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Unüberwindbares

Diskussion und Fragen zur Bibel

Moderator: Thelonious

Unüberwindbares

Beitragvon calimero » So 16. Sep 2018, 10:47

Gute Tag Zusammen

Um meinem Tag Richtung zu geben lese ich am morgen den Psalm 23 - Der gute Hirte und am Abend Psalm 139 - Herr du durchschaust mich. Nebst dem beten von Vater Unser.

Welche Psalme/Gebete eignen sich wenn man Gott um die Hilfe zur Ueberwindung von persönlichen unüberwindbaren Hindernissen bitten will, welche man schon seit ganzes Leben mit sich rumträgt und das Leben massiv beeinflussen, Hindernisse welche vieles zerstören oder Lebendigkeit nicht entstehen lassen weil sie Kernaspekte des Menschseins limitieren?

Einen schönen Sonntag
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » So 16. Sep 2018, 11:35

Hallo, calimero

Ich habe mal nachgelesen, wovon du redest, weil du ja von inneren, unüberwindbaren Hindernissen sprichst.

Ich kann dir dafür keine Lösungen anbieten, nur das offene Ohr eines Menschen, der durch so einige Tiefen dieses Lebens gehen musste, ohne daran zu zerbrechen.

Außer deiner Frage nach aufbauenden Bibelstellen gäbe es sicher noch über Vieles zu reden, was deine persönlichen Probleme betrifft. Aber ruhig langsam angehen, du hast viel Zeit.


lg, oTp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon calimero » Mo 17. Sep 2018, 12:53

Hallo onthepath

Danke für deine Antwort.

Ich kann dir dafür keine Lösungen anbieten, nur das offene Ohr eines Menschen, der durch so einige Tiefen dieses Lebens gehen musste, ohne daran zu zerbrechen.


Was hat dir den geholfen auf dem Weg bis hier? Ich nähere mich Gott langsam an seit 2 Jahren, ich habe aber das Gefühl dass mein Wesen nicht genügt, weil ich vieles nicht empfinden kann. Mir fällts schwer für Menschen etwas zu empfinden - im Gegensatz zu Tieren. Und die Nächstenliebe ist doch eigentlich das Zentrale am Christ sein. Wie kann ich um Gottes Hilfe und Gnade bitten, wenn ich in diesem zentralen Punkt nicht fähig bin und versage?

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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Mo 17. Sep 2018, 13:12

Lieber Calimero,
Ok. Wenn du Mitgefühl für Tiere hast, könntest du eventuell auch Mitgefühl für Menschen erlangen.
Bei dir muss ich ja erst mal vorsichtig erfragen, weil du anscheinend Probleme mit dir herumtragen musst, die nicht so einfach zu lösen sind.

So wie es Menschen gibt, die sich schnell bewegen können, so auch welche die eben nicht so schnell sind. Dann wird auch Gott das Berücksichtigen. Gott berücksichtigt auch unser Wesen, unsere inneren Hindernisse. Also habe auch selber mit dir Geduld und mache erst mal kleine Schritte.

Wir bitten ja alle Gott um Kraft und Hilfe, uns verändern zu können. Oder unsere Lebensumstände, Schiksalsschläge, unser Wesen ertragen zu können.

Erträge auch zunächst das, was du eigenes Versagen nennst.

LG, otp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Thea » Mo 17. Sep 2018, 21:25

calimero hat geschrieben:Welche Psalme/Gebete eignen sich wenn man Gott um die Hilfe zur Ueberwindung von persönlichen unüberwindbaren Hindernissen bitten will, welche man schon seit ganzes Leben mit sich rumträgt und das Leben massiv beeinflussen, Hindernisse welche vieles zerstören oder Lebendigkeit nicht entstehen lassen weil sie Kernaspekte des Menschseins limitieren?



Lieber Calimero,
Du brauchst kein spezielles Gebet, keine speziellen Formulierungen. Sprich einfach mit Gott, wie es Dir von der Seele kommt, und wenn da nur ein tiefer Seufzer kommt, ist das auch gut, wenn Klage oder Fragen oder Zweifel oder Verzweifelung in Dir sind, sprich es aus - und horche einfach immer wieder auf die Antwort. In der Stille sitzen und hören ist auch ein Gebet. Für viele Fragen und Probleme gibt es keine genau passenden Gebete in der Bibel. Du bist ein einzigartiges Kind Gottes, ein einzigartiger Einfall Gottes, warum solltest Du nicht auf Deine genau einzigartige persönliche Weise mit Gott reden? Auch die bloße Vorstellung, dass Du Gott Deine Schwierigkeiten einfach hinhältst und ihn bittest, da was zu verändern, ist ein Gebet.
Das muss alles gar nicht viel sein, nicht elaboriert, nicht kompliziert.... Je einfacher, je direkter ist es manchmal, vielleicht auch bei Dir....
Lieben Gruß, Thea (Kirchenbotschafterin)
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Di 18. Sep 2018, 09:23

calimero hat geschrieben:Gute Tag Zusammen

Um meinem Tag Richtung zu geben lese ich am morgen den Psalm 23 - Der gute Hirte und am Abend Psalm 139 - Herr du durchschaust mich. Nebst dem beten von Vater Unser.

Welche Psalme/Gebete eignen sich wenn man Gott um die Hilfe zur Ueberwindung von persönlichen unüberwindbaren Hindernissen bitten will, welche man schon seit ganzes Leben mit sich rumträgt und das Leben massiv beeinflussen, Hindernisse welche vieles zerstören oder Lebendigkeit nicht entstehen lassen weil sie Kernaspekte des Menschseins limitieren?

Einen schönen Sonntag


editiert

Hallo "Calimero",


Zuerst darf ich dir aus meiner persönlichen Erfahrung versichern, das Gott nichts von uns erwartet, was er nicht selbst durch uns tun möchte.


Sprich : Ohne Gott können wir nichts tun, was unser Leben eine Richtung, einen Sinn geben kann.

Nun sind wir jedoch alle mal ins Leben hier auf Erden gekommen, durch unsere Eltern, und könnten uns dann im Laufe der Jahre in die Lage gesetzt sehen, das wir nun allein sind. Ohne Vater und Mutter. Und hier setzt du wahrscheinlich an. Was kommt jetzt, fragst du dich. Ich sollte immer ein guter (Mensch/Christ) sein, aber was ist das eigentlich.

Ich empfinde zwar Einklang mit den Tieren, der Natur, die so Schuld unbelastet in die Richtungen geht, die nur so und nicht anders sein können. Zu erwarten wären.


