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Völlig neue Linie in Rom?

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

Moderator: bigbird

Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Johelia » Mo 23. Sep 2013, 12:58

lionne hat geschrieben:
Hermann hat geschrieben:.....Und zum Thema Homosexualität bemerkt er trocken: "Es darf keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben." Das klingt fast wie: Liebe - und tu, was du willst.

Das klingt "fast wie: Liebe - und tu, was du willst", schreibst du. Dazu sage ich dir; das ist deine ganz persönliche Interpretation! Es tönt 'fast wie', aber eben nur 'fast' :mrgreen:


Da muss ich Lionne zustimmen!
=> es ist eine persöhnliche Interpretation Hermanns, die m.E aber diametral zur Liebe wirkt.

Viele heute der Erde angehörige und Humanismus verfallene, argumentieren immer gerne mit dem Wort der Liebe und führen fälschlicherweise das Gebot der Liebe unseres Herrn Jesus an.
=> Dies ist aber eine Falle Satans und führt sehr oft in den Abgrund!
Dies ist die selbe Verführung wie sie damals von Satan in Eden geäussert wurde. "Hat Gott wirklich gesagt...."

Es hat überhaupt nichts mit LIEBE zu tun, jemanden in eine erlogene Gewissheit zu wiegen und ihm den 68iger Sündenfall als Entschuldigung seiner Sünde anzubieten und diesen Mensch definitiv in den Abgrund mitzureissen.

Liebe haisst zuweilen auch Härte zum Wohl des Menschen anzuwenden.
Eine 68iger Friede, Freude, Eierkuchen Einstellung tötet viele Menschen und ist daher auf seiten Satans anzusiedeln.

Ich bin altmodisch, konservativ, biblisch fundamental und stolz darauf.

lg
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Mo 23. Sep 2013, 17:31

Verschiedene Gründe bringen mich zu einer recht späten Antwort. Es zeigt sich hier für mich, wie schwierig es ist, mit Christen der üblichen Gruppen (die man auch "Strömungen" nennt, weil "Sektierer" so schnell abwertet) eine ruhige Diskussion zu führen. Mir ist klar, dass ich ab und zu gerne ein wenig provoziere; viele verunsichert wohl auch, dass ich eine ziemlich klare Position durchschimmern lasse, die eben zu völlig anderen Schlüssen, was Christsein heute heißt, als bei den Meisten führt.
Lionne: Das Missverständnis mag daran liegen, dass wir beide gerne stenogrammartig-kurz schreiben; das ist immer etwas gefährlich. Gemeint habe ich: Du schienst mir zu behaupten, dass die rkK nach ihrem eigenen Verständnis von einem unfehlbaren Papst ausgeht. Dies habe ich verneint und auf das ex cathedra hingewiesen. Der zwischendurch gegebene Hinweis, das sei natürlich sehr schwammig, hat sicherlich auch etwas Richtiges.
Marietta: Natürlich kann ein Papst nicht radikal die Lehre umstülpen. Aber es geht vielleicht wie in der Politik: Da hat 1969 die damalige FDP gesagt: "Wir setzen jetzt unsere Akzente anders, bleiben aber liberal." Und dann folgte eine der wichtigsten Kurswechsel in Deutschland mit der Ostpolitik Brandts und seiner Aussöhnung mit den "bösen Kommunisten" zwischen Prag und Moskau. In der Regierung davor war die FDP ja ebenfalls vertreten und agierte völlig anders.
Eine solche Entwicklung scheint mir denkbar. Wenn die Austrittswellen immer größer werden sollten, dann wird so Manches an freigeistigem Denken noch Einzug halten und sicher auch -nebenbei- vor der Orthodoxie nicht Halt machen.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Mariette M. » Mo 23. Sep 2013, 19:10

Lieber Hermann,
Hermann hat geschrieben: Marietta: Natürlich kann ein Papst nicht radikal die Lehre umstülpen. Aber es geht vielleicht wie in der Politik: Da hat 1969 die damalige FDP gesagt: "Wir setzen jetzt unsere Akzente anders, bleiben aber liberal." Und dann folgte eine der wichtigsten Kurswechsel in Deutschland mit der Ostpolitik Brandts und seiner Aussöhnung mit den "bösen Kommunisten" zwischen Prag und Moskau. In der Regierung davor war die FDP ja ebenfalls vertreten und agierte völlig anders.


