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schwer zu liebende Kleider? :-)

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

Moderator: bigbird

schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon curlydave » Fr 11. Feb 2011, 17:36

Hallo!

Im untenstehenden Artikel:

http://livenet.ch/magazin/beziehung/182 ... fgabe.html

bin ich über eine Formulierung gestolpert:
"Wir diskutieren gern über Glaubensrichtungen, Gott und diverse Regeln. Dabei haben wir natürlich immer Recht. Nur bleibt leider die Liebe manchmal auf der Strecke. Der nerviger Nachbar, die streng muslimische Frau in der Burka, die streitsüchtige Tante - muss man die wirklich lieben?"

Dass es schwierig ist zu lieben, wenn der Nachbar nervt oder die Tante streitsüchtig ist, verstehe ich. Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Petros » Fr 11. Feb 2011, 18:12

curlydave hat geschrieben:(...)
Dass es schwierig ist zu lieben, wenn der Nachbar nervt oder die Tante streitsüchtig ist, verstehe ich. Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?


Ich denke, die Frau in der Burka steht für Ausländer und Andersartige i.A.. Es gibt heutzutage leider immer noch Leute, die andere aufgrund deren Hautfarbe, Nationalität, sexuellen Orientierung etc. nicht lieben.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon alegna » Fr 11. Feb 2011, 22:04

curlydave hat geschrieben:Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?

Hoi Du
nein, sie hat nichts falsch gemacht, aber sie wirkt halt sehr fremd und unnahbar, als wolle sie sich bewusst abschotten und es macht auch etwas Angst, weil man nicht sieht was drunter ist, es ist mehr als geheimnisvoll und verborgen. Dazu kommt es schon etwas schräg rein, wenn man einerseits von Offenheit und Freizügigkeit umgeben ist und dann so eine voll verhüllte Frau kommt. Sind zwei Extreme die da zusammenprallen, passt so nicht wirklich zusammen. Wenn sie es wegen ihres Glaubens tun, habe ich Verständnis dafür, aber einfach die Mühe es zusammen zu bringen.

liebe Grüsse
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Columba » Fr 11. Feb 2011, 23:23

alegna hat geschrieben:
curlydave hat geschrieben:Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?

Hoi Du
nein, sie hat nichts falsch gemacht, aber sie wirkt halt sehr fremd und unnahbar, als wolle sie sich bewusst abschotten und es macht auch etwas Angst, ...


Warum macht das Fremde vielen Angst? Es kann doch auch eine Bereicherung sein. Man geht indisch, chinesisch, arabisch, etc. essen und findet es interessant, aber sobald Menschen dahinter stehen, kommen Ängste.

Darum heisst es auch im Artikel: "Liebe kostet den Mut, diese Ängste zu überwinden."


Grüsse Columba
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon kingschild » So 13. Feb 2011, 15:58

Columba hat geschrieben:
Warum macht das Fremde vielen Angst? Es kann doch auch eine Bereicherung sein. Man geht indisch, chinesisch, arabisch, etc. essen und findet es interessant, aber sobald Menschen dahinter stehen, kommen Ängste.

Darum heisst es auch im Artikel: "Liebe kostet den Mut, diese Ängste zu überwinden."


Grüsse Columba


Ich glaube nicht das alles Fremde grundsätzlich Angst macht, sonst würden die Menschen ja nicht reisen gehen. Im Zusammenhang mit einer Burka ist es wohl eher das vermummte, unnahbare und das mit dieser Kleidung in Zusammenhang gebrachte Regime, das einem Angst bereiten könnte.

Wenn man dann die folgen eines Regime kennt und dann die Hüllen dieses, zu Gesicht bekommt, ist der Mensch dazu geneigt einfach damit all das negative zu verbinden was er bisher gehört hat. Es ist also nicht die generelle Angst vor dem Fremden oder der Person, sondern eher die Angst vor der Ideologie, die mit der Hülle in Zusammenhang gebracht wird.

Wenn dann das was unter der Hülle verbirgt gemäss Ideologie noch unnahbar oder unfassbar wirkt, durch nicht erkennen von Gesichtsausdruck, dann wird das Menschliche immer mit gebotener Vorsicht darauf reagieren. Das Signal das von der Hülle ausgeht hat eben eine bestimmte Signalwirkung und bei Total Verhüllung kann der Mensch das so deuten mit Dir oder euch habe ich nichts am Hut.