Aber Menschen - das denkst/siehst du - was wollen die von mir, was will ich von denen. Ich empfinde nichts für sie. Ich beobachte vielmehr, das sie in erster Linie - bzw. letztendlich - nur auf sich selbst gesinnt sind ---


So zumindest beschreibt der Prophet Jesaja das Wesen des Menschens, der von Natur - von Geburt an - nicht mehr in Eden verweilt, Gemeinschaft mit Gott hat und erfährt, sondern sich einem mehr oder weniger rauen Existenzkampf gegenüber gestellt sieht. Der eine früher, der andere später, mancher auch nie - dank dem Geldvermögen seiner Eltern. Wie auch immer. Eins vereint alle Menschen. Sie werden irgendwann sterben. Und auch über eigene Kinder wird letztendlich nicht viel - bzw- gar nix -- von diesem uns bekannten Universum einmal übrig bleiben.

Und dann? - Aber auch wenn ich nicht so weit gehe und mir es reicht wie Dir im Augenblick vielleicht reichen möchte, im Einklang mit der Natur zu leben,

so weißt du doch um Gott, möchtest ihm gefallen. Siehst dich aus deinen Erfahrungen mit Menschen, die vielleicht deine Vorbilder mal waren oder noch sind, in einem Richtungspfeil, einer Anforderung, die du dir selbst nun abverlangst. Kennst deine Probleme, deine verzweifelten Versuche so zu sein - aus eigener Kraft das alles zu erfüllen, was einen "guten, frommen Christen" ausmacht. Und kommst nicht weiter, weil dir die Menschen, die du meinst lieben zu müssen, einfach -- NOCH - zu weit weg und eigentlich egal sind.


Nun fragst du nach bestimmten Bibelstellen die dir helfen sollen. Damit versuchst du - meinem Empfinden nach - dir aber etwas vorzugaukeln. Mit Hilfe von Bibelstellen Betrachtung und Nachsagung dahin zu kommen, das deine Probleme sich auflösen und du eine Richtung - wie du sagst bekommst.

Gott liebt dich - alle Menschen - so wie sie sind. Auch dich. Fängt da mit ihnen an, wo sie stehen. Fängt auch mit dir an - bzw. ist schon lange mit dir im Gange. Sieht dich, hört dich, weißt was du tust, was du getan hast und wo du enden wirst.


Unüberwindbare Hindernisse gibt es dann für Gott nicht. Allerdings sperrt er zuweilen für einen begrenzten Zeitraum Menschen ein. Sodass der Mensch keine Hoffnung sieht auf eine Veränderung seines Lebensumstandes. Doch auch hier - und Gottes Wege sind hier unergründlich - kann er dann plötzlich ... in Zukunft ... wieder befreien.

Also ich bin bei dir da ganz zuversichtlich, das du in Zukunft Veränderung erfahren wirst.
Zuletzt geändert von bigbird am Do 20. Sep 2018, 16:43, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Hab das Zitat korrigert - bitte korrekt zitieren
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Di 18. Sep 2018, 11:16

Ich bete gar nicht mehr kompliziert. Eher so wie Thea es aufzeigt. Und Gebetskämpfe versuche ich schon gar nicht mehr. Ich rede mit Gott von meinen Nöten, überlasse es aber ihm, ob er eingreift. Und wiederhole das selbe Anliegen auch nicht dauernd. Ich akzeptiere anscheinend mein Schiksal, irgendwie, ohne daran zu zerbrechen. Wie das funktioniert, kann ich allerdings kaum erklären. Anscheinend habe ich mich mit langwierigen Lasten abgefunden.
Ich lege mein Schiksal eben in Gottes Hand.
Was Habatom erzählt

Unüberwindbare Hindernisse gibt es dann für Gott nicht. Allerdings sperrt er zuweilen für einen begrenzten Zeitraum Menschen ein. Sodass der Mensch keine Hoffnung sieht auf eine Veränderung seines Lebensumstandes. Doch auch hier - und Gottes Wege sind hier unergründlich - kann er dann plötzlich ... in Zukunft ... wieder befreien.



..finde ich dabei auch wichtig.

Eingesperrt für eine gewisse Zeit....

Vielleicht eine depressive Mutlosigkeit und Energielosigkeit am frühen Morgen, die gar nicht vergehen will, oder eine ruhelose innere Unruhe, es gibt verschiedene innere Zustände, eingesperrt zu sein.


Erst recht bei länger anhaltenden Depressionen oder Unruhezuständen, anhaltende Angstzustände, blockiertes Gefühlsleben bis hin zu Psychosen.


Das bekommt man nicht einfach in den Griff.

Ursachen können auch Traumata sein. Und wir kennen ja auch eine Macht, die gefangen setzen kann. Was es genau ist, findet man eben auch nicht immer heraus.


Gerade dabei die Hoffnung nie aufgeben, dass bessere Tage kommen. Und Beistand durch mitfühlende und mittragende, ermutigende Menschen wäre hilfreich.


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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Salomons Reader » Di 18. Sep 2018, 12:45

calimero hat geschrieben:Hallo onthepath

Danke für deine Antwort.

Ich kann dir dafür keine Lösungen anbieten, nur das offene Ohr eines Menschen, der durch so einige Tiefen dieses Lebens gehen musste, ohne daran zu zerbrechen.


Was hat dir den geholfen auf dem Weg bis hier? Ich nähere mich Gott langsam an seit 2 Jahren, ich habe aber das Gefühl dass mein Wesen nicht genügt, weil ich vieles nicht empfinden kann. Mir fällts schwer für Menschen etwas zu empfinden - im Gegensatz zu Tieren. Und die Nächstenliebe ist doch eigentlich das Zentrale am Christ sein. Wie kann ich um Gottes Hilfe und Gnade bitten, wenn ich in diesem zentralen Punkt nicht fähig bin und versage?

Einen schönen Tag


Es ist mega-stark dass du zu Gott gefunden hast. Der Gedanke, nicht zu genügen, ist eine üble Lüge des Feindes, die er möglichst vielen Menschen einzutrichtern versucht. Aus meiner Sicht musst du eigentlich gar nichts leisten oder das Gefühl haben, etwas Leisten zu müssen oder eine Vorbedingung schaffen zu müssen. Jesus Christus kann diese Veränderung schenken indem du durch ihn wächst.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Di 18. Sep 2018, 12:50

Onthepath ,


schrieb zuletzt:


Das bekommt man nicht einfach in den Griff.

Ursachen können auch Traumata sein. Und wir kennen ja auch eine Macht, die gefangen setzen kann. Was es genau ist, findet man eben auch nicht immer heraus.


Gerade dabei die Hoffnung nie aufgeben, dass bessere Tage kommen. Und Beistand durch mitfühlende und mittragende, ermutigende Menschen wäre hilfreich.



ich frage mich natürlich was du uns insgesamt sagen oder fragen möchtest... -?

