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Juden und Christen

Themen im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an G"tt

Moderator: Thelonious

Re: Juden und Christen

Beitragvon Dalet » Sa 14. Nov 2015, 18:25

Hallo kingschild

Die „Person“ brachte keine Erlösung.
Ja, die Propheten kündigten einen kommenden Fürsten an, der Israel wieder regiert, in Frieden und Freiheit. Von dem allem war nichts.

Das der Prolog vom JoEv hellenistisch ist, ja vieles im JoEv griechisch ist, ist doch allzu offensichtlich. Nur war und sprach das Jesus nicht in griechischer Philosophie.

5. Mo 18,15, Genau, einen Propheten wie Mose, der das Volk aus der Knechtschaft und vom Pharao befreit. Mose war eine Mensch, und da steht, einen Propheten wie mich. Inwiefern genügt nun Jesus dieser Aussage? Christlich betrachtet überhaupt nicht, da Mose ein Mensch war, und Jesus gemäss Tradition ein Gott.


5.Mose 18,15 Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören
Also das ist keine Prophetie in eine ferne unbekannte Zukunft, sondern es war ganz nahe für das Nachfolgende nach Mose.

Jes 44,6 So spricht der HERR, der König Israels und sein (Israels) Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.

Da ist JHWH der Erlöser, sowie JHWH der König ist, ist ER ebenso auch der Erlöser. Gott handelt schlussendlich auch durch Menschen. Aber hier wird nicht von einem Erlöser gesprochen.


Ich denke nicht, dass der Mensch bestimmen kann, wie man ein GottesSohn wird. Jesus selber sagt zum Volk, das der Mensch ein Sohn des Allerhöchsten sei, unabhängig von einem Glauben an ihn.

Nun, es hat sich nicht alles Verheissene und Prophezeite erfüllt, vieles ist noch offen.
Ich denke, dass du mich nicht ganz verstanden hast, als ich schrieb: „Ja sicher, wenn man nur Bruchteile eines Verses nimmt, kann man natürlich sehr willkürlich Auslegen. Leider wird dies im NT oft gemacht, aber es wird dem Zitat und dem Kontext, woraus es gepflückt wurde nicht gerecht.“

Was war denn wirklich geschehen, und was dachte und philosophierte man schon im ersten Jahrhundert in das Leben Jesus hinein? Die Paulusbriefe oder eben das JoEv sind voll davon.

Komisch, dass man sich so ein „Bild“ von und über Jesus macht, wo du meinst, dass man sich kein Bildnis machen sollte.


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Re: Juden und Christen

Beitragvon kingschild » So 15. Nov 2015, 01:41

Dalet hat geschrieben:Hallo kingschild

Die „Person“ brachte keine Erlösung.
Ja, die Propheten kündigten einen kommenden Fürsten an, der Israel wieder regiert, in Frieden und Freiheit. Von dem allem war nichts.


Dalet ich bin zu 100% überzeugt das Jesaia ein Prophet Gottes ist:

Jes. 53.8 Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer bedachte aber zu seiner Zeit, daß er aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, wegen der Übertretung meines Volkes geschlagen ward?
9 Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei einem Reichen seine Gruft, obwohl er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war.
10 ¶ Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden. Wenn er seine Seele zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und lange leben; und des HERRN Vorhaben wird in seiner Hand gelingen.
11 An der Arbeit seiner Seele wird er sich satt sehen; durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Schulden wird er auf sich nehmen.


Dies wiederspricht Deiner Ausführung, denn es steht, das er aus dem Lande der Lebendigen weggerissen wird.

Lu. 1.67 Und sein Vater Zacharias ward mit heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach:
68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet;


Jetzt könne wir schauen was der sagt, welcher weggerissen war, aus dem Lande der Lebendigen, zu dem was Du oben sicher richtig erkannt hast und er hat seinen Jüngern zum voraus gesagt, das er leiden und sterben muss und auferstehen wird, nun was sagt er denen, zu denen er gesandt war:

Lu 13:35 Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen! Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Erfüllt oder nicht? Zudem hat er auch gesagt:

Joh 5.43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmet mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.

Noch nicht erfüllt aber dieser wird bald kommen und er wird euch alles geben aber er wird, den Bund mit euch brechen, so wie es im Propheten Daniel steht, dann wird die Zeit kommen wo die Ernte reif ist.


5. Mo 18,15, Genau, einen Propheten wie Mose, der das Volk aus der Knechtschaft und vom Pharao befreit. Mose war eine Mensch, und da steht, einen Propheten wie mich. Inwiefern genügt nun Jesus dieser Aussage? Christlich betrachtet überhaupt nicht, da Mose ein Mensch war, und Jesus gemäss Tradition ein Gott.


Nun Mose hat gesagt auf den sollt IHR hören. Was meinst Du was mit dem Volk passiert das dies nicht tut oder was wäre mit dem Volk in Ägypten passiert welches nicht auf die Anweisungen Gottes gehört hätte oder eben die Türpfosten nicht mit Blut beschmiert hätte? Hätte Mose die Menschen heraus führen können wenn sie IHN gekreuzigt hätten? Nein hätte er nicht könne. Jesus hat gesagt wenn er wiederkommen und die Propheten haben gesagt was passieren wird. Dein Argument das Jesus ein Mensch war ist für mich eine Ausrede, weil Christus hat die Toten auferweckt, er hat die Blinden sehend gemacht, er hat die Dämonen ausgetrieben, er hat die Lahmen geheilt, er hat den Durst der Hungernden gestillt und er hat gesagt wer im nachfolgt hat das Leben, nicht wer das nicht tut hat es.


5.Mose 18,15 Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören
Also das ist keine Prophetie in eine ferne unbekannte Zukunft, sondern es war ganz nahe für das Nachfolgende nach Mose.


Gut also welcher Prophet ist da gemeint?

Jes 44,6 So spricht der HERR, der König Israels und sein (Israels) Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.

Da ist JHWH der Erlöser, sowie JHWH der König ist, ist ER ebenso auch der Erlöser. Gott handelt schlussendlich auch durch Menschen. Aber hier wird nicht von einem Erlöser gesprochen.


