HomeWer ist Jesus?ForumChatNewsletterE-Mail SupportKontakt   

Christsein - aber echt!

Was Sie immer schon mal fragen wollten

Moderator: Thelonious

Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » Mo 2. Sep 2019, 11:27

Grüezi mitenand,

wenn ich einen Thread mit diesem Titel eröffne, so schliesst das automatisch mit ein, dass es eben auch unechte Christen gibt. Wenn wir die Bevölkerung der "christlichen" Nationen in Europa oder Amerika betrachten, so läuft da ja Vieles ab, wo jeder normal denkende Mensch feststellen muss, dass das mit dem Christentum rein gar nichts zu tun hat. Also kann der Staat in dem ich geboren wurde, keine ausschlaggebende Rolle spielen. Doch was entscheidet darüber, ob mein Christsein echt ist oder nicht?

- Ist es wichtig, dass ich zur richtigen Kirche gehöre?

- Ist es wichtig, dass ich eine möglichst reine Theologie habe?

- Sind meine Taten das Ausschlaggebende?

- Ist es entscheidend, dass ich dafür bin, Flüchtlinge mit offenen Armen aufzunehmen?

- Ist es ausschlaggebend, dass ich ganz bestimmte Glaubensinhalte als richtig anerkenne?

- Ist es entscheidend, dass ich mir alle Mühe gebe, um nicht zu sündigen?

Fragen über Fragen! :shock:

Doch was genau ist es, das einen Menschen zum Christen macht, so ganz nach dem Sinne der Bibel und damit im Sinne von Gott? Denn nur ein solcher Christ ist eben ein echter Christ!

Freundlicher Gruss
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Helmuth » Mo 2. Sep 2019, 12:37

firebird hat geschrieben:Doch was genau ist es, das einen Menschen zum Christen macht, so ganz nach dem Sinne der Bibel und damit im Sinne von Gott? Denn nur ein solcher Christ ist eben ein echter Christ!

Ein paar Gedanken:

- Er hat verstanden dass er ein Sünder ist, der den Tod verdient hat.
- Er hat verstanden, dass er darum Erlösung braucht.
- Er hat verstanden, dass Jesus seine Sünde getilgt hat.

Das nenne ich mal die grundlegenden Glaubensaspekte.

- Er weiß, dass er sein Leben ändern muss und tut es.
- Er weiß, dass Jesus hierbei nun Vorbild ist und folgt ihm nach.
- Er weiß, dass er es aus eigener Kraft nicht schafft, also folgt er dem Heiligen Geist.

Das nenne ich das, was Täter des Wortes ausmacht.

Zusammen bildet es das, was man Christsein nennt. Das bildet die Grundlage. Darüber hinaus beteiligt er sich an einem Dienst. Das ist aber NICHT Kennzeichen, und damit verwechseln es meine ich viele. Dienst, in welcher Art auch immer, ist eine Folge aus Dankbarkeit und dem Wissen, dass Gott alle Menschen liebt, nicht nur einen selbst und daher alle anderen auch retten will.

Im Grunde genommen weiß jeder nur für sich und der Herr selbst, ob er ein Jünger ist. Ein Hauptproblem sehe ich darin, sich zuviel um die anderen zu kümmern und zu wenig um sich selbst. Das rechte Maß weiß ich selbst nicht immer, aber auch darin trachte ich danach Jesus bzw. dem Wort Gottes zu folgen.
Herzliche Grüße
Helmuth
Benutzeravatar
Helmuth
Wohnt hier
 
Beiträge: 1186
Registriert: Di 27. Dez 2016, 17:50
Wohnort: Wien

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon lionne » Mo 2. Sep 2019, 15:02

Ich finde die 'Gedankenaufzählung' von Helmuth schon mal ein gutes Gerüst, was die Definition eines (wahren) Christen anbetrifft; dem kann ich voll zustimmen!
LG lionne
Benutzeravatar
lionne
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 9112
Registriert: Do 16. Aug 2007, 17:45
Wohnort: Jurasüdfuss

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Tamahia » Mo 2. Sep 2019, 21:35

Lieber Firebird

Ich schliesse mich Helmuths Ausführungen ebenfalls an.

Ich habe für mich eine Art "Dreierregel" herausgefunden. Beziehungsweise, ich habe sie in einem Traum in den Kopf bekommen, ob von Gott oder von meinem Unterbewusstsein lass ich mal dahin gestellt. Aber seit diesem Traum rufe ich sie mir täglich in Erinnerung und zwar: Glaube - Vertrauen - Gebet.

Da du mich schon etwas länger kennst, kannst du dich sicher noch an meine Kämpfe und Ängste und Verzweiflungen erinnern, als ich ständig Angst gehabt habe, dass Gott unzufrieden mit mir sein könnte, weil ich zu "wenig" für ihn täte. Oder, dass er etwas von mir verlangen könnte, was mir aber nicht behagt, es tun zu müssen, weil ich mich dabei überfordert fühlen könnte etc. Auch aufgrund von Aussagen von Pastoren habe ich mich oft herum gestresst gefühlt, irgendetwas für Gott tun zu müssen, der Schwerpunkt lag meistens auf der Evangelisation.

In den letzten Wochen ist mir immer wieder aufgefallen beim Bibellesen, wie sehr das Wort Gottes den Glauben heraus streicht und betont. Was bewirkt denn der Glaube, habe ich mir überlegt. Nun, er bewirkt Vertrauen in einen grossen Gott, der über allem steht und die Kontrolle hat. Wieso sollte ich kleines Menschlein also in Stress kommen, wo Gott doch so riesig gross und mächtig ist? Wenn ich mir erlaube in Stress zu kommen, sage ich indirekt zu Gott: "Du hast es nicht im Griff, deshalb muss ICH etwas tun, weil DU es nicht schaffst." Seit da habe ich keinen Stress mehr. Ich bin nicht im geringsten so wichtig für Gott, dass ich etwas schaffen müsste. Er braucht mich absolut nicht. Aber das Schöne ist, DASS er mich aber gerne gebrauchen möchte. Aber nicht so, wie ich es mir vorstelle und mir in den Kopf gesetzt habe (oder irgendwelche Pastoren), sondern wie ER es will und geplant habe.

Also, ich glaube an den wunderbaren, grossartigen, allmächtigen, liebenden Gott, der über allem steht. Ich vertraue ihm, dass er über allem wacht und genau weiss, was er tut und auch genau weiss, was er durch mich gerne tun möchte (ich muss es nicht wissen, nur Vertrauen haben, dass er es weiss). Was ist denn also das nächste? Das Gebet. Zuerst nehme ich mir Zeit ihm danke zu sagen. Danach beginne ich für die Menschen da draussen einzustehen im Gebet, die Jesus Christus noch nicht als Erlöser angenommen haben. Und dann übergebe ich mich meinem Herrn. Ich habe nichts! Ich kann ihm nichts anderes geben, als nur mich selbst! Ich unterstelle mich ihm und seiner Führung und bitte ihn das zu tun, was ich ja sowieso nicht tun kann. Am Ende vom Tag habe ich in der Regel keinen Schimmer, was er getan hat. Vielleicht hat er ein Wort durch mich gesprochen, vielleicht hat er eine Fürbitte erhört, keine Ahnung. Ich muss es nicht wissen! Er weiss es!

Also, was macht ein echter Christ aus? Mal, was Hemuth geschrieben hat und ich würde anfügen, ein Mensch, der Glauben hat, aus welchem Vertrauen entsteht, durch das Vertrauen die Ruhe einkehrt vom eigenen "Herumwerkeln" hinübergehend zum Beten und sich Gott zum Gebrauch zur Verfügung zu stellen. Die Werke aus Glauben hat Gott doch schon bereitet! Wir müssen sie nicht kreieren, sondern in denen wandeln, die er bereits bereitet hat.

Noch was, was mir aufgefallen ist. Jesus bringt mehrere Gleichnisse, in denen es um treue oder untreue Diener oder Knechte geht. Ich habe mir überlegt, was ein Diener oder Knecht überhaupt charakterisiert. Ein Diener oder Knecht tut das, was sein Herr will. Er tut nichts aus sich selbst, bzw etwas, was der Herr ihm nicht aufgetragen hat zu tun. Ein treuer Diener ist doch jemand, der genau das tut, was er beauftragt bekommen hat und zwar zuverlässig und gewissenhaft. Wenn ich mir selbst wieder einmal etwas in den Kopf setzen will vermeintlich in "guter" Absicht für meinen Herrn tun zu wollen, tue ich unter Umständen genau das Verkehrte. Etwas, wozu er mich gar nicht beauftragt hat, es zu tun. Natürlich dürfen wir sicher auch ausprobieren, aber ich habe gerade in den letzten Wochen zwei Mal etwas versucht zu tun, weil es ein anderer Bruder so tut und ich deshalb geglaubt habe, es deshalb unbedingt auch tun zu müssen und habe sowas von festellen und einsehen müssen, dass dies definitiv NICHT mein Ding ist. Vermutlich hätte ich mehr Schaden angerichtet, als etwas im Sinne Gottes getan. Es war offenbar nicht meine Aufgabe von Gott. Er gibt mir schon die Aufgabe, die er für mich bestimmt hat und mich deshalb auch entsprechend befähigt. Wenn ich herumknorze, tue ich es nur aus mir selbst. Gott sich also als treuer Diener zur Verfügung stellen und warten, was ER aufträgt.

LG Tamy

P. S. Ein unechter Christ könnte jemand sein, der glaubt, er wäre gut genug, somit auf eigene Faust herumwerkelt und gar nicht darauf hört, was Gott dazu zu sagen hat, der gegen aussen "fromm" tut, aber gar keine persönliche, tiefe Beziehung zu Gott pflegt, nur Frasen im Gebet herunterleiert und sich nicht mal bewusst ist, was er da sagt, ein Mensch, der behauptet Christ zu sein, aber sein Leben zeigt keinerlei Veränderung etc pp. Vermutlich so etwas in der Art.
Benutzeravatar
Tamahia
Member
 
Beiträge: 211
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 12:42
Wohnort: Zurzeit Erde

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Thelonious » Mo 2. Sep 2019, 23:02

Hi Firebird,

die zumindest allerkürzeste Definition des echten Christseins!

Christ ist wer von Herzen bekennt, das Jesus der Messias ist.

Etwas ausführlicher:

der erste Schritt ist festzustellen, dass man der Erlösung überhaupt bedarf. Im alten, also unerlösten Zustand dominiert die Feindschaft gegenüber Gott. Der Menschen per se beharrt im quasi Ausgangszustand in konkreter und anderweitig unüberbrückbarer Feindschaft zu Gott. Diesen bedauernswerten, kläglichen Zustand muss man erst mal erkennen, begreifen!

