

Liebe Grüße

Nataraja

Und in der tat, ich kann paraklet doch schon tendenziell recht geben: Fanatismus und Dummbacken, gibts oin jeder Religion. Zum Glück nicht hier! ;)






"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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