Gut und wer hat Jesus gesagt wer er sei.

Mr 15:26 Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden.

Lu 23:3 Da fragte ihn Pilatus und sprach: Du bist der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es!


Ich denke nicht, dass der Mensch bestimmen kann, wie man ein GottesSohn wird. Jesus selber sagt zum Volk, das der Mensch ein Sohn des Allerhöchsten sei, unabhängig von einem Glauben an ihn.


Ach Dalet, mal abgesehen wer Jesus wirklich war, wer gab Dir das Leben und mir, wenn wir unserer beider Schöpfer erkennen. Fleisch und Blut wird uns diese Erkenntnis nicht geben können.

Nun, es hat sich nicht alles Verheissene und Prophezeite erfüllt, vieles ist noch offen.
Ich denke, dass du mich nicht ganz verstanden hast, als ich schrieb: „Ja sicher, wenn man nur Bruchteile eines Verses nimmt, kann man natürlich sehr willkürlich Auslegen. Leider wird dies im NT oft gemacht, aber es wird dem Zitat und dem Kontext, woraus es gepflückt wurde nicht gerecht.“


Sicher ist vieles noch offen, Christus hat genau gesagt wann er Wiederkommt und was erfüllt sein muss, damit sich dann der Rest erfüllen wird. Das man beim Auslegen nicht willkürlich rausnehmen soll ist mir auch bewusst aber selbst das was in aller Deutlichkeit auf sein sterben hinweist, wird ja nicht zur Kenntnis genommen. Ein Zacharias hat schon erkannt und er war keine Heide.


Komisch, dass man sich so ein „Bild“ von und über Jesus macht, wo du meinst, dass man sich kein Bildnis machen sollte.


Erkläre mir mal das Bild, das ich mir mache, wenn ich sage bei Gott ist alles möglich aber die Propheten haben sich bis zu dem Punkt erfüllt, das Jesus wie angekündigt aus dem Lande der Lebendigen hinweggerissen wurde und warum sagt der Prophet das? Du darfst mir sehr wohl dieses Gleichnis auslegen und für wenn Jesus sagte, das die Gleichnisse bestimmt sind:

Mt. 21.37 Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen.
38 Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut behalten!

39 Und sie nahmen ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.

Mt 13:13 Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht hören und nicht verstehen;

Wenn Du willst kannst Du mir es erklären zu wem, er sprach und was das Gleichnis bedeutet im Hinblick auf die Propheten und Jesus Christi.

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Re: Juden und Christen

Beitragvon SunFox » So 15. Nov 2015, 02:20

Die Prophezeiung des Daniels über den Gesalben (Messias):

Daniel 9,24-27: "Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden. So wisse nun und gib Acht: Von der Zeit an, als das Wort erging, Jerusalem werde wieder aufgebaut werden, bis ein Gesalbter, ein Fürst, kommt, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang wird es wieder aufgebaut sein mit Plätzen und Gräben, wiewohl in kummervoller Zeit. Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden (Johannes 19,30) und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt das Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist. Er (der Gesalbte) wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen (Matthäus 27,51). Und im Heiligtum wird stehen ein Gräuelbild, das Verwüstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird."

Mit Jesu Tod Mitte der 70. Woche haben sich auch die Voraussagen aus Vers 24 erfüllt:

• Dem Frevel ein Ende gemacht

• Die Sünde abgetan

• Die Schuld gesühnt

• Ewige Gerechtigkeit gebracht

• Gesicht und Weissagung erfüllt

• Das Allerheiligste gesalbt


Von Jüdischer Seite konnte man also erkennen, wann der Messias auftreten wird und welche Weissagungen er zu Erfüllung bringt! Aber wollte man das auch?

Talmud Gesetz, S. 978, Abschnitt 2, Linie 28: "Mögen die Knochen der Hände und die Knochen der Finger verfaulen und verwesen von demjenigen, der die Seiten des Buches Daniel umblättert, um die Zeit von Daniel 9,24-27 auszulegen, und möge die Erinnerung an ihn für immer vom Gesicht der Erde ausgelöscht werden."

Die Rabbiner haben dieses Danielwort mit einem Fluch belegt!

Liebe Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
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Re: Juden und Christen

Beitragvon Dalet » So 15. Nov 2015, 12:15

Hallo kingschild

Nun, in oder durch Jesus wurde keine Erlösung in Israel. Wo denn? Des „Herrn“ vorhaben ist scheinbar nicht in seinen Hand gelungen. Es gab wohl durch Jesu Tod eine Verzögerung, denn wenn er das Königtum angenommen hätte, hätte es schon da durch die Römer ein Gemetzel in Jerusalem gegeben. Da passt selbst der Jesaja-Text sehr gut hinein.

Jesus hatte aber das Königtum abgelehnt, als das Volk ihn dazu machen wollte. Also es lag nicht einfach am Volk. Es gab und gibt nicht das unlösbare Sündenproblem nach christlicher Lehre. Tja, und so hatte Jesus eben Israel nicht erlöst.


Nein, Jesus hatte nicht genau gesagt, wann er wiederkommen würde, sondern er sagte, dass nur der Vater den Zeitpunkt kennt.


Naja, „Fleisch und Blut“ wird halt immer so abschätzend dargestellt, ober die Philosophie als erhaben dargelegt, wogegen in der Philosophie die Ideologie steckt. Da wird kaum dann die Erkenntnis sein.

Nun, ich will die mal eine einfach Sache aufzeigen, wo das NT von einer Erfüllung einer Prophetie spricht, wo es keine gab:

Mt 2,15 Und er war dort bis zum Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

Nun, es ist hier (wie auch bei anderen angeblichen Erfüllungen) eben überhaupt keine Erfüllung einer Verheissung, denn nirgends wird gesagt, dass der Messias aus Ägypten kommen soll. Die ganze Geburtsgeschichte ist von angeblichen „..auf dass erfüllt würde….“ Gespickt, wo es nirgends solches im AT gibt. Dies kann man hin bis zu den Zitaten von Paulus nachvollziehen, wo einfach etwas zitiert wird, und den Kontext einfach verwirft und den Satzteil neu bestickt.

