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Islam

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

Moderator: bigbird

Islam

Beitragvon Kübra » Mi 23. Apr 2003, 18:53

Der Friede sei mit euch!

Ich bin eigentlich nur zufällig auf diese Seite gestolpert und habe dann ein bisschen durchgeklickt und habe den Artikel unter "Weltreligionen im Vergleich" von Klaus Kenneth gelesen. Ich bin dabei sehr sehr traurig geworden und es hat mich sehr verletzt.
Ich bin Muslima und ich liebe Allah. Allah ist mir näher als ich mir selbst, Allah ist mir näher als meine Halsschlagader. Und Ich liebe alle unsere Propheten (Friede sei mit ihnen). Dieser Artikel ist das einseitigste und grausamste was ich seit langem über meine Religion gelesen habe und es hat mich sehr tief getroffen, dass das ein Christ geschrieben hat.

"um sich den Männer-Himmel voller schöner Frauen, wie ihr Prophet verspricht, zu erkaufen"


1. sind alle Aussagen über das Paradies Methaphern - das Paradies ist schöner als das schönste, was sich ein Mensch Vorstellen kann. 2. Ist im Koran von "Huris" die rede und dieses Wort ist Geschlechtsneutal. Die Stelle besagt, dass alle Menschen im Paradies "reine Partner" haben werden. 3. Ist das Paradies kein Ort für Geschlechtsverkehr, so wie wir es in dieser Welt kennen - dort pflanzen wir uns nämlich nicht fort!

Die einzige Aussage die wir entnehmen können, ist, dass niemand Angst haben muss im Paradies alleine zu sein. Wir werden dort mit unserer Familie und unseren Freunden vereint - aber auch wer keine Frau/Mann hat wird dort Partner bekommen.

"Wenn Gutes-tun zur Vorschrift wird (Almosen geben) und nicht freiwillig, aus dem Herzen kommt, hat man nicht mehr die Wahl zwischen Tun und Lassen, zwischen Gut und Böse und gibt somit die Eigenverantwortung ab. Fremdbestimmung war mir stets zuwider."


Das einzige was an Almosen vorgeschrieben ist ist, dass ein bestimmter Prozentsatz des Vermögens jährlich als Sozialsteuer gezahlt wird. Der Islam schägt damit das Modell eines modernen Sozialstaates vor. ansonsten gilt:

KEIN ZWANG IM GLAUBEN!

"Mohammed, selbsternannter "grösster" Prophet, erstaunt uns durch die Tatsache, dass sein Gott ihm nicht einmal seinen Namen mitgeteilt hat, wie das zum Beispiel bei Mose geschah. Mose bekam Antwort auf die Frage nach Gottes Name. Das Wort EL oder AL (Gott) wird auch für Götzen benutzt. Welcher Gott oder Götze sprach also zum selbsternannten Propheten? Von welchem Geist stammen die Visionen, die er in seiner Einsamkeit erhalten hat? War es wirklich der Engel Gabriel? Solche Fragen stellen ist im Islam verboten!"


Allah hat nicht nur einen Namen sondern offenbart uns 99 Namen, die so wie auch der hebräische Name "Jahwe" seine Eigenschaften beschreiben.

"Ihr habt euch soeben für Christus und gegen Mohammed entschieden, denn Christus hat alle Propheten des Alten Testamentes und Apostel als Zeugen, während Mohammed nur für sich selbst spricht"


Die Muslime erkennen alle Christlichen Propheten an und wir lieben Jesus(as) und seine Mutter Maria sehr. Auch wir warten auf die Wiederkehr von Jesus (as). Auch für uns ist Jesus (as) der Messias und "Das Wort Gottes" - Er ist nur nicht Gott selbst und es ist nach unserem Glauben ein Götzendienst Jesus zum Gott zu erheben und anzubeten.

"Die Muselmanen waren bestürzt und liessen die Generäle köpfen. Eine logische Konsequenz des Kapitels 98 des Koran, wo gesagt wird, dass "alle, die nicht an den "Propheten" glauben, Götzendiener seien und für ewig im Feuer der Hölle zu schmachten hätten. Alle Nichtgläubigen seien die schlechtesten, je geschaffenen Wesen." Im Islam ist die eine Hälfte der Menschheit von vornherein "zur Verdammnis bestimmt". Alles ist vorherbestimmt ("Kismet";). Der Mensch hat somit keine freie Willensentscheidung."


In Sure 98 heißt es nicht "alle, die nicht an den Propheten glauben" sondern "Die Ungläubigen unter den Leuten der Schrift und die Götzendiener"
Es gibt eine lange lange Sure über das Verhältnis zu Juden und Christen im Koran. Und dort steht deutlich, dass die Juden und Christen, die gläubig sind (an Gott) nichts zu befürchten haben.

In Sure 5 Vers 48 steht deutlich:

"Jedem von euch gaben wir ein Gesetz und einen Weg. Wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Doch er will euch in dem prüfen, was er EUCH gegeben hat. WETTEIFERT DARUM IM GUTEN. Zu Allah ist eure Heimkehr allzumal, und Er wird euch dann darüber aufklären, worüber ihr uneins seid. "

"Wir ließen ihnen Jesus, den Sohn der Maria, folgen; zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm das Evangelium, worin Rechtleitung und Licht war, zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. [5:46]
Und die Leute des Evangeliums sollen sich nach dem richten, was Allah darin offenbart hat; und die sich nicht nach dem richten, was Allah herabgesandt hat - das sind die (wahren) Frevler."


Und sie sagen: "Es wird niemand in das Paradies eingehen außer Juden und Christen." Dies sind Wunschvorstellungen. Sprich: "Bringt euren Beweis her, wenn ihr wahrhaftig seid!" [2:111]
Doch wer sich Allah hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und diese werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein. [2:112]
Und die Juden sagen: "Die Christen stützen sich auf nichts", und die Christen sagen: "Die Juden stützen sich auf nichts", wobei sie doch das Buch lesen. Genauso, wie sie reden, redeten auch diejenigen, die kein Wissen besitzen. Allah wird dann am Tag der Auferstehung zwischen ihnen über das richten, worüber sie gestritten haben. [2:113

Sprich: "O Leute der Schrift, ihr fußt auf nichts, ehe ihr nicht die Thora und das Evangelium und das in die Tat umsetzt, was von eurem Herrn zu euch herabgesandt wurde." Aber gewiß, das, was von deinem Herrn zu dir herabgesandt wurde, wird viele von ihnen in ihrem Aufruhr und Unglauben bestärken. Darum betrübe dich nicht über die ungläubigen Leute. [5:68]


Hier wird sehr deutlich, dass mit ungläubigen Leuten nicht die gemeint sind, die nicht an unseren Propheten glauben, sondern die, die sich nicht nach ihren eigenen heiligen Schriften richten.

Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen - wer an Allah glaubt und gute Werke tut -, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein. [5:69]

Jeder hat eine Richtung, der er sich zuwendet. So wetteifert miteinander in guten Werken. Wo immer ihr auch seid, Allah wird euch allesamt zusammenführen; wahrlich, Allah hat Macht über alle Dinge. [2:148-)

Sicherlich findest du, daß unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind. Und du wirst zweifellos finden, daß die, welche sagen: "Wir sind Christen" den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind. 5:82]
Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut - diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein. [2:62
Siehe, zwischen denen, die gläubig sind, und den Juden und den Sabäern und den Christen und den Magiern und den Götzendienern wird Allah wahrlich am Tage der Auferstehung richten; denn Allah ist der Zeuge aller Dinge. [22:17]



"Allah ist weit entfernt, für die Menschen unerreichbar und unpersönlich. Allah ist ein kalter Sklavenhalter. Er verlangt vom Menschen, seine Erlösung zu verdienen. Für seine Sünden wird er körperlich misshandelt. Es gibt keine Vergebung für Schwächen. Nach dem Koran ist nicht Jesus am Kreuz gestorben für die Sünden der Menschheit, sondern jemand anders, wahrscheinlich Judas Iskariot. Das Neue Testament bezeugt das Gegenteil: Gott in seiner Dreieinigkeit kommt in Jesus Christus dem Menschen nahe. Jesus Christus lässt Sünder nicht auspeitschen oder Hände abhacken. Er liebt den Sünder - aber nicht die Sünde! Liebe ist die Kraft der Veränderung und eine Sprache, die der Mensch versteht."


Die Barmherzigkeit Allahs ist grenzenlos und ALLE GLÄUBIGEN MENSCHEN werden ins Paradies kommen. alle Menschen in deren Herzen sich auch nur Glaube und Gutes in der Größe eines Atoms befindet. Allerdings wird vor dem Eintritt ins Paradies die Gerechtigkeit hergestellt. Man muß für das unheil und das Leid das man angerichtet hat so lange in die Hölle, bis man genau das Leid erfahren hat, dass man selbst angerichtet hat. Die Körperstrafen sind seit dem Alten Testament bekannt und: wer seine Strafe in dieser Welt erleidet, kann nach dem Tod direkt ins Paradies eingehen. Außerdem ist der Koran milder als das AT: Es heißt an einer Stelle des Korans sinngemäß, dass die Vergeltung "Auge um Auge, Zahn um Zahn" zwar die Gerechte ist, dass derjenige, der Barmherzig ist und die Strafe mildert am jüngsten Tag auch Barmherzigkeit von Allah erfahren wird.

"Mohammed war ein Mensch mit Leidenschaften. Er lebte mit zahllosen Frauen und war mit 13 verheiratet. Andererseits behauptete der Prophet: "Es gibt nichts Verderblicheres auf der Welt als Frauen." Sie müssen sich unter schwarzen Schleiern verstecken; fern des öffentlichen Lebens, ohne Schulbildung, ohne Beruf sind sie den Männern weniger wert als Kamele. Das steht im krassesten Gegensatz zu Jesus und seinem Umgang mit Frauen (siehe Evangelien). Mohammed war verwickelt in Politik (auch in Heiratspolitik zur Erlangung von Macht), Gewalttaten, Ausrottung ("den Ungläubigen den Kopf abschlagen"; Koran, 47. Sure), Beutezüge (Koran, 5. Sure) und übelste Massaker; Handel, Geld und Geschäfte gehörten zum Inhalt seines Lebens."


Das ist so falsch und gelogen, aus dem Zusammenhang gerissen und absichtlich falsch interpretiert, dass mir schlecht wird und es mir schreckliche Schmerzen bereitet, das zu lesen.