Dann - mit solch absolut leeren bzw. sozusagen "schmutzigen" Händen zu Jesus kommen. Ihm eben diese eigene Sündhaftigkeit bekennen. Jesu stellvertretende Gnadentat auf Golgatha für sich ganz persönlich in Anspruch zu nehmen. Also zu sehen und zu bekennen, dass Jesus für meine Sünden - ebenso für deine - stellvertretend litt und starb. Das Gott Vater Jesus am dritten Tage auferweckte. Das Er - wahrer Gott - in Ewigkeit lebt und regiert, gemeinsam mit Gott Vater und Gott Heiliger Geist.

In dieser Haltung und Gewissheit leben.

Dann ergeben sich auch die Antworten auf solche Fragen, wie du sie weiter äußerst, lieber Firebird:

Ist es wichtig, dass ich zur richtigen Kirche gehöre?
Ja, es muss schon eine tatsächlich bibelkomforme Theologie sein.

- Ist es wichtig, dass ich eine möglichst reine Theologie habe?
Absolut, es muss geistgeführt sein

- Sind meine Taten das Ausschlaggebende?
Für die Rechtfertigung nicht, dafür ist einzig Jesu Tat am Kreuz für immer und ewig ausschlaggebend. Als Frucht dessen aber selbstverständlich schon.

- Ist es entscheidend, dass ich dafür bin, Flüchtlinge mit offenen Armen aufzunehmen?
Ja, beispielhaft als Frucht der Jesunachfolge, wie zuvor genannt

- Ist es ausschlaggebend, dass ich ganz bestimmte Glaubensinhalte als richtig anerkenne?
Ein Christenleben ohne Anerkennung der Messianität Jesu, der stellvertretenden Opfertods, der ewigen Regentschaft in Form der Trinität usw. wäre sinnentleert

- Ist es entscheidend, dass ich mir alle Mühe gebe, um nicht zu sündigen?
Ja, alle Mühe geben.

Gruß
Thelo
Wir sehen nirgends so tief ins Herz Gottes wie auf Golgatha.
(Benedikt Peters )
Benutzeravatar
Thelonious
Senior-Moderator
 
Beiträge: 15503
Registriert: So 12. Aug 2007, 20:52
Wohnort: In der schönsten Stadt Deutschlands

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon John1955 » Mo 2. Sep 2019, 23:42

Also wodurch sich ein wahrer Christ auszeichnet steht doch ganz klar in der Bibel. :lesen:

Egal ob Jesus Christus selber oder nachher seine Jünger und Apostel die Voraussetzungen hierfür lehrten, es geht immer um bestimmte Denk- und Verhaltensweisen, welche zeigen, ob jemand wahrhaftig in der Nachfolge Jesus Christus steht, sich zu einer neuen Kreatur in IHM veränderte.

Gruss John
John1955
Member
 
Beiträge: 392
Registriert: Fr 10. Nov 2017, 14:12

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon kingschild » Di 3. Sep 2019, 12:10

firebird hat geschrieben:

Doch was genau ist es, das einen Menschen zum Christen macht, so ganz nach dem Sinne der Bibel und damit im Sinne von Gott?


Hallo Firebird

Ich glaube das wesentliche ist:

Joh. 10.27 Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie; und sie folgen mir,
28 und ich gebe ihnen das ewige Leben;

im Umkehrschluss:

Joh 10:5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.

God bless
Kingschild
Benutzeravatar
kingschild
Senior-Moderator
 
Beiträge: 6208
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 11:23
Wohnort: Schweiz

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » Di 3. Sep 2019, 12:15

Liebe Tamahia,

vielen Dank für dein ausführliches Posting. Ich sehe darin wertvolle Denkanstösse. Du schreibst in deinen Zeilen viel Praktisches und das finde ich sehr gut. Helmuth schreibt:

Helmuth hat geschrieben:Ein paar Gedanken:

- Er hat verstanden dass er ein Sünder ist, der den Tod verdient hat.
- Er hat verstanden, dass er darum Erlösung braucht.
- Er hat verstanden, dass Jesus seine Sünde getilgt hat.

Das nenne ich mal die grundlegenden Glaubensaspekte.

- Er weiß, dass er sein Leben ändern muss und tut es.
- Er weiß, dass Jesus hierbei nun Vorbild ist und folgt ihm nach.
- Er weiß, dass er es aus eigener Kraft nicht schafft, also folgt er dem Heiligen Geist.


In der Tat, das sind wichtige Komponenten. Doch "verstehen" und "wissen" geschehen alleine im Kopf. Dass Entscheidenste ist, dass es vom Kopf 30 cm tiefer rutscht, nämlich ins Herz. Aus meinem Herzen heraus kommen meine Empfindungen, meine Willensregungen und überhaupt Alles, was entscheidet wie ich lebe. Von diesem Moment an wird das Christsein praktisch.

Tamahia hat geschrieben:ob von Gott oder von meinem Unterbewusstsein lass ich mal dahin gestellt. Aber seit diesem Traum rufe ich sie mir täglich in Erinnerung und zwar: Glaube - Vertrauen - Gebet.


Dieses Beispiel zeigt, wie Kopf und Herz interagieren müssen. Mit dem Kopf fassen wir Glaubensinhalte auf. Sobald die Inhalte in einem offenen Herzen ankommen, äussert sich dies im Vertrauen. Mein Vertrauen ist dann der Motor des Gebets. Dann ist wieder der Kopf gefragt, um mein Vertrauen in Gebetsworten zu formulieren.

Tamahia hat geschrieben:Da du mich schon etwas länger kennst, kannst du dich sicher noch an meine Kämpfe und Ängste und Verzweiflungen erinnern, als ich ständig Angst gehabt habe, dass Gott unzufrieden mit mir sein könnte, weil ich zu "wenig" für ihn täte. Oder, dass er etwas von mir verlangen könnte, was mir aber nicht behagt, es tun zu müssen, weil ich mich dabei überfordert fühlen könnte etc. Auch aufgrund von Aussagen von Pastoren habe ich mich oft herum gestresst gefühlt, irgendetwas für Gott tun zu müssen, der Schwerpunkt lag meistens auf der Evangelisation.


In der Bibel wird gesagt, dass wir aufgrund von unseren Werken niemals vor Gott gerecht werden können. Vielleicht bei Menschen, aber nicht bei Gott. Unser Glaube manifestiert sich zwar durch Werke, aber mit Werken können wir niemals vor Gott gerecht werden. Wenn diese Wahrheit im Herzen angekommen ist folgt daraus eine vom Vertrauen geprägte Ruhe, welche den Stress beiseite lässt.

Tamahia hat geschrieben:Er braucht mich absolut nicht. Aber das Schöne ist, DASS er mich aber gerne gebrauchen möchte. Aber nicht so, wie ich es mir vorstelle und mir in den Kopf gesetzt habe (oder irgendwelche Pastoren), sondern wie ER es will und geplant habe.


Das Schöne ist, dass es oftmals etwas Beglückendes ist, wenn Gott mich gebraucht. Aber es kann auch daraus resultieren, dass es Widerstände von Menschen gibt.

Tamahia hat geschrieben:Also, was macht ein echter Christ aus? Mal, was Helmuth geschrieben hat und ich würde anfügen, ein Mensch, der Glauben hat, aus welchem Vertrauen entsteht, durch das Vertrauen die Ruhe einkehrt vom eigenen "Herumwerkeln" hinübergehend zum Beten und sich Gott zum Gebrauch zur Verfügung zu stellen. Die Werke aus Glauben hat Gott doch schon bereitet! Wir müssen sie nicht kreieren, sondern in denen wandeln, die er bereits bereitet hat.


Es geht nicht nur um Werke die aus Eigenwillen geschehen. Ich will es noch ausweiten. Zum Beispiel auf allerlei Krisen. Sobald einmal ein echter Christ zum Vertrauen auf Gott gekommen ist, bekommt er in Krisen Ruhe und Gelassenheit, obwohl sich rein äusserlich bei der Krise sich noch nichts verändert hat. Häufig zeigt es sich in Krisen, was echt ist und was unecht (gehäuchelt) ist. Auch an echten Christen gibt es unechte Anteile.

So viel einmal.

Freundlicher Gruss :umarm:
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Gnu » Di 3. Sep 2019, 13:01

Eine Antwort aus der Bibel findest du in Römer 8 Vers 9:

"Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottesc Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein."

Zitiert aus Luther 2017 in bibleserver.com
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11309
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 17:19
Wohnort: Salorino

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Helmuth » Di 3. Sep 2019, 14:05

firebird hat geschrieben:Doch "verstehen" und "wissen" geschehen alleine im Kopf. Dass Entscheidenste ist, dass es vom Kopf 30 cm tiefer rutscht, nämlich ins Herz.

Ich bin noch weitergegangen und habe auch von der Tat geredet, was die Schrift unter Buße versteht.

Man kann es im Herzen haben, aber wenn sich dein Allerwertester nicht auch etwas bewegt, wird das nichts. Ich kenne eine Person, die alles bejaht und ich denke auch versteht und anerkennt. Aber sie bewegt sich nicht und tritt am Stand. No fruits.

Ich habe mich nach ca. 2 Jahren von ihr wieder gelöst, weil ich meine Zeit nicht mit Nachlaufen verbringen wollte. Es gibt auch klare Worte:

Lukas 3,8 hat geschrieben:Bringt nun der Buße würdige Früchte; und beginnt nicht bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag.

Diese gilt allgemein. Wir haben ebenso keine Ausrede zu sagen: "Ich bin getauft und gehe in die Kirche." An Jesus zu glauben ist aller Anfang, damit beginnt erst unser Leben im Glauben als Christ.

Worauf ich mich hier in der Diskussion aber nicht einlasse ist, über konkrete Werke zu reden. DAS macht es eben nicht aus. Dann wird es schnell gesetzlich.
Herzliche Grüße
Helmuth
Benutzeravatar
Helmuth
Wohnt hier
 
Beiträge: 1186
Registriert: Di 27. Dez 2016, 17:50
Wohnort: Wien

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Habatom » Di 3. Sep 2019, 14:33

firebird hat geschrieben:- Ist es wichtig, dass ich zur richtigen Kirche gehöre?




Wenn ich mir Römer 2 anschaue:

14 Denn wenn Nationen (Heiden), die kein Gesetz haben, von Natur dem Gesetz entsprechend handeln, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz.
15 Sie beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, indem ihr Gewissen mit Zeugnis gibt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen -


Dann muss ich mit "Nein" antworten.

Wenn ich jedoch die Bibel habe und durch die Bibel gelehrt werde, dann gibt es hier Kirchen die eine "gute, gesunde, heilsame" biblische Lehre anbieten, und es gibt Kirchen, die Irrlehre verbreiten.

firebird hat geschrieben:- Ist es wichtig, dass ich eine möglichst reine Theologie habe?
chter Christ!



Als einfaches Kirchenmitglied ist mir dies nicht immer sofort klar und bewußt, ob die Lehre, die Theologie, die mir dort vermittelt wird, nun richtig oder falsch ist.