Das meinte ich mit: „Ja sicher, wenn man nur Bruchteile eines Verses nimmt, kann man natürlich sehr willkürlich Auslegen. Leider wird dies im NT oft gemacht, aber es wird dem Zitat und dem Kontext, woraus es gepflückt wurde nicht gerecht.“


Ja, sicher hat das Volk auf Mose gehört, und es gab immer wieder solche, die das Volk Israel führten.
Jesus war nun mal ein Mensch, das sagen selbst die Apostel. Die Lehre übe Jesus dass er Gott sein sollte ist erst später entstanden. Das ist mitnichten eine Ausrede von mir. Wundertäter gab es immer, ist kein Argument, dass Jesus ein Gott sein soll. Auch sogenannte Dämonen wurden von verschiedenen ausgetrieben.

Och, es gab einige wirkliche Könige in Israel, und David und auch Salomo sassen auf dem Throne JHWH’s. Das verheissene Königtum ist hier auf der Erde, und nicht irgendwo in einem „Himmel“, denn dort ist JHWH König. So hatte Jesus sein Königtum nicht wahrgenommen.



Das Gleichnis in Mt 21 von den treulosen Weingärtnern Mt 21, 33-46:

Dieses Gleichnis hat eine besondere Stellung unter den Gleichnissen, ist es doch nicht allgemein gültig und im strengen Sinn auch nicht lehrhaft. Es erläutert anschaulich die Sendung Jesu und dessen tragisches Ziel, resp. Ende.
Und doch war es verständlich und erweckte die Sympathie des Volkes. Die Parabel war gegen die Vorherrschaft der „Priester“, der Gelehrten gerichtet (Tempelreinigung), dass sie den Weinberg Gottes, also „Israel“, das Volk vernachlässigten und es „auspressten“ (mit Dingen, die Gott nie befohlen hatte).

Im Gleichnis selber verreiste der „Mensch“ auch wieder für eine lange Zeit ausser Landes. Und trotzdem forderte er von ausserhalb zu bestimmten Zeiten den Ertrag des Weinberges.

So verstand das Volk, dass Jesus von sich sprach, als dem „geliebten“ (einzigen) Sohn. Es ist eine Überspitzung zu den Boten, oder wie ein letzter dringlicher Aufruf, und vielleicht weniger die Bedeutung der Gottessohnschaft, die man hineinlegen will.

Dieses Gleichnis nimmt eine Sonderstellung unter den Gleichnissen ein, da es hier weniger um eine moralische Forderung geht, sondern um die Person Jesu selbst, seine Sendung und sein tragischer Tod.

Es wird Juden vorgeworfen, und Jesus sagte es selber, dass sie die Propheten töteten. Aber weshalb erwähnt hier Jesus mit den (3) Knechten nicht solches? Das Schicksal der Knechte fällt immer schlimmer aus. Mit dem Sohn wird dann die Dreizahl durchbrochen. So mied Jesus, vom Tode der Knechte zu sprechen, um einen grösseren Kontrast zwischen den drei Ersten und dem vierten zu erzielen. So will hier Jesus nicht unbedingt sagen, dass nur er der Sohn des Vaters sei, sondern es ist nicht nur eine einfache Steigerung, sondern eine erschütternde Unheilsbotschaft und löst hier zu den Drei eine schrille Dissonanz aus.

Der Hinweis auf das Erbe ist eine Anspielung auf Josef und seine Brüder (Gen 37,18ff). Es ist ja klar, dass die Weingärtner überhaupt nicht Erbberechtigt waren, und von daher die Absicht, was zu Erben an sich zu reissen, eigentlich nicht relevant ist.



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Re: Juden und Christen

Beitragvon Dalet » So 15. Nov 2015, 12:23

Hallo Sunfox

Jesu Tod war nicht in der Mitte der 70 Jahrwoche. Die letzet „Jahrwoche“ passt überhaupt nicht in die Zeit Jesus.

Im Talmud wird oft zwiespältig diskutiert, da sind viele verschieden Aussagen zusammengetragen, mal so und mal so. Es wäre, als ob man die Aussagen der Kirchenväter mitsamt Luther sammeln würde und ein Buch daraus zu machen. Ich denke, da würde dann so manchem die Haare zu Berge stehen…..
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Re: Juden und Christen

Beitragvon kingschild » So 15. Nov 2015, 18:29

Dalet hat geschrieben:Hallo kingschild

Nun, in oder durch Jesus wurde keine Erlösung in Israel. Wo denn? Des „Herrn“ vorhaben ist scheinbar nicht in seinen Hand gelungen. Es gab wohl durch Jesu Tod eine Verzögerung, denn wenn er das Königtum angenommen hätte, hätte es schon da durch die Römer ein Gemetzel in Jerusalem gegeben.


Hätte man IHN angenommen, die Römer hätten kein Gemetzel anrichten können. Der Eckstein musste aber verworfen werden, wäre er aber angenommen worden, dann hätten die Propheten vorher, nicht angekündigt, das er zuerst sterben muss und das er zuerst von seinem Volk verworfen werden muss.


Jesus hatte aber das Königtum abgelehnt, als das Volk ihn dazu machen wollte. Also es lag nicht einfach am Volk. Es gab und gibt nicht das unlösbare Sündenproblem nach christlicher Lehre. Tja, und so hatte Jesus eben Israel nicht erlöst.


Jeden hat er erlöst, der IHN annahm. Tut er noch heute. Er wollte aber sein Reich bauen, sein Volk meinte aber dazu, das wollen wir nicht. Von Ihrem erdachten Reich, wollter er sicher nicht König werden aber als man IHM zujubelte, sagte er deutlich:

Lu 19.39 Und etliche der Pharisäer unter dem Volk sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht!
40 Und er antwortete und sprach: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien!

Manchmal ist es auch mir zum schreien zumute, das diese Message immer noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist.

Nein, Jesus hatte nicht genau gesagt, wann er wiederkommen würde, sondern er sagte, dass nur der Vater den Zeitpunkt kennt.


