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Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Aus der Sicht und im Vergleich zum christlichen Glauben

Moderator: bigbird

Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » So 19. Mär 2006, 21:11

Man sagt nein zu sich selbst?

Du gehst ja schon mal davon aus, dass da ein Selbst ist, von dem du in deiner gewohnten empirischen Art sprechen kannst.
Desweiteren gehst du davon aus, dass man zu diesem empirischen Selbst ja oder nein sagen kann.
Du begehst wiederum einen Kategorienfehler, indem du mein Nein als dein duales nein auffasst.
All das setzt du voraus und baust darauf deine namenlose These auf. das ist nett, jedoch falsch, da diese deine Auffassungen und Vormeinungen absolut nicht den meinen entsprechen. Und so versuchst du über den weg eines konstruktiven Mißverständnisses etwas zu beweisen, was weder beweisbar, noch logisch stimmig ist.
Ist das Absicht von dir?
Ist es auch Absicht, dass du nie auf ordentliche Argumente eingehst, sondern immer mit etwas neuem kommst?
Der Dialog scheint eine dir unbekannte Form der Kommunikation zu sein...

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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » So 19. Mär 2006, 21:13

Hihihi, ich bin also nicht die einzige, die diesen Thread fast unbenannt hätte!

Jetzt scheint er "Theorien zu Natarajas Namen" zu heissen....

Grüessli, Sandra73
:D
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Samson » Mo 20. Mär 2006, 09:40

Original von Nataraja
Man sagt nein zu sich selbst?


Es steht dir ja jederzeit frei zu belegen, warum du kein schlimmer Atheist (oder eben Nein-Sager-zu-sich-und-allem) bist, wie du dauernd behauptest.

Nur behaupten kann jeder von sich alles mögliche, ohne daß da eine Wahrheit dahinter ist. Und das machst du. Und das behaupte ich. Und all deine Beiträge belegen die Wahrheit meiner Behauptung. Außer du kannst belegen, daß du, wie du sagst, kein Atheist bist.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Kaleko » Mo 20. Mär 2006, 10:11

@Samson

Zur Erinnerung: Als Atheismus wird die weltanschauliche Grundhaltung des Nichtglaubens bzw. des Fehlens eines Glaubens an einen Gott bezeichnet („glauben“ im Sinne von „annehmen“, „für wahr halten“). Atheismus kann mit der ausdrücklichen Verneinung der Existenz einer Gottheit (oder mehrerer Götter) und transzendenter Wesen allgemein einhergehen. Der Begriff „Atheismus“ leitet sich vom altgriechischen Adjektiv ἄθεος (átheos) ab und bedeutet wörtlich: ohne Gott (Alpha privativum + θεός (theós) = Gott). aus Wikipedia

Nataraja hat einen Glauben, es ist nicht der Glaube eines Christen wie wir ihn kennen (Glaube als Beziehung als Bindung) und dennoch ist es ein Glaube - darum ist diese Bezeichnung Atheist für ihn nicht zutreffend.

Kommt zum Thema zurück!

Grüessli, Kaleko
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Samson » Mo 20. Mär 2006, 10:51

Original von Kaleko
Nataraja hat einen Glauben, es ist nicht der Glaube eines Christen wie wir ihn kennen (Glaube als Beziehung als Bindung) und dennoch ist es ein Glaube - darum ist diese Bezeichnung Atheist für ihn nicht zutreffend.


Und warum nicht? Sicher ist Atheismus ein anderer Glaube als der eines Christen und wer eine atheistische Überzeugung hat der ist ein Atheist und damit ist diese Bezeichnung für ihn zutreffend. Ich warte ja nur darauf, daß Nataraja sich endlich mal aufrafft und seine leere Behauptung, er sei kein Atheist, auch belegt.


Kommt zum Thema zurück!


Sankara und dessen Nachfolger gehören ja doch auch mit zum Thema. Die sind ein ganz großes Thema bei den Vaisnavas - in etwa so wie der Satan bei den Christen.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Mo 20. Mär 2006, 11:10

Hallo Samson,

hast Du Dich vorher auch schon mit den Vaishnavas beschäftigt oder Dich im Laufe dieses Threads extra eingelesen? Tät mich interessieren wie Du hier auf Dein Wissen gekommen bist.

Gruss, Sandra73
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Mo 20. Mär 2006, 14:13

Original von Samson
Original von Kaleko
Nataraja hat einen Glauben, es ist nicht der Glaube eines Christen wie wir ihn kennen (Glaube als Beziehung als Bindung) und dennoch ist es ein Glaube - darum ist diese Bezeichnung Atheist für ihn nicht zutreffend.


Und warum nicht? Sicher ist Atheismus ein anderer Glaube als der eines Christen und wer eine atheistische Überzeugung hat der ist ein Atheist und damit ist diese Bezeichnung für ihn zutreffend. Ich warte ja nur darauf, daß Nataraja sich endlich mal aufrafft und seine leere Behauptung, er sei kein Atheist, auch belegt.


Kommt zum Thema zurück!


Sankara und dessen Nachfolger gehören ja doch auch mit zum Thema. Die sind ein ganz großes Thema bei den Vaisnavas - in etwa so wie der Satan bei den Christen.



Sankara = Satan?

Hm dazu sage ich nichts, kenne zuwenig über Sankara.

Wenn Satan für all das steht, was einen von Gott entfernt, wegzieht, verstrickt und bindet, dann müsste man eher sagen, dass dies Maya sei.
Aber irgendwie wäre es nun auch falsch zu sagen Satan=Maya
Das sind einfach zwei verschiedene Begriffe aus unterschiedlichen Kulturen.
Satan ist mehr so der Gegenspieler Gottes, das würde man über Maya nicht sagen.
Sie ist mehr so ein Test. Du hast in jedem Moment die Möglichkeit ein Leben ohne Gott(esBewusstsein) zu leben und dass dies möglich ist, ist eben Maya zuständig. Doch nich unabhängig von gott sondern in seinem Auftrage.
Nicht dass Gott interesse daran hätte, Seelen von ihm abzubringen, doch weil es nunmal seelen gibt, die sich von Gott abwenden und abwandten, sorgt er durch Maya auch für die, und gleichzeitig können diese Seelen "so tun und leben"
als seien sie (von.gott)frei.

In Tat und wahrheit ist auch der Atheist total von Gott abhängig.(Essen, Luft, Wasser, Energie beim Schlafen, Körper)

SoGROSS ist die Liebe Gottes, dass er sogar diejenigen versorgt und liebt, die Ihn hassen und beneiden...
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Mo 20. Mär 2006, 16:21

Hallo Samson,

was willst du von mir hören? Dass ich brahman als persönliches Gegenüber betrachte? Dass brahman Person ist, die lieb und hasst und auch sonst scheinbar alle Eigenschaften einer Person hat?
All dieses kann ich nicht anerkennen! Ich erkenne es nicht an, weil es zutiefst unlogisch ist. Es ist unlogisch, weil es nur Bilder von uns Menschenh sind!
Was ich dir als positive Aussagen mitgeben kann sind diese:
Ja da ist etwas, was der letzte Grund von allem ist. Ich nenne es den Upanishaden entsprechend brahman. Dieses brahman ist in der Tat das einzige, was real ist. Unsere Welt und unsere vermeintliche Vielheit gehen nur auf brahman zurück (vgl.: Brahma-Sutra I;1;2: janmadyasya-yataha).
Diese brahman ist jenseits jeder empirischen Wahrnehmung, jenseits des Denkens oder irgendeiner Form der Perception. Deswegen ist jedes Sprechen, Denken, Beschreiben dieses brahman nur ein abbildhaftes Stückwerk. Unsere Erkenntnis ist Stückwerk sagt Paulus, denn von dem, was gar nicht Abbildbar ist, kann man mittels jeder Form der Perception nie ein ganzes Bild bekommen. Deswegen auch das Gebot, dass man sich keine Bilder machen soll! Brahman ist niemals in einem Bilde darstellbar.
Erfahren werden kann dieses brahman nur, wenn wir den Raum der Perception, der aus Subjekt und Objekt besteht, verlassen. Die Identität des Subjekts mit dem Objekt ist somit das angestrebte. Das Erlangen der eigenen Wesensidentität, wie es die Yoga-Sutras sagen. Jenseits von Subjekt und Objekt ist aber wieder dieser bilderlose Berreich, dieser Bereich, den die Upanishad und jede andere große Weisheitslehre dieser Welt nur negiernd umschreibt: Na iti, na iti sagt die Brihad-Aranyaka-Upanishad dazu. Shunyata wird es im Mittelwegbuddhismus genannt, weil von unserer dualen Sicht der Dinge in der Tat nichts übrigbleibt. Es ist Leerheit! Leerheit meint aber nicht das Fehlen von Inhalt, sondern bezeichnet vielmehr die Unfähigkeit unseres relationalen Denkens hier etwas zu erfassen.
Diese Leerheit, brahman, shunyata ist es, von dem die Isha-Upanishad sagt, dass es die Fülle ist (purnam). Von dieser Fülle wurde die Fülle genommen (=die Welt) und dennoch fehlt es der Fülle an nichts! Das nannte Prabhpada die transzendentale Mathematik: 1 minus 1 ist 1!
Diese Fülle des brahmans nimmt manchmal Form an und erscheint in dieser Welt als Retter, als Tröster, als der oder die, der/die wieder alles auf die Bahn bringt. Sambhavami yuge yuge, sagt Krishna in der Gita: Von Zeitalter zu Zeitalter erscheine ich....
Das duale Wortpaar Atheist/Theist trifft mich deswegen nicht, weil beide Ausdrücke wieder nur Worte für Vorstellungen, bzw. Bilder sind. Sich Gott als Gott vorzustellen ist ein Bild ebenso, wie zu sagen, er wäre unpersönlich, oder gar nicht existent.
Ich bin nur vorsichtig, Gott in eine Worthülse zu pressen, oder in eine Vorstellung zu gießen, denn beides wird dem Einen nicht gerecht! Weder dieses noch jenes, weder beides zusammen, noch keines von beiden: das ist es! (Grüßli von und an Nagarjuna!! ;) )
Vielleicht nochmal ein Ausspruch von Meister Ekkhard: Alle Bilder müssen weg!

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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Enggi » Di 21. Mär 2006, 06:56

Kurze Zwischenbemerkung / Frage:

Satan ist der Verkläger der Brüder. Wem im Bhakti Yoga entspricht das am ehesten?
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

·•·•·•· Enggi schreibt jetzt als Gnu weiter ·•·•·•·
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Johncom » Di 21. Mär 2006, 10:48

Entschuldigung weil ich mich gerade einmische ... ich hab dieses Forum erst gestern Abend gefunden und komme so langsam rein in die Thematik.
Kurze Frage an J.Tanya und Enggi sei erlaubt ? (danke) Warum gebt Ihr soviel Aufmerksamkeit an ´Satan´ .... anstelle Gott, Dem Allumfassenden, Dem seine Kinder liebenden ? Das wundert mich.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Samson » Di 21. Mär 2006, 11:01

Original von Sandra73
Hallo Samson,

hast Du Dich vorher auch schon mit den Vaishnavas beschäftigt oder Dich im Laufe dieses Threads extra eingelesen? Tät mich interessieren wie Du hier auf Dein Wissen gekommen bist.

