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Erdbestattung oder Kremation?

Was Sie immer schon mal fragen wollten

Moderator: doro

Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon onThePath » Di 9. Jan 2018, 09:59

Ich habe ja auch das Problem. Meine Schwester will Feuerbestattung. Und meine Frau ist dagegen. Ich fände normale Erdbestattung schon besser. Wichtig finde ich nur ein Grab als Ort der Erinnerung.

LG otp
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Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon Gnu » Di 9. Jan 2018, 11:54

onThePath hat geschrieben:Ich habe ja auch das Problem. Meine Schwester will Feuerbestattung. Und meine Frau ist dagegen. Ich fände normale Erdbestattung schon besser. Wichtig finde ich nur ein Grab als Ort der Erinnerung.

LG otp

Ok, dann muss ich wohl noch mehr von meinen Erlebnissen erzählen. Es geht jetzt um den Ort der Erinnerung. Als mein Vater starb, wurde seine Asche (wer bitte garantiert, dass es seine war?) hinter einem Stein mit seinen Daten beigesetzt. Das war ca. 1979. Ich habe sein Grab nie besucht, denn damals war ich noch auf dem Materialismus-Trip und Tote interessierten mich nicht, weil ja eh alles aus Zufall entstanden war.

Meine Mutter lebte bis 2010 nach ihrem 90. Geburtstag, dann starb sie im Altersheim weit weg vom früheren Wohnort. Sie sagte mir, dass sie im Tode bei ihrem Mann sein wolle und meinte das physisch. Also wollte sie neben ihm begraben werden. Ich durfte dann ihre Urne vom Krematorium im Kantonshauptort der Republik Neuenburg abholen und mit der Eisenbahn in den Kanton Thurgau an den früheren Wohnort befördern. Um sie nicht aus Versehen im Zug liegen zu lassen, legte ich die verpackte Urne auf den Sitz neben mir. Am Begräbnisort angekommen, brachte ich die Urne wie vereinbart dem Friedhofsgärtner. Die Details weiss ich nicht mehr, aber die Urne wurde im nächsten Massengrab beigesetzt und ihr Name ans Ende der Liste der Namen graviert. Das Grab meines Vaters war nicht mehr auffindbar.

Als ich mit meinem Cousin vor einigen Jahren den Wohnort meiner Grosseltern besuchte, fanden wir das Wohnhaus noch ziemlich unverändert, aber bei einem Besuch des Friedhofs weder Grossvater noch Grossmutter, noch Tante, Onkel oder etwas dergleichen. Dieser Betrieb ist doch nur noch interessant für die Hinterbliebenen, die am Ort wohnen und gerne Blumen setzen und Kerzen aufstellen. Nach 25 Jahren ist alles nur noch lästiger Dreck.
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon lionne » Di 9. Jan 2018, 14:29

Ich glaube, dass das halt auch hier eine individuell gehaltene Sache ist, das mit der Grabpflege (machen lassen oder selber bepflanzen) und den Besuchen an der, ich sag mal, Gedenkstätte...
Ich kenne einen älteren Mann (2017 ist er 90 geworden), der geht einmal pro Jahr das Grab seiner Eltern (Familiengrab) in Luzern besuchen; er muss also dazu ziemlich weit reisen, aber offensichtlich ist es ihm das wert.....
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon Thelonious » Di 9. Jan 2018, 15:10

Die Sicht auf die Hinterbliebenen? Ist auch wichtig! Die auf die Heimgegangenen aber doch umso mehr.