Ich habe nichts von genauem Zeitpunkt gesagt, ich habe aber gesagt, was zuerst kommen wird und das ist genau:

Lu 13:35 Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen! Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Mehr Erfüllung als das was da steht, kann man nicht sehen.

Denn Propheten können wir entnehmen, was bis dorthin passieren muss und wie es kommen wird, das es dazu kommt. Darüber bin ich nicht im Dunkel.

Das meinte ich mit: „Ja sicher, wenn man nur Bruchteile eines Verses nimmt, kann man natürlich sehr willkürlich Auslegen. Leider wird dies im NT oft gemacht, aber es wird dem Zitat und dem Kontext, woraus es gepflückt wurde nicht gerecht.“


Das ändert aber nichts daran, das er aus Ägypten zurück kam. Bei Jesaia muss man ja nicht einzelne Spickel nehmen um klar zu sehen woran man ist. Die Evangelien wurden von 4 Schreibern wiedergegeben, welche versuchten so gut wie möglich das Leben Jesus wieder zu geben und was er gesagt hat. Wie das bei Chroniken passiert, da gibt es Einschübe und Aussagen welche der eine Schreiber einfügt, der andere weglässt aufgrund von Überlieferung und auch Erkenntnis. Gesamthaft findet man solche Fehler auch im AT, das ändert aber nichts daran wer Christus war und das man ganz klar sein Leben in den Prophetien eines Jesaia wiederfindet, ohne gross etwas zu deuten. Die 4 Evangelien zeigen deutlich auf was dieser Mann wollte und sagte.


Ja, sicher hat das Volk auf Mose gehört, und es gab immer wieder solche, die das Volk Israel führten.
Jesus war nun mal ein Mensch, das sagen selbst die Apostel. Die Lehre übe Jesus dass er Gott sein sollte ist erst später entstanden. Das ist mitnichten eine Ausrede von mir. Wundertäter gab es immer, ist kein Argument, dass Jesus ein Gott sein soll. Auch sogenannte Dämonen wurden von verschiedenen ausgetrieben.


Wäre das Volk Mose nicht gefolgt, sie wären in der Sklaverei geblieben. Das Volk folgte Christus nicht und wo führten sie Ihre eigenen Wege hin, die letzten 2000 Jahre? Das Volk das Mose ungehorsam war, wanderte 40 Jahre durch die Wüste und kam auch um darin. Das Volk das aber Christus ungehorsam war, das ist nun unterdessen seit 2000 Jahren unterwegs und wieviele kamen um in dieser Wüste? Allein weil Gott es selbst verheissen hat, das er es tun wird, werden sie am Ende der Tage gesammelt, so wie wir es sehen. Gottes Verdienst ist dies, nicht der Verdienst von Menschen und das ist sichtbar.

Och, es gab einige wirkliche Könige in Israel, und David und auch Salomo sassen auf dem Throne JHWH’s. Das verheissene Königtum ist hier auf der Erde, und nicht irgendwo in einem „Himmel“, denn dort ist JHWH König. So hatte Jesus sein Königtum nicht wahrgenommen.


Das bestreitet niemand aber wer wird den am Ende König sein über ISRAEL, doch nicht einer der wegen Ehebruch und anderer Sünde den Tempel nicht bauen durfte und auch nicht einer der wegen seiner 1000 Frauen am Ende das Reich auseinander brechen liess und das Volk zum Götzendienst brachte.

Christus sein Reich wird ein ewiges sein, 1000 Jahre wird er hier auf Erden regieren weil er euch diese Verheissung gegeben hat und dann wird der neue Himmel und die neue Erde kommen. Hier auf dieser Erde ist die Herrschaft noch nicht aufgerichtet, hier herrscht noch der Fürst dieser Welt, denn Ihr am Ende annehmen werdet, er wird aber den Bund mit euch brechen. Erst dann kommt Sacharia das Ihr den echten erkennen werdet. Eines nach dem anderen, alles zu seiner Zeit.

Das Gleichnis in Mt 21 von den treulosen Weingärtnern Mt 21, 33-46:

Dieses Gleichnis hat eine besondere Stellung unter den Gleichnissen, ist es doch nicht allgemein gültig und im strengen Sinn auch nicht lehrhaft.

Dieses Gleichnis nimmt eine Sonderstellung unter den Gleichnissen ein, da es hier weniger um eine moralische Forderung geht, sondern um die Person Jesu selbst, seine Sendung und sein tragischer Tod.


Ja was passieren wird und die Gelehrten sagten selber was man mit denen tut welche die Frucht nicht bringen und den Erben töten. Es sagt genau das was geschehen ist und das es eben andere sein werden, welche die Frucht bringen werden. Sicher ist es aber lehrhaft, wenn man sieht wie sich alles genau so erfüllt, wie im Gleichnis.

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Re: Juden und Christen

Beitragvon Dalet » So 14. Feb 2016, 18:42

Hallo kingshild

Du schreibst: „Hätte man IHN angenommen…“ also freie Spekulation. Weiter wollte das Volk Jesus zum König machen, was aber Jesus nicht wollte, da es ganz bestimmt ein Gemetzel gegeben hätte.

Du kannst nicht wissen (ich auch nicht) wie es im anderen Fall rausgekommen wäre. Fakt aber ist, dass Jesus das Königtum nicht annahm, und es falsch dargestellt wird, dass er nicht angenommen wurde.


Lu 13;35: Erstaunlicherweise sagte das Jesus bevor er da in Jerusalem einzog, und das Volk ihm genau diese Worte zugerufen hatte. Also bis zu jener Zeit, wenn man da so genau sein will, aber es lässt sich alles dehnen und wenden.


Die Aussage im NT ist falsch, dass es eine Verheissung geben sollte, dass da der Messias (Sohn) aus Ägypten kommen sollte, und sie bleibt falsch, denn es gibt schlichtweg diese Verheissung nicht, auf dass erfüllt würde. Warum wagt sich das der Christ nicht einfach einzugestehen, dass da so manche angebliche erfüllte Verheissung nicht mal eine Verheissung war?