Gruss, Sandra73


Zuerst einmal habe ich eine ganze Menge Bücher der Vaisnavas gelesen und studiert, bin zwei Mal nach Indien gereist, habe mir Sein und Schein der indischen Geisteswelt sehr genau angesehen, außerdem mit vielen Vaisnavas weltweit diskutiert (und auch gefeiert), je nach Gelegenheit entweder persönlich oder über das Inet. Zeitweise haben sogar welche bei mir übernachtet und ich selbst war auch schon so verrückt mit ihnen als ausgeflippte Horde durch die Straßen zu tanzen und zu rennen und "Hare Krischna Hare Rama" usw. zu singen. Ich habe sie einfach gern. Die mehr lockeren und unbeschwerten Inder und Vaisnavas sind mir als Menschen und allgemein gesehen trotz all des Heidentums dem sie noch anhängen mehr seelenverwandt als die oft so leblos steifen und nicht selten endlos verbiesterten Europäer und Christen.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Di 21. Mär 2006, 11:07

Hallo Enggi,

was meint Verkläger der Brüder? Meint das, dass satan letztenendes vor Gott gegen den Sünder als Ankläger auftritt?
Wenn ja, dann ist letztenendes unser Ego Satan. Unser Ego verleitet uns dazu, von Gott wegzugehen. das Problem mit solchen Vergleichen ist, dass es zwar dualistische indische Systeme gibt, dass diese Systeme aber diese zweiheit anders beschreiben, als das Christentum. Im Christentum hat man ja eher eine Dreiheit. Da steht Gott, der Satan und zwischendrin der Mensch. Und der Mensch kann sich quasi entscheiden.
Diese entscheidung gibt es im Hinduismus bzw. in der Bhakti auch, jedoch sind die Ursachen von gut und böse anders definiert. Sie liegen alleine im Handeln, bzw. in unserem Bewußtsein während des Handelns. Gut und Böse werden nicht als starre Entitäten betrachtet, sondern Gut und Böse werden von einem gesinnungsethischen Stand aus gesehen. Da jedoch Gott in jedem dualistischen System Indiens trotz allem etwas Absolutes hat, hat man sich in Indien nie einen "absoluten gegenspieler" zu Gott gedacht. Was es in den Purana-Texten jedoch gibt sind Erzählungen über große Dämonen, die meinten, sie müßten es mit Gott aufnehmen. Doch auch diese Vorfälle (wenn man Dämonisches handeln als Vorfall bezeichnen kann? Immerhin schreiben die Schriften, dass die Existenzgrundlage des universums jedes mal auf dem Spiel stand) werden von der Warte des Bhakti als Spile Gottes gesehen, wo er seinen treuen Seelen die Möglichkeit gibt, zu ihm zu gelangen. Die größten Dämonen sind während eines Yuga-Zyklus´ 2 mal drei. Es sind die verfluchten Torhüter des Himmels, die verflucht wurden jeweils dreimal auf der Erde zu inkarnieren, um jeweils dreimal gegen Gott zu kämpfen. Somit sind auch die sechs "Stargegener" Gottes letztenendes seine Diener.

Gruß

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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Samson » Di 21. Mär 2006, 12:01

Original von Nataraja
Hallo Samson,
was willst du von mir hören?


Was du stets mit deinen vielen Worten trotzdem nicht erklären kannst: Warum du kein Atheist bist, wie du behauptest.

Du sagst: "Ich glaube an das brahman. Ich glaube an die Upanishaden. Und die machen mich glauben, dass ich nichts bin."

Wenn zu dir jemand sagst, daß du ein Nichts bist, dann macht dich das glücklich? Und du bist außerdem frech genug, schon wieder Paulus und Meister Eckart, die an die Persönlichkeit Gottes und Christus glaubten und überhaupt nichts mit einem "du bist nichts"-brahman und einer mißbräuchlichen, atheistischen Auslegung der Upanishaden im Sinn hatten (d.h. sich also ganz und gar als Theisten definierten), völlig aus dem Kontext gerissen zu zitieren.

Dein "Gott" ist das brahman, das du als das was alles ablehnt definierst. Es ist das Namenlose. Und genau das ist Atheismus. Nein sagen. "Es gibt keinen Gott. Es gibt keinen Sinn. Alles ist nichts. Ich bin nichts. Es gibt kein Leben nach dem Tod. Es gibt kein Wort, kein Name, keine Gebote Gottes. Alles ist nur Illusion, ein nichtiger Traum. Genieße das Leben solange du kannst, weil danach kommt nichts mehr!" Und nichts anderes machst du in deinen Nicht-Erklärungen.

Wenn du kein Atheist bist, wie du behauptest, dann solltest du wie jeder andere, der nicht Atheist ist, diese Tatsache in einem einfachen Glaubenssatz bezeugen können, z.B. "Ich glaube an Gott, den Allmächtigen und Schöpfer der Welt." Du aber sagst immer nur Nein zu allem und willst letztlich wie ein Diogenes allein nur für dich in einem dunklen Faß sitzen und dir heilig und erleuchtet vorkommen oder wie einer dieser Shiva-Asketen in einer ganz ihrem Geisteszustand finsteren, leeren, kalten und unheimlichen Höhle.

Da bleibt mir dann nur zu sagen (mit den Beatles, die das Lied "Dear Prudence" angesichts einer nur noch teilnamslos für sich dasitzenden indischen Asketin komponierten):

Dear Prudence won´t you come out to play
Dear Prudence greet the brand new day
The sun is up the sky is blue
It´s beautiful and so are you
Dear Prudence won´t you come out to play

Dear Prudence open up your eyes
Dear Prudence see the sunny skies
The wind is low the birds will sing
That you are part of everything
Dear Prudence, won´t you open up your eyes

Look around round
Look around round round
Look around

Dear Prudence let me see your smile
Dear Prudence like a little child
The clouds will be a daisy chain
So let me see your smile again
Dear Prudence won´t you let me see you smile

Dear Prudence won´t you come out to play
Dear Prudence greet the brand new day
The sun is up the sky is blue
It´s beautiful and so are you
Dear Prudence won´t you come out to play

PS: Kennst du das Buch: "Tod eines Guru"? Da wird das Thema ausführlich behandelt.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Samson » Di 21. Mär 2006, 12:45

Original von Enggi
Kurze Zwischenbemerkung / Frage:

Satan ist der Verkläger der Brüder. Wem im Bhakti Yoga entspricht das am ehesten?


In der indischen Geisteswelt erscheint der Satan als Shiva (der Zorn bzw. das Gericht Gottes, Inkarnation des Nichtswissens, der Herr und Vernichter der materiellen Welt) und seine Frau Durga (=Sanskrit für "Kerker", oder "maya" =Sanskrit die die Seelen verführende, illusionierende materielle Energie). Deren Nachfolger sind böse Geister, Dämonen und Atheisten. In Indien gab es immer wieder Kulte, wo Shiva oder Durga (auch Kali genannt) Menschen geopfert wurden. Den letzten großen solchen Satanskult, die Thugs, haben die Engländer aufgerieben.

Im Philosophen Sankara erkennen die Vaisnavas eine Inkarnation Shivas. Sankara und seine Nachfolger, die "Mayavadis" (=Sanskrit für "die lehren alles sei Illusion" oder "die zu allem Nein sagen";), sind geistig gesehen wesentlich gefährlicher als die Thugs, weil sie es nicht nur auf den Körper, sondern auf die Seele des Menschen abgesehen haben, die sie vernichten bzw. in Shiva, das Gericht oder den Zorn Gottes überführen wollen.

Christus erlöst die Seele, indem er sie heilt und mit Seinem Geist durchdringt. Gott ist Sündenvergeber und Heiler. Sankara aber will die Seele ganz und gar vernichten. Satan ist Ankläger und Henker.

Jenem romantisch-abergläubischen Satan der christlichen und jüdischen Geisteswelt, der andere Leute verführt und überfällt und sie besessen macht, dem entspricht der Dämon Kali (nicht zu verwechseln mit der auch "Kali" genannten Gemahlin Shivas) in der indischen Geisteswelt. Die mehr fortgeschrittenen christlichen Mystiker erkennen aber Satan ziemlich genauso und sogar noch besser als die Vaisnavas Shiva und Durga.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Di 21. Mär 2006, 13:36

Original von Samson
Original von Enggi
Kurze Zwischenbemerkung / Frage:

Satan ist der Verkläger der Brüder. Wem im Bhakti Yoga entspricht das am ehesten?


In der indischen Geisteswelt erscheint der Satan als Shiva (der Zorn bzw. das Gericht Gottes, Inkarnation des Nichtswissens, der Herr und Vernichter der materiellen Welt) und seine Frau Durga (=Sanskrit für "Kerker", oder "maya" =Sanskrit die die Seelen verführende, illusionierende materielle Energie). Deren Nachfolger sind böse Geister, Dämonen und Atheisten. In Indien gab es immer wieder Kulte, wo Shiva oder Durga (auch Kali genannt) Menschen geopfert wurden. Den letzten großen solchen Satanskult, die Thugs, haben die Engländer aufgerieben.

Im Philosophen Sankara erkennen die Vaisnavas eine Inkarnation Shivas. Sankara und seine Nachfolger, die "Mayavadis" (=Sanskrit für "die lehren alles sei Illusion" oder "die zu allem Nein sagen";), sind geistig gesehen wesentlich gefährlicher als die Thugs, weil sie es nicht nur auf den Körper, sondern auf die Seele des Menschen abgesehen haben, die sie vernichten bzw. in Shiva, das Gericht oder den Zorn Gottes überführen wollen.

Christus erlöst die Seele, indem er sie heilt und mit Seinem Geist durchdringt. Gott ist Sündenvergeber und Heiler. Sankara aber will die Seele ganz und gar vernichten. Satan ist Ankläger und Henker.

Jenem romantisch-abergläubischen Satan der christlichen und jüdischen Geisteswelt, der andere Leute verführt und überfällt und sie besessen macht, dem entspricht der Dämon Kali (nicht zu verwechseln mit der auch "Kali" genannten Gemahlin Shivas) in der indischen Geisteswelt. Die mehr fortgeschrittenen christlichen Mystiker erkennen aber Satan ziemlich genauso und sogar noch besser als die Vaisnavas Shiva und Durga.



Shiva ist nicht Satan, da widerspreche ich dir zutiefst.

Shiva hat im Universum viele Funktionen, Aspekte.
Er ist (unter anderem) der Verwalter über Tamas. = Unwissenheit, Finsternis.
er zerstört am Ende der zeiten die unteren Planetensysteme.
Er ist aber auch Maha-Deva (The greatest Devotee of the Lord)

Er ist Aufseher über Maya,
Darum kann man seine Liebe sozusagen kaufen.
Das machen sich Magier zunutze. Und wohl auch Satan.
Shiva gibt sozusagen Macht an Alle, die ihn korrekt verehren.
Und das machen sich auch Dämonen und alle Widergöttlichen zunutze.

Deswegen ist Shiva aber noch lange nicht Satan.
Das ist grundfalsch. Auch Shankara hat bei den Vaisnavas durchaus seine Funktion. Wird also gar nicht so verteufelt, wie du das hier darstellst.
Klar, schlussendlich muss sein Monismus, von Vaisnavas gemieden werden. Und doch hat auch Monismus seine Berechtigung.

Aber eben. Als Christ fragt man sich immer. Und wo sind die Feinbilder, die ich hassen kann???
Das geht so nicht auf. ;)

Bei der Vaisnava-theologie sorgt Gott für alle, auch die Dämonen und Anti-Vaisnavas, Asuras, Geister, haben ihre Berechtigung. siehe Freier Wille.

Gott sagt nicht, man soll dämonisch anti-göttlich werden, aber die, die diesen Weg tun, leben eben auch irgendwo und schlussendlich ist auch Gott über die informiert und der Geber von deren Lebens-Energie. Denn ohne Krsnas (oder in Bezug auf Finstre Mächte; Shivas )Gnade wären ja alle nicht-Gottgeweihten längst ausgedörrt und tot.

Doch Gott sieht in jeder Seele, auch der gefallensten und bestialischsten noch sein Kind, und dessen Potenzial, auch wieder zu Ihm Heim-zukehren.

Gott sieht all das was möglich wäre.

wir oft nur das was grad ist. (und dann auch nur das negative)
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Di 21. Mär 2006, 13:57

Original von Samson
Original von Nataraja
Hallo Samson,
was willst du von mir hören?




Dein "Gott" ist das brahman, das du als das was alles ablehnt definierst. Es ist das Namenlose. Und genau das ist Atheismus. Nein sagen. "Es gibt keinen Gott. Es gibt keinen Sinn. Alles ist nichts. Ich bin nichts. Es gibt kein Leben nach dem Tod. Es gibt kein Wort, kein Name, keine Gebote Gottes. Alles ist nur Illusion, ein nichtiger Traum. Genieße das Leben solange du kannst, weil danach kommt nichts mehr!" Und nichts anderes machst du in deinen Nicht-Erklärungen.