Du schneidest jetzt verschiedene Themen an:

"Das bekommt man nicht einfach in den Griff."

Wirft die Frage auf, ob wir - wenn Gott uns nicht hilft - überhaupt etwas in den "Griff" -- du meinst wohl hier die Erkenntnis und Bewältigung eines Problems - bekommen können...

Wirft dann die nächste Frage auf: Gibt es in der Bibel Menschen, denen Gott nicht half .... die er vielleicht sogar verstockt hat ...
oder die letztendlich nur das tun konnten, wozu sie bestimmt waren --- ich denke da an Judas - zu dem sich Jesus zwar immer freundlich hinwandte - ihn beim Verrat (Judaskuss) noch mit mein Freund betitelte ...


auch wenn Judas ihn hasste weil sich seine große Hoffnung, das Jesus schon zu seinen Lebzeiten vor 2000 Jahren das Messianische Friedensreich auf Erden aufrichten würde, zerschlugen...

In all dem sehen wir - auch im Leben und der Bekehrung eines Paulus -- vom Saulus -- wenn Gott nicht eingreift und zu uns spricht, dann werden wir unweigerlich unserem alten Adam zum Opfer fallen und in Sünden und Schuld von Gott getrennt bleiben...


Dann sprichst du Ursache von einem bestimmten Leid - oder sagen wir auch Krankheit - an...

Was sagte Jesus zu seinen Jünger als diese ihn mal fragten, wo denn nun hier eine sündhafte Verschuldung vorlag, bei den Eltern des "Kranken" (Blindgeborenen) oder bei ihm selbst..---
Jesus antwortet, in diesem Fall bei keinem von denen ...sondern die Heilung des Blindgeborenen sollte Jesus -sollte Gott den Vater - verherrlichen...

Aber ich stimme dir in soweit zu, das oft bestimmte Anlässe ein Leid, eine Not, eine Erkrankung auslösen können...


Ja - und dann die Hoffnung ...die wie man so schön sagt zuletzt stirbt... ich würde sagen nie zu sterben braucht...
denn was lesen wir im 1. Korintherbrief 13,

13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Di 18. Sep 2018, 13:55

Habatom, wichtig ist zunächst, wie calimero meine Zeilen auffasst.
Deine letzte Antwort bringt in meine Worte höchstens größere Unklarheit.
ich frage mich natürlich was du uns insgesamt sagen oder fragen möchtest... -?


Dir ist es anscheinend ziemlich nichtssagend ?

Jedenfalls habe ich von verschiedenen Gefangenschaften geredet.

LG, otp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon calimero » Di 18. Sep 2018, 17:12

Ihr habt viel geschrieben:

@thea, onthepath

So wie ihr es beschreibt bete ich eigentlich. Allerdings habe ich i.d.R. das Gefühl keine Verbindung zu Gott aufbauen zu können. Wenn ich in inneren Schmerzzuständen bin und bete, schluchze ich vor mich hin und bringe nichts richtiges raus. Wenn ich andererseits dann später wieder etwas ruhiger bin und bete kann ich keine Verbindung zu meinem inneren herstellen und das Gefühl ist sozusagen nicht dabei. Es fühlt sich dann leer und bedeutungslos an. Deshalb habe ich u.a nach passenden Psalmen gefragt - ab und zu - selten - wenn ich bestimmte Psalme laut vor mich herlese spüre ich kleine "Sensationen" (kribbeln, inneres warm werden). Das habe ich auch ab und zu in der Kirche. Beim beten jedoch habe ich das Gefühl abgeschnitten von mir zu sein.

@habatom,onthepath

Jesaja habe ich noch nicht gelesen - aber das triffts schon ein wenig. Wenn er allerdings sagt "Menschen welche nur auf sich selbst gesinnt sind..." dann muss ich sagen das dies gerade auf mich auch zutrifft. Aufgrund meines Persönlichkeitsinventars + Biografie sind eben gerade die Limitationen im zwischenmenschlichen Bereich ein Thema seit Anbeginn und das führt zu Selbstbezogenheit.

Was ihr aber schreibt ist dann ein wenig auch die Gretchenfrage der Existenz: Ist der Weg des Menschen Schicksal/Bestimmung oder kann der Mensch, teilweisen einen eigenen Weg gehen? Ist es vorbestimmt wem Gottes Gnade zufällt? Wenn der Weg vorbestimmt ist kann ich nichts ändern - ich kann höchstens beten und hoffen das mir ein Teil von Gottes Gnaden zufällt und er mir Kraft gibt. Der Weg jedoch bleibt derselbe. Ich muss mein Kreuz tragen.

Und wenn es Menschen gibt welche Gott verstockt gemacht hat (wie eurer Beispiel von Judas) was bedeutet das für einen solchen Menschen? Die Aussicht auf Hoffnung zerfällt dann irgendwie - das Einzige was in so einem Fall als Trost bleibt ist die Gewissheit dass dieses Leben nicht ewig dauern wird. Oder liegt der Trost dann darin bis zum letzten Tag zu hoffen das Gottes Gnade einem vielleicht doch noch zufällt? Und wenn ein Mensch das Glück hat und ihm Gottes Gnade zufällt dann war das von Anfang an im Plan beinhaltet(?) Geht der Mensch einfach den Weg welcher Gott für ihn vorgehsehen hat - egal ob jemand ein Heiliger, Mörder, Lügner, Normalo, Verstockter etc. ist?

Dieses Gefangensein kenne ich seit Jahrzehnten. Es ging nie weg und war von anfang an da. Und dies führt zu Schuldgefühlen gegenüber dem Leben/Gott/der Existenz. Letztlich habe ich mich angefangen Gott anzunähern weil alles andere was ich versucht habe in mir zu entwickeln fehlgeschlagen ist. Alles was bleibt ist zu beten und Gott zu suchen.

Wenn nichts unüberwindbar ist dann müsste es doch auch für die Verstockten/Judas'e/Gefangenen Hoffnung geben...?

Einen schönen Abend
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Di 18. Sep 2018, 18:52

Hallo Calimero,

danke für deine Fragen und dein Eingehen auf meine Gedanken.

Da schneiden wir dann gleich eines der schwersten Themen überhaupt an - welches auch schon Martin Luther behandelt hat in seiner Schrift "Vom unfreien Willen" - welches dann von späteren Reformatoren wie Calvin (gerade in der Schweiz) aufgegriffen und verfeinert wurde.

Ich habe dazu meine eigenen Überzeugungen gewonnen, die ich gerne hier teilen möchte.

