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Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Themen im Zusammenhang mit dem jüdischen Glauben an G"tt

Moderator: Thelonious

Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Mi 6. Jun 2018, 11:20

Heute habe ich einen sehr interessanten Artikel in der SZ gelesen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/judenhass-im-koran-im-islam-gibt-es-keinen-traditionellen-antisemitismus-1.3975336

Die Frage wirft sich für mich hierzulande immer mehr auf, inwieweit Stellen in heiligen Schriften allgemein korrigiert oder zumindest mit ergänzenden Erklärungen ausgestattet werden müssten, um Missverständnisse im Glauben zu vermeiden, bzw. um den missbräuchlichen Einsatz von heiligen Schriften im Ansatz zu verhindern.

Heikle Stellen bezüglich Antisemitismus gibt es nicht nur im Koran, sondern z.B. auch im NT bei Joh. 8, als Jesus die Juden, die nicht an Ihn glaubten und Ihn zu töten suchten, als "Kinder des Teufels" bezeichnet hat.
Solch eine Aussage kann aus dem langen Kontext einfach herausgerissen werden und als schlichte "Wahrheit" verkündet werden.
Sehr gefährlich, solche Stellen! Sich immer nur darauf zu berufen, dass Andersgläubige diese Verse einfach nur falsch verstehen, reicht meiner Meinung nach nicht mehr aus. Aufklärung tut Not.

LG
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon kingschild » Mi 6. Jun 2018, 11:50

Jeshu hat geschrieben:Heute habe ich einen sehr interessanten Artikel in der SZ gelesen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/judenhass-im-koran-im-islam-gibt-es-keinen-traditionellen-antisemitismus-1.3975336

Die Frage wirft sich für mich hierzulande immer mehr auf, inwieweit Stellen in heiligen Schriften allgemein korrigiert oder zumindest mit ergänzenden Erklärungen ausgestattet werden müssten, um Missverständnisse im Glauben zu vermeiden, bzw. um den missbräuchlichen Einsatz von heiligen Schriften im Ansatz zu verhindern.

Heikle Stellen bezüglich Antisemitismus gibt es nicht nur im Koran, sondern z.B. auch im NT bei Joh. 8, als Jesus die Juden, die nicht an Ihn glaubten und Ihn zu töten suchten, als "Kinder des Teufels" bezeichnet hat.
Solch eine Aussage kann aus dem langen Kontext einfach herausgerissen werden und als schlichte "Wahrheit" verkündet werden.
Sehr gefährlich, solche Stellen! Sich immer nur darauf zu berufen, dass Andersgläubige diese Verse einfach nur falsch verstehen, reicht meiner Meinung nach nicht mehr aus. Aufklärung tut Not.

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Hallo Jeshu Jesus ruft ja nicht zum Töten der Teufelskinder auf, sondern will sie vom Teufel erlösen und da es keine Stelle gibt die dazu anleitet oder wo er Jünger anleitet dies zu tun ist die Sache eigentlich deutlich genug.

Dem Gegenüber spricht der Koran ganz klar darüber das man in gewissen Situationen, eben Juden, Christen und Anders Gläubige töten soll und diese hassen darf oder das Allah dies tun soll. Das heisst das konträre handeln und denken zu Christus, ist klar ersichtlich nicht nur im Koran auch an der Biografie Mohammeds selber.

Da der Koran das Evangelium vom Kreuz leugnet, kann er nicht anders.

Jesus Botschaft ist aber klar, er sagt welche Geister die Menschen quälen welche den Heiligsten Menschen auf Erden töten wollen aber er vergibt diesen und sagt er sei gekommen, um zu erlösen und zu befreien und eben sein Leben bezeugt, das wer keinen ermordet hat oder dazu aufgerufen hat.

Wärend im Christentum, durch den Tod Christi ein Grundstein gelelgt wurde, das Auge um Auge endlich aufhören konnte, leugnet der Koran diesen Grundstein.

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Jeshu » Fr 8. Jun 2018, 15:59

Kingschild hat geschrieben:
Hallo Jeshu Jesus ruft ja nicht zum Töten der Teufelskinder auf, sondern will sie vom Teufel erlösen und da es keine Stelle gibt die dazu anleitet oder wo er Jünger anleitet dies zu tun ist die Sache eigentlich deutlich genug.