Dementsprechend wird das Signal ausgesandt das eben nicht vertrauen erweckt und in der westlichen Welt auch immer so gedeutet wird, das derjenige der sich all zu fest verhüllt, vermummt den Eindruck hinterlässt ich habe etwas zu verbergen. Als Beispiel der Vermummte Randalierer, der im Wilden Westen oder in der heutigen Zeit verhüllte Bankräuber usw. Ich glaube das dies eher die Gründe dafür sind das wir gewissen Kleidern mehr zuneigung oder abneigung entgegenbringen. Das heisst bei uns im Westen hat das verhüllen in etwa die gleiche Wirkung wie in Muslimischen Ländern der Bikini auf die dort ansässigen Menschen hat. Falsche Signalwirkung oder gar der Ausdruck von einer einheitlich uniformierten Armee kann also auf Menschen bedrohlich wirken dies kann aber nur dadurch gelöst werden, wenn sowohl Signalgeber und Deuter den Dialog finden. Bei einer Frau in der Burka wird es aber ein Mann wieder schwer haben einen Dialog zu finden den das Signal ist eindeutig und die Sache mit der Mimik ist dadurch auch noch nicht gelöst, zurück bleibt dann wohl mehr oder weniger ein mulmiges Gefühl das wenig vertrauen erweckt.

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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Gnu » So 13. Feb 2011, 19:57

curlydave hat geschrieben: Der nerviger Nachbar, die streng muslimische Frau in der Burka, die streitsüchtige Tante - muss man die wirklich lieben?"

Dass es schwierig ist zu lieben, wenn der Nachbar nervt oder die Tante streitsüchtig ist, verstehe ich. Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?

Ich sage dir, was es schwierig macht, diese Frau in der Burka zu lieben: Ich kenne sie gar nicht und ihr Kleid signalisiert mir, dass sie das Privateigentum eines Muselmans ist, der mir sein Messer zu spüren gibt, wenn ich seine Frau liebe. Ich müsste lebensmüde sein, wenn ich sie lieben würde.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Oli4 » Mo 14. Feb 2011, 09:16

Gnu hat geschrieben:
curlydave hat geschrieben: Der nerviger Nachbar, die streng muslimische Frau in der Burka, die streitsüchtige Tante - muss man die wirklich lieben?"

Dass es schwierig ist zu lieben, wenn der Nachbar nervt oder die Tante streitsüchtig ist, verstehe ich. Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?

Ich sage dir, was es schwierig macht, diese Frau in der Burka zu lieben: Ich kenne sie gar nicht und ihr Kleid signalisiert mir, dass sie das Privateigentum eines Muselmans ist, der mir sein Messer zu spüren gibt, wenn ich seine Frau liebe. Ich müsste lebensmüde sein, wenn ich sie lieben würde.

Du musst sie ja weder körperlich noch emotional lieben aber geistlich das Evangelium nehe bringen und ihr somit das tun/schenken was sie braucht (Jesus) . Ob Du an den irren Taten eines eifersüchtigen Messerhelden stirbst oder nicht, soll ja nicht deine primäre Sorge sein sondern ihre Seele (der Muslima).
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Gnu » Mo 14. Feb 2011, 13:33

Oli4 hat geschrieben: Du musst sie ja weder körperlich noch emotional lieben aber geistlich das Evangelium nehe bringen und ihr somit das tun/schenken was sie braucht (Jesus) . Ob Du an den irren Taten eines eifersüchtigen Messerhelden stirbst oder nicht, soll ja nicht deine primäre Sorge sein sondern ihre Seele (der Muslima).

Ich würde aber vorher ihrem Mann das Evangelium bringen. Dann würde ganz plötzlich das irre Kleid verschwinden und ich müsste das Kleid nicht mehr lieben, wie es im Titel heisst: „Schwer zu liebende Kleider?“ — Als ob man Kleider lieben könnte.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Savonlinna » Mo 14. Feb 2011, 13:49

Jemanden zu lieben, bedeutet: ihn anzunehmen, wie er ist. Ihn genauso anzunehmen, wie er ist, ohne Wenn und Aber.

Jamnden verändern wollen, ihn nach eigenem Gutdünken anders wünschen, ist eben genau das Gegenteil von Liebe.

Das kann man - sich selber - nicht oft genug sagen.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon doro » Mo 14. Feb 2011, 14:20

Mir bereitet an dieser Diskussion Mühe, dass sie doch sehr theoretisch ist. Also, mir ist noch nie eine Frau mit Burka über den Weg gelaufen. Euch etwa?