Mir solls recht sein, wenn die RKK liebevoller wird. Ich zitiere mich selbst vom 21.9.
Insofern sehe ich mit Freude zu und lasse mich überraschen...

Hermann hat geschrieben: Eine solche Entwicklung scheint mir denkbar. Wenn die Austrittswellen immer größer werden sollten, dann wird so Manches an freigeistigem Denken noch Einzug halten und sicher auch -nebenbei- vor der Orthodoxie nicht Halt machen.

Auch hier, lasse ich mich gern von der Zukunft überraschen.
In Bezug auf die Orthodoxie wirst Du Dich aber vermutlich täuschen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Heilmittel gegen Austritte sein sollte, die Lehre über Bord zu werfen.
So wie ich es erlebe, (ja, wirklich erlebe!), schätzen Konvertiten in die Orthodoxie, von denen es viele gibt, gerade die Treue zur apostolischen Lehre und die Tatsache, dass der Glaube als "way of life" dem Gläubigen einiges an Engagement und Verbindlichkeit abverlangt.

Lg Marietta
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Mo 23. Sep 2013, 20:03

marietta, das drückt am deutlichsten den unterschiedlichen "Stallgeruch" zwischen uns beiden aus: Niemand soll die "Lehre über Bord werfen", sondern vielmehr in die Herzmitte von dieser überhaupt erstmal vorstoßen. Ich weiß nicht, ob Du schon mal Meister Eckhart gelesen hast, dann ahnst du vl. eher, was ich meine. Er war der erste Theologe Deutschlands überhaupt.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Mariette M. » Mo 23. Sep 2013, 23:01

Hermann hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob Du schon mal Meister Eckhart gelesen hast, dann ahnst du vl. eher, was ich meine.

Ja, hab ich.
und ja, ich ahne.

drückt am deutlichsten den unterschiedlichen "Stallgeruch" zwischen uns beiden aus

Ich werde den Verdacht nicht los, dass ich an deinen Vorurteilen über Orthodoxie gemessen werde, nicht daran, was Orthodoxie wirklich ist.

in die Herzmitte

Der Unterschied zwischen uns, Hermann, ist nicht Stallgeruch... sondern: Du bist ein Sucher. Ich bin eine, die gefunden hat, heimgekommen ist. Die in und aus der Herzmitte lebt.

Gestern habe ich es (wieder) gesehen: Das wahre Licht.

Lg Mary

(die im übrigen schmunzelt, dass ihr orthodoxer Stallgeruch anhaften soll)
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Di 24. Sep 2013, 05:33

Und was hast Du für eine Einstellung zu Meister Eckharts "Ur-Sicht" auf Gott? Wie er Gott als etwas erlebt, das uns tatsächlich als "unser Ebenbild" -wie es die Bibel ausdrückt- in erlebter Form begegnen kann, wie eine Verschmelzung zwischen Liebenden. Das verändert das Leben. Schön, wenn Du das in der Gemeinde auch so erlebst (was ja möglich ist). Dann ist es ja -vieeeleiicht-dasselbe...
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Mariette M. » Di 24. Sep 2013, 10:59

Hermann hat geschrieben:Und was hast Du für eine Einstellung zu Meister Eckharts "Ur-Sicht" auf Gott?

Meister Eckhart hat manche guten Gedanken gedacht. Insbesondere Gedanken, die wegführten von der westlichen Sünde-Strafe-Theologie, die bis heute in der RKK und all ihren Abkömmlingen nachwirkt. Er hat das ja leider dann auch gebüsst...
Aber: Ich bin Christin, nicht Philosophin. Eine Theologie, in der die einmalige Menschwerdung des Logos keinen Platz mehr hat, ist nicht meins.
(Hab mich deshalb auch nicht sehr in seine Schriften vertieft....)
Hermann hat geschrieben:Wie er Gott als etwas erlebt, das uns tatsächlich als "unser Ebenbild" -wie es die Bibel ausdrückt- in erlebter Form begegnen kann, wie eine Verschmelzung zwischen Liebenden.