Hi Kingschild,
Jesus hat natürlich nie zum Töten aufgefordert, weder "Teufels Kinder" noch Heiden.
Wir wissen ja, wie Er die Apostel angeleitet hat:

5"Gehet hin; siehe, ich sende euch als die Lämmer mitten unter die Wölfe...
5 Wo ihr in ein Haus kommt, da sprecht zuerst: Friede sei in diesem Hause!
6 Und so daselbst wird ein Kind des Friedens sein, so wird euer Friede auf ihm beruhen; wo aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden...

8 Und wo ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esset, was euch wird vorgetragen;
9 und heilet die Kranken, die daselbst sind, und saget ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.
10 Wo ihr aber in eine Stadt kommt, da sie euch nicht aufnehmen, da geht heraus auf ihre Gassen und sprecht:
11 Auch den Staub, der sich an uns gehängt hat von eurer Stadt, schlagen wir ab auf euch; doch sollt ihr wissen, daß euch das Reich Gottes nahe gewesen ist...
16 Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat."
Lukas 10

Dem Gegenüber spricht der Koran ganz klar darüber das man in gewissen Situationen, eben Juden, Christen und Anders Gläubige töten soll und diese hassen darf oder das Allah dies tun soll. Das heisst das konträre handeln und denken zu Christus, ist klar ersichtlich nicht nur im Koran auch an der Biografie Mohammeds selber.


Mose spricht aber im AT ganz genauso klar darüber, dass man die Heiden - im AT namentlich benannte Völker - töten, ausrotten und ausplündern soll - entgegen Christus Gesetz. Das heisst, das konträre Handeln und Denken von Mose und Mohammed zu Christus, ist nicht nur im Koran, sondern auch im AT klar ersichtlich.
Ich kann da leider nicht mit zweierlei Maß messen, vor allem nicht in Verbindung mit des Himmels Gesetz
"das, was man geistig sät, wird man einmal ernten".

Unter Christus wahrer Lehre allein wäre es für Christen unmöglich gewesen, sowohl die Juden als auch Muslime härtest zu bekriegen und zu unterwerfen. Im Glauben an Jesus als "JHWH's Sohn" war es dies hingegen nicht mehr.
Ob das Konsequenzen für viele Oberste hatte, die die Kriege damals angeordnet hatten, weiß ich nicht, denn sie kannten ja das "Wort" von Gottes Sohn - also damit von Gott.

Offensichtlich haben sie es für sich selbst nicht besonders ernst genommen, auch nicht, dass es die Hölle gibt.

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Mo 25. Jun 2018, 08:20

Jüdische Jugendliche besuchen Schweizer Schulklassen, um Fragen zum Judentum zu beantworten und damit Antisemitismus entgegenzuwirken. Das Dialogprojekt "Likrat" ist so erfolgreich, dass andere Länder es kopieren.
Hinwil im Zürcher Oberland: Die meisten Jugendlichen hier haben noch nie einen Juden gesehen, geschweige denn mit einem gesprochen. Jüdische Gemeinden gibt es in dieser ländlichen Gegend seit Jahren keine mehr.

Die Jugendlichen strömen in ein Klassenzimmer mit kreisförmig angeordneten Stühlen. Darauf sitzen zwei junge, modern gekleidete Frauen mit langen, braunen Haaren. Die eine frischt sich noch schnell die Wimpertusche auf.