Wenn ich Christ bin, dann wird mich die rechte gute heilsame Lehre ansprechen und fördern. Eine falsche Lehre wird mich nicht erreichen.

Joh 10,27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
Joh 10,5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

Wer dann nicht zu Jesu Schafen gehört, wird dann entweder von falscher Lehre verführt werden. Oder hier dann auch nicht angesprochen werden.


firebird hat geschrieben:- Sind meine Taten das Ausschlaggebende?


In erster Linie nicht. Denn am Anfang steht die Vergebung. Die Gnade, die Gott mir zu teil werden lässt. Das ich, wenn ich an Jesus Christus glaube, halt nicht mehr verurteilt, verdammt, gerichtet werde, für all das, was ich böses getan habe. Wo ich gesündigt habe.

Nur wenn ich auf diese Erlösung, diese Vergebung die mir zuteil wurde, dann eigene Werke (und nicht aus Gott gewirkte Werke) aufbaue, werden diese Werke verbrennen. Ich aber wie durchs Feuer hindurch noch gerettet werden. Gerettet dann am Ende, wenn auch mit leeren Händen vor Gott erscheinend.

Römer 10,
13 "denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden".


Wie zum Beispiel der Schächer am Kreuz, der zuvor seine Schuld er/bekannte : Gedenke an mich, wenn du in dein Reich eingehst...

firebird hat geschrieben:- Ist es entscheidend, dass ich dafür bin, Flüchtlinge mit offenen Armen aufzunehmen?

- Ist es ausschlaggebend, dass ich ganz bestimmte Glaubensinhalte als richtig anerkenne?

- Ist es entscheidend, dass ich mir alle Mühe gebe, um nicht zu sündigen?


Wofür oder wogegen ich bin, spielt erstmal keine Rolle, bezüglich einer Flüchtlingspolitik. Denn jeder bringt hier erstmal seine eigenen Ängste (im negativen Sinne) und Hoffnungen (im positen Sinne - hier Nächstenliebe zu üben) mit, die nicht zu verurteilen sind. Und auch nicht ausschlaggebend, ob ich nun errettet bin oder nicht.
Wobei ich schon denke, das man als Christ gegenüber Flüchtlingen offen ist. Wobei natürlich auch hier seitens der Politik maßvoll mit Flüchtlingen umgegangen werden muss. Können sie nicht integriert werden oder belasten die Sozialsysteme über die Maßen, wäre eine Haltung : "wir nehmen jeden Flüchtling auf" - nicht sehr klug.

Ganz bestimmte Glaubensinhalte für "richtig" zu halten, stellt ja die Frage nach einem Glaubensbekenntnis auf. Wo ich zumindest bestimmte Eckpunkte als für wahr annehme.
Das halte ich nur bedingt für nötig. Weil Glaube zuerst ja auch eine Herzenssache ist. Wo Gott mir ein neues Herz geschenkt hat. Mir den Glauben ins Herz gegeben hat.

Wäre ein bestimmtes Maß an Intelligenz nun zwingend erforderlich, um bestimmte Glaubensdogmen auch nachvollziehen zu können, um mich somit als Christ ausweisen zu können. Würden ja manche (einfach gestrickte) Menschen - oder auch Kinder, dann durchs Raster fallen. Das kann es also nicht sein.

Zur letzten Frage.
Das Evangelium beinhaltet ja gerade die Botschaft von der Vergebung der Sünden. Auch wenn ich nun wieder mal in Schuld gerate, brauche ich nicht zu verzweifeln. Darf nun zu Gott (und zu meinem Nächsten, an den ich mich versündigt habe) kommen, im Bewußtsein das Gott gerne vergibt. Immer wieder vergibt. Und auch wir immer wieder dazu aufgerufen sind, einander zu vergeben (7x70 mal).

Ein krampfhaftes Anstrengen, bestimmte Sünden nicht mehr zu tun, kann dann nicht gelingen. Gott muss uns hier Befreiung und Erneuerung schenken, dort wo wir zu ihm kommen - mit unserer Schuld.

Johannes schreibt:

1. Johannes 1,
9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben (unsere Schuld leugnen), machen wir ihn zum Lügner (denn er/Gott deckt ja unsere Sünde auf), und sein Wort ist nicht in uns.

[i]1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten.


Zu wissen, das Vergebung da ist. Das wir mit unserer Schuld zu Gott kommen dürfen (anders als Adam und Eva nach dem Sündenfall, wo noch keine Sühnung da war), befreit uns dann auch von der Macht zwanghaft sündigen zu müssen.

2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

mit freundlichen Grüßen,
habatom
Habatom
Power Member
 
Beiträge: 843
Registriert: Di 19. Aug 2008, 15:43

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon KoS » Do 5. Sep 2019, 10:07

Lieber Firebird

Der Römerbrief zeigt, dass es nur genau zwei Arten von Menschen gibt: Sünder und Gerechte.
Römer 5.19 Denn gleichwie durch des einen Menschen Ungehorsam die Vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden.

Jeder Mensch ist Sünder, nicht primär wegen seinen Sünden sondern wegen der Sünde welche durch den Fall Adam's uns die Abstammung der Menschen von ihm, alle Menschen dazu gemacht hat.

Was sind die Voraussetzung um in die Stellung eines Gerechten kommen zu können? Helmuth hat Grundsätze gelistet:
- Er hat verstanden dass er ein Sünder ist, der den Tod verdient hat.
- Er hat verstanden, dass er darum Erlösung braucht.
- Er hat verstanden, dass Jesus seine Sünde getilgt hat.

Das Ganze nun verstehen ist das Eine - das tut nämlich fast jeder Mensch, das Andere ist es, dass der Verlorene dies nun auch willentlich von Herzen heraus glauben muss!
Er muss glauben dass er selbst völlig verloren und unfähig ist sich selber zu erretten und muss glauben, dass der Herr am Kreuz alles vollständig und unverbesserlich vollbracht hat.
Glaubt jemand dies von ganzem Herzen, so IST er augenblicklich und für immer gerettet!

Nun kann der neue Mensch nach neuen Grundsätzen wandeln, leben, wachsen.

Kolosser Kapitel 1 zeigt dazu einige Dinge sehr schön auf:

Dank ab der erfolgten Errettung mittels Glauben:
Kolosser 1.
3 Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus allezeit, indem wir für euch beten, 4 nachdem wir gehört haben von eurem Glauben in Christo Jesu und der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, 5 wegen der Hoffnung, die für euch aufgehoben ist in den Himmeln, von welcher ihr zuvor gehört habt in dem Worte der Wahrheit des Evangeliums, 6 das zu euch gekommen, so wie es auch in der ganzen Welt ist, und ist fruchtbringend und wachsend, wie auch unter euch, von dem Tage an, da ihr es gehört und die Gnade Gottes in Wahrheit erkannt habt; 7 so wie ihr gelernt habt von Epaphras, unserem geliebten Mitknecht, der ein treuer Diener des Christus für euch ist, 8 der uns auch eure Liebe im Geiste kundgetan hat.


Fürbitte, wachsend in Wandel und Gesinnung in der Neuen Stellung:
9 Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tage an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, auf daß ihr erfüllt sein möget mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, 10 um würdig des Herrn zu wandeln zu allem Wohlgefallen, in jedem guten Werke fruchtbringend, und wachsend durch die Erkenntnis Gottes, 11 gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden; 12 danksagend dem Vater, der uns fähig gemacht hat zu dem Anteil am Erbe der Heiligen in dem Lichte,


so hinkommend zur ANBETUNG in Geist und Wahrheit:
13 der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, 14 in welchem wir die Erlösung haben, die Vergebung der Sünden; 15 welcher das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung. 16 Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen. 17 Und er ist vor allen, und alle Dinge bestehen zusammen durch ihn. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, welcher der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, auf daß er in allem den Vorrang habe; 19 denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen 20 und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln. 21 Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde waret nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt 22 in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen, 23 wenn ihr anders in dem Glauben gegründet und fest bleibet und nicht abbewegt werdet von der Hoffnung des Evangeliums, welches ihr gehört habt, das gepredigt worden in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.



die Freude in Leiden und der spezieller Dienst des Apostels:
24 Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleische, was noch rückständig ist von den Drangsalen des Christus für seinen Leib, das ist die Versammlung, 25 deren Diener ich geworden bin nach der Verwaltung Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden: 26 das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, 27 denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses sei unter den Nationen, welches ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit;



der allgemeine Dienst und die ursächliche Kraft des Dienstes
28 den wir verkündigen, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, auf daß wir jeden Menschen vollkommen in Christo darstellen; 29 wozu ich mich auch bemühe, indem ich kämpfend ringe gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft.



Ab Kapitel 2 sieht man dann eindrücklich, in welcher Gefahr die Kolosser standen und mit ihnen auch wir heute noch in den Aspekten in Gefahr stehen - gerade heute.
Auch das muss man im Glauben verstehen und im Glauben festhalten, so dass man einen gewissen Schutz hat vor dieser Gefahr. Tut man es partout nicht, sieht man bald nicht mehr viel vom Glauben des (hoffentlich) Erretteten. Umkehr ist immer möglich, wenn sie auch einer tiefen Glaubenseinsicht bedarf und das Fleisch schmerzt.
Liebe Grüsse, KoS
KoS
Member
 
Beiträge: 455
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 16:41

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon KoS » Do 5. Sep 2019, 10:17

Lieber Helmuth
Helmuth hat geschrieben:Worauf ich mich hier in der Diskussion aber nicht einlasse ist, über konkrete Werke zu reden. DAS macht es eben nicht aus. Dann wird es schnell gesetzlich.

Ein wichtiger Hinweis.

Weder Glaube noch die Errettung ist ein menschliches Werk und kann deshalb auch nie daran festgehalten oder gemessen werden.
Gott Frucht zu bringen, das will das Lebens-Ergebnis des Kindes Gottes sein.

Die Werke misst dann der Herr (wie durchs Feuer) und entsprechend gibt es im Ewigkeitsbereich Lohn, von welchem ich allerdings keine Ahnung habe was das sein wird und mir auch nie Motivation ist, einen anständigen Wandel zu leben.
Liebe Grüsse, KoS
KoS
Member
 
Beiträge: 455
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 16:41

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » Do 5. Sep 2019, 14:20

Hallo zusammen,

Helmuth hat geschrieben:
firebird hat geschrieben:Doch "verstehen" und "wissen" geschehen alleine im Kopf. Dass Entscheidenste ist, dass es vom Kopf 30 cm tiefer rutscht, nämlich ins Herz.

Ich bin noch weitergegangen und habe auch von der Tat geredet, was die Schrift unter Buße versteht.