Nein, Hermann, die Bibel sagt nicht, dass Gott UNSER Ebenbild sei.... sondern dass wir in SEINEM Ebenbild geschaffen sind. Geschaffen sind, wohlgemerkt, denn bisher war nur ein Einziger wirklich gottesebenbildlich: Jesus, der Christus.
Dennoch, ja: Wir können Gott erleben, erfahren. ER ist dazu Mensch geworden, dass er für uns ein Gesicht bekommen hat... und dass er uns den Weg zur Kommunion, zur Gemeinschaft mit Gott freigemacht hat.
Gerade in der Orthodoxie wird das sehr stark, geradezu körperlich, erfahrbar. Wir sind ganz und namentlich gemeint. Gott will mit uns als Einzelnen und als Versammlung eine Gemeinschaft. Beim gemeinsamen Kelch wird diese Gemeinschaft ganz besonders erfahrbar und verwirklicht. Aber auch in allen anderen Handlungen ist immer das zentral: Die Liebe, mit der wir uns und einander Gott anvertrauen.
Hermann hat geschrieben:Das verändert das Leben. Schön, wenn Du das in der Gemeinde auch so erlebst (was ja möglich ist). Dann ist es ja -vieeeleiicht-dasselbe...

Nett, dass Du mein Erleben wenigstens innerhalb des Möglichen siehst :D . Ich erlebe das aber nicht nur "in meiner Gemeinde", sondern in jeder Gemeinde, die in der Lehre der Apostel steht. Ich hätte mich vermutlich in Korinth genauso zuhause gefühlt wie heute. Das ist das Schöne!
Und da brauche ich auch keinerlei "Weiterentwicklung" der Lehre.

Die Theosis, das Werden wie Christus, Gott, das schon in der Bibel angemahnt und verheissen ist, ist mein Ziel. Dahin geht mein Streben.
Meine Erfahrung ist, dass dazu weniger verstandesmässiges Erkennen vonnöten ist (Eckhart!), sondern Demut und Vertrauen.

Lg Mary
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon onThePath » Di 24. Sep 2013, 11:51

Mariette, ich habe mit Eckhardt auch so verfahren, wie Du hier erklärst:

Meister Eckhart hat manche guten Gedanken gedacht. Insbesondere Gedanken, die wegführten von der westlichen Sünde-Strafe-Theologie, die bis heute in der RKK und all ihren Abkömmlingen nachwirkt. Er hat das ja leider dann auch gebüsst...
Aber: Ich bin Christin, nicht Philosophin. Eine Theologie, in der die einmalige Menschwerdung des Logos keinen Platz mehr hat, ist nicht meins.
(Hab mich deshalb auch nicht sehr in seine Schriften vertieft....)


Wer die Menschwerdeung des Logos als nebensächlich betrachtet oder als übersehbar-übergehbar, findet niemals meine volle Zustimmung.

lg, oTp
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Columba » Di 24. Sep 2013, 11:58

Hermann hat geschrieben:Aber kaum jemand hätte erwartet, mit welchem Tempo und Eifer der neue Papst sich daran macht, die katholische Kirche zu verändern. Fast im Wochenrhythmus prescht er vor, reißt Jahrzehnte- oder Jahrhunderte alte Rede- und Denkmauern ein, schneidet alte Zöpfe ab. Sein neuester Vorstoß ist ein Interview, das er für etwa ein Dutzend Jesuiten-Zeitschriften weltweit gegeben hat.