In solchen Momenten kann es vorkommen, dass ein Schüler schreit: "Wo ist denn der Jude?" Und Liora – eine der beiden hübschen Frauen – antwortet: "Ich bin der Jude."
>>> Quelle/weiterlesen hier https://www.gmx.ch/magazine/panorama/di ... e-33025740
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon lionne » Do 12. Jul 2018, 20:41

Angriff in Bonn
Israeli wird antisemitisch attackiert – und dann noch von der Polizei geschlagen
>>> Quelle: diverse, u.a. https://www.tagesspiegel.de/politik/ang ... 93830.html

:shock: :oops: LG lionne
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mo 5. Nov 2018, 12:41

Die jüdische Wochenzeitscchrift Tachles bringt neu wieder einen rechtsextremistischen Vorfall mit nazisprachlichen Entgleisungen. Diese ist in der "Schweizerzeit" zu finden.

https://www.tachles.ch/artikel/news/rec ... weizerzeit

Den Begriff «Umvolkung» gebrauchten einst die Nationalsozialisten und meinten damit «bevölkerungspolitische Massnahmen im Sinne der NS-Ideologie», konkret die Ansiedlung deutscher Siedler in den eroberten osteuropäischen Ländern.


Wie lange will die SVP noch solche Leute in ihren Reihen. Es ist einfach gefährlich. Gerade die Juden werden da hellhörig. Der heutige Populismus - auch wenn er sich nicht direkt gegen die Juden wendet - ist wirklich gefährlich und weckt auch den Antisemitismus weiter auf. Dieser hat ja schon grossen Zulauf in Europa.

In diesem Zusammenhang wurde gestern im Radio auf SRF Kultur ein Interview in der Reihe "Perspektiven" mit dem israelisch-österreichischen Schriftsteller Doron Rabinovici gesendet. Dieser jüdische Schriftsteller setzt sich auseinander mit dem Rechtspopulismus in Österreich und sieht auch einen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und der heutigen Islamophobie. Sehr interessant dies mal anzuhören:

https://www.srf.ch/sendungen/perspektiv ... wien-heute


Grüsse Columba
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Di 6. Nov 2018, 20:05

Nochmals zwei Verlinkungen zur jüdischen Wochenzeitung "Tachles". Diese sind auch für diesen Thread ganz wichtig geworden. Der eine Artikel zeigt den zunehmenden Antisemitismus in den USA, der zweite Artikel betrachtet die Geschichte des Antisemitismus in den USA. Da wird eine Linie gezogen von der antisemitischen Christian Front der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis Trumps Ex-Berater Steve Bannon.

...und Steve Bannons will ja seine populistischen Ideen nach Europa bringen, wie verschiedenste Medien berichteten. Das ist auch sehr wahrscheinlich. Man hat es schon gesehen, die Weltwoche hat den Steve Bannon schon im März eingeladen und ihm eine Bühne geboten seine rechtspopulistischen Ideen zu verbreiten. Gerade die Weltwoche zeigte ja selbst, wie fragwürdig sie mit dem Antisemitismus umgeht: 2016 hat Roger Köppel sogar den Naziverbrecher Göring verharmlost, indem er sich auf eine alte fragwürdige Biographie über Göring beruft.

Also auch hier aufgepasst, was in Bezug auf Antisemitismus von den USA kommt - und was dann gerne von einer Zeitung wie der Weltwoche verbreitet wird. Der Antisemitismus nimmt auch hier wieder zu. Die jüdische Gemeinschaft reagiert darauf sehr sensibel. Hören wir auf sie, bevor es zu spät ist.


https://www.tachles.ch/artikel/news/wac ... semitismus

...seit der Wahl von Trump hätten sich antisemitische Verbal-Attacken gegen ihn dramatisch vervielfacht. Er macht dafür auch direkt den Präsidenten verantwortlich, weil dieser unter Judenhassern geläufige Verschwörungstheorien propagiere.


https://www.tachles.ch/artikel/news/his ... -judenhass

Greenberg hebt jedoch hervor, dass ein rechtsradikaler, von Hass auf Juden, Fremde und Schwarze durchzogener Populismus in den USA eine längere Geschichte hat. Diese hat schon lange vor der «Christian Front» begonnen und währt über Figuren wie den Kommunistenjäger Joe McCarthy bis zu dem ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon.




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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Thelonious » Di 6. Nov 2018, 20:16

Vielen Dank auch für diese Hinweise, Columba. Es ist so wichtig, alle Ausprägungen dieser hässlichen Fratze des Antisemitismus aufzuzeigen. ALLE!