Man kann es im Herzen haben, aber wenn sich dein Allerwertester nicht auch etwas bewegt, wird das nichts. Ich kenne eine Person, die alles bejaht und ich denke auch versteht und anerkennt. Aber sie bewegt sich nicht und tritt am Stand. No fruits.


Wenn etwas wirklich im Herzen brennt, dann kommt der ganze Mensch in Bewegung,
nicht nur der Allerwerteste. ;) In dieser Bewegung handeln wir voll aus dem Herzen heraus, auf diese Weise entsteht ganz bestimmt Frucht.

Helmuth hat geschrieben:
Lukas 3,8 hat geschrieben:Bringt nun der Buße würdige Früchte; und beginnt nicht bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag.


Diese gilt allgemein. Wir haben ebenso keine Ausrede zu sagen: "Ich bin getauft und gehe in die Kirche." An Jesus zu glauben ist aller Anfang, damit beginnt erst unser Leben im Glauben als Christ.

Worauf ich mich hier in der Diskussion aber nicht einlasse ist, über konkrete Werke zu reden. DAS macht es eben nicht aus. Dann wird es schnell gesetzlich.


Gesetzlich wird etwas dann, wenn wir anderen Menschen unsere Vorstellungen aufzwingen wollen. Das kann auch durchaus ein bestimmtes Bussritual sein oder auch bestimmte ("würdige") Werke. Trotzdem würde es Sinn machen, wenn wir uns über würdige Früchte der Busse etwas austauschen. Ich sehe solche Früchte der Busse als unabdingbar, wenn unser Christsein echt sein soll.

Zum Beispiel, wenn ich ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich einen anderen Menschen geschädigt habe, und es mir im Herzen leid tut, so ist es mir neben dem Bekenntnis vor Gott auch wichtig, dass bei diesem Menschen der Schaden, so weit es geht, wieder in Ordnung kommt.

So weit einmal

Freundlicher Gruss
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Tamahia » Sa 7. Sep 2019, 14:53

Zum Thema Werke: Ich habe es so verstanden. Werke zählen vor Gott nur, wenn sie aus Glauben geschehen und somit aus Gott sind. Beispiel: Zwei Menschen helfen einer alten Frau über die Strasse. Der eine tut es, um nachher zu sich sagen zu können, wie gutherzig er doch wäre und sich dadurch selber rühmt und sich gross macht. Der zweite aber hilft der alten Frau über die Strasse, weil er Ehrfurcht vor Gott und seinen Geschöpfen hat. Er erkennt die Bedürftigkeit der alten Frau, hat Respekt vor Gottes Geboten (der Nächstenliebe) und möchte Gott Ehre bringen. Er hilft der Frau über die Strasse, nicht um "gut" vor sich selbst dazustehen und sich auf die Schultern klopfen zu können, sondern in der Ehrfurcht, im Glauben, im Gehorsam vor Gott, im Respekt und Liebe zur Frau gegenüber. Beide haben äusserlich dasselbe Werk vollbracht. Aber der eine, nur um sich selbst wegen (selbst wenn er aus Menschlichkeit der Frau gegenüber ihr geholfen haben sollte, er hat es aber nicht aus Glauben getan, sondern aus reiner Menschlichkeit), der andere aber aus seinem Glauben zu Gott. Sein Glaube hat ihn zur Tat bewegt und nicht seine Menschlichkeit. Könnt ihr damit etwas anfangen?

LG Tamy
Benutzeravatar
Tamahia
Member
 
Beiträge: 211
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 12:42
Wohnort: Zurzeit Erde

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Habatom » Sa 7. Sep 2019, 22:04

Hallo Tamahia,

ob ich nun einer Person über die Straße helfe aus reiner Menschlichkeit oder aus Ehrfurcht vor Gott - das macht im Resultat keinen Unterschied. Gott sieht bei den Werken dann nicht nach der Intention/Motivation eines Menschens, sondern nach dem Resultat.

Auch wenn die innere Haltung - ist sie denn gut - dann in der Regel keine schlechten (bösen) Werke hervorbringen kann. So wie ein guter Baum keine schlechten Früchte hervorbringen kann und ein fauler Baum keine guten Früchte.

Die Frage bezüglich der Werke bleibt vielmehr, ob ich etwas tue, aus Gottes Kraft und Willen heraus oder aus meiner eigenen Kraft und Überzeugung heraus. Und hier kommen dann ganz unterschiedliche Werke bei heraus.

Was wir aus Gott heraus tun kann nur gut sein und Gott gefallen.
Was wir aus uns selbst heraus tun, für uns dann im Endeffekt tun, hat am Ende keinen Bestand.

mfg,
habatom
Habatom
Power Member
 
Beiträge: 843
Registriert: Di 19. Aug 2008, 15:43

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Tamahia » So 8. Sep 2019, 00:29

Habatom hat geschrieben:Hallo Tamahia,

ob ich nun einer Person über die Straße helfe aus reiner Menschlichkeit oder aus Ehrfurcht vor Gott - das macht im Resultat keinen Unterschied. Gott sieht bei den Werken dann nicht nach der Intention/Motivation eines Menschens, sondern nach dem Resultat.


Hm, ich denke schon, dass Gott die Motivation prüft und somit das Herz, aus welchen Gründen wir etwas tun (wollen). Paulus sagt in Römer 14,23, dass alles, was nicht aus dem Glauben geschähe, Sünde wäre. Deshalb könnte ich mir schon vorstellen, dass derjenige, der rein aus Menschlichkeit handelt von Gott anders bewertet wird, als einer, der aus dem Glauben heraus handelt und Ihm dadurch Ehre geben möchte.

Habatom hat geschrieben:Die Frage bezüglich der Werke bleibt vielmehr, ob ich etwas tue, aus Gottes Kraft und Willen heraus oder aus meiner eigenen Kraft und Überzeugung heraus. Und hier kommen dann ganz unterschiedliche Werke bei heraus.

Was wir aus Gott heraus tun kann nur gut sein und Gott gefallen.
Was wir aus uns selbst heraus tun, für uns dann im Endeffekt tun, hat am Ende keinen Bestand.

mfg,
habatom


Diesbezüglich wäre ich um konkrete Beispiele dankbar. Mir klingt das viel zu theoretisch. Ich glaube zu verstehen, was du aussagen willst und ich teile deine Meinung, aber erzähle bitte, wie dies in deinen Alltag praktisch aussieht. Wie merkst du, dass du etwas aus Gottes Kraft tust bzw. eben aus deiner eigenen Kraft? Wie weisst du es? Wie handelt du? Was tust du etc? Danke!
Benutzeravatar
Tamahia
Member
 
Beiträge: 211
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 12:42
Wohnort: Zurzeit Erde

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Lazar » So 8. Sep 2019, 11:53

Diesbezüglich wäre ich um konkrete Beispiele dankbar. Mir klingt das viel zu theoretisch. Ich glaube zu verstehen, was du aussagen willst und ich teile deine Meinung, aber erzähle bitte, wie dies in deinen Alltag praktisch aussieht. Wie merkst du, dass du etwas aus Gottes Kraft tust bzw. eben aus deiner eigenen Kraft? Wie weisst du es? Wie handelt du? Was tust du etc? Danke!


Hi Tamahia!
Ich denke, bei den Menschen gibt es allein im Wesen/Charakter grundsätzlich große Unterschiede. Während die einen scheinbar schier unendliche Kraft haben, die sich auf andere Menschen erstreckt, scheint es ihnen im Gegensatz zu anderen ständig im Leben "Kämpfenden" nicht die Spur etwas auszumachen. Es sieht aus, als wären sie allein nur dafür geboren, um sich um etwas zu kümmern. Sie sind einfach so, voller Elan, voller Tatkraft, fast nie krank und geben diese "Veranlagung" genetisch weiter.
Sie brauchen irgendwie keinen Gott, anders kann ich es nicht ausdrücken, selbst wenn sie sehr harte Zeiten durchstehen müssen. Sie vertrauen einfach auf sich selbst und nehmen dennoch teils auch leicht vom menschlichen Leben Abschied.

Jetzt ist eben die Frage, wirkt Gott durch sie und sie wissen es bloß nicht? Denn sie benehmen sich strenggenommen zu 100% christlich, ohne aber an Christus zu glauben. Und Angst vor dem Tod haben sie auch nicht.

Bei anderen Menschen ist es anders, sie sind ebenfalls äußerst liebe, tatkräftige Menschen, aber leben jeder Tag in vollster Hingabe zu Jesus Christus. Also echte Christen. Ihr ganzes Leben wird von Ihm und der Liebe zu Gott bestimmt.

Da frage ich mich nun auch, wie sieht Christus das? Hier sind Menschen auf der Welt, die sich anderen Menschen gegenüber nahezu identisch "gut verhalten", nur der eine Teil glaubt an Gott und der andere nicht.

Schwierig, denn all die Menschen sind eventuell Diener Gottes, sich nur nicht dessen bewusst?

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 350
Registriert: So 24. Feb 2019, 13:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » So 8. Sep 2019, 13:29

Hallo Lazar,

du schreibst:

Lazar hat geschrieben:Ich denke, bei den Menschen gibt es allein im Wesen/Charakter grundsätzlich große Unterschiede


Wenn es ums Christsein geht, spielen die unterschiedlichen Wesen und Charaktere von uns überhaupt keine Rolle. Der Gott, an den ich glaube, schafft es mit allen nur denkbar schwierigen Charakteren.

Lazar hat geschrieben:Während die einen scheinbar schier unendliche Kraft haben, die sich auf andere Menschen erstreckt, scheint es ihnen im Gegensatz zu anderen ständig im Leben "Kämpfenden" nicht die Spur etwas auszumachen.


Die Kraftquelle echter Christen ist nicht die rein menschliche Kraft. Auch echte Christen sind mit Problemen konfrontiert. Auch für echte Christen gibt es manchmal Kämpfe. Doch solche Menschen haben das grosse Vorrecht, sich auf Gottes Kraft abstützen zu dürfen. So sagt der Psalmist: "Mit meinem Gott werde ich über Mauern springen"

Lazar hat geschrieben:Es sieht aus, als wären sie allein nur dafür geboren, um sich um etwas zu kümmern. Sie sind einfach so, voller Elan, voller Tatkraft, fast nie krank und geben diese "Veranlagung" genetisch weiter.
Sie brauchen irgendwie keinen Gott, anders kann ich es nicht ausdrücken, selbst wenn sie sehr harte Zeiten durchstehen müssen. Sie vertrauen einfach auf sich selbst und nehmen dennoch teils auch leicht vom menschlichen Leben Abschied.


Ja, ganz bestimmt mag Vieles so oder anders aussehen. Doch die Faktenlage in manchen Fällen liegt woanders. In der Tat, es sieht von Aussen her so aus, dass viele Menschen ein total erfolgreiches Leben führen, wozu sie nicht einmal Gott brauchen. Bei der Fassade des erfolgreichen Lebens, weiss möglicherweise Gott allein, in wie vielen Phasen der Verzweiflung diese Menschen stecken. Wenn Gott so etwas erlebt, wird er traurig, weil er so gerne helfen möchte. Doch solche Menschen wollen nichts von ihm wissen.