Aber ja, es stellt sich mir schon auch die Frage: wieso sollte ich sie nicht lieben? Sie hat mir ja nichts getan. Ev. könnte es sein, dass sie eben - wie diese Diskussion hier - eher unkonkret, fast abstrakt bleibt. Man sieht nur ihre Kleidung, die sie vollständig umgibt, die auch nicht individuell wäre und etwas von ihrer Persönlichkeit preis geben würde. Sprich: man weiss, dass sich ein Mensch dahinter verbirgt. Aber man sieht nichts von ihm und weiss erstmal auch sonst nichts über ihn - er ist also mehr als die anderen Menschen nicht fassbar.

lg, doro
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Oli4 » Mo 14. Feb 2011, 14:53

Savonlinna hat geschrieben:Jemanden zu lieben, bedeutet: ihn anzunehmen, wie er ist. Ihn genauso anzunehmen, wie er ist, ohne Wenn und Aber.

Passives annehmen bleibt eine 'hohle' Menschen-Liebe, eine Scheinliebe. Liebe zu Geschöpfen manifestiert sich letztendlich in Taten.
Das Evangelium nahe bringen beinhaltet weder Gewalt noch jemanden durch mich verändern zu wollen.
Zuletzt geändert von Oli4 am Mo 14. Feb 2011, 14:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Oli4 » Mo 14. Feb 2011, 14:54

Gnu hat geschrieben:Ich würde aber vorher ihrem Mann das Evangelium bringen.

Sehr gute Tat und der richtige Weg !
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Columba » Mo 14. Feb 2011, 15:58

Oli4 hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Jemanden zu lieben, bedeutet: ihn anzunehmen, wie er ist. Ihn genauso anzunehmen, wie er ist, ohne Wenn und Aber.

Passives annehmen bleibt eine 'hohle' Menschen-Liebe, eine Scheinliebe. Liebe zu Geschöpfen manifestiert sich letztendlich in Taten.
...


Wie das Wort annehmen schon beinhaltet, ist es nicht nur passiv. "An-nehmen" hat ein ungeheuer grosse Aktivität in sich. So ist es nicht nur zu verbinden mit Menschen-Liebe. Wenn schon Gott uns angenommen hat, dann muss das Annehmen auch für uns einen tiefen Sinn haben.

Grüsse Columba
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Oli4 » Mo 14. Feb 2011, 16:07

Columba hat geschrieben:
Oli4 hat geschrieben:
Savonlinna hat geschrieben:Jemanden zu lieben, bedeutet: ihn anzunehmen, wie er ist. Ihn genauso anzunehmen, wie er ist, ohne Wenn und Aber.

Passives annehmen bleibt eine 'hohle' Menschen-Liebe, eine Scheinliebe. Liebe zu Geschöpfen manifestiert sich letztendlich in Taten.
...


Wie das Wort annehmen schon beinhaltet, ist es nicht nur passiv. "An-nehmen" hat ein ungeheuer grosse Aktivität in sich. So ist es nicht nur zu verbinden mit Menschen-Liebe. Wenn schon Gott uns angenommen hat, dann muss das Annehmen auch für uns einen tiefen Sinn haben.

Grüsse Columba

Gott TAT wohl das grösste dass ER uns tun konnte! :praise: Er nahm uns nicht am grünen Tisch an, er HANDELTE.

Das Wort annehmen hat eben in der Welt (leider) einen sehr emotionalen aber dennoch passiven Farbton bekommen.

Annehmen ohne wenn und aber heisst also ich tue diesem Menschen das was er braucht, ohne wenn und ohne aber, auch wenn Savonlinna meint, das Evangelium nahe zu bringen sei eine lieblose Handlung.


... und so gesehen finde ich diese Diskussion ganz und gar nicht theoretisch, solange sie die besprochenen Früchte auch da hervorbringt wo sie wachsen dürfen.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon doro » Mo 14. Feb 2011, 16:24

Oli4 hat geschrieben:... und so gesehen finde ich diese Diskussion ganz und gar nicht theoretisch

Hm, doch. Insofern, wie ich es meinte eben schon.
Denn: ich bin noch keiner Burka-Trägerin je begegnet und ich unterstelle euch, dass es euch genau so geht (ansonsten gebt halt Bescheid ;) ). Ich kann also nicht sagen, wie ich auf sie reagiere, denn ich hatte dazu noch nie Gelegenheit. Insofern theoretisch.

lg, doro
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Savonlinna » Mo 14. Feb 2011, 23:37

Ich meinte das "annehmen" auch alles andere als theoretisch. Im Eingangspost war ja nicht nur von Religion die Rede.

Damit meine ich unter anderem: auch die Schwächen - also das, was man selber als Schwäche wertet - eines anderen "lieben" lernen. Sie in Zusammenhang sehen lernen mit seinen Stärken.