Und sicher ändert das vieles an Jesus, da er genau durch solche Aussagen in eine falsche Position gedrückt wird.

Wo führte denn der Weg der Christen hin, die da so Vollkommen sein sollten? Du meinst ehrlich, dass diese 2000 Jahre Galut nur deswegen waren, weil da eine kleine Gruppe damals Jesus beseitigt haben wollte? Naja, ist das nicht etwas gar zu einseitig?


Nun, wer der kommende Fürst sein wird, das wird sich dermal einst zeigen. Interessant ist diesbezüglich, dass dieser kommende Fürst auch selber für sich wieder Opfer, ja Sündopfer darbringen wird.
Du hattest diesbezüglich den Eckstein erwähnt:

Jes 28,16 So hat dagegen der Herr (der auch richtend seine Liebe offenbaremde Gott) gesprochen: Ich bin noch der, der in Zion einen Grundstein gelegt hat, einen Stein, der die Probe aushält als Eckstein höchsten Wertes in festgegründetem Grunde. Wer vertrauen hat, der eilet nicht. (S. R. Hirsch)


Es geht nicht um einen Glauben an den Eckstein, wie es wiederum falsch im NT zitiert wird. Auch hie, nur so ein kleines Wort, was der Aussage Jesajas einen falschen Sinn ergibt.


Nochmals zum Weingärtner: Die Weingärner können schon gar nichts erben. Dass der Sohn getötet wurde, ist eine Stilisierung des Gleichnisses, um den Ganzen mehr Dramatik zu verleihen, und weniger um den „Sohn“ herauszuheben, da ja der Mensch ein Gottessohn ist, somit auch die Weingärnter.
In der Kindheit lernt man sprechen, im Alter schweigen. Und dies ist der große Nachteil des Menschen: Er erlernt das Sprechen, noch ehe er zu schweigen versteht.

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Re: Juden und Christen

Beitragvon Meta » So 14. Feb 2016, 23:37

SunFox hat geschrieben:Die Prophezeiung des Daniels über den Gesalben (Messias):

Von Jüdischer Seite konnte man also erkennen, wann der Messias auftreten wird und welche Weissagungen er zu Erfüllung bringt! Aber wollte man das auch?

Talmud Gesetz, S. 978, Abschnitt 2, Linie 28: "Mögen die Knochen der Hände und die Knochen der Finger verfaulen und verwesen von demjenigen, der die Seiten des Buches Daniel umblättert, um die Zeit von Daniel 9,24-27 auszulegen, und möge die Erinnerung an ihn für immer vom Gesicht der Erde ausgelöscht werden."

Die Rabbiner haben dieses Danielwort mit einem Fluch belegt!


Liebe Grüße von SunFox


Irgendwas an Deinem angeblichen Zitat aus dem Talmud stimmt nicht!
Der babylonische Talmud besteht aus 12 Büchern, da müsstest Du das Buch angeben und die Seite.
Nur so: von diesen 12 Büchern hat keines so viele Seiten :P
Das mit dem angeblichen Fluch ........ ?

Die meisten Christen haben keine Ahnung vom Judentum, und die Lügen, die sie immer noch darüber verbreiten haben sie selber erfunden, und glauben noch dran!!

http://www.judentum.org/talmud/

http://www.judentum.org/talmud/zitate/index.htm
Antisemitisch - antijudaistische Propaganda: Verfälschte "Talmud-Zitate"

In judenfeindlichen Publikationen werden seit dem frühen Mittelalter Stellen aus dem Talmud zitiert, um die jüdische Tradition in Misskredit zu bringen. Heute kursieren ganze Sammlungen entsprechender "Zitate" vor allem im Internet.

http://www.hagalil.com/judentum/talmud/judentum.htm
Warum wird das Judentum so oft missverstanden?

Das Christentum verstellt den Blick

Ein insbesondere für die christliche Welt weit bedeutenderes Hindernis zum Verständnis des Judentums ist jedoch historisch-ideologischer Art. Das aus dem Judentum hervorgegangene Christentum hat so viel vom Judentum übernommen und mit einer abweichenden Bedeutung belegt, dass viel Jüdisches jedem in der christlichen Welt aufgewachsenen noch so unvoreingenommenen Menschen von vornherein sonderbar "bekannt" vorkommt. Pessach ist eben das jüdische Osterfest, der Schabbat ist der jüdische Sonntag, ein Rabbiner ist eine Art jüdischer Pfarrer, und die jüdische Kirche heißt Synagoge. Dieses Pseudo-Vorwissen erschwert das Verständnis des Judentums ganz beträchtlich, und es muss immer erst mühevoll entfernt werden, was oftmals schwieriger ist als die eigentliche Informationsvermittlung selbst.

Als Beispiel mag hier das "Alte Testament" dienen. Wem fällt schon auf, dass vom jüdischen Standpunkt aus der Begriff "Altes Testament" bereits in einem sehr aufdringlichen Masse wertend ist. Die christliche Bibel, die zu drei Vierteln aus traditionellen heiligen jüdischen Schriften besteht und zu einem Viertel aus Berichten über einen gewissen Jesus aus Nazaret, hat die heiligen jüdischen Schriften schlicht als "Altes", die Berichte über Jesus als "Neues" Testament definiert. Für die Juden kann es ein "Altes Testament" jedoch gar nicht geben, weil sie ein "Neues Testament" nicht kennen. Das "Alte Testament" ist somit die Bibel der Juden, die ist aber — schon allein durch den christlichen Sprachgebrauch — im kollektiven abendländischen Bewusstsein eben etwas "veraltet".