Wenn du kein Atheist bist, wie du behauptest, dann solltest du wie jeder andere, der nicht Atheist ist, diese Tatsache in einem einfachen Glaubenssatz bezeugen können, z.B. "Ich glaube an Gott, den Allmächtigen und Schöpfer der Welt." Du aber sagst immer nur Nein zu allem und willst letztlich wie ein Diogenes allein nur für dich in einem dunklen Faß sitzen und dir heilig und erleuchtet vorkommen oder wie einer dieser Shiva-Asketen in einer ganz ihrem Geisteszustand finsteren, leeren, kalten und unheimlichen Höhle.



PS: Kennst du das Buch: "Tod eines Guru"? Da wird das Thema ausführlich behandelt.


Macht dies den Theist aus?

Wenn man sagt, man glaube an Gott?

Sagen das nicht auch Dämonen?
Dämonen wissen schliesslich durchaus, dass Gott existiert.

also unter ausführlich verstehe ich was anderes als diese Tod eines Guru geschichte...


samson: Liest du eigentlich die Posts von Nataraja?

versuchst du was zu lernen draus?

Du kannst Nataraja nicht mit einem Atheisten gleichsetzen, nur weil er nicht in die 08/15-Schublade eines Theisten passt. (oder was du darunter verstehst)

Ich manchmal das Gefühl da spricht ein Kindergärtner mit einem Eth-Studenten. (1-1 = 0 vs 1-1=1)

warum willst du in Nataraja unbedingt einen Atheisten sehen?

Krsna wird in 3 Aspekte unterteilt:
Brahman (die Ausstrahlung krsnas, in der man Krsna selbst nicht sieht)
Param-atma (Überseele, Krsna im Herzen eines Jeden Lebewesen, sozusagen das innere Gewissen)

Bhagavan (krsna als Person, als höchstes Ziel)

man kann auch gestuft vorgehen.

nehmen wir mal an, Natarja wäre ein Brahman-Yogi. Na und.
Dies ist noch lange keine Atheist. Es ist legitim, diesen Weg zu gehen.
von Praphupada, Vaisnavas wird er nicht empfohlen.
Deswegen ist er aber nicht unmöglich oder falsch.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Di 21. Mär 2006, 14:09

Original von Nataraja
Hallo Enggi,

was meint Verkläger der Brüder? Meint das, dass satan letztenendes vor Gott gegen den Sünder als Ankläger auftritt?
Wenn ja, dann ist letztenendes unser Ego Satan. Unser Ego verleitet uns dazu, von Gott wegzugehenentscheiden.


Gruß

Nataraja


Durch unser Ego (Enstand aus der Abwendung von Gott und dem Wunsch ohne Gott zu leben oder als Gott zu leben)
sind wir alle kleinere und grössere Satane.

Man sollte da nicht immer nur den bösen Satan da draussen hassen und verachten und bei allen anderen, vorallem anderen Religionen sehen.

Da wir schlussendlich aber nicht unser Ego sind, dieses (hoffentlich) mal verbrannt wird im ewigen Feuer, wir als ewige Seelen aber Kinder Gottes, sind wir nicht Satan, haben aber zurzeit durchaus solch-ähnliche Gedanken, Einstellungen und Taten, wie der Satan-Prototyp.
(alles Denken,Handeln, was uns von Gott fernhält oder entfernt)

Es ist einer der gefährlichsten Projektionen, Satan-isches überall zu sehen (die Hindus, die muslime, die Budhisten, die Materialisten, die Regierung die Armee die...)

nur nicht bei sich. Man selber ist ok...

Ich sass mal in einer Diskussionsrunde, in dessen Mitte eine Kerze brannte. In einer Stillen Minute sah ich durch die Kerze hinter jedem einen grossen Schatten. Nur bei mir nicht. Klar, der Schatten ist hinter dir. Alle sehen ihn, nur du selbst nicht (und willst ihn meist auch nicht sehen)
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Di 21. Mär 2006, 14:43

Hi Samson,

ich frage ebenso mit mit J.Tanya: Liest du meine posts überhaupt?
Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, denn sonst würdest du nicht sowas schreiben:

Du sagst: "Ich glaube an das brahman. Ich glaube an die Upanishaden. Und die machen mich glauben, dass ich nichts bin."


Habe ich je geschrieben, dass ich nichts bin? Sollte ich das geschrieben haben, dann ist mein Verständnis davon ein anderes, wie deines. Wieso stellst du dann meinen Auspruch so hin, als ob er mit deiner Bedeutung verstanden werden soll?

Was du stets mit deinen vielen Worten trotzdem nicht erklären kannst: Warum du kein Atheist bist, wie du behauptest.


Habe ich das nicht? Liest du meine posts eigentlich? Ich denke nicht!
Zudem bin ich nicht zu defenieren über das einfache ich bin dieses und jenes nicht. Ich bin weder noch! Weder Atheist noch Theist. Ich bin das darüberhinausgehende. Deswegen darfst du mich auch gerne als den Tathagata bezeichnen, als den Hinübergegangenen, ebenso wie der Buddha auch. ;)

Und du bist außerdem frech genug, schon wieder Paulus und Meister Eckart, die an die Persönlichkeit Gottes und Christus glaubten und überhaupt nichts mit einem "du bist nichts"-brahman und einer mißbräuchlichen, atheistischen Auslegung der Upanishaden im Sinn hatten (d.h. sich also ganz und gar als Theisten definierten), völlig aus dem Kontext gerissen zu zitieren.


Ja so frech bin ich, und das deswegen, weil ich Meister Ekhardt auch gelesen habe. hast du das auch? Oder schaust du für Infos von Meister Ekhardt bei Wikipedia nach?
Und wenn einer Mnist war, dann Meister Ekhard. Eben derjenige, der die Idee hat, dass Gott ohne uns nicht in der Lage wäre, sich selbst zu erschauen. Wir sind quasi die Instanz, durch die sich Gott wahrnimmt, eine scheinbare Vielheit, die jedoch nur deswegen scheinbar ist, weil wir deswegen aber doch Teil Gottes sind, mit ihm identisch...!
Lies Meister Ekhardt, und rede dann erst!!

Dein "Gott" ist das brahman, das du als das was alles ablehnt definierst.


Brahman lehnt alles ab? Mittels welcher Überlegung kommst du zu dieser Einsicht?

Es ist das Namenlose.


Brahman hat alle Namen, die wir ihm geben, und darüberhinaus noch mehr. Aber die Offenbarung brahmans geschieht dennoch im Schweigen, denn alles Reden ist wieder eingebettet im relationalen. Und da ist Brahman nicht zu finden!!

Und genau das ist Atheismus.


Mittels welcher Überlegung kommst du zu dieser Einsicht?

Nein sagen. "Es gibt keinen Gott. Es gibt keinen Sinn. Alles ist nichts. Ich bin nichts. Es gibt kein Leben nach dem Tod. Es gibt kein Wort, kein Name, keine Gebote Gottes. Alles ist nur Illusion, ein nichtiger Traum. Genieße das Leben solange du kannst, weil danach kommt nichts mehr!" Und nichts anderes machst du in deinen Nicht-Erklärungen.


Dann hast du mich nicht verstanden, zudem sehe ich auch, dass dein Denken so verkümmert ist, dass du gerade diesen Schluß daraus ziehst. nein falsch nicht dein Denken ist verkümmert, sondern dein Ego ist zu groß! Denn ein demütiger mensch wäre auf die Idee der Ethik gekommen, weil er einsieht, dass nichts getrennt ist vom anderen. Und eben deswegen überlegt ein solcher sein handeln und würde niemals Handlungen begehen, die anderen Schaden. Fügt ein solcher dabei doch nur sich selbst Schaden zu. Zudem welcher Sinn besteht im Verletzen des Anderen?

Wenn du kein Atheist bist, wie du behauptest, dann solltest du wie jeder andere, der nicht Atheist ist, diese Tatsache in einem einfachen Glaubenssatz bezeugen können, z.B. "Ich glaube an Gott, den Allmächtigen und Schöpfer der Welt."


Warum sollte ich mich fü eine Seite der Medaille entscheiden, wenn ich doch beide Seiten als Trugbild erkannt habe? Warum sollte ich solche volksfrömmelnden Tätigkeiten begehen, die einem Wahrheitssucher nicht zustehen?
Warum sollte mein Weg christlichen anstrich haben - pardon: Einen einfach gestrickten christlichen Anstrich!

Du aber sagst immer nur Nein zu allem und willst letztlich wie ein Diogenes allein nur für dich in einem dunklen Faß sitzen und dir heilig und erleuchtet vorkommen oder wie einer dieser Shiva-Asketen in einer ganz ihrem Geisteszustand finsteren, leeren, kalten und unheimlichen Höhle.


Mittels welcher Überlegung kommst du zu dieser Einsicht?
ich stehe im Leben und sage ja zum Leben. ich bin von Beruf Sozialarbeiter, bin verheiratet und habe vier Kinder. Also wirklich sehr asketisch!! Ich geh gerne weg und feiere gerne. Ich sitze nicht in einer Höhle. Revidiere mal deine Vorurteile guter Samson - das ist mein Tip an dich. Schau nach, was tatsächlich gegeben ist und folgere nicht von einer Sache tausend falsche Sachen herbei. Und vor allem urteile nicht aufgrund deiner fehlerhaften herleitungen und Meinungen. Du bist nicht besser wie ein Inquisitor des 16. jahrhunderts. Du hast deren Fragestil, deren Argumentationsstil, deren Denken und deren "Liebe".

PS: Kennst du das Buch: "Tod eines Guru"? Da wird das Thema ausführlich behandelt.


Ich habe sogar den Autor dazu persönlich kennengelernt und gesehen, dass er ein Blender ist, der mit geziehlten und bewußt gewollten Unwahrheiten angst vor seiner ehemaligen Religion ist. Zudem ist er ein Lügner!

Gruß

Nataraja
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Di 21. Mär 2006, 15:18

Nochmals hallo Samson,

deine Theorien bezgl. Shiva und satan sind hahnebüchen!
ich möchte shruti oder smriti-Belege für folgende Aussagen:
- Shiva ist die Inkarnation der Unwissenheit.
- Shiva hat als Anhänger auch Atheisten.
- Die Nachfolger shivas sind böse Geister.
- Eine Belegstelle, was denn Mayavada ist.
- Eine Definition aus der Schrift, was Shankara lehrt.
- Eine Gleichsetzung des Wortes Mayavada mit "die zu allem Nein sagen"
- mayavadis wollen Seelen Vernichten
- Eine Seele zu vernichten bedeutet, sie zu Shiva zu bringen, da er -wenn er Satan ist- Ankläger und Henker ist
- die Identität Satan ist gleich Kali (also der verkörperte geist des jetzigen Yugas)
- Kali (nicht die Göttin) ist eine reele Person, und nicht nur ein visionär erblicktes Etwas von Maharaja Parikshid.

Für die oben genannten Aussagen hätte ich gerne - wie schon gesagt - belege aus den indischen Schriften. bevorzugt aus der Shruti-Literatur, denn diese ist im Gegensatz zur smriti nicht menschlichen Ursprungs, was ihr eine gewisse autorität verleiht.
Zu den Schriftbelegen, die etwas mit Shankara oder mayavadis zu tun haben, kannst du ja nur aus smritis zitieren, also aus Originalschriften Shankaras. wenn du magst, kannst du mir seine Belegstellen aus der shruti mitgeben.
Bedenke, dass eine Aussage von einem Vaishnava-Acharya über das System Shankaras von mir deswegen nicht angenommen wird, weil es nur der Blick eben dieses großen Acharyas auf das System Shankaras ist, und nicht das system des Shankara, wie es ist. lassen wir deshalb den shankara selber sprechen, bevor andere ihn zerreden.
Ich erwarte deine Belegstellen sowohl in Sankrit, als auch in deutsch oder englisch. Denn dann kann ich anhand der sanskritquelle eventuelle Übersetzungsfehler erkennen.

Danke schon im Vorraus, ich hoffe du kannst deine haltlosen Thesen hier auch belegen.
Ein Nichtbelegen deiner Thesen bedeutet für mich vor allem eines: Sie sind haltlos, da falsch. Und so werde ich es dann auch verkünden!

zu den Thugs: gehörten die jemals zum Sanatana-Dharma??