Muhammad (sas) war über 25 Jahre mit einer Frau (die selbst älter war als er und 2fache Witwe)verheiratet, die er sehr liebte und die er bis zu seinem Tod nicht vergaß. Nach ihrem Tod hat er mehrere Frauen geheiratet. Von ihnen war nur eine einzige Jungfrau. alle anderen waren Witwen oder geschieden.

Die Frau ist im Islam sehr geschätzt und wertvoll, die Frauen des Propheten und seiner gefährten waren alle gesellschaftlich, politisch und religiös gebildet und Aktiv. Sie versteckten sich mitnichten unter ihren Schleiern. Auch christliche und jüdische Frauen verschleierten sich damals noch.

siehe Fortsetzung zum Thema Frau im Islam
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Re: Islam

Beitragvon Nataraja » Do 24. Apr 2003, 17:41

Hallo kübra,

Ich kenne von Klaus Kenneth einen Vortrag über den Hinduismus (hab ich auf Cassette). In diesem Vortrag hat er meine Religion auch sehr merkwürdig dargestellt. Und mir hat sich Frage gestellt, ob er eingfach unwissend ist, oder ob er lügt. Wenn ich mir durchlese, was du so schreibst, dann vermute ich fast schon letzteres (ich möchte keinen beleidigen, oder ihn irgendeiner schlechten Tat bezichtigen, aber die Qualität bestimmter Ausführungen von Klaus Kenneth sind derart schlecht, daß ich mir kaum vorstellen kann, daß dies aus einerm mangelnden Wissen entspringt).

Liebe Grüße

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Do 24. Apr 2003, 20:22

Es freut mich das ich ein bisschen Unterstützung von einer nicht-islamischen Seite bekomme - sonst würden ja vielleicht alle behaupten, ich wolle den Íslam nur "Schönreden".
...Vor allem behauptet er, er hätte sich mit Islam, Hinduismus und Buddhismus Jahre lang auseinandergesetzt - ich kann mir nicht vorstellen, wie dabei eine derartige einseitigkeit übrig bleiben kann...

Möge Gott ihm verzeihen, dass er die religiösen Gefühle anderer Menschen so mit Füßen tritt...
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Re: Islam

Beitragvon Nataraja » Fr 25. Apr 2003, 10:38

das was Herr Kenneth als jahrelange Beschäftigung bezeichnet ist niemals sehr tief gegangen. Im Beispiel Hinduismus etwa war Herr Kenneth bei der TM-Bewegung dabei. Diese ist jedoch (damals zumindest nicht) keine typische Hindu-Bewegung. Im Gegenteil, noch vor fünf Jahren distanzierte man sich vom Hinduismus. Zudem ist die Bewegung bei den meisten Hindu-Traditonen nicht anerkannt.
Aber gut, mal sehen wer sonst was zu sagen hat

Liebe Grüße

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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 13:55

Hallo Kübra,
die fünf Säulen des Islam sind ein Zwang. Sie wären dann keiner, wenn man ohne Gewissensnot, also in Freiheit nach eigenem Ermessen nach diesen Handeln könnte.
So könnte ich heute den Drang verspüren sieben mal zu Beten und morgen nur zwei mal, weil es eben in meinem Herzen so sein könnte. Dies ist nach meinem Wissen im Islam nicht möglich. Auch ist mir völlig schleierhaft, was die Reise nach Mekka genau bewirken soll, lebt doch Gott, oder Allah in mir. Als Moslem würde ich nach Mekka reisen, wenn ich es wollte, aber wenn nicht, dann sollte mir niemand etwas Schlechtes nachsagen. Gibt es etwa bei Allah eine Register, nach welchem er schaut, wer nun in Mekka war und wer nicht? Lebe ich gottgefällig und war eben nicht in Mekka, muss ich dann auf ewig brennen?
Einen Menschen, den ich liebe, den bete ich immer auch in einer gewissen Weise an. Wenn es nun ein Gott ist, dann soll er lieber auf den handelnden Menschen schauen, auf seine Liebesfähigkeit und Barmherzigkeit und nicht danach, wen er verehrt. Wer Liebt und Barmherzig ist und daneben Jesus anbetet, was soll es? Ist denn Gott so klein, dass er neidisch auf andere blicken müsste, die ebenso verehrt werden. Was verehren denn Christen in Jesus? Sie verehren, hoffentlich nur seine Liebe und seine Barmherzigkeit. Wenn sie ihn anbeten, dann beten sie seine Liebe und seine Barmherzigkeit an. Sie beten also das Göttliche in ihm an und Gott kann sich so auf jeden Fall freuen, das seine Kinder genau das anbeten, was die wahren Eigenschaften Gottes sind. Dies muss Gott sogar völlig egal sein, denn er ist ja eben nicht ein ganz bestimmter Gott, sondern allgemein Gott. Wir können ihn ja gar nicht erkennen, wie er ist. Wir erkennen nur Teile von ihm, eben diese Eigenschaften und was immer wir auch anbeten, ganz sachhaltig sind es immer nur diese Eigenschaften, Liebe und Barmherzigkeit. Oder ist da jemand, der meint, Gott hätte einen Körper und würde mit diesem irgendwo sein Wesen treiben? Gott wird wohl eher so viel mehr sein, als dass er irgendwo neidisch auf andere schaut, die aus unserer Begrenzung entsprungen sind.
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Re: Islam

Beitragvon Freya » Fr 25. Apr 2003, 14:56

Original von Scardanelli
Ist denn Gott so klein, dass er neidisch auf andere blicken müsste, die ebenso verehrt werden.


Pardon Scardanelli, dass ich das so aufgreife - aber warum prangerst Du diese Eigenschaft bei Allah an, wird aber z.b. bei JHWE nicht in Frage gestellt?

Vielleicht hab ich da auch was missverstanden - aber soweit ich Kübra verstanden habe, lieben und verehren Muslime Jesus als einen Abgesandten Gottes, als einen Propheten.
Gott hat soweit einfach den höchsten "Posten" in der Hierarchie, und die Propheten sind ihm unterstellt. (Wie in einer Familie - Eltern stehen über den Kindern)

Und was die Anzahl Gebete angeht, macht das imho schon einen Sinn. Denn (pardon, wenn es konfus tönt), Gebete sind auch eine Art "Magische Formel". Je öfter sie gebraucht werden, desto mehr Kraft wohnt ihnen inne. Zudem sind sie auch eine Bindung, eine Art der Korrespondenz.

Was das mit der selben Zeit angeht, da schlägt bei mir nun die Wicce durch: Je mehr Menschen gleichzeitig etwas anrufen, desto mehr Kraft kommt in die Anrufung selbst.

Ist imho - aber wenn der letzte Abschnitt unter die Luftüberwachung fällt, ist auch OK.
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 15:38

Hallo Freya,
Liebe und Barmherzigkeit sind auch Eigenschaften, die im Islam hoch gehalten werden. Es gibt aber nur eine Liebe und nur eine Barmherzigkeit und wenn man diese beiden will, dann muss man auch nach ihren Bestimmungen handeln und kritisieren.
Ich kann nicht sehen, dass sich Liebe und Barmherzigkeit irgendwie ändern könnten, wer immer diese auch anwendet. Einen Hinweis darauf hat selbst Jesus mit dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter gegeben. Für die Juden waren die Samariter keine Gotteskinder und Jesus hat gezeigt, dass es völlig egal ist, wer mit welchem Hintergrund auch immer barmherzig ist; es zählt die Tat. Ob ein Mensch nun mit Allah, Jhwe, oder Jesus auf seinen Lippen barmherzig ist; er ist es und darauf kommt es an. Wer irgendwelche Gottesnamen ausruft und nicht barmherzig ist, dem müsste man barmherzig sein.
Es gibt nur einen Gott und wer barmherzig ist, der erfüllt den Willen Gottes. Dies ist die Botschaft Jesu und weil dies an einer unteilbaren Barmherzigkeit eben wahr ist, folge ich ihm nach.

Du kannst Tag und Nacht beten, wenn du keine Barmherzigkeit übst, sind deine Gebete umsonst. Wenn du aber barmherzig bist und deswegen gar keine Zeit mehr zum Beten finden kannst, dann bist du gerecht. Was soll Gott mit deinen Gebeten? Weiß er nicht, wessen du bedarfst? Wir machen hier unseren Teil und er macht seinen. Wir sind Diener weniger im Gebet als in unserer Tat. Jesus ist zu den Menschen gegangen, ihnen zu helfen, ihnen Trost zu spenden und wir sind seine Schüler. Wo hat er sich mit seinen Schülern zum Gebet versammelt? Nirgends! Er hat geschafft! Unablässig hat er sich dem Menschen zugewandt, denn der Mensch ist bedürftig und nicht Gott. Der Bedürftige Mensch wendet sich aber zu Gott und der Liebende zum Menschen. Wenn der Mensch nun immer so bedürftig ist, dann findet er sich eben nur mit seinem Gott und nicht bei seinen Nächsten. Der wahre Gottesdienst ist der Dienst am Nächsten und nicht eine Selbstbeweihräucherung im Gebet.

Wenn ich zu Gott gehöre, dann muss ich dies nicht immer so bekräftigen als wenn ich diesen Zustand erst herstellen müsste. In meinem Herzen steht es eben schwarz auf weiß, dass ich Gott lobe, da muss ich nicht ständig niederfallen und dies wie eine Maschine von mir geben. Ich sage meiner Frau ja auch nicht ununterbrochen, dass ich sie liebe. Sie weiß dies und sie weiß dies vor allem aus meinem Verhalten ihr gegenüber.
Einen Gott, den ich ununterbrochen von meiner Ergebenheit durch mein Wort überzeugen müsste, der ist so schwach in seiner Auffassungsgabe, als dass er dies nicht selbst durch mein Verhalten erfassen könnte.

Mit dieser ständigen, monotonen Beterei, Jesus sagt Geplapper, spricht sich der Gläubige nur selbst ein, was er aus seinem Verhalten gar nicht glaubhaft machen kann. Je mehr eins ich mit jemanden bin, um so weniger spreche ich über die Beziehung selbst und umgekehrt ist die Beziehung schon tot, je mehr ich darüber reden muss.
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Re: Islam

Beitragvon Freya » Fr 25. Apr 2003, 15:42

Handkehrum kann eine Beziehung auch totgeschwiegen werden..