Die christlichen Feste, Ostern und Pfingsten, sind den jüdischen Festen entlehnt, jedoch mit einer anderen Bedeutung belegt worden. Und die christliche Zeit- und Jahresrechnung, die mit dem 1. Januar anfängt, hat inzwischen die ganze Welt erobert, während keiner weiss, dass er mit dem Neujahrsfeuerwerk eigentlich die Beschneidung eines jüdischen Knaben feiert, der da — wie in der Tora vorgeschrieben — am achten Tag nach seiner Geburt (Weihnachten) beschnitten und den sich bei dieser Gelegenheit eingefundenen ausschließlich jüdischen Festgästen als Jesus Ben Josef vorgestellt wurde. Wir befinden uns also im Jahre Zweitausend nach einer Beschneidung. Letztere wiederum wurde von den Christen gänzlich verworfen und wird durch den fröhlichen "Rutsch ins neue Jahr" mehr verdrängt als erinnert. An ihre Stelle trat der "Initiationsritus" der Taufe. Diese basiert ihrerseits auf dem rituellen jüdischen Tauchbad, das im Christentum eine neue Funktion annahm, eben die des Initiationsritus, eine Funktion, die es im Judentum nicht hat. Somit haben wir es bei der christlich-abendländischen Kultur mit einem bunten Jahrmarkt von ehemals jüdischen Bräuchen, Begriffen und Handlungen zu tun, die aber mit anderen Inhalten belegt wurden. Und diese, wie gesagt, erschweren ein Vordringen zu den ursprünglichen jüdischen Inhalten ungemein.

Doch die Missverständnisse und Neuinterpretationen haben sich im Laufe der fast zwei Jahrtausende seit Bestehen des Christentums ja nicht bloß automatisch angesammelt, sie sind oft durchaus gezielt in polemischer Absicht in der christlichen (und mit anderen Schwerpunkten auch in der islamischen) Welt verbreitet worden. Denn neben der Belegung jüdischer Begriffe mit christlichen Inhalten, die sich dann — will man die jüdischen Begriffe wieder ihrem ursprünglichen jüdischen Sinn entsprechend erklären — wie ein Schleier dazwischen legen, ist ja auch absichtlich verzerrt und verfälscht worden.

Als Beleg soll hier nur ein Beispiel dienen: Würde man heute einen x-beliebigen, selbst überdurchschnittlich gebildeten, Bürger nach der Bedeutung der Bezeichnung Pharisäer fragen, hieße die prompte und eindeutige Antwort: Heuchler. Dabei ist Pharisäer (auf Hebräisch Peruschim) eine Sammelbezeichnung für die zu allen Zeiten verehrten jüdischen Weisen der talmudischen Zeit. Wie kann man aber dieses Wort jemals in einem Kontext benutzen, ohne beim "unvoreingenommenen" Leser sofort Negativassoziationen hervorzurufen?

Geschichte und Gegenwart
verstellen den Blick

Und als ob damit noch nicht genug Gründe vorhanden wären, die ein wirkliches Verständnis des Judentums von vornherein extrem erschweren, richtet sich vor dem überwiegenden Grossteil der deutschsprachigen Leser — den Deutschen und Österreichern — eine weitere Barriere auf: die jüngste deutsch-jüdische Vergangenheit. Die mit dem am jüdischen Volk verübten, von Deutschen geplanten, dirigierten und schließlich ausgeführten Völkermord verbundenen Emotionen, sowie die große Ansammlung des jüdischen Volkes in einem eigenen Staat, dem Staat Israel, der in der aktuellen Gegenwart immer wieder Gegenstand heftiger und leidenschaftlicher Auseinandersetzungen ist, verknüpfen sich oft zu einem Gefühls- und Gedankenkomplex, den zu entwirren eigentlich Sache des Psychologen wäre, eines Kulturpsychologen, sollte es diesen Beruf einmal geben. Erst dann könnte man mit einer gewissen Hoffnung auf Erfolg an den Anfang einer unvoreingenommenen Informationsvermittlung in Sachen Judentum herangehen.
Römer 8,2 Denn die Tora der lebenschaffenden Geistkraft hat dich im Messias Jesus vom Gesetz der Sündenmacht und des Todes befreit.
8,7 Deshalb ist eine begrenzte menschliche Denkweise Gott gegenüber feindlich, weil sie sich nicht der Tora Gottes unterstellt und auch gar nicht in der Lage dazu ist
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Re: Juden und Christen

Beitragvon lionne » Mo 15. Feb 2016, 12:32

Meta hat geschrieben:Als Beispiel mag hier das "Alte Testament" dienen. Wem fällt schon auf, dass vom jüdischen Standpunkt aus der Begriff "Altes Testament" bereits in einem sehr aufdringlichen Masse wertend ist. Die christliche Bibel, die zu drei Vierteln aus traditionellen heiligen jüdischen Schriften besteht und zu einem Viertel aus Berichten über einen gewissen Jesus aus Nazaret, hat die heiligen jüdischen Schriften schlicht als "Altes", die Berichte über Jesus als "Neues" Testament definiert. Für die Juden kann es ein "Altes Testament" jedoch gar nicht geben, weil sie ein "Neues Testament" nicht kennen. Das "Alte Testament" ist somit die Bibel der Juden, die ist aber — schon allein durch den christlichen Sprachgebrauch — im kollektiven abendländischen Bewusstsein eben etwas "veraltet".

Das nun wieder ist Ansichtssache. Ich gebe dir dahingehend Recht, dass in ganz vielen 'Kreisen' unseres 'modernen Lebens' 'das Alte' einen sehr abwertenden Charakter hat (du nennst es sogar in sehr aufdringlichem Masse' abwertend'). Das mag für gewisse Kreise ('unseres modernen Lebens') zutreffen, aber beileibe nicht für alle Menschen. Also ich beispielsweise betone immer wieder ganz explizit, wenn es die Umstände erfordern: Ich bin old school...(and proud of it!) :lol:
Wir könnten ja auch einfach kurzum die Begriffe (Worte) ändern, bespielsweise in 'vor Christus' / 'nach Christus', wie es ja auch bei der Zeitrechnung bereits angewandt wird! ;)
Ich habe jetzt halt noch nie bei meinen jüdischen Bekannten nachgeforscht, ob sie sich durch den (christlichen) Begriff 'Altes Testament' in irgendeiner Weise 'diskriminiert' fühlen. Von daher kann ich im jetzigen Moment nichts mehr dazu sagen.
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Re: Juden und Christen

Beitragvon Thelonious » Mo 15. Feb 2016, 20:29

Hallo Meta,

bitte berücksichtige bei deinen diesbezüglichen postings aber immer auch, dass du dich hier (sicherlich bewusst) auf einer christlichen site bewegst. Also immer nur "versus Christentum resp. versus Christen" wäre keine Basis.