Ansonsten hat der ehrwürdige J.Tanya schon alles gesagt. Ki jaya!! ;)

Greez

Nataraja




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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Di 21. Mär 2006, 21:16

Original von Nataraja
Nochmals hallo Samson,

deine Theorien bezgl. Shiva und satan sind hahnebüchen!
ich möchte shruti oder smriti-Belege für folgende Aussagen:
- Shiva ist die Inkarnation der Unwissenheit.
- Shiva hat als Anhänger auch Atheisten.
- Die Nachfolger shivas sind böse Geister.
- Eine Belegstelle, was denn Mayavada ist.
- Eine Definition aus der Schrift, was Shankara lehrt.
- Eine Gleichsetzung des Wortes Mayavada mit "die zu allem Nein sagen"
- mayavadis wollen Seelen Vernichten
- Eine Seele zu vernichten bedeutet, sie zu Shiva zu bringen, da er -wenn er Satan ist- Ankläger und Henker ist
- die Identität Satan ist gleich Kali (also der verkörperte geist des jetzigen Yugas)
- Kali (nicht die Göttin) ist eine reele Person, und nicht nur ein visionär erblicktes Etwas von Maharaja Parikshid.







So Samson, das hast du nun davon, wenn du dich mit Nataraja anlegst. Seine Posts schnell durchfliegst und ihm dann wieder und wieder deine "Nataraja ist Atheist"-These unterjubeln willst.

Jetzt hättest du ziemlich was zu tun. Das erfordert Zeit, nur mal all diese Bücher zu finden und dann die Stellen zu finden.

Kannst ja einen Termin angeben, bis wann du mit den Antworten kommst... so in etwa Dez. 2012 sollte die Antwort dann bitte dasein, weil, nachher ist ja weltunter(bzw) übergang...


Bis dahin, würde mich von Nataraja 2 dinge interessieren.

1) Eine umfassende Erklärung, wer Shiva ist und für was alles er steht und wie er zu Krsna steht.

2) Eine umfassende Erklärung, für was genau Nataraja steht.

3) Wie du Sri Advaita vom Panca tattva siehst.
We are all beloved children of the all-attractive Supreme Person. And most importantly for us, we don´t have to struggle to attract His love. He loves us more than anyone else and is waiting in our own hearts for us to turn to Him and return His love.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Di 21. Mär 2006, 22:06

Hoi J.Tanya,

Dez. 2012 wäre schon ein wenig spät. Wie wärs mit nächster Woche? Aber mal sehen, ob überhaupt was kommt.

1) Eine umfassende Erklärung, wer Shiva ist und für was alles er steht und wie er zu Krsna steht.


dazu kann ich nur eines sagen: Schau in deine Mails, du hast Post! :)

2) Eine umfassende Erklärung, für was genau Nataraja steht.


Wenn du mit Nataraja den Tänzer aus Chidambaram meinst, das steht auch in der mail, bzw. im anhang dieser mail. Schöne Geschichte, bzw. schönes Bild Gottes. Wenn ich das hier Veröffentlichen würde, wäre das ja schon fast Werbung für was unchristliches, deshalb lasse ich das. Wer die geschichte will, soll mir per PN seine mail-Adresse schicken und ich schicke die Geschichte dann zu.

3) Wie du Sri Advaita vom Panca tattva siehst.


Jetzt fragst du mich ja Insiderwissen der Gaudiya-Tradition.
Shrila Narayana Maharaja sagt über shri Advaita folgendes: "Es gibt zwei spirituelle Ursachen der materiellen Welt: eine ist die instrumentale Ursache, und die andere ist die wirkende Ursache. Der Höchste Herr Maha-Vishnu Selbst ist die wirkende Ursache, und Seine Teilerweiterung, Sri Advaita Acarya, ist die instrumentale Ursache."
Shri Advaita ist demnach eine Teilerweiterung von Maha-Vishnu.
Ich schick dir noch nen Link, wo eine wunderschöne Lecture über Shri Advaita enthalten ist.
Hab grad festgestellt, dass ich die erste mail mit meiner anderen Kennung (gopeshvara) verschickt habe, aber kein Problem, das ist auch ein name Shivas in Vrindavana. Du müßtest ja eigentlich wissen, dass in Vraja auch heute noch ein Shiva-lingam verehrt wird, nämlich Shiva als Gopeshvara. Auch das ist ein wunderbares lila der beiden (Krishnas und Shivas).
Wußtest du, das Shri Nityananda ein Avatara des Sada-Shiva ist?

Gruß

Nataraja
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Johncom » Mi 22. Mär 2006, 00:15

Lieber Samson

das Nataraja kein Atheist ist hat er anschaulich erklärt. Sicher glaubt er (wie wir wohl alle an den "allmächtigen Schöpfer der Welt", aber wie Gott es sicher will sind 1) nicht alle seine Geschöpfe, "seine Menschen" Schweizer, Deutsche oder Afrikaner. Und aufgepasst: 2) Nicht alle Menschen beten in reformierten Gotteshäusern sondern auch in hinduistischen oder buddhistischen Tempeln. Nicht alle aber viele. Tiefen Respekt zu haben voreinander und ihn auch auszudrücken, das ist, glaube ich, eine grosse Aufgabe dieser Zeit. Wir können nur von einander LERNEN.


Du von den Beatles hab ich auch was. Aus der Zeit ihrer ersten Begegnung mit der östlichen Mytik ... :


Words are flowing out like endless rain into a paper cup,
They slither wildly, as they slip away across the universe.

Jai guru deva. Om.
Nothing´s gonna change my world.

Images of broken light which dance before me like a million eyes,
They call me on and on across the universe.
Thoughts meander like a restless wind inside a letter box,
They tumble blindly as they make their way across the universe

Jai guru deva. Om.
Nothing´s gonna change my world.

Sounds of laughter, shades of life are ringing through my opened ears
Inciting and inviting me.
Limitless undying love, which shines around me like a million suns,
It calls me on and on across the universe

Jai guru deva. Om.
Nothing´s gonna change my world,

Jai guru deva.


Herzlicher Gruß :)
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Johncom » Mi 22. Mär 2006, 07:37

Jawohl J.Tanya, das war ein treffender Beitrag.

"Es ist einer der gefährlichsten Projektionen, Satan-isches überall zu sehen (die Hindus, die muslime, die Budhisten, die Materialisten, die Regierung die Armee die...)

nur nicht bei sich. Man selber ist ok..."

(Habe noch nicht ganz geblickt wie man Zitate einfügt deshalb hier mal mit copy & paste Methode.)

Klarer Fall, wir erleben das täglich auch in den Medien. Das gemeine Volk, und das sind wir alle in der Summe, einigt sich bei Bedrohungen ganz schnell auf irgendeinen Bösewicht von da draussen der an allem Schuld ist. Irgendjemand ´anderes´. Im Moment gibt es eine Furcht vor Muslimen .... früher waren es die Kommunisten, noch früher die Juden etc .. etc.

Projektionen sind schnelle Hilfen um eigene Probleme zu ´verschieben´. Oder besser gesagt um die Aufösung eigener Probleme aufzuschieben. Es ist oft sehr schmerzhaft sein eigenes Problem zu lösen, denn man muss sich selbst eventuell ändern, die vertraute Sicherheit verlassen. Oh .. das könnte weh tuen, also lieber wird das Ego, das faule Ich, schnell einen Sündenbock finden.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Enggi » Do 23. Mär 2006, 23:29

Original von Johncom
Entschuldigung weil ich mich gerade einmische ... ich hab dieses Forum erst gestern Abend gefunden und komme so langsam rein in die Thematik.
Kurze Frage an J.Tanya und Enggi sei erlaubt ? (danke) Warum gebt Ihr soviel Aufmerksamkeit an ´Satan´ .... anstelle Gott, Dem Allumfassenden, Dem seine Kinder liebenden ? Das wundert mich.
Hallo Johncom, willkommen im Forum!

Meine Zwischenbemerkung wegen Satan war nur ein Beitrag zur laufenden Diskussion. Wenn du von Anfang an mehrere Beiträge gelesen hast, so wirst du unschwer feststellen, dass ich als Unwissender angefangen habe und unterdessen einiges mitbekommen habe.

Ich repetiere mal:

Krischna ist der höchste Gott, der alle zu sich zieht. Manchmal heisst er auch Isha (bedeutet Herr). Von Zeit zu Zeit kommt er in Form eines Avatars (Heiligen) auf die Erde. Bekannte Avatare sind z.B. Buddha, Jesus, Chaitanya, eventuell auch Mahatma Gandhi.

Drei Aspekte von Krischna sind:
Brahma, der Schöpfer
Wischnu, der Erhalter
Schiwa, der Zerstörer

Maya ist alles was wir sehen und messen können. Entspricht etwa Materie und Energie. Da das Sichtbare vergänglich ist, betrachtet der Hindu Maya letztlich als Illusion.

Kali ist die Zeit und als solche gnadenlos. Sie läuft und läuft und kümmert sich um nichts, was vergangen ist.

Was ich noch nicht begriffen habe ist Brahman, Atman, Karma. Der Spur nach: Brahman ist die Weltseele oder Allseele, Atman ist die einzelne Seele, Karma ist das was die einzelne Seele getan hat. Irgendwann in der Vergangenheit ist ein grösseres Missgeschick passiert, was den Kreislauf von Inkarnationen in Bewegung setzte.

Der Rest, den ich bisher gelesen habe und nicht verstehe, erscheint mir als Folklore für höhere Eingeweihte à la Nataraja.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Johncom » Fr 24. Mär 2006, 08:46

Hallo Enggi !
1) Danke für den Willkomensgruss ! 2) Und danke für dieses update, also wenn ich das richtig verstehe sind Deine kurzen Zusammenfassungen die bisherigen Ergebnisse dieses Lernen-voneinander-Dialogs genannt ´Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen´.

Nein ich konnte nicht all diese vielen vorausgegangenen Beiträge lesen, habs versucht aber es strotzte mit Fachwörtern und .... nein, das war dann irgendwie zu mühevoll. Deshalb erstmal Dank für dieses Update.

Ich möchte einige Stichwörter aus Deiner Zusammenfassung etwas in eine erweiterte Sicht rücken und ich hoffe es ist für jeden verständlich. Mit ´erweitert´ meine ich nicht ´besser´ sondern eher ´anders´, so können wir vielleicht gemeinsam untersuchen ob der hiduistische Bhakti Pfad nicht auch Inspiration für Christen geben kann. Oder zumindest zum Respekt beitragen, zur ehrlich gemeineten Verbeugung voreinander.

Also .... Zitat:

Krischna ist der höchste Gott, der alle zu sich zieht. Manchmal heisst er auch Isha (bedeutet Herr). Von Zeit zu Zeit kommt er in Form eines Avatars (Heiligen) auf die Erde. Bekannte Avatare sind z.B. Buddha, Jesus, Chaitanya, eventuell auch Mahatma Gandhi.

..... Für den einen Teil der Hindus ist Krishna der höchste Gott, für den anderen Teil ist es Shiva. Ich meine, ich bin kein Hindu oder auch kein Inder aber so kann man es wohl in jedem Lexikon nachlesen. Und so ist es auch die vorwiegende Meinung aller Inder mit denen ich gesprochen habe. Der Hinduismus ist sehr vielfältig, es sind nicht unbedingt bewuste Entscheidungen die den einen zum Vishnu Anhänger machen, den anderen zum Shiva Anhänger sondern das hängt meistens davon ab, in welcher Region man aufwuchs, welcher Richtung und Tradition die eigene Familie folgt. Und das seit Generationen .....

Zitat: Drei Aspekte von Krischna sind:
Brahma, der Schöpfer
Wischnu, der Erhalter
Schiwa, der Zerstörer

.......... Wie gesagt, daß Krishna ´höchster Gott´ ist, das ist der Glaube einer Minderheit im heutigen überwiegen hinduistisch geprägten Kontinent Indien. Krishna ist sehr wohl die beliebteste Form Gottes. Als eine Inkarnation Vishnus.

