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Muss der dritte Tempel gebaut werden?

Themen im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an G"tt

Moderator: Thelonious

Re: Muss der dritte Tempel gebaut werden?

Beitragvon Meta » So 21. Apr 2019, 00:44

Schluss:

Auslegung im Kontext des Judentums
Dass nicht antithetisch zu verstehen ist, ergibt sich auch vom Inhalt. Im Vergleich mit der rabbinischen Tradition zeigt sich in allen sechs Fällen weitgehende sachliche Übereinstimmung. Das sei kurz am ersten Beispiel gezeigt. Jesus legt in Mt 5,22 das Dekalogverbot zu morden so aus: „Wer immer seinem Bruder oder seiner Schwester zürnt, wird vom Gericht verurteilt. Wer immer zu seinem Bruder oder zu seiner Schwester sagt: ‚Du Hohlkopf!‘, wird vom Synhedrium verurteilt. Wer immer sagt: ‚Du *****!‘, wird in die Feuerhölle verurteilt.“ Die nächste Parallele hierzu bietet ein Zeitgenosse des Matthäus. Von Rabbi Elieser ben Hyrkanos heißt es: „Wer seinen Mitmenschen hasst, siehe, der gehört zu denen, die Blut vergießen“ (Derech erets rabba 11). Er begründet diese Aussage mit Dtn 19,11: „Denn es ist gesagt: ‚Und wenn ein Mensch seinen Nächsten hasst und ihm auflauert und sich gegen ihn erhebt‘“. Sowohl die Auslegung Jesu als auch die Rabbi Eliesers sind als Rechtssatz formuliert. Weder hier noch da ist im Ernst daran gedacht, dass die Hassenden bzw. Zürnenden tatsächlich vor Gericht gestellt werden. Mit der Übertragung von Rechtsformen in den nichtjustiziablen Bereich liegt hyperbolische Rede vor, die für latente Vorformen des Mordens sensibilisieren will.

Natürlich ist Jesus für die Evangelisten nicht irgendein Ausleger. Aber seine Besonderheit ergibt sich nicht aus den Inhalten seiner Auslegungen der Tora, nicht aus dem, was er gesagt und getan hat, sondern aus einem Geschehen, in dem er zutiefst passiv war. Sie gründet im Zeugnis, dass Gott den Gekreuzigten in endzeitlich-neuschöpferischer Tat von den Toten auferweckt und zum Messias gemacht hat. Von daher kann etwa Matthäus die Lehre Jesu auf dem Berg (Mt 5–7) als Regierungsprogramm des messianischen Endzeitkönigs zu verstehen geben.

Zusammenfassung
Nicht nur an Mt 5,17-20 wurde gezeigt, dass für den Jesus der Evangelien die Tora unbedingte Geltung hat. Weder die Betonung des Gewichtigeren in der Tora noch ihre Zusammenfassungen in der Goldenen Regel oder dem Liebesgebot heben die Einzelgebote auf. In den sechs Abschnitten von Mt 5,21–48 stellt Jesus den Zitaten aus der Tora nicht sein „Ich aber sage“ entgegen, sondern gibt – mit „Ich nun sage“ eingeleitet – seine Auslegungen, die sich im Kontext des ihm zeitgenössischen Judentums bewegen.
Römer 8,2 Denn die Tora der lebenschaffenden Geistkraft hat dich im Messias Jesus vom Gesetz der Sündenmacht und des Todes befreit.
8,7 Deshalb ist eine begrenzte menschliche Denkweise Gott gegenüber feindlich, weil sie sich nicht der Tora Gottes unterstellt und auch gar nicht in der Lage dazu ist
Meta
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