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Do 29. Nov 2018, 11:31

CNN-Studie enthüllt Wissenslücken und Vorurteile

https://www.tachles.ch/artikel/news/cnn ... vorurteile

40 Prozent der jungen Deutschen wissen anscheinend wenig oder gar nichts über den Holocaust. Dies zeigt eine aktuelle Erhebung des Nachrichtensenders «CNN».

...ob es in der Schweiz so viel besser wäre?


Vorurteile, falsche Zahlen und pure Unwissenheit über die Juden:

Gleichzeitig überschätzen viele Befragte die Zahl der Juden in der Welt drastisch. Nur sieben Prozent gaben korrekt an, dass Juden weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Jeder siebte Befragte dachte, dass Juden mehr als 20 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Es ist erschreckend, wie viele Vorurteile gegenüber den Juden immer noch in Europa herrschen.

Eine Frage in die Runde: Was habt Ihr in der Schule über den Holocaust und das Judentum gelehrt bekommen? ...und wie alt wart Ihr, als Euch dies Holocaust Zeit vermittelt wurde?


Grüsse Columba
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Helmuth » Do 29. Nov 2018, 11:49

Columba hat geschrieben:Eine Frage in die Runde: Was habt Ihr in der Schule über den Holocaust und das Judentum gelehrt bekommen? ...und wie alt wart Ihr, als Euch dies Holocaust Zeit vermittelt wurde?

Über das Judentum an sich wird nur wenig gelehrt, der Holocaust allerdings gehörte zum Lehrplan und wurde in der 4. Klasse Gymnasium (8. Schulstufe) unterrichtet.

In der Oberstufe gab es eine Exkurison zur Gedenkstätte nach Mauthausen. Soweit ich das beurteilen kann, hat mein Schulunterricht (ich besuchte insgesamt 3 Schulen) das Thema korrekt vermittelt. Man war im Bilde, was zwischen 1933 - 1945 ablief und die Life-Filmdokumentationen gingen mir sehr unter die Haut.

Weitere Life-Berichte erhielt ich von meiner Urgroßmutter, die bis zu meinem 14. Lebensjahr noch lebte. Insgesamt kam das Ausmaß des Wahnsinn erst nach 1945 in die breite Öffentlichkeit.

Heute ist der historische Abstand schon größer und man sollte die Jugend nicht mehr damit indoktrinieren, und zwar in dem Maße, dass man sie weiterhin dafür zur Verantwortung ziehen will. Wir Österreicher waren darin deutlich nehr mitverstrickt, ihr Schweizer könnt das gar nicht so wissen wie wir. Die Schweiz benutzte man damals als Fluchtland, wer es sich leisten konnte.

Besser ist es die biblische Grundlage darüber genauer zu lehren, doch das hat die humanistische Gesellschaft nicht im Sinn. Aber das erachte ich als unsere Aufgabe, als Teil der Evangeliums. Die Schrift ist mehrheitlich von Juden geschrieben worden.

Dazu gerne ein Zitat von Jesus selbst:
Joh 4, 22 hat geschrieben:Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden.
Herzliche Grüße
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Gnu » Do 29. Nov 2018, 18:40

Unser Geschichtsunterricht ging maximal bis zum Wiener Kongress. Der Rest war wolkig. Die Schweiz als Fluchtland funktionierte nicht so richtig. Man weiss heute noch, dass in Chiasso versiegelte Personentransporte in Güterwagen auf die Beförderung durch den Gotthardtunnel nach Deutschland warteten. Deswegen liegt immer noch ein Fluch auf der Bahnstrecke. Hätten wir Schweizer das Spiel nicht mitgespielt, so hätten sich die Deutschen nicht darauf kapriziert, die Schweiz „das kleine Stachelschwein“ beim Rückzug von der Eroberung der Welt auch noch einzunehmen und es wäre zur Schlacht um die Alpenfestungen gekommen, wobei bekannt geworden ist, dass durch Verräter die Deutschen über genaue Lagepläne der unterirdischen Festungen verfügten.