Du hast geschrieben:

Was ihr aber schreibt ist dann ein wenig auch die Gretchenfrage der Existenz: Ist der Weg des Menschen Schicksal/Bestimmung oder kann der Mensch, teilweisen einen eigenen Weg gehen? Ist es vorbestimmt wem Gottes Gnade zufällt? Wenn der Weg vorbestimmt ist kann ich nichts ändern - ich kann höchstens beten und hoffen das mir ein Teil von Gottes Gnaden zufällt und er mir Kraft gibt. Der Weg jedoch bleibt derselbe. Ich muss mein Kreuz tragen.


Schon Paulus führte diese Fragen in seinem Brief an die Römer Kapitel 7 und 8 aus.

Von Geburt an - sind wir alle mehr oder weniger ohnmächtig unserer alten Natur /Wesenshaftigkeit ausgeliefert (die Psychologie würde hier vom Selbsterhaltungstrieb und vom Sexualtrieb in erster Linie sprechen) - die Bibel spricht hier vom alten Adam (dem alten Adam, der in Eden seiner Frau mehr Vertrauen schenkte als Gott und Gott dann darin ungehorsam wurde, das er dem Glauben schenkte, was ihm verhieß sein eigener Gott sein zu können, und selbst entscheiden zu können, was gut und was schlecht für ihn ist).

Paulus beschreibt nun diesen natürlichen Menschen, den alten Adam in uns wenn er schreibt:

Römer 7,
18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.
19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
21 So finde ich nun das Gesetz: Mir, der ich das Gute tun will, hängt das Böse an.
22 Denn ich habe Freude an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.
23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Verstand und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

und endet mit dem Aufschrei:

24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?


Das heißt, hier sehen wir einen Mensch der determiniert ist, in seinem Leben, in seinem Wollen. Der dem Prinzip von Ursache und Wirkung folgen muss. Und das betrifft erstmal alle Menschen, solange sie nicht dahin gelangt sind, was Römer 7 in Vers 25 dann weiter beschreibt und was Gott allen Menschen als Heilsweg eröffnet, seit Jesus Christus hier Sühnung für unsere Sünden/Verfehlungen erwirkt hat, die Brücke zu Gott für uns geschlagen hat. Mit seinem Tod der Vorhang im Allerheiligsten zerrissen ist und nun für alle Menschen der Zugang zu Gott ermöglicht worden ist. Sofern sie Gottes Stimme hören und ihn in ihr Leben hineinlassen. Und Gott spricht jeden Menschen Zeit seines Lebens an. Nur ihn in ihr Leben hineinlassen, das tut nicht jeder. Hier liegt unsere Verantwortung - wenn wir seine Reden hören, unsere Herzen nicht zu verstocken. Ihn zu suchen, solange er zu finden ist.

Und wenn wir ihn dann in unser Leben gelassen haben, so wie es in Offenbarung heißt:

Offb 3,20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.

Das Mahl mit ihm essen - sprich Gemeinschaft mit ihm haben.

Um dann mit Paulus weiter zu sprechen:

Römer 7,
25 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.

Anders ausgedrückt: So habe ich als Christ nun durch den in mir wohnenden heiligen Geist die Möglichkeit durch den heiligen Geiste zu wandeln um dann - wenn dies geschieht - die Werke des Fleisches/des alten Adams - nicht mehr zu vollbringen sondern das zu tun, was Gott selbst durch mich tut und was in der Gemeinschaft mit ihm auch zu meinem Willen geworden ist.

Deswegen beten wir auch: Dein Wille geschehe ..

auf das wir darin - mit dem Willen des Vaters im Himmel eins werden --

Und wenn wir an diese Stelle gelangt sind, dann ist es Gott selbst der durch uns lebt - wir mit ihm zusammen - wir unseren Willen in seinen gelegt haben und das tun was uns vor Augen ist und was wir in Kenntnis von seinem Willen ebenfalls als gut befunden haben.

Und dann sind wir wirklich frei. Und erst dann stehen wir in einer Verantwortung vor Gott und vor den Menschen. Weil wir uns so oder so entscheiden können und nicht mehr das tun müssen, was uns unser "alten Adam" sonst nur tun lassen möchte.

Dies ist dann ein Leben in der Nachfolge Jesu, in der Selbstverleugnung, seinen Weg sein Kreuz auf sich zu nehmen, den Gott einen gehen heißt. Um dann immer wieder mit feststellen zu können, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.

Diese Erfahrung wünsche ich allen Lesern hier.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Di 18. Sep 2018, 19:55

Das Ideal kenne ich, Habatom.
Aber gehen wir nicht alle etwas neben dieser idealen Lebensspur ?
Und selbst Paulus hatte ein Leiden, das in quälte. Er trug es, nachdem Gott es nicht von ihm nahm.

Was soll wirklich frei sein genau bedeuten ?
Und ist es etwa so einfach wie das Prinzip erklärt ist ?
Ich denke mit der einfachen Anleitung ist es noch nicht getan.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Mi 19. Sep 2018, 12:16

Hallo "Onthepath",


du schreibst : das Ideal kennst du?

müsste ich hier schon nachfragen was du unter diesem Ideal verstehst?


Vom berühmt und so gewichtigtem sogenanntem "Pflahl (Leiden) im Fleisch" eines Paulus - damit er sich nicht überhebe - ein Engel der ihn mit Fäusten schlägt ..

können wir nur spekulieren - an einem "Phahl" - geradem in den Boden gerammten Holz mit vielleicht oben noch einem T-Balken haben wir auch schon gehört.

Etwas an dem man sich aufrichten Kann und was im Alter sich krümmen kann...Probleme mit dem Rücken zum Beispiel ... wer weiß das schon so genau bei Paulus..

Was Frei sein dann erst einmal bedeutet sehen wir an Petrus....

als Jesus zu ihm sagte:

Johannes 21
18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst.


Gürtest - die Kleidung - das Erscheinungsbild - in eine Fassung bringen...
es wird auch hinsichtlich der Waffenrüstung Gottes in Epheser 6 davon gesprochen das wir umgürtet sind mit Wahrheit..

das wir authentisch letztendlich sein sollen ...das das, was wir sagen und denken mit dem übereinstimmt was wir dann tun

Freiheit hat auch etwas damit zu tun: das zu tun, was ich denke - was ich tun möchte ... dabei aber immer verbunden durch den heiligen Geist mit Gott gleichzeitig auch das zu tun, was Gott einem vor die Füße legt - bzw. weiterhin dann, was unsere menschlichen Begabungen und Talente sich an Ausdruck suchen wollen/können und darin dann aufgehen.

Darin aufgehen bedeutet dann die Früchte des Geistes hervorzubringen.

Messen tun wir uns dann natürlich immer an Vorbildern ... zuerst menschlicher Natur (Vater - Mutter) Bekannte , Verwandte, Freunde, Idole in den Bereichen von Aktivitäten die uns Spaß machen oder Spaß verheißen...