Aber noch eine Frage: Wenn Du barmherzig bist im Namen Allahs, was ist daran falsch? So weit ich es verstanden habe, fordert Allah Barmherzigkeit und Liebe an die Menschen, und Hingabe und Liebe für sich.
Wo ist da der Haken?
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 16:04

Hallo Freya,
es kann nur einen Gott geben! Und wie es nur einen geben kann, müssen seine Bestimmungen, die für uns gelten auch eins sein. Gott ist universell und seine Bestimmungen müssen es auch sein. Das Besondere an Jesus ist, dass er auch Universelles gezeigt hat und dort, wo er eingeschränkt war, da ist er lernend zum Universellen aufgestiegen. Jesus hat seine Irrtümer erkannt und konsequent bereinigt.
Er dachte, Gott sei der Gott Israels, was ja nicht stimmen kann, ist Gott doch universell. Mit der Liebe und der Barmherzigkeit, die ja auch universell sind, konnte er eben über sich hinauswachsen und seinen Irrtum bereinigen, dass er nur zum Volk Israels gekommen sei. Er ist eben zu allen gekommen, denn es besteht zumindest vor Gott kein Unterschied zwischen den Menschen. Ein Privatgott für ein Volk ist ein Wahn, wie es ein Wahn ist, es gäbe einen Gott den man anbeten könnte und der sich von anderen unterscheide.
Der eine Gott ist in den universellen Bestimmungen für uns erkenntlich und diese Bestimmungen sind Liebe und Barmherzigkeit. Der Barmherzige Samariter hat Gott gefunden, indem er eben barmherzig war. Er war ein Gerechter, denn er ist in der Schöpfung so vorgegangen wie Gott, schöpferisch.

Einige Menschen meinen aber, sie könnten sich ihren eigenen Gott durch allerlei Riten so zurechtschneidern, dass jede Religion ihren eigenen Privatgott hätte. Was interessiert es Gott, ob man eine bestimmte Person nur so als Person bejaht? Liebe und Barmherzigkeit sind gefordert und dass ist der ganze Gottesdienst, denn so ist man wie Gott schöpferisch. Wenn man dies einmal so erkannt hat, dann kann man genau die Aussagen Jesu dazu aus der Bibel herauslesen, also wenn man danach sucht und wer sucht, der weiß stets genau, was er sucht.
Wenn Mohamed gerecht war, dann ist es gut für ihn, aber dies bringt niemanden, der dies ständig ausruft auch nur einen Millimeter von der Stelle. Als wenn es Allah nicht wüsste, wenn Mohamed gerecht war, wird dennoch unablässig ausgerufen, das ihn Allah bitte schön ins Paradies einziehen lassen möge. Und so entsteht eben der Eindruck eines besonderen Gottes, der nur dann dieser wahre Gott sei, wenn man Mohamed auf seinen Lippen hat. Mohamed hat und kann gar nicht mehr bringen als Jesus, denn Liebe und Barmherzigkeit hat Jesus bereits gebracht und damit ist alles Notwendige gesagt.
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Re: Islam

Beitragvon Freya » Fr 25. Apr 2003, 16:30

Ich denke, dass Mohammed so verehrt wird, weil er für Muslime der grösste Prophet ist. Da sehe ich nun kein Problem.

Was mir generell auffällt: In beinahe jeder Religion gibt es jemanden, der, nenn es Erleuchtung oder Gottgegebene Gnade oder was auch immer, sein eigenes "Sein" in den Hintergrund stellte, und sein Leben dem Göttlichen weihte.
Und da fällt mir wiederum auf: Jesus als Beispiel hat einen Weg vorgelebt, als Vorbild. Mohammed hat ihn mitgelebt, mit den Gläubigen.

Und die regional verschiedenen Glaubensformen sind nicht von ungefähr entstanden. Menschen haben nach Erklärungen für Dinge gesucht, die sie nicht verstehen konnten.
Sie erschufen sich Götter, um einen "persönlicheren" "menschlicheren" Gott oder Göttin zu haben. Weil es immer einfacher ist, etwas "menschliches" zu "verstehen" oder zu lieben, als etwas, was sich der Mensch nicht vorstellen kann.
Aber das Grundprinzip, das EINE wechselt aber eigentlich nicht.
Und das finde ich, hat Kübra schön geschrieben (bzw zitiert) das jeder wahre Gläubige (Christ, Jude, Muslim) zu Gott findet. Dass z.B. der Hinduismus, oder der Buddhismus oder was auch immer nicht aufgezählt ist, ist mir logisch: Das gab es um 630 herum nicht in der Region. Andere Religionen waren in der Gegend nicht bekannt, bzw schon "ausgestorben" bzw verdrängt.

Wolkige Grüsse
Freya
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Re: Islam

Beitragvon Nataraja » Fr 25. Apr 2003, 16:32

Hallo Scardanelli,

im Grunde verstehe ich das, was du hier sagst. ich denke das gilt nicht nur für den Islam, sondern für alle Traditionen.
Wo ich ein bisschen inkosequenter bin wie du ist eben dieses rituelle Beiwerk. Riten, vor allem regelmäßige Riten haben etwas sehr beruhigendes, etwas bestätigendes usw.. Ein reiner Ritualismus ist natürlich tot. Deswegen ist es wichtig immer zu sehen, was man gerade macht, welchen Sinn dieser und jener Ritus macht. Das Problem ist eben, wie bewußt begehe ich einen Ritus. Das ist denke ich der Knackpunkt. Zum Gebet denke ich, daß es sicherlich etwas gutes ist, aber nur dann, wenn es etwas bewußtes ist, das konform mit dem täglichen Leben geht. Jedoch hat natürlich ein ritualisiertes gebet wie im Islam auch einen gewissen Zauber, eine gewisse Macht, die Macht des Rituellen eben. So was gibt Halt. Aber mehr auch schon nicht.
Als Hindu denke ich mir dann halt immer: OK, in diesem Leben ist er regelmäßig in den Tempel oder die Moschee oder sonstwohin gegangen, weil es sich eben so gehört, und im nächsten Leben wird er vielleicht lernen, das ganze bewußt zu machen und entsprechend zu leben wissen....

Gruß

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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 17:06

Hallo Freya,
es gibt im Islam Sachzwänge aus der Tradition, dass sie zwischen Juden, Christen und dem Islam einen Gott annehmen müssen, denn der Islam hat von den erst genannten Religionen vieles übernommen.
Trotzdem wiegt bei allen drei Religionen das Trennende vor, so dass zumindest in der Empfindung der Eindruck entsteht, es handele sich um drei verschiedene Götter. Der Gott der Christen hat z. B. einen ganz anderen Charakter als der der Moslems, vom Judengott gilt dasselbe. Es sind in der Praxis drei verschiedene Götter und nur wenn sich die Abstraktion besinnt, dann ist es nur ein Gott. Aber die Abstraktion ist nicht das Leben, sondern mehr die Empfindung.
Wäre es ein Gott, dann dürfte es keine allzu großen Probleme geben, wenn ein Moslem in der moslemischen Welt problemlos zum Christentum wechselt, aber dies ist äußerst problematisch. Aber dies ist die Realität und diese macht eben den Eindruck, es handele sich um verschiedene Götter, die je einen eigenen Charakter hätten.

Es sind dann aber auch wirklich verschiedene Götter, denn die Bestimmungen des Glaubenslebens unterscheiden sich stark. So ist der Gott der Christen durch ein bestimmtes Jesusbild so gemodelt, dass Gott einen unverwechselbaren Charakter trägt, der nur in einer Besonderheit wurzelt, in Jesu Stellvertreterschafft. Dies ist keine allgemeine Bestimmung, wie die der Liebe und so ist dieser Gott wieder ein privater, ein eingeschränkter, den man neidisch hüten kann. Und auf ähnliche Weise haben die Moslems ihren Gott an die Person Mohamed geknüpft, so dass der Charakter Gottes, stark von den Eigenschaften Mohameds geprägt ist.

Dass Allgemeine geht aber in allen drei Religionen unter, aber wo das Allgemeine fehlt, das Universelle, da kann niemals der allgemeine Gott gefunden werden. Es ist jeweils der vereinzelte, neidische Gott und dies ist ein Götze, einer, der Anlass gibt, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, sei es mir Wort oder Tat.
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Re: Islam

Beitragvon Nataraja » Fr 25. Apr 2003, 17:13

Hallo Scardanelli,

im Grunde verstehe ich das, was du hier sagst. ich denke das gilt nicht nur für den Islam, sondern für alle Traditionen.
Wo ich ein bisschen inkosequenter bin wie du ist eben dieses rituelle Beiwerk. Riten, vor allem regelmäßige Riten haben etwas sehr beruhigendes, etwas bestätigendes usw.. Ein reiner Ritualismus ist natürlich tot. Deswegen ist es wichtig immer zu sehen, was man gerade macht, welchen Sinn dieser und jener Ritus macht. Das Problem ist eben, wie bewußt begehe ich einen Ritus. Das ist denke ich der Knackpunkt. Zum Gebet denke ich, daß es sicherlich etwas gutes ist, aber nur dann, wenn es etwas bewußtes ist, das konform mit dem täglichen Leben geht. Jedoch hat natürlich ein ritualisiertes gebet wie im Islam auch einen gewissen Zauber, eine gewisse Macht, die Macht des Rituellen eben. So was gibt Halt. Aber mehr auch schon nicht.
Als Hindu denke ich mir dann halt immer: OK, in diesem Leben ist er regelmäßig in den Tempel oder die Moschee oder sonstwohin gegangen, weil es sich eben so gehört, und im nächsten Leben wird er vielleicht lernen, das ganze bewußt zu machen und entsprechend zu leben wissen....

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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 17:14

Hallo Nataraja
mir persönlich ist die rituelle Welt fremd, vielleicht weil sie mir verdorben wurde. Vermutlich ist es aber so, dass der Ritus, aufbauend auf das Allgemeine, das Göttliche, etwas Schönes ist. Ohne das Allgemeine, ist er aber, wie du es gesagt hast tot. Er ist aber nicht nur tot sondern auch tötend. Auf jeden Fall können aber niemals die Bestimmungen des Allgemeinen, also Liebe und Barmherzigkeit in einen Ritus fallen.
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Re: Islam

Beitragvon Nataraja » Fr 25. Apr 2003, 17:21

Hallo scardanelli,

Liebe und Bahrmherzig, Freundschaft und Geheimnis können im Ritus aber dargestellt werde. Sicher kann Barmherzig oder Liebe nicht rituell gezeigt gelebt werden, sondern nur praktisch. Aber der Ritus ist eine Möglichkeit, gewisse Wahrheiten verdichtet und sinnlich wahrnehmbar zu manifestieren.