....... Also ja: Brahma, Vishnu und Shiva. Die Drei .... Dreifaltigkeit oder besser Dreieinigkeit ist sozusagen ´amtlich´, also wissentschaftlich bestätigt. Mit wissentschaftlich meine ich: auch von indischen Religionswissentschaftlern bejaht, unabhängig von persönlicher Glaubensrichtung. Brahma als der (Er-)schöpfer, the creator. Vishnu als Erhalter ? Aber mit Erhalter ist gemeint ´Erhalter´ des Gestzes, des Dharma ... also der immer wieder inkarnierende ´Gottessohn´ der regelmässig in der Menschheitsgeschichte auftaucht um an das ewige Gesetz zu erinnern oder salopp gesagt um die Menschen wieder auf den rechten Weg zurück zu bringen. Ja für viele Hindus (passt) Jesus in diese Vorstellung oder der Buddha. Mahatma Gandhi .. ? Weiss nicht, das wäre neu, aber sicher werden ihn viele als Heiligen sehen. Wie auch .... ja, Mutter Theresa. Sie ist ohne Vorbehalt für sehr viele Hindus eine Heilige auch wenn sie niemals an deren Ritualen teilgenommen hat. Einfach ihr Leben des selbstlosen Dienstes das ist was die Hindus zutiefst überzeugt. Diese Theresa wird jetzt in Indien natürlich verehrt aber sich zu einer persönlichen Nachfolge zu entscheiden ist den meisten Hindus fast unmöglich aufgrund ´Familienzwängen´.

Zitat: Maya ist alles was wir sehen und messen können. Entspricht etwa Materie und Energie. Da das Sichtbare vergänglich ist, betrachtet der Hindu Maya letztlich als Illusion.

...... Ja das ist wohl die absolute Prüfschnur der hinduistischen, auch der buddhistischen Weisheitsschule: Alles was vergänglich ist (was kommt und geht) hat keinen Bestand, ist .... kaum einer würde sagen ´Alles ist Illusion´ aber das meist von dem was wir erleben im täglichen Leben ist eben nicht ´ewig´ . Nur relativ. Heute bin ich gut drauf, morgen weniger gut ... aber das einzige was ernst genommen wird ist das was bleibt. Nicht die vielen Dinge, die wiederum Rückwirkungen von irgendwelchen Zufällen sind, sondern nur das was immer ist. Also ... Maya ist demnach unsere ´Vorstellung´ von der Wichtigkeit der Tagesereignisse. Solange der Yogi sich von dieser Wichtigkeit emotional beinflussen lässt, so lange ist er nicht reif für die Erkenntnis des Ewigen.


Zitat: Was ich noch nicht begriffen habe ist Brahman, Atman, Karma. Der Spur nach: Brahman ist die Weltseele oder Allseele, Atman ist die einzelne Seele, Karma ist das was die einzelne Seele getan hat. Irgendwann in der Vergangenheit ist ein grösseres Missgeschick passiert, was den Kreislauf von Inkarnationen in Bewegung setzte.

... Ja, Karma ist das was die einzelne Seele getan hat. Zumindest gemäss profaner Vorstellung. Das setzt vorraus die Vorstellung ´persönlicher Seelenwanderung´ oder Reinkarnation einer Einzelseele. Aber wenn man gebildete Hindus befragt wird man oft weiterreichende Vorstellungen hören, zum Beispiel auch eine Art ´Kollektiv Karma´. Aber das führt zu weit im Moment gell ?

Zitat: Der Rest, den ich bisher gelesen habe und nicht verstehe, erscheint mir als Folklore für höhere Eingeweihte à la Nataraja.

...... Ich habe Natarajas Beiträge nicht alle gelesen (auch weil sie mit vielen Begriffen gewürzt sind die nicht jeden in diesem Forum wissensgemäss mitnehmen) aber ich vermute daß Nataraja ganz aus der Sicht der Hare Krishna Bewegung spricht .. ?

Namaste !
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Fr 24. Mär 2006, 12:34

Hallo Johncom, hallo Enggi,

Was ich noch nicht begriffen habe ist Brahman, Atman, Karma. Der Spur nach: Brahman ist die Weltseele oder Allseele, Atman ist die einzelne Seele, Karma ist das was die einzelne Seele getan hat. Irgendwann in der Vergangenheit ist ein grösseres Missgeschick passiert, was den Kreislauf von Inkarnationen in Bewegung setzte.


Paßt doch alles!
Was dir vielleicht noch fraglich ist, lieber Enggi, ist, wie das mit Gott oder Krishna zusammenpaßt.
Da hilft es, sich die Sache historisch anzusehen oder Religionswissenschaftlich.
Ca. 3500 oder früher oder etwas später (nichts genaues weiß man nicht) v. Chr. wanderten in Nordindien indoarische Volksstämme ein. Das gebiet in dem sie siedelten, ist das heutige Punjab, bis rüber zum Ganges, die südlichsten gefilde des Kashmir, Afghanistan und natürlich entlang des Flusses Indus. Diese Einwanderer brachten ihre Religion mit, nämlich die Religion des Veda. Systematisiert und fixiert wurden die Veda-Hymnen, die Samhitas wohl erst in Indien. In Indien selbst gab es aber natürlich auch schon Religionen und Kulte. Man kann aufgrund von Funden in den alten Stadtstaaten Harrappa und Mohenja-Daro annehmen, dass die Vorläufertraditionen des Yoga und Samkhya (sind beide im wesentlichen dualistische Systeme) hier schon in Indien Zuhause waren. Was man in diesen alten Stadtkulturen auch fand, waren Götterdarstellungen, die an den heutigen Shiva erinnern. Somit wäre Shiva, der von der vedischen Tradition als Rudra assimiliert wurde) ein einheimischer Gott Indiens. Wohingegen die brahmanischen Götter, wie Vishnu mitgebrachte Götter der indorischen Bevölkerung waren. Die beiden Kulturen vermischten sich, die vedische Tradition nahm auf, was sie vorfand und entwickelte sich weiter. Religion war in diesen Tagen eher ein Deal mit den Göttern: So nach dem Motto - ich opfere dir, dafür bekomme ich Regen und ne gute Ernte. Irgendwann sind die leute natürlich auf die Idee gekommen, dass das ja ziemlich blöd ist, denn sie fragten sich: Woher kommt alles? Gibts Götter wirklich? Wohin gehen wir nach dem Tod. Die Upanishad-zeit brach an. man philosophierte. Das war so ab 800 v. Chr.. Man hatte als Erkenntnis, dass es eine höhere Instanz geben mußte und nicht viele. Diese höhere Instanz nannte man Brahman. Dieses Brahman ist, wie es das Brahma-Sutra auch sagt: Ursprung und Träger von allem. Brahman kommt von der Sanskritwurzel bri, was anschwellen, aufblähen, aufgehen, sich ausdehenen bedeutet. Brahman bläht sich auf, und schafft somit Welt. Und da frgate man sich natürlich, was mit dieser Welt ist? Ist sie von selber Art wie Brahman oder ist sie etwas eigenständiges? Was ist mit uns Lebewesen? Sind wir von selber Art wie Brahman oder etwas eigenständiges?
Da ein solches Denken für einen Asketen oder Scholastiker oder Philosophen nichts besonderes ist, ist es hingegen für eine Volksreligion nicht gerade prickelnd. Man besann sich auf die alten Veda-Götter und auch auf noch vorhandene einheimische Gottheiten und es entstanden einige Kulte, die diese Lokalgottheiten mit den Ideen der Upanishaden zusammenbrachten. Und so kam es, dass das Brahman immer öfter als Krishna oder als Shiva oder als sonstwer angesehen wurde. Man machte aus einem philosophischen terminus-technicus brahman eine Gottheit.
Krishna ist ebenso eine lokale Gottheit eines indischen vorarischen Stammes gewesen, wie etwa Rama oder Ganesha. man identifizierte den Krishna etwa zur selben Zeit wie Rama mit dem Veda-Gott Vishnu. Hier ist wieder dieses typisch indische zu sehen, das Integriert, das Aufnimmt und selten verwirft. bei Buddha war es ebenso: Um nicht eine Trennung der Traditionen zu bekommen, versuchte man aus Buddha einen Vishnu-Avatara zu machen. was zwar gelang, aber nicht zum erwünschten Ziel (vermeidung des Schismas) führte.
Zu Shiva und Vishnu-Kulten: In bengalen hat sich noch sehr viel des ursprünglichsten Krishna-Kultes gehalten. man sieht deutlich, wie der Krishna-Kult die Züge eines nichtasketischen Samkhya und Yoga trägt, wie er antivedantisch ist, was dann auch erklärt, warum man keinen Shankara und keinen Monismus anerkennen konnte. Man sieht hier vielleicht ein überbleibsel, aus den Tagen vor der indoarischen Invasion. bei den Shiva-Kulten ist dies entsprechend, mit dem Unterschied, dass diese sich dem monistischen Vedanta geöffnet haben und somit natürlich eine etwas andere Entwicklung erfahren haben. Shiva und Vishnu sind vergleichsweise zwei verschiedene Ausprägung einer Religion. Vergleichbar mit Kathilisch und Calvinistisch in Europa. irgendwie hängen sie schon am selben dran, wenn man sich dann aber den Calvinismus und den Katholizismus ansieht, könnte man meinen, das sind grundverschiedene Religionen. Ebenso bei den Shiva- und Vishnukulten.

Der Rest, den ich bisher gelesen habe und nicht verstehe, erscheint mir als Folklore für höhere Eingeweihte à la Nataraja.


:D

...... Ich habe Natarajas Beiträge nicht alle gelesen (auch weil sie mit vielen Begriffen gewürzt sind die nicht jeden in diesem Forum wissensgemäss mitnehmen) aber ich vermute daß Nataraja ganz aus der Sicht der Hare Krishna Bewegung spricht .. ?


nein, ich schreibe nicht aus der Sicht der Hare Krishnas, bzw. ich tue das eher sehr selten. Um anzudeuten aus welcher perspektive ich schreibe, vielleicht soviel: Es ist die Perspektive eines hare Krishnas, aber auch die eines Mittelweg-Buddhisten. Die Perspektive eines Monisten, eines Neuplatonikers, aber auch die eines Platonikers. Die Perspektive eines Evagrius Pontikus, eines meister Ekhards, eines ramanujas, eines Nagarjunas....
Es ist sowas wie die Position einer Metaebene. Indisch gesehen ist es eine ganz strenge Art, die Upanishaden nachzufolgen. Eine konsequente Art, eine formallogische Art, gewürzt mit dem Gefühl der Bhakti.
Schon strange!
Aber ja, bei den Krishnas habe ich einen Großteil meiner Entwicklung und meines Lernens verbracht und mag sie auch heute noch sehr gerne!

Gruß

nataraja
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Fr 24. Mär 2006, 13:16

Hallo Nataraja,

die Antwort war zwar nicht für mich gedacht, aber da ich gestern nacht mit meinem Mann gerade über die arischen Einwanderer nach Indien und das mitbringen und vermischen der Religionskulten diskutiert habe, war das eine wertvolle Ergänzung für mich, danke! :)

Grüsse und guten Tag wünscht Dir

Sandra73

PS: Bin hier grad nicht mehr so schreibaktiv, aber ich lese jeden Tag mit! :))
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Fr 24. Mär 2006, 19:12

Original von Sandra73


PS: Bin hier grad nicht mehr so schreibaktiv, aber ich lese jeden Tag mit! :))



Aber Sandra, was ist denn nur los mit dir?

Wo ist dein Bhakti-Wissensdurst hin?

bitte wieder täglich fragen Stellen und starkes Interesse zeigen!!! :warn: ;)
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Fr 24. Mär 2006, 19:24

Hallihallo J.Tanya,

mein Bhakti-Wissensdurst ist durchaus noch vorhanden, aber der Herr Bhakti-Lehrer war abwesend, wohl in den Ferien! :D
Die Diskussion um "Natarajas (A)theist Sein oder nicht sein ist hier die Frage" hat mich halt eher gelangweilt, aber jetzt scheine ich ja eher wieder auf meine Kosten zu kommen, denn auch Natarajas neuliche Ausführungen haben mich recht interessiert.

Also, ich bin eigentlich mitten im Kochen, die Fragen müssen warten bis etwa um 23.00 Uhr! Wappne Dich! :D

Lieber Gruss, Sandra
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Fr 24. Mär 2006, 19:36

Ich hab in diesem Thread sehr viel über Bhakti und Veden gelernt. zb.