Ausser in der Vatikanbank hat Franziskus bisher nicht viel konkrete Änderungen vorgenommen. Was neu ist, und das zum Glück sehr deutlich, ist die Sprache und die Begegnung mit den Menschen. Das gibt zur Hoffnung Anlass. Die Probleme der katholischen Kirche sind so gross, dass es Zeit dauern muss, bis (hoffentlich) etwas ändert. Aber man würde den Mann überbelasten, wenn man jetzt schon alle Sätze von ihm als neue Linie definieren würde.

Hoffnungen darf man in dieser Beziehung haben und ich habe sie.


Vom ersten Tag an merkte man, dass Franziskus ein Jesuit ist. ...und das ist die Chance, die klare Verstandessicht, die Dinge auf den Punkt zu bringen, verbunden mit der tiefen christliche Spiritualität der ignatianischen Bewegung kann heute helfen, marode Strukturen wenigstens aufzulockern. Wie weit es ein einzelner Mann kann, muss sich erweisen. Ich glaube, dass er sicher seinen Orden hinter sich hat. Die jesuitische Kraft ist auch darin zu sehen, dass sie wissen, was wann richtig ist. Also nichts mit blindlings Zöpfe abschneiden und Revolution - Franziskus wird auch ohne Zögern etwas Fragwürdiges stehen lassen, wenn es zeitlich jetzt nicht angebracht ist, es zu ändern.

Da werden Enttäuschungen auch vorprogrammiert sein.


Also nicht Ola Ola Jubel ist angebracht - aber ignatianischer Nüchternheit mit tiefer christlicher Spiritualität ist gefragt, um Franziskus zu verstehen und ihm im Gebet beizustehen.


Grüsse Columba



PS
Ich hoffe, dass Du Eckhart besser studiert hast als nur auf Grund seiner deutschen Predigten, übertragen von nationalsozialistischen Philologen Josef Quint (er war in mehreren Parteiverbänden aktiv), dessen Übertragungen von nationalsozialistischem Gedankengut triefen. Nimmt man Eckharts Gesamtwerk zur Hand sieht man, dass Eckhart sehr wohl hinter der Dogmatik der katholischen Kirche stand - seine negative Theologie jedoch bei einigen Sätzen nicht verstanden wurde und deshalb wurden (nur) 28 Sätze als Häresie (oder häresieverdächtig) erklärt.
Ich habe jetzt nur deshalb diese Anmerkung gemacht, weil Deine Interpretation von Ebenbildlichkeit eben genau nicht aus der Theologie von Eckhart hervorgeht - das ist die Interpretation vieler Esoteriker mit ihrem Eckhart-Verschnitt. Dieser Verschnitt kommt eben deshalb heraus, weil die meisten sich auf die Quint-Übersetzungen stützen oder von ihr beeinflusst sind. Schaue mal nach in den vielen Büchern des Eckhart-Revivals

Diese Eckhartfrage wurde schon einige Male hier diskutiert, falls von weiterem Interesse ---> Suchfunktion
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Di 24. Sep 2013, 15:57

Columba: Es ist natürlich bequem, einen "Eckhart-Verschnitt" in die esoterische Ecke zu stellen. Der Kern meiner Argumente wird dadurch nicht berührt: es kitzelt natürlich das Ego, wenn man Christus als einzige Inkarnation des Logos hinstellt, seine Selbstbezeichnung Menschensohn locker beiseite schiebt und sich dann im Elite-Gefühl sonnt, zur einzig göttlichen Gestalt überhaupt eine gemeine, äh, gemeindliche Verbindung zu haben.
Marietta: Eckhart sei verstandeslastig? Ich denke, an den "Früchten sollt ihr sie erkennen"?! Er hat offenbar die Verschmelzung erlebt und seine Intelligenz und seine wunderbar machtvolle Sprache haben ihn offenbar nicht daran gehindert, mit der Gottheit eins zu werden. Ich bin sicher, dass es viele "Wege nach Rom" -hier als Metapher gemeint- gibt.
Die hässliche Anspielung bei Columba auf Quint ist fast nicht wert, kommentiert zu werden. Meine Kenntnisse von Eckhart sind durch engere Kontakte zu ME-Gesellschaft und durch mehrere Übesetzungen fundiert worden. Und wer ihn genauer liest, bekommt auch seine ständigen wohlwollenden Hinweise auf "heidnische Denker" mit. Er war offenbar universalreligiös und ist deshalb wohl 800 Jahre zu früh geboren.
Wer noch gegen eine (Weiter-)Entwicklung des Glaubens redet, der möge mir bitte erklären, was denn das Auftreten Jesu anderes ist, wenn man seinen Geist mit dem des NT vergleicht. Warum sollte die Zeit nicht reif sein für einen weiteren, analogen Schritt? Das meinte ja Teilhard, der langsam auch kirchlicherseits aus der Irrtumsecke rausgeholt wird.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Columba » Di 24. Sep 2013, 16:59