Gruß

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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 17:32

Hallo Nataraja,
da geben ich dir völlig recht. In dieser Weise ist auch Jesus für uns rituell gestorben. Der Ritus ist ein Symbol und es kommt eben darauf an, den Inhalt des Symbols richtig zu deuten und für das Leben nach dem Ritus nutzbar zu machen.
Vermutlich bin ich gegenüber dem Ritus nur deshalb so reserviert, weil er oft neben dem Leben herläuft.
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Fr 25. Apr 2003, 17:36

@ Scardaneli

Du hast Recht, die fünf Säulen des Islam sind Pflichten - allerdings Pflichten, für die dich niemand außer Allah zur rechenschaft ziehen kann.

Hier nochmal zur Erläuterung, für die, die sich im Islam vielleicht nicht so gut auskennen wie Scardaneli:


Der Islam basiert auf fünf Säulen, aus denen sich die Pflichten ergeben. Diese sind:

1) Das Bezeugen (schahada), daß es nur Einen Gott gibt und daß Muhammad Sein Gesandter ist.

2) Das Gebet (salah), das fünfmal am Tag vorgeschrieben ist.

3) Das Fasten (siyam), welches im Monat Ramadan durchgeführt wird.

4) Die Armensteuer (zakat), die eine Pflichtabgabe für gute Zwecke vom Vermögen der Wohlhabenden ist.

5) Die Wallfahrt nach Mekka (hadsch), welche jeder Muslim, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, mindestens einmal im Leben verrichten muß.

Alle Säulen dieses Glaubensgebäudes sollten die gleiche Relevanz für einen Muslim besitzen, um dem Gebäude seine entsprechende Gestalt zu verleihen. Es ist widersprüchlich, wenn jemand die Pilgerfahrt vollführt, ohne daß er fastet oder die Gebete regelmäßig verrichtet. Stellen wir uns weiterhin ein Gebäude vor, welches nur aus Säulen besteht. Man kann es kaum ein Gebäude nennen. Dazu muß es ein Dach, Wände und auch Türen und Fenster besitzen. Diesen Teil des Glaubensgebäudes bildet im Islam das moralische Verhalten, das sich in Tugenden wie z.B. Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld und vielen anderen Eigenschaften äußert. Deshalb sollte ein Muslim nicht nur die Säulen des Islam praktizieren, sondern auch stets bemüht sein, seinen Charakter entsprechend weiterzuentwickeln.

Ein möglicher Vergleich ist dieser:
wenn du krank bist oder dich vor Krankheit schützen willst, gehst du zum Arzt und er verordnet dir etwas. Er verordnet dir eine Diät, Medikamente, mehr Bewegung, usw. Und du tust das normalerweise, weil du dem Arzt vertraust und glaubst, dass er am besten weiß was gut für uns ist.

Auch im Islam ist heuchelei etwas sehr schlimmes, wenn man nur äußerlich seine Pflichten erfüllt, das Herz aber ohne Feuer und Liebe ohne Barmherzigkeit und Demut ist - was kann das Gebet dann verrichten? Nichts. Da gebe ich dir 100% Recht.

Normalerweise ist es für Muslime nicht so wichtig, darüber nachzudenken, wo unser Nutzen ist, den wir aus unsren Pflichten ziehen - denn es ist ein Gottesdienst, dem wir ohne Fragen nachkommen, auch wenn wir den Sinn nicht erfassen könnten. Trotzdem können wir diesen Überlegungen hier einmal nachgehen, wobei das nur ein kurzes "andenken" seien kann, den ich bin nur ein kleiner Mensch und genausowenig, wie der Patient die medizinischen Hintergründe des Medikaments 100% versteht, kann ich auch hier nur kleine Ansätze bringen. Wichtig ist jedenfalls: nicht Allah bedarf dieser Pflichten, sondern sie sind eine Gnade und Barmherzigkeit von Allah uns gegenüber.



Nun zum Sinn dieser Pflichten:

Die Pilgerfahrt:

Ich weiß nicht ob das hier alle wissen, aber Muhammed stammt durch Ismael (die Juden dagegen durch Isaak) von Abraham ab und die Pilgerfahrt geht auf Abraham zurück.

Die Kaaba ist ein würfelförmiges Gebäude inmitten der heiligen Moschee in Mekka. Wir glauben daran, daß sie vom Propheten Abraham und seinem Sohn Ismail (Friede sei auf beiden) erbaut wurde. Seitdem mußte sie mehrmals repariert bzw. rundum renoviert werden. Die Kaaba war auch vor dem Islam ein wichtiges Pilgerziel. Für die Muslime hat die Kaaba folgende Bedeutungen.

Die Pilgerfahrt fördert die Gemeinschaft der Muslime. Dort kommen Muslime aus aller Welt, aller Hautfarben, aller Strömungen und Ausrichtungen, arm und reich zusammen, alle tragen die gleichen schlichten Gewänder und man betet zusammen. Dadurch werden Differenzen überwunden und die Gemeinsamkeiten werden bewußt. Außerdem werden wir uns unseres Ursprungs bewußt und es ist ein unglaubliches Gefühl, die Stellen zu besuchen, die auch unser Prophet häufig aufgesucht hat.

Würdest du nicht sagen - auch wenn das nun keine religiöse Pflicht ist, dass jeder Christ einmal im Leben Jerusalem besuchen sollte?

Außerdem kann keine Rede davon sein, dass man für ewig in der Hölle schmoren wird, wenn man den Pflichten nicht nach kommt - wie gesagt: grundvoraussetzung ist der Glaube im Herzen, wer alle Pflichten erfüllt aber keinen Glauben im Herzen trägt, der hat weniger aussichten auf das Paradies, als der, der keine der Pflichten erfüllen konnte, jedoch aufrichtigen glauben in seinem Herzen trug.

Jemand der aus Gründen wie Armut, Krankheit, oder, weil er zuhause "angebunden" war (zum Beispiel durch einen Pflegedürftigen Angehörigen) nicht in der Lage war die Pilgerfahrt zu vollziehen, jemand, der aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten kann, usw. ist sowieso von vernherein entschuldigt. Wichtig ist die Absicht und der Wunsch in deinem Herzen, deinem Schöpfer zu gefallen.


Nun zum Gebet.
Natürlich verrichtet man das Gebet manchmal mit mehr hingabe und manchmal intensiver... manchmal schweifen die Gedanken ab - besonders, wenn man im Stress ist mit Arbeit Familie, usw.

Aber grade deswegen brauchen wir das Gebet so dringend. Es ist eine Zeit der Besinnung und der Einkehr, die man sich nehmen sollte. Wir müssen versuchen im Gebet alles hinter uns zu lassen und uns ganz auf Allah zu konzentrieren. Dies kommt durch die Geste am Anfang des Gebets auch symbolisch zum Ausdruck: Wir heben unsere Hände so, dass die Handflächen nach vorne zeigt - in die Gebetsrichtung. Das symbolisiert, dass wir jetzt alles was uns in dieser Welt beschäftigt hinter uns lassen und uns für fünf oder zehn Minuten ganz auf Allah konzentrieren wollen.
Manchmal ist das leicht - zum Beispiel morgens, wenn dein Kopf noch relativ frei ist. Aber tagsüber ist es oft schwer - man hat viele Sorgen im Kopf und die Gedanken driften leicht ab.
Und glaube mir: die Zeit die man ins Gebet investiert ist die am besten investierte Zeit, denn man bekommt wärend des Gebets tausend mal mehr zurück, als man gibt. Das Gebet ist eine Gnade von Allah für uns.

Durch die Verbeugung und die Niederwerfung kommt symbolisch eine große Demut gegenüber Allah zum Ausdruck. Nicht jeder Mensch KANN das. Es ist eine einfache Handlung: du legst deine Stirn auf den Boden um deine Demut zum Ausdruck zu bringen. Für Menschen, die Stolz und von sich selbst eingenommen sind, ist das aber ein sehr großer Schritt und eine große Überwindung. Deswegen ist auch dies eine Medizien die unser Herz vor der Krankheit "Eitelkeit, Hochmut, Selbstzufriedenheit, usw." schützt.

Du kannst sagen, dass du dazu (Einkehr, Besinnung) keine fest vorgeschriebenen Zeiten brauchst. Jemand, der das nicht braucht, der ist schon auf einer so hohen Ebene, dass es ihm auch nicht schwer fällt, sich nach den Gebetszeiten zu richten.
Wir Muslime betrachten unser ganzes Leben als einen einzigen Gottesdienst. Auch das ich jetzt hier sitze und am Computer schreibe ist ein Gottesdienst - und wenn ich mich danach in die Sonne setze und Allah für das schöne Wetter danke - dann ist das auch ein Gottesdienst. Die Gebete sind nur ein Teil eines großen ganzen - die Säulen eines Hauses eben.

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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 17:37

Wenn ich z. B. die häufige Teilnahmslosigkeit bei christlichen Riten wahrnehme, wie beim Abendmahl, dieses Ableisten weil der Nachbar tuscheln könnte, oder weil man meint, „schaden wird es nicht“, dann ist mir das eben verdorben.
Es geschieht in Religionen eben zu wenig aus dem Herzen heraus und die Menschen sind sich eben doch so fremd, dass man lieber eine Form einhält als auf sein Herz zu hören.
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 18:20

Hallo Kübra,
so wie du schreibst, bist du ein ganz lieber Mensch und liebenswert. Aber findest du nicht selbst die Widersprüche in deinem Text?
Wenn ich nun deine Bestimmung aufnehme, auch im Islam sei Heuchelei etwas schlimmes. Und dann das Eingeständnis der äußerlichen Pflichten. Nimm einmal ganz konsequent auf, wie du die einzelnen Bestimmungsstücke des Glaubens an der Heuchelei und der Äußerlichkeit messen willst. Konsequent heißt dies, die vorgeschriebenen Gebete seien etwas Äußerliches. Gott gibt sich also damit zufrieden, wenn das Gebet einem etwas Äußerliches ist. Mir reicht bereits diese Annahme, um niemals Moslem werden zu können. Ich bete genau dann, wenn mir das Herz überläuft, denn Gott ist mir nicht fremd. Ich würde aber noch nicht einmal einen Fremden so behandeln, als dass ich ihm etwas gebe, was mir nur äußerlich ist.
Du sagst dann, dass geheuchelte Gebet könne nichts bewirken, warum betet man dann, wenn man es aus seinem Herzen nicht will?
Niemals würde ich es wage, unangemessen vor Gott zu treten. Ich würde in diesem Fall sogar niemals beten.

