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Fragen einer Christin an Juden

Themen im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an G"tt

Moderator: Thelonious

Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon Mariette M. » Do 12. Mär 2009, 13:18

Hallo,

ich schicke voraus, dass es mir in diesem Thema nicht um Diskussion um richtig und falsch gehen soll, sondern um kennenlernen und lernen.

Meine Fragen gehen an jüdisch Forenmitglieder.

Ich befasse mich gerade mit frühchristlichen Predigten zu den fünf Büchers Moses. Dabei kam mir die Frage danach, wie denn diese Bücher gelesen wurden (und werden), bevor Christen sie gedeutet haben.

Meine erste Frage: Wie sahen/sehen Juden den Zustand der Menschen nach der Vertreibung aus dem Paradies?

Liebe Grüsse
Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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Re: Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon parepidimos » Do 12. Mär 2009, 16:09

Ich finde deine Frage etwas verwirrlich. Wenn du die Ansichten antiker Juden zu einer Frage wissen willst, dann musst du ihre Schriften befragen (Torah, Talmud, Midrasch, Kabbala etc.) oder jemanden, der sich in historischem Judentum auskennt. Nur weil jemand Jude ist heisst noch lange nicht, dass er ueber die Befindlichkeiten und Ansichten antiker Juden Bescheid geben kann - genausowenig wie dies einem Christ moeglich ist.
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Re: Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon Mariette M. » Do 12. Mär 2009, 17:23

parepidimos hat geschrieben:Ich finde deine Frage etwas verwirrlich. Wenn du die Ansichten antiker Juden zu einer Frage wissen willst, dann musst du ihre Schriften befragen (Torah, Talmud, Midrasch, Kabbala etc.) oder jemanden, der sich in historischem Judentum auskennt. Nur weil jemand Jude ist heisst noch lange nicht, dass er ueber die Befindlichkeiten und Ansichten antiker Juden Bescheid geben kann - genausowenig wie dies einem Christ moeglich ist.


Nun, vielleicht liest ja so ein "historisches Judentum-Kenner" hier mit?

Ich will aber nicht nur diese Seite der "antiken" Ansichten haben, sondern wissen, wie heute lebende Juden diese Frage beantworten. (Irgendwie habe ich auch so eine naive Ansicht von Kontinuität in der Lehre, sprich, dass das, was zur Zeit von Moses oder sagen wir mal, nach der Rückkehr aus dem Exil, galt, auch heute noch Gültigkeit habe)

Besser verständlich?
Marietta :))
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Re: Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon Kalle » Mi 18. Mär 2009, 17:23

Hallo Marietta,

Deine Frage war, wie Juden den Zustand der Menschheit nach der Vertreibung aus dem Paradies bewerten.

Das Judentum geht davon aus, dass die Schöpfung gut war und weiterhin ist. Die heutige Welt befindet sich inmitten der göttlichen Ordnung. In den Schriften der Propheten gibt es aber den Hinweis auf das Einsetzen des "messianischen Zeitalters", bei dessen Abschluss eine Welt ohne Leiden, Krankheit und Tod steht. Das ist aber nicht zentrales Anliegen des Judentums.

Eine "Erbsünde" gibt es im Judentum nicht. Und weil die Welt im Judentum nicht als "verloren" gilt muss sie auch nicht "errettet" werden (nur um im christlichen Sprachgebrauch zu bleiben).

Das ist deshalb so, weil "Sünde" im Judentum anders definiert wird als im Christentum.

So weit erst einmal.

Liebe Grüße
Kalle
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Re: Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon Thelonious » Mi 18. Mär 2009, 20:55

Liebe Marietta,

aus eigenem Wissen kann ich Dir diesbezüglich leider auch nicht weiterhelfen. Ich schaue bei Fragen zum Judentum gern u.a. auf die "Shamash"-hp, ich jedenfalls werde diesbezüglich dort meitens fündig (ist zwar alles auf englisch, aber dass ist ja wie ich weiß für Dich kein Problem). Bei den "faq" kam nach meiner Einschätzung die Frage 12.8:
"What do Jews say happens when a person dies? Do Jews believe in reincarnation? In hell or heaven? Purgatory?" Deiner Fragestellung zumindest nahe, dementsprechend verlinke ich hier darauf.

Ich hoffe, hiermit kommst Du wenigstens etwas weiter!

Gruß
Thelonious
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Re: Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon Jakow » Do 19. Mär 2009, 10:30

Mariette M. hat geschrieben:Ich befasse mich gerade mit frühchristlichen Predigten zu den fünf Büchers Moses. Dabei kam mir die Frage danach, wie denn diese Bücher gelesen wurden (und werden), bevor Christen sie gedeutet haben.

Wie in den Büchern selbst schon steht, wurden sie zu bestimmten Ereignissen öffentlich verlesen. Aufgrund der Verbreitung der Juden wurde dieses im Laufe der Zeit so ausgeweitet, dass es zweimal pro Woche öffentliche Lesungen gab. Dieses war in den Städten die Markttage, so dass hier genügend Menschen zusammen kommen. Hieraus entwickelten sich die Toralesungen wie sie noch heute im Judentum Praxis sind und auch in der Zeit vor den Christen. Dieses kann man auch an verschiedenen Stellen im NT erkennen, wo Jesus um eine Rede gebeten wird.

Beim Lesen geht es hierbei im Judentum aber nicht um das Lesen oder freie Auslegen, sondern um das Begreifen und Lernen des Textes, da dieser ja Basis und Grundlegung jedes frommen jüdischen Alltags und Lebens ist. Somit hat für das tägliche Leben und darüber hinaus der Text eine ganz andere Stellung und Bedeutung, als im Christentum.

siehe auch: Toralesungen (talmud.de)

Mariette M. hat geschrieben:Meine erste Frage: Wie sahen/sehen Juden den Zustand der Menschen nach der Vertreibung aus dem Paradies?

Der Mensch verlor erst einmal den Lohn des ewigen Lebens (zumindest solange die Schöpfung existiert) und wurde in seiner Lebenszeit begrenzt. In dieser Zeit hat er aber nach wie vor den gleichen Auftrag von G'tt gestellt bekommen, welcher schon an Adam ging, hier Partner von G'tt zu sein, sich zu G'tt anzunähern und G'tt dadurch auch dieser Welt näher zu bringen. Ziel dabei ist, diese Welt wieder soweit vorzubereiten, dass sie in den Zustand vor der ersten Sünde kommt und darüber hinaus, die kommende Welt eingeleitet wird (-> messianisches Zeitalter).

siehe Kommentar: Die erste Sünde (chabad.de)

Gruss,
Jakow
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Re: Fragen einer Christin an Juden

Beitragvon Mariette M. » Mi 25. Mär 2009, 22:36

Danke für alle bisherigen Antworten und links....

das hilft mir schon sehr .

Ich habe mich solange nicht gemeldet, weil ich fastenzeit bedingt etwas kürzer trete hier im forum.
Werde aber gerne nach dem christlich-orthodoxen Pas'chafest weiter meine Fragen posten.

Nochmal herzlich danke
Marietta
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