Wie sieht es denn so bei dir aus?
Gehörst du einer Kirche - einem Glauben an - was machst du beruflich - hast du Familie ...was hast du für Ziele...

bislang sehe ich dich hier nur am kritischen Hinterfragen ..
aber gut - auch das hat seine Zeit.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Mi 19. Sep 2018, 13:15

Habatom, unsere Ideale sind das eine. Von denen kann man begeistert reden. Was wichtiger ist, was wir im täglichen Leben verwirklichen können.

Mich vorstellen?
Sinnvoll ist es sowieso, wenn man sich netter Weise zuerst mal selber vorstellt.

Meinetwegen spreche ich vom alten Menschen. Und von seinen körperlichen und psychischen Gebrechen. Dieser Ist-Zustand muß dem Soll-Zustand - Ein neuer Mensch in Christus - , gegenüber gestellt werden. Und wie man dort hin gelangt zu diesem Ideal.

Im schlechtesten Fall sagt man, begrab den alten Mensch einfach. Was soll dann ein armer Christ mit langwierigen erheblichen Problemen dazu sagen ?

Soll ich sagen, ignoriere die psychischen Probleme deines alten Menschen ?
Dann kann ich sie nur überdecken, aber nicht ganz loswerden, werde eventuell ein heuchlerischer religiöser Mensch, der so tut als habe er sein altes Ich überwunden.

Nein, psychische Probleme, Wesensprobleme, Charakterprobleme lösen sich nicht einfach auf, indem man postuliert, man sei ein neuer Mensch in Christus.
Da muß sehr vieles ausgemistet, losgelassen und umgebaut werden.

Ist es Hiob, muß er alles was er hatte loslassen. Ist es ein schwer depressiver Mensch, muss er die Erwartung loslassen, oft glücklich und unbeschwert zu sein.

LG, otp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Mi 19. Sep 2018, 15:24

Hallo Onthepath,


du scheinst deine fertige endgültige Meinung zu besitzen.

Wenn wir uns hier über Heilung unterhalten wollen, dann müssen wir uns auch über grundsätzliche Fragen Gedanken machen, wo und wann Jesus heilt (heilte).


Die Hauptbedingung für Kranke war hier, das sie überhaupt etwas von Jesus (den sie als Sohn Gottes erkannten) erwarteten.

Was erwartest du von Gott? Von Jesus Christus? Für dein Leben?


mit freundlichem Gruße,
Thomas
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Mi 19. Sep 2018, 16:30

Fertig ist eine fundierte Meinung erst, wenn sie keine Meinung ist, sondern auf sorgfältigen Informationen beruht.

Daß ich einige Argumente aufzeige zeigt ja, dass ich offen bin und umsichtig, anstatt vorschnell zu urteilen. Wir können also weiter eine Wahrheitsfindung anstreben und Aspekte sammeln.

Du sagst, wir können etwas von Jesus erwarten. Ja, dazu kannst du Jesu Heilungen untersuchen und daraus schlussfolgern, inwieweit Heilung noch heutzutage für uns wartet. Und ganz allgemein darf ich deine Erkenntnisse dann auch deine Meinung nennen. Weil es sicher verschiedene Meinungen darüber gibt.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Mi 19. Sep 2018, 20:14

Hallo "Onthepath" ,


meinen Vornamen habe ich ja zuletzt genannt, wäre ja schön auch deinen Vornamen nun zu kennen....?
Aber ich respektiere auch, wenn Du dich dazu nicht äußern möchtest.

Du bist auf das Thema "Meinung" oder "Ansicht" oder "persönliche Überzeugung" zu sprechen gekommen und meinst, das es sorgfältiger Informationen bedarf, aufgrund dessen jemand dann eine feste Ansicht vertreten kann.

Bist du denn selbst in Bezug auf Gott schon zu einer "festen Ansicht" gekommen?

"Wahrheit" ist und bleibt dann für uns Menschen immer erstmal subjektiv - gerade in Bezug auf einen für uns nie ganz zu durchblickenden, ewigen Gott, der dieses Universum einmal geschaffen hat. - - wenn wir denn davon ausgehen, das das Universum von Gott geschaffen wurde - ....Was wir zumindest nicht ausschließen können.

Etwas objektiver ist dann das für "Wahr halten" eines Ereignisses, welches mehr als eine Person erlebt, gesehen, erfahren hat. So bedarf es auch bei uns in der Regel zumindest zweier Zeugen, die aus erster Hand über ein Ereignis dann zur der gleichen Schlussfolgerung gekommen sind. Darin eins geworden sind, das es sich so und nicht anders verhalten hat. Und die dann in ihrer Aussage auch noch für andere Glaubwürdig sind.


Wir reden hier desweiteren im übrigen nicht übers urteilen oder verurteilen. Wir reden bislang nur darüber, wie etwas zu verstehen sein kann und sind dann gefordert unsere Argumentation einer kritischen Betrachtung auszusetzen. Und auch die Argumentation des Gesprächspartner einer kritischen Betrachtung zu unter ziehen. Sozusagen auf inhaltliche Schlüssigkeit und Logik zu untersuchen.

Ich habe dir in meinem letzten Beitrag an Dich übrigens eine konkrete Frage gestellt. Ob du etwas von Gott erwartest. Du ganz persönlich.

Und du antwortest mir nun, ob WIR - als ob wir beide schon die gleichen Position innehätten , überhaupt etwas von Gott, von Jesus, erwarten könnten.

Das bleibt aber weiterhin die Gretchenfrage; zuerst für jeden Einzelnen.

Ich habe erfahren, das es Gott gibt, das Gott heilt, das er Gebet erhört, das er durch den heiligen Geist in den Menschen wohnt, die hier ihr Leben einmal Gott anvertraut haben, eine Bekehrung/Wiedergeburt erlebt haben.

Wenn Menschen dieses nun aber erfahren haben, durch Christus Heilung erlebt haben, ihn als Heiland und Erlöser angenommen und erkannt haben, dann äußert sich dieses auch durch ihr Leben und Handeln, durch ihre Werke. Andere Menschen können erkennen, das sie authentisch sind, indem was sie sagen, denken und tun.

Und darin dann auch wahrhaftig sind. Das Gute für den anderen suchen und sich selbst bei Gott geborgen erleben/empfinden.


Unüberwindbares gibt es dann für solche Menschen nicht. Die können dann mit dem Psalmisten sagen:

Ps 18,30 Denn mit dir erstürme ich einen Wall, und mit meinem Gott überspringe ich eine Mauer.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Mi 19. Sep 2018, 20:18

noch ein weiteres ...onthepath...


du hast geschrieben:

Nein, psychische Probleme, Wesensprobleme, Charakterprobleme lösen sich nicht einfach auf, indem man postuliert, man sei ein neuer Mensch in Christus.
Da muß sehr vieles ausgemistet, losgelassen und umgebaut werden.