Wenn aber wie du sagst, Allah dieser Pflichten nicht bedürfe, warum stößt er sich dann daran, wenn ich diese Pflichten als Moslem nicht einhalte? Wenn ich dieser Pflichten bedarf, dann müsste ich einen Schaden davontragen, wenn ich ihnen nicht genüge. Welchen Schaden? Die Strafe Allahs? Er würde mich dann für etwas strafen, wessen er selbst gar nicht bedarf. Dies ist überaus seltsam.

Wenn ein Moslem die Pflichten nicht einhielte, dann würde er, wie du sagst, nicht zwangsläufig in der Hölle schmoren. Man kann also sehr wohl ganz tief an Allah glauben und an den Propheten und keine der Pflichten einhalten. Damit würde die Wahrscheinlichkeit absinken ins Paradies zu gelangen. In diesem Fall wären es aber keine Pflichten, denn Pflichten sind ein Scheidekriterium. Dann wären es vielmehr Vorschläge.

Es findet sich hier die gleiche Glaubensstruktur wie im Christentum und auch wie im Judentum. Es gleicht sich fast bis aufs Haar, wobei mir das Ganze im Christentum etwas verzwickter vorkommt, aber so gut kenne ich den Islam leider nicht.

Ich persönlich, liebe Kübra, folge mehr einem Jesus nach, der ganz leicht verständlich ist und bei dem ich keinen Spagat zwischen Denken und Handeln eingehen muss, der sich folglich auch sehr stark von dem überkommenen Christentum unterscheidet.

Demut kommt nicht durch Körperbewegungen in mich, sondern diese ist in mein Herz eingebrannt. Demut ist einfach eine Sache, die sich von selbst versteht.
Bei aller Kritik will ich aber noch ausdrücken, dass der Weg, den du gehst nicht zwangsläufig in meinen Augen falsch ist, denn am Ende kommt es auf dein Herz an und dies scheint mir in deinem Fall zu leuchten.
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Fr 25. Apr 2003, 18:56

:-)
Friede sei mit dir,

wir haben hier unterschiedliche Auffassungen und das ist ja auch o.k. - wie gesagt: "Allah will euch in dem prüfen, was er euch gegeben hat, wetteifert darum im guten, zu Allah ist eure heimkehr allzumal und er wird euch dann darüber aufklären, worüber ihr uneins seit."

Muhammad und Jesus (Friede sei mit beiden) waren zwei grundlegend verschiedene Propheten. Jesus hatte eine geistige Botschaft - Muhammad zeigt uns wie wir sie leben. Er ist wie Moses ein Prophet, der Gesetze erhält.
Muhammed hatte eine Familie, Freunde, Gegner, er beschäftigte sich mit finanziellem und mit Politik.

All dies finden wir bei Jesus nicht. Aus diesem Grund nimmt auch im Islam Jesus eine Sonderrolle ein - auch wegen der Jungfräulichkeit seiner Mutter. Jesus ist "Messias" und "Wort Gottes".
Auch den heiligen Geist gibt es im Grunde im Islam - nur eben keine Dreieinigkeit. Allah spricht durch die Propheten und wirkt durch den "heiligen Geist" (wobei ich dieses Wort nicht so gerne Benutze, weil der Ausdruck einfach zu eng mit der Dreifaltigkeit des Christentums verbunden ist.)in unseren Herzen.

Salam.
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Fr 25. Apr 2003, 19:15

Viele Stellen des Korans befassen sich mit Christen und Juden:

Und sie sagen: "Es wird niemand in das Paradies eingehen außer Juden und Christen." Dies sind Wunschvorstellungen. Sprich: "Bringt euren Beweis her, wenn ihr wahrhaftig seid!" [2:111]
Doch wer sich Allah hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und diese werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein. [2:112]
Und die Juden sagen: "Die Christen stützen sich auf nichts", und die Christen sagen: "Die Juden stützen sich auf nichts", wobei sie doch das Buch lesen. Genauso, wie sie reden, redeten auch diejenigen, die kein Wissen besitzen. Allah wird dann am Tag der Auferstehung zwischen ihnen über das richten, worüber sie gestritten haben. [2:113)

Das einzige, was im Koran an Christen und Juden kritisiert wird, ist die Aroganz mancher Juden und die Dreifaltigkeitstheorie der Christen. Ansonsten - wenn sie davon abstand nehmen, werden sie auch dann als rechtgeleitet gesehen, wenn sie Muhammad nicht als Prophet anerkennen und sich nur auf Evangelium und Thora stützen.


Das wichtige ist in jedem Fall der Glaube. Die Pflichten sind ein Schutz für den Glauben. Der Glaube ist wie die Flamme einer Kerze und der Islam - das ganze "Gebäude der Islam" ist ein Windschutz - und grade unsere heutige Welt ist so so stürmisch.

Außerdem: Wenn die Säulen des Hauses fest stehen, kann man sich um so besser auf den ausbau und die verschönerung konzentrieren.

Salam
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Fr 25. Apr 2003, 19:31

Original von Scardanelli
Du sagst dann, dass geheuchelte Gebet könne nichts bewirken, warum betet man dann, wenn man es aus seinem Herzen nicht will?
Niemals würde ich es wage, unangemessen vor Gott zu treten. Ich würde in diesem Fall sogar niemals beten.


Die letzten zwei Zeilen des Zitats finde ich sehr schön. Dazu eine Überlieferung, die ich jetzt nur aus dem Kopf erzählen kann, weil ich sie nicht mehr wörtlich gefunden habe:

Ein großer Gelehrter des Islam begann jedesmal schon geraume Zeit vor dem Gebet zu zittern, sein Herz schlug schneller und er brach in Schweiß aus. Als er nach dem Grund dafür gefragt wurde sagte er: "Ich werde vor dem Angesicht Allahs stehen und zu ihm sprechen - wie kann ich da ruhig sein?"

Ich will immer aus meinem Herzen beten - mein Herz will immer beten. Nur mein Nafs - meine "Triebseele" ist manchmal faul oder möchte etwas anderes - und gegen sie muß ich kämpfen. Das ist der große dschihad in mir selbst. :-)
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Fr 25. Apr 2003, 20:05

Liebe Kübra,
ich hoffe sehr, dass du lange hier bleibst!
„Wetteifert im Guten“, ist eine sehr gelungene Wendung und etwas, was man im Christentum nicht findet, obwohl ich mich dunkel erinnere, dass auch Paulus dies einmal gesagt hat. Leider meinen sehr viele Christen, dass es zum Heil nicht notwendig sei, durch seine Taten hell zu erstrahlen. Gott soll für sie strahlen und leider strahlt dann in der Realität oft gar nichts. Ich habe vor allem deshalb alles Denken an ein künftiges Paradies bei mir abgeschafft, denn dies blendet den Geist so sehr, dass man gar nichts mehr sieht.
Wohl ähnlich wie im Islam, will ich exakt nach meinen Taten beurteilt werden, denn ich will auch nicht unwürdig bei Gott sein. Wie soll man das Paradies genießen, wenn man sich eine Ewigkeit in Grund und Boden schämen muss? Sollte es für mich ein Fleckchen im Paradies geben, dann will ich genau wissen, warum ich das verdient habe, denn anders kann ich es nicht genießen. Sollte es mir geschenkt werden, dann nur wenn ich des Geschenks würdig bin. Keiner tut einem Unwürdigen einen Gefallen damit, ihm etwas zu schenken.

Es ist richtig, dass Pflichten ein Schutz für den Glauben sind. Aber was ist das für ein Glaube, der einen Schutz bedarf? Meinen Glauben lege ich stets schutzlos offen, denn das Maximum an Wahrheit meines Glaubens ist mein maximales Vermögen. Wahrer Glauben kann niemals mehr sein, als ich selbst. Alles mehr, ist dann nur Zwang, der meine Beschränktheit verschleiert. Die Pflicht wird dann zu einem Tyrann, der mich mit mir selbst blendet. Als das scheinbare Gegenteil meiner Willkür, sind die Pflichten aber genau diese Willkür, in meiner Verblendung unbedingt einen Status Quo aufrecht zu erhalten, den ich aus Lebendigkeit gar nicht erreichen kann, als nur in einem Formalismus. Wenn das Leben aus der Religion verschwunden ist, dann bleibt nur noch sein Gerippe übrig, und dass sind leere Riten. Allerdings tummelt sich in dieser Finsternis oft doch noch so manches Leben, welches den Anstoß geben will, alles wieder zurückzuführen.
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Re: Islam

Beitragvon ThomasMillack » Fr 25. Apr 2003, 23:08

Hallo Kübra

Ich finde es gut, dass Du versuchst, Fehlsichten, die einige hier im Forum zum Islam haben, in einer recht sachlichen Art und Weise zu korrigieren. Ich kann eine Menge Deiner Aussagen bestätigen, zumindest nach den geringen Kenntnissen, die ich mir erworben habe, als ich anlässlich des 11.September einmal eine Jugendstunde zum Islam vorbereitete.

Aber Du würdest vielleicht zustimmen, dass das Problem nicht der Koran ist, sondern wie er von grossen Teilen der islamischen Geistlichkeit ausgelegt wird. Das gerade in Deutschland anzutreffende gemässigte Denken wird von weiten Teilen der Moslems in den arabischen Ländern nicht geteilt.

Es ist - wie so oft - eine Frage der Politik und der Kultur. Mit Mechanismen wie dem Aufruf zum Jihad, der Fanatisierung von Bevölkerungsschichten oder der Aufruf zum bewaffneten Kampf kann man eben gerade in sozial armen Schichten viel Macht erlangen.

Der islamische Glauben wird - wie dereinst das Christentum - politisch ausgebeutet und missbraucht. Im Christentum ist es als Reaktion auf diesen Missbrauch zu einer Trennung von Kirche und Staat gekommen, was sich nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für den Glauben als segensreich erwiesen hat. Eine solche Entwicklung fehlt in den islamisch dominierten Staaten.