Was mir vorher nicht soooo klar war wie jetzt, ist Natarajas position.

Wobei, wirklich klar ist die mir nach wie vor nicht. Aber das muss sie auch nicht sein.

Wofür steht denn eigentlich Samson genau, der doch manchmal postete als ob er der einzig wahre Hare Krsna Devotee wäre.

Das war eigentlich auch ne überraschung total.

Nat, den ich für einen Gaudya-Vaisnava hielt (seit 04) entpuppte sich, als ... mal sicher nicht ein Iskcon-Devotee, soviel ist sicher. (lebtest du mal in einem Iskcon-Tempel?)

Samson, der klar für Christus mailte, schrieb manchmal posts, wo er gegenüber Nataraja, Sri Krsna Chaitanya Mahaprabhu aufs energischste verteidigte, als ob er von jener Linie eingeweiht wäre....
gibts den sowas?

Sandra zeigt und zeigte massives für Christen ausserordentliches Interesse an Bhakti so dass ich mich als Bhakti-Lehrer fühlte.
Christen, die volles Interesse an der Krsna-Kultur haben und es nicht beim zweiten Satz verteufeln, schlechtmachen,verdrehen, mit "tod eines Gurus" kommen, etc.
gibts den sowas?

enggi, der nun wohl 20 Jahre nach erhalt der Gita endlich geschnallt hat, wie die Krsna-Theologie in etwa ist. (Toll, endlich konnte ich von einem Christen eine gute Zusammenfassung lesen, die nicht alles verdreht, damit man sie nachher einfacher verwerfen kann. (So im sinne von Karma = Selbsterlösung über viele Leben..)

Johncom, der auch erfahrung mit hindu.gedankengut zu haben scheint, als späteinsteiger. (herzlich willkommen)

schön. Dieser Lehrgang hier gefällt mir. Aus persönlichem Interesse stellt er für mich der bisher beste Thread dar.
Ich hätte nie gedacht, dass es über 400 Post geben würde.
Ende nicht in sicht.

Die frage ist nun. Wie weiter.?????

Sind noch fragen da? Habt ihr noch fragen?

Ja sie dahinten, mit dem grünen Hemd...


Was mich vorallem an den Christen, die mitgemacht haben, interessiert ist,

wie war euer Wissen vor diesem Thread?
Wie ist es nun?

Hat sich was geändert?

Könnt ihr Hindus,Vaisnavas, Shivaiten etc nun besser verstehen?

Wie denkt ihr nun über diese Religio?

Was bringt euch dieses Wissen in Bezug auf euren eigenen Glauben?

Was könnt ihr akzeptieren?
Was stört euch?
Was findet ihr "besser" /schlechter als bei euch?

We are all beloved children of the all-attractive Supreme Person. And most importantly for us, we don´t have to struggle to attract His love. He loves us more than anyone else and is waiting in our own hearts for us to turn to Him and return His love.
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Fr 24. Mär 2006, 20:25

Hallo J.Tanya,

So, znacht gegessen, hab noch einige Minuten Zeit bis ich aus dem Haus muss.....reicht vielleicht um zuerst Deine Fragen zu beantworten, bevor ich dann heute nacht mit meinen (ich weiss schon welche) kommen werde!

Also:

Mein Wissen vorher war gleich null.

Jetzt hab ich eine Ahnung, um was es im Hinduismus allg. und v.a. speziell im Bhakti geht.
Ich kann Menschen, die dies praktizieren, nun sehr viel besser bezw. gut verstehen.

Vorher hab ich eher abgeblockt aus dem Grund heraus, dass ich zwar meine Position hatte, aber weil ich vom anderen nichts wusste, war ich zu unsicher, um mich zu ihm hinzuwenden und wirklich im Gespräch einzulassen.
Dies hat sich nun geändert.

Ich bleibe auf meinem Punkt, und dennoch habe ich mich vorwärtsbewegt.
Ich bin in einem Prozess gelandet, wo ich mir aus meiner christlichen Position heraus viele Fragen stelle (zu stellen wage), die ich vorher nicht in der Form zugelassen hätte.

Ich habe meine "Berührungsängste" verloren. Mein Interesse ist im Laufe des letzten Monats immer mehr gesteiegen und tiefer=echter geworden.
Da ich nun gleichzeitig Dinge hinterfrage und auf meiner Position stehenbleibe, bewege ich mich vorwärts.

Meinem eigenen Glaubensleben bringt dies enorm viel. Ich bringe keine einfachen Standard-Antworten mehr, nicht mal mir selbst gegenüber genügt das mehr, habe ich heute erstaunt festgestellt.

Ich bin in einem spannenden Prozess unterwegs, und ja, ich bin einfach gespannt, wie das mein Leben als Christin bereichern wird.

Soviel mal fürs erste, vielleicht kommt noch mehr zusammen.

Und ich bin vor allem auch gespannt auf die Antworten der anderen Christen!!!

Und ich hoffe, dass dieser Thread noch eine ganze Weile bestehen bleibt!!!

Wie weiter? Na, eben, ich hab ja noch genug Fragen! Also, J.Tanya, halt Dich bereit und komm zurück aus Deiner Abwesenheit hier!
Packen wirs an, es gibt zu tun! :D

Mit liebem Gruss, Sandra
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Nataraja » Fr 24. Mär 2006, 21:55

Nat, den ich für einen Gaudya-Vaisnava hielt (seit 04) entpuppte sich, als ... mal sicher nicht ein Iskcon-Devotee, soviel ist sicher. (lebtest du mal in einem Iskcon-Tempel?)


:D

Nicht wirklich! Obwohl ich meistens in ISKCON-Tempeln bin, wenn ich zu den Vaishnavas gehe, und obwohl ich bei ISKCON mal anfing und eigentlich auch fast treu bin. Aber ich hab auch sehr viel Sympathien für Narayana-Maharaja und Shriddhara-Maharaja.

Greez

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(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Sa 25. Mär 2006, 00:53

Guten Abend!

so, elf Uhr durch, dann kann ich ja mit meiner Fragestunde beginnen, hehehehe! :D

Ich habe gelesen, dass es 10 Avatare gibt, und dass der letzte davon noch kommen wird.
Was wisst Ihr darüber?

Warum nennt man die drei obersten Kasten "Wiedergeborene Hindus"?

Im Bhakti werden Gottesdienste abgehalten. Was kann ich mir darunter vorstellen?
Ich hab folgenden Satz gelesen: "Riten und Zeremonien finden statt, es sind Hymmnen zu singen und Statuen anzubeten.
das ist nicht "Götzendienst" im eigentlichen Sinn. Das Bild ist der Brennpunkt, in dem Gott (den man in keinem Bild darstellen kann) angebetet wird."
Ich verstehe diesen Satz nicht so wirklich. Wenn man Gott nicht darstellen kann in einem Bild, wie kann das Bild dann Brennpunkt sein, in dem man Gott anbetet? Denk ich hier zu weit, dass ich das nicht gleich als logisch ansehe?
Ist ja eh wie im Christentum, die Frage, was denn bei der Bilderverehrung nun noch gut ist und wo Götzendienst und überhaupt....

Gibt es in der Bhakti-Richtung sowas wie "Missionseifer", dass man andere dafür gewinnen möchte? Oder ist das einfach etwas, in das man hineingeboren wird?

Was ist "Bhakti-marga" ?

Warum steht in der Bhagavad Gita, dass Krishna sagte: "Nur durch Bhakti kann der Mensch mich sehen, mich kennen und zu mir kommen" ? Was ist dann mit den anderen hinduistischen Richtungen? Wie bekommen diese Bezug zu Krishna?

Naja, mal so paar Fragen, es kommen vielleicht noch Gescheitere als diese.

Bis dahin sag ich: Viel Spass beim Beantworten!!! :D :roll: :tongue: :)

Liebe Grüsse von Sandra73
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Sa 25. Mär 2006, 01:35

So, nun noch einmal zu diesen Frögli hier:


Hat sich was geändert?


Woran? An meinem Glauben an Jesus? Oder an meiner Einstellung gegenüber Andersgläubigen?



Was könnt ihr akzeptieren?
Was stört euch?
Was findet ihr "besser" /schlechter als bei euch?



Ich kann akzeptieren:

Die Sehnsucht und das Bedürfnis nach dem obersten Schöpfergott der Liebe, der Weg der Anbetung und Hingabe an diesen. Das Personale dieses Gottes. Das Zusammensein mit ihm als höchstes Ziel.

Das Bemühen darum, die Liebe zu leben.

Der Gedanke, dass Gott sich durch die Avatare bei den Menschen manifestiert (weil dies ja mit JAHWE und Jeshua ebenso geschehen ist)

Ich akzeptiere an der Karma-Lehre, dass sie konstruktiv umgeht mit dem Thema Leid. Sie akzeptiert, dass es Leid gibt auf dieser Welt, und verneint deswegen nicht gleich einen liebenden Gott, so wie ich das oft im Gespräch mit Humanisten oder Atheisten erlebe.
Ich akzeptiere daran, dass sie vorgeht nach dem Prinzip "Was du säst, wirst du ernten". Das stimmt auch für mich, ausser dass ich halt in Jesus den Durchbrecher dieses Gesetzes sehe.

Evtl. noch mehr, kriegs grad nicht so hin.

Es stört mich:

Sorry, bin ja noch immer Christin, also in dem Fall also, dass Jesus und seine Erlösungstat am Kreuz nicht vorkommt. Aber das ist ja oberplump logisch.

Die Vermenschlichung der verschiedenen Götter (Götter haben Gemahlinnen usw.) kann ich mit meinem Gottesverständnis nicht nachvollziehen.

"Besser" als im Christentum: Die Früchte der Liebe, eindeutig!!!! Da können wir uns als Christen ja oftmals gehörig schämen.... :cry:

"Schlechter": Da muss ich mir noch eine wirklich und echt gute "Nichtstandartantwort" überlegen....sorry fürs "ausweichen"....

So, das wäre dann mein Kommentar. Hab das Gefühl krieg das grad nicht so verständlich hin.
Was meinen denn die anderen Herren Christkollegen dazu?

Nachtgrüsse von einer schon etwas müden Sandra73
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Johncom » Sa 25. Mär 2006, 09:50



Hallo Sandra73 ....



Zitat:
_____________________________________________________
Im Bhakti werden Gottesdienste abgehalten. Was kann ich mir darunter vorstellen?
Ich hab folgenden Satz gelesen: "Riten und Zeremonien finden statt, es sind Hymmnen zu singen und Statuen anzubeten.
das ist nicht "Götzendienst" im eigentlichen Sinn. Das Bild ist der Brennpunkt, in dem Gott (den man in keinem Bild darstellen kann) angebetet wird."
Ich verstehe diesen Satz nicht so wirklich. Wenn man Gott nicht darstellen kann in einem Bild, wie kann das Bild dann Brennpunkt sein, in dem man Gott anbetet? Denk ich hier zu weit, dass ich das nicht gleich als logisch ansehe?
_____________________________________________________

Ich geh nur kurz darauf ein und Nataraja wird sicher ergänzendes schreiben ??

Das Wort "Götzendienst" klingt natürlich schlecht, das hiesse ja daß Hindus tote Materie anbeten. Tatsächlich haben Hindus Statuen in ihren Tempeln. Diese Statuen, manchmal auch nur einfache Bilder .. wie auf Haus-Altären oder kleinen Gebets-Eckchen, die man auch in den ärmsten Haushalten findet, werden ´geschützt´. Also wenn man sich hinsetzt, zum Beispiel auf den blanken Boden wie es in Indien üblich ist, streckt man nicht einfach die Füsse aus in Richtung so einer ´Gottesabbildung´. Das heisst aber nicht daß so eine Statue wirklich für Gott gehalten wird, es ist einfach Respekt.

Nun aber: An bestimmten Tage, zu einer bestimmten Stunde wird wird in den Tempeln beziehungsweise in dem Privathaushalt ein richtiger Gottesdienst vollzogen, eine ´Puja´. Man hat Gaben mitgebracht wie zum Beispiel Früchte, Blumen .. und auch sauberes Wasser, diese sollen nicht der dort wohnenden Statue dargebracht werden - sondern Gott selbst. Gott, der in sich gemäss der hinduistischen Glaubenspraxis in sehr vielen verschiedenen Formen manifestiert. Als Ganesh, als Krishna, als Lakshmi .....