Da gebe ich dir völlig recht. Es geht nicht um ein postulieren - was teils in einigen Gemeinden so gang und gebe ist..

Es geht um Erfahrungen. Auch um Seelsorge. Um eine Entwicklung die in einem Menschen beginnt, dort wo er seinen Blick, seine Erwartungen, seine Hoffnungen auf Gott setzt. ...

Dort wird er zuletzt Heilung erleben.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Do 20. Sep 2018, 09:11

Habatom hat geschrieben:noch ein weiteres ...onthepath...


du hast geschrieben:

Nein, psychische Probleme, Wesensprobleme, Charakterprobleme lösen sich nicht einfach auf, indem man postuliert, man sei ein neuer Mensch in Christus.
Da muß sehr vieles ausgemistet, losgelassen und umgebaut werden.



Da gebe ich dir völlig recht. Es geht nicht um ein postulieren - was teils in einigen Gemeinden so gang und gebe ist..

Es geht um Erfahrungen. Auch um Seelsorge. Um eine Entwicklung die in einem Menschen beginnt, dort wo er seinen Blick, seine Erwartungen, seine Hoffnungen auf Gott setzt. ...

Dort wird er zuletzt Heilung erleben.


Das kann ich befürworten, Thomas. Deinen anderen Beitrag werde ich noch beantworten, wie ich es sehe.

Als kritisch sehe ich schon den Aufbau einer übertriebenen Heilungserwartung und Heilungsversprechungen. Dabei übertreiben besonders charismatische Gemeinden gerne. Auch die Zeugnisse über Heilungen muss man sorgfältig betrachten. Und es ernüchtert gleich, wenn man an die "Quoten" von Querschnittgelähmten und Krebskranken denkt. Psychosomatische Heilungen werden aufgebauscht. Wenn man eine Athmosphäre der Heilung erzeugen kann, wird immer was passieren. Also empfiehlt es sich nüchtern zu bleiben.

Nun hast du doch nichts über deinen Hintergrund mitgeteilt, Thomas. Dennoch komme ich dir mit meinem Vornamen entgegen.

Mit dir über diese Themen zu sprechen ist interessant.

Da ich mir auch Gedanken über dämonische Beeinflussungen mache, gerade auch beim Thema Heilung und Heilsein, da habe ich auch das Extrem gesehen auf diesem Gebiet wie bei Benny Hinn das Extrem der Heilungversprechen. Das Extrem dort ist James Stanton.

MfG, Dieter
Zuletzt geändert von onThePath am Do 20. Sep 2018, 09:33, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Do 20. Sep 2018, 09:19

Kleine technische Anmerkung, lieber Habatom.
Zitate. Den Text markieren und auf Quote drücken. Das wird sofort übersichtlich.

LG, otp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Do 20. Sep 2018, 09:45

Lieber Habatom,
Du fragst, ob ich etwas von Gott erwarte. Da ich an Gott und an Jesus glaube, genügt zunächst ein einfaches JA. Wenn man Menschen fragt, was sie von Gott erwarten, erhält man oft wichtige Informationen über die Gesinnung eine Menschen.

LG, otp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Do 20. Sep 2018, 13:47

onThePath hat geschrieben:Lieber Habatom,
Du fragst, ob ich etwas von Gott erwarte. Da ich an Gott und an Jesus glaube, genügt zunächst ein einfaches JA. Wenn man Menschen fragt, was sie von Gott erwarten, erhält man oft wichtige Informationen über die Gesinnung eine Menschen.

LG, otp



Wir waren ja schon beim Vornamen....

nun gut...

Die Anrede "Lieber" ist auch so eine Sache...

Benutze ich bisweilen auch um aufzuzeigen, das jeder Mensch - egal welcher Glaubensrichtung ein geliebtes Geschöpf Gottes ist. Wenn auch noch nicht unbedingt ein Kind Gottes, welches eine Bekehrung/Wiedergeburt/Taufe erfahren hat. Von Geburt an ist bislang und auch in Zukunft nämlich nur vor 2000 Jahren rund Jesus Christus selbst als Kind/Sohn Gottes geboren worden.

Wir bedürfen - wie es Jesus gegenüber Nikodemus im Johannesevangelium Kapitel 3 erklärt, einer sogenannten "Wiedergeburt"...

Das Thema verführerische Geister im christlichen Gewand ist sicher ein sehr großes Problem in unserer Zeit. Manches lässt Gott hier einfach auch (noch) zu, wobei er auch jeden Menschen einzeln sieht und heraus ruft - zu seiner Zeit.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Do 20. Sep 2018, 13:50

Sorry, der komplizierten Ausdrucksweise,


was ich sagen wollte, es gibt nur einen Menschen der nie gesündigt hat: Jesus Christus


Wir alle - ich eingeschlossen - können dann deshalb auch nur durch ihn und in ihm Ansehen bei Gott finden.... dauerhaft.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Do 20. Sep 2018, 16:37

Hallo Thomas.
Das "lieber" hat keinen schiefen Klang, wenn ich es benutze.
Etwas unüblich ist hier schon der Gebrauch des Vornamens.

LG, Dieter
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon bigbird » Do 20. Sep 2018, 16:48

Kleiner Technischer Einwurf: Wir von der Forumsleitung empfehlen eher Anonymität. Es ist also eher unüblich, den echten Namen anzugeben.


bigbird, Admin
Menschliche Weisheit führt in eine Spaltung -
göttliche Weisheit führt ans Kreuz.

J.S.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » Fr 21. Sep 2018, 10:35

bigbird hat geschrieben:
Kleiner Technischer Einwurf: Wir von der Forumsleitung empfehlen eher Anonymität. Es ist also eher unüblich, den echten Namen anzugeben.


bigbird, Admin


vielen Dank für die Info,


werde mich dran halten. ..bislang vielen ja nur 2 Vornamen... nicht repräsentativ..,soweit ich las...
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Sa 22. Sep 2018, 11:25

Leider, calimero, habe ich jetzt nichts mehr Neues über dich erfahren. Je nachdem was wir geschrieben haben, könnte es dir sogar schlechter als vorher gehen. Ich hoffe natürlich, dass es dir gut geht.


lg, oTp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon calimero » Sa 22. Sep 2018, 19:01

onThePath hat geschrieben:Leider, calimero, habe ich jetzt nichts mehr Neues über dich erfahren. Je nachdem was wir geschrieben haben, könnte es dir sogar schlechter als vorher gehen. Ich hoffe natürlich, dass es dir gut geht.