Gruss
Thomas
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Sa 26. Apr 2003, 07:40

:-)
Also erstmal stammt die "gelungene Wendung " aus dem Koran, der nach unserem Glauben Wort Gottes ist - daher ist es für mich selbstverständlich, dass alle Wendungen darin "gelungen" sind.
Jetzt zitiere ich nochmal den ganzen Vers:

Sure 5 ("der Tisch";) Vers 48

Jedem von euch gaben Wir ein Gesetz und einen Weg. Wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Wetteifert darum im Guten. Zu Allah ist eure Heimkehr allzumal, und Er wird euch dann darüber aufklären, worüber ihr uneins seid.


Das ist mein Grundsatz im Umgang mit anderen Religionen. Ich versuche vom Islam zu erzählen - aber in erster Linie mit dem Ziel Vorurteile abzubauen. Ich bin Muslima und daher logischer Weise davon überzeugt, dass der Islam die schönste Religion und der schönste Weg zu Allah ist - aber ich kann und will meinen Glauben niemandem aufdrängen.

Ich bin davon überzeugt, dass in den Pflichtgebeten eine große Kraft liegt. Sie verändern einen Menschen sehr zum positiven. Zum Beispiel sitze ich jetzt hier und schreibe. Wenn irgendwann die Gebetszeit gekommen ist, unterbreche ich meine Tätigkeit, was immer sie auch ist, gehe ins Badezimmer um die rituelle Gebetswaschung durchzuführen, breite dann in meinem Zimmer meinen Gebetsteppich Richtung Mekka aus und verrichte das Gebet. Nach jedem rizuellen Gebet mache ich auch ein "freies Gebet" das man als "Dua" bezeichnet. Im rituellen Gebet ist relativ genau festgelegt, wie es abläuft und welche Gebete man spricht. Man rezitiert dabei auch Verse aus dem Kuran. Im Dua spricht man dann in eigenen Worten zu Allah, man bedankt sich und spricht Bittgebete.

Im Koran sagt Allah selbst dies:

Siehe, das Gebet schützt vor Sünde und Verbotenem. Und wahrlich, das Gottesgedenken ist größer.

Und der Prophet sagt zum Gottesgedenken:

"Es gibt für alles ein Mittel, das den Rost entfernt. Das Mittel, mit dem man die Herzen poliert, ist die Gotteserinnerung."

@ Thomas

Ich glaube ehrlichgesagt, dass sich diese Länder besonders aufgrund der schlechten Bildung so entwickeln, das wiederum ist ein Resultat aus der Armut. Es gibt im Moment kein wirklich islamishes Land. Aber von allen Ländern ist der Iran vielleicht noch das islamischte. Es wird mir jetzt eigentlich zu politisch - aber ich bin der Meinung, dass sich diese Länder sehr gut Entwickeln könnten, wenn man sie in den letzten Jahrhunderten in Ruhe gelassen hätte. Im Iran ist die Bildung - auch der Frauen gar nicht so schlecht und es kommen durchaus "Reformbewegungen" von innen. So etwas muß sich eben entwickeln und kann nicht erzwungen werden. Außerdem sind die alleimeisten negativen Entwicklungen in den arabischen Ländern auf die Macht und Kolonialpolitik des Westens zurückzuführen.
Die ganze Islamische Welt freut sich, dass Sadam Weg ist. Nur - wer hat ihn denn dort eingesetzt? Wer hat ihn denn noch zur Zeit seiner schlimmsten Verbrechen unterstützt? Das letzte was Amerika im Irak will ist eine echte Demokratie. Denn lass die Menschen wählen und sie werden in kürzester Zeit einen Schiitisch religiösen Staat am Beispiel Iran gründen. Also wird Amerika dort wieder jemanden einsetzen müssen, der ihnen passt und Amerikafreundlich ist. Kann man so Demokratie schaffen? Ich glaube kaum. Kennt ihr Noam Chomsy? Das ist ein sehr armerikakritischer Amerikaner und er schreibt in einem Artikel kurze Zeit nach dem 11.Sept.:
"Das Wall Street Journal veröffentlichte eine Meinungsumfrage unter wohlhabenden und privilegierten Muslimen aus der Golf - Region (Bankiers, Freiberufler, Geschäftsleute mit engen Verbindungen in die USA). Viele der Befragten drückten die gleichen Ansichten aus: Ressentiment gegen die nordamerikanische Unterstützung für die Verbrechen Israels und die jahrelange Abblockung des internationalen Konsens einer diplomatischen Beilegung des Konflikts, während die USA gleichzeitig die Zivile irakische Gesellschaft zerstört, grausame und repressive antidemokratische Systeme in der Region unterstützt und der wirtschaftlichen Entwicklung durch die "Aufmöbelung von Tyranneien" einen Riegel vorgeschoben haben.

Weiter unten schreibt er:
Die USA und weite Teile des Westens ziehen eine sehr viel beruhigendere Story vor. Laut den Leitartikelschreibern der New York Times handelten die Attentäter "aus Hass gegen die gemeinsamen Werte des Westens, gegen Freiiheit, Toleranz, Wohlstand, religiöse Vielfalt und allgemeines Wahlrecht." ... Das ist ein bequemes Bild und diese Haltung der Intellektuellen ist nichts Neues...es steht im vollständigen Widerspruch zu allem, was wir wissen, besitzt aber alle Vorzüge der Selbstbeweihräucherung und der unkritischen Unterstützung der Macht."

Wie gesagt, ich mag es nicht, wenn solche Foren so sehr ins politische gehen, ich möchte nur festhalten, dass ich der Überzeugung bin, dass es Schuld des Westens ist, wenn die arabische Welt heute in diesem Zustand ist. Leider.


Das Problem in der Islamischen Welt ist auch, dass es kein geistiges Oberhaupt, wie den Papst bei den Katholiken gibt.
Wir haben den Koran und Überlieferungen auf dem Leben unseres Propheten aber es gibt im Moment keine allgemein anerkannte Authorität für deren Interpretation.
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Sa 26. Apr 2003, 09:29

Liebe Kübra,
die schönste Religion ist diejenige, die sich täglich als die Schönste erweist. Was Menschen uneins macht, dass weiß ich selbst, wenn ich vielleicht auch nicht alle Bestimmungen des Streites kenne.
Bisher agierst du wirklich so, dass du den Koran niemanden aufzwängen willst, die einzige Ausnahme bist aber du selbst, denn du hast das Prüfen aufgegeben. Wer aber nicht mehr prüft, der setzt sich selbst als absolut und wenn er diese Vollkommenheit nicht einlösen kann, dann wird ein Mensch schnell uneins, aber zumindest irrational.
Ich ziehe Jesus jedem anderen Propheten vor, als die Spitze dieser Zunft, weil er die Pflicht den menschlichen Bedürfnissen untergeordnet hat. Wenn die Pflicht ruft, dann lässt er nicht automatisch alles stehen und liegen, sondern schaut zuerst, ob Menschen bedürftig sind und wenn nicht, dann geht er zum Ritus über. Er hat für Menschen den Sabbat gebrochen, ohne den Sabbat selbst außer Kraft zu setzen.

Die Liebe schützt nicht vor Verbotenem oder Sünde; sie ist das Gegenteil davon und in sich vollkommen und macht so vollkommen.
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Sa 26. Apr 2003, 10:11

Friede sei mit die,

lass uns das beenden, denn wir schaffen es ja doch nicht uns in diesem Punkt zu einigen. :-)
nur noch so viel:

Kein halbwegs vernünftiger Muslim wird dir sagen: Wenn es grade darum geht ein Menschenleben zu retten, ist der Ritus wichtiger. Wenn es eine gute Begründung gibt ist es natürlich kein Problem, einmal ein Gebet auszulassen und zu irgendeinem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Ein Muslimischer Arzt wird kaum Mitten in einer Operation sagen: Ich gehe jetzt mal eben mein Gebet verrichten, bin gleich wieder da.

Wenn ich allerdings vor dem Fernseher sitze und einen Film anschaue und mich nicht aufraffen kann, weil es grade soooo spannend ist, das ist das nicht grade eine gute Entschuldigung.

Salam
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Re: Islam

Beitragvon Nataraja » Sa 26. Apr 2003, 11:23

Hallo zusammen,

was hier wieder bewiesen wird ist, daß die verschiedenen Traditionen der Theorie nach eigentlich sehr gut sind, und im Grunde auch weitgehende Ähnlichkeiten haben. Insofern finde ich es schön, daß hier Christen, Moslems, Hindus, Heiden und, und, und friedlich miteinander reden und sprechen können, ohne Zwang und ohne Druck.
Ein Kompliment an die Diskussionspartner und an das Forum.

Gruß

Nataraja

PS: Vielleicht etwas scherzhaft zum Paradies: Mein Paradies sieht (ab und zu zumindest) so aus, daß ich dort mit dem Heiligen Thonmas von Aquin und dem Heiligen Shripada Shankaracharya über Logik diskutieren werde... :)
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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Re: Islam

Beitragvon ThomasMillack » Sa 26. Apr 2003, 14:17

Original von Nataraja
PS: Vielleicht etwas scherzhaft zum Paradies: Mein Paradies sieht (ab und zu zumindest) so aus, daß ich dort mit dem Heiligen Thonmas von Aquin und dem Heiligen Shripada Shankaracharya über Logik diskutieren werde... :)

Man kann natürlich geteilter Meinung darüber sein, ob eine Diskussion über Logik einem paradiesischem Zustand entspricht ;) Aber die nicht wollen, können ja Harfe spielen gehen :D

Ich frage immer etwas hinterlistig, welche Computerspiele im Paradies denn zu haben sind. Wär doch was, eine Partie Fifa gegen Mahatma Gandhi zu spielen...

Gruss
Thomas
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Sa 26. Apr 2003, 14:29

Liebe Kübra,
was du beenden wolltest, hast du doch selbst nicht ganz unbefriedigend weitergeführt.

Vielleicht erlaubst du mir, meine Gedanken von einer anderen Richtung wieder aufzunehmen?
Neben deiner Äußerung ist es mir auch schon zu Ohren gekommen, dass der Islam seine Gottverehrung niemandem aufzwingen möchte. Wenn mir nun z. B. diese nicht aufgezwungen werden soll, dann bin ich doch in dieser Phase meiner Entscheidung in der Schwebe: soll ich oder soll ich nicht. In dieser Weise bin ich doch in einer Bewegung und in dieser Bewegung im Abwägen und im Urteilen. Dies ist auch im Christentum so, wie wohl in allen Religionen.
Habe ich mich dann entschieden und zwar für diese Religion, dann passiert aber dies Eigenartige, dass meine ganzen urteilenden Bewegungen aufhören und zwar die von einer höheren Stufe aus. Höhere Stufe, weil ich mich im Entscheidungsprozeß noch über der Religion befinde, also soll ich oder soll ich nicht. Mit dem Sprung in die Religion bin ich dann so festgelegt, dass ich über die Richtigkeit, die ich ja noch zuvor erwogen habe, gar nicht mehr nachdenke, ja dies gar nicht mehr darf. Im Entscheidungsprozeß darf ich noch über die Richtigkeit nachdenken, aber nach der Entscheidung nicht mehr.