@Hermann

Die Eckhart Bemerkung war ein PS. Ich gehe nicht weiter darauf ein, es wäre nur Wiederholung, Eckhart war schon oft Thema hier auch die verschiedenen Verstrickungen von Quint mit den Nazis war hier Thema und in der Literatur genügend nachgewiesen. Die von Quint übertragenen Texte zeugen auch den deutschnationalen Geist. Als Ausgangspunkt für weiteres Literaturstudium über Eckhart allgemein, empfehle ich Flasch

Das wärs hier über dieses Thema

Gruss Columba
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Di 24. Sep 2013, 17:21

Columba hat geschrieben:@Hermann

Die Eckhart Bemerkung war ein PS. Ich gehe nicht weiter darauf ein, es wäre nur Wiederholung, Eckhart war schon oft Thema hier auch die verschiedenen Verstrickungen von Quint mit den Nazis war hier Thema und in der Literatur genügend nachgewiesen. Die von Quint übertragenen Texte zeugen auch den deutschnationalen Geist. Als Ausgangspunkt für weiteres Literaturstudium über Eckhart allgemein, empfehle ich Flasch

Das wärs hier über dieses Thema

Gruss Columba

Das ist ja witzig! Flasch ist von der Frankfurter Schule beeinflusst und möchte aus Eckhart das Religiös-mystische eliminieren und ihn zum Katheder- Philosophen machen. Alle Eckhart-Gesellschaften dieser Welt -zwanzig Länder haben wohl eine- sehen den Meister da tendenziell anders.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Columba » Di 24. Sep 2013, 17:40

Antwort auf Hermanns Bemerkung im Eckhart-Thread!
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht;
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Di 24. Sep 2013, 18:26

Vor allem zu Marietta gewandt möchte ich eine unterschwellige Grundauffassung von mir hier ansprechen:
Könnte es sein, dass GOTT am jüngsten Tage (also in jedem Moment, hier und jetzt!) nicht fragt, wer wir sind (Evang. rkK, orthodox, Buddhist,...) sondern, wie wir sind? Ich bin sicher, dass aus der mystischen Auffassung dies zum Kernanliegen wird: Wir werden gefragt werden, ob und wie wir Liebe gelebt haben. Wie selten wir -aus welchen Motiven auch immer- Menschen von dieser Liebe ausgegrenzt haben, usw. GOTT wird ins Herz schauen- und nicht in unsere Gemeindeprotokolle, Blogs oder Taufbücher...Nur, wenn Glaubensüberzeugungen diesem Zentralziel dienlich sind, dann zählen sie wohl votr Gott. Dies gilt für mich speziell für die Lehre von Opfertod.
Und weil die so vielkritisierte rkK dies immer intuitiv geahnt hat, hat sie die Heiligen als konkrete Liebes-Vorbilder herausgearbeitet! Zum großen Unwillen des Herrn Luther. Und -welch Zufall- 70% aller Heiligen -so auch Walter Nigg- tendieren zu mystischen Grundansichten. Und das, obwohl die kirchl. Richtlinien zunächst die Glaubenstreue im Kirchensinne als wichtige Voraussetzung voranstellen...Uns Mystik verleitet nun mal zu anderen Glaubensschwerpunkten als die, die Bischöfe vertreten.
Verständlich! Denn hat jemand schon ein BMW-Prospekt gelesen, der das Konkurrenzmodell in seine Lobeshymnen einbeziehen würde? Daher empfiehlt sich theologisch sehr der Blick in Länder wie Indien, die von den Genen her wohl sehr zur Mystik neigen.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon onThePath » Di 24. Sep 2013, 22:25

Hermann, es kann aber nicht sein, dass Mystik irgendwie blind macht für so viele Dinge, die wichtig sind, essentiell wichtig, um die lebendige Beziehung zum lebendigen Gott herzustellen.