Mit anderen Worten: diskutieren - ja! Immer nur diskreditieren - nein. Das hat hier wirklich keine Basis.

Bitte berücksichtigen, danke.

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Re: Juden und Christen

Beitragvon kingschild » Sa 20. Feb 2016, 13:47

Dalet hat geschrieben:Hallo kingshild

Du schreibst: „Hätte man IHN angenommen…“ also freie Spekulation. Weiter wollte das Volk Jesus zum König machen, was aber Jesus nicht wollte, da es ganz bestimmt ein Gemetzel gegeben hätte.

Du kannst nicht wissen (ich auch nicht) wie es im anderen Fall rausgekommen wäre. Fakt aber ist, dass Jesus das Königtum nicht annahm, und es falsch dargestellt wird, dass er nicht angenommen wurde.


Hallo Dalet

Nicht ganz den denn Jesus sagte bevor er gekreuzigt wurde: Dieses Volk (Haus) wird sich selbst überlassen und die Geschichte lehrt uns genau ob sich das erfüllte oder nicht. Man kann auch nachlesen in den Prophten des AT, ob es so kommen musste oder nicht.

Zum Königtum musst Du wissen, das er sagte das sein Reich nicht von dieser Welt sei und er wollte sicher nicht König eines Weltlichen Reiches oder Pharisäertum werden. Zu den Aussagen als man ihn als König hochlobte, sagte er sehr deutlich folgendes:

Lu 19:38 und sprachen: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe!
39 Und etliche der Pharisäer unter dem Volk sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht!
40 Und er antwortete und sprach: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien!

Er wies also das Volk nicht zurecht oder belehrte gar, im Sinne der Pharisäer.

Die Aussage im NT ist falsch, dass es eine Verheissung geben sollte, dass da der Messias (Sohn) aus Ägypten kommen sollte, und sie bleibt falsch, denn es gibt schlichtweg diese Verheissung nicht, auf dass erfüllt würde. Warum wagt sich das der Christ nicht einfach einzugestehen, dass da so manche angebliche erfüllte Verheissung nicht mal eine Verheissung war?


Hos 11:1 Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen.

Schau Dalet man kann die Stelle auslegen wie man will aber einfach zu sagen es gäbe keine solche Stelle, wäre falsch. Ich kann verstehen das man bei der verwerfung des Sohnes, natürlich zu einer anderen Auslegung dieser Prophetie kommen kann aber einfach mal so locker sagen, es gäbe sie nicht wäre auch falsch. Bei den meisten Verheissungen, welche gemäss der Jüdischen Sicht, nicht erfüllt wurden, entsteht Diskrepanz dadurch, das man in den Prophetien angeblich nicht lesen kann, das der Sohn zuerst verworfen werden muss, bis dann am Ende das Reich gegründet wird, von dem die Propheten zeugten. Jedoch Jesus und auch die Propheten vor Ihm zeugten davon.

Solange man also diesen Werdegang nicht erkennnt oder ablehnt, dann ist ja logisch das man sagt, die Verheissungen haben sich nicht erfüllt. Prüft man aber diesen Werdegang des Messias gem. den Propheten, so sieht man das er zuerst aus dem Lande der Lebendigen vertilgt werden muss und verstossen durch sein Volk. Dies ist meiner nach sehr identisch mit den Gleichnissen, welche Jesus immer sagte, was kommen wird. Wenn man aber immer glaubt das sei eine Böswillige Erfindung der Christen, dann kommt man zu anderen Ergebnissen.

Klar man kann einem Gleichnis auch immer einen anderen Sinn geben, je nachdem wie man eben den Sohn angenommen hat oder nicht angenommen hat. Warum die Christen einen anderen Sinn erkennen, das liegt in diesem Vers begründet:

Mt 21:43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das dessen Früchte bringt.

Nun zu wem hat Jesus hier gesprochen und warum?

Joh 3:3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!

Jetzt kann man sagen das hat Jesus nie gesagt weil es im Johannes steht oder man erkennt durch den Geist Gottes, ob dies von Menschen stammt oder von Gott.

Weisst Du Dalet es ist sehr wertvoll auch die Jüdische Sicht der Worte Christi zu betrachten, da können sicher Christen sehr viel lernen aber schon die Apostel Christi, welche auch Juden waren, lernten die Heiden, wo in dieser Sache die Grenzen zu setzen sind, nämlich genau dort, wo wir wieder in das Menschliche Denken hinein kommen, wie Gott gefälligst sein muss damit er in ein Menschliches Bild oder Auslegung hinein passt. Dort wo das passiert ist der Mensch nicht mehr konform, mit den Geboten Gottes.

Ich nehme Deine Einwände sehr Ernst und prüfe sie auch vor Gott und den Schriften, glaube aber fest das der welcher mich erlöste, nicht einfach, mich Blind im Dunkeln herumirren lässt im Bezug auf alle Dinge welche im NT und auch AT steht.

Da Du den Paulus voll ablehnst und auch Johannes kann ich verstehen, glaube aber das diese zwei Juden wohl näher bei Gott waren als manch ein Jude, je erkennen und glauben könnte.

Wo führte denn der Weg der Christen hin, die da so Vollkommen sein sollten? Du meinst ehrlich, dass diese 2000 Jahre Galut nur deswegen waren, weil da eine kleine Gruppe damals Jesus beseitigt haben wollte? Naja, ist das nicht etwas gar zu einseitig?


Bei dieser Frage musst Du klar unterscheiden, wo führte der Weg der Christen hin und wo der Weg der Kirchen, diese zwei Dinge musst Du genau gleich unterscheiden, wie ich unterscheiden muss zwischen wo führte der Weg der Juden hin die Jesus nachfolgten und wo führte der Weg der Juden hin welche Jesus ablehnten.