Ganz praktisch würde aber eine weitergehende Kritik mich möglicherweise in ganz andere Richtungen treiben. So könnte aus der Kritik des Christentums, wie sie Mohamed angestrengt hat, auch ganz anderes resultieren. Mohamed kritisiert doch z. B. die Dreieinigkeit und damit die Göttlichkeit von Jesus. Ich könnte dies doch im Sinne Mohameds aufnehmen und als Christ einfach diese Vorstellungen verwerfen und Jesus als einen Propheten anerkennen, was ich übrigens auch tue. Daran kann ich aber nicht erkennen, inwiefern dies nun einen komplexen rituellen Apparat rechtfertigt, der nun plötzlich notwendig werden soll. Dies ist doch so, als wenn gottgefälliges Leben erst mit Mohamed möglich wäre. Die Fünf Säulen sind doch wie plötzlich auf diese Welt gekommen und wie soll ich das mit dem einen Gott vereinbaren, der dies nun plötzlich für wichtig hält. Wer hat denn Allah angestoßen, dass wie aus dem Nichts ein ganzer ritueller Apparat auf die Beine gestellt worden ist? Dies verstehe ich nicht!
Dann verstehe ich auch nicht die Nachfolge Mohameds nach Jesus. Auch wenn aus Sicht der Moslems viele Aussagen von Jesus, die in der Bibel überliefert werden, falsch sind, lässt sich schwerlich abstreiten, dass Jesus die Menschen von der Last des Gesetzes befreien wollte. Was immer auch Mohamed sagt, der ja in der Nachfolge Jesu steht; er kann dies nicht wieder in sein Gegenteil umkehren, denn damit würde sich Gott selbst widersprechen.

Der Hang zur Gesetzlichkeit, ist aber nicht nur in der moslemischen Welt vorherrschend, sondern auch in der christlichen und so kann ich nur sagen, dass beide religiöse Welten in diesem exponierten Punkt nicht auf Jesus hören. Und weil sich eben keine der beiden Religionen, die sich auf Jesus beziehen, diese Worte Jesu achten, aus diesem Grund unterstelle ich ihnen einen hohen Wahrheitsgehalt, als authentische Worte Jesu. Sie stehen da und keiner will sie haben. Es ist für mich ein Wunder, dass sie nicht ausradiert wurden, denn im religiösen Leben finden sie nicht statt.

Weil dies in überkommenen Religionen strukturell so ist, werde ich niemals aufhören in meinem Entscheidungsprozess in der Schwebe zu bleiben, denn der Widersacher wütet eben mit Vorliebe genau unter denen, die sich am sichersten Fühlen.

Und so sieht dann das Schicksal der Gespräche mit vielen religiösen Menschen leider oftmals aus. Erst wird ein lebhaftes Zeugnis abgelegt und deines war sehr schön. Aber substantielle Diskussionen sind nicht erlaubt, oder führen in eine Beklemmung, die bis zur Ablehnung gehen können. Ich kann deinen Standpunkt aber nachvollziehen und auch verstehen, warum du so strikt sein musst, wie ich es auch bei vielen Christen verstehe.

Ich persönlich glaube aber nicht an eine Wahrheit, die sich zusperren muss, denn dort wo die Wahrheit aufscheint, da überwältigt sie jede Kritik. Nicht indem sie die Kritik ausklammert, sondern einfach aufhebt und bewahrt.
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Re: Islam

Beitragvon Yasha » Sa 26. Apr 2003, 15:23


es ist schön einmal eine so sachliche und informative Diskussion mitlesen zu können, bei der sich die uneinigen Diskussionspartner nicht gleich angegriffen fühlen:)

schön dass es sowas hier doch noch gibt;)
Lasst euch nicht vertrösten!
Ihr habt nicht zu viel Zeit!
Lasst Moder den Erlösten
Denn das Leben ist am Grössten:
Es steht nicht mehr bereit

Berthold Brecht; Gegen Verführung; Vers 3
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » Sa 26. Apr 2003, 18:24

Friede sei mit dir,

Ich persönlich habe lange gezweifelt und lange abgewogen und überlegt und ich überprüfe meine Entscheidung jeden Tag neu - aber bis jetzt hat sich Gott sei Dank nichts daran geändert - im Gegenteil, umso mehr ich über den Islam lerne, desto sicherer bin ich mir, das es für mich der richtige Weg ist.


Ich denke zu Jesus und Muhammad muß man auch noch etwas anderes bedenken:

Jesus wurde zur ganzen Menschheit - vorerst aber zu den Juden geschickt und die Juden HATTEN ein Gesetz. Sie hatten ein völlig anderes Problem: Sie befolgten stur die Gesetze - aber sie handelten schlecht.

Die Arabar hatten keine Gesetze - die Religion Abrahams war dort längst vergessen und sie lebten in großer Ausschweifung und begangen große Sünden: Es war üblich, dass Väter die Töchter lebendig begruben, weil sie keine Mädchen wollten, es fanden schrecklich ausschweifende Orgien statt, Prostitution hatte eine Hochzeit, usw. Und das war die Gesellachaft, zu der Muhammad (vordergründig) gesand wurde. Auch er wurde zur Ganzen Menschheit gesannt, aber sein Wirken war zunächst auf diese Gesellschaft beschränkt und muß aus ihr heraus verstanden werden.

Jesus war also bemüht, Liebe und Barmherzigkeit zu einer Gesellschaft zu bringen, in der Gesetze existierten, wärend Muhammad bemüht war beides in die arabische Gesellschaft zu bringen - und das er das (mit Allahs Hilfe) geschaft hat ist schon an sich ein Wunder.

Muhammad hat praktisch das, was die Nachkommen Isaaks, mit vielen Propheten, besonders durch Moses und Jesus bekommen habenm, den Nachkommen Ismaels auf einmal gegeben.

Deswegen mag es für jemanden, der diese Religionen oberflächlich betrachtet so scheinen, als ob die Botschaften von Jesus und Muhammad völlig verschieden seien. Im Kern sind sie es aber meiner Auffassung nach nicht. Deswegen kann ich auch nicht deine Auffassung teilen, das Gottesbild in diesen drei Religionen sei völlig verschieden.

Salam
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Re: Islam

Beitragvon Scardanelli » Sa 26. Apr 2003, 20:09

Liebe Kübra,
aus meinem lückenhaften Geschichtswissen heraus, wollten doch Araber um Mohamed sich den Christen anschließen, von denen sie aber ausgebeutet und als Glaubensbrüder abgewiesen wurden.
Was wurde denn Mohamed prophezeit, was über Jesus hinausgeht? Ich weiß gar nicht, ob prophezeien überhaupt das richtige Wort ist, denn genau genommen hat Jesus gar nichts prophezeit, was nicht schon bekannt war. Jesus hat im Wesentliche verschüttete Inhalte des jüdischen Glaubens ans Tageslicht gebracht und wenn ich es recht sehe, hat es ihm Mohamed nur gleich getan. Genau betrachtet ist doch aber der Kern der Botschaft etwas, was sich von selbst versteht. Liebe und Barmherzigkeit! Es gibt immerhin Menschen, die dies spontan äußern können, also kann es an sich nicht so geheimnisvoll sein.
Geheimnisvoll wäre etwas zu Gott hin, wenn ich es niemals aus mir selbst spontan machen würde, zumindest der Möglichkeit nach. Überspitzt z. B. auf einem Bein zu tanzen, wenn ich bete. Dies müsste man mir anordnen, denn von alleine würde ich es nicht tun.

Die besondere Leistung von Mohamed würde ich darin sehen, den vorosterlichen Jesus wieder in Geltung zu setzen, also den, der auf der Bergpredigt pocht. Sind denn nun Mohamed und der vorosterliche Jesus eins in ihrer Botschaft? Oder gibt es etwas, was Mohamed an mehr an Wahrheit gebracht hat, also etwas, was über Jesus hinausgeht?
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » So 27. Apr 2003, 10:51

Jesus im Koran:

Im Quran lenkt Allah unsere Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass von seiner Geburt bis zu seinem Verlassen der Erde, Jesus (a.s.) sich von allen anderen Menschen auf der Erde unterscheidet. Der Quran bestätigt seine reine Geburt, eine Art der Schöpfung, mit der wir nicht vertraut sind. Vor seiner Geburt informierte Allah seine Mutter über viele von Jesus´ (a.s.) Eigenschaften, einschließlich, dass er als Messias den Kindern Israels gesandt würde. Er wurde auch als "das Wort Allahs" bezeichnet:

...Der Messias Jesus, der Sohn der Maria, war ein Gesandter Allahs und Sein Wort, das Er Maria entbot, mit einer Seele, geschaffen von Ihm..." (Sure 4:171 - an-Nisa)

Als die Engel sprachen: "O Maria! Wahrlich, Allah verkündet dir (frohe Botschaft) durch ein Wort von Ihm: (einen Sohn), sein Name ist Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen in dieser Welt und im Jenseits, einer der (Allah) Nahestehenden." (Sure 3:45 - Al-´Imran)

Allah gab ihm seinen Namen vor seiner Geburt wie bei Yahya (Johannes) (a.s.). Normalerweise geben natürlich die Familien ihren Kindern die Namen, jedoch im Fall von Jesus (a.s.) war das anders. Allah gab ihm den Namen Messias, Jesus, Sohn der Maria. Das ist ein klares Zeichen, dass Jesus nicht wie andere Menschen erschaffen wurde. Tatsächlich sind seine Geburt und die Wunder, die er während seines Lebens vollbrachte und seine Erhöhung zu Allah, Zeichen seiner Andersartigkeit in Bezug auf die übrigen Menschen.


Wunder von Jesus (a.s.)

Neben seiner jungfräulichen Geburt und seinem Sprechen in der Wiege, hat Jesus noch andere Wunder mit der Erlaubnis Allahs vollbracht.