Die Schweiz war nicht bereit, Juden als Flüchtlinge aufzunehmen. Es musste geheim und illegal geschehen. Die Schweiz ist, aufgrund der Flagge erkennbar, eine Gründung der Malteser-Ritter, die 1291 mit Beutegold vom letzten Kreuzzug zurückkehrten. Ausser der Schweiz hat nur noch der Vatikan eine quadratische Flagge, und Papsts Leibwache wird aus Schweizer Katholiken rekrutiert. Davon weiss unser Bernhard zu berichten.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Dez 2018, 13:53

Helmuth hat geschrieben:
Columba hat geschrieben:Eine Frage in die Runde: Was habt Ihr in der Schule über den Holocaust und das Judentum gelehrt bekommen? ...und wie alt wart Ihr, als Euch dies Holocaust Zeit vermittelt wurde?

Über das Judentum an sich wird nur wenig gelehrt, der Holocaust allerdings gehörte zum Lehrplan und wurde in der 4. Klasse Gymnasium (8. Schulstufe) unterrichtet.

In der Oberstufe gab es eine Exkurison zur Gedenkstätte nach Mauthausen. Soweit ich das beurteilen kann, hat mein Schulunterricht (ich besuchte insgesamt 3 Schulen) das Thema korrekt vermittelt. Man war im Bilde, was zwischen 1933 - 1945 ablief und die Life-Filmdokumentationen gingen mir sehr unter die Haut.


Wird dieses Thema erst auf Gymnasiumstufe besprochen?

Aber ich frage mich, ob das Thema überhaupt korrekt vermittelt wird. Der Holocaust muss m.E. durch und durch europäisches Problem betrachtet werden. Der ganz starke Antisemitismus damals war nicht nur auf auf ein Land konzentriert. Während dem Krieg waren in allen Ländern auch Leute willfährig beteiligt, Juden in die Konzentrationslagern schickten. Selbst in der Schweiz war die Politik nicht willens, Juden grosszügig aufzunehmen, obwohl man wusste, dass den zurückgewiesenen Juden Gefangenschaft und Tod blühte.
Der heutige wieder aufkommende Antisemitismus zeigt auch, dass hier fast alle Länder wieder betroffen von neuem oder wieder aufgeblühtem Antisemitismus sind. Dabei sind es erst 85 Jahre her, seit die ersten Konzentrationslager eröffnet wurden.

Die ungenügende Aufarbeitung des Antisemitismus und des Holocausts in Gesamteuropa fördert auch die einseitige Sicht des Holocausts auf Deutschland. Ich hörte in Deutschland immer wieder Stimmen, von unter 40-jährigen, dass der Unterricht über den Holocaust vor allem nur Schamgefühle hinterliess, was die Aufarbeitung auch viel schwieriger werden lässt. Für viele andere Länder ist es immer noch ein kleines Thema, das oft nur für Historiker ist.

In der Schweiz hörte man noch oft, dass man eigentlich gar nicht wusste, was da abging in den anderne kriegsführenden Ländern im 2. Weltkrieg. Das ist aber kaum wahr. Mein Vater erzählte mir vieles, was man schon damals wusste über die NS-Zeit und die Judenverfolgung in Deutschland. Er hatte keine grosse Schulbildung und war auf dem Land aufgewachsen. Doch selbst dort wusste man über die Vernichtungslager damals.
Keiner in Europa kann sich also mit Unwissenheit rechtfertigen. Das bewusste Vergessen des Holocausts hat halt lange Zeit angehalten. ...und diese Vergesslichkeit ist halt auch eine Form des Antisemitismus.

Eine weitere Form des Antisemitismus heute ist der Antizionismus. War es doch früher beim Beginn des modernen Zionismus im 19. Jh. nur eine Bewegung als Antwort auf den Antisemitismus: Die Juden sollten ein Gebiet haben, wo sie ohne Verfolgung leben können. Es hätte nicht mal Palästina sein müssen, selbst Nordosteuropa wurde in Betracht gezogen von einigen in der Zionismusbewegung.
„Der moderne Antisemit schlüpft in das Gewand des Antizionisten und stellt sich dumm.“ sagt der Fernseh-Journalist Georg M. Hafner.

Das sind so einige Gedanken zu Helmuths Antwort.


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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Helmuth » Sa 1. Dez 2018, 14:03

Columba hat geschrieben:Wird dieses Thema erst auf Gymnasiumstufe besprochen?