Lazar hat geschrieben:Jetzt ist eben die Frage, wirkt Gott durch sie und sie wissen es bloß nicht? Denn sie benehmen sich strenggenommen zu 100% christlich, ohne aber an Christus zu glauben. Und Angst vor dem Tod haben sie auch nicht.


Wenn etwas "christlich" zu nennen ist. Dann ist es eine Angelegenheit die ganz im Sinne (Willen) Jesu Christi ist. Ein Leben ohne an Jesus Christus zu glauben, ist konträr zum Willen Gottes. Deshalb betrachte ich deine obigen Zeilen als Widerspruch in sich selbst.

Lazar hat geschrieben:Bei anderen Menschen ist es anders, sie sind ebenfalls äußerst liebe, tatkräftige Menschen, aber leben jeder Tag in vollster Hingabe zu Jesus Christus. Also echte Christen. Ihr ganzes Leben wird von Ihm und der Liebe zu Gott bestimmt.


Ganz genau! Das ist ein Leben das Gott gefällt.

Lazar hat geschrieben:Da frage ich mich nun auch, wie sieht Christus das? Hier sind Menschen auf der Welt, die sich anderen Menschen gegenüber nahezu identisch "gut verhalten", nur der eine Teil glaubt an Gott und der andere nicht.

Schwierig, denn all die Menschen sind eventuell Diener Gottes, sich nur nicht dessen bewusst?


Für mich ist das keine Frage! Gott liebt Wahrheit im Inneren, also Echtheit. Ob etwas echt oder nur Fassade ist, dass können wir Menschen im Endeffekt nicht entscheiden. Doch Gott sieht es und weiss es ganz bestimmt. Echtheit ist doch ein erstrebenswertes Ziel, meinst du nicht auch?

Freundlicher Gruss
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Tamahia » So 8. Sep 2019, 16:49

Hallo Lazar

Für mich ist Johannes 15,5 absolut ausschlaggebend:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun


Ich bin mit Habatom (oder Firebird) einer Meinung, wenn er sagt, dass wir aus der Kraft Gottes handeln sollten und nicht aus unserer eigenen Kraft. Aber dies tönt (insbesondere auch für Nicht-Christen oder Christen, die erst seit kurzem zum Glauben gekommen sind) sehr theoretisch. Und deshalb habe ich um konkrete Beispiele gebeten, wie Christen dies im Alltag erleben. Ich habe oben geschrieben, wie ich es wahrnehme. Und zwar habe ich Schwergewicht darauf gelegt, dass ich persönlich glaube, dass ich es mehrheitlich gar nicht merke, wenn ich aus seiner Kraft heraus handle. Dass ich mich täglich meinem Herrn Jesus Christus übergebe und zur Verfügung stelle und dann in den Tag gehe. Abends habe ich überwiegend keinen Schimmer, was ER getan hat, aber ich habe mich Ihm zur Verfügung gestellt. Es interessiert mich aber, wie es andere Christen wahrnehmen. Beispielsweise, wenn ich einen Gedanken im Kopf habe, dies tun zu wollen, wie merke ich, dass der Gedanke aus mir gekommen ist und wie, dass er von Gott stammt. Dies finde ich schwierig.
Benutzeravatar
Tamahia
Member
 
Beiträge: 211
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 12:42
Wohnort: Zurzeit Erde

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » So 8. Sep 2019, 20:19

Liebe Tamahiah,

du schriebst:

Tamahia hat geschrieben:Ich bin mit Habatom (oder Firebird) einer Meinung, wenn er sagt, dass wir aus der Kraft Gottes handeln sollten und nicht aus unserer eigenen Kraft. Aber dies tönt (insbesondere auch für Nicht-Christen oder Christen, die erst seit kurzem zum Glauben gekommen sind) sehr theoretisch. Und deshalb habe ich um konkrete Beispiele gebeten, wie Christen dies im Alltag erleben.


Bei mir ist es auch so, dass ich nicht mit einer 100% Sicherheit sagen kann, dass jetzt durch mich die Kraft Gottes in Aktion war. Dass in gewissen Situationen mit grosser Sicherheit nicht die Kraft Gottes aktiv war, das hingegen kann ich schon sagen. Auf jeden Fall gibt es für Beides bestimmte Kennzeichen, die ich im Leben wahrnehme.

Kennzeichen für die Wirksamkeit von Gottes Kraft im Alltag:
- Ich spüre eine innere Ruhe
- Ich reagiere gefasster bei Herausforderungen
- Ich bin in der Lage, im Blick auf Probleme, besonnen zu reagieren.
- Ich bin in in der Lage, mich selbst besser wahr zu nehmen. (Achtsamkeit)

Kennzeichen fürs Wirken aus eigener Kraft:
- Ich bin innerlich unruhig
- Ich bin oftmals der Auffasung, dass wenn ich nicht anpacke, dass dann nichts Schlaues geschieht.
- Ich bin oftmals gereizt.
- Schon kleine Widerwärtigkeiten machen mich wütend.
- Ich reagiere vorschnell und deshalb entgeht es mir die Prioritäten richtig zu setzen.

So weit Beispiele aus meinem Leben. Ich erlebe es selten, dass ich Gottes Kraft einfach so zuschalten kann. Wichtig ist einfach das möglichst stetige Bewusstsein, dass ich von Gott abhängig bin. Regelmässige Gemeinschaft mit Gott durch Gebet, Bibel lesen, Gottesdienstbesuch, persönlicher Austausch mit anderen Christen ... usw. sind gute Voraussetzungen, damit Gottes Kraft in mein Leben kommt.

Freundlicher Gruss :umarm:
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Tamahia » So 8. Sep 2019, 21:25

Also, das fand ich jetzt wirklich sehr hilfreich Firebird, danke! :umarm:

Du hast mir jetzt nämlich eine weitere Bestätigung gegeben, dass etwas nicht meine Aufgabe von Gott sein könnte, wofür er mich einsetzen möchte, wenn ich mich dabei, gedrängt, genötigt, miserabel und überfordert fühle. Bedauerlicherweise habe ich viel zu lange in dem Irrglauben gelebt, dass Gott genau so etwas von mir erwarten könnte.

Ein Beispiel, ich habe davon schon oben erwähnt. Von einem christlichen Bruder wusste ich, dass er Bibeltraktate verteilen würde. Nun hatte ich das Gefühl gehabt, dass ich dies in dem Fall auch zu tun hätte, dass Gott es von mir erwarten würde. Also bestellte ich mir solche Traktate, die ich bei der Arbeit verteilen wollte. Schon bei den ersten zwei Arbeitskollegen hatte ich mich unwohl gefühlt, aber sie haben immerhin eines genommen. Bei einer Arbeitskollegin erhielt ich ein so energisches Nein, dass es mich anschliessend den halben Arbeitstag hindurch nicht mehr los gelassen hatte. Ich fühlte mich so miserabel und schuldig, als ob ich ihr versucht hätte, etwas aufzuzwingen. Ich richtete meine Gedanken zu Gott und sagte ihm, wie ich mich fühlte und wie sehr es mir widerstreben würde, noch jemandem solch ein Ding in die Hand zu drücken. Dem nächsten Arbeitskollegen händigte ich keines mehr aus.

Dann hatte ich Pause, wollte in die Garderobe, um etwas zu holen und lief am Kaffeepausenräumchen vorbei. Ein Arbeitskollege sass am Tisch und ich grüsste. Als ich in der Garderobe den Spind öffnete, hatte ich plötzlich einen glasklaren Gedanke wie vor die Nase gesetzt: "Gehe hin und setz dich zu dem Arbeitskollegen." Ich augenblicklich Kehrt gemacht, als ob ich geführt wurde, es fühlte sich überhaupt nicht widerwillig noch bedrängend an und setzte mich zu ihm. Zuerst redeten wir über Banales, aber plötzlich sagte er etwas, was mir die Möglichkeit gab, auf meinen Glauben zu sprechen zu kommen. Wir redeten dann ausgiebig darüber und mussten sogar abbrechen, weil die Pause vorüber war.

Ich hatte mich zu keinem Zeitpunkt, unwohl, gedrängt, widerwillig oder sonst mies gefühlt und ich könnte mir vorstellen, dass Gott mir hat zeigen wollen, wie es laufen sollte und wie er mich gebrauchen möchte und zwar im direkten Gespräch und nicht beim Traktate verteilen. Ich habe die Restlichen dann dem Bruder geschenkt. Wenn dies sein Ding ist, super, aber es ist nicht meine Methode.

Wenn ich herummurkse, dann glaube ich definitiv, dass es nicht von Gott kommt. Wenn es mir aber Freude bereitet und leicht fällt, dann könnte ich mir vorstellen, dass Gott dahinter steht.

Glg Tamy
Benutzeravatar
Tamahia
Member
 
Beiträge: 211
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 12:42
Wohnort: Zurzeit Erde

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon onThePath » Mo 9. Sep 2019, 11:43

Endlich mal ein aufbauendes Thema. Danke.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20477
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Habatom » Mo 9. Sep 2019, 14:59

Hallo Tamahia,

einige gute Beispiele sind ja schon genannt worden, wenn es darum geht, etwas aus Gott heraus zu tun.

Wenn ich an eigene Werke denke, dann denke ich an blinden Aktivismus. Wo wir anfangs noch meinen, uns für Gott abrackern zu müssen. Wo wir eine bestimmte Vorstellung hegen, wie sich ein Christ zu verhalten hätte. Und was er alles nicht tun sollte und was er tun sollte.

Kolosser 2,
20 Wenn ihr nun mit Christus den Grundsätzen der Welt gestorben seid, weshalb lasst ihr euch Satzungen auferlegen, als ob ihr noch in der Welt lebtet?
21 »Rühre das nicht an, koste jenes nicht, betaste dies nicht!«
22 — was doch alles durch den Gebrauch der Vernichtung anheimfällt — [Gebote] nach den Weisungen und Lehren der Menschen,
23 die freilich einen Schein von Weisheit haben in selbst gewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes, [und doch] wertlos sind und zur Befriedigung des Fleisches dienen.

Für mich ist dann ein Maßstab, ob ich in dem, was ich tue, den Frieden mit Gott, den ich habe, nicht verliere.
Insofern ist es mir ein Anliegen, Gott nicht zu betrüben. Aber das kostet jetzt nicht unbedingt eine bestimmte Anstrengung. In Gott zu Ruhen. Das ist eigentlich mein derzeitiges Thema. Erstmal darin Kraft zu schöpfen, um dann bereit zu sein, all das zu tun, wohin Gott mich führt. Was Gott mich tun lässt.

lg,
habatom
Habatom
Power Member
 
Beiträge: 843
Registriert: Di 19. Aug 2008, 15:43

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Lazar » Di 10. Sep 2019, 09:29

Hallo beisammen,
ja, das sind herrliche und für mich ganz typische Erlebnisse zusammen mit unserem Herrn Christus. Es tut auch gut zu sehen, dass Tamahia sie so gut für sich deuten und umsetzen kann (und Habatom eine passende Bibelstelle bei Paulus gefunden hat.)