Dann wird Allah sprechen: "O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und deiner Mutter, als Ich dich mit heiliger Eingebung stärkte, auf dass du zu den Menschen in der Wiege und als Erwachsener reden solltest. Und als Ich dich die Schrift und die Weisheit und die Thora und das Evangelium lehrte..." (Sure 5:110 - al-Ma´ida)

Auch von den anderen Wundern berichtet der Quran:

Und ihn zu den Kindern Israels entsenden: "Siehe, ich komme mit einem Zeichen von euerem Herrn zu euch. Wahrlich, ich will euch aus Ton die Gestalt eines Vogels formen und in sie hauchen. Und mit Allahs Erlaubnis soll sie ein Vogel werden. Und ich will die Blindgeborenen und Aussätzigen heilen und mit Allahs Erlaubnis die Toten lebendig machen, und ich will euch verkünden, was ihr essen und was ihr in eueren Häusern aufspeichern sollt. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid. (Sure 3:49 - Al-´Imran)

Trotz alledem gab es immer noch Menschen, die arrogant die Wunder Jesu (a.s.) zurückwiesen und als Zauberei bezeichneten.


Und (ich komme zu euch) als ein Bestätiger der Thora, die bereits vor mir da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war. Und ich komme zu euch mit einem Zeichen von euerem Herrn. So fürchtet Allah und gehorcht mir. (Sure 3:50 - Al-´Imran)

In einem anderen Vers informiert Allah uns, dass das Evangelium, das Jesus (a.s.) offenbart wurde, eine Rechtleitung zum richtigen Weg für die Gläubigen war und ihnen half, das Gute und Schlechte voneinander zu unterscheiden. Es war auch ein Buch, das die Thora bestätigte:

Und in ihren Spuren ließen wir Jesus folgen, den Sohn der Maria, um die Thora, die vor ihm war, zu bekräftigen. Und Wir gaben ihm das Evangelium mit einer Rechtleitung und einem Licht, die Thora, die vor ihm war, bestätigend als eine Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (Sure 5:46 - al-Ma´ida)

Die Prominenz unter den Kindern Israels kümmerte sich mehr um die Regeln, die Tradition geworden waren und zweifelte die Botschaft Jesu (a.s.) an und zwar deswegen, weil Jesus (a.s.) nicht den traditionellen Regeln folgte, sondern die Menschen zur Hingabe zu Allah, zum Verzicht auf die Welt, zur Aufrichtigkeit, Bruderschaft und Ehrlichkeit aufforderte. Ein anderes Verständnis der Religion antreffend, waren die Juden frustriert, was Jesus (a.s.) betraf. Im Quran berichtet Allah darüber, wie Jesus (a.s.) die Befehle von Allah mitteilte:

Als nun Jesus mit klaren Beweisen kam, sprach er: "Ich bin mit der Weisheit zu euch gekommen, und um euch etwas von dem zu erklären, worüber ihr uneins seid. So fürchtet Allah und gehorcht mir.
Allah, Er ist wahrlich mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist der gerade Weg."
Doch dann wurden die Sekten untereinander uneins. Wehe denn den Übeltätern ob der Strafe eines schmerzlichen Tages! (Sure 43:63-65 - az-Zukhruf)

Seine Aufrichtigkeit und die unterschiedliche Haltung von Jesus (a.s.) erregten die Aufmerksamkeit der Menschen, und die Zahl seiner Anhänger wuchs.


Nun zu deiner Frage - so weit ich mich errinnere hat Muhammad gesagt, dass er nichts verkündet, was nicht schon vor ihm von Propheten verkündet worden wäre.

Die letzten Verse vom Koran die kurze Zeit vor dem Tod des Propheten (sas) verkündet wurden waren:

"Heute habe Ich euch vollendet euren Glauben und habe erfüllt an euch meine Gnade, und Mein Wille ist, daß der Islam euer Glaube sei."


Übrigens - Islam ist ein arabisches Wort, dass aber in keiner Übersetzung übersetzt wird, weil es zur Religionsbezeichnung geworden ist - es wäre aber vielleicht besser es immer zu übersetzen.

Das Wort Islam bedeutet:

Frieden machen und Hingabe. Frieden machen heißt, daß der Gläubige mit sich selbst und mit seiner Umgebung in Frieden leben soll. Hingabe drückt sich in der Annahme des Willens Gottes aus. Der Muslim erlangt mit dem Islam Frieden durch die Hingabe an Gottes Willen.

Salam.
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Re: Islam

Beitragvon Lindy de Mer » So 27. Apr 2003, 12:43

Liebe Kübra,

danke, das Du Dir die Mühe machst und uns so vieles über
Dich und Deinen Glauben erzählst! :))

Vielleicht noch etwas von mir, als Christin, weil Du an
anderer Stelle sagst, alle Christen hielten den Islam für
vom Teufel.
Das ist bei mir und einigen Geschwistern, die ich kenne,
nicht der Fall! Weisst Du, ich denke, das der Islam der
Weg Gottes war, den Glauben an ihn in die arabische Welt
zu tragen, da ja das Juden-und Christentum wie Du erzählstest, früher einen gewissen Rassismus lebten und
ihren Glauben einschlossen. Zudem muss man auch sehen,
das jede Religion/Glaubensrichtung von den Menschen, deren
Mentalität sie entspricht, am besten aufgenommen wird,
die einen mögen gern viele Rituale, andere eher nicht,
so wie Scardi und ich zum Beispiel. Jeder findet in seiner
Religion genau das, was seinem Wesen entspricht und solange
sich das, was gelehrt wird, im Licht der Nächstenliebe
befindet, befindet sich alles in Gott, der ja Liebe ist.

Ich weiss, das es viele Christen gibt, die hier anders
urteilen, Deinen Glauben als vom Teufel verurteilen,
dennoch tun dies nicht alle, mein Herz erkennt in Deinem Glauben keinen Feind, nichts teuflisches, auch wenn ich ihn nicht teile, weiss ich eines doch:
Du bist meine Schwester, so wie alle Menschen meine Geschwister sind, wenn unsere Herzen durch die Liebe verbunden sind.
Denn, Gott ist Liebe.
So sind alle, die lieben, in ihm und eins.

Es ist so schön, von Dir zu lesen und wenn ich an Menschen
Deines Glaubens etwas bewundere, dann eure Friedlichkeit,
wie ihr Wort-Schläge und Angriffe ertragt. Hier können
wir christlichen Geschwister noch eine Menge von euch
lernen... :roll: (grübel)
Liebe Schwester Kübra,
das nur mal zwischendurch
Friede Deinem grossen Herzen!
von Deiner kleinen Schwester Lindy
Gott ist Liebe und Jeder, der liebt, gehört zur Familie Gottes

bitte beachten:worte in grossbuchstaben bedeuten bei mir nur ernste betonung
Lindy de Mer
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » So 27. Apr 2003, 13:32

;-)
Friede sei mit dir!

Du solltest dich mal mit Sufismus beschäftigen... besonders Mevlana ("Dschelaleddin Rumi";)würde dir bestimmt gefallen.
Er war völlig in Allah verliebt und hat wundervolle Liebesgedichte geschrieben...

Es gibt zum Beispiel ein Buch von ihm das ins Deutsche Übersetzt wurde "Traumbild des Herzens. Hundert Vierzeiler. von Dschelaleddin Rumi"

Ich habe es noch nicht gelesen, weil ich nicht "von Mevlana" (das heist ich gehöre einem anderen Zweig des Sufismus an) bin. Aber seine Weke müssen wundervoll sein.

Es ist in der Türkei sehr berühmt - vielleicht hast du ja schonmal von seinen "Tanzenden Derwischen" in Konya gehört?

Ich habe mich dem Sufismus angeschlossen, weil ich meinHerz davor schützen will, zu Rosten - es ist ein wunderschöner Weg...

Salam.
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Re: Islam

Beitragvon Lindy de Mer » So 27. Apr 2003, 14:01

Liebe Kübra, :))

danke für die Buchtipps, da werde ich mich auf jeden Fall
einmal mit beschäfigen.

Ja, Dein Herz ist völlig rostfrei und es ist schön,
in Dein Herz zu sehen!

Alles Liebe
Lindy
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Re: Islam

Beitragvon Wolfi » So 27. Apr 2003, 14:26

@Kübra

Ich habe mich dem Sufismus angeschlossen, weil ich meinHerz davor schützen will, zu Rosten - es ist ein wunderschöner Weg...

Hallo Kübra!
Habe mich nach meinen Ferien grade mal etwas eingelesen und freue mich, dass Du zu "uns" gestossen bist! :)) Um es kurz zu machen: Ich teile eigentlich Scardanelli´s Meinung (nur, dass mich sein "Oxford"-Stil manchmal etwas kitzelt :) ). Ich finde es etwas Tolles, wenn Menschen aus freien Stücken, einen Teil ihrer persönlichen Freiheit opfern, um sich einer Kultur im Speziellen zuzuwenden und diese auch zu pflegen!- Von daher hast Du auch meinen tiefen und ehrlich gemeinten Respekt! Was mich jedoch etwas zum Zweifeln an der Richtigkeit Deines Weges bringt, ist der Umstand, dass es offensichtlich in der von Dir gewählten Glaubensform Fragen gibt, die man nicht stellen darf?!- Eine solche Vorschrift würde ich als Unterdrückung des Geistes betrachten und schürte in mir bloss Misstrauen denen gegenüber, welche mir ein solches Verhalten aufzwingen möchten...
Danke aber für all Deine Beiträge! Sie waren bisher sehr aufschlussreich und sympathisch! ;)
Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube zerbricht Ketten.
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » So 27. Apr 2003, 15:39

Wer sagt, dass es Fragen gibt, die man nicht stellen darf?
Man darf alle Fragen stellen, nur es gibt vielleicht nicht auf alle Fragen eine Antwort. Habe ich irgendeine Frage abgeblockt?
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Re: Islam

Beitragvon Kübra » So 27. Apr 2003, 15:44

@Wolfi

deine Signatur hat mich an einen nette Parabel erinnert:

...
Was dir so nah (wie Gott) ist, ist kaum zu sehen.

Einst kamen einige Fische zu einem großen Fisch und sagten: „Wir haben gehört, dass es da irgendwo einen Ozean gibt. Kannst du uns bitte den Ozean zeigen?“ Der große Fisch antwortete: „Dafür müßtet ihr den Ozean verlassen.“
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