Eines solltest Du aber wissen, im Christentum ist nicht der Mensch vollkommen, sondern Gott (Erlöser) macht vollkommen. Wir leben hier in dieser Welt im Moment noch mit einem Gegenspieler und Christus prophezeite das man am Ende noch die hassen wird, welche an seinem Zeugnis festhalten. Darum müssen wirklich beide Seiten die Zunge sehr im Zaun halten, weil einer ist immer da der Zwietracht sät. Die ersten Christen und Juden haten aber eigentlich Frieden lesen wir, das durch die Sünde der Kirche dieser Frieden gelitten hat ist dramatisch aber wie die Apostel Christi sagten: Nicht gegen Fleisch und Blut haben wir zu kämpfen.

Christus sagte in der Bergpredigt: Mt 5:9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!

Ich kann Dir nur sagen ich habe Frieden mit JHWE durch Christus und somit auch mit jedem, der seine Gebote respektiert.

Was die 2000 Jahre anbelangt, ist einiges nicht rund gelaufen aber eines ist klar, der Jude kann in den Büchern Mose nachlesen, woran es liegt wenn es in Israel nicht so läuft, wie es sein sollte und es kann nur so sein, weil wenn das falsch wäre, dann wäre Gott ein Lügner, ich glaube aber das Mose ein Prophet Gottes und zwar ein echter.

Nun, wer der kommende Fürst sein wird, das wird sich dermal einst zeigen. Interessant ist diesbezüglich, dass dieser kommende Fürst auch selber für sich wieder Opfer, ja Sündopfer darbringen wird.


Da wäre ich froh wenn Du mal all die Stellen postest, bevor ich dazu eine Aussage tätige.

Du hattest diesbezüglich den Eckstein erwähnt:

Jes 28,16 So hat dagegen der Herr (der auch richtend seine Liebe offenbaremde Gott) gesprochen: Ich bin noch der, der in Zion einen Grundstein gelegt hat, einen Stein, der die Probe aushält als Eckstein höchsten Wertes in festgegründetem Grunde. Wer vertrauen hat, der eilet nicht. (S. R. Hirsch)


Es geht nicht um einen Glauben an den Eckstein, wie es wiederum falsch im NT zitiert wird. Auch hie, nur so ein kleines Wort, was der Aussage Jesajas einen falschen Sinn ergibt.


Ich sehe die Annahme des Erlöser als genau so wichtig an, wie die Erkenntis JHWE. Weil sind wir ehrlich Dalet, wo ist der Mensch ohne den Erlöser?

Was die Weingärtner anbelangt so wurden ihnen Knechte geschickt und am Ende der Erbe (Sohn). Mit beiden sind sie gleich verfahren. Wir müssen lediglich wissen, aus dem AT und NT:

Spr 22:8 Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten, und die Rute seines Übermuts liegt bereit.

Ga 6:7 Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.

Nun können wir eben nachlesen in den Chroniken usw. stimmt dies oder nicht und wir können auch die Geschichte nach Christus anschauen, haben diese Worte Gültigkeit oder keine, sind sie konform mit den Aussagen der Propheten oder eben nicht. Bezüglich der Endzeit lesen wir aber auch von verschiebungen, das man es eben fast nicht mehr wahr nehmen kann und Gott sagt aber dazu: Ganz am Ende werden wird den Unterschied wieder deutlich erkennen.

Wir sollen aber in erster Linie in die Zukunft schauen und unsere Brüder lieben und gemäss Christus auch den Nächsten und die Feinde, denn wir sitzen alle im gleichen Boot. Die 2000 Jahre können nicht zurück gedreht werden aber das was kommen wird, das wird alles übertreffen, was in den 2000 Jahren war und das gibt uns das Ausmass bekannt, an welchem Fundament wir festhalten müssen damit wir Bestand haben werden.

Dalet solange Du an JHWE festhälst, tust Du nichts falsches, ich folge Christus nach und ich glaube er hat JHWE nicht verleugnet, sondern er hat von IHM gezeugt, wie keiner vor Ihm, Zeugnis ablegte über IHN. Er sagte wer IHN sieht der sieht den der IHN gesandt habe, ich glaube das ich das erkannt habe, wer Ihn sandte.

God bless
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Re: Juden und Christen

Beitragvon rap » Di 20. Sep 2016, 22:34

hab jetzt nicht wirklich.. ;) alles gelesen...

Aber von biblisch-christlicher Seite gilt erstmal:

"Vater, vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun."

Jesus hat sowohl seine Richtern (die Juden) wie auch seinen Folterern und Henkern (Römer/Heiden, quasi die gesamte "Rest"Menschheit, in Daniel 9,26 können wir die Sichtweise Gottes zu Jesu Kreuzigung sehen) VERGEBEN.

Nix mehr mit "Christusmörder" etc etc.

Jerusalem+Tempel wurde nicht wegen der Kreuzigung zum zweiten Mal zerstört!Sondern wegen zB siehe Matthäus 23 (die Begründung für die erste Zerstörung finden wir zB in Jeremia 7).

Und in Römer 11 finden wir eine imho respektvolle Betrachtung bzgl des Verhältnisses Christentum/Judentum!

Umgekehrt gilt das leider weiterhin nicht (Judentum: "Status Saulus", Kurzform), beispielhaft:
http://www.biblisch-lutherisch.de/relig ... im-talmud/

Judentum und Talmud!, nicht Tanach/AT sind Partner.
http://www.hagalil.com/judentum/talmud/ ... dentum.htm

Naja :( , ist aber ihr Problem, á la Jeremia 7,19.
Christen lieben ja ihre Feinde und segnen die die ihnen fluchen. :)
(Hat den Israeliten auch schon mal weitergeholfen, feurige Kohle auf dem Haupt ihrer Feinde zu sammeln): 2. Könige 6,21-23

Nach AT + NT wird Jerusalem nochmal in große Schwierigkeiten kommen.
Sacharja 14 + Offenbarung 11.

PS Römer 11 gilt natürlich nur für die Juden die väterlicherseits von Jakob abstammen...
Hesekiel 11,19
rap
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