Diese bestimmte Gottesform wird nun mit traditionellen Gebetsformeln angerufen und gebeten ´Platz zu nehmen´, zu Gast zu sein. Gleichzeitig werden Handglocken geläutet, Weihrauch gebrannt. Ab einem bestimmten Moment sollte die Gottheit jetzt ´da sein´, der Priester oder der Haushaltsvorstand beziehungsweise seine Frau vollziehen die Darreichungen und alle Mitanwesenden werden sehr ernst und konzentriert in Demut verharren. Die Darreichungen werden vollzogen, also der Statue werden Speisen gereicht, sie wird gebadet ... ales das was man einem verehrten Mitmenschen auch geben kann. Wenn das ´Puja´, die Weihehandlung abgeschlossen ist, werden die Speisen und Blumen ganz locker an alle Anwesenden verteilt, es darf genascht werden und die vorher etwas gespanntere Atmosphäre lockert sich auf ähnlich einer europäischen Stehparty.

Also das nochmal: Die Statue oder so ein Bild sind für den praktizierenden Hindu nicht tatsächlich Gott sondern Symbol. Außer während eines Puja-Gottesdienstes. Dann wird für wenige Minuten diese favorisierte Gottesform (Ganesh, Krishna, Lakshmi) in die Statue, das Bild einziehen und die Gläubigen werden sehr extrem konzentriert verharren, schnell ihre Bitten, ihre Gebete übermitteln, denn sie haben das Gefühl daß Gott jetzt für einige Minuten real anwesend ist. So eine Statue an sich wird wie ein (sehr respektierter) Gast-Ort angesehn, ist aber selbst nicht ´Gott in Stein´.


Zitat:
____________________________________________________
Wenn man Gott nicht darstellen kann in einem Bild, wie kann das Bild dann Brennpunkt sein, in dem man Gott anbetet? Denk ich hier zu weit, dass ich das nicht gleich als logisch ansehe?
____________________________________________________

Ganz kurz nachgedacht würde ich sagen ... also auch die Hindus, soweit sie etwas gebildeter sind beziehungsweise etwas wohlhabender d. h. soweit sie sich den Luxus höheren Denkens erlauben könnnen weil sie nicht 16 Stunden vor sich her werkeln müssen, wie es in heutigen verarmten Indien normal ist .. also der hochgestellete Hindu weiss daß Gott jenseits aller Bild- oder Formhaften Darstellung ist. Der/die traditionele Hindu wartet auf das Rentenalter, dort heisst es wenn die Töchter verheiratet sind und die Söhne selbständig .... dann wird er beginnen auf die formlose Gottheit zu meditieren. Das Bild, die Form, ist natürlich einfacher vorstellbar solange ´der Mensch ein Mensch ist´ also solange wir im ständigen up and down verwickelt sind, solange wir noch um Vorteile im Beruf, im Familien- und Geschäftsleben besorgt sind.



Zitat:
______________________________________________________
Gibt es in der Bhakti-Richtung sowas wie "Missionseifer", dass man andere dafür gewinnen möchte? Oder ist das einfach etwas, in das man hineingeboren wird?

Was ist "Bhakti-marga" ?

_____________________________________________
Soviel ich weiss (Nataraja weiss bestimmt mehr .. ?) hatte der Hinduismus keine Missionare bisher. Bis Swami Prabhupada die Idee hatte mit ganz wenig Geld in der Tasche ein Schiff bestieg Richtung USA ? Wo er dort,, dieser
fast mittellose aber sehr beherzte Inder den westlichen Zweig der Krishna Gesellschaft ins Leben rief ?

"Bhakti-marga" = Pfad des Bhakti.

Bhakti ist soviel ich weiss der Weg der Liebe und der Anbetung. Dann gibt es den Karma Yoga, also den Weg der selbstlosen Arbeit, des ´Dienstes an der Menschheit´ . Und den Jnana Yoga, den Weg der Erkenntnis der unter anderem Wert legt auf Meditation, auf Selbsterkenntnis.

Zitat:
________________________________________________________
Warum steht in der Bhagavad Gita, dass Krishna sagte: "Nur durch Bhakti kann der Mensch mich sehen, mich kennen und zu mir kommen" ? Was ist dann mit den anderen hinduistischen Richtungen? Wie bekommen diese Bezug zu Krishna?
_________________________________________________________


Nun dann ist das .... vielleicht ähnlich zu sehen wie das Bibelwort "Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe" Also was nützt alle Weisheit wenn sie nicht schlussendlich zum großen Verstehen und damit auch zur allumfassenden Liebe führt !


Zitat:
_____________________________________________________
Ich habe gelesen, dass es 10 Avatare gibt, und dass der letzte davon noch kommen wird.
_____________________________________________________

Uff .... die Aussage daß alles in dieser Zeit ´ganz schlimm´ ist und das man sich sehr beeilen muss um den letzten Zug zu erreichen, diese Warnung geben sicher nur die geschäftstüchtigeren der Religionsgesellschaften aus. Don´t worry. Die Physiker sagen Zeit an sich gibt es gar nicht ...

Herzlichen Gruß an Sandra73 und alle anderen !
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Sa 25. Mär 2006, 15:45

Ja was ist denn jetzt hier los?

Jetzt hat mir dieser Johncom (Beschreib dich doch in einem nächstn Post mal ein wenig! Welche richtung bist´ "daheim"?)
den Lehrposten streitig gemacht. werd ich den überall weggemobbt? :cry:

Da wurde mehr oder weniger alles gut erklärt. (wikipedia?)


Ich schreib jetzt aber doch noch meinen Senf dazu, was soll ich den auch sonst machen? Ich will nicht schon wieder stempeln gehen. Livenet zahlt gut... :D

gemäss veden (ich mein damit meist bücher von Prabhupad kommentiert, ) sind wir im schlechtesten der 4 Zeitalter, dem voller Heuchelei und Krieg und materiellen Problemen strotzenden Kali-Yuga. Hatten wir schon mal ist bekannt.
Dies habe vor ca. 5000Jahren nach der schlacht von Kurusksetra angefangen. (Krsnas Lehrgespräch zu Arjuna folge: Bhagavad Gita = Gesang des Höchsten)

das kali yuga wird immer schlimmer: Moral und echte Religio, Frömmikeit, Tugend, Ehrlichkeit etc. nimmt ständig ab.
wir habens aber schon fast geschafft. Es dauert nämlich nur noch 427 000 Jährchen... :cry: :cry: :cry:

Die gute Nachricht ist, das es unterzyklen gibt, mit Erscheinen von Sri Krsna Chaitanya vor 520 Jahren in Westbengalen sei das goldene zeitalter eingeläutet worden.
Natürlich nicht grad sofort sichtbar. (voila hier ist es! wo???)
Wie auch das Reich Gottes schon mitten unter uns ist, wie jesus sagt. (und doch sieht die aktuelle Gesellschaft ziemlich anders aus, als wie unter Gottes Herrschaft)
Es beinhaltet einen konkreten von Sri Chaitanya vorgelebten Weg, wie man sich wieder auf den Heimweg ins ewige spirituelle Königreich machen kann. (Den vorgang des Krsna-Bhakti-Yogas)
Ziel ist es, sich zu erheben und letztendlich aus Maya zu befreien, um dann nicht einfach im Brahman zu sein, sondern in persönlicher Gemeinschaft in Liebe und Freude mit dem Höchsten Herrn

Dafür kam Srila Prabhupada in den Westen um dies publik zu machen. Denn die Prophezeiung von Chaitanya ist und war: Es soll erklingen in jedem Land, jedem Dorf, jeder Stadt, die heiligen Namen Krsnas. Das ist grundsätzlich erfüllt. Sogar in meinem Kaff ertönten diese Namen, und wurden diese Bücher und küchli verteilt, was ja der Auslöser war, dass ich jetzt
so schreibe wie ich schreibe. Noch vor 7Jahren hatte ich keine Ahnung darüber. Man sagt sonst, das Hindus nicht so missionarisch sind. Doch es kamen in den letzten Hundert jahren doch einige Gurus hierher. Oft mit der unpersönlichen Lehre im Handgepäck. Oft machten sie negative schlagzeilen und verursachten einen schlechten Ruf. Allein das Wort Guru (Rabbi) ist eher negativ behaftet.

Prabhupada ist ein bekämpfer der Unpersönlichkeits-Lehre.
Er weist in der Gita unmissverständlich darauf hin, dass man den Pfad des Bhakti-Yoga beschreiten solle. Der unpersönliche Weg verurteilt er zwar nicht als falsch, aber als für die normal bedingten Seelen zu schwierig und zu riskant. Auch als mühsam bezeichnet er ihn und die Gefahr sei gross, dass man ihn nicht korrekt zu ende führe.

Vielleicht ist Bhakti mit einem Flugzeug zu vergleichen, während Jnana ein Velo darstellt. Du kannst auch mit dem Velo zb. nach Indien, was zb Christoph von Toggenburg gemacht hat. Aber es ist bestimmt um einiges leichter, im flugzeug nach Indien zu fliegen. Die Gefahr mit dem Velo ist, dass du zb. vom Weg abkommst, x platten hast oder in Irak in gefangenschaft etc...

Vielleicht müsste man auch noch das Ziel unterscheiden.

ein krsna-bhakti will zu Krsna (Person)
ein Jnana Jogi will zum Brahman?
oder wie siehst du das Nat? Willst du auch zu Krsna?
der dann ja als Param-Brahman definiert wird.

sagen wirs mal so: (sorry nataraja wenn ich dich evtl. anzünde) mir persönlich ist Jana viel zu kompliziert. Das merk ich nur schon, wenn ich Natarajas beitrage lese.
Nichts desto trotz ist dieser Weg möglich. Das wird auch ganz klar gesagt.
Aber er wird zumindest in der Prabhupada-Gita nicht empfohlen. Da mir Bhakti-Yoga schon genug Herausforderung ist, sowohl intellektuell, wie praktisch konkret, ist für mich klar, dass ich nicht noch einen schwierigeren Weg brauche.

götzendienst.

für Christen sind all diese "Puppen" und Statuen klar Götzen.
Und wenn man dies so anschaut, dann ist das auch so.
Wenn also ein Christ sagt, wie ichs schon oft gehört habe,: Das ist ja götzendienst! Dann hat er recht. weil er da nur götzen sieht.

Da ich aber dahinter Gott als Person sehe und Gott als Person verehre, ist es (für mich) KEIN Götzendienst.
(sehr wohl aber, wenn ich zb. Fernseh schaue: die grosse Götze unserer Zeit oder menschen bewundere und verehre oder Fans von.. Sportstars, Rockstars etc)

Wenn zb. das erscheinungsfest von Gauranga ist, dann wird eine Gauranga-Gestalt gebadet und jeder kann frischen Saft, Milch etc. über sie lehren, und man kann ihnen geschenke bringen. auch was man gekocht hat, kocht man für Gauranga (wenn man Krsna als Gauranga verehrt) und bringt es ihm dar.
erst danach ist man es selbst. In der Grundhaltung hat man es für Ihn gekocht und darf gütiger weise noch die "Reste" essen.
Dies ist sehr wichtig, denn so lernt man ganz konkret und praktisch erlebbar, das Gott eine Person ist, mit der man ganz persönlich in Ausstausch treten kann. Theoretisch könnte jeder Mensch so eine Statue in seinem Haus haben und es wär doch der eine Gott.
Es ist also sozusagen ein konkretes "Gott als Person-Erfahr"Training.

Es ist nämlich irgendwie doch sehr frustrierend, dass dieser Gott eigentlich immer irgendwie unsichtbar ist.

Und da gott vollkommen sei, so die Veden, ist er eben sowohl
unsichtbar und unbegreifbar, wie sichtbar und begreif-bar.
Das gefällt mir sehr an dieser Religion. Aber für westler und vorallme christlich geprägte ist das sehr gewöhnungsbedürftig oder eben nicht und dann halt Götzendienst. Auch damit kann ich leben.