Betonen sollte man das innere Ringen der christlichen Mystik-Mönche.

Und man sollte auch nicht blind dafür sein, wer Jesus Christus ist. Wenn er der Mittelpunkt ist im Himmel, eines Wesens mit dem Vater, dann verdient das die gebührliche Beachtung.

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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Mariette M. » Di 24. Sep 2013, 23:30

Hermann hat geschrieben:Vor allem zu Marietta gewandt

zur Stelle ;)
Lieber Hermann,
Hermann hat geschrieben:Könnte es sein, dass GOTT am jüngsten Tage (also in jedem Moment, hier und jetzt!) nicht fragt, wer wir sind (Evang. rkK, orthodox, Buddhist,...) sondern, wie wir sind?

Hmmm... da ich nicht Gott bin, kann ich das nicht wissen.
Da ich an den Menschenliebenden Gott glaube, hoffe ich inständig, dass Gott ALLE Menschen auf seine Weise sucht.

Hermann hat geschrieben:Ich bin sicher, dass aus der mystischen Auffassung dies zum Kernanliegen wird: Wir werden gefragt werden, ob und wie wir Liebe gelebt haben. Wie selten wir -aus welchen Motiven auch immer- Menschen von dieser Liebe ausgegrenzt haben, usw.

Ja, absolut.
Da nehme ich das Gleichnis von der Scheidung der Böcke und Schafe und andere Aussagen von Jesus.... wie auch Ermahnungen von Paulus absolut ernst. Wir können unser Heil verwirken dann, wenn wir nicht die Liebe leben. Die Liebe ist ein Gebot, kein netter Vorschlag zur Güte.
Und dennoch: Auch mit nochsoviel Gutsein kann kein Mensch sich "den Himmel verdienen". Dazu brauchen wir die Gnade und Menschenliebe Gottes, sie wir in Reue und Demut annehmen dürfen.
Hermann hat geschrieben:GOTT wird ins Herz schauen- und nicht in unsere Gemeindeprotokolle, Blogs oder Taufbücher...

Ich bin ziemlich sicher, dass es so sein wird. Meine Kirche weiss das auch, indem sie lehrt: Wir wissen, wo das Heil zu finden ist, aber wir wissen nicht, wo das Heil nicht ist. Sprich, wir massen uns kein Urteil an, das nur Gott zusteht.
Hermann hat geschrieben:Nur, wenn Glaubensüberzeugungen diesem Zentralziel dienlich sind, dann zählen sie wohl votr Gott. Dies gilt für mich speziell für die Lehre von Opfertod.

Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Wie denkst Du über den Opfertod Christi?
Hermann hat geschrieben:Und weil die so vielkritisierte rkK dies immer intuitiv geahnt hat, hat sie die Heiligen als konkrete Liebes-Vorbilder herausgearbeitet!

Die Kirche hat herausgearbeitet? Das hat einen unguten Beigeschmack von menschlich/kirchlichem Werk. Ist es nicht vielmehr Gott, der in seinen Heiligen die Vergöttlichung wirkt? Der uns in ihnen - den Heiligen - sehen lässt, wie ER ist und wie es ist, wenn ein Mensch ganz durchlässig ist für Gott?
'Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.'(Gal 2,20)
Hermann hat geschrieben: Zum großen Unwillen des Herrn Luther. Und -welch Zufall- 70% aller Heiligen -so auch Walter Nigg- tendieren zu mystischen Grundansichten. Und das, obwohl die kirchl. Richtlinien zunächst die Glaubenstreue im Kirchensinne als wichtige Voraussetzung voranstellen...