Und mit lieben lernen meine ich wirklich: fasziniert von diesem Menschen sein. Von seinem "Sosein". Inklusive der Schwächen.

Das kann man erlernen. Das ist ein aktiver Prozess, und wie.

Es gibt auch Zeiten, in denen es einem leicht fällt, und in anderen, in denen man zurückfällt und es manchmal oder oft nicht mehr hinkriegt.

Dann muss man gucken, was mit einem los ist, warum man es nicht mehr hinkriegt.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon kingschild » Di 15. Feb 2011, 14:32

doro hat geschrieben:
Oli4 hat geschrieben:... und so gesehen finde ich diese Diskussion ganz und gar nicht theoretisch

Hm, doch. Insofern, wie ich es meinte eben schon.
Denn: ich bin noch keiner Burka-Trägerin je begegnet und ich unterstelle euch, dass es euch genau so geht (ansonsten gebt halt Bescheid ;) ). Ich kann also nicht sagen, wie ich auf sie reagiere, denn ich hatte dazu noch nie Gelegenheit. Insofern theoretisch.

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Also hier in der Schweiz bin ich noch nie einer Frau in Burka begegnet, an den Flughäfen im Ausland schon mehrmals. Die Liebe kann man wohl bei so kurz Begenungen höchstens im Gebet ausdrücken.

Das müsste schon eine ganz besondere Begegnung sein das man sich hier zu mehr hinreissen liesse, den das Signal ist schon sehr eindeutig. Für eine Frau wäre es sicher hier ein wenig einfacher.

Die Gefühle die sind einfach mulmig, um es schlicht aus zu drücken, denn Mann weiss echt nicht wem und was man begegnet. Man sieht nicht mal ob die Person lacht oder von oben herab guckt Du siehst eben schlicht nur totale Abschottung und weisst auch nicht ob es freiwillig passiert oder auf Druck Ihres Mannes.

Ich denke es ist nicht das Problem eines Menschen, eine solche Person nicht lieben zu können, als Christ ist es kein Problem. Es bleibt eher das Gefühl wie begegnet man einem solchen Menschen? Ist es überhaupt möglich wenn es so unerwünscht ist? Oder ist es eben nur unerwünscht weil Sie auf Druck von Ihrem Mann dies so macht? Es sind wohl mehr solche Fragen die zurückbleiben die diese Gefühle eben offen lassen.

Bei den Schwarz verhüllten wo man die Augen sieht, ist zumindest noch der Blick der ein Signal erkennen lässt. Wenn Christus sagt liebet dann kann man das. Als Mann wäre es aber wirklich ratsam das Gespräch nur mit dem Mann zu beginnen. Die Funktion die diese Kleider haben sollten wir respektieren wenn wir wirklich lieben. Deshalb aber diese Kleider lieben sehe ich nicht als sinnvoll an.

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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Columba » Di 15. Feb 2011, 14:40

kingschild hat geschrieben:...
Ich denke es ist nicht das Problem eines Menschen, eine solche Person nicht lieben zu können, als Christ ist es kein Problem. ...

Anscheinend schon! Jedenfalls scheint es für Frau Miriam Hinrichs ein Problem zu sein, - genau so gross wie bei einer streitsüchtigen Tante. ...was sehr merkwürdig klingt.

Grüsse Columba
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon Gnu » Di 15. Feb 2011, 15:08

curlydave hat geschrieben: Dass es schwierig ist zu lieben, wenn der Nachbar nervt oder die Tante streitsüchtig ist, verstehe ich. Aber was ist schwierig daran, dass die Frau in der Burka streng muslimisch ist? Sie hat ja noch gar nichts falsch gemacht, oder?

Mir geht es eher umgekehrt, ich sollte also, wenn es nach curlydave geht, die Muslimin lieben, bei der streitsüchtigen Tante und dem nervenden Nachbarn ist es egal, wenn ich sie nicht liebe. Weshalb? Eine Muslimin in der Burka geht an mir vorbei (z.B. am Flughafen oder Bahnhof), ich lerne sie nicht einmal kennen. Die Tante und den Nachbarn aber kenne ich, denn Gott hat mir die Bekanntschaft mit diesen zwei verordnet, damit ich an ihnen lerne, schwierige Menschen zu lieben.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon kingschild » Di 15. Feb 2011, 19:03

Columba hat geschrieben:
kingschild hat geschrieben:...
Ich denke es ist nicht das Problem eines Menschen, eine solche Person nicht lieben zu können, als Christ ist es kein Problem. ...