Wenn man Gottes Werke tut, dann fallen sie leicht, weil man sie gerne tut.
Werke, bei denen man sich wie geführt fühlt und angeleitet, und es ist, als würde man plötzlich in ganz bestimmte Lebensituationen geworfen, die Gott allein wie für einen selbst und einem Nächsten bereitet hat. Damit sich für beide gleichzeitig etwas zum Guten wandelt. Denn Christus verbindet und trennt nicht, und genau dies bedeutet ein Leben mit dem "lebendigen Gott".

Genau deswegen haben sowohl Jesus als auch Paulus die Thora in gewisser Weise in Frage gestellt. Denn man erhebt sich mit der Einhaltung vieler strenger Satzungen und Weisungen des Mose über andere, ohne dass die Handlungen für andere Menschen oder Gott einen echten Wert haben.
Man vergibt sich mit einem dargebrachten "Opfer" selbst die Schuld und macht sich zu einem Gerechten, nur weil man einem "Gesetz" gehorcht.
Auch wenn es nun provokant klingt:

Wer echter Christ ist, ist auf jeden Fall kein streng thoragläubiger Jude mehr.

Dies bezeugt uns sowohl Jesus als auch Paulus (beides Juden), denn das Christentum spaltet sich zwar vom Judentum ab, aber nicht von den Juden.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 350
Registriert: So 24. Feb 2019, 13:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon onThePath » Di 10. Sep 2019, 09:52

Ich kann nur sagen, dass vor 10 Jahren das "Gott- ist- mit- dir-Sein" in drastischer Weise erfahren habe. Ich weiss nicht wie es passieren konnte, plötzlich mitverantwortlich zu sein, 3 Familien zum Glauben zu führen. Sie kamen eben plötzlich zu uns, um Antworten zu finden. 2 Familien kamen sogar jede Woche aus einer anderen Stadt.
Deshalb meine ich, als Christ fühlt man sich, wenn man für Menschen einsteht. Für die jungen Leute wurden wir sogar eine Art Ersatzeltern. Das bedeutet auch viel Verantwortung. Und es kommt ja auch nicht so häufig vor, dass über 10 bis 20 Menschen auf einmal feststellen, ihnen fehlt was Entscheidendes im Leben.

Und wie gesagt, als das Wohnzimner auf einmal voll war, hatte ich keinerlei Ambitionen und keine Lust da mitzumachen, es waren auch einige junge Frauen darunter, dafür war also sowieso eher meine Frau und Tochter zuständig. So kontaktfreudig und gruppenbegeistert war ich gar nicht. Die ersten Male fühlte ich mich auch eher fremd und unbehaglich unter ihnen.
Wir wurden später alle eine enge, herzliche Gemeinschaft. In deren Mittelpunk Jesus war, aus dem heraus auch ich handelte.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20477
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » Di 10. Sep 2019, 11:05

Hallo Lazar,

du schriebst:

Lazar hat geschrieben:Genau deswegen haben sowohl Jesus als auch Paulus die Thora in gewisser Weise in Frage gestellt. Denn man erhebt sich mit der Einhaltung vieler strenger Satzungen und Weisungen des Mose über andere, ohne dass die Handlungen für andere Menschen oder Gott einen echten Wert haben.
Man vergibt sich mit einem dargebrachten "Opfer" selbst die Schuld und macht sich zu einem Gerechten, nur weil man einem "Gesetz" gehorcht.


Mit Sicherheit hat Jesus oder auch Paulus die Thora nicht in Frage gestellt. Ich bin davon überzeugt, dass es seine guten Gründe hat, dass die Thora in unseren heutigen Bibeln enthalten ist. Das Problem liegt viel mehr daran, wie wir an die Thora herangehen. Oder auch, was wir mit der Thora machen.

Aus eigener Kraft strenge Satzungen und Weisungen einhalten zu wollen ist schon einmal ein Holzweg. Dass es ein Holzweg ist, beweist ja die Überheblichkeit über Sünder in der gesetzestreue Juden und Christen leben. Das hast du ja mit deinen Zeilen erwähnt.

Gesetzliche Christen leben in einem riesigen Irrtum. Sie meinen, dass sie mosaische Gesetze und Gesetze der heutigen religiösen Tradition einhalten. Doch schlussendlich schafft das kein Mensch. Doch lassen wir die Religiösen religiös sein und hoffen wir, dass sie den Trugschluss der Selbsterlösung und der Selbstgerechtigkeit bald einmal erkennen.

"Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid", heisst es in einem Lied. Ist dies auch bei dir der Fall?

Freundlicher Gruss
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Lazar » Di 10. Sep 2019, 19:23

oTP hat geschrieben:
Ich kann nur sagen, dass vor 10 Jahren das "Gott- ist- mit- dir-Sein" in drastischer Weise erfahren habe. Ich weiss nicht wie es passieren konnte, plötzlich mitverantwortlich zu sein, 3 Familien zum Glauben zu führen. Sie kamen eben plötzlich zu uns, um Antworten zu finden. 2 Familien kamen sogar jede Woche aus einer anderen Stadt.
Deshalb meine ich, als Christ fühlt man sich, wenn man für Menschen einsteht. Für die jungen Leute wurden wir sogar eine Art Ersatzeltern. Das bedeutet auch viel Verantwortung. Und es kommt ja auch nicht so häufig vor, dass über 10 bis 20 Menschen auf einmal feststellen, ihnen fehlt was Entscheidendes im Leben.

Hi oTP!
Ja, auch das ist für mich ein typisches, schönes Zeugnis dafür, wie Gott in uns wirkt und Menschen zusammenführt, die wohl "normalerweise" nicht zusammenkommen würden. Auf einmal gibt es unerwartete - auch völlig skurrile - Begegnungen, und manchmal weiß man erst viel später warum.

Dies alles ist für mich für alle Beteiligten wie ein großes Dazulernen zusammen mit Christus. Es beinhaltet oft ein sich sachtes Annähern unter Menschen, aber ebenso ein über sich selbst Hinauswachsen, denn viele Beziehungen kosten auch Kraft.
Doch plötzlich werden aus völlig Fremden auch vertraute, geliebte "Nächste".

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 350
Registriert: So 24. Feb 2019, 13:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Nachteule » Mi 11. Sep 2019, 10:57

Liebe Tamy,

danke für Dein Zeugnis. Genauso stelle ich mir das auch vor. Auch ich würde mich äußerst unwohl dabei fühlen, aus einem "Pflichtgefühl" heraus (Missionsbefehl Jesu; Markus16,15) einfach so auf Menschen zuzugehen und ihnen etwas in die Hand zu drücken oder von Jesus zu erzählen (Respekt, dass Du es trotz Deines negativen Gefühls trotzdem versucht hast - ich hätte diesen Mut nicht aufgebracht!). Aber wenn es sich zwanglos in einem Gespräch ergibt oder ich das Gefühl hätte, dabei "geführt" zu werden so wie Du, wäre das für mich in Ordnung. Bisher ist das bei mir allerdings noch nicht vorgekommen.

LG
Stefan
»Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter
dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.
«

(Apostelgeschichte 4,12)
Benutzeravatar
Nachteule
Member
 
Beiträge: 212
Registriert: Fr 28. Dez 2018, 12:08
Wohnort: Landkreis München

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon onThePath » Mi 11. Sep 2019, 11:43

Ja, Lazar
Ich kann dir zu deiner Antwort zustimmen. Es hat mich sehr verändert und positiv intensiv gefordet, obwohl es anstrengend ist.

Und so hat nach zwei Jahren meine Frau festgestellt, dass sie gesundheitlich nicht mehr mithalten kann.

Lg, otp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20477
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Tamahia » Mi 11. Sep 2019, 13:02

Lieber Stefan

Mir passiert das auch nicht so oft. Zum Glück lässt du dich nicht durch andere Christen herumstressen und etwas tun, wozu du noch nicht bereit bist oder aber, wozu dich der Herr gar nicht erst berufen hat. Ich habe viel zu lange geglaubt, unbedingt ein Apostel werden zu müssen, obwohl ich mich dazu komplett überfordert gefühlt habe. Hätte mich Gott dazu berufen, dann hätte ich es spüren müssen. Ich bin sicher, dass er es mir ins Herz gelegt hätte. Ich kenne einen Christen, der ist wirklich der totale Evangelist. Wirklich erstaunlich und beeindruckend. Der hat so das Zeugs dazu, einfach irrsinnig! Aber in dem Fall ist es seine Gabe, die er von Gott bekommen hat.

Mich schaudert es immer noch, wenn ich an meine hilflosen und kraftlosen, gut gemeinten Anstrengungen zurück denke. Einmal hockte ein Bettler an einer Strassenecke. Ich hatte riesige Angst, mich zu ihm zu gesellen, aber ich war im Irrglauben, dass ich es zu tun hätte. Also habe ich es getan und hatte sogar ein wenig mit ihm gesprochen und Jesus Christus im Gespräch erwähnt, aber ich hatte mich katastrophal gefühlt und war so froh gewesen, als ich endlich weitergehen konnte.

Ein anderes Mal sah ich an derselben Strasse einen Blinden. Dachte ich mir, vielleicht ist es einfach zu diesem hinzugehen, weil er mich nicht sehen kann. Dennoch musste ich mich dazu zwingen, denn meine Beine wollten weiterlaufen. Ging ich aber trotzdem hin. Er wollte Geld für eine Operation. Ich sagte zu ihm, dass ich an Jesus Christus glauben und gerne für ihn beten würde. War er sehr aufgebracht gewesen und hatte gesagt, dass er mit Jesus Christus nichts mehr zu tun haben wollte, er hätte genügend gebetet. Ich entschuldige mich und zog ab. Ich hatte eine riesige Leere in mir und es ging mir beschissen.

Als ich das nächste Mal diesen Blinden an derselben Stelle sitzen sah, zog ich einfach weiter. Gebete wollte er ja nicht. Ein paar Meter weiter sah ich plötzlich einen Typen, dem ich bereits ein Mal ein paar Franken gegeben hatte, als er mich angebettelt hatte. Er hatte mich noch nicht gesehen. Plötzlich umhüllte mich eine wahnsinnig grosse Liebe für diesen jungen Mann. Mit einer riesigen Freude ging ich auf ihn zu und fragte ihn, ob er etwas bräuchte. Er antwortete, dass er schon froh wäre, wenn ich ihm etwas Geld gäbe. Also drückte ich ihm etwas in die Hand, legte meine Hand auf seine Schulter und sagte ihm, dass Gott auch ihn lieben würde. Danach zog ich weiter.