Mir geht es nicht schlechter wegen dem was ihr geschrieben habt. Ich war heute im Abendgebet. Die Predigt handelte zufälligerweise von dem was hier teilweise auch Thema war: wie man betet und oder eben nicht betet und was man dabei fühlt oder eben nicht fühlt dabei. Der Pfarrer meinte auch Luther habe beim Gebet manchmal sich nicht zum Herz verbinden können und das es sich dann leer anfühlte o.ä. Ich brauche und wünsche mir Gottes Hilfe in meinem Leben. Aber vielleicht ist die Zeit für mich einfach noch nicht reif. Wenn sie reif wäre würde ich verstehen und einen Weg finden mit Gott.
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » Sa 22. Sep 2018, 19:53

OK.
Freut mich von dir zu hören, calimero. Du machst ja weiter, das ist gut.

lg, oTp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon Habatom » So 23. Sep 2018, 08:04

Hallo calimero,

(war das nicht in Zeichentrickfilmen ein aus dem Ei geschlüpftes Küken mit Eierschale auf dem Kopf? )


Worauf ich noch nicht weiter eingegangen bin, sind diese Aussagen von dir:

Jesaja habe ich noch nicht gelesen - aber das triffts schon ein wenig. Wenn er allerdings sagt "Menschen welche nur auf sich selbst gesinnt sind..." dann muss ich sagen das dies gerade auf mich auch zutrifft. Aufgrund meines Persönlichkeitsinventars + Biografie sind eben gerade die Limitationen im zwischenmenschlichen Bereich ein Thema seit Anbeginn und das führt zu Selbstbezogenheit.


Ich möchte dir die betreffenden 12 Vers aus dem Buch Jesaja Kapitel 53, die uns prophetisch etwas über den Sohn Gottes erzählen wollen (nach der Züricher Übersetzung mal heute hier) einmal vor Augen stellen und eine Betrachtung darüber anstellen:

1 Wer hat geglaubt, was uns verkündet wurde; und der Arm des HERRN, über wem ist er offenbar geworden?

Hier wirf Jesaja erstens die Frage nach dem Glauben - der Erwartung dessen, was Gott verheißen hat und tun möchte auf und zweitens fragt er nach persönlichen Erfahrungen/Veränderungen im Leben des Einzelnen -bezüglich dieser/einer Erwartung.

2 Und wie ein Säugling wuchs er auf vor ihm und wie eine Wurzel aus dürrem Land. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht, dass wir ihn angesehen hätten, und sein Aussehen war nicht so, dass er uns gefallen hätte.

Jesus kam - durch Maria - hilflos, nackt und bloss in diese Welt. Er hatte als Sohn Gottes zu seinem Vater im Himmel erstmal keinen direkten Sicht/Sprechkontakt. Er wurde geprägt durch die damals vorherrschenden Traditionen seiner Eltern.

Kurz nach der Geburt musste er - bzw. seine Josef und Maria mit ihm - nach Ägypten flüchten, wo er dann lediglich eine Erziehungsperson (Josef) hatte, der nicht sein leiblicher Vater war. Und er hatte Maria, die dann aber auch weitere Söhne (Töchter?) von Josef bekam. Alles dann aber Halbgeschwister von ihm.

Als er dann wieder mit seinen Eltern zurückkam und im Alter von 12 Jahren dann gesucht werden musste von seinen Eltern, weil er ohne sie im Tempel "Gespräche führte", war das auch schon sehr speziell - als er auf seinen Vater im Himmel verwies und nicht Josef hier als Vater nennt.

Alles in allem war Jesus rein äußerlich nicht bis dahin eine Erscheinung, die ihn jetzt als Messias in all seiner Pracht und Hoheit hätte auszeichnen können.

3 Verachtet war er und von Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut und wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, ein Verachteter, und wir haben ihn nicht geachtet.

Mit Krankheit vertraut - würde ich jetzt annehmen können mit den Krankheiten der Menschen in seiner Umgebung. Ein Mann der Schmerzen dann in dem was er litt ( für andere) aber auch - als er freiwillig die Trennung von seinem Vater im Himmel erduldete - am Kreuz - ---man könnte und müsste hier eigentlich noch viel mehr und tiefer drauf eingehen...lass ich jetzt mal.

4 Doch unsere Krankheiten, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen.

Da wird es jetzt für einen Ausstehenden schwierig zu verstehen. Wie kann eine andere Person meine Krankheiten auf sich nehmen?
Nur der "jüdisch" denkende Mensch findet sich hier noch am schnellsten ein, da zu dieser Zeit Krankheit oft als Folge von Sünde/Abweichung von den Geboten Gottes angesehen wurde.
Und solche Abweichungen von dem was Gott für mich als gut erachtet, bedurfen dann in ihrer Folge, wo Grenzen und Rechte anderer Menschen dann verletzt/beschnitten wurden, einer "Vergeltung" /Wiedergutmachung.

Vergeltung wollte man ausschließen - um hier nicht eine Spirale von Gewalt/Rache/Vergeltungsmaßnahmen aufkommen zu lassen, die eine stabile Gesellschaftsform nicht mehr dann ermöglichen würde, sondern nur noch die Starken über die Schwachen hätte herrschen lassen.

Wir kommen mittlerweile wieder mehr und mehr dahin, je weniger der Mensch nach Gott fragt, bzw. ihn dann auch findet.

Wir aber hielten ihn für einen Gezeichneten, für einen von Gott Geschlagenen und Gedemütigten.



"Wir" - Jesaja spricht ja hier erstmal zu seinem Volke, den Israeliten unter dem Alten Bund, der Gebote/Gesetze durch Mose. Zahn um Zahn, Auge um Auge galt hier noch.
Und so glaubten die Juden, die ihn dann verwarfen auch, das Jesus - der sich in ihren Augen selbst zum Sohn Gottes erklärt hatte, das er am Kreuz nun auch die Strafe für eine solche Gotteslästerung zu tragen hätte.

Nun aber kommt in Vers 5 eine Wende -- --- aber ...

5 Durchbohrt aber wurde er unseres Vergehens wegen, unserer Verschuldungen wegen wurde er zerschlagen, auf ihm lag die Strafe, die unserem Frieden diente, und durch seine Wunden haben wir Heilung erfahren.

Durchbohrt - ans Kreuz geschlagen, gefesselt, genagelt - zumindest am Ende mit einem Speer durchbohrt ...
und das alles - weil Gott, der Vater im Himmel ihn, seinen Sohn, sich auserwählt hatte, als Sünd- und Schuldopfer für die Vergehen aller Menschen.
Was Jesus dann auch bestätigte: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

6 Wie Schafe irrten wir alle umher, ein jeder von uns wandte sich seinem eigenen Weg zu, der HERR aber liess ihn unser aller Schuld treffen.