Ja, bzw. Mittelstufe und früher würde ich auch nicht snnvoll sehen. Im übrigen bleibe ich dabei. Die Aufarbeitung ist abgeschlosssen. Ab nun gehört es in den Geschichtsunterricht.
Herzliche Grüße
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Dez 2018, 18:37

Da bin ich weniger optimistisch. Gerade wenn ich mich umschaue und den wieder erstarkten Antisemitismus sehe, meine ich, dass das, was vor 85 Jahren zur Katastrophe auswuchs, nioch nicht einfach Geschischte sein darf. Dieser Fremdenhass von damals lebt weiter.

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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Sa 1. Dez 2018, 19:09

Gnu hat geschrieben:Die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus lasse ich gelten für Uneingeweihte, also Nichtwisser. Man kann aber durchaus Freund der Juden und gleichzeitig gegen den Zionismus sein. Dazu braucht es eine andere Sicht der Ursachen und Wirkungen.

Ich verachte den Begriff Antisemitismus sehr, weil er falsch ist. Juden sind nicht die einzigen Semiten.




Stimmt, aber der Begriff hat sich nun mal eingebürgert und jeder weiss, was damit gemeint ist, auch wenn viele Juden keine Semiten sind.

Ich glaube auch, dass hinter dem Antizionismus häufig Antisemitismus. Z.B. gerade bei linken Bewegeungen kommt der Antisemitismus in einem Antizionismus zum Vorschein, obwohl vorgegeben wird, es gehe z.B. nur gegen Israel. Aber auch die rechtsextreme NPD ist immer noch antizionistisch.
Im Antizionismus schwingen auch viele Vorurteile mit, die sich in der Verschwörungstheorien Weltjudentum und Finanzjudentum niederschlägt - bösartig, aber daran glauben schändlichewrweise noch immer sehr viele Leute,

Der jüdische (Anti-)Zionismus muss man gesondert betrachten. Darin sind andere, mehr theologische Fragen enthalten.


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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Gnu » So 2. Dez 2018, 02:17

Die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus lasse ich gelten für Uneingeweihte, also Nichtwisser. Man kann aber durchaus Freund der Juden und gleichzeitig gegen den Zionismus sein. Dazu braucht es eine andere Sicht der Ursachen und Wirkungen.

Ich verachte den Begriff Antisemitismus sehr, weil er falsch ist. Juden sind nicht die einzigen Semiten.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 5. Dez 2018, 21:58

Spassvögelchen Gnu?

Gibt man eine Antwort auf Deinen Beitrag, löscht Du diesen Deinen Beitrag und setzt ihn am Sonntag 2. Dez 2018, 02:17 wörtlich nach meiner Antwort wieder ein. Bei sozialen Medien sagt man diesen Usern einfach Trolle!

Grüsse Columba
Zuletzt geändert von Columba am Mi 5. Dez 2018, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zunehmender Antisemitismus in Europa!

Beitragvon Columba » Mi 5. Dez 2018, 22:15

Hier noch ein interessanter Beitrag im Spiegel von Sascha Lobo über Antisemitismus:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/anti ... 42063.html

Lobo zeigt hier auf, dass hinter Schlagwörtern (oder heute auch im Internet Memes) auch reiner Antisemitismus versteckt sein kann. Hier geht es um das Feindbild Sorros: Es geht also um George Sorros. Er ist Jude und wurde v.a. von Viktor Orbán, dem Ministerpräsidenten von Ungarn, zum Feindbild hochstilisiert.

Personalisierte verkürzte Kapitalismuskritik kann als Tarnform des Antisemitismus, als Querfront-Verbindung zwischen rechtem und linkem Antisemitismus funktionieren. Sie kann auch daraus bestehen, keinen der Zehntausenden nichtjüdischen Investoren oder Philanthropen zu kritisieren, sondern ausgerechnet und immer wieder und meist ausschließlich: Juden. Oder Menschen jüdischer Abstammung, wie Soros.


Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was Lobo schreibt. Aber ich glaube, vieles ist richtig. wie er aufzeigt, wie vielfältig Judenhass sein kann.


Grüsse Columba
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