Ich glaube, dies war auch solch ein Aha-Erlebnis mit Gott. Bei den ersten zwei hatte ich aus einmal falsch verstanden Pflichtigefühl heraus mich selbst genötigt etwas zu tun, was ich eigentlich gar nicht wollte und mich dabei miserabel gefühlt. Beim jungen Bettler war es hingegen die Liebe gewesen, die mich mitgezogen hatte und dadurch alles völlig automatisch und ungezwungen abgelaufen war. Seit diesem Erlebnis gehe ich nicht mehr aus einem falsch verstanden Pflichtgefühl auf jemandem zu, sondern dann, wenn es mein Herz sagt. Dies war mir später noch ein oder zwei Mal passiert.

Dies zeigt mir einfach, wie Gott tickt. Und wie lange ich ihn falsch verstanden und geglaubt hatte, etwas aus einem Krampf heraus tun zu müssen und von dem habe ich in den letzten Monaten wirklich viel freier werden dürfen.

Auch danke an Habatom für deine Antwort. Genau dieser blinde Aktivismus führt in die falsche Richtung. Dies musste ich mehrfach erfahren und erkennen.

LG Tamy
Benutzeravatar
Tamahia
Member
 
Beiträge: 211
Registriert: Mi 3. Okt 2018, 12:42
Wohnort: Zurzeit Erde

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Lazar » Mi 11. Sep 2019, 15:32

firebird hat geschrieben:Hallo Lazar, du schriebst:
Lazar hat geschrieben:Genau deswegen haben sowohl Jesus als auch Paulus die Thora in gewisser Weise in Frage gestellt. Denn man erhebt sich mit der Einhaltung vieler strenger Satzungen und Weisungen des Mose über andere, ohne dass die Handlungen für andere Menschen oder Gott einen echten Wert haben.
Man vergibt sich mit einem dargebrachten "Opfer" selbst die Schuld und macht sich zu einem Gerechten, nur weil man einem "Gesetz" gehorcht.

Mit Sicherheit hat Jesus oder auch Paulus die Thora nicht in Frage gestellt.

Doch Firebird,
die "Hohepriester" Kajaphas&Hannas erließen über Jesus bestimmt kein Todesurteil, damit sich Seine Jünger danach wegen dessen am Kreuz vergossenen Blut sündlos und gerecht fühlen können? Doch einen König/Messias, der als Gottes Menschensohn den Tempel JHWHs zerstören will, Mose Gesetze sich unterstellte und sich allein als "Weg zu Gott" verkündete, anstatt sich ihnen als Hohepriester zu unterwerfen, konnten sie nicht brauchen.
Ich bin davon überzeugt, dass es seine guten Gründe hat, dass die Thora in unseren heutigen Bibeln enthalten ist.

Ja, der Grund ist, dass die rechtgläubige Kirche/die Orthodoxen sich zu Jahwe als einzigen Gott bekannt hat, was jedoch nicht alle erste Christen taten. Ganz früh gab es bereits keinen einheitlich christlichen Glauben.
Das Problem liegt viel mehr daran, wie wir an die Thora herangehen. Oder auch, was wir mit der Thora machen.

Hat Paulus als torahtreuer Ex-Pharisäer ständig aus der Torah gepredigt oder gar aus ihr vorgelesen? Nein, Er hat wenn, dann nahezu alles in eigene Worte gefasst. Paulus war deswegen für viele "Mose Judenchristen" ebenfalls ein Dorn im Auge, wurde von ihnen fast schon in die gnostische Ecke gerückt, da auch Paulus Mose Gesetz nicht mehr als allein relevant für den Glauben ansah.
Gesetzliche Christen leben in einem riesigen Irrtum. Sie meinen, dass sie mosaische Gesetze und Gesetze der heutigen religiösen Tradition einhalten. Doch schlussendlich schafft das kein Mensch. Doch lassen wir die Religiösen religiös sein und hoffen wir, dass sie den Trugschluss der Selbsterlösung und der Selbstgerechtigkeit bald einmal erkennen.

Was ist aber, wenn dies ebenso zu den Trugschlüssen der Selbsterlösung und Selbstgerechtigkeit gehört:

"Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid", heisst es in einem Lied. Ist dies auch bei dir der Fall?

Ich trage vielleicht Shirts, die die Farbe von getrocknetem Blut haben. Ansonsten sieht mein "Schmuck und Ehrenkleid" von Christus auf Erden hoffentlich anders aus, so muss ich Ihm meist allein im Geiste dienen.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 350
Registriert: So 24. Feb 2019, 13:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Lazar » Mi 11. Sep 2019, 16:52

onThePath hat geschrieben:Ja, Lazar
Ich kann dir zu deiner Antwort zustimmen. Es hat mich sehr verändert und positiv intensiv gefordet, obwohl es anstrengend ist.
Und so hat nach zwei Jahren meine Frau festgestellt, dass sie gesundheitlich nicht mehr mithalten kann.

Lg, otp


Hi oTP!
Das ist schade bezüglich Deiner Frau, aber dies kann ich gut nachvollziehen. Wenn ich mich nicht gut oder bei Kräften fühle, sind - dazu noch hilfesuchende - Menschen für mich auch mega-anstrengend. Also eigentlich bereits im Normalzustand, denn ich hätte ehrlich gesagt grundsätzlich Probleme mit einem regelmäßigen "Live-Kontakt", nicht nur zeitlich gesehen, sondern ich könnte dies vermutlich nicht aushalten, wenn sich zu viele Menschen intensiv an mich dranhängen, weil es ihnen mit mir zusammen besser geht. Da habe ich vor Dir wirklich Respekt, dass Du das überhaupt länger durchziehen kannst oder konntest.
Aber deswegen musste auch Jesus zwangsweise immer wieder weiterziehen, denn am Liebsten wären bei Ihm wohl bereits zu Lebzeiten tausende von Menschen in "Seinem Haus eingezogen".

Wenn ich dies aber nun zu "kopieren" versuchte und Hauskreise veranstalten, oder wie Paulus und Sundar Singh durch die ganze Welt ziehen müsste, oder gar Jesus Christus selbst, der live vor vielen Menschen gepredigt und sie teils im größten Auflauf/Tumult geheilt hat, dann würde der Versuch ähnlich scheitern wie bei Tamahia. Ich müsste mich zu alldem krampfhaft zwingen, und es würde mich bereits nach kurzer Zeit völlig ausbrennen.
Das ist vermutlich dann auch nicht meine Aufgabe und damit in Gottes Sinne. Ich habe über lange Zeit bestimmt etwas anderes für Ihn zu tun.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 350
Registriert: So 24. Feb 2019, 13:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon firebird » Do 12. Sep 2019, 11:43

Hallo Lazar,

zu deinen Zeilen:

Lazar hat geschrieben:
firebird hat geschrieben:Hallo Lazar, du schriebst:
Lazar hat geschrieben:Genau deswegen haben sowohl Jesus als auch Paulus die Thora in gewisser Weise in Frage gestellt. Denn man erhebt sich mit der Einhaltung vieler strenger Satzungen und Weisungen des Mose über andere, ohne dass die Handlungen für andere Menschen oder Gott einen echten Wert haben.
Man vergibt sich mit einem dargebrachten "Opfer" selbst die Schuld und macht sich zu einem Gerechten, nur weil man einem "Gesetz" gehorcht.

Mit Sicherheit hat Jesus oder auch Paulus die Thora nicht in Frage gestellt.

Doch Firebird,
die "Hohepriester" Kajaphas&Hannas erließen über Jesus bestimmt kein Todesurteil, damit sich Seine Jünger danach wegen dessen am Kreuz vergossenen Blut sündlos und gerecht fühlen können?


Bei echten Jüngern Jesu Christi sieht die Sache so aus: Wir dürfen nicht nur ein schönes Gefühl des Gerechtseins haben. Aufgrund der Zusage des Bibelwortes sind wir gerecht!!

Es ist nicht eine Gerechtigkeit, die wir aufgrund unserer guten Taten erwirkt haben. Aufgrund dessen, dass wir in einer gefallenen Schöpfung leben, sind wir von Natur aus, genau so Sünder wie jeder andere Mensch auch. Das bringt mit sich, dass wir genau so schuldig sind vor Gott, wie jeder andere Mensch auch. Jetzt halte dich fest!!!

Die Strafe für die zahlreichen angehäuften Sünden lautet: Todesstrafe!

Jetzt kommt jemand der diese Todesstrafe freiwillig auf sich genommen hat und jetzt lasse ich die Bibel selbst reden:

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Johannesevangelium Kap 3 Vers 16


an den eingeborerenen Sohn zu glauben heisst: Ich anerkenne Gottes Sicht, dass ich aufgrund meiner Sünden vor Gott schuldig bin. Ich stütze mich darauf ab, dass Jesus meine Schuld mit seinem Blut am Kreuz bezahlt hat.

Dies ist der erste Schritt, damit ein Leben als echter Christ beginnen kann. Hast du diesen Schritt bereits getan??

Wenn Nein, warum schlägst du solch ein geniales Angebot Gottes aus?? Ist es nicht Zeit einmal alle Voreingenommenheiten gegenüber der Bibel über Bord zu werfen und schlicht und einfach einmal das tun was in Johannes 3 Vers 16 steht.

Wenn wir immer alles besser wissen wollen als Gott selbst, dann haben wir das Wichtigste für Zeit und Ewigkeit verpasst! Wollen wir das ???


Freundlicher Gruss
Firebird
Echt barmherzig sein kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich selbst auf Barmherzigkeit angewiesen bin.

Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
Benutzeravatar
firebird
Senior-Moderator
 
Beiträge: 4037
Registriert: So 23. Mär 2008, 19:50
Wohnort: Raum Zürich

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon onThePath » Do 12. Sep 2019, 14:17

Hallo, Lazar

Du schreibst:
Wenn ich dies aber nun zu "kopieren" versuchte und Hauskreise veranstalten, oder wie Paulus und Sundar Singh durch die ganze Welt ziehen müsste, oder gar Jesus Christus selbst, der live vor vielen Menschen gepredigt und sie teils im größten Auflauf/Tumult geheilt hat, dann würde der Versuch ähnlich scheitern wie bei Tamahia.


Bei aufgesetzen Versuchen bin ich genauso gescheitert.
Aber ich denke, es sollte schon zu den eigenen Fähigkeiten passen. Jesus kann sicher die besonderen Fähigkeiten jedes Menschen mit ein beziehen.

In unserem Hauskreis brachte meine Frau ihre Leiterfähigkeiten und andere ein, was erst mal für den Zusammenhalt und die Lehre gut war.
Ich ergänzte sie mit meinen Fähigkeiten, gerade da wo sie gebraucht wurden. Beide waren wir bis an unsere Grenzen voll gefordert.