Naja, unser Synaxarion (die "Versammlung aller Heiligen") kennt eine Vielzahl von Heiligen ganz verschiedener Couleur. Beileibe nicht alles Mystiker.
Wir kennen
Prophet: ein Heiliger, der vor Christus lebte und durch die Inspiration vom Heiligen Geist die Zukunft, vor allem über den Heiland, vorhersagte.
Apostel: ein naher Schüler Jesu Christi, den ER während seines irdischen Lebens als Prediger aussandte und der nach Herabkunft des Heiligen Geistes den christlichen Glauben in fremden Ländern predigte. Es gibt die 12 Apostel, die dem Herrn am nächsten standen, und die 70, die später berufen wurden.
Evangelist: einer der vier Apostel (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), deren Evangelien kanonisiert wurden.
Apostelgleicher: Einer, der große Verdienste um die Kirch erworben hat, entweder durch Missionierung oder indem er der Kirche einen Platz in der Gesellschaft gegeben hat.
Märtyrer: Einer, der für den Glauben gestorben ist.
Protomärtyrer: der erste Märtyrer in einem bestimmten Land (im Falle von Hl.Stephan: der erste Märtyrer der Kirche überhaupt).
Großmärtyrer: Einer, der für den Glauben Qualen gelitten hat und getötet wurde.
Hieromärtyrer: ein Märtyrer, der dem Klerus angehörte.
Ehrwürdiger Märtyrer: ein Mönch und Märtyrer. (Ehrwürdige Märtyrerin: eine Nonne und Märtyrerin.
Neumärtyrer: ein Märtyrer der neueren Kirchengeschichte, der meist denselben Namen trägt wie ein früherer Märtyrer.
Bekenner: Einer, der für den Glauben gelitten hat, aber nicht als Märtyrer gilt.
Hierarch: Der Bischof, der als Erster den Glauben zu einem bestimmten Volk oder in ein bestimmtes Land gebracht oder die Hauptarbeit bei dessen Christianisierung vollbracht hat.
Leidensdulder: Einer, der auf ähnliche Weise gestorben ist wie Christus.
Ehrwürdiger: ein heiliger Mönch (Ehrwürdige: eine heilige Nonne).
Gerechter: ein Heiliger des Alten Bundes (des alttestamentarischen Israel); auch verheiratete Heilige der neutestamentarischen Kirche.
Narr in Christo: Einer, der für seine offensichtliche, aber heilige Verrücktheit bekannt wurde.
Uneigennütziger: ein Heiliger, der für Heilungen kein Geld annahm.


Wir haben heilige Frauen und Männer, Kinder und Alte, Könige und Narren, Reiche, die ihr Gut weggaben und Arme...

Insofern... kann ich deine Präferenz für die Mystiker nicht nachvollziehen.

Lg Marietta
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon bigbird » Mi 25. Sep 2013, 10:15

Könnte es sein, dass ihr vom Thema abgekommen seid?

bb
Menschliche Weisheit führt in eine Spaltung -
göttliche Weisheit führt ans Kreuz.

J.S.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Mi 25. Sep 2013, 15:53

Marietta (sicherlich mag es ein wenig offtopic sein, aber muss man denn ständig wieder verschieben?). Ich will nur auf die Gnade zu sprechen kommen. Da klingt etwas sehr Lutherisches bei Dir durch, aber der Eindruck mag täuschen. ich geh aber davon aus, dass das Bemühen um "gute Werke" nicht von Dir grundsätzlich kritisch gesehen wird. Ich sehe die Balance bei diesem theologischen Uralt-Thema so: So von der Liebe in Egoismus-Ferne durchflutet sein, dass wir absichtslos Gutes tun. Weil wir schlicht und einfach "gernicht mehr auf die Idee kommen, etwas Schlechtes zu tun." Weil wir vl. nicht für die Sünden ("Abrechnung beim Jüngsten Gericht"), sondern durch sie bestraft werden, manchmal noch in derselben Sekunde, wo was falsch läuft.
Gnade ansonsten? Leben zu dürfen ist Gnade, denn auch mir ist nicht bekannt, wo jemand das "verdient" haben könnte, am Leben teilhaben zu dürfen. Aber den Satz dennoch im Blick zu haben: "Wenn du auf Gott einen Schritt zugehst, kommt er dir zwei entgegen," also in diese Wechselbeziehung einzutauchen, das scheint mir ein ausgewogenenr Weg. Gnade muss man sich also durch Offensein zu ihr (=dem Göttlichen), z.T. wohl auch durch aktives Mittun.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon bigbird » Mi 25. Sep 2013, 19:38