Und nun mein schon dir gegenüber angesprochener Vers:

Schafe haben normalerweise einen Hirten, der sich um sie sorgt. Irren sie umher - ohne Hirten (ohne Jesus - ohne Gottes Hilfe und Fürsorge), leben wir von Natur aus so, wie auch schon die ersten Menschen nach dem ersten uns bekannt gemachten "Abfall" von Gott. Wir streben - angesichts eines unaufhaltsam näher schreitendem Lebensende - dem Tod - nach Aufbau und Erhaltung von eigenen Ressourcen und für die Ressourcen derjenigen Menschen, die wir hier als uns liebende Menschen kennen und schätzen gelernt haben, insofern wir in ihnen dann letztendlich auch eine Hilfe für unser Über/Weiterleben sehen.


7 Er wurde bedrängt, und er ist gedemütigt worden, seinen Mund aber hat er nicht aufgetan wie ein Lamm, das zur Schlachtung gebracht wird, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt. Und seinen Mund hat er nicht aufgetan.

Jesus hat hier nicht um den Erhalt sein persönliches Leben gerungen und gebettelt. Er war ganz eins mit dem Willen des Vaters das zu vollenden, was sein Vater im Himmel ihm tun/geschehen ließ.

8 Aus Drangsal und Gericht wurde er herausgenommen, doch sein Geschick - wen kümmert es?

Herausgenommen - dann durch den Tod am Kreuz, wonach er dann nicht vor das Gericht Gottes im Himmel kam, da sündlos/ohne Schuld vor Gott befunden -- selbst Pilatus fand keine Schuld an ihm --doch wer nimmt daran anteil, als das man für ihn einspringt: der eine Schächer am Kreuz neben ihn tat es dann.. als erster hier..

Denn aus dem Land der Lebenden wurde er herausgeschnitten, der Schuld meines Volks wegen hat es ihn getroffen.

Die Schuld der Israeliten - des Volkes Gottes, das dann aber besteht aus den Nachkommen Isaaks und aus den Nachkommen der Verheißung - was dann auch die Heiden und die Söhne Isamels miteinschließt.

9 Und bei Frevlern gab man ihm sein Grab und bei Reichen, als er starb, obwohl er keine Gewalttat verübt hatte und kein Trug in seinem Mund war.

10 Dem HERRN aber gefiel es, ihn mit Krankheit zu schlagen.

Das heißt in Vers 10 nicht. das Gott nun ein Sadist ist. Es heißt, das Gott sich so sehr um jeden Menschen sorgt und ihn so sehr lieb, das er darin, was er Jesus dann tun ließ und welchen Weg er ihn gehen hieß eine am Ende aus seinen Augen für gut befundene Lösung für die unter der Sünde leidende Menschheit sah.


Jetzt noch mal zu deiner "Selbstbezogenheit", die dir aus deiner Sicht/Vergangenheit heraus, unüberwindbare Grenzen zu setzen scheint.

Du nennst hier selbst deine Biographie (wo ich mal die Prägung durch deine Eltern mit einschließen möchte, samt allen folgenden Erfahrungen mit deiner Umwelt bis heute, kann deine Eltern aber auch mal rausrechnen und dich unabhängig betrachten).

Du sprichst Schwierigkeiten an, im Bereich von zwischenmenschlichen Kontakten - Positionsangaben - selbst eine Stellung zu finden, aus der heraus weißt wer du bist, wer der andere ist, was du willst und was der andere will.

Dieses Denken führt dann zu einer Fixierung auf sich selbst, um überhaupt noch einen Weg zu finden, in den Ansprüchen der Menschen um dich herum,die du vielleicht erfüllen möchtest - bzw. den Erwartungen aller anderen gerecht zu werden. Danach trachtest.

Du sprichst von einer Gemeinde, die in ihrer Ausrichtung hier das "sogenannte" Vaterherz Gottes in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. Was durch diesen Schwerpunkt bedingt dazu dann neigt, eine mehr emotionsgeprägte Gotteserfahrung zu vermitteln, was dann speziell Menschen anspricht, die bislang nur vom Kopfe her sich mit Ansichten über Gott und die Welt eingeschränkt haben.


Du greifst das Thema - gibt es ein unweigerliches Schicksal für bestimmte Menschen, denen Gott gar keine andere Wahl mehr lässt - auf. Was nicht so ist.
Auch Judas, der Jesus verriet, hatte eine Wahl, die er aber zunehmend nicht mehr nutzte. Was über seinen Willensäußerungen hinaus, dann auch so von Gott geplant war, aber für ihn selbst kein zwingender Weg war.

Judas wollte dann später selbst seinen Fehler wieder gutmachen, einen Unschuldigen verraten zu haben, als der die 30 Silberlinge zurück in den Tempel brachte.
Aber wir können Fehler manchmal nicht wiedergutmachen, wir benötigen dafür Vergebung von Gott. An ihn müssen wir uns wenden, er vergibt gerne.

Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
Habatom
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon calimero » So 30. Sep 2018, 18:23

Hallo Habatom

Ja, "Calimero" das Kücken war einer meiner Lieblingssendungen als Kind

Ich habe deine Zeilen schon vor ein paar Tagen gelesen. Danke. Vieles verstehe ich nicht was du in Bezug auf die zitierten Stellen schreibst. Deshalb wusste ich auch nicht was antworten. Es zeigt mir das ich noch kein allzu tiefes Verständnis von der Bibel habe.

Ich bin durch Querlesen hier im Forum auf Lukas 11:9 gestossen. Ich lese es ab und zu vor mich hin und formuliere es als Bittgebet. Mehr als in der Bibel finde ich momentan Trost in christlicher Musik. So friedlich wie das https://www.youtube.com/watch?v=RCTl4tUYIAg


Einen schönen Abend
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » So 30. Sep 2018, 19:31

Das ist schön, calimero.
Christliche Musik ist für mich ab und zu auch ziemlich wichtig. Hilft sie dir auch dabei, dich besser zu fühlen ?


Im Moment höre ich wieder mal IONA gerne.

Iona - Healing
- Burning like fire


lg, oTp
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon calimero » So 30. Sep 2018, 20:10

Hallo oTp

>Hilft sie dir auch dabei, dich besser zu fühlen ?


Ja ich glaub schon. Es entblockt bei mir Gefühle und bringt mich momentan konstant zum weinen wenn ich die Musik höre. Aussert bekannten Stücken wie "Amazing Grace" und ein paar Liedern aus der Kirche kannte ich christliche Musik gar nicht bis vor ein paar Wochen. Die Musik ist irgendwie tröstlich.

Eine gute Nacht
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Re: Unüberwindbares

Beitragvon onThePath » So 30. Sep 2018, 21:37

Ja, gute Nacht, Calimero.
Hört sich gut an was du da sagst.

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