Na ja, vielleicht hat Jesus mich beim Wort genommen und abgewartet, bis viele Jahre später die Möglichkeiten reif waren und die Gelegenheit kam:
Ich hatte lange davor Gott unser Haus angeboten für sein Wirken. Es wurde passender und intensiver, als ich es mir hätte vorstellen können.

Tamahia und du, ihr bekommt sicher zu euch passenden Gelegenheiten und zur passenden Zeiten eure Aufgabe.
Dabei kann ich mir vorstellen, dass du, Tamahia, besonders sensibel mit Menschen umgehen kannst und das Gott nutzen könnte.


lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
Benutzeravatar
onThePath
My home is my castle
 
Beiträge: 20477
Registriert: Mo 21. Feb 2005, 01:21
Wohnort: Köln

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Nachteule » Do 12. Sep 2019, 14:22

Kurzer Einschub meinerseits (etwas OT vielleicht):

firebird hat geschrieben:Die Strafe für die zahlreichen angehäuften Sünden lautet: Todesstrafe!


Nicht ganz. Wenn es nur um eine Todesstrafe ginge, würden viele vielleicht sagen: "Mir doch egal, ich glaube eh nicht an ein Weiterleben nach dem Tod." oder sogar: "Schön, mit dem Tod ist eh alles aus, dann merke auch nix mehr."

Lt. Bibel lautet die "Strafe" jedoch vielmehr: Ewige Folter! ("Feuersee" etc.)

DAS kann zu einem starken Druckmittel [benutzt] werden, denn wer wird schon gerne gefoltert, und dann nicht nur Stunden, Tage oder Jahre lang, sondern unendlich lang, immer wieder? Stell dir vor, du wirst zu Tode gefoltert - lebendig verbrannt, gerädert, gepfählt, gehäutet, zerstückelt, was auch immer -, wachst danach sofort wieder auf, erinnerst dich an alles, und das Ganze geht von vorne los, immer und immer wieder - kein erlösender Tod. Eine irdische Folter hat irgendwann ein Ende (spätestens mit dem Tod); ewige Höllenqualen dagegen nie. Kann es etwas Grausameres geben?

Das ist für mich so eine Sache, die ich mir nur schwer vorstellen kann, dass es so sein soll, und die ich auch nur schwer annehmen und glauben kann. Trotzdem steht es so in der Bibel.

Ich persönlich glaube, dass das mit der Hölle sinnbildlich gemeint ist. Wer einmal die Gegenwart und Heiligkeit Gottes erfahren hat (wozu wir Menschen nur sehr begrenzt in der Lage sind; wir würden es nicht überleben), für den muss die Erkenntnis des ewigen Getrenntseins von Gott "die Hölle" sein. Genau das hat Jesus am Kreuz an unserer Stelle durchgemacht (zwar nur für eine begrenzte Zeit, was aber offensichtlich schon schlimm genug war), was in seinem verzweifelten Ausruf "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" zum Ausdruck kam. Irgendwo las ich mal eine Auslegung zu dieser Stelle, dass Jesus, der ja bisher immer mit dem Vater verbunden gewesen war, die Qual des Verlassenseins von Gott sogar als schlimmer empfunden haben muss als die körperlichen Schmerzen seiner Misshandlungen und der Kreuzigung.

Für mich ist die Sache mit der Hölle ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es natürlich eine Warnung mit einer starken Wirkung, der man allein aus Angst Folge leisten kann; andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott daran gelegen ist, dass sich die Menschen aus Angst zu ihm bekehren, sondern doch eher aus Liebe zu ihm...
»Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter
dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.
«

(Apostelgeschichte 4,12)
Benutzeravatar
Nachteule
Member
 
Beiträge: 212
Registriert: Fr 28. Dez 2018, 12:08
Wohnort: Landkreis München

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Gnu » Do 12. Sep 2019, 15:22

Nachteule hat geschrieben:Kurzer Einschub meinerseits (etwas OT vielleicht):

firebird hat geschrieben:Die Strafe für die zahlreichen angehäuften Sünden lautet: Todesstrafe!


Nicht ganz. Wenn es nur um eine Todesstrafe ginge, würden viele vielleicht sagen: "Mir doch egal, ich glaube eh nicht an ein Weiterleben nach dem Tod." oder sogar: "Schön, mit dem Tod ist eh alles aus, dann merke auch nix mehr."

Lt. Bibel lautet die "Strafe" jedoch vielmehr: Ewige Folter! ("Feuersee" etc.)

DAS kann zu einem starken Druckmittel [benutzt] werden, denn wer wird schon gerne gefoltert, und dann nicht nur Stunden, Tage oder Jahre lang, sondern unendlich lang, immer wieder? Stell dir vor, du wirst zu Tode gefoltert - lebendig verbrannt, gerädert, gepfählt, gehäutet, zerstückelt, was auch immer -, wachst danach sofort wieder auf, erinnerst dich an alles, und das Ganze geht von vorne los, immer und immer wieder - kein erlösender Tod. Eine irdische Folter hat irgendwann ein Ende (spätestens mit dem Tod); ewige Höllenqualen dagegen nie. Kann es etwas Grausameres geben?

Das ist für mich so eine Sache, die ich mir nur schwer vorstellen kann, dass es so sein soll, und die ich auch nur schwer annehmen und glauben kann. Trotzdem steht es so in der Bibel.

Ich persönlich glaube, dass das mit der Hölle sinnbildlich gemeint ist. Wer einmal die Gegenwart und Heiligkeit Gottes erfahren hat (wozu wir Menschen nur sehr begrenzt in der Lage sind; wir würden es nicht überleben), für den muss die Erkenntnis des ewigen Getrenntseins von Gott "die Hölle" sein. Genau das hat Jesus am Kreuz an unserer Stelle durchgemacht (zwar nur für eine begrenzte Zeit, was aber offensichtlich schon schlimm genug war), was in seinem verzweifelten Ausruf "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" zum Ausdruck kam. Irgendwo las ich mal eine Auslegung zu dieser Stelle, dass Jesus, der ja bisher immer mit dem Vater verbunden gewesen war, die Qual des Verlassenseins von Gott sogar als schlimmer empfunden haben muss als die körperlichen Schmerzen seiner Misshandlungen und der Kreuzigung.

Für mich ist die Sache mit der Hölle ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es natürlich eine Warnung mit einer starken Wirkung, der man allein aus Angst Folge leisten kann; andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott daran gelegen ist, dass sich die Menschen aus Angst zu ihm bekehren, sondern doch eher aus Liebe zu ihm...

Weil etwas in der Bibel steht, muss es noch lange nicht wahr sein, und wenn es wahr ist, muss noch lange nicht dein Verständnis davon, wie es ist, richtig sein. Das Christentum verkommt immer mehr zu einem Katalog von Dogmen und allein richtigem Bibelverständnis. Da lobe ich mir die jüdischen Rabbis, welche zulassen, dass es 70 oder mehr Arten der Bibelauslegung gibt, und alle sind richtig; und das ist eben das hebräische Denken, welches den Griechen und Römern abgeht, bei letzteren muss nach einer elend langen Diskussion einer Recht behalten und die anderen werden getötet oder weggesperrt. Die hebräische Sprache, so liess ich mir sagen, hat für einzelne Wörter mehrere Bedeutungen und hat auch viele Phrasen, welche mehrere Sinne ergeben können.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11309
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 17:19
Wohnort: Salorino

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Thelonious » Do 12. Sep 2019, 16:16

Gnu hat geschrieben:Weil etwas in der Bibel steht, muss es noch lange nicht wahr sein...


Ich glaube mich noch an Zeit erinnern zu können, Gnu, in denen Du den Wahrheitsgehalt der Bibel als gegeben angesehen hattest. Oder trügt mich hier meine Erinnerung?

VG
Thelo
Wir sehen nirgends so tief ins Herz Gottes wie auf Golgatha.
(Benedikt Peters )
Benutzeravatar
Thelonious
Senior-Moderator
 
Beiträge: 15503
Registriert: So 12. Aug 2007, 20:52
Wohnort: In der schönsten Stadt Deutschlands

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Gnu » Do 12. Sep 2019, 20:25

Thelonious hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Weil etwas in der Bibel steht, muss es noch lange nicht wahr sein...


Ich glaube mich noch an Zeit erinnern zu können, Gnu, in denen Du den Wahrheitsgehalt der Bibel als gegeben angesehen hattest. Oder trügt mich hier meine Erinnerung?

VG
Thelo

Damals wusste ich noch nichts über die Entstehungsgeschichte des Neuen Testaments und die verschiedenen Urtexte. Man lernt eben ständig dazu. Und das Zitieren von Teilen meiner Beiträge war noch nie sehr fruchtbar. Du beweist damit nur, dass du mich grundsätzlich missverstehen willst.
Benutzeravatar
Gnu
My home is my castle
 
Beiträge: 11309
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 17:19
Wohnort: Salorino

Re: Christsein - aber echt!

Beitragvon Lazar » Do 12. Sep 2019, 21:38

Nachteule hat geschrieben:
Für mich ist die Sache mit der Hölle ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es natürlich eine Warnung mit einer starken Wirkung, der man allein aus Angst Folge leisten kann; andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott daran gelegen ist, dass sich die Menschen aus Angst zu ihm bekehren, sondern doch eher aus Liebe zu ihm...


So denke ich auch, Nachteule, denn sonst wäre Gott ja genau so wie manch Mensch?
Und hätte Lust und Freude an der Strafe, Rache, Folter und Qual? Aber bei dem Mächtigsten aller Wesen kann ich mir das einfach nicht vorstellen.

Vielleicht sollte durch die Angst vor der Hölle nur noch Schlimmeres von uns auf Erden vermieden werden, damit vielen guten Menschen von Bösen nicht noch mehr angetan wird? So betrachtet, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass die "Höllendrohung" bei uns Menschen im Umlauf war/ist, wenn sie auf die richtigen Kandidaten trifft? Als alleiniger Schutz zu Anderen.

Herzliche Grüße
Eleazar
"... wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Matthäus 18, 19-20
Benutzeravatar
Lazar
Member
 
Beiträge: 350
Registriert: So 24. Feb 2019, 13:39
Wohnort: Galiläa Bavaria

Nächste

Zurück zu Fragen zum christlichen Glauben

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

Das Forum wird von Livenet.ch & Jesus.ch betrieben

Anzeigen - einfach & günstig! / Kontaktanzeigen - spannend & effektiv!

| Home | Sitemap | Forum | Chat | Newsletter | E-Mail | Dialin | Support | Kontakt | Wer ist Jesus? | Youthmag | Service |
| News | Magazin | Jesus | Ratgeber | Information | ERlebt | Meditation | Kreativgalerie | Member | Pixel4Jesus | Livenet.ch | Gott.info |

cron