Anscheinend schon! Jedenfalls scheint es für Frau Miriam Hinrichs ein Problem zu sein, - genau so gross wie bei einer streitsüchtigen Tante. ...was sehr merkwürdig klingt.

Grüsse Columba


Sicher kann es Schwierigkeiten geben aber ein Christ wendet sich ja genau bei diesen an Christus. Sympathie und Antiphatie ist etwas Menschliches das überwunden werden kann. Auch Christus hat auf Menschen die sich vom falschen beeinflussen liessen nicht immer mit Freude reagiert. Gerade auch darin zeigte sich seine Liebe zur Schöpfung Gottes.

Die dogmatische Kleidung, die zum Teil mit Zwang verordndet und angeordnet wird, liebt man wohl nicht aber die Person die Opfer dieser Lehre wird kann man deshalb gleich wohl lieben. Trotzdem wird die Distanz die Kleidung hervorrufen kann auch nicht immer förderlich wirken, um dem Thema Liebe gerecht zu werden.

Ich glaube Frau Hinrichs wollte darauf hinweisen das es vorkommt und das aber in Christus die Lösung zu finden ist. Ein Problem das überwunden wird durch die Liebe wird sich auflösen. Fehlverhalten lieben wird schwierig sein aber wenn man selbst sieht das man auch solches kennt, dann wird das ganze auf den wahren Ursprung gelenkt und nicht auf die Schöpfung Gottes.

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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon white Tara » Do 17. Feb 2011, 22:33

Ich denke, wenn jemand eine Burka trägt assoziiert jeder sofort ein bestimmte Haltung, die es Nicht-Muslimen erschwert Nähe aufzubauen. Es ist nicht der Stoff, der stört, sondern die Ideen , die wir von dem Menschen haben, der darunter steckt. Nehmen wir mal an, es ist eine strenge Muslima und kein Reporter in Ikognito.

Ich persönlich denke es ist schwieriger Menschen zu lieben, die keinen Wert auf meine Liebe legen und die erst Recht nichts von meinen gut gemeinten religiösen Wünschen für sie halten. Bei religösen Muslimen können wir das Beide mal als gesichert annehmen.

Ich denke man gerät da auch in ein gewisses Dilemma:
Einerseits will man eigentlich den anderen respektieren, hält aber seine Überzeugung für falsch und würde sie gerne korrigieren.
Das geht nicht wirklich gut zusammen.

Ich persönlich habe mir etwas Demut angewöhnt und bin mit den Begriffen "richtig" und "falsch" nicht mehr so schnell bei der Hand. Als Buddhist kann ich gut so leben und finde so auch leichter Nähe zu streng religiösen Menschen andere Religionen. Da ich ihre Haltung respektiere kann ich auch verlangen, dass meine Haltung respektiert wird. Wenn gegenseitige Missionsversuche wegfallen, ist vieles plötzlich einfacher.
Ich hatte vor einiger Zeit eine sher gute Unterhaltung mit einer "Burkaträgerin" über das Thema Verbeugungen (spielt im Islam und im Buddhismus eine gewisse Rolle). Das war wirklich sehr interessant und endete in einem Austauch von Verbeugungshilfen - sehr gut bei ersten Verschleißerscheinungen in den Knien. ;)

Im Christentum, wo Mission eine wichtige Rolle spielt ist es schon schwieriger.
Wie man das löst, weiß ich nicht.
Es gibt nur eine falsche Sicht:
die Überzeugung, meine Sicht ist die einzig Richtige.
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Re: schwer zu liebende Kleider? :-)

Beitragvon lionne » So 1. Okt 2017, 13:45

Ein ganz spezielles, schwer zu liebendes Kleid (meine Meinung) ist ab sofort in Oesterreich nicht mehr erwünscht. In Österreich dürfen ab 1. Oktober generell Gesichter nicht mehr verhüllt werden. Das betrifft alle Trägerinnen von Burkas oder Nikabs sowie Menschen, die ohne medizinische Notwendigkeit Atemschutzmasken tragen. Das Innenministerium hat Broschüren vorbereitet, die auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch informieren. Wer sich weigert, sein Gesicht zu zeigen, riskiert 150 Euro Strafe.
Quelle >>> https://www.gmx.ch/magazine/politik/ver ... n-32556970

Das Verbot schliesse nebenbei auch 'Vollverschleierung' bei (linken) Demos ein....
Es wird sich zeigen, wie die Alpenrepublik das durchführt. Es geht ja nicht darum, reiche Touristinnen mit Burka zu verhaften.... :oops:
Gruss lionne
Schönen Sonntag!
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