bigbird hat geschrieben:Könnte es sein, dass ihr vom Thema abgekommen seid?

bb


Ich sags noch etwas deutlicher: Zurück zum Thema, bitte!

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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Mi 25. Sep 2013, 20:44

Gut, ich habe einen neuen thread über die Gnade im Glaubens-Forum aufgemacht.
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Daher ist sie bei vielen Menschen so unbeliebt.

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"Du hast recht, aber meine Meinung gefällt mir besser". - Links-spiritueller Satiresatz aus einem Gespräch zw. einem spirituellen Menschen und einem Normalchristen.
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Columba » Do 26. Sep 2013, 14:29

Realismus und Mystik: Die Theologie von Franziskus

Ein halbes Jahr ist der Neue auf dem Stuhle Petri im Amt – und er hält die katholische Kirche mit Gesten und Worten in Atem. Welche Reformen tatsächlich eingeleitet werden, steht noch in den Sternen. In einem Interview, das seit Tagen zu reden gibt, zeichnen sich immerhin Umrisse der Theologie des Papstes ab.

Quelle: NZZ-Online vom 26. September, abgerufen 26. September 14.25


http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/ue ... 1.18156602



Grüße Columba
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht;
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Hermann » Do 26. Sep 2013, 16:55

Danke , Columba: Ein Zitat daraus, das recht nah an meine Grundauffassung kommt:
"Aber Bergoglio betont in seinem Gespräch mit «La Civiltà Cattolica»: Es waren eher Mystiker als Dogmatiker. Sie setzten sich der Erfahrung des Anderen, des Fremden aus. Die jesuitischen Missionare der frühen Neuzeit überschritten die Grenzen der Christenheit. Pater Matteo Ricci versuchte in China, die christliche Botschaft im Innern einer fremden Hochkultur zu finden oder vielleicht auch zu erfinden – im chinesischen Konfuzianismus. In Rom handelten sich diese Jesuiten bald Aburteilungen ein." (So,so. Die Enge hatte mal wieder gesiegt.)
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Daher ist sie bei vielen Menschen so unbeliebt.

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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon adaja » Di 3. Dez 2013, 11:17

Warten wir mal ab, wie sich alles weiter entwickelt.
Am Abend unseres Lebens wird es die Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen und sich entfalten lassen. In Barmherzigkeit für jeden Menschen.Frere Roger
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon manfred » Sa 26. Apr 2014, 15:48

Ich frage mich ob dieser Papst wirklich so viel ändern wird?
Natürlich wird man von Zeitungen oft falsch informiert aber ich habe keine anderen Infoquellen.
Der abgesetzte Protzbischof bekommt jetzt große Räumlichkeiten im Vatikan.
Das ist dann der Lohn für den lockeren Umgang mit Geld.
Ich dachte dieser Papst ist doch der Papst der Armen? :lol: :lol:
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Re: Völlig neue Linie in Rom?

Beitragvon Mariette M. » So 27. Apr 2014, 08:41

manfred hat geschrieben:Der abgesetzte Protzbischof bekommt jetzt große Räumlichkeiten im Vatikan.

Was erzählst Du denn da!?
Du verwechselst da zwei Personen. (Bertone, Tebartz van Elst). Ausserdem hat sich der Papst, wie man hört, gegen das Projekt Dienstwohnung für Bertone ausgesprochen.
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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