Jesus fehlt schon. Zumindest so wie er von Christen heutzutage dargestellt wird. (Der einzige WEg mit seinem Blut ist er für alle Sünden gestorben...)

für mich ist jesus mehr ein Beispiel wie ich selber eines Tages sein sollte: nur noch Gott im Geist und Blickfeld, liebe zu Gott liebe zu allen lebewesen, radikal aufs Ganze gehen, auch wenn es bedeutet, gehasst, verfolgt und getötet zu werden. Als Vorbild, auch als Guru ist er sehr wohl akzeptiert.

In der VaisnavaTheologie wird er Brahma, dem erstgeborenen Sohn Garbhodakasyi Visnus (Krsnas Erweiterung) zugeordnet und als
Erschaffer allen materiellen Lebens und aller Planetensysteme etc. angesehen. Sozusagen der ViZe-Gott. Stellvertreter des Patrons.
Der Sohn in der Tochterfirma des Herrn.
(es gibt zb. die Brahma-Samithas, wo Brahma selber einiges erklärt, ich kenn diese Schriften leider schlecht)

Sandra,Was meinst du mit die Früchte des Bhakti seien besser? Es gibt da auch einige unschöne Vaisnava Kapitel.
alles in allem würde ich sagen, sind Vaisnavas sicher nicht besser als Christen.

Bei uns gibt es eine Unterteilung in 1. 2. 3 Klass-Geweihte
was ein grosser unterschied ist.
Ich würde sagen bei den christen findest du auch grosse qualitäts unterschiede. Es sind immer nur wenige, die wirklich "heilig" genannt werden können und schon sehr fortgeschritten sind.
Die grosse Masse ist doch erstmal Mensch und Materialistisch ausgerichtet (niemand gibtja den Job oder Familie auf und folgt total radikal nach) das sind auch bei den Vaisnavas nur wenige...

der letzte Avatar ist Kalki. Er wird die in 427 000 Jahren total und unvorstellbare höllische Gesellschaft vernichten da in ihr nur noch finsterste Dunkelheit herrscht (sind wir heute grad noch heilig dagegen) und dann wird wieder ein Neuer Zyklus eingeläutet. Satya Yuga...

Doch das ist unrelevant für Heute.

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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Sa 25. Mär 2006, 18:37

Hoi J.Tanya,

danke für Deine Riesenportion Senf dazu!
Hier wird niemand weggemobbt, also bleib gefälligst da, gell!

Original von J.Tanya
Ich schreib jetzt aber doch noch meinen Senf dazu, was soll ich den auch sonst machen? Ich will nicht schon wieder stempeln gehen. Livenet zahlt gut... :D


Ah ja? Wenn das so wäre, dann hätte ich bitteschön auch noch gerne meine Auszahlung.....


Sandra,Was meinst du mit die Früchte des Bhakti seien besser? Es gibt da auch einige unschöne Vaisnava Kapitel.
alles in allem würde ich sagen, sind Vaisnavas sicher nicht besser als Christen.


Ich meinte nicht in dem Sinne, dass die Früchte des Bhakti im Allgemeinen besser seien. Hihi, sonst wäre ich ja nicht mehr Christin, gell!
Im Ernst: Ich habe einfach bemerkt, dass wenn ein Mensch dem folgt was Du hier vom Bhakti beschreibst, dass da sehr wohl viel Sehnsucht und Gottesfurcht vorhanden ist und dass die Ziele sehr oftähnliche Liebesaufforderungen und Wege der Liebe zu Mitmenschen beinhaltet, die mich beeindruckt haben.
Und wenn ich dann sehe und auch erleide, wieviel wir Christen hier versagen und kapputt machen, dann könnte ich manchmal einfach weinen: Wir hätten in Jesu Geist alles zur Verfügung, um Licht für die Mitmenschen zu sein, und wie sieht es aus???? Weisen wir auf Jesus hin, durch unsere Liebe????
Das meinte ich.
Ja, und auch in der Bibel gint es ja die unschönen, unbegreiflichen Kapitel, die hier im Forum natürlich sehr oft vorgehalten und zerpflückt werden....
Sagen wir mal als Fazit: Dieser Satz von mir ist wohl einfach eine spontane Gefühlsäusserung einer grad recht müden Sandra, die Achtung und Respekt empfindet gegenüber dem, was ich hier übers Bhakti gelernt habe.



Die grosse Masse ist doch erstmal Mensch und Materialistisch ausgerichtet (niemand gibtja den Job oder Familie auf und folgt total radikal nach) das sind auch bei den Vaisnavas nur wenige...


Ja, das ist hier in unseren Breitengraden ziemlich so. Christen in anderen Länder leben dies natürlich ganz anders!!!! Wir hier sind wohl eher ein "billiger Abklatsch".....
Wobei: Job ja, aber Familie sollen wir nicht aufgeben für radikal Gott nachzufolgen! Denn dies ist eine von Gott eingesetzte Sache und heilig, und es heisst auch in den Briefen: Wer irgendwo in einem Amt vorstehen möchte, der muss zuerst seiner Familie ordentlich vorstehen, dies ist eine Bedingung dafür.

Ich beschäftige mich momentan einfach sehr ernsthaft mit all dem hier und denke, ich brauche inzwischen Antworten für mein eigenes Glaubensleben, die ich durch meine Konfrontation mit den vedischen Inhalten und das Vergleichen finden kann.
Ich denke durchaus, dass dies möglich ist.

Mit liebem Gruss, Sandra











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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon J.Tanya » Sa 25. Mär 2006, 19:03

das mit Familie und Job.

Wenn Familie, dann brauchst du auch Job.
das bedingt einander.

Natürlich, wenn man sich fürs Eheleben entschieden hat, dann Kinder zeugt, kann man sich nicht mit dem Argument, man wolle jetzt doch lieber ein Sadhu sein, aus der Verantwortung stehlen.

Wenn die Kinder aber aus dem Haus sind, also diese Pflicht grundsätzlich erledigt, ist das durchaus erlaubt, im originalen System sogar gefordert.

Ich beobachte oft alte Ehepaare, so ab 60 aufwärts. es ist schon erschreckend wie abgelöscht viele von denen nebeneinander wie gefangene durchs leben watscheln.

schauen sich nicht mehr an, haben sich nichts mehr zu sagen, denken, sie kennen sich auswendig (äusserlich ja, aber innerlich kaum) gehen einander oft auf die nerven, die Frau nörgelt am Ehemann rum, kann nicht akzeptieren, dass er alt uns schal geworden ist, und nun die Macken umso deutlicher hervortreten. der mann ist auch frustiert, da die Frau auch nur noch ein Schatten ihrer ehemaligen Schönheit ist...

wozu bleibt man noch?

Aus bequemlichkeit, weil man sich aneinander gewöhnt ist.
angehaftet, auf emotionaler astraler, materieller ebene ineinader verwickelt, weil die Frau sonst wieder arbeiten müsste, weil der mann sonst kochen und waschen müsste...

es geht sicher nicht allen Paaren so. Aber ich beobachte das im näheren Umfeld wie auch allgemein.
Das man nun das lasche Ehe-spiel, noch mals 30jahre weiterspielt, wie ein ausgekauter Kaugummi, den man nochmals kaut oder ein Video, das man nochmal 1000x mal schaut, nachdem man es schon 10 000x geschaut hat....

Was ich erschreckend finde, ist, wie wenig langjährige Ehepaare voneinander gelernt haben, und den Partner als grosse Schleifmaschine genutzt haben.
Stattdessen bekämpft man einander noch nach 30jahren oder ignoeriert einander so gut es geht.
Die Trennung findet einfach innoffiziel unbewusst statt, sozusagen wie im Beruf innere Kündung aber äusserlich weiterarbeiten wegem Geld, innerlich scheiden, aber äusserlich zusammenbleiben, oft auch wegem Geld...



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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Sa 25. Mär 2006, 19:37

Hallo Johncom,

dankeschön auch für Deine Antworten!

Original von Johncom
...´Puja´. Man hat Gaben mitgebracht wie zum Beispiel Früchte, Blumen .. und auch sauberes Wasser, diese sollen nicht der dort wohnenden Statue dargebracht werden - sondern Gott selbst. Gott, der in sich gemäss der hinduistischen Glaubenspraxis in sehr vielen verschiedenen Formen manifestiert. Als Ganesh, als Krishna, als Lakshmi .....


Ist dies im Weitesten Sinne zu vergleichen mit den Opferanweisungen im Alten Testament?


Ab einem bestimmten Moment sollte die Gottheit jetzt ´da sein´


Wer bestimmt wie lange das geht? Oder wie spürt/weiss man das?
Was heisst "sollte", ist das dennoch eher unsicher oder ist es einfach ein Zeichen von Respekt, dass man dem Gott zugesteht, hier sich die Freiheit zu nehmen, zu kommen oder nicht, dann wann er möchte? Oder dann auch nicht?
Hängt das ab davon, wie ernsthaft man auf ihn wartet?


Außer während eines Puja-Gottesdienstes. Dann wird für wenige Minuten diese favorisierte Gottesform (Ganesh, Krishna, Lakshmi) in die Statue, das Bild einziehen und die Gläubigen werden sehr extrem konzentriert verharren, schnell ihre Bitten, ihre Gebete übermitteln, denn sie haben das Gefühl daß Gott jetzt für einige Minuten real anwesend ist.


Heisst das, dass nur während dieser besonderen Zeiten der Gott den Menschen zuhören kann? Ist es nicht so dass sie allübergreifend die Menschen immer sehen und hören?


So eine Statue an sich wird wie ein (sehr respektierter) Gast-Ort angesehn, ist aber selbst nicht ´Gott in Stein´.


So wie man im Christentum Sakrale Kirchenräume hat in etwa? Nur dass es sehr viel personifizierter ist?


also der hochgestellete Hindu weiss daß Gott jenseits aller Bild- oder Formhaften Darstellung ist. Der/die traditionele Hindu wartet auf das Rentenalter, dort heisst es wenn die Töchter verheiratet sind und die Söhne selbständig .... dann wird er beginnen auf die formlose Gottheit zu meditieren.


Heisst dies, dass die vier Lebensstadien Student (Tempel), Familie, Eremit, Asket, vom Kastensystem abhängig sind? Dass die mur die in den höheren Kasten durchmachen und die anderen wegen der Armut, egal wie sie innerlich eingestellt sind, diesen Weg gar nicht zu ende gehn können?


Bhakti ist soviel ich weiss der Weg der Liebe und der Anbetung. Dann gibt es den Karma Yoga, also den Weg der selbstlosen Arbeit, des ´Dienstes an der Menschheit´ . Und den Jnana Yoga, den Weg der Erkenntnis der unter anderem Wert legt auf Meditation, auf Selbsterkenntnis.


Karma Yoga = Dienst an der Menschheit? Wie ist das nun gemeint? Dass man sich durch diesen Dienst ganz bewusst "hocharbeitet" in ein besseres Karma?
Jnana Yoga: So etwas wie ein sehr anstrengender Weg des Gesetzes oder eher Disziplin, die dann anerkannt wird auf dem Weg zu Gott?


Uff .... die Aussage daß alles in dieser Zeit ´ganz schlimm´ ist und das man sich sehr beeilen muss um den letzten Zug zu erreichen, diese Warnung geben sicher nur die geschäftstüchtigeren der Religionsgesellschaften aus. Don´t worry. Die Physiker sagen Zeit an sich gibt es gar nicht ...


Don´t worry? Tja, ich halte mich da immer noch an die Bibel, und da denke ich, sooooo lange wirds nun doch wohl nicht mehr gehen.
Zeit gibt es nicht, sagen Physiker? Naja. Dann hab ich jetzt ja auch keine Zeit hier zu schreiben?
Witz beiseite. Ich lernte hier, dass Kali die Zeit sei?
Und in meinem Denken und Leben ist es Gott, der ausserhalb der uns Menschen verordneten Zeit steht und die Zeit in seinen Händen hält.


Danke für die ausführlichen Antworten, Gruss Sandra73


Sandra73
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Re: Bhakti Yoga und die Veden besser verstehen.

Beitragvon Sandra73 » Sa 25. Mär 2006, 19:41

Hoi J.Tanya,

würde Dir gerne auf Dein Post antworten, hat einige Dinge angeschnitten, aber ich muss aus dem Haus düsen.....
komme um 23.00 wieder!

Bis dann liebe Grüsse, Sandra
Sandra73
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