Gruß
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(Offenbarung 21,6)
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon lionne » Mi 10. Jan 2018, 11:19

Zitat betreffend Bestattung (Feuerbestattung) aus der Homepage eines Bestattungsinstituts:

Die Feuerbestattung ist eine ausserbiblische Form der Bestattung. Da der Körper in der biblisch-semitsch-christlichen Tradition eine Gott-Ebenbildlichkeit darstellt, war die Verbrennung lange ein Vergehen. Die katholische Kirche (der heilige Stuhl) empfiehlt die Erdbestattung, verbietet aber die Feuerbestattung seit 1963 nicht mehr. In dem Sinne ist die Feuerbestattung ein säkularer Prozess in unserer Kultur, ausgelöst auch durch die Angst vor Seuchen und durch diesbezügliche medizinische Erkenntnisse. Andere Betrachtungen sind auch, dass mit Hilfe des reinigenden Feuers der Leichnam den Elementen zurückgegeben wird. Die reformierte Kirche kennt keine Vorbehalte gegenüber der Kremation. In städtischen Umgebungen werden rund 90% aller Verstorbenen feuerbestattet. In ländlichen Umgebungen, die weit von einem Krematorium entfernt sind, besonders auch in katholisch geprägten Kantonen wie dem Wallis, gibt es bis zu 90% Erdbestattungen.

Im Hinduismus und Sikhismus ist die Feuerbestattung die Regel.

Im Buddhismus ist eine dreitägige Aufbahrungszeit wichtig. Am verbreitetsten ist die Feuerbestattung, aber auch Erdbestattungen sind üblich. In Tibet kennt man neben der Feuer- und Erdbestattung auch die Himmelsbestattung, bei der die Geier den verstorbenen Körper in den Kreislauf des Lebens zurück bringen.

Für gläubige Muslime und Juden ist eine Kremation ausgeschlossen, sie werden nach ihrem Glauben erdbestattet. (Zitat Ende)

LG lionne
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon Schoham » Mi 10. Jan 2018, 19:30

Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!
Mat. 8,22


Ob der Tote von Würmern gefressen, von Feuer verbrannt oder von Fischen zerlegt.....

Es geht um das Leben :praise:
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon firebird » Do 11. Jan 2018, 08:31

Hallo zusammen,

In 1. Korinther 15, Vers 54 steht folgendes:

Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: "Verschlungen ist der Tod in Sieg."

Dies hat Paulus im Kontext der Auferstehungshoffnung geschrieben. Unser Körper gehört zum Vergänglichen, das spüren wir nur schon wenn wir älter werden. Die Art und Weise wie dieses Vergängliche vergehen soll, erwähnt Paulus nicht. Im gesamten neuen Testament gibt es auch keine Anordnungen darüber. Deshalb liegt für mich eine Feuerbestattung absolut drin.

Im alten Bund hat Gott für Israel die Erdbestattung angeordnet. Für Israel war es wichtig, dass sie mit dem Kult der Heidenvölker gar nichts am Hut hatten. Die Feuerbestattung bei den Heidenvölkern war/ist mit einem ausgeprägten Kult verbunden. Die Kremation in unseren Ländern ist eine nüchterne Angelegenheit. Hier geht es einfach um die Beseitigung einer Leiche. Die Person welche in dieser Leiche gelebt hat, ist sowieso weitergegangen.

Gruss
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Allein bin ich ein schlechtes Team!
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon lionne » Do 11. Jan 2018, 13:08

Ob es wirklich nur um die Beseitigung einer Leiche geht?
Spricht da nicht auch unser heutiges Denken mit, so von wegen Entsorgung (von sog. Müll/Trash)?
Wir finden im Wort Gottes keinen einzigen Hinweis (Fall), in dem die Leichenverbrennung von Gott angeordnet wird, als ein Vorgehen, das seinem heiligen Willen entsprochen hätte. Ganz im Gegenteil: Alle Beispiele in der Bibel (bezüglich Leichenverbrennung) sind Gerichtsakte, die auf ein schweres Verschulden hin verfügt oder zugelassen wurden.
Für mich persönlich gilt: Es ist dem Menschen nicht freigestellt oder gestattet, seinen eigenen Körper oder den seiner Angehörigen als Leichnam kremieren zu lassen. Weder er selbst, noch seine Hinterbliebenen sind ermächtigt, den vom Schöpfer geschenkten Körper einfach zu verbrennen.
Nun gut, jede(r) ist selber verantwortlich für sein Tun und Lassen. Dies ist einfach das Ergebnis meiner Studie dieser Thematik. Sicher könnte man noch einiges mehr sagen.... ich muss aber jetzt los!
LG lionne
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon Thea » Fr 12. Jan 2018, 18:12

Liebe Lionne,
nachdem mir jetzt die Beiträge hier eine Weile im Kopf herum gegeistert sind, ist mir die auch schon irgendwo erwähnte Bibelstelle noch mal stärker präsent geworden, wo Jesus etwas zum Bestatten sagt, nämlich Matthäus 8.
Unter der Überschrift "Vom Ernst der Nachfolge" wird dort auf die Frage eines Jüngers, ob er erst seinen Vater begraben dürfe, bevor er mit Jesus weiterzieht, gesagt: Lasst die Toten die Toten begraben!
Ich verstehe das so, dass Jesus unmissverständlich sagt - auch im Angesicht von Todesfällen geht der Blick auf das Leben, soll die Nachfolge ernst genommen und das Leben und der Dienst an den Menschen, der mit der Nachfolge verbunden ist, über den Tod und die damit verbundenen Rituale gestellt werden. Und für die Lebenden ist der Auftrag im Leben wichtig - die Nachfolge Jesu. Bestattungsdetails spielen keine wirklich wichtige Rolle. Ich finde, das gibt in allen Gewissenskonflikten eine gute Orientierung - im Zweifel für den Dienst an den Lebenden und die Nachfolge Jesu mit seiner Orientierung auf Nächstenliebe.
Lieben Gruß, Thea
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon Reginald 32 » So 14. Jan 2018, 19:21

Hallo.

Der Bibelspruch: Lass die Zoten ihre Toten begraben, wird oft missverstanden. In diesem Fall lebte nämlich der Vater noch. Um sein Erbe zu erhalten, musste die Person zunächst den Tod des Vaters abwarten, damit ihm Andere sein Erbe nicht weg schnappten. Ihm waren also die materiellen Werte wichtiger als die Nachfolge Jesu.

Auch in anderen Fällen machte Jesus klar, dass es in dieser Welt scheinbar viele wichtige Dinge gibt, die die Menschen von einer Nachfolge abhalten Bei dem reichen Jüngling waren es seine Vielen, ehrlich erworbenen Güter, die ihn hinderten. Bei anderen sind es Vater, Mutter, Kinder, Beruf usw. Jemand versprach mir, er wolle Jesus nachfolgen, aber erst müsse er dazu Rentner werden. Er starb vor der Rente. Andere wollen erst mal heiraten, ein Haus bauen, einen Titel erwerben. Die Bibel sagt: Heute, so ihr seine Stimme hört....

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Erdbestattung oder Kremation?

Beitragvon Knecht » Mo 15. Jan 2018, 09:49

Wie Thea und andere User, bin auch ich der Meinung, dass es Gott egal ist, wie jemand bestattet wird. Als Argument will ich noch hinzufügen, dass, wenn es um das Seelenheil eines Verstorbenen geht, die Art der Bestattung kein Vor- oder Nachteil sein kann. Denn es wäre ungerecht, wenn ein Toter, der ein halbwegs gottgefälliges Leben geführt hat, einen Nachteil hätte, nur weil er, aus welchen Gründen auch immer, keine Erdbestattung haben konnte oder auch nicht haben wollte. Ebenso wäre es ungerecht, wenn jemand, der kein besonders gutes Leben geführt hat, bei Gott einen Vorteil hätte, nur weil er eine Erdbestattung hatte.

Viele Menschen wünschen sich ja schon vor ihrem Ableben, wie sie bestattet werden wollen. Vernünftige erfüllbare Wünsche von nahen Verwandten oder sonst jemand würde ich immer respektieren. Und wenn die Art der Bestattung für jemanden nicht wichtig sein sollte, würde ich die wählen, die ich auch für meinen toten Tempel haben möchte.

Apropos, Menschen begannen schon sehr lange vor den monotheistischen Hochreligionen ihre Toten zu begraben. Juden, Christen und Muslime haben das nur übernommen, sie taten nur das weiter, was schon Zig-Tausende Jahre so gepflegt wurde.


Gruß
rupert
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